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E_1930_Zeitung_Nr.048

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Bern, Dienstag 3. Juni 1930 IV. Blatt der „Automobil-Revue" No. 48 Sommer Ich wollt', es war immer Sommerszeit. O überglückliche Seligkeit! Wo die Menschen hell dahergehn, Wo die Lüfte frisch weiher wehn... Uni wenn den Hut man nimmt von der heissen Stirn Das sprengt die eisernen Ringe ums Hirn! Wenn die Frauen die Mäntel ausziehen, Das löst die edelsten Energien... Und wenn der Regen rauscht und träumt, Dann bin ich erst recht aufgeräumt Und sitze am Fenster und starre weithin Und hob' einen guten und freien Sinn! Der Herr vis-ä-vis Dämon der Eisenbahn. Plötzlich sitzt er da, breit und dampfend, mit Gepäck und Gelärm. Er macht sich zurecht, beginnt mit seinen Hantierungen, die für den Unbeteiligten, der das zweifelhafte Glück hat, neben diesem Menschen zu sitzen, etwas Dämonisches an sich haben. Dämon der Eisenbahn — das Gespenst der Selbstverständlichkeit, dies ist das Thema, das Anton Kuh in der « Vossischen » mit unerhörter Schärfe des Ausdruckes behandelt: — Seine Augen sind feucht, seine Wimpern glänzen vom Morgentau der Schläfrigkeit, sein Atem faucht odolig, sein Körper gibt in Gähndämpfen die letzten Reste der Bettwärme ab. Das ist er! — Achtung! Wir fahren ein Stück der Lebensstrecke mit ihm, sechs oder acht oder vierzehn Stunden lang, und er wird sich die ganze Zeit über nicht Dämon der Eisenbahn aus unserem Auge lassen, so wie er es ja sofort verstand, uns an sein kompaktes, reisebereites, in allen nötigen Bestandteilen vorhandenes Ich zu fesseln. Er hat nichts daheim vergessen: nicht die Nase, noch den Zigarrenabschneider, noch die Goldplombe rechts oben, den Fahrplan für Mitteleuropa, die harten Eier, den Papiermundbecher und das linke Ohrläppchen. Er ist mit solcher Uebersichtlichkeit am Leben, dass seine unentwegte Beflissenheit, sich von der Gegenwart jedes Einzelgliedes, bald des Ellbogens, bald der Zigarettentasche, bald des rechten Knies oder der Handtasche im Gepäcknetz durch Nachschau oder Abtastung zu überzeugen, wundernimmt. Noch ist er nicht zerlegt! Aber Geduld — es coram publico zu tun, das ist seine Reisefunktion. Alles, was er mit sich führt, hat's gut und schön warm: der Kneifer ruht in der Kneifertasche, der Koffer in der Leinwandhülle, der Schirm im Ueberzug; Schutz gegen Erkältung scheint ihnen vor Gebrauchtheit zu gehen; sie sollen da sein, ohne sich abzunützen. Das ist auch sein Standpunkt sich selber gegenüber. Er reist, der Koffer seiner selbst, eingepackt in persönliche Gerüche, warm umhüllt von Kommoditäten, und geht niemals aus sich heraus, nicht einmal, wenn er herausgeht. Seine Beschäftigung besteht vielmehr darin, die mitgebrachten Gegenstände der Reihe nach zum Gebrauch heranzuziehen. Zunächst wird der Hut abgelegt, die Handtasche geöffnet, eine Kappe daraus entnommen, die Kappe kreisrund übers Hinterhaupt gestülpt. Das Gesicht erhält einen Zug von kurzstirniger Stupidität, die Brauen schnuppern neugierig nach Zustimmung. Ein hernach umständlich herausgeschältes, vierfach belegtes Brot reizt die Zuschauer nicht so sehr als Zeichen des Besitzes, denn der kulinarischen Voraussicht. Er verspeist es, wiewohl durch die gegnerischen Blicke auf ein Podium gehoben, ohne jedes Lampenfieber — er tritt in dieser Rolle seit Jähren erfolgreich auf. Sodann wird zur Abwechslung die Zigarre dem Etui, Seitentasche links, hierauf der Abschneider der Enveloppe, Westentasche rechts, entnommen; die Spitze, die ihrer beider Begegnung zum Opfer fällt, fliegt nicht ins Unbegrenzte, sie gibt vielmehr Arilass, eine Luftklappe oberhalb des Kupeefensters zu öffnen und wieder zu schliessen. Die Erledigung einer Apfelsine nimmt folgenden Weg: Schlüssel aus der Hosentasche, Koffer abgehoben, Schloss auf, Hemdeinlage heraus, ein Papiersack gesichtet, der Papiersack heraus, die Apfelsine heraus, das Taschenmesser aus dem Etui, die Apfelsine zerteilt, geschält, gegessen, die Kerne gesammelt, Luftklappe auf, Kerne hinaus, Luftklappe zu, Serviette aus dem Koffer, Finger getrocknet, Serviette zurück, Messer ins Etui, Etui in die Tasche, Papiersack