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E_1930_Zeitung_Nr.058

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE 1930 Treibkraff L Woher so plöfzlidi? Sobald ich Mixfrol zum Brennstoff goss: Ein augenblickliches Anspringen trofz Kälte. Kein Verrussen und Verkohlen mehr. Weniger Zündkerzen. Kein Ueberhitzen bergan. Mein Brennstoff reicht jetzt für viel grössere Strecken. Ich habe weniger Reparaturen. — Mixtrol verbrennt halt nicht bei der Explosion, reinigt und schmier» automatisch. Nur wer Mixtrol braucht, kennt das wonnig geschmeidige Fahren. — 1 ji Liter Probekanne für 100 Liter Brennstoff Fr. 3.80 gegen Nachnahme mit Rückgaberecht. Immer neue Verbesserungen ECatrosserief aftfier-, Spengler-Arbeiten Kristall slas-Seitenteile Neu der "Wagen, neu die Linienführung, neu der Lastwagen, und jetzt Reparaturen zu vorgeschriebenen Preisen und neue Garantie. Keine Neuerung, so kühn sie auch sein mag, unterlässt Ford, wenn es sich darum handelt, die Ausgaben seiner Käufer noch weiter zu vermindern. Er legt tatsächlich Wert darauf, dass der Fordwagen nicht nur im Preise vorteilhaft ist, sondern auch im Unterhalt; deshalb hat er die vorgeschriebenen Preise für Reparaturen eingeführt. In Zukunft kann jeder Ford-Besitzer int voraus, bis auf 3en Rappen genau, den Preis für Arbeitslohn bei allen Reparaturen ausrechnen. Keine Oeberraschungen mehr, keine Unwissenheit, keine Diskussionen. Vorbei die allen Automobilisten so bekannte Sorge mit der Rechnung! Welche Erleichterung, welch unschätzbarer Vorteil und welche Ersparnis, denn die Preise konnten — dank der absoluten Unveränderlichkeit der einzelnen Teile — auf ein Niveau gebracht werden, das nirgends seinesgleichen hat. Denken Sie ferner auch an die einzigartige Garantie bei Ford, laut welcher jeder Teil, der als beschädigt befunden wird, von jedem Ford-Händler-unentgeltlich ersetzt und montiert wird; wiederum etwas*, wodurch AüjfgtJSJjfcivermieden werden. Der Ford ist wirklich ein wirtschaftlicher Wagen,""in'"jeder Beziehung. Verdecke, Ueberzüqe, Seitenteile diverser Systeme, Gummi- und Velours-Teppiche, Tuch- und Leder-Polsterung, Pneuhüllen, Staubdeckerij Kühlerdecken, sowie alle einschlägigen Arbeiten bei n FORDSON LINCOLN HÄNDLER IN ALLEN GRÖSSEREN ORTEN DER SCHWEIZ e u: Cis! oavert m® „flrbenz Sunsaloon" BELLE OGCAStON OttO Kusterer, Karosserie, Zürich 8 Reinhardstrasse »*

N° 58 — 1930 AUTOMOBIL-REVUE Tedan« Rundschau t Bessere Raumausnützung — Stromlinienprinzip. Ein Hinweis von Oberingenieur P. Jaray. Der trefflich abgefasste, von vorurteilsfreier Auffassung zeugende Artikel «Bessere Raumausnutzung» in der «Automobil-Revue», Nr. 47, soll hier an den wesentlichsten Punkten unterstrichen, in einigen etwas eingeschränkt und im Rest erweitert werden. Es ist im Automobilbau in der Tat die Karosserie, die der Ingenieur bisher am stiefmütterlichsten behandelt hat. Der Automobilkonstrukteur konnte nur in ganz vereinzelten Fällen Chassis und Karosserie zu einem einheitlichen Ganzen durchbilden, und von diesen Typen gibt es kaum eine einzige, die sich der überlieferten, getrennten Bauweise gegenüber zu behaupten in der Lage war. Das hat seine guten Gründe, deren wichtigster die unselige Spezialisierung ist — leider eine Vorbedingung für die Schaffung von Höchstleistungen. Die Weiterentwicklung kann nicht länger mehr auf getrennten Wegen erfolgen. So entstehen nur Variationen, Spielarten, nichts grundlegend Besseres. So wie die relativ im Ruhezustand sich befindenden Bauteile des Wagens des Statikers bedürfen, so, ja noch viel mehr, muss der «Dynamiker» für die korrekte Berechnung und Ausbildung aller bewegten Teile Sorge tragen. Dabei genügt es aber keineswegs, nur der Dynamik der icsten Körper zu gedenken — allenfalls noch der der flüssigen und gasförmigen im Bereich des Motors —. Die Dynamik der Luft, die Aerodynamik, mit ihren teilweise schon jahrzehntelangen Erfahrungen und ihren hauptsächlich empirisch entwickelten Gesetzen gehört zu dem Wichtigsten, was bereits den Entwurf des Automobils, zumal für die Form massgebend, zu beeinflussen hat Man komme nicht immer mit dem abge- Üroschenen Einwand: «Die im Verhältnis zu Flugzeugen oder Luftschiffen geringe Fahrtgeschwindigkeit macht es nicht notwendig, die Gesetze der Aerodynamik beim Automobil zu beachten.» Ebensogut könnte ich sagen: « Die im Verhältnis zur Pferdekutsche riesig grosse Fahrtgeschwindigkeit des Automobils zwingt zur aerodynamischen Formgebung. » Alles ist relativ. Gewiss, Bauart und Zustand der Landstrassen in Europa sind im allgemeinen heute noch nicht so, dass höhere Mittelgeschwindigkeiten als etwa 50 bis 60 Kilometer-Stunden möglich wären. Aber zo solchen Durchschnittsgeschwindigkeiten gehören grosse Strecken mit hohen Geschwindigkeiten von 80, 100 Kilometer-Stunden und mehr. Der Einfluss aerodynamisch richtiger Formgebung ist dabei schon sehr bedeutend. Er äussert sich je nach den Betriebsverhältnissen, Strassenart, Steigungswinkeln, Motorleistung, Wagengewicht etc. in einer Leistungsersparnis (und entsprechender Betriebsstoffersparnis) von 20 bis 60 Prozent. Damit komme man auch nicht: Das bisschen Benzin spielt bei den übrigen grossen Kosten rungen herausgebracht, z. B. das Rollverdeck die elegante, hinten abfallende Linie, neuerdings die überbauten, kotflügellosen Hinterräder, und viele Kleinigkeiten; da kann man doch von Kutschenform kaum mehr reden. » Ich gebe -zu, es ist scheinbar besser geworden. Besonders die hinten abfallende Linie und, wie erwähnt, die eingebauten Hinterräder sind ein kleiner Schritt vorwärts. Aber auch nur scheinbar. Diese Merkmale sind der korrekten Stromlinienform, die ja seit vielen Jahren bekannt ist, abgeguckt — irgendeinen aerodynamischen Vorteil bieten sie jedoch allein nicht. « Vergebens », sagt Lessing, « der. Hals war zu steif, und mit aller Bemühung brachte sie es nicht weiter, als dass sie-eine lächerliche Gans ward, ohne ein Schwan zu werden.» Genau so lächerlich sind nun « Annäherungsversuche » an die von der Natur der Sache bedingte einzig mögliche Form. Es gibt im wesentlichen nur eine Fischform, eine Vogelform — daher prinzipiell nur eine Luftschiff-, eine Flugzeugform. Auch das Automobil muss zwangsläufig zu einer Form gelangen, die einem über den Boden oder über die Wasseroberfläche rasch dahingleitenden Tier ähnelt. Der bekannte deutsche Automobilexperte Conrad sagte in seiner Zeitschrift «Der Motorwagen»: «Der Konstrukteur des Stromlinienwagens hat — nur vom Zweckmässigen, vom Rechnerischen und von der Empirie über den Luftwiderstand bzw. den Stromlinienfluss ausgehend — eine Form gefunden, oder besser gesagt, intuitiv nachgeschaffen, wie sie sonst die Natur bei ihrer Konstruktion organischer Gebilde verwendet oder verwenden Fahrtwindströmung bei einem offenen Tourenwagen und bei einer Stromlinien-Limousine, Bauart Jaray würde, wenn ein mit dem vorliegenden identischer Zweck erreicht werden sollte. Hierin liegt vor allem der zwingende Grund dafür, dass jeder früher oder später sich an die Stromlinienform nicht nur gewöhnt, sondern sie bald als richtiger oder ansprechender sieht, als die normale, unorganische, zerklüftete Form. Denn das menschliche Auge ist Millionen Jahre lang vom organischen Vorbild und nur einige Tausend Jahre lang daneben auch vom Vorbild der Kunstformen entwickelt worden. Der Grund dafür, dass schliesslich keiner sich der Wirkung einer voll entwickelten Zweckform entziehen kann.» Unschön kann ein Ding nicht sein, das durch