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E_1930_Zeitung_Nr.070

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2 AlrrOMOBIL-REVUE

2 AlrrOMOBIL-REVUE Moritzer Turniers entspricht. Schweizerische, wie namentlich auch ausländische Tages- und Fachblätter entsenden ihre Redakteure und Mitarbeiter nach der Engadiner Metropole, und es müsste schon mit merkwürdigen Dingen zugehen, wenn die Pressetribüne am Berninarennen nicht von mindestens einem halben Hundert Leuten von der Feder bevölkert wäre. Da sind sie versammelt, die Autoritäten der Sport- und Fachpresse, die Charles Faroux vom « L'Auto >, Paris, die Siegfried Doerschlag, Wilhelm Kirchner, St. v. Szenasy — kurz und schlicht: der ganze Zeitungswald Europas rauscht auf ob dem, was sich jetzt in St. Moritz tut Herr Töndury, Vizepräsident der nationalen Sportkommission und Heimleiter. Programm der Automobilwoche Dienstag den 19. August: 9—72 Uhr: Training für das Kilometerrennen auf der Shellstrasse. 21.30 Uhr : Preisverteilung für die Internationale Sternfahrt im Hotel da Lac in St. Moritz-Bad. Mittwoch den 20. Anglist: 7 Uhr: Abnahme der am Kilometerrennen Grand Hotel St. Moritz-Dorf. Anschliessend grosser Ball. Konkurrenten und Teil- konkurrierenden Wagen auf dem Bahnhotplatz in Samaden. nehmer haben freien Eintritt. Man ist gebeten, die Tische im voraus zu bestellen. 14 Uhr: Beginn des Kilometerrennens auf der Shellstrasse (Grosser Preis von Pontresina). Wir veröffentlichen nachträglich hier die Die Sternfahrer. 21.30 Uhr: Geselliger Abend im Suvrettahaas. angemeldeten Teilnehmer an der Sternfahrt ZufaBTtsstrasse zum KilometerlancS Samaden—Punt Muraigl. Donnerstag den 21. August: 7 Uhr: Abnahme der Wagen für die Geschicklichkeitspräfung auf dem Kurhausplatz in St. Moritz-Bad. 6—10 Uhr: Training für das Bernina-Bergrennen auf der Strecke Poschiavo-Bernina Hospitz. 14.30 Uhr: Geschicklichkeitsprüfung auf dem Kurhausplatz St. Moritz-Bad. 21.30 Uhr: Tanzabend und gemütliche Zusammenkunft in der Bar des Hotels Stahlbad in St. Moritz-Bad. Freitag den 22. August: 6-^10 Uhr: Training für das Bernina-Bergrennen auf der Strasse Poschiavo-Bernina Hospiz. 14 Uhr: Nach dem Lunch Ausflug nach Muottas Kulm, Treffpunkt: Seilbahnstation Punt Muraigl. Aktive Teilnehmer geniessen auf der Seilbahn eine Fahrermässigung von 40%. Samstag den 23. August: 6—10 Uhr: Training für das Bernina-Bergrennen auf der Strecke Poschiavo-Bernina Hospiz. 14 Uhr: Schönheitskonkurrenz auf dem Schulhausplatz in St. Moritz-Bad. 22 Uhr: Preiverteilung der Schönheitskonkurrenz mit anschliessendem Unterhaltungsabend im Hotel Kurhaus in St. Moritz- Bad. Sonntag den 24. August: 8 Uhr: Abnahme der am Bernina-Bergrennen konkurrierenden Wagen auf dem Bahnhofplatz in Poschiavo. 11 Uhr: Sperrung der ganzen Rennstrecke von Poschiavo bis Bernina Hospiz für Fahrzeuge und Fussgänger. 11.30 Uhr: Besammlung der Fahrer auf dem Startplatz; Fahrt in geschlossener Kolonne zum Start. 12 Uhr: Beginn des Bernina-Bergrennens. 