zurück, Hemd- einlage hinein, Koffer zu, Tasche. Der Blick der Brillenschlange kann das Kaninchen nicht so festbannen wie die exakte, unumstössliche Reihenfolge dieser Tätigkeiten unser Auge. Er aber, • der Unhold, dessen absolut logisches, in seiner Eingeteiltheit mustergültiges Gebaren keiner Minute Raum für Unvorgesehenheiten gönnt — er sitzt nun voll blödäugiger Zufriedenheit, einem neuen Werk entgegensinnend... Wehe — schon haben's ihm die Reisepantoffel angetan, dann ein Pickel am Kinn (Spiegel, Pinzette, Reisenecessaire!), dann die Morgenzeitung! ist ein geplagter Mann. Oeine täglichen Kundenbesuche lassen inm "wenig Zeit übrig. Kann er Zeitverluste und Verteilen angesagter Besticke vermeiden, so bedeutet das für ihn grossen Ge-winn. Dazu benötigt er aber einen praktischen und zuverlässigen Zeitmesser. Aus diesem Grunde tauft er nur DIE HARWOOD ARMBANDUHR die sich von selbst aufzieht, ganz staubdicht ist und deshalb fast teiner Reparaturen bedarf. Ihr "Wert gehört zu den Höchstleistungen der «ch-weiz. Uhrmacherkunst und bürgt für Genauigkeit. Zudem tostet sie nicht mehr -wie jede andere Armbanduhr gleicher Güte. Harwood-Uhren sind bei allen guten Uhrmachern Lautlich. die sich vonselbsf «fufziefir Begegnung auf der PRngstfahrt Schlüssel m die OrmhanTruh n Muss ich hinzufügen, dass er über einen Patentbleistift verfügt? Dass er damit soeben eine Eintragung vornimmt, die an Bedeutsamkeit gewiss dem letzten Satz Pasquals nicht nachsteht? Ein Blick aufs Zifferblatt seiner Uhr belehrt mich, dass es radioaktiv aufleuchtet. Kaum darauf verwiesen, bekommt unsere Aufmerksamkeit einen Ruck nach der Reiseapotheke, die ihn jetzt zur Stärkung mit Kolalecithin versorgt. Wenn wenigstens lustige Varietemusik zu dieser Nummer erklänge! Aber dies Schweigen, diese stumme Rastlosigkeit in der An-r einanderreihung von Handlungen, die keinen anderen Zweck verfolgen, als sich zu bewei- -sem dass sie nicht-vergessen wurden — es ist unerträglich. ; L , M Ich möchte wissen r was dir Novalis bedeutet, Schurke! Hast du keinen ^Aberglauben, am Ende doch etwas vergessen zu haben, wenn nicht die Nagelfeile, so vielleicht den Lebenssinn? Wehe, wehe, wenn dir's jetzt nach einem Reisegespräch gelüstet! Wir warten, fünf Mann hoch, nur auf diesen Augenblick: wir wollen so einsilbig sein, dass du dich sofort verlegen auf eine neue Apfelsine oder den Reiseplaid im Netz stürzest; wir wollen nicht zusehen, wie du mit dem Wortschlüssel einen Gesinnungskoff'er aufknackst, Laute aus dem Munde wickelst, das Etui deiner goldplombierten Zähne öffnest, um ihm Einstellungen und Mentalitäten zu entnehmen. Im übrigen soll es passieren, dass der Lokomotivführer das «Halt.'»-Signal überfährt... Schienen werden manchmal bei Hochwasser locker... ich meine, hast du wirklich keine Angst, so vollständig und für alles vorgesehen uns vis-ä-vis zu sitzen, uns dein Gesicht aufzudrängen ohne menschlich-romantischen Gegenwert — du — du Glanzpunkt einer künftigen Verlustliste?! Frühlingsnacht Spuk um Mitternacht. Spät, abends .komme ich nach Hause, mit schwerem Kopfe und müden Gliedern. Stosse die Fensterladen auf und lasse die laue Nächtluft herein. Dunkel ist das Zimmer. Ruhig. Weit lehne ich mich hinaus und sehne mich nach dem Mond, der sentimental dort oben am nachtblauen Himmel klebt... Es funkelt von Sternen, die über das ganze Himmelsgewölbe hin ausgestreut sind. Wenn man lange zu ihnen emporblickt, verliert man das Gefühl der Erdenschwere, man glaubt, empörzugleiten. Hinan, hinan ! Herrlicher Gedanke, in das Dunkel und die Süsse dieser einsamen Nacht zu sinken. Weich muss sie sein wie Sammt. Und glitzernd und sprühend ausgebreitet liegen darauf die Edelsteine. Das Blut wird unruhig und pulst erregt. Der Geist lehnt sich auf. Nützt alles nichts. Warum ist die Nacht so schön ? Und die Sterne so weit ? Und die Welt so fern ? Der Kopf schmerzt. Das sind Kulissen, hingestellt von einer böswilligen Hand, diese Häuser mit den Schnörkeln, weiss angestrahlt von den Strassenlampen. Was dahinterliegt ist nicht zu sehen. E gibt nur eine Nähe. Die Ferne muss erträumt werden. Ihr gilt der Gedanke. Jener Dunkelheit, der blauen Nacht, die spinnt