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E_1930_Zeitung_Nr.053

E_1930_Zeitung_Nr.053

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anzunehmen, dass sie sich nicht ohne weiteres mit""der sie"in "ersfeF"Linie scHadlge'n-' den Sachlage abfinden werden, und dass die getroffene Prohibitiv-Massnahme Amerikas vielleicht nur auf eine kurze Dauer aufrechterhalten bleiben kann, oder im eigenen Interesse der amerikanischen Volkswirtschaft, sofern die von einsichtigen Amerikanern prophezeiten Schäden am eigenen Leib eintreten, in kürzester Frist verschwinden wird. Obwohl nicht ohne weiteres anzunehmen Ist, dass Präsident Hoover von seinem Rechte sofort Gebrauch machen wird,, einzelne Zolk sätze bis zu '50 Prozent herauf- oder herab-; zusetzen, so darf doch "damit gerechnet werden, dass nach dem unabänderlichen stärksten wirtschaftlichen Gesetze von Angebot und Nachfrage das, neue. .Zollgesetz dei Ver-'; einigten Staaten ,bald, einmal durchlöchert sein dürfte. Wir sind die Letzten, welche die Auffassung vertreten möchten, dass'wir uns in wirtschaftlichem Kampfe einfach unterkriegen lassen sollen, und dass wir den Amerikanern nur mit. Kratzfüssen gegeriübertreten müssten. Was sich beispielsweise in stfate-, Starker Rückgang der Einfuhren. — Rund eine Million Zunahme der Ausfuhren. Die Ergebnisse des Monats Mai 1930 sind Wandlungen der Zollpolitik kühlen Herzens, insofern überaus interessant, als gegenwärtig auf dem "Weltmarkt bedeutende Spanden sich andere Weg© finden, di© d©m be- aber mit wachen Sinnen gegenüber. Es wernungen herrschen. Die Schwankungen auf drängten Handel und den notleidenden Industrien zu neuem Wohlstand verhelfen. Zu- den internationalen Märkten spiegeln sich diesmal in ausserorderitlichem Masse in den dem ist ja unser Markt zu klein, als dass irgend welche Repressalien auf dem Welt- Ziffern unserer Motorfahrzeug-Aussenhandelsbilanz wieder. Seit dem Jahre 1925, d. h. seit markt Erfolg hätten. dem Zeitpunkt da unsere Oberzolldirektion Und die Benzineinfuhr? regelmässige statistische Monatsbroschüren Zum eigentlichen Thema zurückkehrend, über den Aussenhandel erscheinen lässt, sind stellen wir vorläufig einen sichtlichen Rückgang unserer Einkäufe aus Amerika fest. Veränderungen wie in den Ergebnissen vom Mai nur zweimal vorgekommen, nämlich in Aber auch die Benzineinfuhr von amerikanischen Quellen zeigt eine ganz leichte Ver- den Jahren 1926 und 1928. Gegenüber dem Vormonat April 1930 konstatieren wir eine um 1,304,591 niedrigere hend die Ziffern von 1925, dem Jahre da minderung. Wir veranschaulichen nachste- Einfuhrzahl. Vergleicht man ferner die Einfuhrziffer der letzten sechs Jahr©, so ergibt diese Statistik existiert bis heute, immer für den Monat Mai : 'sich daraus eine ungewöhnliche Verminderung für den Monat Mai 1930, Wir lassen 1926 3.301.950 kg 1929 8.797.431 ig 1925 3.292.788 kg 1928 5.605.046 kg nachstehend die Oesamtein- und Ausfuhrziffern der Jahr© 1925—30 folgen : Bis 1930 ist eine fortwährende, meistens 1927 4.392.255 kg 1930 8.603531 kg Jahr Einfuhr Ausfuhr progressiv© Zunahm© erkenntlich, die aber, 19g5 6.086.023 ; 615.905 im Mai plötzlich in eine Abnahme umschlägt. 1926 ... 