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E_1930_Zeitung_Nr.066

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alle der Beurteilung

alle der Beurteilung harren. Es flimmert und glänzt, still liegen die edlen Renner der Landstrasse da — (ob sie von einer langen, weissen Strasse mit hohen Bäumen und blauem Himmel träumen?) — ihre Besitzer plaudern leise mit Bekannten und warten voll geheimer Spannung. Neben mir steht ein grosser schlanker Mann, sympathischer Sportstyp, voll bezwingender Höflichkeit; es ist Hans Stuck, der Grosse! Und weiter hinten, in einem fabelhaften Mercedes, das Gesicht Caracciolas, ruhig, gelöst, unbeteiligt. Die Wagen werden der Jury arge Pein bereiten. Fast überall — mit wenigen Ausnahmen — ein Höchstmass von Geschmack und erlesener Eleganz, diskrete Tönungen, prachtvoll abgestimmt und in vollendeter Harmonie. Den ganzen Vormittag hindurch rollen die Wagen durch die wundervollen Quaianlagen. Das Publikum nimmt immer mehr zu. Schon schwingen die Photographen ihre Apparate über unsern Häuptern, eifrig wird diskutiert über die einzelnen Wagen. Seltsam, plötzlich ist jeder Fachmann geworden, jeder weiss Auskunft über die Karosserie, über den Motor, Namen aller Automobilfirmen schwirren durch die Luft, während die Herren des Preisgerichtes Wagen für Wagen ihrem kritischen Urteil unterziehen und sodann ein paar geheimnisvolle Zeichen in ein Büchlein malen. Der Besitzer aber gleitet mit seinem Wagen langsam weiter, er betrachtet es als persönliche Frage, wie man seinen Wagen findet, er identifiziert sich mit ihm. Bis nach 12 Uhr stehen auf dem Spittelerquai die Automobile bereit, eifrig wird beraten und notiert. Man ist immer wieder hingerissen von der Eleganz des Luzerner Fremdenlebens. Unser Wagen pfeilt durch lange Gassen von vornehmen Limousinen, würdige Chauffeure sitzen darin und blicken starr geradeaus, elegante Toiletten streuen Glanz in die Hotelstrassen. Ueber den Mittag sieht man viele der teilnehmenden Wagen vor den Hotels aufgestellt. Der Luzerner hat Erfahrung und weiss, was geschmackvoll ist — ganze Scharen von Neugierigen umstehen voll Ehrfurcht diese Produkte unserer höchsten Kultur. Auf dem Nationalquai pulst reges Leben. Als es gegen drei Uhr geht, sind alle Zugänge besetzt, die Rasen der Anlagen dienen für das Publikum, das gespannt wartet. Der Kursaal belebt sich, aus den Fenstern lehnen schöne Damen, energische Männergesichter sind zu sehen. Die Jury hat sich in den Schatten verzogen, bleistiftgezückt daneben die Herren der Presse. Was ein wenig auffällt, das ist die Zusammensetzung des Publikums. Letztes Jahr dominierten mehr als diesmal die Fremden. Die Saison in Luzern scheint dieses Jahr nicht ganz befriedigen zu wollen. Erfreulich bleibt, dass auch der Luzerner so viel Interesse an der Sache zeigt. Kurz vor drei Uhr klingen die Töne der Musik über das gewählte Publikum hinweg, das überall Platz genommen hat, wo es etwas zu sehen gibt. Vor der grossen Freitreppe des Kursaals halten die Wagen an. Plötzlich sind sie da, wie hergeweht. Alle haben etwas bezaubernd Elegantes an sich. Die ganze Atmosphäre schwingt in dieser seltsam gehobenen Stimmung. Eine Symphonie der Schönheit! Lange Wagen mit hinreissend sehikken Formen. Alles sehr gewählt und geschmackvoll. Seltsame Blumen im Fond •— und Frauen — man muss sie sich einfach schlank und schmal denken, wiegend in den Hüften — blicken uns an. Der rote Mund — so sagen es die Romanschriftsteller immer wieder — blutet wie eine Wunde auf... Aber die blasse Jungfer von dazumal ist verschwunden. Wir sind nicht umsonst in der Nähe der Berge, und einige Meter hinter uns plätschert der See. Braune Gesichter neigen sich lä- illl, chelnd aus dem Wagen, die behandschuhte Rechte