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E_1930_Zeitung_Nr.051

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Ausgabe: Deutsche Schweiz BERN, Freitag, 13. Juni 1930 Nummer 20 Cts. 26. Jährgang. - N° 51 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint ]*den Dienstag und Fntta« Monatlich „CMb* liste" Halbjihrlleh Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portozuschlag, soiern nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtliche Bestellung 30 REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenralnstr. 97, Bern Rappen. Postcheck-Rechnung 111/414. Telephon Bollwerk 39.84 xwecranun-Adresse: Autorevue, Bern Strassenprojekte und Strassenprogramme Wie wir bereits in Nr. 48 der« Automobil- Revue » dargetan haben, fehlt es in den Kantonen nicht an gutem Willen und an der Einsicht, die Strassenbauten nach Kräften zu fördern. Ganz besonders scheint man in den kompetenten Kreisen der Gebirgskantone unsere Ansicht zu teilen, dass mit dem Bau von Alpenstrassen schon eine wesentliche Gebirgshilfe durchgeführt werden kann. So steht auch der Kanton Wallis im Begriff, mit Bundeshilfe eine ganze Reihe von Strassen zu bauen, um das Rhonetal mit den Seitentälern und den abgelegenen Bergdörfern zu verbinden. Eine Verordnung fasste die Erstellung von 33 solcher Strassen in der Zeit vom November 1927 bis 1929 ins Auge. Die in Betracht fallende Totallänge beträgt 238 Kilometer. Die Totalkosten belaufen sich nach Voranschlag auf 13,168,000 Fr., wovon sich der Staat zu 5,656,547 Fr. verpflichtet hat. Nun befindet sich der Kanton allerdings in einer gewissen Zwickmühle. An die 5,6 Millionen Fr. fehlen ihm rund 2,1 Milionen Fr., und deshalb stellte man sich die Frage, ob es nicht besser wäre, weniger Projekte aufzustellen und sich nach der Decke zu strecken, oder noch zwei weitere Millionen zu entleihen und den Bau dieser Strassen zu zu beschleunigen. Auch die Walliser werden es nicht allen Leuten recht machen können. Dagegen ist doch zu betonen, dass gerade die in der letzten Zeit vielfach vorgekommenen Dorfbrände und die Unmöglichkeit, ihnen rasch beizukommen, den Staat zum Bau von Strassen zwingen. Die Maultierpfade gentigen heute nicht mehr. Sie mögen idyllisch sein, der Naturfreund mag sich für sie begeistern, aber wenn oben das Dorf brennt oder Wassernot ist, oder ein Schwerkranker oder ein Schwerverletzter in ein Spital hinuntergeführt werden sollte, dann hört eben der idyllische Traum auf und wohl kein einziger Bewunderer des idyllischen Wallis wäre bereit, das Berglerleben führen zu müssen, das vielen Bergbauern des Wallis als Los zugefallen ist. Es wäre deshalb wirklich schade, sollte der vor kurzer Zeit eingesetzte Schwung bei den massgebenden Behörden F E U I L L E T O N Die blaue Wand Von Richard Washburn ChM. des Kantons erlahmen, was wir zwar nicht glauben wollen, 4a kein Geringerer; als der gegenwärtige Präsident des Grossen Rates, Herr Ingenieur Couchepin, zugleich auch Präsident der Kommission ist, die sich mit allen diesen Neubauten zu befassen hat. Ueber die Notwendigkeit der neuen Strasse Sitten-Montana ist man geteilter Auffassung. Auf der einen Seite betont man, dass die vom Grossen Rat voreilig beschlossene Fahrstrasse keine der Bedingungen erfülle, unter denen die grossen eidgenössischen und kantonalen Subventionen zu. gewähren sind. Die von dieser Strasse beführten Gemeinden seien schon durch eine Fahrstrasse mit dem Tal verbunden. Zudem besitze Montana-Vermala eine Drahtseilbahn und eine Fahrstrasse nach Siders. Auf der einen Seite wird betont, dass gerade diese Strasse den heutigen Verkehrsanforderungen nicht mehr entspräche, weder in der Anlage noch im Unterhalt, während die Notwendigkeit der neuen projektierten Strasse nach allen Teilen begründet sei. Die Lokalpolitik wird auch im Wallis eine grosse Rolle spielen; dagegen glauben wir nicht,: dass der Grosse Rat auf diesen Besehluss zurückkommen wird, um so mehr, da' auch der Bundesrat mit dem Bau der Strassesich einverstanden erklärt hat. j, Auch im.Kanton Tessih will man 1 sich forscher hinter den Ausbau des Stfässennetzes wenden. Wer die Tessiner Strassen kennt, wird sich daröb nicht wundern. Die armen Tessiner waren leider nicht-in der Lage, ihr Geld ohne weiteres auf dieStrasse zu legen. Allein, auch sie haben sich von der Wirtschaftlichkeit guter Strassen überzeugt, und so sollen in einem neuen Gesetz über Bau: und Unterhalt der Kantonsstrassen die sogenannten Bezirksstrassen miteinbezogen werden, wobei man eine Modernisierung des ganzen tessinischen Strassennetzes, •. soweit sie Ortschaften miteinander verbinden, im Auge hat. Im Kanton Solothurn ist man vorbildlich an der Arbeit. Ja, man ist sogar schon so weit, die bis vor kurzem zu Recht bestehenden Autorisierte TJebersetzung aus dem Amerikanischen vaa Läse Landau. (Engelhorna Romaubibliothek.) (8. Fortsetzung) Ich könnte heute nicht mehr sagen, weshalb die blosse Erwähnung des phantastischen Namens eines automatischen Schachspielers in mir ein eigentümliches Unbehagen hervorrief — etwas wie eine aufregende Ahnung. Ich gebe im allgemeinen nichts auf die sogenannte Warnung einer inneren Stimme. Und doch vermute ich, dass der Richter einen fragenden Ausdruck in meinem Gesicht wahrnahm, denn er zog seine grosse, altmodische, goldene Uhr hervor, die er zusammen mit seinen Schlüsseln, in der Hosentasche trug. «Wir wollen bei ihm vorsprechen,» meinte er.