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E_1930_Zeitung_Nr.062

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ten verspürt. Für die Strecken Gletsch-Furka und Qletsch-Grimsel war man weitherzig und Hess Gesellschaftswagen bis zu 30 Plätzen oder 9 Tonnen Maximalgewicht zu. Dafür wurde dann für die gemeinsame Zufahrtsroute Brig-Gletsch die Bestimmung getroffen, dass dort nur Wagen bis zu 18 Plätzen und höchstens 4O00 kg Gewicht fahren dürfen. Ueberdies sollen diese Fahrzeuge nicht breiter als 1,80 Meter sein. Man sieht die merkwürdige Sachlage: Auf Grimsel und Furka (wohlverstanden aber nur bis zur Kantonsgrenze!) sind Gesellschafts wagen bis zu 30 Plätzen zugelassen, welche aber offenbar bis Gletsch per Bahn befördert werden müssen, falls sie mehr als 18 Plätze aufweisen! Aber nicht nur das: die eidg. Post fährt auf der Strasse Brig-Gletsch mit Ausflugswagen von 6400 Kilogramm! Die Rechtsungleichheit zwischen staatlichem und privatem Betrieb ist hier so flagrant, dass sie zum Aufsehen mahnt. Weiter ist noch ein technischer Unsinn in obiger Vorschrift enthalten: Wagen mit 18 Sitzplätzen von einigermassen verkehrssicherer Konstruktion wiegen ohne Nutzlast schon ihre 5000 Kilogramm. Nur gewisse ausländische, für den schweren Verkehr auf Alpenstrassen kaum taugliche Gesellschaftswagen mögen gelegentlich nur 4000—4500 Kilogramm Leergewicht aufweisen. Da nun aber das Gewicht von 18 Personen mit rund 1300 Kilogramm in Rechnung gestellt werden muss (wozu noch das Gepäck kommt), so ergibt sich, dass die Gewichtsgrenze von 4000 Kilogramm für 18plätzige Wagen überhaupt ein Unding ist. (Unsere soliden Schweizermodelle dieser Grosse wiegen bei voller Besetzung 6500 bis 7000 Kilogramm.) Weiter ist auch die Höchstbreite von 1,80 Meter eine technische Unmöglichkeit. Es dürfte wenig 18plätzige Gesellschaftswagen geben, die dieser Vorschrift genügen, besonders dann nicht, wenn hinten Doppelräder sind. Es gibt kein einziges Schweizermodell, das dieser Bedingung entspricht. (Der oben erwähnte Bundesratsbeschluss rechnet vernünftigerweise mit einer Breite von 2,20 Meter.) Uebrigens gilt die Vorschrift «maximal 18 Sitzplätze und 4000 Kilogramm» nicht nur für die Strecke Gletsch-Brig, sondern noch für 29 andere Bergstrassen, worunter die Strasse des Grossen St. Bernhard, wo die eidg. Post ruhig mit Gesellschaftswagen von 6400 Kilogramm Leergewicht fährt, die natürlich ebenfalls breiter als 1,80 Meter sind. Also wiederum eine flagrante Rechtsungleichheit, gegen die übrigens der Schweiz. Motorlastwagenverband in einer Eingabe an den Walliser Regierungsrat jüngst protestiert hat. Wahrlich, es herrschen chaotische Zustände in einem Land, das andrerseits Millionen ausgibt, um den Touristenverkehr zu fördern. Auch hier weiss offenbar die linke Hand nicht, was die rechte tut. Während wir einerseits die grössten Anstrengungen machen, um den Fremdenverkehr in unser Land zu ziehen, schaffen die Behörden mit ihren sich widersprechenden und nicht sorgfältig durchstudierten Bestimmungen einen Wirrwarr, der dem Tourismus in den Alpen den grössten Schaden zufügen kann, wenn nicht ba.ld eine bessere Einsicht — und gegenseitige Fühlungnahme — zwischen Kanton und Kanton, wie zwischen Fachverbänden und Behörden Platz greift. Mf. Das Problem der Strassenkreuzungen. Viel Tinte und Druckerschwärze ist schon an das Thema der richtigen Kennzeichnung der Einmündungen von Neben- in Hauptstrassen verschwendet worden; dass es noch nicht endgültig gelöst ist, beweist die ansteigende Zahl von Unfällen, die sich an Kreuzungen ereignen. Aus dem Leserkreis wurde der «Automobil-Revue» ein neuer Vorschlag am Sicherung