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E_1930_Zeitung_Nr.050

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TOB Arat und

TOB Arat und KKTtkenanta; S. hauptsächlichste Markierung d«r insseren Umst&nde; 3. Benachrichtigung der Polizei. Auf »lle Fälle soll es vermieden •werden, sich zuerst mit Umstehenden und Zeugen in lang« Dikussionen einzulassen und darob alles andere zu vergessen oder Drittpersonen zu überlassen. Der Pxy&neirttpport ist «an ausschlaggebendes Dokument, und nach der Prozessverordnung gilt die Aussage des Polizisten solange als Beweis, bis das Gegenteil nachgewiesen werden kann. Man soll deshalb nicht unterlassen, die Polizei selbst noch auf alle gemachtem Beobachtungen hinzuweisen und dafür sorgen, dass dieselben auch ausnahmslos protokolliert werden, damit ja nichts verloren geht. Bei der Zeugeneinvernahme können nächste Verwandte das Zeugnis bekanntlich verweigern, doch wird kaum viel erreicht werden, wenn von diesem Recht Gebrauch gemacht wird, da doch meistens der Verdacht aufkommt, es solle irgend ein Umstand verheimlicht werden. Für den Verlauf des weiteren Verfahrens ist es wichtig, zu wissen, dass Verteidiger und Angeklagter das Recht haben, den Zeugeneinvernahmen beizuwohnen und Fragen zu stellen. Vollständige Zeugenaussagen sind auch deshalb sehr -wichtig, als, mit Ausnahme des SchwurRerichtsverfahrens, die Gerichtsbehörde auf die Zeugenprotokolle abstellen muss, da selten eine nochmalige Einvernahme der Zeugen vor Gericht erfolgt Es soll auch jeweilen die Frage geprüft werden, -ob man vom Recht, den Akten eine Priyatexpertise beizulegen, Gebrauch gemacht werden wilL Vielfach herrscht auch dis Meinung, dass ein von der Bezirksanwaltschaft ausgestellter Strafbefehl in seiner Wirkung einem Gerichtsentscheide nicht gleichkomme, weshalb besonders darauf aufmerksam gemacht sei, dass ein solcher Befehl nach zürcherischem Recht als Vorstrafe qualifiziert wird. Dies trifft für die Polizeibusse nicht zu. Dagegen muss davor gewarnt werden, dass deshalb die Busse allzu leicht genommen wird, da das Bussenregister bei einer eventuell späteren Strafsache doch erschwerend mit in Betracht gezogen wird. Die Bedeutung der Busse ist darum nicht nur nach ihrem «Geldwert ca beurteilen. Die nach dem mit lebhaftem Beifall verdankten Referat einsetzende Diskussion zeigte, wie vielerlei rechtliche Fragen beim Automobilisten noch nicht abgklärt sind, und bewies die «rosse Notwendigkeit derartiger Orientierungen und Referate. Hoffentlich sind für das kommende Herbst- und Winterprogramm neuerdings ähnliche Abende vorgesehen, da diese den Zuhörern nur Gewinn bringen können, b. Maximal 23 Plätze! In der Urner Presse erheben sich mit Recht Stimmen gegen den neuesten Beschluss des Regierungsrates, welcher gerade zu Beginn der Reisesaison die Einfahrt von Gesellschaftsautos mit mehr als 23 Sitzplätzen in den Kanton TM kurzerhand verboten hat. An den Grenzorten des Kantons haben die Polizisten Instruktion, jeden Wagen, dessen Verkehrsbewilligung auf mehr als 23 Sitzplätze lautet, strikte zurückzuweisen. Es ist unbegreiflich, dass diese drakonische Massnahme ausgerechnet in dem Zeitpunkt getroffen wurde, wo die meisten Reisepläne der Agenturen fertig aufgestellt sind. Man kann ausrechnen, welcher Schaden durch diesen unzeitgemässen Beschluss sowohl inner- wie ausserhalb Uris entstehen muss. Ganz ungerecht aber mutet es an, dass gerade nur die Gesellschaftsautos von dieser Vorschrift erfasst werden. Täglich kann man auf den Stressen Uris Möbeltransportwagen und anderen Lastwagen begegnen, die mehr als die Hälfte der Strasse einnehmen und die sowohl an Schwere und Schwerfälligkeit auch den grössten Autobus weit hinter sich lassen. Der tnrgluekEche und unüberlegte Beschluss des Regierungsrates scheint offenbar in jene Klasse von Vorschriften zu gehören, die