21.30 Uhr: Preisverteilung für den Grossen Preis von St. Moritz, den Grossen Preis von Pontresina, den Grossen Preis des Bernina (Kilometerrennen, Geschicklichkeitsprüfung und Bernina-Bergrennen) im nach St. Moritz mit dem bis Redakttonsschmss eingelaufenen Abfahrtszeiten. In der nächsten Nummer berichten wir eingehend über die Ankunft der Sternfahrer. 1. Eugen Kaisser (Horch 8), Stolp i. Pommern, 15. VIII., 6 Uhr. 2. Dr. Josef Mönch (Starr), Teewnwfc tB. TUL, 6 Uhr. 3. Graf G. T. U. xa Sandizell (Horch), Klagenfarth, 16. VIII, 10 Uhr. 4. Comte 6. Laraai (AH» Ron*o), lUflaod, 18. VIEL 5. Castelbarco (O.M:). Mailand. 18. VTCL 6. Gortese Franco (Alfa Romeo), Mailand, 18. VIEL 7. Ludwig von Ottlyi (Steyr), Budapest. 16. VIIL. 1 Uhr. 8. Karl Schwab (Äustro-Daimler), Budapest, 16. VIIL. 1 Uhr, 9. Ernst Rauh (Steyr), SoBn*en, 16. VHI. 7 Uhr. 10. Karl Bloch-Bauer (Talbot), Wien, 16. VIIL 11. Dr. A. Braseh (Chrysler), Nürnberg, 16. VIII. 12. Johannes Kämmerer (Simson), Dresden. 16. VIIL, 4 Uhr. 13. Moritz Zwicky (Chevrolet), Zürich, 18. VUL, 10 Uhr. 14. Otto Wild (Auburn), Mail, 18. VIIL, 9 Uhr. 15. Josef DaTid (N.A.G.), Berlin), 17. VIIL. 23 Uhr. 16. W. Buchwald (B.M.W.), Stockholm, 15. VIIL, 13 Uhr. 17. Frau Klara Birahob (Mercede»-Bera), Istpdm, 17. VIIL, 13 Uhr. 18. Dr. Edwin Mende (Chrysler), Bern, 17. VIIL, 15 Uhr. 19. Woelke (Maybach), Fricdrichghafen, 18. VIIL 20. Hans J. Bernet (Wanderer). 21. Lahrins (Chrysler), Genua, 18. VIIL Die Nennungen für den Kilometer Lane* auf der Shellstrasse. Wir Teröffentlichen nachstehend di« wiehtlcttw Nennungen für den Kilometer Utncb auf d«r Sheft« strasse: Buchwald auf B. M. W. Keller auf Alfa Romeo. Hartmans «nf Bufatti. Pesato auf Chryaiee. Wild «of Auburn. Leutenegger auf Marömi Ziriinpfer auf Chrysler. Graf Areo-Zinneberg cuf Mercedes. Sportwagen. Friedriefe auf Amücar. Ollendorf auf BugattL Cortese auf Alfa Romeo. Borzacchini auf Alfa Romeo. Graf Kainein auf Bugattt Frenlar auf Steyr. Pedraizini auf Cord. Rosenstein auf Iftieades. Dr. Karrer auf ButattL Rennwagen, derlei auf Salmson. ron M

Nf 70 — 1930 Dio Schaninsland-Strecie, auf der sieb der 750 ccm gibt es noch keine besonderen Sensationen, die kleinen Wagen halten sich durchwegs sehr gut und erledigen zur Zufriedenheit ihr Pensum. Simons hat sich, wie am Klausen, auch hier den Sieg wieder gesichert In der nächsten Klasse vermag sich der Nizzaer Boucly obenaufzuschwingen. An die zweite Stelle kann sich der Schweizer Schneider, Zürich, mit Derby in achtungserweckender Zeit placieren. Markiewicz und Oesterreicher, auf deren Debüt man gerne gerechnet hätte, glänzen durch Abwesenheit. Jetzt kommt Bewegung in das Publikum. Köpfe neigen sich vor, erregte Hände schwingen, Diskussionen schwirren durch die Luft. Die grosse Klasse der Sportwagen ist gemeldet! Die beiden Bugatti von KUTZ, Untermünkheim, und Zanelli, Paris, eröffnen den Kampf, ohne mehr als einen Achtungserfolg zu erringen. Burggaller startet als Erster und rast um halb ein Uhr