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E_1930_Zeitung_Nr.067

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52 AUTOMOBIL-REVUE

52 AUTOMOBIL-REVUE 1930 — N» 67 das glarnerische Missgeschick etwas zu korrigieren und der Festlegung der Grenze an dem Punkte zuzustimmen, bis zu welchem ihn der Qlarner wieder bergauf tragen würde. Bei dem heutigen Scheidbach, dort wo der Grenzstein steht, soll die Kraft des Glarners versagt haben, und er zusammengebrochen sein. Durchs ganze Mittelalter hindurch war der Verkehr über den Klausen ein geringer und so tauchte auch erst um die Mitte des letzten Jahrhunderts der Gedanke an den Bau einer Poststrasse auf. Aber es dauerte noch eine Reihe von Jahren, bis das Projekt spruchreif und in Angriff genommen wurde. Erst 1899 konnte die neue Strasse, die mit einem Kostenaufwand von 4,1 Millionen Fr. gebaut worden war,'dem Verkehr übergeben werden. Damit war aber auch ein Werk geschaffen, das in der hervorragenden Art seines Ausbaus im ganzen Alpengebiet seinesgleichen sucht. Die ganze Strassenanlage, vor allem der Ausbau der Kurven, ist ein Meisterwerk der Strassenbaukunst. Neben den touristischen und Verkehrsgesichtspunkten waren es vor allem auch militärische Gründe, die für den Bau der Strasse massgebend waren. Dadurch lässt sich auch zum Teil der vorzügliche Ausbau und die grosse finanzielle Hilfe des Bundes (80 Prozent der Gesamtbaukosten) erklären. Von der Eröffnung der Strasse an steigerte sich stetig der über sie hinziehende Verkehr. Fussgänger, Velofahrer, Fuhrwerke bevölkerten sie, neben der stolzen 5-spännigen Pferdepost, die in 8—9stündiger Fahrt den Reisenden von Linthal nach Altdorf oder umgekehrt brachte. Die Kriegsjahre brachten auch auf der Klausenstrasse stillere Zeiten, und man wagte fast zu zweifeln, ob noch einmal der bunte, lebhafte Verkehr der frühern Jahre über sie hinziehen^^rde. Aber die Zweifler und PessimisterThaben nicht recht behalten. Die rapide Entwicklung des Automobilwesens setzte ein und mit ihm fielen auch die Schranken, die auf so mancher Schweizerstrasse dem Automobil hindernd im Wege standen. Der Klausen wurde zur beliebtesten autotouristischen Route. Jahr um Jahr nahm der Verkehr zu und steigerte sich ins Ungeahnte. 'Und wie dann die Klausenostseite noch zur klassischen Bergrennstrecke wurde, da war sein Name gemacht. Gerade heute ist. er wieder in aller Mund und wird zum Wallfahrtsort Zehntausender werden. Der Klausen ist heute aus dem Netze unserer Alpenstrassen nicht mehr wegzudenken. Er ist zum unerlässlichen Bindeglied geworden und als Durchgangsstrasse von eminenter Bedeutung. Ein grosser Teil des Verkehrs, der von Graubünden her über den Ke- renzerberg kommt, geht in den Sommermonaten das Glarnerland aufwärts über den Klausen ins Urnerland, damit den direktesten Anschluss an die Gotthardroute gewinnend. Der Verkehr von St. Gallen und vom Toggenburg her, der über den Ricken geht, benutzt ebenfalls mit Vorteil die Klausenroute, um den Anschluss an den Gotthard zu erreichen. Wer von Luzern her ins Bündnerland will, für den gibt es keine vorteilhaftere Route als die Verbindung Axenstrasse-Klausen- Kerenzerberg; das gleiche gilt für diese Verbindungen in