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E_1930_Zeitung_Nr.058

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: schlossenen Augen, als

: schlossenen Augen, als zielest du. Und gern möchtest du herausbekommen, wer, gleich dir, ein Arsenal in der Tasche trägt. In Gesellschaft geschieht es unwillkürlich, dass du die Waffe in eine andere Tasche gibst. «Was haben Sie da?» schreien die Leute. «Nichts», erwiderst du obenhin und steckst das stählerne Ding wieder in die erste Tasche zurück. «Nur einen Revolver». — «Zeigen Sie», rufen die Leute. Du tust das ungern, willst ihn nicht aus der Hand geben. Doch in jedem der anwesenden Mannen erwacht augenblicklich der Trieb des Achilles. Sie strecken die Hand nach der Waffe aus, es tut ihnen wohl, sie in ihren Fingern zu halten, damit zielen zu können. «Eine schöne Sache», sagen sie mit Kennermiene. «Ein guter Revolver», erwiderst du darauf sachlich, als hättest du schon zwölf Indianer damit niedergeknallt. Die Frauen aber stossen, treu den Traditionen der Töchter Lykomedeos', Angstschreie aus und wollen die entsetzliche Waffe nicht um alles in der Welt berühren; was dich mit ritterlicher Befriedigung erfüllt. Ein vernünftiger und ernster Mann nimmt natürlich, auch wenn es sich um eine längst verbürgt ungeladene Pistole handelt, niemals seinen Nächsten aufs Korn, ruft auch nicht: «Dass ich dich nicht niederschiesse!», denn in diesem Augenblick geht, wie bekannt, auch eine verbürgt ungeladene Pistole los. Beinahe jeder Mensch ist versucht, einen Revolver an die Schläfe zu legen. Es scheint darin eine wollüstige selbstmordartige Vorstellung zu schlummern. Jedenfalls aber wird eine Waffe zu einer aufreizenden Sensation. Wehe uns, wir werden niemals Pazifisten sein. Der Effekt auf die Umwelt ist also befriedigend. Tiefer jedoch ist der Effekt, den dein Revolver auf dich selbst ausübt. Vor allem kannst du Grossmut in dir feststellen. Du • könntest ohne weiteres den Motorführer niederschiessen, aber du tust es nicht. Sein Leben ist in deiner Hand — du schonst es. Du , verschonst auch den Bekannten, der dort über - die Strasse geht und mit den Händen gesti- : kuliert. Du bist aber auch tapfer und ritterlich. Es gibt Situationen, in denen man schreien kann: «Halt, oder ich schiesse!» Das Leben kann so dramatisch sein. Mit geschlossenen Augen würdest du herbeieilen, -rufen: «Hände hoch, Schurke!» Aber es ist wie verhext: keine maskierte Räuberbande stürzt hervor, kein Fussgeher bedroht auf der Strasse das Leben des andern, aus keinem vorbeisausenden Auto ruft eine Mädchenstimme um Hilfe. Auch gut, denkst du ; wenn ich aber doTt um jene dunkle Ecke biege, wird ein Kerl wie ein Haus auf mich zukommen. «Keinen Schritt weiter, blutiger Peter!» wirst du zu ihm sagen. Den Revolver fest umklammert, schreitest du mutig durch die > Nacht. Dort kommt einer. Achtung! Ein Kerl wie ein Haus. Soll ich auf seine Füsse zie- . len oder in die Luft? Du zückst den Revolver — da ist der Kerl wie ein Haus schon an dir vorübergehuscht, mit eingezogenem Kopf. Etwas enttäuscht gehst du weiter. Die Welt hat sich trotz der heroischen Möglichkeiten, die du in der Tasche trägst, nicht verändert. Sie wird nicht zum schwarzen Wald, in dem Raubtiere und Banditen lauern, sie ist ebenso friedlich und alltäglich wie sie es war, da deine Tasche