9.364390 558.447 Die Bedeutung der Abnahm© des amerikanischen Einfuhrkontingentes fällt erst recht tn 1,927 7.983.976 341.247 iS28 9.5-77.767 1.789.312 1029 9.455.S94 1.624.806 die Augen, wenn wir auch die Total-Volumenziffern wiedergeben, die für den Monat 1930 7.652,224 2.557.695 Unser Hauptlieferant. Mai 1925 bis 1930 errechnet wurden : Auffallend ist das Zurückgehen des Kontingentes der Vereinigten Staaten von Ame- 1926 7.762.766 kg 1929 13.125.540 kg 1925 5.330.369 kg 1628 10.076.864 kg rika um einen Viertel. Nachstehend veröffentlichen wir zum Vergleich noch die Mai- Wer profitiert? 1927 8.544.241 kg 1930 14436.603 kg Wenn nun einerseits das amerikanische . Benzineinfuhrkontingent zurückgegangen ist und anderseits die Totalziffer der Benzineinfuhr stieg, so müssen andere Benzinlieferanten eine Vermehrung ihrer Lieferungen zu verzeichnen haben. Tatsächlich nahmen die Einfuhren aus Persien, Mesopotamien, Rumänien und Russland zu, was die nachfolgende Tabelle kundgibt: einfuhren unseres Hauptlieferanten, den Vereinigten Staaten : 1925 2.030.770 1928 5.937.459 1926 3.982.697 1929- 5.267.626 1927 3.452.411 1930 3.922.919 Gegenüber dem Mai 1929 ist ein brüsker Rückgang zu erkennen, der wahrscheinlich zur Hauptsache mit den Vorgängen in der Zollpolitik von Amerika und Europa zusammenhängen. Man darf diesen Rückgang des amerikanischen Einfuhrkontingents mit Repressalien in Verbindung setzen, die von einzelnen Autokäufern ausgeübt werden. In diesem Zusammenhange erinnern wir an die verschiedenen Protestversammlungen einzelner Industrien unseres Landes, welche in den ersten Tagen des April in Biel, St. Gallen und Genf stattfanden. Einzelne Verbände der geschädigten Industrien empfahlen ja den Angehörigen, davon abzusehen, amerikanische Automobile und amerikanisches Benzin zu kaufen. Wurde eigentlich diese inoffizielle Order befolgt ? Es ist nur aus diesen vorliegenden Ziffern schwer zu sagen, welchen Einfluss dieselbe auf den Markt ausübte. Schließlich sind auch die Ergebnisse des Mai ungenügend, um eine umfassende Feststellung der Auswirkung erkennen zu lassen. Wir glauben auch nicht, dass man bei uns den Kopf-verlieren und dieser Order allgemein folgen würde. Stehen wir den Echo der Autavia Basel. Die Equipen bei den orientierenden Besprechungen. sichts_ der. schweren Situation, die jedem gjsch-militärischef Einsieht Immer wieder' als Wahrheit erwiesen hat, dass nämlich derjenige mit' den stärkern Nerven zuletzt stets obenauf geschwungen hat, gilt auch auf wirtschaftlichem Gebiete. Heute, ange- Scfiweizerblrgerzu "denken geben muss, gilt es, 'die klare Ueberlegung und die ruhigen , Nerven; nicht zu verlieren und Vorteil gegen Nachteil Zug um Zug abzuwägen. Die zahlreichen, aus allen Ländern Europas ein-: setzenden Proteste und Massnahmen gegen j den Beschluss des amerikanischen Bundes- J Senats und der Repräsentantenkammer werden in Amerika kaum ohne Wirkung bleiben. Nachdem aber der Entscheid gefallen ist, bleibt unserem Lande wohl kein anderer Weg' mehr,offen, als der einer gemeinsamen Besprechung sämtlicher schweizerischen, Interessenten.' Wir dürfen deshalb vielleicht die Erwartung aussprechen, dass von selten des schweizerischen Volkswirtschaftsdepartements die dazu berufenen Vertreter un- 'serer Industrie und Handels zu einer Besprechung elrigelad^n'werden, um