mit gewaltiger Wucht an der Tribüne vorbei. Ihm folgt sogleich Graf von Kainein, Bugatti; auch er pfeilt mit ungeheurem Tempo vorüber. Graf Kalneins Fahrt offenbart dem kundigen Auge wieder alle Finessen seiner mit Recht sehr geschätzten Fahrkunst. Wenige Minuten später wird Caracciola gemeldet, und das Publikum gerät in Siegestaumel, als das Megaphon langsam und deutlich verkündet, der Mercedes käme in rasender Fahrt die Kehren emporgeschossen... Kurve um Kurve nimmt CaraccioJa, in dem das Publikum irgendwie den typischen deutschen Sportsmann verkörpert sehen will; laut ausbrechender Beifall gischtet empor, wo der Wagen durchkommt und das Megaphon hebt wieder an: «Caracciola dankt für den BeifalU ... Rufen, Hüteschwenken, der ganze Taumel einer Massenbegeisterung bricht los, als die Kunde kommt von dem glänzenden Resultat des Deutschen: 9.38,1 ist die Zeit; Caracciola gewinnt somit den ersten Preis der Sportwagenkategorie und hat nun 25 Punkte für seine Bergmeisterschaft in der Tasche, die ihm keiner mehr wird streitig machen können ! Das Rennfieber ist nun ganz über die riesigen Massen gekommen, die der Strecke entlang sich placiert haben. Man hat sich überall häuslich niedergelassen, es wird gepicknickt, dazwischen hinein mit begeistertem Herzen, zwischen zwei Wurstbissen, « Hurra > gerufen, und über allem dieser unsäglich blaue Himmel, auch eine Sensation des Tages. Unter brausendem Jubel steigt die deutsche Flagge, Caracciola wird gefeiert... Unterdessen machen sich unten die Rennwagen an den Start. Graf Arco-Zinneberg passiert um halb zwei Uhr in foTschem Tempo die Tribüne, rassig läuft auch der Amilcar von Steinweg, auch Volkhart imponiert mit seiner Fahrwelse. Den grössten Eindruck dieser Weinen Klasse der Rennwagen macht der Bugatti des Prinzen von Leiningen, der dann auch seinem Fahrer den ersten Preis der Klasse bringt Auffallend ist auch hier wieder die Sauberkeit ttnd Eleganz dieser kleinen, wendigen Rennwagen. Freiburger Bergrekord Fflr ans Schweizer kommt nun der entscheidende Moment des Rennens ! Stuber, Alleingänger in seiner Klasse 1500 bis 2000 ccm, ist gemeldet! Auf ihn tippt man ganz besonders, er ist der letztjährige Sieger. Man nennt ihn in einem Atem mit Stuck und Caracciola. Unsere Erregung steigt, als das Megaphon verkündet, der Schweizer fahre wie ein «rasender Teufel», Kurve um Kurve werde in tollem Tempo geschnitten. Stuber geht natürlich forsch aufs Ganze los, aber gerade das bringt ihn in den Kurven einige Male gefährlich zum Schleudern, und es braucht unerhört kostbare Sekunden, bis der Wagen wieder pariert ist. Die • Zeit Stubers, 9.38,2 Min. ist wieder ganz vorzüglich, der Schweizer Meisterfahrer hat den eigenen Rekord auf dieser Strecke um volle 11 Sekunden unterboten, alle bisherigen Rennwagenrekorde sind somit geschlagen. Stuber fünfte Austraf abspielte. mn die europäische Bergmeisterschaft ist mit dem gleichen Wagen gefahren wie letztes Jahr; die viel bessere Zeit, die er diesmal erzielt