mehr einer Sucht, alles zu reglementieren, als praktischen Notwendigkeiten entspringen. —/. Gehören Grossgaragen Ins Stadtzentrum? (Der Ban TOB Qrossgaragen in Zürich war Gegenstand einer Interpellation in der letzten Sitzung des Grossen Stadtrates. Ein Mitglied des Rates beklagte sich darüber, dass durch die Erstefltmg' von Grossgaragen inmitten von Wohnquartieren die Nachtruhe der Anwohner schwer «restört werde. Der Antwort des Bauvorstandes war zu entnehmen, dass bis dato 13 Bewilligungen für den Bau von Grossgatagen erteilt worden sind, wovon zehn bereits in Betrieb sind und zwischen 20 und 120 Wagen fassen. Der Stadtrat ist ebenfalls der Auffassung, dass Grossgaragen nicht in Wohnquartiere gehören, allein das Geschäftsviertel ist überall soweit vorgedrungen und hat die früheren reinen Wohngegenden so durchsetzt, dass es heute fast unmögTich erscheint, abzugrenzen, was überhaupt noch als Wohnquartier zu gelten hat. Die Bestimmungen, welche für den Bau von Garagen massgebend sind, werden übrigens sehr streng gehandJiabt und müssen bei ihrer genauen Inneha'ltung für einen störungslosen Betrieb, der auch die Nachbarschaft nicht beeMträchtigt, genügen. Es bestehen genaue 1 Vorschriften aber Entlüftung, Abgrenzung gegen Nachbargebäude, Zufahrten eto, für deren genaue Beobachtung von städtischen Organen schon gesorgt wird. Im übrigen hat eine Rundfrage bisher nur in einem Fall Reklamationen der Nachbarn ergeben. Wenngleich sich der Interpellant nur teilweise von der stadträtlichen Antwort befriedigt erklärte, so steht doch fest, dass die Stadt tatsächlich einen äussersr strengen AUTOMOBIL-REVUE Massstab bei der Erteilung solcher Baubewilligungen anlegt, und alle die Automoibilunternehmungen, welche in den letzten Jahren gebaut haben, wissen davon ein Lied zu singen. Wenn strenge Anforderungen auch gerechtfertigt sind, so muss der Interpellation anderseits entgegengehalten werden, dass Grossgaragen auch nicht durchwegs an die äusserste Peripherie der Stadt verbannt werden können und gerade Zürich, mit seinem intensiven Automobilverkehr, heute noch sehr knapp an Garagegelegenheiten ist, wie sie Grossgaragen allein zu bieten vermögen, z. Verkehrsregelung zwischen Tram und Auto in Zürich. Die verkehrsregflementarischen Beziehungen zwischen Tram und Auto in Zürich sind seit Jahren nur ungenügend abgeklärt. Zwar bestehen bestimmte Grundsätze, welche zum Teil im Konkordat, in den kantonalen und städtischen Vorschriften über den Verkehr mit Motorfahrzeugen niedergelegt sind, aber diese sind zum Teil unvollständig, zum Teil durch die Praxis überholt. Auf alle Fälle herrscht bei den Motorfahrzeugfüihrern weitgehende Unsicherheit, wie der Strassenbahn vorzufahren und auszuweichen ist. Eine Reihe von Verkehrsunfällen, die sich aus Kollisionen zwischen Tram und Auto ergaben, sind nur auf die Unabgeklärtheit in der Verkehrsreglementierung zurückzuführen. Die Verbände und auch die Fachpresse haben deshalb schon^ zu wiederholten Malen den dringenden Wunsch ausgesprochen, es möge hier durch die Inkraftsetzung genauer Bestimmungen Klarheit geschaffen werden. Das Pölizeiinspektorat hat sich dieser Notwendigkeit nicht verschlossen und es liegt nun als Ergebnis der geleisteten Vorarbeiten ein Entwurf vor. Die Polizeibehörde hat erfreulicherweise den Vertretern der Verkehrsinteressenten jüngst Gelegenheit gegeben, von dem Entwurf Kenntnis zu nehmen und sich zu den vorgesehenen Regeln zu äussern. Die Verkehrskommissionen des A. C. S. und des T. C S. sowie die übrigen Verbände werden sich noch näher mit der Vorlage befassen und demnächst ihre endgültige Auffassung der Polizei zur Kenntnis bringen, und wir zweifeln nicht daran, dass die Meinung der Verkehrstateressenten bei der Behörde die entsprechende Berücksichtigung in der endgültigen Fassung der Vorschriften, finden werden. Anderseits