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E_1930_Zeitung_Nr.052

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1930 — NO 5 2 nigen Jahren bestehen nun auch die grossen Strandbäder, welche in erster Linie für die Bewohner einer Stadt gebaut sind. Hier findet man das Strandbad in seiner eigentlichen Idealform: ein Tummelplatz für alle Volksschichten. Alle vereint in Sonne, Luft und Wasser. Neuerdings haben nun auch grössere Hotels in unserem Lande eigene Strandbäder eingerichtet, die den Gästen zur Verfügung gestellt werden. Die Einrichtung der Strandbäder weist durchaus auch auf den Charakter als Ort der Erholung und der Unterhaltung hin. Das Prinzip ist durchwegs : Aus- Stukken sass mit seinem Freund auf der Terrasse des Weekend-Hotels, rauchend, schweigsam, die Beine mit den gewürfelten Wollstrümpfen übereinandergeschlagen. Eine junge Dame ging vorüber, in schmissigem, rotweissem Sportdress. Ihre Blicke begegneten sich kurz mit Sympathie. Sollte er ihr nachgehen? Sie zu einem Tanz holen? Ein Breakaway füllte das Haus mit seiner wiegenden Melodie. Der Kapellmeister torkelte wie ein Betrunkener, mehr gestikulierend als dirigierend, an seinen Musikern entlang, wippte, tanzte, sang dazwischen. An der breiten Flügeltüre, die zum Tanzraum führte, bewegten sich die Paare vorüber, ernst, ohne Sprechen, ohne Lachen, ganz dem Tanze gehörend. Auch sie war dabei, die Blonde in dem rotweissen Dress, am Arme eines blutjungen Kerlchens mit einem Mädchengesicht. Stukken wunderte sich, dass sie mit so einem Kinde tanzen mochte. Er verstand allerdings herrlich zu führen. «Ich meine, wir fahren jetzt in die Stadt zurück, bevor es ganz dunkel wird,» schlug Stukken vor, und der Freund war der gleichen Meinung. Sie zahlten. Gingen. «Eigentlich könntest du jetzt das Steuer übernehmen!» erklärte Stukken und setzte sich neben seinen Freund. In massigem Tempo fuhren sie durch leichten Nebel. Das Licht der Scheinwerfer stäubte vor ihnen her. Plötzlich hörten sie ein scharfes, zwitscherndes Signal. Ein Wagen flitzte an ihnen vorbei, verschwand im Nebel, im Dunkel. «Die haben es eilig,» spannung und Erholung bei Spiel und Lebensfreude. Unter bunten Sonnenschirmen, in zierlichen Kabinen ruhen die älteren Generationen, während die Jugend sich an Sportgeräten und Wasserfahrzeugen aller Art vergnügt und sich eifrig im Benützen des Sprungturmes übt. Meistens spielt zu gewissen Tageszeiten eine Musikkapelle auf, indessen die Menschen sich wunschlos glücklich von der Sonne bräunen lassen oder gar auch dem Tanze in freier Natur huldigen. Bis in die hohen Bergregionen hinauf findet man in der Schweiz Ort© mit Strandbadbetrieb, und als letzter Clou wird nun verkündet, dass gewisse Bergtalbäder besonders geheizt werden. Einzelne Strandbäder in der Schweiz nennen sich in Anlehnung an ihr berühmtes Vorbild in Venedig « Strandbad-Lido ». So hat denn die Schweiz eine ganze Anzahl von Strandbädern, die denen des Auslandes würdig zur Seite stehen. mb. Ein Chauffeur gesucht sagte Stukken und machte es sich auf seinem Platze bequem und sah hinaus zu der Landstrasse, zu den Dörfern, die nunmehr in schwachen Umrissen angedeutet waren. Der Scheinwerfer fing eine Gestalt auf, eine Frauengestalt, die mit erhobener Hand das Haltesignal bot. Sie war es, im rotweissen Sportdress. Das Auto hielt sofort. Stukken stieg aus, grüsste. «Ich scheine eine Panne zu haben. Bitte, helfen Sie mir doch