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E_1930_Zeitung_Nr.060

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Bern, Dienstag 15. Juli 1930 IV. Blatt der „Automobil-Revue" No. 6C Wenn zwei einen Wagen besitzen... «... Also diesen Kratzer hast du gemacht, der Wagen ist mein Augapfel...» «... Ich beschwöre dich, nur diesen Sonntag, ich habe Paul versprochen...» «... Möchtest du nicht nächstens auch den Schwiegervater des Bruders deines Frisörs einladen? Bitte, meinetwegen...» «... Du wolltest ja einen Wagen kaufen, ich war gleich für ein Motorboot, das braucht keine Pneus, oder für eine Aegyptenreise, du wolltest ja...» «... Wenn du noch einmal den Wagen ohne Aufsicht stehenlässt, dann...» «... Du kannst die nächste Rate allein zahlen, wenn du...» «... Wo warst du gestern zwischen halb drei und vier in der Nacht, wenn ich fragen darf? Ich habe den Wagen dringend gebraucht ...» «... Wir sind ja gute Freunde, wenn aber der Wagen...» «...Wirst du bezahlen, ich fahre immer im Leichenwagentempo, du willst ein zweiter 1 Segrave werden, wie?...» «... muss man unbedingt haben...» «... muss man gar nicht haben...» «...willst du nicht auf die Motorhaube auch noch einen Koffer legen...» «... Nächste Wochen kommen drei englische Freunde, da muss ich den Wagen unbedingt ...» «... Nächste Wochen kommen zwei französische Freundinnen, da muss ich den Wagen unbedingt. •.» Was der Ozean flieger ertragen muss Der glücklich gelungene Flug des australischen Hauptmanns Kingsford - Smith von Europa nach Amerika bedeutet einen neuen Schritt in der Eroberung des Ozeans durch den Flugverkehr. Welche ungeheuren Anstrengungen und Kühnheit heutzutage zu einem solchen Unternehmen gehören, das kann nur der ermessen, der schon Tausende von Stunden geflogen ist. Zu diesen gehört der kanadische Ozeanflieger Oberstleutnant W. A. Bishop, der in einem englischen Blatt von den Gefahren erzählt, die dem Ozeanflieger drohen. «Nehmen wir an, dass Sie und ich uns zusammen auf einen Flug über den Atlantischen Ozean begeben,» schrieb er. «Zunächst ist unser Flugzeug mit Brennstoff so schwer beladen, dass wir die Maschine kaum empor bekommen. Der Flugplatz ist ausgezeichnet, der Motor arbeitet vortrefflich, aber wir lösen uns nur langsam vom Boden und schweben schwerfällig dicht über den Bäumen. Endlich sind wir «im Blauen» und je höher wir steigen, desto mehr nimmt der Brennstoffvorrat ab. Allmählich sinkt Dunkelheit auf uns nieder und nichts gibt uns darüber Auskunft, was wir tun, als die elektrisch beleuchteten Zeiger neben dem Steuer. Dürfen wir ihnen vertrauen? Wird der Kompass uns den rechten Weg zeigen? Aber schon die kleinste Ungenauigkeit kann einen Irrtum von Hunderten von Kilometern bedeuten. Angenommen, dass alles gut geht, dass das Klopfen des Motors durch keine bedenklichen Töne unterbrochen wird "und dass wir, wenn das ersehnte Licht des Morgens erscheint, Land vor uns aus dem Nebel auftauchen sehen. Aber ist es das Ziel, dem wir zustreben? Wie können wir das feststellen? Wir wissen, dass unser Brennstoffvorrat knapp geworden ist. Wir fragen uns, ob wir in diesem Fleck heruntergehen sollen^ der vielleicht Hunderte von Kilometern von jeder Zivilisation entfernt ist. In den Stunden der Dunkelheit ebenso wie in denen des Lichts, heften wir die Augen fest auf den Kompass, denn durch ihn und die Sterne.