liegt lässig da. Die einen sind kühn und kommen keck drauflos gefahren, mit einem vielversprechenden Ruck halten sie den Wagen an. Den Preisrichter lassen diese Damen kalt. Die Augen sind voll kühlen Glanzes,, es geht sie alles gar nichts an. Wenigstens scheinbar. Die andern kommen nervös angefahren, stoppen ab, fragen, ob die Jury so etwas sehen kann, rücken rasch im Wagen zurecht, bevor der junge Mann die Türe öffnet. Das Publikum steht hingerissen. Wie eine Welle geht der Duft gewählten Lebens über die Menge hinweg. Ein junger Bursche — ich vermute in ihm einen bescheidenen Angestellten — behält vor Staunen den Mund offen. Soll ihm mal einer was vormachen, wenn so etwas nicht totschick ist. Seine Augen haben fremdes Licht. Er wird heute Nacht von dieser Frau mit dem herrlichen Mund träumen, die so — sitzen kann man da gar nicht sagen — die so berauschend, so hingeflossen im Fond des Wagens ist... Aber — habt ihr es gesehen? — man hat auch Korruption getrieben. Viele der Damen mit ihren erschütternd vornehmen Toiletten suchten die Jury mit heissen Blicken heim, zweifellos ein gefährlicher Bestechungsversuch! (Und in der Eile, mit der die Parade sich abwickelte, verwechselten einige der jungen Damen die skribierenden Mannen und sie bedachten an Stelle der Jury irrtümlich die Presse mit glühenden Blicken, so dass links und rechts neben mir plötzlich krampfhaftes Zupfen an der Krawatte und Räuspern war, was ich als pflichtbewusster Berichterstatter meinen Lesern nicht" zu unterschlagen wage.) Man kann nun noch einmal die erlesenen Kompositionen der Wagen studieren. Auch der Toilette wendet man sein Augenmerk zu. Auffallend wirkt bei den Wagen die Tendenz zu den diskreten Farben braun oder grau. In den meisten Fällen wirkt dies ungemein vornehm. Einige bizarre Extravaganzen bringen lebhafte Diskussionen in die Menge. Stuck und Caracciola werden mit lautem Beifall begrüsst. Ueberall merkt man den Drang nach individueller Gestaltung. Man sieht selten eine Verirrung. Die Klasse ist durchwegs fast über jede Kritik erhaben. Zwei Stunden lang währt das glänzende Defilee, von der Sonne liebevoll bedacht. Erst als der letzte Wagen passiert ist, kommt einige Unruhe in das Publikum, das nicht recht orientiert zu sein scheintüber die Ehrenrunde, die noch folgt. Wie- der freut man sich umsonst auf Enthüllungen ... Die Toiletten bleiben im Wagen. Vergebens spähe ich umher, ich finde keine Mode mehr... • Die folgende Wertung der Wagen kann keineswegs einen erschöpfenden Ueberblick über das ganze zweistündige Defilee vermitteln. Wir können uns selbstverständlich nur darauf beschränken, andeutungsweise den Korso mit einigen Bemerkungen über die Wagen zu beleuchten. Die Meinungen über die einzelnen Fahrzeuge sind natürlich bei jedem wieder anders, denn über den Geschmack lässt sich bekanntlich nun einmal nicht streiten. Mit dem Urteil der Jury werden aus diesem Grunde nicht alle Teilnehmer einverstanden sein. Jeder der vorgeführten Wagen bleibt jedoch in seiner spe-* ziellen Gattung eine Musterleistung. Das Defilee der Konkurrenten. Um drei Uhr hält als Erster der Tourenwagen vor der Jury, ein geschmackvolles braunes Lincoln-Torpedo; lauter Beifall begleitet die Ankunft des ungemein schnittigen Alfa-Romeos mit der vorzüglichen Karosserie von Ruckstuhl. Ludern; die Linienführung des' Wagens entspricht ausgezeichnet dem italienischen Stil. Sehr anart wirkt auch der nun folgende Chrysler, ein Roadster von sehr eleganter Form, welcher Eindruck noch durch den folgenden Chrysler der Amag Zürich bestärkt wird. Die Linien des Nash, in der folgenden Gruppe der Kombinationswagen, gefallen besonders durch ihre Ruhe und Vornehmheit. Plötzlich steht vor der Jury das lange weisse Austro-Daimler-Cabriolet