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E_1930_Zeitung_Nr.062

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8 AtTTffMOBlL>REVUE 1930 - N°62 Für wen * • den Ford? Fragen Sie einen Besitzer mehrerer Wagen, der auch einen Ford hat, welchen Wagen er und seine Familie am liebsten fahren. Und fragen Sie ihn weiter, ob er sich noch so häufig seiner anderen Wagen bedient, seitdem jetzt der Ford in seine Garage gekommen ist. Wenn Sie am Steuer sitzen, fühlen Sie die hervorragenden Eigenschaften des Neuen Ford: leichte Bedienung, überraschendes Beschleunigungsvermö* gen, hervorragende Strassenhaltung, er* staunliche Geschwindigkeit und aus* serst kräftige Bremsen. Wir werden nicht für ihn antworten, aber Erfragen . Sie bei irgendeinem Ford* wir geben Ihnen die Versicherung, dass Händler den Namen eine'S 'Auto* die meisten Besitzer mehrerer Besitzers, der unter seinen FORDSON Wagen auch einen Ford haben, Wagen auch einen Ford hat, und dass dieser Ford am mei* sten gebraucht wird. und dann erkundigen Sie sich selbst. LINCOLN HÄNDLER IN ALLEN GRÖSSEREN ORTEN DER SCHWEIZ Chenard & Walcker F. A.R. Traktoren, Anhänger Für Zürich und Ostschweiz wird tüchtiger Vertreter gesucht Offerten an die Schweiz. Generalvertretung: J. GERSPACH, Basel 21. Gesucht gelernten MECHANIKER, der speziell MERCEDES gefahren hat, ledig. — Angebots mit Bild, Zeugnissen, Gehaltsansprüchen an: Mercedes-Benz-Automobil A.-G., Zürich, Badenerstr. 119. mit guten Zeugn., sucht Stelle für sofort, ev. auch als Chauffeur, da durchaus sicherer Fahrer. Offerten unter Chiffre 46095 an die Automobil-Revue. Bern. Junger, solider AUTO- MECHANIKER, Abstinent, Mil.-Chauff., sucht Stelle in Garage od. als Chauffeur auf Luxus-, Lief.- od. Lastwagen. Westschweiz bevorz. weg. Erl. d. Sprache. Eintr. sof. od. nach Uebereink. Off. m. Lohnang. an H. Anderegg, Automech., Koppigen (Bern). mit mehrjähriger Praxis, sucht Stelle auf Last- od. Lieferwagen od. besseren Strassen-Traktor. — Gute Zeugnisse. Eintritt nach Uebereinkujift. — Offerten unter 0. F. 3942 Z. an Orell Füssli - Annoncen, Zürich, Zürcherhof. 46083 per sofort od. 1. Aug. in Autotransport-Geschäft der Stelle auf Luxuswagen, Ostschweiz tüchtiger und solider kl. Reparat, selbst. Iä. experimente \ Zeugn. u. Refer. Offert, Chauffeur-Mechaniker Küfer und Chauffeur auf 5-T.-Saurer-Lastwagen. In Frage kommen nur Bewerber, welche mehrjähr. Fahrpraxis besitzen u. beisur camions Saurer et tüchtiger, unbedingt zuverlässiger Küfer und Chauf- Automobil-Revue, Bern. 29 ans, 7 ans de pratique Gesucht in Weinhandlung der Ostschweiz junger, unt. Chiffre 46067 an die Möbelfuhren bewand. sind. Zugleich muss er dieBerna et voitures de luxe, feur. Es kommen nur Bewerber in Frage, welche Fahrbew. f. Gesellschaftsfahrten besitzen. Verheirat. zuverlässig Autofahren und die Spedition besorgen hat den Vorzug. Jahresstelle. Ausführt. Offert, mit cherche place können, ev. nicht gelernter Küfer. Kost und Logis Apprentissage Zeugnisabschriften u. Angaben über die Lohnanspr. a l'annee pour la conduite im Hause. Eintritt könnte sofort erfolgen. Jeune homme Suisse allemand, robuste et grand, sind zu richten unter Chiffre 46112 an die d'une camion ou d'une Offerten mit Zeugnissen und Referenzen unter voiture. Capable de toutes Angabe der Gehaltsuntersprüche unter Chiffre 46096 17 ans, cherche place Automobil-Revue, Bern.' rßparations. — Öftres ä an die Automobil-Revue, Bern. comme apprenti auto-micaniclen. Logement et Henri Imhof, Pension