Massnahmen ins Auge zu fassen, wie wir der geschaffenen Situation am besten entgegentreten können. , Der amerikanische Automobil-Import ist idabef einer der wichtigsten Komponenten unserer Einfuhr-Rechnung; es muss der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, dass diese Position nicht als Prellbock benutzt wird, wobei letzten Endes der Automobilist, wie schon so manches Mal, den Hauptteil der Zeche zu zahlen hätte. Unser Aussenhandel in Motorfahrzeugen Jahr 1925 1926 1027 1928 1929 1930 Persien, Mesopotamien 578.312 kg 1.345.351 kg Rumänien 64.560 kg 14.600 kg 1.855.728 kg 235.035 kg 3.599.181 kg 526.445 kg 2.950.114 kg 862.918 kg 1.050,220 kg 147.576 kg 221.170 kg 70.710 kg 103.610 kg 3.198.395 kg 1.545.072 kg 733.170 kg Dabei fällt allerdings eine Bewertung der russischen Einfuhren ausser Betracht, da sich in diesen Ziffern ganz unmotivierte Schwankungen zeigen. Bei Rumänien, wie auch bei Persien und Mesopotamien stösst man auf eine reguläre Zunahm© der Einfuhrziffern. Warten wir di© Ergebnisse des nächsten Monates ab, in dem sich die Einflüsse der Zollpolitik auf dem Weltmarkt klarer zeigen werden. •Nachdem wir über die allgemein© Lage kurz orientiert haben, geben wir nachstehend die Detailziffern zur Einfuhr und Ausfuhr von Motorfahrzeugen wieder. AUTOMOBIL-REVUE 1930 Bussland (Schluss Seite 5) Sportnachrichten Bergprüfungsfahrt Rheineck—Walzenhausen. Das Reglement Das soeben erschienene Reglement über die Bergprüfungsfahrt Rheineck-Walzenhausen-Lachen gibt in gewohnter zuverlässiger Weise Auskunft über die Einzelheiten der Veranstaltung. Als Leiter des Rennens fungiert Herr T. Walser, Präsident der Sektion St. Gallen-Appenzell des A. C. S. Als Delegierte der nationalen Sportkommission wurden abgeordnet die Herren Lumpert von St. Gallen und E. H. Thommen von Bern. Die Zeit messen Herr E G. Bricger, der offizielle Chronometreur des A. C. S., und Herr E. Boppart. Die Abnahme der Fahrzeuge findet Samstag, den 28. Juni, bei der Waage in Rheineck siztt. Sonntag, den 29. Juni, besammeln sich sämtliche Konkurrenten um 8.30 Uhr auf dem Parkplatz zur Empfangnahme der Wagen und Erteilung der letzten Instruktionen. Um 10 Uhr beginnt die Bergprüfungsfahrt für Motorräder, um 10.30 Uhr für Automobile. Ab 9 Uhr ist die Bergstrecke für jeden Verkehr vollständig gesperrt. Nach dem Rennen findet in der « Rheinburg» ein Bankett statt, dem die offizielle Preisverteilung folgt. Der stehende Start ist beim c Hecht» in Rheineck. Als Ziel gilt der Dorfeingang bei Lachen. Die Fahrzeuge haben Im ganzen eine Höhendifferenz von 433 m zu fiberwinden, wobei die durchschnittliche Steigung auf der 6,5 km langen Strecke 11% beträgt. Zum Rennen zugelassen sind Renn-, Sportund Tourenwagen. Bei den Rennwägen gibt es keine besonderen Vorschriften in bezug auf Motor. Karosserie oder besondere Zahl der Mitfahrenden. Das Gewicht der Sportwagen ist nicht vorgeschrieben, hingegen haben diese von einem Zylinderinhalt von 1100 cem an zwei Personen mitzuführen. Bei den Tourenwagen müssen von 750 cem Zylinderinhalt an mindestens zwei, von 1500 cem an drei, von 2000 cem an vier und von über 8000 cem an mindestens sechs Personen mitfahren. Jeder Fahrer, der die Strecke Innert zehn Minuten bewältigt, erhält einen Preis. Ausserdem