von Hans Stuck, der sich lächelnd zu uns hinüberbeugt, im Dunkel des Wagens verschwindet das Gesicht seiner Begleiterin, der Journalistin von Roznteez (die als v. R. Korrespondentia unseren Lesern keine Unbekannte mehr ist); der ungemein rassige Wagen hat denn auch Stuck zu einem ersten Preise verholten. Ein Aubuxn Cord interessiert durch die glückliche Lösung der Karossierung des Wagens mit Vorderradantrieb, die eine neue Note in den Wagenbau bringt, auch hier erteilte die Jury einen ersten Preis. Ein in wassergrün gehaltener La Salle ist als Cabriolet äusserst geschmackvoll, zweckmä&sig von der Firma Höheners Erben in St. Gallen karossiert; er wirkt sehr individuell, nicht zuletzt auch in der Farbenzusammenstellung. Hochvornehm der nun aufrückende Buick in blendendem Weiss gehalten, dessen Genre bezaubert, im Wagen zwei entsprechende Toiletten. Ein Muster von eleganter Karosserie, die von neuem für die Qualitätsarbeit der schweizerischen Wagenbauer zeugt, der Alfa Romeo, aus den Werkstätten der Karosserie Ruckstuhl, Luzern. Mit einem hocharistokratischen Wagen rückt Max Reutter, Zürich, auf, ein schwarzbrauner Mercedes von bestechender Eleganz, wobei die Komposition des Wagens und die Toilette der Insassin prächtig aufeinander abgestimmt sind; die Jury bedachte den Wagen mit Der Satz «Stillstand ist Rückschritt» gilt wohl auf keinem Gebiet so sehr wie gerade bei der Verkehrsregelung. In glücklicher Erkenntnis dieser Tatsache, ist die stadtzürcherische Polizeibehörde immer auf der Suche nach interessanten verkehrstechni- einen ersten Preis. In dem schnittigen Nash, von Direktor Schmitz, Luzern, drei schicke Damen mit gutangepafssten Toiletten zu der vornehmen Farbtönung des Wagens. Dann erscheint der bekannte Rennfahrer Caracciola, lebhaft applaudiert, mit einem wundervollen Mercedes-Cabriolet, der Wagen, ein Muster, sowohl in der vornehmen Linienführung wie in der Farbgebung, in der braun und Gelb sich harmonisch ergänzen. Die Anerkennung für diese Glanzleistung war denn auch die Erteilung des absoluten ersten Preises an Caracciola. Ein hervorragendes Produkt einheimischer Wagenbaukunst stellt die Karosserie von Graber, Wichtrach dar. Dieser Delage, in Schwarz und Gelb gehalten, mit einer Innenausstattung auf die nämlichen Nuancen abgetönt, die sehr hell und freundlich stimmen, erregt besonders das Entzücken der Damenwelt. Ihm folgt als Aristokrat der Landstrasse ein Auburn-Cord, mit der prachtvollen Karosserie von Gangloff, Genf, die Linien wundervoll konsequent eingehalten, sehr TJastisch. wirkend. Neuerdings zeugt ein Martini für die Leistungsfähigkeit unserer Schweizermarke. Im Wagen fletscht eine prächtige Dogge siegesbewnsst und zur Freude des ganzen Publikums ihre Zähne... (Fortsetzung siehe Seite 5) Orientierungstafeln klären Passanten und Fahrzeugführer über die neue Verkehrsregelung auf: die Fussgänger sollen nur den Streifen benützen, die Fahrer müssen hinter dieser Zone anhalten, sofern die Weiterfahrt nicht frei ist. Die Aufnahme Die Fussgängerstreifen und Trottoirabgrenzungen, wie sie versuchsweise in Zürich eingeführt worden sind. (Photo W. Pleyer, Zürich.) sehen Neuerungen, die sich andernorts bereits bewährt haben. Wie erinnerlich, ist bereits letzten Sommer an der stark frequentierten Kreuzung Bahnhofstrasse - Uaniastrasse ein Versuch mit zeitweiser Go and Stopregelung durchgeführt worden, wobei es allerdings beim Versuch blieb. Wenn wir uns,recht erinjiern, hatte das Experiment deshalb keine weiteren Konsequenzen, weil man zum Schluss kam, der Verkehr sei in den zürcherischen Strassen für eine Go and Stopregelung noch nicht dicht genug. Zahlreiche Verkehrsinteressenten waren damals allerdings,mehr der Auffassung, dass der ganze Versuch deshalb nicht