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E_1930_Zeitung_Nr.058

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16 AUTOMOBIL-REVUE

16 AUTOMOBIL-REVUE 1930 - N°58 Der urenwagen ist ein Meisterwerk europäischer Automobil-Konstruktion. In Qualität,,Zuverlässigkeit und Schönheit unübertroffen. 5 Liter, 8 Zylinder, 27 Steuer-PS 3 Liter, 8 Zylinder, 15 Steuer-PS Vertretung für die deutsche Schweiz: Dr. I^S. KctrreiV Agence Bugatti, Werdmühlestraße 10, Zürich Vertreter für St. Gallen und Appenzell: Wldl®r &niirsdi,Garasez.Siahl,St.G

Bern, Dienstag 8. Juli 1930 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 58 Ein Berliner besucht die Schweiz Uns ist die Schweiz vertraut und lieb. Ich will mal äussern, inwiefern: Ein Hirtenvölkchen... mit Betrieb. Naturiewöhnt... und doch modern. Die Diplomaten, andrerseits, Die sollten sich was schämen: Drei Sprachen wohnen in der Schweiz In scheensten Einvernehmen; Sie wirken in bewusster Vorbildlichkeit als Muster. Was meiner Ollen sehr jefiel, War Zürich, Bern und Rapperschwil. Vom Rütli flooch ein stiller Postkartengruss an Schiller. Sein Ruhm strahlt unverjesslich hell; Nu fehlten ihm die Reisespesen — Er schrieb das Schauspiel Wilhelm Teil, Und ist doch niemals dort jewesen. (Na, sind die Farben echt jemischt, Denn schad't das nischt.) (Alfred Kerr im «B. T.>). Das Geburtstagsgeschenk Herr Denis (sitzt am Schreibtisch und schaut auf den Kalender): Heut ist der 15. März... Ich bin neugierig, was mir Frau Denis gekauft hat... (Träumerisch.) Ja, ja,was waren das doch für Zeiten! (Lächelnd.) Ich wusste stets im voraus, dass mein Geburtstag naht.; Schon im Januar, manchmal sogar schon im November... wurden die Mahlzeiten weniger reichhaltig, häufig fehlte der Nachtisch, zum. Frühstück die Sahne... Vor dreissig Jahren bekam ich diesen «sterbenden Gladiator> aus Bronze... Sie sagte, ich wäre ihm sehr ähnlich... Hm, hm. Vor zwanzig Jahren diesen silbernen Kalender. Dann diese Lampe, jene kleine Bibliothek... (Er wird traurig.) Seit einiger Zeit stimmt etwas nicht... Vielleicht ist es Gedächtnisschwäche. Vor zwei Jahren bekam ich diesen Brieföffner. Vor einem Jahre jenen Aschenbecher für einen Franken... Was werde ich wohl dieses • FEUILLETON Autler-Fahrten. In der Schweiz. Die Monate sommerlicher Höhezeiten bringen naturgemäss die meisten autotouristischen Pläne zur Verwirklichung; was im Winter und Frühjahr ausgeheckt und geschmiedet wird, soll jetzt seine Erfüllung finden. So vielschichtig die Welt der Fahrer und Fahrerinnen ist, so mannigfach sind auch die einzelnen Reiseprogramme; viele begnügen sich schon mit ein paar schönen Ferientagen, —eine gut zusammengestellte Tour in ein schönes Ausflugsgelände — eine Fahrt über ein paar Alpenstrassen und Pässe, einige Tagesleistungen von 150—200 km bringen ersehnte Abwechslung. In diesem engeren Rahmen bewegen sich die Pläne der «kleinen Leute» oder des vielbeschäftigten Geschäftsmannes, der sein Arbeitsfeld höchstens für ein paar Tage im Stich lassen kann und lieber mehrere kurz bemessene Ferienreisen in mehrere Monate des Jahres einstreut, als 14—20 Tage hintereinander im Auto zu bummeln. Andere wieder spannen ihre Flüge weit aus, sie schauen nach ausländischen Horizonten, — möglichst rasch über die Grenze — um dann ein Dutzend schöner Ferientage in völlig unbekannten Gebieten zu verbringen. Nachbarländer sind bereits kreuz und Jahr bekommen? Vielleicht einen Spucknapf? Obwohl ich mit Vergnügen gewahrte, dass, soweit man aus der Sparsamkeit schliessen darf, die Dame des Hauses ein Geschenk für mich vorbereitet... (Es klopft.) Ha, sie ist es !,.. Frau Denis (tritt heiter mit einer Handarbeit ein): Guten Tag, Dickerchen! Herr Denis (betrachtet mit Aufmerksamkeit den Korb): Guten Tag, mein Kätzchen! (Zu sich selbst.) Wenn sich das Geschenk in diesem Körbchen befindet, dann danke schön. Vielleicht ist es ein Stahlfederkästchen oder