werden Speziaipreise ausgeschrieben für: 1. die beste Zeit jeder Kategorie (Touren-, Sport- und Rennwagen) und 2. die beste Zeit einer Dame. Die Probefahrten finden am Freitag, den 27. Juni, von 5—8 Uhr und 18—21 Uhr statt, am Samstag, den 28. Juni, von 5—8 Uhr. -oll- Das Bergrennen der Gruyere. (13. Ml 1930.) Das Reglement für unser drittes nationales Bergrennen, für die Coupe de la Gruyere, ist soeben erschienen. Wie bekannt, wird es von der Sektion Freiburg des A. C. S. organisiert und findet auf der Rennstrecke des Jaunpasses statt. Die Strecke misst sechs Kilometer, wobei eine Höhendifferenz von 485 Metern zu überwinden ist. Der Start liegt auf 1023 Meter Höhe, das Ziel auf 1508 Metern. Es sind bei diesem Rennen alle Inhaber der internationalen Rennlizenz 1930 zugelassen. Wie bei allen nationalen Rennen der Schweiz, können drei Kategorien von Wagen teilnehmen. In der Remkategorle ist weder ein Gewicht noch ein Passagier vorgeschrieben. Bei den Sportwagen besteht die Vorschrift, dass bei allen Zylinderinhalten über 1100 cem zwei Personen fahren müssen, wobei der Passagier aber auch durch Ballast von 60 Kilogramm Gewicht ersetzt werden kann. Bei den Tourenwagen kommen nur Serienwagen in Betracht, die den schweizerischen Verkehrsvorschriften entsprechen. Von 750—1500 cem müss ein Passagier mitgeführt werden, von 1500—2000 cem zwei Passagiere, darüber hinaus bis 8000 cem drei Passagiere, wobei wiederum die Mitfahrer durch Ballast ersetzt werden können. Die Preise. Es ist mindestens ein Preis auf drei Fahrzeuge der gleichen Klasse vorgesehen. Folgende SpezialPreise werden verteilt: 1. Spezialpreis für die Bestzeit jeder Kategorie. „ . _ 2. Spezialpreis für die beste Zeit des Tages. , . 3. Spezialpreis für die beste Zeit der Amateure in der Touren- und Sportwagenkategorie. 4. Damenpreis. 5. Spezialpreis für den besten Falirer, der. der Sektion Freiburg angehört. Die Anmeldungen sind an das Organisationskomitee tHerr E. Qlasson, Bulle) zu richten. Als letzter Meldungsschluss gilt der 7. Juli, 17 Uhr. Nach diesem Datum werden Anmeldungen unter keinen Umständen mehr berücksichtigt. Die Nenngebähr beträgt 80 Fr. für Touren-und Sportwagen und 140 Fr. für Rennwagen. Die Hälfte dieser Gelder wird den startenden Konkurrenten zurückvergütet. Die Abnahme der Wagen ist auf den 12. Juli, von 14 bis 17 Uhr, festgesetzt, worauf diese in den geschlossenen Park verbracht werden. Das Rennen erfolgt mit stehendem Start in gleichmässigen Abständen. Ueberholen ist nur auf gerader Strecke erlaubt. Die Versuchsfahrten sind am Samstag, den 12. Juli, zu unternehmen. Die genauen Stunden werden noch bekannt gegeben. mf. Das Klausenplakat. Nachdem nun zwei Jahre hintereinander die uns allen noch bekannte Reklame des Neuenburger Graphikers Coulon für das Klausenrennen in der Schweiz und im Auslande geworben, hat dieses Jahr das Organisationskomitee ein neues Plakat erscheinen lassen. Es ist ein Dreifarbendruck von Wolfensberger, Zürich, nach einem Entwurf des Berner Kunstmalers E. Ruprecht, und stellt eine Abstraktion des Klausenrennens dar. Ein Rennwagen in rasender DAS BIRGRENNE EUROPAS. VIII. INTERNATIONALES N« 53 9.10. AUGUST 1910 Fahrt, auf der sich in vielen Kehren zur Höhe windenden Strasse. Im Hintergrund