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E_1930_Zeitung_Nr.068

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frieden. Sie muss

frieden. Sie muss ohnehin schon wieder welter, der Gesangslehrer wartet. «Ich arbeite gern,» sagt Anna May Wong zum Abschied, mir macht die Arbeit Freude, und in Wien ist ivundervoll zu arbeiten, so leicht, so liebenswürdig. Paris ist noch leichter, zu leicht; dort habe ich das Gefühl gehabt, als würde ich nur mehr mit einem Fuss auf der Erde gehen. Ich glaube, Paris ist gut zur Erholung, aber weniger zur Arbeit. Das liegt so in der Luft. Paris ist nur leicht. Aber Wien, wie soll ich sagen: Wien ist — tiefer leicht.» Und die zierliche Chinesin geht und hat wenig Ahnung, wie treffend sie soeben Wien mit ihrem « tiefer leicht» charakterisiert hat, mit dieser von ihr frisch erfundenen Wartmischung von wienerischer Frohnatur und wienerischer Gemütstiefe. Anna May Wong fühlt sich hier wohl, sie ist, so scheint es, selber «tiefer leicht ». Fahrt im Sommer Eine Leserin sendet uns folgende hübsche Skizze: Die Sonne hat den Zenith schon überschritten, da heschliesst man, eine Ausfahrt zu unternehmen. Am Vorabend hat ein Gewitter für die nötige Abkühlung gesorgt, und nun strahlt die Natur in neuer Frische. Während im Süden von der Sonne alles dürr gebrannt ist, grünt und blüht es hier in voller Ueppigkeit. Bald hat man die Stadt hinter sich gelassen. Man fährt durch stattliche, •wohlhabende Dörfer. Die Kinder spielen still vergnügt, die Hühner müssen jedesmal, wenn ein Auto vorbeifährt, noch schnell vorher mit giossem Geschrei die Strasse durchqueren, das ist ihr Vorrecht, darfür sind es eben Hühner. Eine Dorfschöne eteht im Brunnentrog und wäscht ihre Füsse. Pferde wiehern, Kühe bimmeln mit ihren Glocken, eine Katze dehnt und reckt sich faul in der Sonne. Ueberall Blumen ... In den Gärten, vor den Fenstern, auf der Laube. Man setzt seinen ganzen Stolz darein, möglichst viele, schöne Blumen zu haben. Es ist etwas Köstliches um diese Bauerngärten. Alles atmet Lebenskraft und Freude. Goldlack, Ginien, Flox, alle leuchten um die Wette mit ihren bunten Farben. Rosen und Nelken duften, verheissungsvoll, nur die grünweissen Lilien stehen blass und steil. Auf den Fenstersimsen blühen Geranien und Fuchsien und von der Laube herab grüssen Hängenelken. Auch Kakteen kann man bewundern. Bald liegt das Dorf hinter uns. Die Nebenstrasse, die wir eingeschlagen haben, ist wohl etwas holprig, hat aber dafür den Vorteil, dass man abseits von allem Verkehr ist. Eine Ruhe und ein Frieden ist über der ganzen Landschaft, der auch auf die Wbnschen übergeht. Die Gespräche verstummen f'^jfsam, jedes hängt seinen eigenen Betrachtungen tind Gedanken nach. Langsam fährt der Wagen and man hat alle Müsse, die Natur zu bewundern. Der Weg schlängelt sich durch Kornfelder. Daa Korn ist am Reifen, es hat aber seine grüne Patina noch nicht ganz verloren. Der rote Mohn glüht leidenschaftlich zwischen den Halmen, welche leise vom Winde bewegt werden. Es ist, als ob das ganze Feld lebte und atmete. Dieses Wellen und Gleiten der Halme im Winde ist so schön und zart, dass man ganz übernommen ist. Wie eine Mutter ihr Kind streichelt, so gleitet der Wind liebkosend über das Feld, und man könnte stundenlang zuschauen. Es durchrinnt einem wie ein warmer, lebendiger Strom, und man fühlt sich mit der Natur verwachsen. Alle Enttäuschungen des täglichen Lebens sind vergessen, man fühlt sich wunschlos und glücklich. Langsam nähert sich das Auto dem Walde, der von fern