hat, beweist seine grossen Fortschritte in der Fahrkunst. Nach Stuber fegt von Morgen mit seinem Bugatti in rasendem Lauf heran, er lässt Verschiedenes vorausahnen, das denn auch In Erfüllung gehen soll. Besonders gespannt ist nun die ganze grosse Menschenmenge auf den Clou des Tages, auf den Start Stucks, der aber keinen Chiron als Gegner hat. Der Franzose bleibt einfach aus. Wo ist Chiron ? Das war gestern und ist heute die gleiche Frage auf allen Gesichtern. Eifrige Deutsche erklären in hitzigem Kampfeifer, er hätte Stuck gescheut... und sie weisen auf die wenigen Sekunden hin, die Chiron am Klausen vor Stuck landete. Der eigentliche Grund ist selbstverständlich kaum Scheu vor Revanche gewesen, Chiron ist als Sporttyp viel zu fair und gerade dazu. Und Stuck, wird er Bullus heiss machen? Es scheint so, sein blauer Austro-Daimler jagt in gefährlichem Tempo heran, immer näher. Doch plötzlich legt sich ein lähmender Schrecken über die in höchster Spannnng sich befindende Menge. «Was soll denn das heissen?» — «Zum Teufel !> knurren sie links und rechts. «Das ist ja zum Verzweifeln! » stöhnt einer! Es ist nichts an der Tatsache zu AUTOMOBIL-REVUE ändern, der Könfe der Berge beugt sich demütig, aufgeregt schalten die langen, schlanken Hände Stucks, der Wagen scheint Defekt zu haben... Doch plötzlich schiesst .der Wagen wieder in höllischem Lauf davon, und die Zeit, die gleich nach Stucks Ankunft aufgezogen wird, bringt die ganze Menge in fast ehrfürchtiges Erstaunen: 9.28,1, trotz einem Defekt und Halt auf der Strecke. Zanelli, Bugatti, kommt als Letzter noch vorbei, vermag aber nicht besonders zu überzeugen. Bullus hat, nachdem die Rennwagen nun nicht schneller gewesen sind, den absoluten Rekord des Schauinsland für sich. Von Morgen und Caracciola sind Kategoriensieger, der vom Pech verfolgte Stuck ist Zweiter der Rennwagen, Stuber bleibt als Dritter immer noch in der Reihe der ganz Grossen. Um 2.30 Uhr ist das Rennen beendigt, die Riesenschlangen von Autos und Fussgängern setzen sich wieder in Bewegung, die Freiburger Polizei arbeitet geradezu musterhaft, und in der Stadt unten ist Hochbetrieb, ein flutendes Treiben, Diskussionen an jedem Strassenrand, bis um 6 Uhr sich auf dem Münsterplatz noch einmal eine grosse Menschenmenge zur Preisverteilung einfinden wird. Ueber die Organisation lässt sich nur Lobenswertes sagen; auch den Verantwortlichen des Pressedienstes muss der Dank ausgesprochen werden. Die Fahnen und Guirlanden wehen leise im Abendwind, als wir, der Arbeit entgegen, die gastliche Schwarzwaldstadt verlassen... Die Strasse eignete sich ausgezeichnet für ein Automobil-Rennen. Die sehr kurvenreiche Strecke führt viel durch den Wald, gerade dadurch ist sie auch sehr unübersichtlich. Sie Auch dieses Jahr hat die ganze internationale Presse sich lebhaft für den Klausen interessiert und teilweise ausführliche Berichte über den Verlauf des Rennens veröffentlicht. Das Lob über die tadellose Organisation ist allgemein. CA. Faroux, Paris, der