und durch zweckmässig ist es kommt ausschliesslich darauf an, ob man die Zweckmässigkeit erkennt. Solange man ein Ding für zweckmässig hält, wird es als schön angesprochen. In dem Moment aber, da man Fehler entdeckt, öder gar ein anderes Ding, andern Orts schon unzählige Male bewiesen und auch in dem oben zitierten Artikel der Auto-Revue so klug gesagt worden, dass es im Maschinenbau keine andere Aesthetik gibt, als die der Zweckmässigkeit. Das Publikum muss zur Erkennung des Zweckmässigen erzogen werden; dann wird es morgen bewundern, was es heute noch belächelt — so wie es heute belacht, was gestern schon war. Die Innenausstattung, die Farbe — das kann wie bisher dem Geschmack und den Wünschen des Publikums überlassen bleiben. Das hat den Ingenieur wirklich nicht mehr zu interessieren; das ist Sache des Karosseurs, Sattlers, Malers usw. Interessant Ist, dass alle diese Erkenntnisse längst klargestellt, von berufener Seite immer wieder publiziert, erst jetzt Allgemeingut geworden sind2 Heute weiss man, dass in der Entwicklung des Automobils etwas in der angedeuteten Richtung geschehen muss; was zu tun ist, wo die beste Lösung liegt, ist aber vielen nicht vollends klar. Lassen wir die Fragen: Motor vorne oder hinten* Antrieb vorne oder hinten, starre oder schwingende Achsen usw. hier beiseite, weil deren Vor- oder Nachteile bei jeder Karosserieart ziemlich gleichartig in Erscheinung treten. Dann wird die Prüfung nötig, welche Karosserieform und Bauart die beste Erfüllung der oben genannten Zweckbedingungen ermöglicht. Der in dem zitierten Artikel «Bessere Raumausnutzung » skizzierte Typ kommt ihr schon näher als der traditionelle. Er stellt eine Kreuzung der korrekten Stromlinien- Karosserie mit den etwa zur gleichen Zeit propagierten Boots-Typen dar (1921). Die Raumausnutzung ist zwar besser als beim jetzigen Wagen, doch lange nicht so gut wie beim Stromlinientyp, weil bei diesem alle vier Räder bis auf die Breite der traditionellen --r ganz überflüssigen — Trittbretter überbaut sind, wodurch eine um rund X der jetzigen vergrösserte Grundfläche entsteht. In- der Erhöhung der Oekonomie ist durch die stromlinige Ausbildung der Oberkurve ein kleiner Gewinn zu erzielen. Der Luftwiderstand des Entwurfes dürfte, durch Interpolation aus den Friedrichshafener Messwerten (veröffentlicht ZFM 1922, S. 201 ff.) errechnet, 72 Prozent des jetzigen Kastentyps betragen. Der korrekte Stromlinientyp nach Fig. 1 dieses Artikels (ein Entwurf aus dem Jahr 1922) die^ heutigen Stromlinienwagen sind noch viel niedriger, vergl. Fig. 2, hat'aber nur 34 Prozent des-Luftwider- Haumverteilung und Sitaanordnung in der Jaray- Stromlinien-Limousine. Standes der jetzigen Kastentyps. Der Hauptgrund in diesem riesigen Unterschied liegt in dem bedeutenden Radwiderstand, der beim Bootstyp 45 Prozent vom ganzen Wagen ausmacht. Das korrekte Stromlinienprinzip vereinigt eben durch seine alles umschliessende Schale relativ kleinster Oberfläche bei geringstem Luftwiderstand und dabei grösstem Rauminhalt spezifisch die beste Raumausnutzung mit grösster Fahrtökonomie. So wie das Dreieck die einzige Figur ist, die den grössten Umfang bei kleinster Fläche hat; der Kreis die einzige Linie mit grösster Fläche bei kleinstem Umfang; die Kugel der einzige Körper mit grösstem Rauminhalt bei kleinster Oberfläche ist, so ergibt das Stromlinienprinzip nur eine einzige Form, die bei gegebenen Höchstmessungen das grösste Volumen bei kleinstem Widerstand aufweist. Diese Form ergibt zudem gleichzeitig infolge der geregelten Luftführung die denkbar günstigste (regulierbare oder automatische!) Lüftung, sowohl für Kühler bzw. Motor, als auch für die Insassen. Und dies ohne jeden Zugwind, selbst bei geöffneten Seitenfenstern