gesehen, herb und fast schwarz erschien. Von der Nähe betrachtet, bekommt er nun schon ein freundlicheres Aussehen. Das Tageslicht fällt nur gedämpft herein. Sonnenstrahlen blitzen durch die Aeste, Schatten treiben ihr übermütiges Spiel. Der Boden ist von weichem, grünen Moose bedeckt. Hohe Farren begrenzen die Strasse, und die Luft ist kühl und würzig. Man fährt per Auto durch den Wald, aber trotzdem hat er immer noch etwas Geheimnisvolles und Mystischises ... Den Wald hinter uns lassend, fahren wir durch ein kleines Tal. Ein Bach plätschert, die Kühe weiden friedlich. Es ist bald Abend, wir müssen ans Heimkehren denken. Auf der schönen, gut unterhaltenen Strasse erreichen wir auch bald die Stadt. H. S.-B. Völkerwanderung der Tiere. Wie aus Skandinavien berichtet wird, steht dort wieder einmal eine jener grossen Tierwanderungen bevor, deren Ursachen die Gelehrten heute noch ohne Erklärung gegenüberstehen. Die Lemmlnue kommen, die für gewöhnlich ihre Wohnsitze in den grossen Zentralgebirgen Schwedens und Norwegens haben. Es sind Tiere ähnlich einer grossen Ratte, aber ohne Schwanz und mit dichterem Pelz. In Abständen von 5 bis 20 Jahren überkommt diese Tiere ein unwiderstehlicher Zwang zum Wandern. Zu Tausenden strömen sie in die Täler hinab und vereinigen sich zu einem grossen Strome, der in einer bestimmten Richtung abfliesst. Hunderttausende wandern, meistens bei Nacht, von einem verhängnisvollen Triebe beseelt. Wölfe, Iltisse, Marder und anderes Raubzeug holen sich aus diesen Zügen ihre Beute, die Adler, Falken, Eulen und Raben haben gute Zeit, Renntiere und Rinder zertreten sie mit ihren Hufen, aber immer wieder schliessen sich die Reihen, und der Marsch wird fortgesetzt. Von diesen Auswanderern kehrt keiner zurück, denn sie wandern bis an die See. Hier tauchen sie in die Fluten und schwim- AUTOMOBIL-REVUE 1930 — N° 68 Unsere humoristische Ecke «Herrlich, dieses Schild! Wie viele deiner Ahnen haben wohl damit glorreiche Siege erfochten?» «Sei doch kein Idiot, das ist doch unser moderner Radiolautsprecher!» «Papa, hätte Schmelinsr Napoleon geschlagen?» men in der ihnen anbefohlenen Richtung fort, bis sie untergehen. Was sie zu dieser rätselhaften Handlungsweise treibt, nach welchen elementaren Grundgesetzen sich die Abstände zwischen den einzelnen Zügen regeln, das hat bis heute noch kein Mensch enträtselt. «Herr Lehrer, strafen Sie wegen etwas, dais nicht gemacht hat?» «Natürlich nicht!» «Gut, ich habe die Hausaufgaben nicht macht!» . «0 Georg, dieses schrecklich gemein© Dienat» mädchen, das wir gestern entlassen haben, hat mix meine schönsten Linnen gestohlen, l» «Welche denn?» «Ach gerade die, welche wir im Hotel in Pari» mitlaufen Hessen!» &iB£9^nz^llei'lancl BOLEX Filmen ist viel dankbarer als Photographieren. Wer einmal angefangen hat zu filmen,möchte nicht mehr darauf verzichten. Die Zahl der Film'Amateure nimmt immer stärker zu. Verlangen Sie unverbindlichen näheren Auf« schluss über Amateur < Kinematographie. 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N 68 — 1930 Unsere Diskussion: Von der Höflichkeit auf der Landstrasse Einer unserer Leser beklagt sich bei uns, angeregt durch ein unangenehmes Erlebnis auf der Landstrasse, über die ihm wenig sympathische Gewohnheit in der Schweiz, dass man einen Fussgänger ruhig rufen und winken lasse mit der Bitte, mitfahren zu dürfen, der grösste Teil der Automobilisten bei uns kümmere sich nicht darum. Tatsächlich ist in England und Amerika die Möglichkeit, auf der Strasse ein Auto anhalten zu können, um sodann