noch keine Waffe barg. Und zu Hause bemerkst du dann erst, dass du vergessen hast, dir Patronen zu kaufen. (Aus dem Tschechischen übersetzt.) Die Sensation der Kleinbahn Der Schnellzug donnert in den Bahnhof. Noch bevor der Schnaubende hält, werfe ich einen Blick durch die grossen, blanken Scheiben. Richtig: drüben steht schon das Zügle, das einige der Herangesausten behaglich in -stilles Land tragen wird. Es steht fern der • Bahnhofsmitte, in der die blauen und bordeauxroten Blitzzüge eine Minute halten, am äussersten Rande, auf dem letzten Geleise. .Wir lieben das Zügle. Es ist uns ein alter .Freund. Gelassen steht es da und wartet. Eigentlich sollte es schon gemächlich anriehen, aber es will nicht nur Reisende aus dem soeben angekommenen Schnellzug mitnehmen, sondern auch welche, die mit einem Zug von der anderen Seite kommen, und der hat wieder einmal Verspätung. Wenn er aber auch eine ganze Stunde Verspätung haben sollte, das Züglein wartet auf den feudalen Bruder, der so wichtig tut. Neben ihm ist es nur ein geringer Mann. Der Glänzende saust an einem Tag wohl tausend Kilometer weit, der Geringe klopft vom Morgen bis zum Abend kaum dreissig ab, viermal hin, viermal zurück. Die Lokomotive der Kleinbahn, ehrwürdig, uralt, Modell voriges Jahrhundert, ist wie ein treuer Hund, der für kleinen Dienst das Gnadenbrot frisst. Warte nur, balde, , balde... Die vier, fünf Wagen sind schlachtreife Klapperkasten mit harten Bänken und verkratzten Fenstern, unwohnlich und keineswegs auf der Höhe der modernen Hygiene. Was tut's? Man richtet sich eben ein und nimmt vorlieb. Die Reise dauert ja nicht lang, höchstens anderthalb Stunden von der Schnellzugstation bis zum letzten Dort vor den Bergen. Wir kennen den Zugführer, der seit vielen Jahren die Strecke auf- und abgondelt, wir kennen den alten Schaffner, der unter lauter Bekannten einen leichten Beruf hat, wir kennen auch viele Fahrgäste. Wir kennen die elf Stationen der dreissig Kilometer und wissen genau: Jetzt kommt die mit dem bunten Gärtchen am Stationshaus und der Papierfabrik, jetzt die, hinter der ein Eisenwerk liegt, jetzt das Städtchen, in dem ein Realgymnasium ist, das die buntkappigen Mädels und Jungen entlässt, die mit dem Zügle heimfahren. Da sind sie schon, lärmend und lustig, die Mappen und Bücher unterm Arm, und springen auf und mischen sich unter die breitschichtigen Frauen mit den Marktkörben, unter die Arbeiter, die von der Fabrik ihrem Dorf zufahren, die Blechkanne auf dem Schenkel, rauchend, schwatzend, zeitunglesend. In solch einem engen Tal^äiM ' wir Jahr um Jahr besuchen, gibt es. viel vertraute* Gesichter. «Mal wieder hiesig?» geht die Frage und sie freuen sich, dass wir dem Tale treubleiben. Man ist wie daheim in einer Familie. An einem' Statiönchen steigt der Tierarzt ein, schnaufend und wichtig,

N° 58 - 1930 AUTOMOBIL-REVUE 25 Begegnung •Tagelang denkt er darüber nach, wie er es beginnen müsse, dieser trauernden Frau eine Blume zu geben. Vielleicht wird sie böse darüber sein, vielleicht wird er stottern, wenn er sprechen soll. Wie unglücklich wird er dann sein. Sie ist so wunderbar schön, sie geht so leicht, so schwebend. Immer hält sie die Lider über die Augen halb gesenkt, sie sind gewiss gross und strahlend, immer hält sie den Kopf leicht geneigt. Ob sie seiner überhaupt schon gewahr