haben sich auch noch die Strassenbahnen zur Sache zu aus-» sern. Auf alfle Fälle ist es sehr erfreulich, dass die Angelegenheit endlich, und zwar gründlich, angepackt worden ist, wodurch in absehbarer Zeit die gegensei tilgen verkehrspolizeilichen Rechte nnd Pflichten (wobei letztere bei der privilegierten Stellung des Trams allerdings zur Mehrheit auf der anderen Seite liegen!) genau abgegrenzt werden. Gleichzeitig wird es dem Motorfahrzeugführer anhand des einfachen Reglementes möglich sein, sich über sein Verhalten beim Vorfahren und Kreuzen der Strossen* bahn genau Rechenschaft zu geben, ohne nur geifüMsmässig entscheiden zu müssen, b. Das gefährliche Ueberholen von Tramwagen. In Basel ereignete sich am 8. Januar dieses Jahres ein schweres Unglück, bei welchem ein Lastwagen anhänger zwischen zwei Tram* wagen eingekeilt wurde. Das Unglück entstand wie folgt: ein aus einem grossen schweren Saurerwagen mit Anhänger bestehender Autozug fuhr durch die Zentralbahnstrasse hinter einem grossen gelben Postauto. An der Haltestelle des Trams bei der Küchengasse hielt auf der rechten Seite ein Tram der Linie 2. Der. Lastwagen-Chauffeur fuhr links neben dem Tram vorbei, statt dahinter anzuhalten. In diesem Augenblick bog das vor ihm fahrende Postauto nach rechts ab und hinter demselben kam dem Lastautoführer ein Einertram entgegen. Im letzten Moment wollte der Chauffer dem Tramwagen ausweichen und überquerte zu diesem Zweck das Geleise. Die Distanz war aber zu knapp, der Tramführer konnte nicht rasch genug bremsen und so rannte der Tramwagen mit Wucht in die linke Seite des Anhängers. Gleichzeitig fuhr von rechts das zweite Tram, das stark nach links gefahren sei und in zu geringer Distanz vor dem nahenden Tram die Geleise kreuzen wollte. Ein Mitverschulden des Tramführers wurde von der Verteidigung geltend gemacht. Dieser plädierte auf Freisprechung, da der Angeklagte, der die Basler VeTkehrsvorschriften nicht kannte, den Umständen entsprechend gehandelt habe. Auch sei die Voruntersuchung nicht sorgfältig durchgeführt worden, sonst würde der Chauffeur nicht allein auf der Anklagebank sitzen. Das Urteil lautete auf 50 Fr. Busse. Der Schadenersatzanspruch der Strassenbahn wird auf den Zivilweg verwiesen. Das Gericht hatte ein eventuelles Mitverschulden des Tramführers verneint, auf jeden Fall sei es unbedeutend und könne nicht berücksichtigt werden. Gr. Unangebrachter Partikularismus. Seit wir die eidgenössischen Vorschläge für einheitliche Verkehrszeichen haben, wie wir sie in Nr. 31 veröffentlichten, hat sich die Anzahl der in der Schweiz angewandten Signalordnungen noch nicht vermindert, sondern um eine, nämlich die zu Unrecht eidgenössisch genannte, erhöht. Vorher hatten wir so an die zwanzig Systeme, nun sind es einundzwanzig. Nur die Stadt Bern scheint sich vom ersten Augenblick an für die Annahme der eidg. Ordnung entschieden zu haben. Man darf wohl sagen: «scheint», denn bei der Hauptpost prangt eine rotleuchtende Scheibe (nach der eidg. Signalordnung: Fahrverbot) und darunter steht: Haltestelle des Stadtomnifous! Anderswo in der gleichen Stadt sind solche Haltestellen dagegen mit der blauroten Scheibe (Parkverbot) bezeichnet, wozu natürlich noch eine Aufschrift gehört, die dem Omnibusbenützer angibt, dass sich hier eine Haltestelle befindet. (Komischerweise sind diese Aufschriften der Fahrbahn zugekehrt und der Fussgänger auf dem Gehweg sieht nur deren weisse Rückseite!) Soweit für Bern. Kommt man nun nach Lausanne oder Neuenburg, so hat man umzulernen. Die gleiche rote Scheibe, die in Bern Fahrverbot bedeutet, steht hier für Parkverbot, die rote Scheibe mit weissem Strich (in Bern : Einbahnstrasse) bedeutet dagegen Fahrverbot usw. Gleiche Dinge sieht man übrigens auch im Aargau. , Diese Buntscheckigkeit ist umso komischer, als die umliegenden Länder, ausser