— wenn sie sichtbar sind — halten wir den Kurs mit ziemlicher Genauigkeit. Aber verweilen wir ein wenig bei der Zeit, während der wir ohne |edes Zeichen auf der festen Erde fliegen müssen. Sehr viel kann sich in der Witterung innerhalb von 24 Stunden ändern. Unsere Maschine ist mit Rauchbomben ausgestattet und wenn wir eine von ihnen abwerfen, können wir die Richtung des Windes feststellen und auch seine Geschwindigkeit ungefähr abschätzen. Aber auf dem Ozean sagt uns wenig, was nm uns und unter uns vorgeht, wenn es dunkel und neblig ist. Zur grösseren Sicherheit fliegen wir hoch und das Barometer zeigt uns eine Höhe an, die zwischen dreibis sechstausend Meter liegt. Aber immer wieder werden wir daran gemahnt, dass wir durch ein Sturmzentrum fliegen, dem wir nach Möglichkeit ausweichen müssen. Wir klettern immer höher empor und finden, dass wir, je höher wir kommen, um so heftiger geschleudert und durchrüttelt werden. So gehen wir herunter, um ruhigere Luftströmungen zu finden. Das Barometer zeigt 500 Meter. Aber sind es wirklich 500 Meter? Unter uns ist nichts als schwarze Finsternis, nichts sagt uns, ob wir uns vielleicht nur 50 oder 5000 Meter über den hungrigen Wellen befinden. Denn das Barometer zeigt nur den Luftdruck an und irgendein böser Zufall mag es wollen, dass die Schwere der Luft uns täuscht und wir uns in sicherer Höhe glauben, während wir dicht über den Wogen hingleiten. Dieser geringe Verlass auf die Angaben des Barometers mag wohl das Unglück bei manchem Ozeanflug verursacht haben. Der Führer vertraute darauf, dass er sich in sicherer Höhe befände und — lag plötzlich im Wasser. Aber wir wollen hoffen, dass ein guter Genius uns schützt. Wir fühlen nur einen furchtbaren Krampf in allen Gliedern, denn wir sitzen seit 18 Stunden in derselben Stellung. Wir sind Zum Tode Conan Doyles. Der Ruhm Conan Doyles, der längst nichts mehr mit seiner berühmten Erfindung, dem Detektiv Sheriock Holmes, zu tun haben wollte und in den letsten Lebensjahren Spiritist war, und nur Spiritist, bleibt mit eben jenem Meisterdetoktiv verknüpft, dessen scharfsinnige Taten vor 20 Jahren die ganze internationale Leserwelt in Spannung hielten. Um 1910 herum war das hagere, glattrasierte Gesicht des Meisterdetektivs aller Welt vertraut; alle kannten seine stahlharten Augen, seine haarscharfe Kombinationsgabe, die aus den unscheinbarsten Merkmalen den Weg bis zur sicheren Entschleierung des geheimnisvollsten Verbrechens fand. Conan Doyle ist aber zu seiner weltberühmten Figur durch keinen berühmten Kriminalisten, Detektiv oder Polizeigenie angeregt worden; das Original, so weiss* dier «B. Z.» zu berichten,, hiess Josef Bell und' war Kliniker und Chirurg in Edinburg. Der Arzt als Detektiv. Conan Doyle studierte Medizin, Bell war sein Lehrer, und nichts imponierte an diesem dem Schüler so sehr wie die ausserordentliche Kombinationsgabe des Mediziners. «Seine Erkenntniskraft war einfach, erstaunliche, berichtete Conan Doyle über ihn; »stets sah ich ihn vor mir mit seinen scharfen, durchdringenden, grauen Augen, seiner Adlernase und seinen markanten Gesichtszügen. Ich sah ihn auf seinem Stuhl sitzen und den Mann oder die Frau anschauen, die ihn gerade konsultierten. Er konnte eines Menschen Geschichte aus seinen Fingernägeln, seinem Rockärmel und seinen Beinkleidern lesen. Jeden Charakter vermochte er wunderbar rasch und sicher zu analysieren und in allen taub durch den Lärm der Maschine, wir sind steif vor Kälte und nun sehen wir über die endlose Wasserwüste, deren Anblick uns innerlich durchschauert. Eismassen bedecken die Ränder der Tragflächen, auch unser Propeller ist mit Eis bedeckt; wir halten uns noch oben, aber die mühsamere Arbeit des Motors kostet uns viel Stoff. Nach allen unseren Berechnungen müssen wir in ein oder zwei Stunden Land sehen. Ich bin so erschöpft, dass ich das Steuer an Sie abgeben muss. Auch Sie sind schläfrig und aufs äusserste ermüdet und eine grosse Gleichgültigkeit hat uns beide