wurde ? Hell erklingt die Glocke seines Fahrrades. Sie wendet ein wenig den Kopf. « Da ist er wieder, dieser schöne, hochgewachsene Knabe, mit dem leuchtenden gelben Haar.» .Mit einem Blick kann man sich sein Bild einprägen. Stirne und Nase in edler Linie, die Augen tiefblau, die Gestalt schlank, kraftvoll und doch weich und elastisch in Haltung und Bewegung. « Wenn er mein Bruder wäre, da wäre ich weniger einsam.» Er lässt das Rad frei laufen und saust an ihr vorüber, hocherhobenen Hauptes, ohne ihr einen Blick zu geben. Nur einen Finger hat er ganz leicht an die Lenkstange gelegt, 'wie um ihr zu zeigen, dass er um ihr Dasein weiss. Man muss nicht mit dem ganzen Auge schauen, um zu sehen, wie wunderschön sie ist. — Ihr erscheint es ein wenig verächtlich, dieses leichte Hintasten seines kleinen Fingers nach der Lenkstange. « Aber ich bin ihm ja fremd, wie sollte er anders ! » Da sie nach kurzem Verweilen'vom Friedhof wieder kommt, steht er da, an eine Planke gelehnt, neben sich sein Fahrrad. In der linken Hand hält er eine weisse Rose. Ellbogen und Arm sind eng. angeschlossen an dem schmalen Knabenkleid, als müsste er die Blume stützen, und die Finger liegen so sonderbar an dem Stengel, als hielten sie nicht eine Rose umschlossen, sondern das Beste seines Daseins, seine Jugend, seine Seele. In ihren Augen bekommt diese Blume/einen unirdischen Wert. Sie will es sich gar nicht vorstellen, dass er die Rose vielleicht für sie selbst bereit hält und muss es dennoch wünschen. Die Füsse tragen sie langsam vorwärts; nun steht sie vor ihm. Da hebt sie ein wenig die Hände und sagt mit einer Stimme, die ihr fremd klingt: «Oh bitte, wollen Sie mir die weisse Rose geben ? » Tagelang hat er darüber nachgedacht, wie er es beginnen müsse, ihr eine Blume zu geben, und nun ist alles so traumhaft leicht, so , unwirklich schön geworden. Er bewegt die Lippen in stummem Flüstern,' und Während er^ ihr die Rose entgegenhält, scheint er sich zu verneigen: aber es ist kein Neigen des Körpers, nur an seinem demütipen Ausdruck ist zu erkennen, dass er sich vor der Fremden verbeugt. Sie nimmt die Blume mit .beiden Händen und streift dabei an seine kraftvollen langen Knabenfinger. Und sie blicken einander mit feuchten leuchtenden Augen ernst an. Humor Die Dame am Steuer. Er : Zum Teufel, Jetzt ist mir eine Zündkerze durchgebrannt. Sie : Um Gottes Willen, aber ohne Licht können wir doch gar nicht mehr nach Hause kommen. Er : Ich hin mit meinem Auto gar nicht zufrieden. Sie : Siehst du — hättest du das mit dem entzückenden Zigarettenanzünder und der herrlichen Kühlerfigur genommen ! « Sie» hält an und giesst aus einer Kanne Benzin in den Kühler. Ein Zuschauer fragt, ob bei diesem Auto der Benzinbehälter in dieser eigenartigen Weise angebracht sei. Darauf antwortet sie : « Ach, es ist das erste Mal, dass ich allein fahre. Es wird aber schon in Ordnung sein. Hier giesst mein. Mann oft etwas hinein.» * * * Die Magenuhr. Der kleine Fritz : Mutti, ist nicht bald Mittagszeit ? Mutter : Noch lange nicht! Fritz: Ja, 'dann muss mein Magen aber sehr vorgehen! * * • Der Ahnungslose. « Ist das ein Verlobungsring ? » fragt die Freundin neugierig. « Ia », erwidert Stella stolz. « Aber du darfst es niemandem weitersagen. Der, der ihn mir gegeben hat, weiss es nämlich selbst noch nicht.» Was er wünscht. « Wenn ich Ihnen meine ehrliche und aufrichtige Meinung sagen soll,.. > meinte der Rechtsanwalt. Aber der Klient unterbrach ihn : « Nein, nein. Ich will Ihren juristischen Rat.» * * • «Kannst du deinen Schneider als gut empfehlen?» «O ja — zum Beispiel dieser Anzug hier hat bis zur letzten Ratenzahlung gehalten.» Station Oberdiessbach. 