der Fahrzeuge gemacht. Der Automobilist kennt begreiflicherweise nicht alle Strassenkreuzungen ijji ganzen Land, ebensowenig kennt er sich aus in dem Durcheinander von Vorschriften, die nicht einheitliches Vorfahren erlauben, und diese Unsicherheit ist eine Quelle ständiger Kollisionen. Januar . . • • « . . Februar . . . . . . . . Mira April . . . . . . . . . Mai . Juni. . . . . . . . . . Juli August . . . . . . . . September . . . . . . . Oktober . . . . . . . . November . . . . . . . Dezember . . . . . . . Total Total Ende Juni Prov. Karta 473 646 974 2425 2638 5040 7409 12936 6726 2961 1966 1123 45217 12096 Es wird uns deshalb der Vorschlag unterbreitet, bei jeder Strassenkreuzung rechts Onenfys. läfe/ JEcfifeau ^ Eine Kreuzung, die mit den vorgeschlagenen .Sicherheitstafeln versehen ist. bei der Einmündung der Neben- in die Hauptstrasse eine Tafel aufzustellen, die eine erhobene Hand darstellt und jedem Führer ein eindringliches « Halt» entgegenruft, in einer Sprache, die überall verstanden wird. Der Automobilist weiss sofort, dass hier die Geschwindigkeit verringert werden muss, da Gefahr droht. Das von uns seinerzeit vorgeschlagene Zeichen bei der Einmündung einer Neben- in die Hauptstrasse. Die Idee scheint uns gut, um so mehr als unsere Zeitung sich schon mehrmals mit dem Problem beschäftigte und schon oft die uneinheitliche Lösung der Prioritätsfrage beim Kreuzen kritisierte. Wir schlugen seinerzeit ein besonderes Zeichen vor, das jedenfalls auch deutlich gezeigt hätte, worum es sich Die vorgeschlagene Tafel, die rechts bei der Einmündung einer Neben- in die Hauptstrasse placiert werden soll. handelt, und das im Rahmen der internationalen Zeichen blieb. Der Gedanke des Einsenders ist in seiner Art wirkungsvoller, schlagender; es ist zu .hoffen, dass der Vorschlag bei Gelegenheit Berücksichtigung fin^ det. 1927 |paiiavant| Triptyk I 175 218 271 356 609 525 767 556 469 385 848 535 5714 2154 206 256 603 1373 1671 2913 5487 7812 4412 1859 717 443 27762 7027 Hauptstnassc mfo. Ein durch die Ursache seiner Auslösung sonderbarer Autounfall trug sich im Vorfrühling am Untern Kohlenberg in Basel zu. Ein Metzgerbursche stationierte dort sein Lieferungsauto gegenüber einer Wirtschaft, zog die Handbremse an und stellte den Motor ab. Dann stiegen er und sein junger Begleiter aus und luden Fleischwaren in der Wirtschaft ab. Während der chauffierende Metzgerbursche noch einige Zeit im Restaurant zurückgehalten wurde, kletterte sein Begleiter, der von der Bedienung des Autos nichts verstand, über den Führersitz ins Automobil. In diesem Augenblick setzte sich der Wagen rückwärts in Bewegung und rollte die ziemlich abschüssige Strasse hinab. Wenige Meter vor der Steinenvorstadt sprang das Auto auf das Trottoir, überrannte einen Fussgänger und blieb stehen. Der Ueberfahrene hatte Verletzungen davongetragen, die ihn auf einige Tage arbeitsunfähig machten. Er reichte- eine Klage ein gegen den Chauffeur, wegen fahrlässiger Körperverletzung und machte eine Forderung von über 700 Fr. geltend. Der Angeklagte bestreitet ein Verschulden; 854 1020 1853 4154 4913 8478 13663 21304 11607 5205 8531 2106 78693 21277 Total auf EndeMonat 854 1874 3727 7881 12799 21277 34940 66244 67851 73056 76587 78693 I AUTOMOBIL-REV 1930 - N° 62 Voie Principale Mcrifeau. Orientes, läfe/ Ein sonderbarer Autounfall. I er ist der Auffassung, dass sein junger Kollege beim Hineinklettern ins Automobil mit dem Bremshebel in Berührung gekommen sei und so ungewollt die Bremsen gelöst habe. Der Experte stellte fest, dass die* Handbremse in tadellosem Zustand war und vor allem die Zahnung der Bremse intakt war. Er ist überzeugt, dass