Deutschland, für ihre zehnmal grössern Gebiete einheitliche Signalordnungen besitzen. Nur Deutschland hat mit dem gleichen Partikularismus zu kämpfen, wie wir. Der A. v. D. teilt in der Tat mit: « Einem langgehegten Wunsche aller Wegebenutzer entsprechend, hat der Preussische Minister des Innern in einem Runderlass vom 26. März d. J. Anordnungen getroffen," Die Bevölkerung zieht den Autobus vor. Ausbau der Kommunalstrassen in Grattbünden. Der Grosse Rat des Kantons Graobünden beschloss in seiner Frühjahrssession den beschleunigten Ausbau der KorrmranaJstrassen. Die Kosten für die Arbeiten, die sich über zehn Jahre hinweg erstrecken werden, betragen 3,4 Mill. Franken. Zur Finanzierung beabsichtigt der Kanton ednen Kredit zu eröffnen, der verzinst und amortisiert werden soll. Von verschiedenen Seiten wurde darauf hingewiesen, dass der Kanton aus dem eidgenössischen Ausgleichsfonds für Benzinzollverteilung nichts erhalten habe, trotzdem im Jahre 1929 die Einreisetaxen im Betrage von 240,000 Fr. dahingefallen seien. mb. Autobusfeinde. Bekanntlich geht die Strassenbahn Zürich-Oerlikon-Seebach mit Jahresende an die städtischen Strassenbahnen Zürich über. Auf das gleiche Datum wild der Stadtrat die Teilstrecke Seebach-Glattferugg (1,8 km) abbrechen und durch einen Autobus ersetzen. Das hat nun in der Gemeinde Opfikon-Glattbrugg mehr Staub aufgewirbelt, als der Autobus auf der schönen Strasse jemals tun wird. Eine Versammlung von etwa hundert Personen nahm letzthin gegen das Projekt Stellung und fasste eine Resola- nach denen die Verkehrseinrichtungen vereinheitlicht werden. Gleichzeitig hat der tion, in der es heisst, dass «diese Verschlechterung in der Personenbeförderung zur Hauptstadt schwere wirtschaftliche Schäden für alle Schächten der Bevölkerung bringen wird und dass der Autobus kernen vollwerti- Reichsverkehrsminister zugesagt, den andern Landesregierungen die Uebernahme der praktischen Vorschriften zu empfehlen. Der A. v. D. hat nunmehr, die Wichtigkeit der Frage betonend, die ihm angeschlossenen Automobil-Clubs im Reiche ersucht, sich mit den zuständigen Stellen wegen baldiger allgemeiner Einführung der übereinstimmenden Verkehrszeichen in Verbindung zu setzen, so dass zu hoffen ist, in nicht allzu langer Zeit in ganz Deutschland die gleichen Verkehrszeichen zu finden.» Man hofft, in absehbarer Zeftw. comme chez nous! beide pro Wagenkilometer genau die gleichen Erträgnisse erzielen. Der Vorschlag ist übrigens auf den Einfluss der Strassenbahn-Fachleute zurückzuführen. Dazu hinter dem Auto hergefahren war, in die schreibt das Blatt: «Man will anscheinend rechte Seite des Anhängers, der dadurch die Konkurrenz des Autobusses zugunsten buchstäblich zwischen zwei Trams eingekeilt der Strasenbahn ausschalten. Dabei vergisst man die Aussenlinien; ausserdem war. Durch den Zusammenstoss entstand Kurzschluss und eine mächtige Stichflamme nimmt man keine Rücksicht auf die Berverbrannte die Aussenwand des Einertrams.! "" ei Bevölkerung, "»»"*«••"•«. die "'« ue den "' modernen uuuenieu Autobesteigren kann, der viel unbeque- n ' Beide Trams waren schwer beschädigt, wäh-1 bus ' deD t , B 'f. außerdem bequem am Burrend die massive Eisenkonstruktion des Last- ! wagenanhängers den doppelten Anstoss fast meren Strassenbahn vorzieht.» Tm Tnteresse ohne Schaden ausgehalten hat. ' der Bevö'kerune: ^'^""'^'"t wendet sich desha'b das verschiedene Meinungen vor. Das deutsche Reichsverkehrsministerium setzt sich vor allem für die Linie über Stettin ein, während die OstseebädeT für die Strasse über Eberswalde, Prenzlau, Passwalk, Anklam propa- gieren. mb. Der Chauffeur wurde wegen fahrlässiger' D |a « «esren das * Attentat sreeei Gefährdung de T Sicherheit des Strassenbahn- ' "Jen Autobus» nnd erklärt, dass der Autobus Verkehrs angeklagt. Alle Augenzeugen waren I « as Populäre Verkehrsmittel