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E_1930_Zeitung_Nr.052

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ÄDTOWÖBIE-KEVUB

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Strandbad'Nummer Bern, Dienstag 17. Juni 1930 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 52 Hurra, Badesaison! Täglich wird die Frage aktueller, wohin in diesem Sommer die Reise gehen soll. Ihre Beantwortung wird in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle eine Preisfrage sein. Man veranstalte eine solche, um die Ansicht des Publikums kennenzulernen. Zunächst werden sich die Reiselustigen grundsätzlich darüber klar sein müssen, ob sie die Berge den Seen vorziehen, oder umgekehrt. Wer unterwegs geistige Anregung sucht, kommt hierbei leicht in Verlegenheit, denn auch im Hochgebirge kann das Niveau sehr flach sein. Den Frauen wird die Entscheidung der Frage wesentlich leichter. Diejenigen, die nichts anzuziehen haben, werden kleinere Gebirgsorte als Reiseziel wählen, während die See alle diejenigen Frauen bevorzugen dürften, die etwas auszuziehen haben. Wie alljährlich, rechnen die Besitzer der Hotels und Pensionen auch diesmal mit einer besonders guten Saison. Diese menschenfreundlichen Apostel der Gastfreiheit hoffen auf ein solches Gedränge, dass die Hoffnung für sie zur Verzwistung für die Reisenden wird. Etymologie der Ehe Man sass beim Mokka und bemühte sich, geistreich zu sein. «Woher kommt eigentlich das Wort E h e > ?, fragte die Hausfrau den Germanisten. «Nun, von dem Althochdeutschen Bwa, das vielleicht mit dem Sanskritwort Eva zusammenhängt. Im Altsächsischen vhiess es Eo — das Gesetz — und wurde im Mittelhochdeutschen abgeschwächt in Ewe>, dozierte der Professor. Alles hörte andächtig zn. Da erklang etwas schüchtern, fc&er doch vernehmlich, die Stimme der sehr" jungen und hübschen Gattin des Gelehrten: « Ich glaube, dass das Wort Ehe eine Abkürzung ist, wie ZIKA, MITROPA oder SBB.» ???? «Nun », meinte sie, ein bisschen wehmütig lächelnd, «Errare humanum est» (Irren Ist menschlich). FEUILLETON Die blaue Wand Von Richard Washbtcm Chüd. [Autorisierte Uebexsetzaag &va dem Amerik«ni*che:n van Läse Landau. (Engelhorns Romanbibliothek.) (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.') Dann aber gewann die Tatsache, dass sie so zu mir gesprochen hatte, zu mir, den sie erst seit kurzem kannte, eine neue Bedeutung. Ich glaubte zu erkennen, dass sie eine Art Schutzwall vor sich selbst errichten wollte, und dass sie durch ihre Abwehr eingestand, ihre Festungen seien zum erstenmal bedroht. Ihr hatte der Gegenstand der Unterhaltung freigestanden, und sie hatte es vorgezogen, nicht von allgemeinen Dingen, sondern von ihrer eigenen Person zu reden. Sie hatte es mit einer reizenden Befangenheit getan. Mir war, als läge die ganze Welt meines Glückes da ausgebreitet vor mir auf dem Schachbrett, auf das sich ihre runden, kräftigen Arme stützten, und zwischen den anmutigen Händen, deren vergeistigte Schönheit durch keinen Ring gestört wurde. «Der Richter ist zu beneiden», sagte ich endlich. Sie warf mir einen raschen Blick zu. « Wollen Sie, bitte, die hohen Fenster dort zumachen ? > fragte sie nach einer kurzen Strandbäder in der Schweiz! Freude am Schwimmen. Schwimmen und Baden sind so alt wie die Menschheit selbst. Schon Odysseus wird uns als kühner Schwimmer geschildert. Die Freude am Wasser war und ist im Menschen nun einmal tief verankert, man anerkennt denn V auch mehr als je das Schwimmen als einen Sport, der kaum in einer andern Form so viel Erholung und Befriedigung bietet. Der Freude am Schwimmen waren bis vor kurzem enge Grenzen gewiesen. Noch vor nicht allzulanger Zeit durfte man diesem Sport blossin abgeschlossenen Räumen frönen, in diesen dumpfigen Badanstalten mit vermorschten Balken. Wehe, wenn ein Blick einen Menschen erjagen konnte, der nur eine- Badehose tFUg! Die Zensur sperrte die Wasserbegeisterten in dunkle, abgeschlossene Holzkäfige, über denen als Warnungszeichen die Inschrift: «Nur für Männer» prangte. Die neue Zeit ist mit dieser etwas muffigen Moral abgefahren. Sie verlegte das Baden und Schwimmen dahin, wo es hingehört, in Sonne, Luft, Licht, helles, klares Wasser. •Pause, indem sie rückwärts ins Zimmer hineinwies. «Das Vorderhaus steht auf dem Niveau der Strasse; auf der Rückseite aber •liegt der alte Garten fast ein Stockwerk tiefer. Deshalb ist's hier, selbst an einem so sonnigen, millden Frühlingstag wie heute, immer ein wenig feucht.» Ich beeilte mich, ihrem Wunsche nachzukommen. «Da unten finden Sie ein Durcheinander von altmodischen Blumen in dem kleinen Hofgarten>, rief sie mir nach. «Mein Vater mag es gern so — grad wie Mutter es gern mochte. Und sehen