der Angeklagte vor dem Aussteigen die Bremse genügend angezogen hatte, denn sonst wäre das Auto bei dem starken Gefälle sofort die Strasse hinuntergefahren. Man muss annehmen, dass die Handbremse durch einen Unberufenen gelöst wurde. Auf Grund dieser Expertise und der Zeugenaussagen beantragte der Staatsanwalt Freisprechung des Angeklagten, weil diesem eine strafbare Fahrlässigkeit nicht nachzuweisen war. Das Gericht schloss sich dem Antrag des Staatsanwaltes an. Es scheint uns, dass in Bezug auf die Vorschriften über das Anhalten das Basler Verkehrsgesetz eine Lücke enthält. Im vorliegenden Falle wurden allerdings die gesetzlichen Bremsvorschriften beachtet. Es ist jedoch nicht recht verständlich, dass man vom Automobilisten nicht durch gesetzliche Vorschrift verlangt, beim Halten am Berg einen Vorjahres. Insgesamt sind im ersten Halbjahr 1930 68,247 Motorfahrzeuge eingereist, während es in der entsprechenden Periode des Vorjahres nur 36,905 waren. Diese starke Zunahme, die fast einer Verdoppelung gleichkommt, beweist schlagend die stark zunehmende Wichtigkeit des Autotourismus für unser Land. , -f. Autobusverkehr in St. Gallen. Der neueingeführte Autobusdienst hat sich in den ersten 14 Tagen seines Bestehens sehr gut eingeführt. Die Frequenz ist gut und die Bevölkerung spricht sich durchwegs lobend über die neue Verkehrsmöglichkeit aus. Naturgemäss sind die Mittag- und Abendkurse stets voll besetzt. Auch am Sonntag ist die Frequenz überaus stark. Das St. Georgenquartier möchte den Bus nicht mehr missen. -o- Eine Einschätzungsstelle für gebrauchte Automobile in Zürich. Die Automobilistenverbände des Kantons Zürich (Automobil- Club der Schweiz, Schweiz. Touring-Club, Verband der Lastwagenbesitzer, Automobilhändlerverband) warten mit einer Neuerung für die Schweiz auf. Sie haben kürzlich beschlossen, in Zürich eine Einschätzungsstelle Gang einzuschalten, und eventuell die Vorderräder abzudrehen. Diese einfachen Mass- für gebrauchte Automobile zu schaffen. Es soll so allen Automobilisten die Möglichkeit nahmen, die jedem erfahrenen Automobilisten gegeben werden, für den Fall eines Wagenkaufs oder -Verkaufs, oder auch für andere selbstverständlich sind und bei der Fahrprüfung den Kandidaten vom Experten als notwendige Sicherungsmassnahme vordemon- Zwecke (Steuereinschätzung, Inventarisation usw.) durch eine völlig unparteiische Stelle striert werden, sind im Gesetz nicht verlangt. den dannzumaligen Wert ihres Wagens Es gibt eben erfahrene und unerfahrene schätzen zu lassen. Die Verbände, die in Chauffeure, zuverlässige und leichtsinnige, dieser Schätzungsstelle vertreten sind, bürgen dafür, dass diese Schätzungen vollstän- und für die' letztern müssen solche Vorschriften als Warnung aufgestellt werden. gr. dig objektiv und unbeeinflusst durchgeführt werden und dass den sich ergebenden Werturteilen vollständiges Zutrauen entgegengebracht werden darf. Die gefährliche Barriere. Als kürzlich der Es ist vorgesehen, die Einschätzungen vorläufig zweimal pro Woche auf dem Beaten- 31jährige verheiratete Maurer Louis Remy aus Payerne über den dortigen Niveauübergang fahren wollte, senkte sich gerade die den Objekte vorher der Schätzungsstelle anplatz vorzunehmen, wobei die zu schätzen- Barriere und der Unglückliche wurde gegen gemeldet werden müssen. Mit der administrativen Geschäftserledigung ist das Sekre- den zweiten Schlagbaum geworfen. Er erlag kurz darauf seinen Verletzungen. Dieser Vorfall zeigt deutlich, wie notwendig es ist, die senhausstrasse 2, Zürich, beauftragt worden tariat der Sektion Zürich des A. C.S., Wai- Barrieren mit einer Alarmeinrichtung zu versehen, die vor dem Senken