türmen sich die Berge in die Höhe, blau auf gelbem Grund. Der Text ist aufs Minimum beschränkt und schliesst, in Rot und Gelb, das Plakat nach unten ab. Rechts oben in der Ecke das Wort «Schweiz». Es dürfte wohl gesagt werden, dass die Lösung etwas konventionell und nicht ausgesprochen graphisch ist. Doch dieses Jahr trägt alles den Stempel der Eile. Das Rennen hat lange als Projekt in der Luft geschwebt, so dass die» Organisationen nicht mehr viel Zeit in Anspruch nehmen dürfen. Schon in diesen Tagen wird dieses neue Propagandaplakat an den Säulen und Wänden angeschlagen. Hoffen wir, dass es viele Zuschauer an die Berghänge des Klausenpasses hinauflockt. Eine kleine Nachlese zur Basler Autavia und Ballonfuchsjagd 1930. An beiden Sportanlässen haben sich eingeschrieben: 22 Piloten, 22 Beobachter, 44 Autoführer, 44 Verbindungsmänner, 1 Fuchsballonpilot und 32 Verfolger, also total 165 Konkurrierende. Dazu kommen 44 Autaviakommissäre, 6 Jurykommissäre, 30 Militärfunker, 22 Fiiegerpioniere, 8 Sanitätsleute und endlich 25 Mitglieder des Organisationskomitees, also ein Gesamtaufwand von 300 Personen, die mit der Veranstaltung direkt zu tun hatten. Ausser diesen 300 Akteuren wurden registriert: 72 Automobile für' Konkurrenten, 8 Autos für technische Einrichtungen, 22 Flugzeuge und 4 Freiballone. Am Festabend im Sommerkasino haben sich 295 Personen eingeschrieben; zur Verteilung gelangten 75 Einzelpreise. Welche Arbeit eine solche Veranstaltung für das Organisationskomitee bedeutet, vermögen die Mitglieder der veranstaltenden 3 Verbände A. C. S., S. Ae. C. und Avia aus den vorstehenden Zahlen ersehen. Fahrvorschriften auf Bcrg-Posfstrassen. Der heutigen Gesamtauflage liegen die von der eidg. Oberpostdirektion neu herausgegebenen Fahrvorschriften auf Bergstrassen bei, welche der besonderen Aufmerksamkeit unserer Leser empfohlen, werden. Die Red.

53 - 1930 AUTOMOBIL-REVUb O^B» nacfasle Spovisonnia^ Europäische Bergmeisterschaft 1930. (29. Juni 1930.) Colle della Maddalena. Es geht allgemach "dem zweiten Lauf der europäischen Bergmeisterschaft entgegen, dem Rennen Cunes-Colle della Maddalena, von dem wir bereits in Nummer AI ausführlich gesprochen haben. Zum ersten Mal ist dieses Rennen, das heuer seinen vierten Geburtstag feiert, in den internationalen Sportkalender aufgenommen worden und gilt für die europäische Bergmeisterschaft. Wie aus beistehender Karte ersichtlich ist, hat die Strecke ihre ganz besonderen Eigentümlichkeiten. Sie ist mit ihren 66^ km Länge weitaus die längste Bergrennstrecke Europas und da sie wenig enge Kurven aufweist, auch eine der schnellsten. Die Höhendifferenz ist mit 1448 m ganz respektabel nnd übertrumpft sogar diejenige des Klausens. Dafür ist die mittlere Steigung verhältnismässig gering, beträgt sie doch nur 4,5 Prozent, während diejenige des Klausens 6,2 Prozent ausmacht. Teilnehmen können nur Sport- und Rennwagen, wobei die Klasseneinteilung wie folgt vorgesehen ist: Bei den Rennwagen gibt es zwei Klassen, je nachdem sie mehr oder weniger als 1100 ccm Zylinderinhalt haben. Die Sportwagen dagegen weisen drei Klassen auf, von denen die erste Wagen bis 1100 ccm umfasst, die zweite diejenigen bis 1500 ccm und die dritte die Wagen mit grösseren Zylinderinhalten. Gleichzeitig