Sie vor dem Fenster den Balkon mit den alten Wistariaranken!» «Und den Mond», fügte ich leise hinzu. Die Streiche, die uns das Schicksal spielt, oder wie man die sonderbare Fügung der Geschehnisse nennen mag, sind wundersam und scheinen zeitweise fast boshaft. Ich bin überzeugt, dass eben jene Macht mich gerade in diesem Augenblick auf den eisenumgitterten Balkon hinter der Glastür hinaustreten liess. Der alte Garten, der nur klein und von reizlosen Hinterhäusern umgeben war, erschien vom Mondlicht ganz überflutet. Die Sträucher, die an den Ziegelmauern wild emporwuchsen.warfenscharfumrisseneSchatten über die weniger dicht bewachsenen Rasenflecke; und darüber hinaus ragten die Spitzen junger Blüten und nickender Gräser Die aufkommende Strandbadbewegung. Nicht ohne weiteres erklärten sich die breiten .Volksmassen mit der aufkommenden Strandbadbewegung einverstanden, die seit ungefähr zehn Jahren alle Länder ergriffen hat. Eine, junge, gesunde Generation schuf sich das ungezwungene Badeleben in freier Natur und suchte Entspannung und Erholung vom Alltag im Strandbad, dem idealen Ort für seelische und körperliche Ausspannung. •Luft, Licht und Sonne führen dem müden und abgezehrten Körper neue Kraft zu. Unsere heurige Zeit verlangt nach einer möglichst intensiven Ausspannung, die Hetze und die Anforderungen des modernen Lebens bedingen diese Reaktion; ohne sie müsste der Mensch physisch und psyehisea noch viel mehr leiden. Die schweizerischen Strandbäder. Die Schweiz ist, das darf man wohl sagen, ohne Gefahr zu laufen, Phrasen zu dreschen, das ideale Land für die Strandbäder. Sie besitzt eine Reihe von einzig schönen Seen und auf. Plötzlich, während ich hinabblickte, vernahm ich das klirrende Einschnappen einer Gittertür, und in der nächsten Sekunde sah ich, wie sich aus den phantastischen Schattenflecken eine runde, glänzende Scheibe abhob. Es war mir im ersten Augenblick nicht möglich zu erkennen, was diese bewegliche, wippende Kreisfläche, die sich dicht an der glatten Reihe des Mauergestrüpps entlang bewegte, zu bedeuten haben mochte. Dann, als es näher kam, wurde mir klar, dass ich auf den blanken Deckel eines Zylinderhutes hinabsah, und nun konnte ich auch die gebeugten Schultern des Mannes erkennen, der ihn trug, und konnte sehen, dass er vorsichtig ging, wie um keine Aufmerksamkeit zu erwecken. Als er schliesslich unterhalb des Balkons stehen blieb, sah ich ein Gesicht, das Flüssen, deren klares Bergwasser, von def Sonne durchwärmt, zum Bade lockt. Dazu kommt noch, der grossartige Rahmen: das Grün der Hügel, die weissen Schneeberge und das tiefe Blau des Himmels. Vor ungefähr zehn Jahren begann bei uns die grosse Begeisterung für das Strandbad, die seither nicht mehr erlahmt ist. Schwimmen und Sonnenbad sind auch bei uns im Sommer zu Begriffen geworden, die für uns Freude und Schönheit enthalten. Tausende vergnügen sich« fern dem Alltag, am freien Samstagnachmittag und am Sonntag am Strande des Sees oder am Ufer des klaren Flusses. Sehr oft baut sich der Städter auch bei uns ein kleines Weekendhäuschen am Wasser.* Die Freude am Strandbad ist nicht nur durch die Erholung im Wasser und das Hin-* dösen an der Sonne bedingt. Der Städter leidet im Sommer unter einem Kleideraufwand, der ihn Ströme Schweisses kostet. In der •Stadt kann er nun einmal aus leicht begreiflichen Gründen nicht im Badekostüm herumlaufen ; desto froher ist er, dass es einen Ort gibt, wo niemand daran Anstoss nimmt und man sich den ganzen Tag hindurch in leichter Bekleidung eTgehen kann; für das Essen braucht er nicht zu sorgen, die moderne Zeit stellt an die unmöglichsten Orte ihre «Tea- Rooms > und Restaurants. Ein Ort der Erholung und Ausspannung. Die Strandbäder haben für die Schweiz auch eine wirtschaftliche Bedeutung. Die Besucher unseres Landes suchen heute im Sommer vor allem jene Orte auf, die auch Gelegenheit zum Baden in der freien Natur bieten. Schon 1919 gab es in der Schweiz bedeutende Kurorte, die sich ein Strandbad einrichten Hessen, anfangs auf nicht unerhebliche Risiken hin. Die Gäste fanden sich zahlreich ein, vergnügten sich in Sonne und Licht, freuten sich darüber, dass endlich die willkürlichen Schranken gefallen waren und matf sich schliesslich zu einer gesunden Lebensauffassung aufgeschwungen hatte. Heute verfügen wir in der Schweiz über eine ganze Reihe von -bedeutenden Strandbädern, die das Ziel Tausender sind. In unserem Lande kennt man verschieden* Arten von Strandbädern. Es gibt solche, die vor allem dem Kurgast gewidmet und auch dementsprechend eingerichtet sind. Seit ei- mit ängstlichem Ausdruck emporgerichtet war. Hastig zog ich mich hinter die grossblättrigen Ranken zurück; denn der Mann war Richter Colfax.