bleiben müsse, das er an dpn der Meinung, dass keiner der beiden Tram- letzten Jahren geworden ist. führer das Unglück hätte vermeiden können. —/. Dem Chauffeur wird vorgeworfen, dass er zu Tont Mf. In Berlin besteht die Absicht, den Autobustarif auf 30 Pfennig zu erhöhen. Der Vorschlag hat unter der Bevölkerung eine gewältige Entrüstung hervorgerufen. In der «Berliner Zeitung am Mittag» wird darauf hingewiesen, dass nicht der geringste Grund besteht, den Autobustarif höher zu halten als den Tarif der Strassenbahn, da 1930 — N°5© Baslev Notizen Der Basler Omnibusbetrieb scheint gut zu bewähren. Nach den Erfahrungen der letzten zwei Wochen nimmt das Publikum regen Anteil an dem neuen Verkehrsmittel, wenn auch noch nicht immer die Frequenz so ist, wie man sie sich wünschen würde. Sonntage und besondere Stosszeiten befriedigen hingegen ganz. Die Leitung des Betriebes hat bereits eine Reihe von nachträglichen Aenderungen vorgenommen, so wurde ab 1. Juni das Einmannsystem probeweise eingeführt. Mit der Routine des Personals werden die kleinen Fahrverzögerungen, die heute noch entstehen, von selbst verschwin- den. mb. Basel erweitert den Einbahnverkehr. Am 4. Juni übergaben die Basler Behörden weitere Strassen dem Eisenbahnverkehr. Fahrzeuge aller Art und Reiter dürfen in den nachgenannten Strassen, die durch Signaltafeln bezeichnet worden sind, nur noch tn einer Richtung benützt werden. in der Zentralbahnstrasse von. der VSsetoktstraoM Richtung Post; in der Eilgutstrasse TOB der ZentraSwlmstcMS« Richtung Nauenstrasse; in der Heumattstrasse vom Aescheograften Rfeln tung Zentralstrasse: in der Küchengasae, die mir dem AnwändarFW kehr dient, von der Elisabethenanlax« Richten* Zentralbahnstrasse. Zwischen Peter-Jferianstrasse und GmttiiJl.ii—e darf die Zentralbahnstrasse in beiden Richtuneen befahren werden. Gleichzeitig •wird auf dem ZentraHmkmjlatz iäer Rechtsverkehr vorgeschrieben. Au gen Ersatz für die Strassenbahn bieten kann.> Da muss man sich nur fragen, woher die Leute das alles zum voraus wissen! Jku£«»l*u H*SG Fernautostrasse München-Berlln-Ostsee. In Deutschland wird gegenwärftg der Bau einer Fernautostrasse München-Berlin-Ostsee ernsthaft erwogen. Nach den letzten Berichten aus zuverlässigen Quellen steht man unmittelbar vor der Verwirklichung dieses wichtigen Projektes. Man beschäftigt sich momentan mit der Führung der Strasse von Berlin aus nach der Ostsee. Es liegen hier noch Autopost-Fernfahrten in Deutschland. Mit Beginn des neuen Monats eröffnet die deutsche Reichsverwaltung besondere Kurse, die Heidelberg als Ausgang haben und nach Orten führen, welche landschaftlich besonders interessant sind. Die Linie dieser Autopost- Fernfahrten geht von Heidelberg über Karlsruhe-Baden-Baden nach Triberg, wo di« Reisenden übernachten. Am zweiten Tag fährt der Wagen weiter nach Waldshut und sodann nach Zürich und Luzern. Im ganzen dauert eine solche Fahrt zwei Tage. Die hierfür in den Dienst gestellten Wagen sind besonders gut ausgestattet, um den Reisenden möglichste Bequemlichkeit zu bieten. Jeder Wagen fasst 23 Personen, dabei kann aber jeder Reisende noch 25 kg Gepäck mit sich nehmen. Als Errungenschaft dieser Wagen ist eine besonders eingebaute Toilette zu bezeichnen. -oll-

N* S© - AÜTOMOBTL-REVÜE Sportnachrichten Vor dem Klausen 193a Erste Nennungen. Attsser dem Reglement, das in deutscher und französischer Sprache erschienen ist, wurde nun auch ein farbiger Faltprospekt herausgegeben, der speziell für die Fahrer bestimmt ist und alles Wissenswerte über die Ausschreibung, Preise etc. enthält In einer Auflage von 10,000 Exemplaren herausgekommen, soll er unter den Fahrern des Inund Auslandes für eine rege internationale Beschickung werben, weshalb er an alle Inhaber einer Automobil- oder Motorradlizenz der europäischen Länder zum Versand gelangt Als Plakat