dabei!» bat sie ganz verzweifelt. Wie ein toter Körper kauerte eine rote Limousine am Strassenrand. Stukken warf sofort den Kühlerdeckel auf, leuchtete mit der elektrischen Taschenlampe in den Eingeweiden des Motors herum. «Ich kann gar nichts finden, Gnädigste.» «Vielleicht war es doch nur Nervosität von mir, dass ich nicht weiterfahren konnte,» meinte die Blonde und zog eine Zigarette heraus, während sie sich Stukken auffallend näherte. «Ich bin nachts noch nie ohne Schofför gefahren,» sprach sie weiter. «Es wäre wohl zuviel verlangt, wenn ich Sie bitten würde, das Steuer zu übernehmen?» Im ersten Augenblick war Stukken sprachlos: also dahinaus ging die Panne. Sie war allerdings raffinierter, als er gedacht hatte. Gleichzeitig amüsierte ihn aber der Trick. Er verabschiedete sich schnell von seinem Freunde, übernahm den Patz am Steuer. Wurde nun aber noch sprachloser als vor- hin: sie, die Blonde, setzte sich nicht, wie er erwartet hatte, neben ihn, sondern verschwand im Fond des Wagens. Er hatte sich also getäuscht, in dieser Frau getäuscht. Es ärgerte und — freute ihn. Die ersten Häuser der Stadt kamen, heller werdende Strassen. Sie klopfte an die Scheibe, schob die Fenster auseinander. «Sie wären mir wohl sehr böse, wenn ich Sie bitten würde, jetzt zu halten, auszusteigen und mir das Steuer zu überlassen? Es wäre mir peinlich wegen meines Mannes, Fafcrer des grossen Wagens : «Ist date der Weg nach Baden ?> Führer des kleinen "Wagens: «Ja. es scheint, ich spüre es bereits.» wenn ich mit einem fremden Herrn angefahren käme», sagte sie entschuldigend. Sie war also verheiratet! Stukken stoppte. Die Blonde stieg um und dankte ihm herzlichst für seine Liebenswürdigkeit. «Aber Gnädigste!» meinte Stukken. «Es war mir doch ein Vergnügen, eine ...» Mehr konnte er nicht sagen, jedes weitere Wort blieb ihm im Halse stecken. Denn auf der anderen Seite, aus dem Fond des Wagens löste sich vorsichtig eine Gestalt und rannte in das Dunkel hinein... der Junge von der Tanzterrass©... (B. Z.) Die humoristische Ecke Dame im Auto (die fühlt, dass eine kleine Entschuldigung am Platze ist): «Sie haben einen ganz reizenden Garten, er wirkt direkt unwiderstehlich!» Nichte: «Ein herrlicher Sand, zum Baden, nicht wahr, Tante?» Tante: «Ja, •wahrhaftig, ihr scheint ihn auch dem Wasser vorzuziehen 1» -AUTLER WILLKOMMEN Strandbad Müsmacht• AM 10 Minuten vom Dorf. 3 Minuten von der Landstrasse Küssnacht- Greppen (Weggis). In sehr schöner, ruhiger Lage. Fein sandiger Grund. FOr Nichtschwimmer sehr geeignet. Strand« badschiffe, Kleider- u.Liegestühle zur Verfügung. Restauration. — Autozufahrt Telephon Nr. 77 Engelbert Flüeler W I R T RIGI Z U R S E E B U R G und sein n e u e s t e s S o m m e r s p i e l : D«» Bep^sfvandbad Auskünfte, Sommersportprogramme und Werbeschriften durch die Kurverwaltung Bade-PhotosHaben Sie schon etwas Reizenderes gesehen als diese Strandbad-Photos? Es kommt aber auch sehr auf die sorgfältige Ausführung der Photoarbeiten an, damit sie Ihnen Freude bereiten. 