der Barrieren die ser Einschätzungsstelle wohl schon in näch- und dürfte die Aufnahme der Tätigkeit die- Strassenbenützer darauf aufmerksam macht, ster Zeit erfolgen. dass die Durchfahrt gesperrt werden soll. -f. Halbe Arbeit an der Axenstrasse. Wir haben seinerzeit unsern Lesern mitteilen kön- Autobusdienst nach dem Flugplatz Bern. Schon oft wurde als Uebelstand empfunden, nen, dass die Axenstrasse auf Urner Gebiet dass der Autodie,nst nach dem Flugplatz geteert werde. Wie uns nun aus jener Gegend berichtet wird, soll der bewilligte Kre- Belpmoos bei Bern nur von Fluggästen, nicht aber von andern Reisenden benützt werden dit leider nicht ausreichen, um die ganze darf. Nun hat die Flugplatzgenossenschaft Strecke von Flüelen bis Sisikon fertigzustel- ein Konzessionsgesuch eingereicht, um das len, vielmehr wird ein Stück erst nächstes Frühjahr drankommen. Wie wäre es, wenn der Kanton mit den Einnahmen des Klausenrennens den knappen Kredit etwas streckte? Recht zu erhalten, auch Drittpersonen gegen Taxe zu befördern. Kürzlich hat die Genossenschaft einen neuen vierzehnplätzigen Autobus in Dienst gestellt, da das bisherige Auto besonders am Sonntag dem Andrang von Fluggästen nicht mehr genügt. -f. Unter den Fussgängern sind die grössten Verkehrsanarchisten. Das schreibt nioht ein Automobilblatt, sondern ein Verkehrspolizist in der Basler Tagespresse. Es freut uns, dass die Einsicht doch endlich Platz greift, dass auch der Fussgänger sich der Verkehrsdisziplin unterwerfen muss. Uebrigens hören wir, was der betreffende Verkehrspolizist schreibt : « Aus der Kategorie der Fussgänger rekrutieren sich die grössten Verkehrsanarchisten, denn was diese zum grössten Teil sich leisten, grenzt an Selbstmord.» Stimmt, aber warum wird denn der Automobilist so oft und leicht als Mörder des — Selbstmörders angeklagt ? -f. Die Bahn ist froh über das Auto. Letzten Samstag wurde die Brünigbahn nach einem heftigen Unwetter bei Alpnach überschwemmt und von Schutt und Geschiebe überführt, so dass der Betrieb nur noch mit Automobilen aufrecht erhalten werden konnte. Erst Sonntag abend war dann die Linie wieder freigelegt. -O- Einreiseverkehr von Motorfahrzeugen. Im Monat Juni sind insgesamt 19,416 fremde Motorfahrzeuge mit provisorischer Eintrittskarte oder Tryptik in die Schweiz eingefah- von «TEtlxr 1 zsxx »Tsilxx* Aus dem Inhalt: Auf Schweizer und Tiroler Bergsirassen - Geheim risse des laufenden Bandes - Mode im Sommer - Das Auto im Dienste der Sanität - Das Auto als Propagandadiener - Auto und Skisport am Klausen - Das Lederautomobil - Salon eleganter Karosserien - Strandbad und Bademode - Rennversuche und Rennfahrer - Segraves Laufbahn - Valiers Den Neuabonnenten wird das Juniheft gratis geliefert. Der Abonnementspreis dieservornehmen Monatsschrift beträgt Fr. 10.-, für Die untenstehende Tabelle zeigt den konstanten Fortschritt unseres internationalen Autotourismus im Jahre 1930, verglichen mit demjenigen der vorhergehenden Jahre. In die Schweiz eingefahrene Tourenwagen: 1912 t 876G 1913 t 10542 1914:5711 1915; 272 1916:149 1917:119 1918; 69 1919; 929 1980:8389 1981:511« 1988; 7284 1923; 10131 1924 t 81918 1985; 38380 1926:50047 Monat Total ren gegenüber 11,448 im gleichen Monat des Abo n nenten der Auto-Revue nur Fr. 6.