Bern, Dienstag 22. Juli 1930 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 62 Der Herr ohne Auto Wochen-End- Vergnügen An einem Rosenfest Jeder Mann, der bei seines Lebens Mittag angelangt ist und auf seinen Vormittag zurückblickt, wird mir beipflichten müssen, wenn ich sage: Unsere Jugend ist nichts als ein Taumeln von Manko zu Manko. Einem Mann fehlt immer etwas zu seinem Glück. Jedenfalls zu dem Glück, das er bei den Frauen hat. So behauptet es wenigstens resigniert ein Mann in der «Münch. T. Z.» Oh, ich entsinne mich noch der Zeit, wo ich mir furchtbar unwiderstehlich vorkam; aber eine junge Dame schleuderte mir vernichtend ins Gesicht: «Was wollen Sie denn, junger Mann, Sie haben ja noch nicht einmal einen Bartwuchs ...?» Das war die erste Erkenntnis eines Mankos. Die weiteren Enttäuschungen blieben nicht aus. Der Bartwuchs kam, und ich dachte, dass ich nun alles hätte, was man zum Glück bei Frauen braucht. Aber schon die nächste sagte mir: «Was wollen Sie, junger Mann, Sie haben ja noch nicht einmal eine gesicherte Existenz...?» Nun, schliesslich kam auch -die Existenz. Nicht so rasch und schmerzlos wie der Bartwuchs, auch nicht so ausgiebig, aber immerhin, sie kam. Zumindest so eine Scheinexistenz. Später fehlte mir dann — immer nach Ansicht der Damen — der «nötige Ernst», der «Sinn für die Häuslichkeit», das «Verständnis für die Frauenseele» und das «imponierende Auttreten». Ich war fleissig und habe mir alles Fehlende im Laufe der Jahre angeeignet Und als ich — nach mühevollem Studium — glaubte, nun ein tadelloser Amoroso zu sein, stellte sich neuerdings ein Manko heraus, das mich bei den Damen unmöglich machte: Ich habe kein Auto... Keine Spur eines PS... Ich bin — der Herr ohne Auto. Was nützt mir mein unstreitbarer Bartwuchs? Was mein nötiger Ernst? Von meinem Sinn für die Häuslichkeit kann ich nichts abbeissen, das Verständnis für die Frauenseele macht mich nicht fett, und mein imponierendes Auftreten imponiert keiner Seele. Ich bin der Herr ohne Auto. Ich bin ein Paria. Alles im Leben konnte ich mir aneignen; aber mit dem Auto geht es nicht so ohne weiteres. Hier schiebt das Strafgesetz einen Riegel vor. Ausserdem könnte ich mir die Erhaltung eines Autos nicht leisten. Mein Bartwuchs schon bringt manchmal meinen Etat ins Wanken. Die Hoffnung auf ein Auto muss ich also fahren lassen. Leider nicht mit Benzin. Die Frauen kennen neuerdings nur eine Leidenschaft: das Auto. Don Juan ist heute nur mehr als Autobesitzer denkbar und Leporello als sein Chauffeur. Denn die Reise ins Glück kann heute nur mehr im eigenen Wagen angetreten werden. Zu Fuss ist die Strecke einfach nicht zu machen. Ich weiss nicht, welche Verführungskünste der selige Don Juan anwandte; ich weiss nur, dass es der Don Juan von heute leichter hat. Wenn er ein Auto hat, erliegen ihm alle Donna Daisys und Donna Madys. Mit 120 Kilometer in der Stunde steuert er der Hölle zu, die für ihn den Himmel bedeutet. Stohön ist ein Wochenend-Haus. Wir haben, eins. Wir - meine Frau und ich. Es liegt am Waldesrande, und das Ufer des Sees ist sozusagen vor unserer Haustür. Bestehen tut es aus einer Stube, in der wir araf hochklappbaren Betten schlafen, in der wir kochen und wohnen, und aus einer Veranda, auf der wir rasten und unsere Mahlzeiten einnehmen. Es können gerade zwei Stühle und ein schmaler Tisch darauf stehen. Aber das macht nichts, wir finden die Enge sehr gemütlich, auch gibt sie zu allerlei Scherzen Anlass. In unserm . Häuschen, fern am Waldesrand, sind wir riesig glücklich. Wir haben uns extra eine