1000 ra ü. AI lei.J. Saison 15.Mai bis 15.Okt. Eisenquelle, grosseWaldcr, renomm.KUche. lUustr. Prospekte.3maliEci\utopostn. Oberdiessbach und Steflisburg. Hun •mr> s'cH Fr. 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Fröhlich zieht es, bald rechts, bald links des Baches, durchs Tal hinauf, teilweise schwesterlich begleitet von den Geleisen der Lötschbergbahn. Wir erreichen Zugerländchen. Hart am weltberühmten Gebiet des Vierwaldstättersees liegt ein prachtvolles Stück Schweizererde, vom grossen Fremdenstrom fast unberührt, das Zugerländchen. Wohl führt die grosse Verkehrsader von Zürich nach dem Gotthard und Luzern mitten durch sein Gebiet, doch durchfährt der Automobilist meist achtlos die Strecke, vielleicht hier und dort im Vorbeifahren ein hübsches Bild aufnehmend. Und wahrlich, das Zugerland ver- Frutigen. Die Strasse teilt sich, ein. Strassenarm seinen prächtigen Alleen, Orte wie Baar, mit den führt der Engstligen entlang nach Adelboden; wir nahegelegenen, berühmten Höllgrotten, Menzingen, der Weiler Edlibach, Ober- und Unter-Aegeri, dann " folgen dem andern, der weiter durchs Kandertal Cham, Rothkreuz, Walchwil, alle laden uns zum , führt. An der mächtigen Ruine Tellenburg und Bleiben ein und überall fühlt man sich sofort heimisch. Und wenn wir so das Ländchen durchstrei- später am idyllischen Blausee vorbei führt unser diente doch viel mehr Beachtung! Wer einmal sich zu einem Aufenthalt entschliesst und das Ländchen mit offenen Augen durchstreift, fen, dann merken wir noch etwas, nämlich dass wird immer von neuem erstaunt und be-eiglückt sein von den intimen Reizen, die sich schen Erdenflecks schon lange «entdeckt» haben paar ganz Schlaue die Vorzüge dieses idylli- ihm bieten. Ein hübsches Bild löst das an-und Jahr für Jahr ihre Ferien'hier zubringen'. e Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O.R.Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. Idealer, inmitten prächtiger Tannenwälder ge» legener Ausflugsort.' Inkl. Etablissement mit 350 Betten. Sommer- und Wintersaison: Juni- September, Dezember-März. Arrangements für Ferien, sowie Week-End-Aufenthalt. 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Kflni kehrt sind, werden wir die leuchtende Erinnerung an herrliche Tage mit in den Alltag nehmen, -r. Langenthai. Selten ist ein Ort für Autoausflüge so günstig gelegen, wie das bei Langenthai der Fall ist. Hart an der grossen Durchgangsstrasse Bern- ' Zürich und Basel liegend, wird es doch von derselben, nicht berührt, und ist so vom Lärm der durchfahrenden Fahrzeuge verschont. Der Ort hat sich in den letzten Jahrzehnten prächtig entwikkelt; seine betriebsame Industrie, sein Handel und sein Gewerbe haben ihn zum Zentrum des ganzen. Oberaargaus gemacht. Fast wagt man nicht mehr von einem «Dorf» zu reden; aber der Landwirt spricht auch heute noch in Langenthai sein Wort • mit. Vor allem aber ist Langenthai auch ein einladender, gastfreundlicher Ausflugsort, und Sonn- ! tags, wenn der