mit dem internationalen Rennen wird auch die italienische Meisterschaft für Renn- und Sportwagen ausgetragen. Der Start ist so vorgesehen, dass die Rennwagen vor den Sportwagen an die Reihe kommen, und zwar diejenigen mit den grössten Zylinderinhalten zuerst. Es werden nur Wagen gewertet, welche höchstens zehn Prozent mehr Zeit brauchen als der Sieger derselben Klasse oder höchstens 20 Prozent mehr als die in der gleichen Kategorie erzielte Bestzeit. Der Meldeschluss ist bekanntlich auf den 21. Juni festgesetzt. Der Gabentisch. Es sind insgesamt Preise für 110,000 Lire ausgesetzt, wovon 72,000 Lire auf die Rennwagen entfallen. In dieser Kategorie erhält der Erste 20,000 Lire, der Zweite 15,000, der Dritte 10,000, der Vierte 6000 und der Fünfte 4000 Lire, wozu noch Speziaipreise für die Wagen unter 1100 ccm kommen. In der Sportkategorie erhält der Erste jeder Klasse 4000—5000 Lire, die andern Preise sind entsprechend abgestuft. Ausserdem erhält der schnellste Fahrer einen Speziaipreis von 4000 Lire. Neben den Barpreisen gibt es auch, wie wir bereits mitteilten, Ehrenpreise, die vom König von Italien, vom Kronprinzen, von Mussolini, von Turati, vom italienischen Auto- Tnobilclub usw. gestiftet wurden. Da dieses grosse italienische Bergrennen dieses Jahr zum ersten Mal international ist, kann man sich auf einen Monsterbesuch sowohl der Zuschauer wie der Rennfahrer, wie auf ein allgemeines Rekordbrechen gefasst machen. Der gegenwärtige Rekord wurde von E. Gola mit 48 Minuten 20,4 Sekunden aufgestellt, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 83,16 km entspricht. Auf einer so raschen Strecke wie sie Cuneo-Colle della Maddalena darstellt, wird es sicher mehr als einem der -internationalen Rennfahrer gelingen, eine wesentlich höhere Leistung zu erzielen. Wenn dann die Resultate vorliegen, wird man auch bereits einen schwachen Ueberblick über die Aussichten der verschiedenen Bewerber für die Europa-Automobil-Bergmeisterschaft 1930 haben. Prüfungsfahrt der 24 Stunden in Le Mans. Als vor acht Jahren der Automobilclub des Westens von Frankreich seine erste bescheiden organisierte Prüfungsfahrt von 24 Stunden in Le Mans abhielt, dachte er kaum, dass diese Veranstaltung einmal einen ersten Platz im internationalen Kalender einnehmen »'erde. Und doch ist es so. gekommen. Die Rennwagen müssen während 24 Stunden die Rundstrecke von La Sarthe durchfahren und dabei minimale Geschwindigkeiten einhalten, die nach Zylinderinhalten abgestuft sind. Dieses Jahr ist das Reglement dahin »erweitert worden, dass neben den Konstrukteuren der Maschinen auch die Besitzer derselben mitfahren können. Sechs Nationen werden diesen Samstag und Sonntag das Rennen bestreiten, wobei die Franzosen punkton Beteiligung nicht einmal an die erste Stelle kommen. Jede Anstrengung wird gemacht werden, um den Rekord der längsten Strasser.strecke, die je in 24 Stunden durchfahren wurde, aufzustellen. Letztes Jahr wurde dieser Rekord mit 2843,83 km durch Barnato und Birkin auf Bentley aufgestellt, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 118,492 km entspricht. (Vor acht Jahren, als die Veranstaltung zum erstenmal durchgeführt wurde, war die entsprechende Leistung 2209,536 km, bzw. eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 