Stelle •ausgesucht, die erst nach einem Anmarsch von einer guten Stunde zu erreichen ist, so dass wir vor unerwünschten Störern ziemlich sicher sind ... ... Dachten wir. Das war, als wir das allererste Mal in unser Häuschen gezogen waren. Wir hatten eine schöne Nacht verbracht, • obgleich unsere. Lagerstätten reichlich ungewohnt und hart waren und unser Schlafgemach nach Oelfarbe und Terpentin roch, dass man glauben konnte, wir schliefen in einer Malerwerkstatt. Das hat uns aber nur zu Anfang gestört. Dann hatten wir gemeinsam Kaffee gebraut, das Tischchen auf der Ve- Tanda gedeckt und sassen nun fröhlich und sehr behaglich beim ersten Frühstück im eigenen Heim. Ich war gerade dabei, meiner Frau die Vorzüge des Einsiedlerlebens zu schildern und gleichzeitig dem Himmel zu danken, dass wir den ganzen Tag über fern von allen Mitbewohnern unseres Planeten sein würden, da tauchten Meiers nebst Schäferhund auf. Sie hatten sich in aller Herrgottsfrühe aufgemacht, um uns recht andauernd zu überraschen, und wir mussten sehr beglückt sein. . Meiers fanden unser Haus recht nett, aber viol zu klein und eng. Wir ärgerten uns über diese Kritik — aber mittlerweile haben wir uns das längst abgewöhnt, denn alle unsere Besucher haben anscheinend erwartet, wir wohnten hier am Wochen-Ende in einem Schloss mit 60 Zimmern. Also Meiers erschienen und mit dem Alleinsein •war es nun natürlich aus, mit dem Ausruhen auch. Kollege Meier meinte, wenn er schon so weit hergekommen wäre, dann wollte er-auch die Gegend richtig kennenlernen, ausserdem sollte sich auch der Hund mal tüchtig auslaufen. Was konnte ich da machen.? Ich führte also Meier durch die Wälder rings um den See. Es war recht heiss, und langes Gehen machte mir sowieso kein rechtes Vergnügen, zumal wenn ich mir dabei ohne Aufhören die Klagelieder und Beschwerden meines Kollegen Meier anhören muss, der es sich an- p scheinend in den Kopf gesetzt hatte, seinen gan- v , zen, wochenlang aufgespeicherten Geschäfts-Aer-" ger mir hier an meinem Erholungstage aufzuladen.- Ich hörte ergeben zu und lief mit. Mahnte ich einmal zum Ausruhen, dann sagte Meier: «Nein, lieber Freund, ausruhen kann ich mich in der Woche genug. Keine Müdigkeit vorschützen. Nachher schmeckt's Essen, um so besser.» Das Essen! Bei dem Gedanken wurde mir noch heisser! Wir hatten uns eine. Büchse Gemüse mitgebracht und mehrere Delikatesswürstchen, eine Mahlzeit, die auf unserem Spirituskocher im Nu herzustellen war. Meine Frau sollte sich doch nicht mit grossartigen Kochkünsten befassen! Es hätte für uns beide gut gereicht — für uiis zwei... aber nicht für unvorhergesehene Gäste nebst Hund. Bei diesem Gedanken kam ich berechtigterweise ins Schwitzen, aber mir wäre noch viel heilser geworden, wenn ich gewusst hätte, was meine Frau in dieser Beziehung ausstehen musste. Meiers hatten in weiser Voraussicht, dass wir auf .Tischbesuch nicht vorbereitet waren, einen schönen grossen Kalbsbraten mitgebracht. Der Braten war viel grösser als unsere grösste Pfanne, und wie man ein solches Stück Fleisch auf einer Spiritusflamme braten kann, das ist ein bisher noch ungelöstes Rätsel. Als sich die Unmöglichkeit des Unternehmens herausstellte, vergoss meine Frau einige Tränen, während Frau Meier die Hände über dem Kopf zusammenschlug, wobei sie äusserte, dass solche primitive Verhältnisse meiner Frau durchaus unwürdig seien, und dass es keinen Menschen auf der Welt gäbe (eingeschlossen ihren Mann), der ihr den Aufenthalt in solch einer Hottentottenhütte zumuten dürfte. So