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E_1930_Zeitung_Nr.055

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Diese seif 25 Jahren

Diese seif 25 Jahren unveränderte Kühlerform, in fünf Erdteilen das Währzeichen des schönsten und bcsfcn Automobils, versinnbildlicht den Arbcifsgrundsafz Packards: Beibehaltung der bewährten Konstruktionsgrundlagen und der klassischen Linien bei stets bahnbrechender Nutzbarmachung der neuesten Erfindungen für den Automobilbau. Die Richtung, die der Packard - Konstrukteur einschlug, war stets diejenige, auf der spater alle andern nachzufolgen suchten. Der zuerst von Packard gebaute, inzwischen weltberühmt gewordene 8 Cylindcr Linienmofor ist konstruktiv die konsequente Weiterbildung des altbewährten Packard- Sechscylinders. Kein anderer 8 Cylinder-Motor kann sich mit Packard an Einfachheit, Leistung und Zuverlässigkeit messen. Packard Centralschmicrung, Packard Hydraulische Sfossfänaer. diese bahnbrechenden, viel kopierten, aber nie erreichten Neuschöpfungen Packards, ferner die 1930 von Packard eingeführte verstellbare, dem Führer bequem anpassbare Steuerung, die sich glänzend bewahrt hat, vollenden die Ucbcrlcgcnhcif Packards aufs neue. Die Generalvertretung Packards für die Schweiz, seif vielen Jahren, das heissf seif überhaupt Packard in der Schweiz laufen, in derselben bewährten Hand, gewährleisten billigsten und promptesten Service. Der Packard-Käufer erwirbt nicht nur den erstklassigen Wagen: er hat dazu die Garantie, jederzeit eine mustergültige Spezialwerkstätte und ein einzict in seiner Art dastehendes Ersafzfeillaaer zu seiner Vcrfüauna zu haben. Die Packardwerke sind heute in der Laae, ihre hochwerfiaen Qualifäfsaufomobile serienmässia so vorteilhaft herzustellen und zu so niedriaem Preise zu offerieren, dass man mit Recht saaen kann: Der Käufer eines Packard erhält für seinen Kaufpreis einen Waaen. der beinahe den doppelten Werf der Kaufsummjb repräsentiert. WERNER RISCH, ZÜRICH

N° 55 — 1980 AUTOMOBIL-REVUE Fliegenlernen leichter als Autofahren lernen? Das ist wohl das letzte, was ein der Aviatik Fernstehender annimmt. Ein Flugschüler gilt in seinen Augen so als eine Art Akrobat und SeiltänzeT, auf alle Fälle als ein Wesen, das mit einer guten Dosis übermenschlicher Fähigkeiten behaftet sein muss, um an sein Ziel zu kommen. Er wagte nicht im entferntesten * zu hoffen, selbst einmal das Fliegen zu erlernen. Fragt man aber unsere Flieger, wie sich die Sache verhalte, so findet man gleich einen grossen Prozentsatz solcher, die die Frage mindestens für diskutabel halten. Andere sogar geben unumwunden zu, dass Fliegen lernen in gewissen Hinsichten leichter sei als Autofahren lernen, jedenfalls lange nicht so schwer, wie man es sich allgemein vorstellt. Eines ist sicher: Man braucht dazu nicht prädestiniert zu sein, es ist ..durchaus nicht notwendig, dass man schon als halber Vogel das Licht der Welt erblickt„iiat. Diese Vogelartigkeit lässt sich vielmehr dort, wo sie nicht schon zufällig vorhanden ist, durch Studium, Training und Gewohnheit in mehr oder weniger hohem Grad erwerben. Mit 15 Stunden Fliegerschule ist es sehr wohl möglich, soweit Fliegen zu lernen, dass man sich das Brevet erwerben kann. Wie mancher Automobilist braucht aber weniger Zeit, um bis zur Fahrprüfung zu gelangen ? Was das Fliegenlernen heute noch viel schwerer erscheinen lässt und tatsächlich vielfach auch erschwert, das sind die falschen Vorstellungen und die Hemmungen, die der Flugschüler mitbringt. Die ganze nichtfliegende Menschheit steht ja heute unter =dem suggestiven Bann der Presse-Flugunfall- Berichterstattung, einer «Flugunfall-Propaganda » wie man sie nicht wirksamer denken könnte. , Es gibt eine bekannte Fabel, wonach ein