pulsierende Arbeitsstrom ausgesetzt i hat, ist es gar ruhig und heimelig hier. Die Auto- : mobilisten sollten Langenthai noch mehr als bisher zum Ausflugsziel wählen, und wer etwa noch riia dort war, der verfehle ja nicht, am nächsten Weekend doch mal auf Langenthai zuzusteuern, B. Wingreis bei Twanri. Am Fusse steil abfalleo- ' der Felsen, mitten in den Rebbergen, vor alle« Winden geschützt, liegt eine malerische Gruppe von Häusern am linken Bielerseeufer. Rauschend wirft der See in gleichmässigen Abständen seine Wellen ans Ufer, und die Sonne verwandelt das Wasser in flüssiges Silber. In blauer Ferne zeichnen siGh die Gipfel der Voralpen ab. Das ist die Lage voB Wingreis, und diese herrliche Lage macht es zum idealen Ausflugsort für den Automobilisten. Der Bielersee ist ja von überall her mit Leichtigkeit zu erreichen, und niemand wird es bereuen, den Sonn* tag oder die Ferien an diesem herrlichen Plätzchen verbracht zu haben. bchr. Evolena, ein Walliserdorf. Händelsüchtig veranlagte Leute fahren sich bestimmt in die Haare* wenn sie die Vorzüge der Walliser Seitentäler vergleichend abwägen. Friedfertige Menschen werden vielleicht für die eine oder andere Ecke der Walliser Landschaft eine Schwäche haben, im allgemeinen aber der Meinung sein, dass das Wallis vom Tal der Rhone bis hinauf zum Monte Rosa und vom Galenstock bis hinunter zur Dent du Midi ein gottgesegnetes Stück Schweizerland ist. Und wenn man Lorbeeren verteilen und Loblieder singen will, so soll man kurzerhand an alle Berge Kränze hängen und auf den ganzen Kanton ein grosses Lied der Bewunderung und des Dankes anstimmen. Einen der vielen Kränze würde ich an die Berge von Evolena hängen und eine Strophe des Lobliedes dem schmucken Hauptort des Val d'Herens, wieder Evolena, widmen, — sofern ich Dichter wäre. Evolena wird als das originellste Walliserdorf bezeichnet. Es hat sehr wahrscheinlich Anrecht auf diesen Titel. Das grosse Dorf weit hinten im Val d'Herens — es sind 27 km von Sitten — hat eine Bevölkerung, die trotz dem raschen Lauf der Zeit am Alten festhält. Die Frauen und Kinder im Eringertal tragen auch heute noch ihre schmucke Tracht mit dem kecken Walliserhütchen, und man schämt sich gar nicht, auf dem Eselsrücken bis zur Stadt hinunter zu reiten, wo Autos kommen und Fremde mit grossen Augen das Reiten der Frauen ansehen. Diese Tradition ist das schöne Wahrzeichen des Tales von Evolena, und wenn man noch das schmucke Dorf, den grünen, lachenden Talboden und die versonnte, bergige Landschaft zu schätzen weiss, dann begreift man von Herzen, dass das Dorf im Eringertal zu einem grossen Titel gekommen ist Schm— Teilspiele In AHdorf. (Mitg.) Nachdem am 22. Juni das Tellspiel vor 800 Mitgliedern des Schweizer Metzgermeister-Verbandes aufgeführt und von denselben begeistert applaudiert wurde, fand Sonntag den 29. Juni sbhin die erste Aufführung für die Schuljugend statt, an der über 1000 Kinder, Studenten und .Töchter aus der Urschweiz beiwohnten. Jugendliche Begeisterung zollte dem Spiel reichen Beifall. Mit dem nächsten Sonntag, den 13. Juli, beginnen nunmehr unter der neuen Regie des Hrn. Kunstmaler August Schmid die programmässigen Aufführungen alle Sonntage. Der Besuch der ersten Aufführungen im Juli wird speziell empfohlen, da der Andrang im August erfahrungsgemäss jeweilen sehr gross ist.