fanden wir denn die Damen in einigermassen schlechter Verfassung, als ich Kollege Meier nach Hause begleiten durfte. Nun, wir versöhnten die Damen allmählich wieder, besonders dadurch, dass Kollege Meier erklärte, er verstände sich aus seiner Junggesellenzeit und aus den Kriegsjahren ganz vorzüglich aufs Kochen. Und Meier verschwand in der Küche. Er kam aber gleich wieder,, sehr niedergeschlage'n. «Es geht leider nicht», sagte er ganz kläglich, «der Hund hat ihn schon auf...». Seit dieser Sekunde haben . wir mit Familie Meier keinen Verkehr mehr. Wir haben uns noch zehn Minuten energisch unterhalten, und dann Schluss. — — Am nächsten Sonntag kam meine Schwägerin Frieda mit ihren drei Söhnen Ernstchen. Heinzchen und Karlchen. Wir waren gerade auf den Seo gerudert und sehr froh, himmlische Stille zu gemessen, da erhob sich ein dreifache? Indianergebrüll — Ernstchen, Heinzchen -unu Karlchen. Ach, haben wir uns gefreut! Wir ruderten gleich ans Land, begrüssten unsere Gäste, zeigten meiner Schwägerin unser Häuschen. «Dass es klein ist,» rief sie aus, «das habe ich mir gedacht, aber sooo klein!» Wir kannten diese Litanei. Meine liebe Schwägerin, die natürlich auch einen Bärenhunger mitgebracht hatte, verlangte Kaffee oder Tee und Brot, ganz einerlei, wenn es nur etwas zum Essen sei. Was blieb uns übrig? Anstatt uns auszuruhen, kochten wir Kaffee, schnitten alles Brot, was wir hatten, strichen den gesamten Butter-vorrat darauf, deckten das Tischchen auf der Veranda für sie und die drei Jungen, trugen auf, legten vor und wünschten guten Appetit. Ernstchen und Heinzchen waren allerdings verschwunden, aber Karlchen, der jüngste, war da, und liess es sich nicht nehmen, für seine Brüder gleich mitzuessen. Im Handumdrehen war alles Essbare restlos 'verschwunden. Karfoheüs Mutter, meine Schwägerin Frieda, strahlte nur so. Solch ' einen gesegneten Appetit hätte der Junge überhaupt noch nie gehabt — meinte sie — das mache die frische Luft, und darum würde sie nun mit den Kindern so oft wie möglich zu uns ins «Wochen-Ende» kommen. Wir strahlten auch. Un dann ging Kartellen weg und kam nach einer Weile wieder und hatte beide Hände voll Stiefmütterchen, die wir gestern abend in unser Gärtchen gepflanzt hatten! Glückselig überreichte er die halbzerquetschten Blumen seiner Mutter als Geschenk. Die nahm sie und küsste dann den Jungen ab. «Ein liebes Kind», sagte sie mit tränenerstickter Stimme, «er weiss, dass ich Blumen so gern habe...» Dann sahen wir zum See hinüber: in ziemlicher Entfernung schaukelte unser Boot, und in dem Boot schaukelten Ernstchen und Heinzchen! Wer nie eine Mutter gesehen hat, deren Kinder auf dem gefährlichsten Element in einer «Nussschale» herumgondeln; der kann sich nicht ausmalen, was jetzt vor sich ging. Mit einem Sprung, mit einem Ein Gartenfest, viel lachende Frauen, Gerötete Lippen, geschminkte Brauen Und schlanke Arme, junge Rücken: Vielfarbener Schönheit reiches Entzücken, Ein Strudel, ein Festlärm, ein Singen und ' Raunen, ~. Ermüdeter Menschen glückliches Staunen. Da durchschneidet plötzlich ein blondeä Gesicht Das Fest; und mit tiefem Gewicht : Verdunkelt sich mir der umfackelte Park, Und leise und lauter, herb und stark Dringt eine Musik aus meinem Innern.*. Warum muss sie mich immer daran erinnern ?! Kö. einzigen Sprung (so kam es uns vor) war meine» Schwägerin Frieda an dem Ufer, hob beschwörend! beide Arme hoch zum Himmel und flehte ihr» Herren Söhne an, in ihre erhobenen Arme zurückzukehren. Ernstchen und Heinzchen Messen ihre geängstete Mutter bitten, beschwören und drohen, sie riefen bloss: «Ahoi!»