ein Stückchen Siegellack? Sie (sich setzend): Störe ich auch nicht meinen Herrn und Gebieter, wenn ich hier arbeite? (Nimmt ihre Handarbeit aus dem Körbchen und beginnt zu sticken.) Er: Keineswegs. Du weisst dach, dass ich mich nur bei dir wohTfühle! (Zu sich selbst.) Sie hat anscheinend meinen Geburtstag überhaupt ganz vergessen. Weshalb hat sie aber eigentlich gespart? (Es klopft.) Bitte! Das Zimmermädchen: Bitte schön, gnädige Frau, es ist fertig! Er: Was soll das heissen? Sie (lächelnd): Du wirst gleich sehen, Dickerchen. Reich mir die Hand und komme ins Wohnzimmer! Er (spielt den Verwunderten): Ins Wohnzimmer? Wozu? Ist da etwas Neues? Sie (lacht): Vielleicht... Er (spielt seine Rolle weiter): Aber weshalb denn? Sie: Weil heute der 15. März ist! Er: Was? Du hast den Tag nicht vergessen? Sie (empört): Ich sollte deinen Geburtstag vergessen? Was soll das wieder heissen? Er (reicht der Gattin gerührt die Hand): Ja... das ist wahr... Allerdings schien es mir in- den letzten Jahren, als würdest du anfangen, etwas weniger auf mich zu achten... Aber in diesem Jahre... ich wette... hast du märchenhafte Summen ausgegeben. Sie (errötend): Ich habe vielleicht wirklich zuviel ausgegeben. Aber du wirst mir doch hoffentlich verzeihen. Es ist ja doch zu" deinem Geburtstag. Er (küsst sie): Geliebte Frau... komm ins Wohnzimmer. Ich sterbe vor Neugier: (Er quer durchkostet, man strebt deshalb den Spitzen der Windrose zu, Schweden oder Schottland — südliche Länder oder Gebiete am Rande des Balkans locken. Die Qual der Wahl tritt auch hier vor allem, in Erscheinung. Schweizerreisen hat man je und je gemacht; man möchte nun neue Winkel aufstöbern, ein paar Strassenzüge kennenlernen, die bisher nicht befahren wurden, ein Programm aufstellen, das wenigstens einigermassen mit all dem Schönen, was man erwartet, auch den Reiz der Neuheit verbindet. Führer und Karten werden zur Hand genommen, um ein möglichst günstiges Programm zu erklügeln; da trifft es sich nun ausgezeichnet, dass gerade jetzt, wo viele Reisepläne reifen, der rote «CH-Touring» in neuer Ausgabe*) auf dem Tisch liegt, jenes Reisebuch, das seit 25 Jahren in den Wagentaschen von hunderttausend Schweizer- und ausländischen Automobilisten zum eisernen Bestand gehört. Die neue Ausgabe ist so trefflich durchdacht, seine Haupt- und Sonderkarten so sorgfältig angelegt, dass hunderterlei Kombinationen nach allen Zipfeln unseres Landes gemacht werden können, die immer und immer wieder etwas Besonderes bieten.. Schon die vielfarbigen Panoramen geben grundlegende Anhaltspunkte darüber, was man gerne einmal sehen möchte; die Land- *) CH Tourlng. — Die Schweiz und ihre Grenzgebiete. — Führer für Automobilfahrer — herausgegeben vom T. C. S. — Redaktion O. R. Wagner. 16. Ausgabe 1930. — Verlas Hallwas A.-G.. Bern. — Preis Fr. 12 . öffnet die Tür ins Wohnzimmer und sieht erstaunt in der Mitte einen grossen Flügel.) Er (enttäuscht): Was ist das? Was ist das? Sie: Ein Flügel, Dickerchen. Ein Konzertflügel... der fehlte uns gerade noch im Wohnzimmer und deshalb benutzte ich die Gelegenheit deines Geburtstages... Er (irritiert): Aber ich spiele doch gar nicht. Du spielst doch! Sie: Nun ja, allerdings, das stimmt ja. Aber du, mein Dickerchen, hörst mir doch zu. *Er (nach einiger Ueberlegung): Das ist wahr! Sie (freudig): Ach, wie herrlich wird das an einem Tage sein, wo wir einen Empfang veranstalten! (Vielsagend.) Natürlich, du begreifst es doch, fehlt uns noch ein eleganter Notenständer... aber mit der Zeit... werden wir es uns schon kaufen, nicht wahr? Er (kommt allmählich zu sich): Nun ja.,, sicher... *Sie: Ich hoffe, dass du zufrieden bist. (Lächelnd.) Nun bedank dich dach wenigstens, Dickerchen! schaftsgebiete um Neuenburger- und Genfersee, begrenzt vom Jura; Walliser- und Waadtländer-Alpen bergen viele unbekannte Schönheiten; das zweite Panorama umfasst Gebiete der Berner Alpen und der