ist ein sehr gut wirkendes Sujet des Berner Graphikers Rupprecht, Laupen, gewählt worden, eine Partie oberhalb der Vorfrutt darstellend, wo .ein rassiger Rennwagen die Kehren emporrast Es wird alles getan, um in der noch zur Verfügung stehenden Zeit für eine möglichst internationale Beschickung des Rennens zu werben. Btrgatti wird,. t wie bereits gemeldet, durch eine sehr aussichtsreiche Equipe vertreten sein, auch für die Teilnahme von Alfa Romeo bestehen begründete Aussichten; Stuck wird mit seinem Austro Daimler am Start sein, von der tschechischen Marke Walther wurden Anmeldeformulare einverlangt, etc. Auch unter den Motorrädern macht sich im In- und Ausland grosses Interesse für eine weitgehende Beschickung des Rennens geltend. Für eine ausreichende Unterkunft von Fahrern und Zuschauern ist schon weitgehend vorgesorgt. Es sei speziell erwähnt, dass besonders von den urne'rischen Hoteliers alle Anstrengungen gemacht werden, um den Rennbesuchern mit bester Aufnahme dienen zu können. Die S. B. B. werden wieder am 9. tmd 10. August Extrazüge führen. Die Aussetzung von Barpreisen, nicht nur als Speziaipreise, sondern auch als gewöhnliche Klassenpreise, scheint bester Aufnahme zu begegnen. Von besonderem Interesse sind hier die ausgesetzten Zeitprämien für speziell gute Leistungen resp. Zeiten, die wohl dazu angezeigte sein dürften, die Fahrer zu besonders guten Leistungen anzuspornen. An den Installationen soll dieses Jahr viel verbessert werden (komfortablere Zielhütte, bessere Telephoneinrichtungen, zweckdienlichere Lautsprecheranlagen etc.). Es wird ja zudem Aufgabe der in Aussicht genommenen Vereinigung «Pro Klausen», die sich die zielbewusste Förderung des Klausenrennens zum Ziel gesetzt hat, sein, Mittel und Wege zu finden, wie die Organisation des Rennens erleichtert und speziell die Renninstallationen noch besser ausgebaut werden können. Es sei der Wunsch ausgesprochen, die Gründung des Verbandes »Pro Klausen» möge noch diesen Monat an Hand genommen werden. Grosser Preis von Frankreich. (21. September.) Schon «n 2. Juni war der erste Meldeschhiss für dieses Rennen, das im internationalen Sportkalender unter dem Datum des 21. September eingetragen ist. Nun waren i aber bis zum 2. Juni keine Meldungen eingegangen, was auf die grosse Abneigung zurückzuführen ist, die man überall der überlebten Formel dieser Fahrt entgegenbringt Das Reglement sah dieses Jahr wiederum, ttbrigens zum letztenmal, eine Klassierung vor, in der mich der Benzinverbrauch in der Wertung eine Rodle spielt und die deshalb scharf bekämpft wurde. Der vollständige Misserfolg' der Ausschreibung hat nun den Organisatoren die Augen geöffnet Der Orosse Preis soB nun doch am festgesetzten Datum ausgetragen werden,, aber nach einer neuen Formel, die den verschiedenen Kritiken Rechnung trägt Die Sportkomimssion des A. C von Frankreich hat in der Tat bescihlosseii, bis zum 20. Juni ein neues Reglement in diesem Sinne auszuarbeiten und eine neue Ausschreibung zu erlassen, die gewiss mehr Erfolg haben wird als die erste, -o- Fünf neue Weltrekorde. Vor einigen Tagen gelang es dem engEschen Rennfahrer W. Y. Craig, auf einem Sechszylinder Bugatti (2263 ccm) in Brooklands vier neue internationale Rekorde der Klasse D aufzustellen. Es sind dies die folgenden: 50 Meilen : 26' 40,4" (Stundenmittel 181 km 004); 100 km : 32' 44,4" (183 km 233); 100 Meilen : 53' 13,25" (181 km 433). Fast gleichzeitig wurde auf der französischen Bahn von Monthlery ein neuer Rekord der Klasse Q aufgestellt, indem Eldridge und Eyston auf einem Riley-Wagen 1100 ccm 1000 Meilen in 14 Std., 44 Min. und 58 Sek. zurücklegten, was einer Stundengeschwindigkeit von 108 km 111 entspricht. Automobilturnier Baden-Baden. Zum zehnten Male findet diese autosportliche Veranstaltung dieses Jahr statt und zwar vom 25. bis 29. Juni. Die Abnahme