umgekehrter Richtung. Eine Hauptbedeutung des Klausens aber liegt darin, dass er als Schlussglied die Möglichkeit zu einer Grosszahl schönster Rundfahrten bietet. Dabei sei in erster Linie erinnert an die Rundfahrt Zürich, Zugersee, Vierwaldstättersee, Klausen, Glarnerland, Zürichsee, die in sich selber wieder durch Benutzung der verschiedenen Seeuferstrassen variiert werden kann. Aehnliche Zusammenstellungen sind möglich von Luzern aus. Prachtvoll ist auch die Rundfahrt Chur, Kerenzerberg, Klausen, Reusstal, Andermatt, Oberalp und wieder zurück nach Chur. Dies sind nur die engsten Kreise, in denen sich Rundfahrten zusammenstellen lassen; darüber hinaus lassen sich diese Kreise weiter und weiter ziehen zu Alpenfahrten, die mehrere Passstrassen umfassen und unter denen der Klausen immer einer der schönsten Abschnitte bleiben wird. Die Beispiele, um die touristische Bedeutung des Klausens noch mehr hervorzuheben, Hessen sich beliebig vermehren. Von Linthal zieht sich die Strasse durch Wald und Tunnels hinauf zu den Fruttbergen, prächtige Ausblicke hinunter ins Linthal und hinüber zu den Glarnerbergen eröffnend. In gleichmässiger Steigung erreicht sie die Höhe des Urnerbodens, sich fast eben über denselben hinziehend. Dann steigt sie wieder an, um in einer weitausholenden Kurve bis hinein in den Felszirkus der Klus zu führen und dann über die berühmt gewordenen Kehren der Vorfrutt zur Passhöhe aufzusteigen. Einzig ist von hier der Blick zurück gegen den Urnerboden und an die Gletscher der Gemsfegern und Claridenkette. Auf der Urnerseite schaut man hinunter ins Schächental und hinüber ans Schcerhorn und die grosse Windgälle und weiter bis über das Reusstal hinaus zur Urirotstockgruppe. Das Wahrzei^ chen der Klausenpasshöhe selber ist der markante Turm des Märchenstöckli. Ueber die obere und untere Balm zieht die Strasse zu Tal, führt den Steilabstürzen von Heitmannsegg entlang und erreicht durch die Seelitalgalerie Urigen. Hier biegt sie wieder zurück nach Unterschächen, um von dort wieder leicht aufzusteigen nach Spiringen, von wo es dann endgültig abwärts und talauswärts geht, vorbei an den Häusern von Trudelingen und über die Brücke von Loretto nach Bürglen und Altdorf. All das Schöne und Sehenswerte, das sich rechts und links der Strasse dem Beschauer bietet, lässt sich nicht in einigen wenigen Sätzen zusammenfassen, das kann nur auf einer Klausenfahrt erschaut und erlebt werden. Lr. Internationaler Sportkalender August. *10. August: Schweiz, VIII. Internationales Klausenrennen. 17. August: Italien: Acerbo-Preis (Rennwagen). 17. August: Frankreich, Grosser Preis von Comminges. •17. August: Deutschland, A. D. A. C. Bergrekord. Freiburg I. Br. 18.—24. August: Schweiz, Internationale Automobilwoche in St. Moritz. 23. August: Grossbritannien, Grosser Preis von Grossbritannien. Die mit bezeichneten Rennen Kelten für die Europäische Bergmeisterscoaft. Die elegante Qualitäts-Carrosserie Spezialität: Carrossenen mit Kurbelverdeck Cabriolets Schiebverdecke zum Einbauen in jede Limousine eto. Fahre mit Luft Das Sparventil mit neuem Zugschalter Fr. 20.—. HANS RUDOLF KANNE Dufourstr. 