mitfahren zu dürfen, bedeutend viel grösser als bei uns. Natürlich will dies deshalb noch lange nicht heissen, dass damit die Höflichkeit unserer Automobilisten, die dies teilweise nicht tun, in Frage gestellt sei. Es gibt eben auch hier zwei Seiten ! Wir veröffentlichen gerne die Einsendung und stellen die gewiss aktuelle Frage zur allgemeinen Diskussion. Ich möchte einmal ein Thema zur Sprache bringen, das gewiss schon viele Leute beschäftigt hat, nämlich die Frage, wie, wo und wann man andere Leute, die man zufällig auf der Strasse antrifft, zum Mitfahren einladen soll. Ich meine natürlich nur solche, die offenbar eine schnellere und mühelosere Fortbewegungsart wünschen. Als ich letztes Jahr in England die Ferien verbrachte, geschah es mir mehr als einmal, wenn ich zu Fuss nach Hause zurückkehrte, dass ein Automobilist neben mir anhielt und mich Quer durch Afrika ohne Mann. Drei junge Frauen aus Kapstadt haben sich In den Kopf gesetzt, allein im Automobil ganz Afrika zu durchqueren; sie erklärten, sie wollten damit zeigen, dass Frauen es nicht mehr nötig hätten, in Afrika unter dem Schutz von bewaffneten Männern zu reisen. Sie gelangten kürzlich gesund und wohlbehalten nach Nairobi und klagten nur über den schlechten Zustand der Wege in Tangamyika, durch den sie in einem Fall einen Aufenthalt von fünf Wochen hatten. Zweimal wurden sie durch Löwen beunruhigt, die nachts um ihr Zelt schlichen. Sie haben Kapstadt erst kürzlich verlassen und wollen, •wenn sie Afrika durchquert haben, ihre Reise nach Europa fortsetzen. Ein japanische Heiratsanzeige. ' Auf der vierten Seite eines Tokioter Blattes liest man folgendes Inserat im blumigen zum Mitfahren einlud. In andern Fällen geschah es auch, dass ich aus irgend einem Grunde (meistens weil ich mir zu viel zugetraut chatte und zu weit gegangen war) einem Wagen winkte und bat, man möchte mich doch mitnehmen. Natürlich tat ich da-s nur, wenn der Wagen nicht voll besetzt war. Nun war interessant zu sehen, wie in allen Fällen der betreffende Automobilist bereitwilligst stille hielt und mich gerne mitfahren Hess. Ich fragte mich oft, ob ich wohl in der Schweiz auch ein so grosses Entgegenkommen finden würde. Letzthin ging ich nun auf einer Landstrasse. Ich hatte mich in der Distanz verrechnet und wäre sehr froh gewesen, wenn mich ein Autofahrer mitgenommen hätte. Aber alle meine diesbezüglichen Anstrengungen waren vergeblich; entweder wurden meine Zeichen nicht verstanden oder aber einfach ignoriert. Es fuhren etwa fünf Wagen an mir vorüber, die noch Platz genug gehabt hätten. Mir scheint, etwas mehr Entgegenkommen wäre hier am Platze; der Fussgänger auf der Strasse kann ja auch ein Automobilist sein, der gegebenenfalls diesen Dienst mit einem gleichen vergelten wird. Und selbst wenn dies nicht der Fall wäre, so würde das Automobil sich doch beliebter machen, und das wäre ebenfalls ein Fortschritt. F. B. in K. Soweit unser Einsender. Finden Sie seine Klagen gerechtfertigt ? Oder möchten Sie widersprechen ? Die Diskussion wird zeigen, wie bei uns die Stimmung in dieser Frage ist. Die Red. AUTOMOBIL-REVUb Stil des Fernen Ostens: «Ich bin eine schöne Frau. Mein wallendes Haar hüllt mich ein wie eine Wolke. Meine Gestalt ist biegsam wie die Weide. Mein Gesicht ist süss wie eine Blume, meine Haut zart wie Seide. Ich habe genug Vermögen um Hand in Hand mit meinem Geliebten durch das Leben zu gehen. Wenn ich das Glück haben sollte, einem edlen- Mann zu begegnen, der intelligent und wohlerzogen ist, werde ich mich mit ihm für das