der Fahrzeuge ist auf den 25. Juni von 14—18 Uhr festgesetzt. Zum dem gleichen Zeitpunkt erfolgt das Ein- treffen der Sterofahrt-Tefloctanet. Am Donnerstag, 26.' Juni, 9 Uhr vormittags, wird das Flachrennen über 5 km auf der Strasse Rastatt-Ettliogen abgehalten. Am Freitag folgt die Bergprüfung (über 10 km), woran sich die Schönheitskonkurrenz schliesst, deren Erledigimg auch den Sonnabend beanspruchen wird. Am Sonntag den 29. Juni wird die Geschicklichkeitsprüfung mit anschliessendem Blumenkorso abgenailten. Lufiffakvt Amerikanische Flieger In Bern. Am letzten Samstag, kurz nach dem furchtbaren Unwetter des Spätnadhmktaiges, landeten auf dem Berner iFlugplati Belpmoos auf zwei 600 PS-Curtiss-JCampfflugzeugen die amerikanischen Fliegergrössen DoolitÜe und Lt Parker. Sie befinden steh auf einer Propagandareise in Europa, waren am gleichen Tag im Wien gestartet und hatten in München zwischengelandet. Ungefähr um 17 Uhr passierten sie Zürich. In der Gegend vom Herzogenbudhsee gerieten sie dann in den Sturm und verloren jede Orientierung. Das Unwetter soll eines der schlimmsten gewesen sein, das die Flieger je erlebt haben. Lt. Parker vermochte sich dann in Schupfen wieder zu orientieren, indem er tief hinunterflog und den Ortsnamen am Stationsgebäude ablas (!) Wenige Minuten nachher hatte er sein Ziel erreicht Auch Doolittle hatte c Schupfen > erkannt komtte es aber, da er einen Einsitzer flog, auf seiner Karte nicht finden. Der Bahnlinie nach flog; er zuerst auf gut Glück Richtung Biei, zog dann aber doch vor, in Lyss niederzugehen. Hier war er sofort wieder im Bild, wendete und kam auch ohne jede Hilfe von dem kleinen, umzäunten Feld, auf dem er seinen Apparat abgesetzt hatte (ein Bravourstück ersten Ranges) wieder weg. Vor seiner Landung im Belpmoos liess er sich's nicht nehmen, noch einige atemraubende Evolutionen zum besten zu geben. In steilem Gleitflug kommt er mit Vollgas und gegen 300 Stkm Geschwindigkeit herabgestochen, scheint jetzt in den Boden hinektzurasen, zieht die Maschine in der letzten Sekunde wieder hoch, legt sie — unglaublich — während des Steiigens nrit einer Drehung um die eigene Achse auf den Rükkem — und steigt so noch immer weiter. Aaek Lao»aim» erweiterte aeman Autobuspark. Die TrnmYerwaltizng, der auch de» Aatobusbetneb ont«rtt»ht, nahm sieben neue Saurer-Autobusse in Betrieb. , Dana Begt er pfötzfich wieder normal, saust wie ein Gescfaoss auf uns zu, legt die Maschine auf den Fitgel — immer mehr, bis die Flügel senkrecht stehen — und fliegt so geradeaus und ohne an Höhe zu verlieren — in 20 m über den ganzen Flugplatz hin. Der Montag sollte dann noch weit fabelhaftere Evolutionen bringen. Wir werden darüber einlässRch" hi der Fäugspalte der Freitagnummer berichten, m. Nazzaro in Bern. Am letzten Freitag veranstaltete die Sektion Bern des A.C.S. in ihren Cfubräumen zu Ehren des Meisterfahrers Feiice Nazzaro, der sich auf seiner Schweizerreise in Bern aufhielt, eine kleine, intime Empfangsfeier. Anschliessend daran hatte die Berner Fiat-Aiutomobil-Verkaufs- A. G. den illustren Gast, Vertreter der Behörde, der Automobil- und Strassenverkehrsverbände und der Presse zu einem Bankett im Gasthof « Sternen » in Muri geladen, wo man schliesslich bis weit nach Mitternacht zusammenblieb. Auf den ersten Blick hätte wohl niemand der Anwesenden in dem ruhigen, natürlichen und wofolgepflegten Mann gerade einen Rennfahrer vermutet. Felice Nazzaro, der in fast allen grossen Rennen, an denen er teilnahm, als Erster hervorging — so schon 1902 am Mont Cenis, im Jahre 1907 gleichzeitig an der Targa FJorio, an der Wettfahrt um Horch ist der gediegene, moderne Wagen, -wie Sie ihn nicht besser wünschen können. Die Konstruktion des Achtzylinders von Daimler ist zu höchster Vollkommenheit entwickelt. Das neue Tiefrahmenchassis bringt -wunderbare Federung, beste 