bekannte französische Sportjournalist, schreibt im Auto, Frankreichs grösster Sportzeitung : < In bezug auf die Organisation des Klausenrennens ist zu sagen, dass auch hier alle Rekorde geschlagen wurden; alles ging aufs wunderbarste, kein Unfall, kein Zwischenfall! Man muss die Persönlichkeiten der Sektion Für sonne und Regen Kennen Sie das fünfplätzige Essex-Cabriolet? Es bietet alle Annehmlichkeiten des offenen Wagens, wenn das Dach ganz heruntergeklappt ist und die Fenster versenkt sind. Es steht Ihnen auch frei einzelne Scheiben hochgekurbelt zu lassen. Bei Regen schliessen Sie das Verdeck, aus vorzüglichem Segeltuch, und Sie besitzen vollkommen den Schutz eines geschlossenen Wagens, weil Dach und Fenster ringsum vollständig schliessen. Das Essex-Cabriolet verdoppelt die Freude an Ihren Touren. Nur sehr teure Wagen verfügten bisher wss über eine solche Karosserie. Zehn KarosseriemodeUe von Fr. 8,300 bis Fr. 9,950 chlotterbec RASR 7DRICH BERN An C. SCHLOTTERBECK, BASEL 2. Senden Sie mir technische Beschreibung und Katalog von Essex-Sechszylinder und Hudson Achtzylinder ^ R. Name:. Adresse: hält den Vergleich mit dem Klausen natürlich in keiner Weise aus, es fehlt ihr das wildromantische Element, das Ganze wirkt inmitten dieser prächtigen Wälder eher zahm und weniger majestätisch. Dabei hat aber diese Strasse doch ihre ganz gemeinen Tücken, 170 Kurven sind jedenfalls kein Vergnügen, mb. Die Resultate: Sportwagen. Klasse 350—750 ccm: 1. Simons (BerEn), auf DKW„ 12:17,3 (58,560 im); 2. Bach (Stuttgart), auf BMW., 12:32,6; 3. Herwig (Dillenburg), auf BMW., 13:25,4. — Klasse 750—1100 ccm: 1. Boucly (Nizza), auf Sajmson, 11:21,8 (63,360 km); 2. Schneider (Zürich), auf Derby, 12:13,2 (58,910 km); 3. Berger (Böckingen), auf Mathys, 13:08,6. — Klasse 1100 bis 1500 ccm Solo: Dr. Riese (Solingen), auf Bugatti, 12:29 (57,670 km). — Klasse 1500—2000 ccm: 1. Kurz (Untermünkheim), auf Bugatti, 12:21,2 (58,280 km); 2. Zanelli (Paris), auf Bugatti, 22:35,8 (Defekt). — Klasse 2000—3000 ccm: 1. Graf T. Kainein (Schloss Domnau), auf Bugatti, 9:49,6 (78,270 km); 2. Burggaller (Berlin), auf Bugatti, 9:54,8; 3. Bernstein (München), auf Bugatti, 11:18,4. — Klasse 3000 bis über 8000 ccm: 1. Caracciola (Stuttgart), auf Mercedes-Benz, 7069 ccm, 9:38,2 (74,710 km), beste Zeit der Sportwagen und neuer Sportwagenrekord; 2. Trefz (Stuttgart), auf Stoewer, 3946 ccm, 13:43,8. Rennwagen. Klasse 350—1500 ccm: 1. Prinz zu Leiningen (Amorbach), auf Bugatti, 1485 ccm, 10:08,8 (70,950 km); 2. Volkhardt (Düsseldorf), auf Bueatti, 1485 ccm, 10:11,2; 3. Graf Arco-Zinneberg (Wien), auf Amilcar, 1100 ccm, 10:34,4. — Klasse 1500 bis 2000 ccm, Solo: Hans Stuber (Bern), auf Bugatti, 9:38,4 (74,680 km). — Klasse über 2000—8000 ccm: 1. v. Morgen (Berlin), auf Bugatti, 2300 ccm, 9:23,4 (76,670 km), absolut beste Zeit aller Automobile und neuer Automobilrekord: 2. Stuck v. Villiez (Sterz), auf Austro-Daimler, 3500 ccm, 9:28,2; 3. Zanelli (Paris), auf Bugatti. 