92,064 Kilometer I) Nicht weniger als 27 Fabrik- und Einzelmeldungen liegen vor. Wir zitieren daraus die Namen von Rennfahrern wie: Birkin, Barnato, Chassagne, Mme Mareuse, Carraciola, ja sogar Campbell. Allen Anzeichen nach zu urteilen wird die Prüfungsfahrt von Le Mans dieses Jahr wieder ein prächtiges Treffen liefern, bei dem man sich auf allerlei Ueberraschungen gefasst machen darf. Allgemein werden die sechs Bentley als gefürchtete Gegner, ja als Favoriten betrachtet, aber von diesen sechs sind nur drei durch die Firma eingetragen worden, während die übrigen von Frl. Törothy Paget aus London angemeldet wurden. Die drei letztern Wagen sind dem englischen Rennfahrer Birkin anvertraut, der zusammen mit seinem Renngenossen, dem Franzosen Jean Chassagne, alles tun wird, um den Sieg an sich zu reissen und die drei Fabrikwagen, die unter Barnatos Leitung stehen, zu" schlagen. Anderseits sind die zwei Alfa Romeo- Wagen keine zu verachtenden Gegner, besonders da der eine davon durch keinen Geringeren als den früheren Weltrekordinhaber Campbell gelenkt wird. Unter den französischen Maiken steht Bugatti im Mittelpunkt des Interesses, aber auch die Marke Tracta, ein französischer Vcrderradantriebswagen, hat sich in letzter Zeit stark emporgearbeitet und ihre zwei Modelle werden ihre Farben scharf verteidigen. Die deutsche Marke Mercedes-Benz führt der berühmte Rennfahrer Caracciola ins Treffen. Die amerikanische Marke Stutz sendet zwei Wagen mit grossem Zylinderinhalt, welche bereist anderswo grosse Erfolge davongetragen haben. Anderseits erscheint ja Rudolf Caracciola mit seinem *littahrer Christian Werner, womit die grosse deutsche Firma wieder zum erstenmal an einem ganz grossen internationalen Rennen Frankreichs teilnimmt und durch Rennfahrer internationaler Klasse auf gute Platzierung hoffen darf. Grossem Interesse begegnet auch die neugegründete spanische Nationahnarke, Nacional Pescara, die mit vier Exemplaren aufrückt. Man muss sich auf Ueberraschungen gefasst machen. -o- Meldungen für Cuneo-Maddalena. Wie man hört, haben sich bereits eine Anzahl bekannter Fahrer für das Bergrennen angemeldet. Unter den letzten Meldungen befinden sich auch diejenigen von Nuvolari, Caracciola, sowie die unseres Landsmannes Pedrazzini, welcher eine Auburn-Cord fahren wird, -o- Hans von Stuck-Villiez auf Besuch in Zürich. Hans von Stuck, der brillante Rennfahrer, den man mit Recht den Meister des Bergrennens genannt hat, weilt zurzeit am Vierwaldstättersee in den Ferien: Er hat sie zwar für wenige Tage unterbrochen, um «rasch» als Weekend-Abwechslung das Kesselbergrennen zu fahren, wo er bekanntlich seinen letztjährigen Rekord ganz gewaltig verbesserte. Die Sektion Zürich des A.C.S., für dessen Sportleistung von Stuck «ein guter alter Bekannter» im besten Sinne des Wortes ist, hat es sich angelegen sein lassen, die angenehmen Beziehungen mit diesem Autosportsmann par excellence bei einem gemütlichen afternoon-tea enger zu gestalten und dem bedeutenden Gast auch ' ihrfc Sympathie und Anerkennung zu zollen. 