48, Zürich 8 AUTOFACHLEUTE welche die elektr. Änl. des Autos, wie Lichtmaschin. Aniass., Zündanlagen etc.. eründl. kenn, lernen wollen, um im Berufe vorw. zu komm., verlang, kostenlos Prospekt Nr. 4 v. Techn. Lehrinst. 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67 - 1930 AUTOMOBIL-REVUE Verkehrsunfälle sind Denkfehler. Unaufmerksamkeit, Fahrlässigkeit oder Oleichgültigkeit. In den drei Begriffen sind alle Ursachen für Verehrsunfälle enthalten. Aber es sind eben nur Begriffe, die eigentlich den Ursprung eines Zusammenstosses nicht erklären können. Sie sind leicht dahin gesagt. Sie geistern durch die Tagesmeldungen, sie werden bei Diskussionen gebraucht. Man verwendet sie bei allen möglichen Gelegenheiten. Es ist sehr leicht gesagt, wenn unter Hinweis auf Unachtsamkeit usw. gefordert wird, die Verkehrsunfälle auf ein Minimum zu bringen. Es ist vor allen Dingen aber auch eine Nichterkennung der tieferen Ursachen, wenn man glaubt, indem gegen Gleichgültigkeit, Fahrlässigkeit usw. Sturm gelaufen wird, auf diese primitive Art der Vorbeugung zu einer Besserung der allgemeinen Verkehrszustände zu gelangen. Der grösste Teil dessen, was unter den Begriffen Fahrlässigkeit usw. verstanden wird, ist an sich betrachtet nur das Unvermögen, die eigene Geschwindigkeit mit anderen Geschwindigkeiten auszugleichen. Denn im heutigen Strassenverkehr wirken drei von einander grundverschiedene Ele- I lenker sieht sein Tempo als das im Verk.. mente, die, zeitlich betrachtet, drei verschie- übliche an, und der Fussgänger macht e- denen Epochen angehören. Da ist der Fuss- ebenso. ganger, da ist der Pferdefuhrwerklenker und Wenn sich aber diese drei Gruppen auf da ist der Automobillenker. Der Automobi- der Strasse befinden, so werden sich dj« list denkt, da er sich pro Sekunde um 15 Massnahmen, welche jede einzelne trifft, um Meter weiter fortbewegt, anders als der den Verkehr flüssig zu halten, sehr ölt Als Fussgänger, dessen Ortsveränderung pro verfehlt erweisen. Die Massnahmen b^si/t- Sekunde sich auf zwei Meter beläuft. Und hen bekanntlich im Ausweichen. Der tkisumgekehrt. j ganger schätzt die Geschwindigkeit des»*" Jede Gruppe überträgt instinktiv ihr Be- tomobils durchschnittlich zu niedrig ein,, . wegungsvermögen auf jede andere Gruppe, daraus hervorgeht, dass er beim- Ueberque- Ieder nimmt seine eigene Geschwindigkeit ren der Strassen sehr oft mit Mühe und Not als gültig für alle an. Im Gehirn des Auto- einer Verletzung entgeht. Er huscht gerade mobilisten vollzieht sich der gesamte Ver- noch «im letzten Moment» am Unfall vorükehr im 50 km-Tempo, der Pferdefuhrwerk- ber. Der Automobilist schätzt die Ausweich- MIT SCHNE I1I.R_CA_|LOJJ E R I E ÖLET mit einem Griff geöffnet/geschlossen Ein elegantes 6 Zylinder-Cabriolet zu einem erschwinglichen Preise Carosserie: Rassige Schweizerarbeit FABRIKVERTRETUNG DER GENERAL MOTORS CO. UTO GARAGE -AUTOMOBIL A.-C. Tel. S6.060 Seefeldaual 1 Ein Beweis für die Qualität 1. Preis Beste Zeit aller Tourenwagen so sanft und roHig wie im Fluazeua! Zwimpfer auf Chrysle Jaunpass-Rennt Kilometer-Arrete Genf DevelieivLes Rangiers Rheineck-Walzenhausen Alle diese Rennen wurden ai Fisk-AirfHght gefahren FISK-PNEUMATI1 AKTIEN-GESELLSCHAFT ZÜRICH Stauffacherstrasse 41 T«l. S«lnau 91.22 Tclegr.: „Flslctlrc"