2300 ccm, 9:43,2; 4. Graf Hardegg (Wien), auf Steyr. 5012 ccm, 10:13,2. Der Klausen im Spiegel der internationalen Presse Zürich des A. C. S. und die andern Veranstalter beglückwünschen; einmal mehr haben sie bewiesen, dass mit einem festen Willen, mit Energie und mit organisatorischer Weitsicht selbst mit einem verhältnismässig bescheidenen Budget eine sehr bedeutende Veranstaltung inszeniert werden kann. > Die B. Z. am Mittag schreibt: «In punkto Fahrtechnik konnte man am Klausen wiederum viel lernen. Speziell Chiron, Stuck und Caracciola, aber auch Stuber- Bern haben in dieser Beziehung «den Bogen raus». Den Fortschritt in den Leistungen der Fahrer und Maschinen erkennt man am besten, wenn man die Rekordzeit des ersten Klausenrennens im Jahre 1922 von 21 Min. 43 Sek., gleich 56,7 km/Std., mit dem jetzigen Rekord Chirons, der auf 16 Min. 24,6 Sek., gleich 78,6 km/Std., steht, vergleicht, der bei kühler, staubfreier Witterung unter denkbar günstigsten Verhältnissen ausgefahren und auch von Stuck mit nur 3,4 Sek. Differenz nahezu erreicht wurde. Die Organisation der Veranstaltung war wieder mustergültig, trotzdem die Rennstrecke für die fast 3000 Zuschauer-Autos und die vielen Motorräder und ungezählten Fussgänger die einzige Verbindung vom Tal her darstellt und der Raum für Parkplätze sehr knapp bemessen ist. Man holte sich aus Zürich verkehrsgewandte Schutzleute zu diesem Zweck. Auch das Ankünden herannahender Konkurrenten auf der Strecke durch elektrische Boschhorn-Signale ist bei der Unübersichtlichkeit des kurvenreichen Kurses sehr angenehm und sichert in Verbindung mit guter Streckenaufsicht den Konkurrenten freie Bahn.» Der Sonderberichterstatter des Pariser Echo du Sport schreibt nach einer Schilderung des Rennens im Rahmen der gewaltigen Gebirgswelt zusammenfassend: «Das Klausenrennen hat in Europa wohl kaum seinesgleichen, sowohl in' bezug auf seine Schwierigkeiten als auch auf seine untadelige Organisation, die alles bisher Gesehene weit im Schatten lässt. Die Strecke könnte mit ihren Schwierigkeiten am ehesten mit dem Mont Ventoux in Frankreich verglichen werden, der durch seine Kurven berüchtigt ist,aber er bleibt doch immer noch leichter zu bewältigen als die 21,5 km lange Schweizer Strecke, die unzählige Kehren aufweist. Die Klausenstrasse windet sich wie ein Wurm an den Hängen empor und krümmt sich manchmal um sich selber. Zu den grossen Schwierigkeiten der Strasse kommen dann noch zwei Tunnels, die selbst für den besten Fahrer eine schwere Belastungsprobe seines Könnens darstellen.» Der Spezialkorrespondent der Gazetta dello Sport endlich berichtet seinen Lesern : «Die grosse Anzahl der österreichischen, deutschen, italienischen und französischen Zuschauerwagen auf den Parkplätzen bilden einen sprechenden Beweis für das grosse Interesse, das das ganze Ausland dem Klausenrennen entgegenbringt...» Lass den Motor nach dem Anlaufen warm werden, damit das Oel in Umlauf kommt, bevor die Lager betriebsmässig belastet werden.