Tausendfüssler gefragt worden sei, wie er es eigentlich mache, um beim Gehen immer die richtigen Füsse zu bewegen. Der Tausendfüssler soll von diesem Moment an nicht mehr fähig gewesen sein, sich auch nur von der Stelle zu rühren. Wie oft beobachtet man auch im täglichen Leben, dass einzig das Bewusstsein, dass eine Sache; schief ..gehen kann oder schwierig ist, diese Sache wirklich schief gehen lässt oder schwer durchführbar' macht. Welches ist der 'Hauptgrund, dass ein Mensch, den man ins Wasser wirft, nicht unbedingt schwimmen kann wie die meisten andern Lebewesen mit gleichem spezifischem Gewicht? Nicht die Unkenntnis der Schwimmbewegungen, sondern die lähmende Angst, er könnte jetzt ertrinken. Sehr bekannt ist auch das Beispiel des angehenden Radfahrers, der auf menschenleerer, breiter Fahrbahn schon ganz sicher fährt, bestimmt aber die erste Gelegenheit erfasst, um beim Auftauchen eines Hindernisses scheinbar mit Gewalt in dieses hineinzufahren. Wenn wir gerade beim Radfahren sind, so wollen wir einen Vergleich berühren, der manchmal in bezug auf diese Fortbewegungsart und das Fliegen gemacht worden ist. Das Fliegenlernen wurde mit dem Radfahrenlernen verglichen, weil es in beiden Fällen darauf ankomme, sich ein gewisses Gleichgewichtsgefühl anzueignen. Für das Radfahren ist das Gleichgewichtsgefühl zweifellos absolutes Erfordernis. Der Radfahrer muss instinktiv merken, ob sich seine Maschine nach der einen oder andern Seite neigen möchte, und er muss, bevor diese Neigung zu gross geworden ist, durch reflexmässig rasches Betätigen der Lenkung dem Fall entgegenwirken. Ist das Gefühl noch nicht recht entwickelt, so werden die Verschiebungen des Schwerpunktes zu spät bemerkt, der «Korrektur-Reflex» tritt ebenfalls nur mit Verspätung ein und so entsteht eine Zickzackfahrt vom einen Strassenrand zum andern. Gewiss bedeutet ein instinktives Gleichgewichtsgefühl auch beim Fliegen einen Vorteil, aber es ist doch nicht unbedingt erforderlich. Der Vergleich stimmt also gerade Im wesentlichen Punkte nicht. Der Unterschied röhrt daher, dass das Fahrrad sich mit' seinem Reiter in einem labilen Gleichgewicht befindet, das Flugzeug dagegen, je besser es Ist, in Indifferentem bis stabilem Gleichgewicht. Ohne Gleichgewichtskorrekturen ist beim Fahrrad ein Fall unvermeidlich. Viele mor derne Flugzeuge sind dagegen schon so stabil, dass sie ohne Berührung der Steuer fast beliebig lange geflogen werden können. Durch Böen kann ein solches Flugzeug wohl vorübergehend aus seiner Nofmallage gebracht werden, aber es pendelt sich flanach immer wieder in die Normällage ein, selbst wenn man nichts dazu tut. In dieser Hinsicht ist also sogar , Fliegen leichter als Radfahren. Vergleichen wir das Fliegenlernen mit dem Erlernen des Autofahrens. Der Autofahrer Noch ist die Grimselstrasse nicht schneefrei und schon wagt sich ein Auto durchs Im Gebiete des St. Barthelemybaches: Die Bahnreisenden durchqueren zu Fuss das Geröll. glaubt vielfach darin eine Erschwerung des Fliegens erblicken. zu müssen, dass man bei diesem sich die einzelnen Handlungen nicht lange überlegen könne. Kann er das denn beim Autofahren? Gerade hier, vor allem beim Fahren in der Stadt, ist er viel häufiger vor Verkehrssituationen gestellt, die ein blitzschnelles Handeln erfordern. Der Autler: «In gefährlichen Situationen kann ich aber einfach anhalten und das Weitere abwarten, was dem Flieger unmöglich ist!» Nun, für den Flieger fehlen dafür "fast alle solchen Gefahrsituationen, es Jehkn, die Kinder, die I Verkehrseröffnung und Verkehrsunterbruch II suffit de quelques secondes pour essayer un gant, mais pour appretier • uii carburateur carbu peut vous fournir un ä l'essai pendant un mois. I plötzlich über die Strasse