— 1 8 2 8 1 8 2 9 1 9 3 0 SS |fMV»"«l Triptyk Total *, 0 '°,'t | 55 [ l"»»a».nt | Triptyk [ Total £%** [ Total | *,fiL. 959 305 379 1643 1643818 335 593 1746 1746 1730 455 899 3084 3084 1154 280 486 1920 3563778 412 485 1675 3421 1620 295 1055 2970 6054 1801 270 950 3021 65841693 353 1447 3493 6914 2280 393 1635 4306 10370 3337 554 2811 6702 132863450 560 2877 6887 1380) 4732 803 4306 9841 20101 3882 623 2891 7296 205826621 657 5478 11656 25457 4388 877 4676 9941 30042 5379 629 4181 10089 306714964 614 5880 11448 36905 9396 918 8475 18789 48831 9463 887 8150 18500 4917110068 776 11092 21874 63841 15157 615 11117 26889 7606018428 827 15754 35009 93850 9227 447 6205 15879 9193911619 573 9797 21989 115839 2981 639 2397 6917 978564047 406 3165 7618 123457 1912 621 1037 3570 1014262443 525 1428 4396 127853 1083 411 729 2223 1036491805 470 1085 3360 131213 56335 5981 41333 108649 — 6 5 6 2 4 6508 69081 131213 — — — — H — 16512 2461 11698 30671 — 17214 2931 16760 36905 — 24046 3741 21044 48831 —

62 - 1930 AUTOMOBIL-REVUE Um das Klausenrennen. Am 17. Juli hat das erweiterte- Organisationskomitee unter dem Vorütz von Herrn Heinrich Hürlimann, Zürich, auf der Klausenpasshöhe getagt, um letzte Hand an die getroffenen Organisationsarbeiten anzulegen. Von Seiten der U. M. S. werden die Herren Bianchi (Neuenburg), Haag (Zürich) und Hürlimann (Zürich) als Sportkommissäre funktionieren und als offizielle Chronometreure sind die Herren Th. Beyer am Ziel und Bretscher am Start bestimmt. Mit besonderer Befriedigung wurde der Bericht über die mutmassliche Beschickung des Rennens entgegengenommen, der voraussehen lässt, dass idas Klausenrennen 1930 mit einer ebenso umfangreichen wie qualitativ hochwertigen Nennliste sowohl für das Motorrad- wie Automobilrennen wrrd aufwarten können. Dazu kommt noch, dass die Internationalität der Beschickung dieses Jahr eine ausserordentlich hohe sein wird. Speziell die Rennwagenklasse wird prominente Fahrer aufweisen. Das offizielle Bankett findet am 9. August im Hotel «Qlarnerhof» in Glarus statt; nach der Preisverteilung am 10. August in Altdorf findet kein zweites Bankett, sondern nur eine ungezwungene Zusammenkunft der Offiziellen, Ehrengäste und Komiteemitglieder im Hotel « Schlüssel» statt. Zu den Ehrengästen zählen auch Delegationen der Regierungen von Glarus, Uri und Zürich. Vom Zentralvorstand des A. C. S. wird der Zentralpräsident, Herr Dr. Mende, Bern, persönlich anwesend sein. Die Technische Kommission wird die Abnahme der Fahrzeuge in gleicher Weise wie 1929 vornehmen ; diejenige der Automobile unter Leitung von Herrn A. Brüderlin, Zürich; in Glarus, diejenige der Motorräder unter der Leitung von Herrn Haag, Zürich, in Linthal. Beide Abnahmen erfolgen am 8. August von 7—11 Uhr morgens. Das Propagandakomitee hat dieses Jahr eine besonders umsichtige und wohlvorbereitete Aktion durchgeführt. Alle Hilfsmittel wurden mobil gemacht und dieses Jahr vor allem auch der Radio in den Dienst der Sache gestellt. Es wird nicht nur in den letzten Tagen vor dem Rennen durch die Stationen Höngg und Bern alles Wissenswerte über Beschickung und Organisation des Rennens verbreitet, sondern man will auch versuchen, durch eine radiophonische Reportage während des Rennens das Interesse an- der Veranstaltung zu heben und am Vorabend über die Witterungsverhältnisse am Klausen den Sonntagsbesuchern die nötige Aufklärung geben. Extrazüge werden die Zufahrt zum Klausen erheblich erleichtern. Der Nachrichtendienst, ein© gewichtige Institution an einer solchen Rennveranstaltung, wird für die Aufstellung von zwei Lautsprechern auf der Vorfrutt und am Ziel sorgen, Ausserdem sind vier Zeittafeln vorgesehen, am Start, auf dem Urnerboden, auf der Vorfrutt und am Ziel. ^ Der Telephondienst ist dieses Jahr durch die Anschaffung von 12 modernsten und leistungsfähigsten Telephonapparate bedeutend vervollkommnet worden, zudem stehen für deren Bedienung 15 geschulte Fachleute der eidg. Militärfunker zur Verfügung. Es sind total 11 Telephonstationen vorgesehen, indem dieses