Zentralschweiz; auch hier ist neben manch' Neuem viel alter, oft geschauter Schönheit nachzuspüren. Panorama 3 umfasst das Gebiet von Rhein und Bodensee, von Basel zum Säntis, greift hinüber zum Wallensee und den Glarner Alpen; Dutzende von Punkten, die auch der intime Kenner unseres Landes noch nicht ausgekostet hat. Zwei weitere Panoramen sind dem Bündnerland und der Südschweiz zugedacht; wer die prächtige Gebirgswelt in dieser instruktiven Weise vor sich aufgebaut sieht, dem wird so viel Schönes, Niegesehenes erschlossen, dass er ein halbes Dutzend prächtiger Reiseprogramme im Handumdrehen zusammenstellen kann. Für die Durchführung dieser Programme ist die mustergültige Automohilkarte des CH- Touring, im Massstab 1:250,000, das denkbar beste Orientierungsmittel; das Charakteristische der Strasse und der . Landschaft tritt dem Fahrer klar vor Augen, was unser Land an Eigenart der Geschichte, der Kultur —. und Naturgütern bietet, ist in den verschiedenen Kapiteln des roten Automobil-Baedekkers so treffend und erschöpfend dargetan, dass die Fahrt anhand dieser Beschreibungen voll ausgekostet werden kann. Aber auch beim Uebertritt ins benachbarte (Es ist der 23. Mai des gleichen Jahres.) Frau Denis schaut auf den Kalender und sagt frohgelaunt): Also endlich ist der Tag da... Heute werde ich sicher den Notenständer bekommen... Es kam noch nie vor, dass mir mein Mann nichts zum Geburtstag geschenkt hätte. Und er weiss doch, was ich brauche. Er ist ja schon früh weggegangen... Er (kommt strahlend ins Zimmer): Guten Tag, mein Goldkätzchen! Sie (küsst ihn): Guten Tag, Dickerchen. Er (heiter): Weisst du, dass heute dein Geburtstag ist? Sie (spielt die Verwunderte): Was? Schon? Unmöglich! (Plötzlich.) Aha, deshalb ist mein Herr und Gebieter auch heute so früh aus dem Hause gegangen? Er: Hm... Na ja... Rate, was ich dir gekauft habe? Sie: Einen Notenständer? Er (lächelnd): Nein! Sie (klatscht in die Hände): Ich weiss schon. Ein Taburett zu unserem Flügel? Er (lacht): Nein! Sie (begeistert): Hast du etwa beides gekauft? Er (heiter und giftig): Nein, mein Kätzchen! Ich habe dir heute zum Geburtstag eine Doppelflinte gekauft! Von Xanrof. Deutsch von Dr. Leo Koszella. Die Ciga retten flORTH STATg" a Fr. 1.— per 20 Stück-Paket zeichnen sich aus durch ihr hochfeines, unaufdringliches Aroma und ihregrosse Milde. Gelände, leistet CH-Touring treffliche Dienste. Gerade die neue Ausgabe hat in dieser Beziehung den neuzeitlichen Anforderungen der Fahrer voll Rechnung getragen. Schwarzwald — Vogesen — Chamonix — Dolomiten und anderes italienisches Grenzgebiet sind mit gleich vorzüglichen Karten und Wegleitungen ausgestattet wie die heimische Landschaft. Automobilreisen in der Schweiz und in ihren Grenzgebieten können kaum treffender und sicherer dargestellt werden als durch die mustergültigen Karten und die vorzüglichen Beschreibungen all "der Schönheiten, die vom Zentrum unseres Landes aus im Umkreis von einigen hundert Kilometern erreichbar sind. * * * Im Ausland. Eine wesentlich andere Einstellung erfordern indessen grössere Auslandsfahrten; hier ist eine zuverlässige kartographische und textliche Information doppelt und dreifach notwendig und wertvoll. Wer die Bretagne besuchen will, den Niederrhein oder Holland, wer tausend Kilometer oder mehr sich vom heimischen Boden entfernt, muss in allen Teilen gut beraten sein. Noch vor wenig Jahren musste sich der Fahrer für Auslandsreisen seine Pläne aus ausländischen Karten in meist ungewohnter Sprache zusammensuchen, es gab keine einheitliche Informationsquelle, auf die man sich mit sicherm Verlass stützen konnte. (Fortsetzung Seite 2) B mj-JXTKTMS KT NEUE, GROSSE RESTÄUR/iTIONS-TERRflSSE Ilrae) GRILL — Lebende Forellen zu jeder Zeit — BAR — TEA — KONZERT — TANZ An der Axenstrasse mit modernster grosser Garage. GRAM) HOTML & rVLACE und HOTEL IIVTIII XSTI IX gleicher Besitzer. Telephon 40. Mitglied des A.C.S.