ganze Leben vereinigen und das Glück haben, mit ihm die ewige Ruhe in einem Grabe aus rosa Marmor zu teilen.» Die beste Methode. «Wie reinigst du eigentlich deine Teppiche, Helene ? » — «Ja, ich habe bereits alles mögliche versucht, aber das Beste ist immer noch, dass ich sie von meinem Mann ausklopfen lasse.» Schaffhausen. Sie ist nicht nur in landschaftlicher und baulicher Hinsicht interessant, die liebe Stadt am Rhein, nicht nur ein schönes Eckchen, sondern auch ein Eckpfeiler unseres Ländchens, wo stets gute Schweizerart zu Hause war. Sind Sie übrigens schon in Schaffhausen gewesen? Und wenn Sie gewesen sind, haben Sie sich die Stadt auch richtig angesehen? Denn diese alte freie Reichsstadt, die schon im 12. Jahrhundert Verkehrsknotenpunkt war, in der im 16. und 17. Jahrhundert das edle Kunsthandwerk einen gewaltigen Aufschwung nahm (sprach man doch vom «schweizerischen Nürnberg»), sie birgt gar viele Schätze Da ist die uralte Münsterkirche, die um 1050 bis 1100 entstanden ist — ein wahrhaft ehrwürdiger, edler Bau. Im Turm hängt eine Glocke mit einer lateinischen Inschrift: «Vivos voco, mortuos plango, fulgura frango.» Der geneigte Leser merkt etwas: Das steht ja als Motto über Schillers «Lied von der Glocke». Immerhin ist zu bemerken, dass nicht etwa die Glocke den Spruch von Schiller übernommen hat (sie war nämlich lange vor ihm da), sondern der Dichter hat von der Inschrift der Glocke die Anregung zu seinem Gedicht empfangen. (Wenn nur die Schulmeister diese «Schillers Glocke von Schiller» nie entdeckt hätten, man würde des Dichters Lied viel schöner finden.) Doch wir schweifen ab. Gehen wir weiter durch die Strassen stadt auf Entdeckungsreisen gehen, und solche Spürnasen werden gewiss auf ihre Rechnung kommen. Dass dabei die vielen prachtvollen öffentlichen Gebäude, an denen St. Gallen so reich ist wie kaum eine andere Stadt, nicht vergessen werden dürfen, ist ohne weiteres klar. Wir nennen nur die Stifts- von Schaffhausen. Wie manch prächtiges altes kirche (jetzt bischöfliche Kathedrale) mit ihrer Haus steht doch noch ehrfurchtgebietend da, wiegrossen Kuppel, den sehenswerten geschnitzten viel des Interessanten bietet das Rathaus mit seinem getäferten Grossratssaal und mit seiner kunst- reichen Kirchenschatz, dann die Kantonsschule, die Chorstühlen, der herrlichen Orgel und dem überaus vollen Uhr. Oder denken wir an die St. Johannskirche mit ihrer berühmten, herrlichen Orgel. St. Laurenzenkirche, die Kantonsrealschule, die Gemäldegalerie, Konzertsaal, Theater, Musikschule, Museen beweisen uns, dass die Schaffhauser gar nicht hinterm Mond zu Hause sind. Bald hätte ich die Hauptsache vergessen, das Wahrzeichen* der Stadt, ohne das Schaff hausen gar nicht denkbar wäre: das Munot. Es ist ein Bild von seltener Wucht, dieser riesenhafte, trutzige Rundturm, der wie ein Wächter über der Stadt steht; wenn wir von seiner Plattform noch einen letzten, zusammenfassenden Blick über Schaffhausen und seine Umgebung schweifen lassen, dann werden wir zugeben müssen: ein herrliches Eckchen des Schweizerlandes, eb. St. Gallen. Undenklich lange ist es her, seit der heilige Gallus im engen Hochtal, das zwischen Rosenberg und der Höhe von Rotmonten einerseits und zwischen Freudenberg und Bernegg anderseits Tourismus eingebettet liegt, seine Zelle baute. Seither sind Jahrhunderte verflossen, ein mächtiges Kloster entstand, das Weltruf besass und in dem berühmte Mönche wirkten, und um das Kloster herum gruppierten sich bald die Häuser einer Stadt. — Heute ist diese Stadt eine