Jahr zwei neue im Fritterentobel und im untersten Wang geschaffen wurden. Dadurch sind nun alle « strategisch » wichtigen Punkte der Rennstrecke mit Telephonstationen ausgerüstet. Am Ziel .besteht direkte Verbindung nach Altdorf und weiter, so dass den anwesenden Auslandsjournalisten die Möglichkeit gegeben ist, vom Ziel aus ihre telephonischen Berichte an ihre Zeitungen aufzugeben. Das Streckenkomitee wird für die Staubireimachung der Strecke auf dem Urnerboden mittels Chlormagnesium besorgt sein und auch für eine Verbesserung, resp. Erweiterung der Zielhütte, die den Chronometreuren und Offiziellen als Unterkunft dient, besorgt sein. Die Firma Lumina wird ihr schönes Chalet für die Unterbringung der Pressevertreter am Ziel aufstellen. Die Rennstrecke befindet sich, wie das Organisationskomitee an der anschliessenden Befahrung derselben feststellen konnte, in sehr gutem Zustande. Eine Neuerung, die besonders von den Fahrern sehr begrüsst werden dürfte, besteht in der Aufstellung von Kilometertafeln. Bei jedem Kilometer, vom Start an gemessen, befindet sich eine runde Tafel, die die betreffende Distanz angibt. Auch mi: dieser Kilometerangabe ist der Klausen wieder initiativ vorangegangen. Die Absperrung der Strecke wird mittels Drahtgitter und Kampierseilen vorgenommen. Das Polizeikonitee hat die Absperrung der Strecke durch j-* 80 glarnerische und urnerische Feuerwehrleute angeordnet. Ausserdem stehen ausser den Glarner und Urner Polizisten noch c 0 Mann der Zürcher Stadtpolizei zur Verfügung, die speziell den Verkehrsdienst zu besorgen haben. Dazu kommen noch 11 Abschnittskommandanten, denen ein bestimmter Abschnitt zur besonders sorgfältigen Ueberwachung und Rapportierung übertragen ist. Auf dem Urnerboden wird eine Unterkunfts- und Verpflegungsbasis für die Absperrungsmannschaften installiert. Das Organisationskomitee hat ferner die Beschaffung einer schön ausgeführten Klausenrennenplakette vorgenommen, die all denjenigen Fahrern abgegeben werden soll, die das Rennen zu Ende fahren und die ihnen als hübsche Erinnerungsgabe dienen soll. Die Preisverteilung findet wiederum in Altdorf vor dem Telldenkmal statt. So sind alle Organisationsarbeiten aufs beste vorbereitet. Der ganze weitverzweigte Apparat wird auch dieses Jahr wiederum zu aller Zufriedenheit funktionieren und wenn man bedenkt, dass in der gesamten Organisation nicht weniger als ca. 450 Personen beschäftigt sind, so kann man sich ein ungefähres Bild davon machen, welch grossen Arbeitsaufwandes es heute bedarf, um ein solch bedeutsames Automobil- und Motorradrennen auf die Beine zu stellen und eine einwandfreie, tadellos funktionierende Organisation zu garantieren. Der grosse Preis von Irland Mit 130 Stundenmeilen an den Tribünen vorbei! — Die einzigen Ausländer, Caracciola und Campari, schlagen eine gefürchtete Schar britischer Konkurrenten, worunter Kaye Don. Das bedeutendste automobilsportliche Ereignis des letzten Wochenendes war der am Freitag und Samstag im Phönixpark von Dublin ausgetragene Grosse Preis von Irland. Das Rennen liess es nicht an Ueberraschungen fehlen und besonders der erste Tag brachte eine gewaltige Sensation. Am Freitag bestritten die Wagen bis zu 1500 ccm das Rennen, und obwohl man in Irland an diesem Tage arbeitet, wohnte doch eine grosse Menschenmenge den Kämpfen bei. Die weisse Startfahne senkte sich vor 25 Wagen : 7 Lea Francis, 7 Alfa-Romeo, 4 Riley, 3 Aston Martin, 4 Austin und 1 Amücar. Gleich von Anfang an spitzte sich der Kampf zwischen Ivanowsky und Kaye Don auf Alfa-Romeo und den Lea Francis-Fahrern Paul, Higgins Und Sutton zu. Mit einer Stundengeschwindigkeit von 123 km legten die