ergriffen. Ich blicke nach den Zeigern. Ja, wir sind auf dem richtigen Wege, aber nach der Uhr müssen wir schon da sein. Dann vielleicht lächelt uns das Glück und das Land taucht auf. Der Brennstoff ist fast zu Ende, die Hände zittern, die Füsse sind ganz erstarrt und nun kommt die schwierige Aufgabe des Landens, und wir wünschen, dass wir uns niemals auf dieses Abenteuer eingelassen hätten, so schwer erscheint uns diese letzte Tat. Die Dinge können sich noch viel schlimmer entwickeln, aber das sind so einige Fährnisse, mit denen jeder Ozeanflieger rechnen muss.» Das Urbild des Sheriock Holmes Zweifelsfällen durch logische Schlussfolgerungen die Wahrheit zu erforschen.> Als Assistenzarzt hatte Conan Doyle die Aufgabe, dem Professor neu eingelieferte Kranke vorzuführen, und er kam aus dem Staunen nicht heraus, wenn der Gelehrte wie ein Seher aus einer kleinen, unbedeutenden Einzelheit, die ihm an der Haltung, der Kleidung oder der Physiognomie des Kranken aufgefallen war, fast mit absoluter Sicherheit die Lebensweise, den Beruf, die Nationalität, die Heimatprovinz des Patienten erriet. Der vielbedeutende erste Blick. Beils intuitive und deduktive Fähigkeiten waien so gross, dass er den Patienten nur mit einem einzigen Blick zu betrachten brauchte, um nicht' bloss die Krankheit, an der er litt, sondern auch seine iebensgewohnheiten und manchmal seine Geheim- »nisse offenbaren zu können. Und die Enthüllungen des Professors setzten Kranke und Aerzte. in gleicher Weise in Verwunderung. «Da kommt ja ein Flickschuster!» sagte Dr. Bell eines Tages, als der Patient, der ihm vorgestellt werden sollte, kaum über die Schwelle des Hörsaals getreten war, und an die Studenten sich wendend, erklärte der Professor, dass die Hosen des Mannes gerade dort abgenutzt wären, wo die Schuster das Leder halten, um es zu beklopfen. Der Mann mit dem Feuerntal. Einen besonders bezeichnenden und merkwürdigen Fall erzählte Bell selbst. Eines Tages schritt durch den Hörsaal, in welchem der Professor Vorlesungen hielt, ein Mann. «Meine Herren», sagte Bell, nachdem er dem Manne ein paar Sekunden lang mit den Blicken gefolgt war, «Sie sahen hier ur wenn Sie Ihre wirksamen rheit wissen, rgenfreie Ferien Bankverein zerischer Angenehme Begegnungen. einen Menschen, der Soldat in einem Hochlandregiment gewesen, und zwar wahrscheinlich bei der Kapelle.» Der Mann hatte einen Gang, wie man ihn in Schottland bei den Dudelsack blasenden Soldaten sieht, und das hatte den Professor auf feeine Vermutung gebracht; der Mann bestritt jedoch auf eine Frage ganz entschieden die Richtigkeit der Bellschen Deutung seines Ganges. «Und ich habe mich trotzdem nicht getäuscht», rief Bell aus, indem er den Mann mit dem eigenartigen Gang von zwei Dienern in einen Nebensaal bringen und dort entkleiden Hess. Und man machte sofort die Entdeckung, dass der Mann am linken Arm ein mit Feuer eingebranntes Zeichen hatte. Dieses Zeichen hatte die Gestalt eines «D» und bedeutete Deserteur; die Deserteure des englischen Heeres wurden früher immer mit diesem Schandmal gekennzeichnet. Und darum hatte der Mann mit dem komischen Gang sein Soldatentum so hartnäckig in Abrede gestellt. Der Trinker. Ein anderer Fall: Ein Mann betrat das Zimmer. Noch ehe dieser ein Wort gesprochen hatte, sagte Bell: «Ich sehe, Sie leiden an Trunksucht. An Ihrem Rock sehe ich das, Sie tragen eine Flasche in Ihrer rechten Brusttasche; es ist eine Schnapsflasche, geben Sie sie her!» Der Mann war rot geworden und zog zögernd eine Schnapsflasche aus seiner Brusttasche. Die Geschichte mit dem Soldaten. Ein anderer Kranker wurde vorgestellt. «Ich bin nicht ganz sicher», sagte Bell, «Ob der Mann