springen, die Fahrzeuge, die aus Nebengassen hervorschiessen und denen man beständig ausweichen muss, die unübersichtlichen Kurven, die unberechenbaren Fussgänger. Befindet sich das Flugzeug einmal in genügender Höhe über dem Boden, dann kann es — ein geeigneter Typ natürlich vorausgesetzt -r- auch ein Anfänger schon nach kuri&r Zeit allein führen. Er braucht hur Zu mssen, dass es durch feines. Betätigen der TeSfale auf dein richtigen Kurs* und durch (•Anziehen oder Drücken des Steuerknüppels eu ll faut l'avoir essaye* sur un certain nombre de kilometres. Rappelez-vous que Veillez dcmander ä votre garagiste les conditions d'essai gratuit svpl. Agence generale suisse: Henri Bachmann nenne Tu.: 48.42 48.43 48.44 Geneue 9, Place des Eaux-Vives Til.: 25.641 Menschenkraft und Sonne räumen täglich mehr mit dem Schnee auf. Die mit Schlamm und Geschiebe überdeckte Kantonsstrasse St.Maurice- Evionnaz. H •••••••••••••••••" in der richtigen Längslage zu halten ist. Für die. Betätigung dieser Steuer ist kein reflexmässig rasches Handeln notwendig. Man hat Zeit, sich die Handlung zu überlegen, man hat sogar Zeit, Fehlhandlungen an ihrer Wirkung zu erkennen und zu korrigieren, wenn einem der Lehrer nicht zuvorkommt. Vom Flugschüler wird vorläufig fast nur Schärfung des Beobachtungsvermögens verlangt. Der Zögling muss durch Visieren mit dem Horizont oder geeigneten Fixpunkten erkennen lernen, in welcher Lage die Maschine in der Luft hängt. Die Automatisierung der Steuerbetätigung stellt sich dann mit der Zeit fast von selbst ein. «Verstand» und «Gefühl». i Was allein den «Verstand» übersteigt;das ist die Landung. Warum? Weil dem Flugschüler hier noch dasjenige auf Erfahrung gegründete Beobachtungsvermögen fehlte das wir «Augenmass» nennen, und weil er, die Eigengeschwindigkeit und' Sinkgeschwindigkeit noch nicht genügend genau abzuschätzen weiss. Er -gerat dann leicht über den Landungsplatz hinaus oder kommt zu früh! zu Boden, ähnlich etwa.wie sich der noch unerfahrene Automobilist im notwendigen Bremsweg oder beim Heranfahren an das Trottoir im Abstand irrt. ; Durch fortgesetztes Ueben können sich jedoch dieses Schätzungsvermögeh auch Leute erwerben, die sonst wenig « Gefühl > haben. Wäre das Fliegenlernen wirklich so schwierig, wie man es sich vielfach noch vorstellt, dann hätte die Luftfahrt noch lange nicht den heutigen Entwicklungsstand erreicht. Man" bedenke, dass die Gebrüder Wright und alle die andern Pioniere jeher Jahre ja ganz auf ihre eigenen Flugversuche angewiesen waren, und dazu noch mit Apparaten, die, verglichen mit den modernen Schulflugzeugen, wahre Selbstmordwerkzeuge waren. Heute dagegen wird der Zögling kui allen seinen Flügen vom Fluglehrer begleitet. Er braucht zuerst nur zu beobachten, wie es der Lehrer macht, kann dann nach undfiach airl Doppelsteuer die Führung übernehmen, zuerst in den leichten, dann in schwierigeren Situationen, immer aber unter der Obhut eines erfahrenen Piloten, der eingreifen wird, wenn gröbere Fehler gemacht werden sollten. Beim Erlernen des Autofahrens sind die Bedingungen meist nicht annähernd so günstig. Der Schüler ist hier viel mehr aufs Probieren angewiesen; er steht unter dem verwirrenden Einfluss des übrigen Verkehrs rings um ihn herum, und vielfach ist der Leh- '' rer selbst auch alles andere als ein guter l Fahrer. Mit all dem soll nun natürlich nicht gesagt sein, dass jeder Automobilist, der sich das Fliegen zu Hause im Lehnstuhl einpaukt, sofort auch praktisch fliegen kann, wie es etwa (angeblich wenigstens) Levine getan hat. Wenn diese Zeilen aber etwas dazu beizutragen vermögen um falschen Vorstellungen und vor allem der ungerechtfertigten Scheu vor dem Fliegen entgegenzuwirken, so haben sie ihren Zweck erfüllt. -s.