Spitzenfahrer die Runden zurück. Da das Rennen mit Vorgabe gefahren wurde, war Gillow natürlich am Anfang im Vorteil. Die ersten 10 Runden behauptete sich Paul auf Lea Francis an der Spitze, Gillow auf Riley fuhr jedoch sehr scharf und konnte die Führung an sich reissen. Sein gefährlicher Konkurrent Paul wurde infolge Versagens der Kühlung zur Aufgabe gezwungen. Die weitern Runden mussten die Entscheidung bringen, Ob der gewandte Gillow sich vor den Alfa-Romeo-Fahrern noch länger behaupten konnte. Das Rennen wurde mit der Zeit ausgeglichen. Ivanowsky und Kaye Don fuhren bei Kurven zweimal über die Rennstrecke hinaus, konnten aber sofort wieder die. Jagd weiter fortsetzen. Kaye Don verlor durch Kerzenwechsel volle 2^ Minuten; alle Hoffnungen konzentrierten sich nun auf Ivanowsky, den noch aussichtsreichsten unter den Alfa-Romeoleuten. Er verlor jedoch durch Defekt mehr als 6 Minuten, so dass Gillow nicht mehr attakiert werden konnte. Hinter ihm folgte Nash auf Austin, doch gelang es Eystone auf Alfa-Romeo nach zähem Kampfe sich endgültig an zweiter Stelle zu plazieren. Der Sieg des Londoners Gillow, der sich seinen Riley selbst baute, wurde mit grosser Ueberraschung aufgenommen, wenn auch deutlich das Glück durch Vorgabe und durch das Pech der Alfa-Romeofahrer auf Seiten des Engländers, war. Der Samstag brachte sodann Riesenmengen von Besuchern nach dem Phönixpark. Den Höhepunkt des Grossen Preises von Irland, das" Rennen der Wagen über 1500 ccm Inhalt, folgte erst an diesem Tage. Zum Start stellten sich drei Mercedes, drei Bentley, vier O. M., zwei Sunbeam, drei Alfa-Romeo und ein Sara. Auch dieser Lauf wurde mit Vorgabe ausgetragen. Gleich von Anfang an erwies sich Caracciola mit seinem starken Mercedes-Benz als Beherrscher des Feldes. Er legte mit einer Vehemenz sondergleichen los und fegte mit einer Geschwindigkeit von manchmal gegen 130 Meilen an den Tribünen vorbei. Hinter Caracciola folgten ebenfalls in äusserst scharfem Tempo ein ganzes Feld bekannter Fahrer wie Varzi, Campari, Campbell, Birkin und Ivanowsky. Birkin nahm als einziger der Bentley-Equipe die Jagd nach dem sich immer mehr distanzierenden Deut- Der Horch 8 war der erste deutsche Achtzylinder und einer der ersten Achtzylinder Europas. Zu diesem konstruktiven Vorsprung haben die Horch-Werke mit derZweckmässigkeit der Fabrikation noch einen zweiten erreicht: sie sind in der Lage, zum niedrigen Preis des Horch 8 einen beispiellos hohen Wert zu liefern. C. SCHLOTTER BECK, BASEL, ZÜRICH, BERN TELEPHONE: SAFRAN 48.60, HOTTINGEN 69.64, BOLLWERK 17.55 sehen auf, während seine Markenkollegen Wood und Ghassagne schon in der ersten Hälft© des Rennens am Reparaturstand anlegen mussten, gefolgt von Davis auf Sunbeam. In den Rhythmus des Rennens kam einmal ein jäher Unterbruch, als bei einer Kurve Caracciolas Wagen gefährlich stark ins Schleudern geriet. An Zeit büsst© er trotz glänzender Parade der Schleuderbewegungen immerhin 40 Sek. ein. Varzi musste sein hoffnungsvolles Rennen wegen Defekt aufgeben. Hinter Caracciola folgte noch immer Birkin, dem Campbell auf Mercedes ständig auf den Fersen war. So entspann sich zwischen diesen Beiden ein hartes Ringen um den zweiten Platz. Campbell hatte •jedoch Pech und musste schliesslich Birkin den Platz überlassen. Campari, der nachfolgte, setzte bei eitler Runde wegen Störung zwei Minuten aus, legte nachher aber gewaltig los und brachte es fertig, an Birkin vorbei, der einen Brandausbruch an seinem Wagen bekämpfen musste, sich hinter Caracciola zu plazieren. Der Sieg des Deutschen war ve'rdient. In vielbewundertem Stil erledigte er die ganze Strecke. Der Erfolg wurde hoch gefeiert, zweifellos