und bei beliebiger Windrichtung. Diese Form ist ferner die einzige, welche die vor dem Wagen vom Boden abgehobene Luft annähernd wirbelfrei hinter dem Wagen wieder zu Boden leitet und damit den von den Rädern vom Boden weggezogenen Staub selbst abwärts drückt. Was die Aussicht, Sonnen-, Staub-, Windund Regenschutz betrifft, so kann nur ein Typ, dessen Form im Aufbau so getroffen ist, dass er vorne parabelförmig oder elliptisch abgerundet ist, ein relativ schmales Dach und ringsum gehende schräge Fenster hat, die durch Roll- oder Zugvorhänge teil- Die Erkenntnis der Wichtigkeit der Schmierung des oberen Teils der Zylinderwände, Ventilstössel usw. ist schon alt. Ihr Berater empfahl Ihnen von jeher dem Brennstoff für Ihren neuen oder frisch überholten Wagen für die ersten tausend Kilometer etwas Motorenöl beizumischen. Die Erfahrungen aber haben gelehrt, dass diese sogen. Oberschmierung dem Motor auch in der Folge nicht nur zuträglich, sondern geradezu eine unerlässliche Bedingung für die Erhaltung der Leistung desselben durch Herabminderung der Abnützung seiner Bestandteile auf ein Minimum bedeutet. Oberschmierung bedeutet Motorpflege! Warum sollen Sie die respektablen Werte, die Sie in Ihrem Auto angelegt haben, nicht ebenso pflegen wie irgendein anderes Ihrer Besitztümer? Die Auslagen hiefür sind die geringsten, wenn Sie n\X£t et der altbewährten Marke Trade Mark Uta Wagen mit Jaray-Stromlinienkarosserie. wie sie vor einigen, Jahren auf den Markt gebracht wurde. des Automobilbetriebs keine Rolle. Das ist ein Nonsens. Denn niemand wird so unvernünftig sein, 200 bis 600 Liter Benzin jedes Jahr auf die Strasse zu giessen — und soviel kann die Ersparnis durch korrekte Formgebung bei mittlerem Gebrauch eines Wagens ausmachen! Das sind keine Phantasiezahlen, sondern aus unzähligen Messungen im grossen Zeppelin-Windkanal gewonnene und durch die Praxis bestätigte Werte. Hier hat es keinen Sinn, zu zweifeln; die Werte sind ebenso zuverlässig wie Ergebnisse von Geschwindigkeitsmessungen nach Kilometerstein und Stoppuhr. Ist es da nicht verwunderlich, dass die [Automobilfirmen — mit einigen wenigen rühmlichen Ausnahmen — immer noch an der traditionellen Kutschenform hängen bleiben, indem der Automobilingenieur nach wie vor dem Karosseur völlig freie Hand lässt? «Das Publikum will den Wagen nicht so; es findet Stromlinienformen extravagant, unschön.» Das ist die Aeusserung, die man wiederholt hört. Und: «Wir Karosseure haben m den letzten Jahren so viele Verbessedas dem gleichen Zweck besser entspricht, wird das neue als schöner empfunden. Es gibt schon viele fortschrittliche Köpfe, sogar Künstler von Ruf, die den korrekten Stromlinienwagen für weit schöner halten, als den «eleganten», traditionellen Kutschwagen mit seinen unendlich vielen Ecken, Winkeln, Flächen und Kanten. Was ist denn eigentlich der Zweck des Automobils? Natürlich ökonomischste, bestmögliche Beförderung von Waren oder Personen. Im letzten Fall ist unter « bestmöglich » grösste Bequemlichkeit, beste Aussicht, Schutz vor lästiger Sonne, vor Windzug, Regen etc. und gute Lüftung verstanden. (Zur Beachtung: Ich beantrage eine Konkurrenz für die beste Lösung der Lüftung im geschlossenen Automobil; denn ich vertrete mit andern Forschern den Standpunkt, dass die gute Lüftung für das Wohlbefinden der Fahrer auf langen Fahrten ausschlaggebend ist!) Diese Zweckbedingungen sind es, die auch vom Publikum verlangt werden. Der Wagen, der sie am besten erfüllt, wird als der schönste anzusprechen sein. Es ist 1868 verwenden. — Diese Marke gibt Ihnen Gewähr für richtige Qualität und einwandfreie Preise. Kosten per 100 Liter Brennstoff nur Fr. 1.25. — Preis der 2-Liter-Kanne Fr. 10.—. VALVOLINE OEL A.-G. SONNENQUAI 3 ZÜRICH