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E_1930_Zeitung_Nr.047

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*ro 47 - 193« AUTOMOBIL-REVUE LufH^-aBa»* Das Flugzeug ist im Begriff, die erstmals durch das Automobil geschaffene Möglichkeit des unabhängigen privaten Schnellverkehrs cnz gewaltig zu erweitern. Seit Jahren bestehende Luftverkehrslinien haben den Beweis erbracht, dass die Luftfahrt als Reiseart aus dem Stadium des Experimentierens herausgetreten ist. Zahlreiche Sportsleute, Industrielle und Kaufleute bei uns, aber vielmehr noch im Ausland, bedienen sich bereits eines Privatflugzeuges und mögen es so wenig mehr missen, wie der Automobilist seinen Wagen. Die Entwicklung in dieser Richtung geht mit Riesenschritten voran. Mit einer Luftfahrt-Ecke, die nun wöchentlich einmal zum festen Bestand der « Automobil-Revue » gehören wird, hoffen wir, das Unsere an dieser Entwicklung beitragen zu können. Die Redaktion. Lufttourismus. Keine Verkehrsart ist dem Automobilismus so nahe verwandt wie die Aviatik. In der allgemeinen Entwicklung, in den angewandten technischen Mitteln, in der Einstellung des grossen Publikums der neuen Verkehrsart gegenüber, überall lassen sich Parallelen ziehen und Vergleiche anstellen. Das «Flugzeug als Verkehrsmittel» macht heute genau die gleichen Kämpfe durch, wie sie seinerzeit das «Automobil als Gebrauchsfahrzeug» durchzukämpfen hatte. Nicht um einen Kampf gegen technische Hindernisse handelt es sich dabei, denn diese sind so gut wie überwunden, sondern um einen Kampf gegen die Trägheit der Masse Mensch. Als vor mehr als einem Dritteljahrhundert die ersten brauchbaren Automobile geschaffen wurden, betrachtete man sie rundweg als Spielerei. Noch ein Jahrzehnt nachher, als es längst seine wirtschaftliche Bedeutung erwiesen hatte, sah die Masse Mensch in ihnen nicht mehr als überflüssige Luxusgeräte. Erst heute, nach zwei weiteren Jahrzehnten, beginnt die Einsicht zu dämmern. Sagt man dem Durchschnittsbürger eines Die 22jährige Engländerin, Miss Amy Johnson, flog mit ihrem Moth-Leithtflugzeug allein von London nach Australien und schlug dabei den seinerzeit von Bert Hinkler aufgestellten Rekord von 15 % Tagen. sie unvorsichtig eine Strasse überquerten, von der Strassenbahn absprangen oder andere Dinge taten, die im modernen Leben nun einmal an der Tagesordnung sind. Wie steht es denn in Wirklichkeit mit der Sicherheit des Fliegens ? Wir werden auf dieses Thema noch eingehend zurückkommen. Hier mag die Feststellung genügen, dass in Tat und Wahrheit heute das Flugzeug schon dasjenige Verkehrsmittel ist, bei dem, auf die durchmessene Strecke bezogen, sogar weniger Unfälle vorkommen als bei der Eisenbahn! Die schweizerischen Luftverkehrsgesellschaften beispielsweise haben seit den zehn Jahren ihres Bestehens Hunderttausende von Kilometern abgeflogen und Zehntausende von Passagieren befördert, ohne dass je ein tödlicher Unfall eingetreten wäre. Wenn die Epoche der systematischen Irreführung durch die Tagespresse und die Scheu vor dem Neuen und Unbekannten einmal überwunden sein werden, wird sich mit aller Qewissheit das grosse Publikum ebenso selbstverständlich des Flugzeugs bedienen, wie irgendeines andern Verkehrsmittels. Vorläufig aber versteht niemand den Flugverkehr besser zu verstehen und zu unterstützen als der Automobilist. Seine Verant- modernen Staates heute, dass er in 10, 15wortlichkeit ist nicht viel geringer als die Jahren wahrscheinlich jede grössere Reise eines Piloten. In beiden Fällen, beim Autofahren wie beim Fliegen, gilt es, Gefahren im Flugzeug ausführen werde, vielleicht sogar im eigenen, selbstgesteuerten, so lacht er vorauszusehen und durch diese Voraussicht einen glattweg aus. Fliegen? Sein Leben aufs oder «Vorsicht» unschädlich zu machen. Spiel setzen? Vielleicht einmal, ja, damit man Kein Wunder, dass sich der weitaus grösste Teil der Flieger aus Automobilistenkreisen weiss, wie es geht und damit man «gewesen» ist. Aber mehr als das sollen andere riskieren, Waghälse, die nichts mehr zu verlieren sind in keiner Weise Gegensätze, sondern rekrutiert. Automobil und Flugzeug oder nichts Besseres zu tun haben. «Man geradezu ideale Komplemente. Das Automobil ist das moderne Schnellverkehrsmittel für kann ja keine Zeitung mehr aufschlagen, ohne von Flugunfällen zu lesen. Uebrigens kleine bis mittlere, das Flugzeug dasjenige könnte ich mir das Fliegen auch gar nicht für grosse Distanzen. leisten, und ein eigenes Flugzeug erst recht Die grösste Entwicklung steht noch dem nicht.» Luft-Tourismus bevor, bietet er doch die Hierzu ist zu bemerken, dass die Tagespresse im Durchschnitt eben punkto Fliege- ja Kontinente auf besonders genussreiche Möglichkeit, in kürzester Zeit ganze Länder, rei ein ganz falsches Bild gibt. Natürlich beruhen ihre Flugunfallmeldungen auf Tatsa- schon in hoher Blüte, Hunderte von Automo- Weise kennen zu lernen. In England steht er chen. Durch die Art aber, wie alle solchen bilisten besitzen dort Kleinflugzeuge, für die Ereignisse an den Haaren herbeigezogen und trotz ihrer Anspruchslosigkeit (der Brennstoffverbrauch braucht nicht mehr als 10 breitgetreten werden, stellt die diesbezügliche Berichterstattung dennoch eine ungeheure Ziel zu weit ist. Bemerkenswerterweise ha- Liter pro 100 km zu betragen) praktisch kein Täuschung des Publikums ben die führenden englischen Automobilverbände ihren Sektionen schon Flieger-Unter- dar. Mit suggestiver Eindringlichkeit wird dem urteilslosen Leser immer und immer gruppen angegliedert. wieder dieselbe Gefahr vor Augen geführt, Auch bei uns macht sich seit ungefähr bis er schliesslich auch schon im Unterbewusstsein von ihrem Dasein überzeugt ist. unaufhaltsame Entwicklung bemerkbar. Der zwei Jahren in dieser Richtung schon eine Dem Durchschnittsleser fällt ja nicht auf, dass der eine Unfall sich in Japan, der andere in Australien oder Amerika abgespielt hat, dass die Presseagentur ihn also förmlich hat suchen müssen. Er bedenkt nicht, dass, in einem ebenso grossen Bereich betrachtet, täglich Dutzende tödlich verunglücken, weil sie so verwegen waTen, Velo zu fahren, dass Hunderte umkommen und Tausende verletzt werden, weil moderne Flugzeugbau bringt Typen heraus, die nicht nur an Sicherheit alle erdenklichen Anforderungen erfüllen, die auch noch innerhalb dessen liegen, was man sonst für die Anschaffung eines Wagens anlegt. Kommt es aber erst einmal zur Massenfabrikation, dann wird man das Sportflugzeug vollends zu Kleinautopreisen erhalten können. Die Aussichten, die sich dann eröffnen, kann sich der Leser selbst ausmalen. -s. 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