der bedeutendsten Handelsund Industriestädte der Schweiz, doch kann sie das heimelige Landstädtchen von einst immer noch nicht verleugnen, und das ist gut so. Sankt Gallus scheint gewusst zu haben, wo ein schönes Wohnen sei, denn die Lage der Stadt ist wirklich beneidenswert. Auf der einen Seite, nach Nordosten zu, senkt sich das Tal zum Bodensee, fjiach Südwesten öffnet es sich gegen das liebliche Fürstenland. Es ist der Uebergang vom Acker- nnd Wiesenland der st. gallischen Landschaft zu den ausgedehnten Obstbaumgärten des Rheintales und den saftigen Weiden des Appenzellerlandes. Drum sind auch von St. Gallen aus so viele herrliche Spaziergänge möglich, und darum liegt die Stadt auch jetzt, mitten im Hochkommer, ganz im saftigen Grün. Hochinteressant sind die Gegensätze innerhalb der Stadt. Hier gerade, breite Strassen, Techts Und links grosse Geschäftshäuser, zwischenhinein vielleicht noch ein kleines «Lädeli» aus frühern Zeiten geklemmt, auf den Strassen Limousinen, grosse Lastwagen, auf den Trottoirs elegante Welt. Dort enge, winklige Gassen, kleine, düstere Verkaufsläden, alte Häuser mit verzierten Erkern, ein Haufen Kinder, die barfuss übers Pflaster trippeln und dich grüssen — genau wie auf dem Lande oder in der Kleinstadt, wo jeder den Unbekannten grüsst. Gerade dieser Gegensatz ist es, der St. Gallen für den Besucher so anziehend macht. Die ganz Schlauen werden natürlich hauptsächlich in der Alt- weitberühmte Stiftsbibliothek mit äusserst kostbaren Handschriften, wie z. B. die der Nibelungen und des Parsifal. Die Stadtbibliothek, die Bibliothek Vadiana, das Regierungsgebäude, die St. Magnikirche (älteste Kirche der Stadt) und das Stadthaus, viele reichhaltige Museen, die Tonhalle, das Vadiandenkmal, der Broderbrunnen, die St. Leonhardkirche, die neue St. Othmarskirche, die Handelshochschule, der schöne Wildpark Peter und Paul, alles sind Dinge, die man gesehen haben sollte. Fast könnte einem angst und bange werden, wenn man die schier unendliche Liste liest. In einem Tag allerdings ist das nicht alles zu sehen, und es wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als für St. Gallen einmal ein paar Tage zu reservieren — es wird gewiss nicht verlorene Zeit sein, -ch- Stein am Rhein. Dort, wo der Rhein verjüngt (fast möchte man sagen frisch gewaschen und neu aufgebügelt) den Untersee verlässt, liegt an seinem rechten Ufer ein herziges, altes Städtchen. Mauern und Türme, saubeie, originelle Bürgerhäuser, zum Teil gar bemalt, geben der Stadt ihr Gepräge. Uebrigens — in der Umgebung wächst ein guter Wein, und der Rhein liefert köstliche Fische —, das wäre ja allein schon Grund genug, um Stein am Rhein zu besuchen. Das ist aber bei weitem nicht alles, was hier zu finden ist. Auch wer Freude an alten, schönen Bauten hat, wird voll und ganz auf seine Rechnung kommen. Da ist vor allem das hochinteressante Klostermuseum St. Georgen, eine vollständig wiederher- Im Auf o durcM die Osischweizl Jeder Peh einmal im Jahre zum Kürschner im Dle Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R. Wagners CH Tourlng, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. O. S. AUSFLCUSZ1EL Hotel & Kurhaus Buchserberg in 1120 m ü. M. auf aussichtsreicher Bercterrasae. Mit Auto von Buchs (St. Oall.) 25 Minuten (8 km) auf neuer ßergstrasse durch herrlichen Buchenwald und im An schönster Lage v. Klau»enstrasse b. Kilometer 6. Beliebte Bürgerliches Haus bei rnäs-igeu EÜD. ZWEIFEL. oberen Teil wunderbares Panorama. 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