wird sich die Technische Kommission des Rennens, die Caracciola anfänglich nicht teilnehmen lassen wollte, nun nachträglich zu ihrem besseren Entsehluss beglückwünschen. Interessant ist die Teilnahme der Bentleywagen. Es darf deshalb angenommen werden, dass.die englische Firma ihre kürzlich bekanntgegebenen Rücktrittsabsichten wieder aufgegeben hat. mb. Die Resultate: Wagen bis zu 1500 ccm Inhalt (Rennen vom Freitag): 1. Gillow (Riley), 3:36:01, Stundenmittel 116,169 km. 2. Eyston (Alfa Romeo), 3:42:05, Stundenmittel 120,401 km. 3. Frazer Nash (Austin), 3:44:52, Stundenmittel 106,194 km. 4. Kaye Don (Alfa Romeo), 3:45:22. 5. Wyte (Austin), 3:45:55. 6. Iwanowsky (Alfa Romeo) in 3:47:08. 7. Davis (Aston Martin), 3:47:48. Wagen über 1500 ccm (Rennen vom Samstag): 1. Caracciola (Mercedes) in 3:28:24. Stundenmittel 85,88 Meilen. 2. Campari (Alfa Romeo) in 3:36:19, Stundfcnmittel 78 Meilen. 3. Howe (Mercedes) in 3:39:53. 4. Birkin (Bentley) in 3:40:29. 5. Campbell (Mercedes) in 3:40:47. 3:45:32. 6. Lewis (Talbot) in Der Grosse Preis von Europa. Chiron auf Bugatti wird Erster. Der zahlenmässige Aufmarsch zum Grossen Preis von Europa, der dieses Jahr in Belgien — auf der Rundstrecke von Spa- Francorchamps — ausgetragen wurde, war mit 18 Fahrern nicht besonders gross. Belgien und Frankreich stellten ausschliesslich die Fahrer, die- Firmen Bugatti und Imperia hatten sich auf das Rennen hin besonders sorgfältig vorbereitet. Die Strecke stellte an die Fahrer grosse Anforderungen, sie ist sehr reich an Kurven, starken Abfällen und Steigungen. Die Wagen mussten alle ein Gesamtgewicht von 900 kg aufweisen, dabei erhielten sie auf 100 km 14 kg Brennstoff. Das Totalgewicht beim Start musste 1100 kg betragen. Der Favorit des Rennens, Chiron, vermochte sich gleich zu Anfang an die Spitze zu bringen, die er bis zur 20sten Runde mit seiner glänzenden Fahrtechnik beibehielt. Zwei Halte wegen Kerzendefekten warfen ihn leicht zurück, und Bouriat au! Bugatti rückte an die Stelle Chirons, die er aber nur für einige Zeit zu halten vermochte. Divo auf Bugatti und Zehnder auf Imperia verloren beide durch längere- Halte an Zeit und fielen zurück. Chiron fuhr die schnellste Runde, die 15 km legte er' in 7,05 Min. zurück. Er holte gewaltig auf und erledigte das weitere Rennen in blendendem Stil. Am Rennen nahmen auch zwei Fords teil, die sich sehr gut hielten und beim Publikum grosses Interesse fanden. mb. Das Endklassement: 1. Chiron (Bugatti) in 5:08:34 (Stundenmittel 115,913 km); 2. Bouriat (Bugatti), 5:09:34; 3. Divo (Bugatti), 5:13:54; 4. Duray (Aries), 5:22:26; 5. Zehender (Imperia), 5:25:19; 6. Montier Pere (Ford), 5:30:30; 7. Ledur (Imperia), 5:41:47. s» RTC Zum Unfall Kesslers am Jaunpassrennen wird uns von Herrn Kessler berichtigend mitgeteilt, dass der Wagen nicht infolge Platzens eines Pneus aus der Strasse getragen wurde, sondern dass der Pneu erst defekt wurde, als der Wagen bei der Kurve gegen das Geländer schleuderte und hier mit einem Rad aufschlug. Stuck hat Pech. Der Rennfahrer Hans von Stuck erlitt am letzten Freitag einen Unfall, der leicht hätte schlimmer ausgehen können. Stuck kam mit seinem Wagen von England her — vom Shelsley-Walsh-Rennen — und war im Begriff, nach Wien zu fahren, als ihn in der Nähe von Düsseldorf ein Sturm überraschte. Auf der offenen'Landstrasse schlug plötzlich der Blitz in einen Baum, 50 Meter vor dem im 140 km-Tempo fahrenden Stuck. Beim Ausweichen kam der Wagen ins Schleudern und Stuck fuhr mit seinem Wagen an die Böschung. Der Rennfahrer hatte jedoch Glück, er erlitt nur eine leichte Gehirnerschütterung und Fleischwunden. Stuck ist ausser jeder Gefahr. mb.