450 Millionen KTT ETEK AUF ipp*d*Krifcn Die amerikanische Pickwick-St'ages-Bus Co., die grösste der Welt, verwendet für ihre Autobusse ausschliesslich Firestone Gum - Dipped - Reif en, weil sie den besten Service geben. Trotz teilweise schlechter Strassen-, Witterungs- u. Klimaverhältnisse sind Leistungen von 90,000 bis 112,000 Kilometer mit Firestone Gum-Dipped-Reifen erzielt worden. :: Mehr als 450 Millionen Kilometer haben Pickwick-Autobusse bis heute auf Firestone-Pneus zurückgelegt, ein beredetes Zeugnis für ihre hervorragende Klasse. 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Sein diesjähriges Sportprogramm ist zufolge seiner Bestreitung der Europa-Meisterschaft schwer beladen und führt ihn in fast alle Ecken Europas. Debütiert hat er dieses Jahr am Bergrennen in Zbrasla-Jiloviste, das für die europäische Meisterschaft zählt und wo er einen neuen Streckenrekord aufstellte. Von Zürich aus fährt Stuck gleich nach Italien, um das Maddalena vom kommenden Sonntag zu bestreiten. Dan» geht's nach England, wo am 12. Juli das Shelsley Walsh gefahren wird. Am 20. Juli wird er sich zum Eifelrennen stellen und im August sehen wir ihn dann am Klausen wieder. Ueber das Kesselbergrennen befragt, das er ja so virtuos fuhr, äusserte er sich vor allem sehr anerkennend über Stubers Leistung, welcher die zweitbeste Tageszeit aufstellte und Stucks letztj ährigen Rekord ebenfalls zu Fall brachte. Wir sprachen unser Erstaunen über die neue Rekordzeit aus, da man ja das letztjährige Ergebnis als nur sehr schwer zu überbieten einschätzte. Da meinte der Gast lachend: «Es ist immer das gleiche. Anfänglich glaubt man, es sei nicht mehr schneller zu machen und dann kriegt man doch wieder eine Sekunde oder zweie heraus!» Ueber die fast einzig dastehende Rennkarriere erfuhren wir durch Herrn Zoglauer von der Austro-Daimler-Vertretung, der die honneurs für die hiesige Vertretung übernommen hatte. Hans von Stuck beteiligte sich 1925 in Baden-Baden zum ersten Male aktiv an einer Rerinveranstaltung. Seither hat er an rund 180 Rennen teilgenommen und dabei nicht weniger als 150 Siege gebucht und die Rekorde gleich scheffelweise aufgestellt, stehen doch nicht weniger als etwa 120 Stuck'sche Rekorde zu Buch. Seit 1927 fährt er ausschliesslich die Marke Austro- Daimler, und zwar bedient er sich ständig des nämlichen im Jahre 1922 gebauten 3,5 Liter-Rennwagens. Es darf wohl als ein Erfolg des Fahrers und der technischen Leistungen der Fabrik gebucht werden, wenn es Stuck mit seinem an die 2000 kg schweren Wagen und ohne je mit einem Kompressor gefahren zu sein, gelungen ist, in manch heissem Wettstreit 1 gegen Konkurrenten obenauszuschwingen, deren Gefährt neuerer Konstruktion und mit Kompressor ausgerüstet war. Den Gruss des A.C.S. übermittelte der Präsident der Zürcher, Herr H. Hürlimann, und unterstrich, wie sehr man sich in Zürich immer gefreut habe, Hans von Stuck am Start unserer Rennen zu sehen. Er Oberreichte dem Gaste unter dem freudigen Beifall der Anwesenden als Memento den A.C.S.- Becher. Mit der launigen Bemerkung, dass er wohl schnell fahren, aber nicht reden könne, dankte der Gefeierte. Im Nu war die kurze Zeit des geselligen Beisammenseins vorüber und mit herzlichem Händedruck verabschiedete man sich gegenseitig mit einem «auf Wiedersehen am Klausen» und einem aufrichtigen Wunsche für eine weitere, dem sympathischen Fährer und der Fabrik zur Ehre gereichenden erfolgreichen Saison. b.