... und schaukelten weiter. Jetzt richtete sich die mütterliche Entrüstung gegen uns. Welch Unverstand, überhaupt an eint Gewässer zu ziehen! Welch gradezu hanebüchenei 1 Leichtsinn, das Boot nicht mit einem Sicherheitsw schloss festzulegen! N'un sei es mein© Pflicht, sofort ins Wasser zu gehen, zum Boot zu schwimmen und die Kinder zu retten. loh lachte sie nur aus — aber nur eine kurze Weile.. da meldeten die zwei Seefahrer, dass sie beide Ruder verloren hätten! Das fehlte noch gerade! Nun blieb mir also wahrhaftig nichts weite* übrig, als die Badehose anzuziehen und zu den beiden Bengeln zu schwimmen. Als ich ans Boot kam, lagen die Ruder auf dem Boden im Kahn. «Wir haben nur Spass gemacht», rief Heinzchen« «Mutti ist. immer so drollig, wenn wir ihr einen Schreck einjagen», fügte Ernstchen erklärend hinzu. Ich sagte gar nichts, nahm die Ruder, fuhr ans Land, legte die geretteten Knaben gewissermassen der beglückten Mutter an "die Brust. Als ich von den versteckten Rudern erzählte, meinte sie gerührt, ihre Jungen machten gern solche netten Witze... Unser Wochenend-Haus wurde uns zur wahren Plage! Am nächsten Sonntag kam Fräulein Mut ler aus unserm Hause zu uns, mit ihrem Bräutigam, ihrem heimlichen Bräutigam. Die beiden fingen gleich mit Kosen und Küssen an. so dasi wir es für ratsam hielten, die zwei lieber alleil zu lassen, wir hätten die verliebten Leutchen iü unserm Wochenendhaus nur unliebsam Bestört Als wir uns am Abend zurückwagten, gingen si» fort, ohne Gruss, ohne Dank.— wir hatten sie ZB früh gestört... Es kam auch, im Auto, mein Chef und lies« sich den ganzen Tag über unterhalten und bewirten. Lachend meinte er, es müsse mir doch sehr gut gehen, wenn ich mir ein Wochenende mit allem Komfort leisten könne! — Und mit einer Gehaltserhöhung wird's wohl Essig werden... Es kam — es kam so ziemlich- jeder, der uns näher oder entfernter kennt. Alle wollten sehen, wo und wie wir uns erholen, alle wollten uns in unserer Einsamkeit aufheitern, uns Gesellschaft leisten. Die lieben Menschen! . Denn die Frauen von heute lieben das Auto. Es ist glänzend auflackiert wie sie, es hat Tempo wie sie, seine kleinen Launen wie sie, tind es ist vor allem dekorativ. Hauptsächlich aber gibt es den Frauen Gelegenheit, den Mann, der sich um sie bewirbt, auf den ersten Blick einzuschätzen. Wie schwierig hatten es früher die jungen Damen, ehe sie einem Mann ihr Jawort gaben. Sie konnten doch nicht gut fragen: «Sagen Sie, wie viel verdienen Sie?» Das machte sich nicht gut und klang allzu materialistisch. Aber heute können sie ganz ruhig so en passant fragen: «Sagen Sie — Sie haben doch ein Auto?» Und wissen alles. Zumindest, ob ihr Zukünftiger kreditfähig ist. Denn einem Habenichts gibt man kein Auto auf 36 Monatsraten. Qewiss, man kann auch ein Casanova auf zwei Rädern sein. Auch der Soziussitz findet seine Schätzerinnen. Ihre Sehnsucht aber bleiben die vier Räder mit der bequemen Polsterung. Nurwenn Ste Scherheit vmsea\@ent Bankverein Das Auto gehört zu den schönsten männlichen Eigenschaften. Und der Herr ohne Auto ist kein Mann. Wie gesagt — er ist nebensächlichen Geschlechtes. In der weiblichen Zoologie rangiert er irgendwo bei den Mollusken, ist nicht Fisch, nicht Fleisch. Und ich glaube, in nicht allzuferner Zeit werden die kleinen Mädchen in der Schule lernen: Der Mann gehört zur Gruppe der Säugetiere, hat einen Kopf, einen Hals, einen Rumpf, zwei Arme — und bewegt sich auf vier Rädern weiter^.