8trassenhaltung und Kurven Sicherheit. Nichts fehlt an Bequemlichkeit und Komfort. Das etwas kleinere Modell 4OO (Achtzylinder als 5-P1. Cabriolet und 5-1*1. Limousine) ist ein wahrer Schlager in Schönheit und Preiswürdigkeit. vom. TFarraam zum R E L Generalvertretung C. Schlotterbeck, Basel, Zürich, Bern AlltODUS den Kaiser-Wilhelm-Preis and am Qrand Prix de France, dann wieder an der Targa Florio, nach dem Krieg, 1922, zum zweitenmal am französischen Grand Prix — FeKce Nazzaro hat seine Erfolge aber auch allem andern als einem einfachen Draufgängertum zu verdanken. Er war immer der ausgesprochene Typus des gewissermassen geistigen Rennfahrers, der sich nicht nur auf sein Gefühl und sein Glück veriässt, sondern auch ein tiefgründiges Wissen, eine scharfe Logik und die Sicherheit einer peinlich genauen Vorbereitung mit in den Kampf nimmt. Den zielbewussten Charakter, das blitzschnell und präzis arbeitende Gehirn und die körperliche Geschicklichkeit kann man allerdings an diesem Mann unmöglich verkennen, wenn man auch nur einige Minuten sein scharfgeschnittenes Gesicht, seine meist halbgeschlossenen, in eine unbestimmte Fenne gerichteten Sperberaugen, die grossen, kräftigen, aber trotzdem ungewöhnlich feingliedrigen Hände beobachtet; Hände, die beständig an einem neuen technischen Problem herumzuformen, scheinen. Später, als Lieder aller Sprachen « gesfltegen » und wir nüchternen Berner wieder einmal aufgetaut waren, lernte man Nazzaro auch als glänzenden Causeur kennen. In einer kurzen, überaus herzlichen Ansprache verdankte Hr. Berutti, Direktor det Fiatwerke, den seinem Kameraden angebotenen Empfang. Er versicherte, dass sie, die Italiener, bisher nirgends so gut aufgenommen worden seien wie in der Schweiz, dass aber gute Gründe dafür beständen, denn niemand verstände den Sport besser zu würdigen als der Schweizer, gebe es doch keinen bessern Sportsmann als ihn. Dr. Perlet, Vizepräsident der A. C. S. Sektion Bern, spann den Gedanken des völkervereinigenden Einflusses, wie ihn der Sport mit sich bringt, in einigen prächtigen Worten weiter aus. Nachdem Herr Rigiassi im Namen der Presse die Gäste k ihrer Heimatsprache begrüsst hatte, schilderte Direktor Mühlemann, als Vertreter der Behörden und Leiter des bernischen Verkehrsamtes kurz aber treffend, was er am Automobilsport als am wertvollsten betrachtet : Seine Macht Landesgrenzen zum Verschwinden zu bringen, Vorurteile zu beseitigen. Im Automobilsport ist der Pan- Europa-Gedanke schon lange verwirklicht Umso kleinlicher muss es anmuten, wenn einzelne unserer Kantone im Verkehrswesen immer wieder Sonderpolitik betreiben wollen, wenn man im Innern unseres Landes selbst neue Grenzen und Hindernisse errichten will, im gleichen Massstab, wie sie rund um uns herum fallen. tu. Wert der Weltproduktion an Automobilen. Die «Financial Times» bewertet die Weltproduktion des Jahres 1928 mit mehr als einer Milliarde Pfund Sterling und die des Jahres 1929 gar mit annähernd VA Milliarden. Dieser Wert beträgt zirka das Zehnfache der jährlich produzierten Gold- und Silberwerte und immer noch das Doppelte der Weltproduktion an Stahl und Baumwolle. Ueberboten wird er nur durch den Produktionswert von Kohle und Getreide. Im Jahr 1928 verbrauchte die gesamte Automobilindustrie 7,750,000 Tonnen Stahl, 500,000 Tonnen Kautschuk, 30,000 Tonnen Aluminium, 100,000 Tonnen Kupfer, 190,000 Tonnen Blei, 30,000 Tonnen Zink, 20,000 Tonnen Zinn und 8000 Tonnen Nickel und Chrom, abgesehen von gewaltigen Mengen Holz, Farbe, Leder, Stoffen, die jedoch zahlenmässig nicht genau fassbar sind. -s. Photographlen von Les Ranglers. Unsere veröffentlichten Bilder und weiter« vom Rennen Develier-Les Rangier» können rasch geliefert werden zum Preise von Fr. 1.50 für die erste Kopie und Fr. 1.— für Jede weiter«. Anfragen an die Redaktion. (Fortsetzung Seite 5)