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Man merkt plötzlich, dass diese Dinge, Stoffe (= Plunder), nicht zu uns gehören. Mit welcher Wonne hängt man sie an den Nagel, lässt man sich im Gewimmel der dünn bekleideten, schlotternden Heerscharen die Füsse wund trampeln, alles aus Begeisterung für das Strandbad ! Man bekommt knochig© Ellenbogen in den Leib, lässt sich von den Wärtern anbrüllen. Es lebe das Strandbad! Da fallen die ersten Blicke auf diese enthüllte Welt... Es sind nette Dinge, die da ans Licht der elektrischen Lampen kommen. Bäuche mit edlen Rundungen, Arme und Beine mit zarten weissen Farben, — fast hat man Angst, sie zerbrechen — und das trippelt und zappelt, friert und hat Angst, bis die ganze Gesellschaft ihre Kleider versorgt hat und hinaustrabt in den weichen Sand... Sand, Farben, Faulheit... Der Sand ist übersät mit grotesk verrenkten Beinen, Armen, mit Menschen, die gähnend nach der Sonne sich wenden, alle Sorten des Menschengeschlechtes sind hier ausgestreut. Alle einigt ein Wunsch: Braun! Sonne, Sonne* Sonne! Mag sie die Haut quitschrot brennen, man ist heute braun! Und die Gütige, die Allmutter, sie bescheint im Sande, Beine verrenkt, Leib entspannt, die Augen zwinkernd; o Glück, o Sand, o Farben, o Faulheit... Wasser! Es kommt vor, dass auch das Wasser zu Ehren gezogen wird. Dann begleitet Sprühen und Zischen die Evolutionen der tauchenden, sich aufbäumenden Körper. Manchmal wagt einer seine ersten Künste in diesem ominösen Nass. Mit bleichem Gesicht und Hühnerhaut an den Beinen spürt er, wie es gurgelnd seine Zehen umfliesst Sei ein Mann und ertrage! Schliessläch fleht er mit erschütternden Augen gegen den Himmel, derweil das kühle Wasser schon an seinem Bauche leckt Krampfhaft spielen seine Hände — richtig — auf und zu — auf und zu! Mit einem Vater Unser übergibt er sich den Wellen. Anfangs stimmt die Sache, aber furchtbar dämmert ihm, er sinkt ja! Mit dem Mund voll Wasser gurgelt er um Hilfe, während rings um ihn Gelächter erschallt und seine amazonenhafte Begleiterin ihren Helden empfängt. Und sehnsüchtig denkt er an die Hüllen. Denn ohne und mit ihnen —zwei Welten! mb. Sonne, den Körper in brennendem Sand, umtobt vom Lärm der andern, weg ist aller Plunder! Die Arme ausgebreitet, den Kopf HURRflUÖ Herr Direktor im Bade Gute und Böse, Mann und Weib, jung raid Der dicke Generaldirektor Alexander rieht alt, sie sendet ihre Strahlenpfeile, wie diesich, neugierig wie er äst, einmal die Strandbad-Enthusiasten an und findet da seinen Dichter sagen, und saugt der faulen Menschheit im Sande die letzte Energie aus demBachhalter Diogenes in der Sonne liegen. Gehirn. Da liegen sie, kreuz und quer hinewürfelt, unter diesem kmitschblauen, senti- Weekend-Diogenes grossaräg, sein general- So, braun wie ein ludet; gefällt ihm der mentalen Himmel, dünn bekleidet, und kein direktoriales Herz wird nnter der Rohseide Auge geht auf Spaziergänge. Luft, Licht, weich: , ond keucht seines Weges weiter. sciuoss Bacstenecns ÄMHÄlLVfliEÄSEE Idealer Ferien« und Kurort, die Perle am Hallwilersee. Behaglich familiäres Haus mit modernen hydro- und elöktrotherapeutischen Einrichtungen, die angenehme und erfolgreiche Kur sichern. Physikalisch-diätetische Heilmethode. Rudersport, Fischerei. Tennis. — See- und Sonnenbäder. Neues, elegantes Strandbad Pensionspreis von Fr. 11.— an. — Gefl. Prospekt verlangen. GEB1RGS- STRANDBAD ERÖFFNUNG G. JULI 1930 STRANDBAD DAVOS i Mittlere Wassertemperatur Im Juli und August 19° Celsius Sonne Sport Uergnooen Erholung am Vlerwaldrtättersee bei Stansstad bietet Ihnen i Ein- heimeliges Strandbad, das Sie mit Ihren Wageo leicht erreichen kennen, Ein komfortables Hotel für erhoMung*- reiebe Ferien and Weelcendaof- Prelso und dm Bedien tmg. Wir erteilen ttmen gen* Jedeweitere Auskauft. 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