von grösserem Erfolg begleitet war, weil sich einmal die Strassenbahnen dieser Regelung nicht anpassten, und damit die Massnahme großenteils illusorisch wurde, andererseits aber auch die Praxis bei den Verkehrspolizisten fehlte, um ständig Herr der Situation zu bleiben. Es ist erfreulich, dass die Polizeibehörden die besondere Verkehrsregelung an dieser Kreuzung neuerdings wieder studieren, zeigt doch die tägliche Praxis während den Stosszeiten, dass es nicht damit getan sein kann, wenn ein vielgeplagter Polizist mit seiner Zeichengebung versucht, etwas Ordnung in das jeweilige Chaos zu bringen. Eines der Hauptprinzipien jeder Strassenverkehrsordnung ist die Regelung des Fussgängerverkehrs, wobei dieser zwangsläufig in bestimmte Bahnen gelenkt wird. In ausländischen Städten, vorab in München, ist man deshalb vor mehreren Jahren schon dazu übergegangen, die Trottoirenden, welche auf das Strassenkreuz einmünden, mit Geländern abzugrenzen. Auf diese Weise wird automatisch verhindert, dass der Passant nach eigenem Ermessen und planlos in die Fahrbahn hineinläuft. Das Ueberqueren der Strasse soll eben nicht an jedem beliebigen Punkt und jeder Richtung der Windrose, sondern ganz systematisch, nur auf beschränktem Raum und in vorgezeichneter Bahn erfolgen. Deshalb werden als Ergänzung zu diesen Geländern Fussgängerstreifen auf der Fahrbahn eingezeichnet, die für die Passanten ein eigentliches Reservat darstellen sollen. Der Verkehr von einer Strassenseite auf die andere zerstreut sich damit nicht über den ganzen zur Verfügung stehenden Raum, sondern wird an zwei Stellen kanalisiert. Das verbessert einerseits ganz wesentlich die Uebersicht über die Kreuzung oder den Platz, verpflichtet aber anderseits speziell die Fahrzeugfübrer, diesen Streifen ihre ganz besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Eine gleiche Regelung ist nun versuchsweise an vorgenannter Kreuzung in Zürich seit wenigen Tagen im Gange. Auf dem Bild sind die Trottoirgeländer und vorab der Fussgängerstreifen links im Vordergrund sehr gut ersichtlich .Vorläufige m:m mu 66 Neuartige Verkehrsregelung in Zürich ist auch recht instruktiv, zeigt sie doch, wie schwer sich gerade die Fussgänger an solche Neuerungen gewöhnen. Trotz Streifen und Tafeln konnten sich eine beträchtliche Zahl von Passanten nicht entschliessen, ihre freie Willensäusserung zu Gunsten der Kollektivität einzuschränken, und den vorgezeichneten Fussgängerweg zu benützen! Hier sollte nun aber auch die Polizei einsetzen. Während den Stosszeiten müssen — wenigstens anfänglich — bei den Streifen Polizeibeamte aufgestellt werden, welche die Passanten nun auf ihre Aufgabe aufmerksam machen und Fehlbare verweisen. Das Publikum wird sich nie an diese Neuerung gewöhnen, wenn nicht in der Einführungszeit eine Aufsicht und ein gelinder Zwang ausgeübt wird. Nur auf diese Weise wird es auch möglich sein, sich über den Versuch ein abschliessendes Urteil zu bilden, wa ja umso wichtiger ist, als eine nämliche Regelung an anderen Strassenkreuzungen folgen soll, wenn sich die Einrichtung an der Bahnhofstrasse bewährt, z. Die Gandriastrasse wird gebaut! Ueberraschend schnell hat der Präfekt der Provinz Como dem Projekt für das italienische Teilstück der Gandriastrasse seine Genehmigung erteilt. Nun wird es noch von dem Qenio Civile in technischer Hinsicht geprüft, um dann dem zuständigen Ministerium zur Unterzeichnung vorgelegt zu werden. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass der italienische Teil der Strasse vor der Schweizerstrecke fertig sein wird. Obwohl das italienische Teilstück nur 1,4 Kilometer lang wird, müssen doch 5 Brücken von 4—7 Meter Länge und zwei Felsgalerien von 34 und 55,4 Meter Länge gebaut werden. Deshalb sind auch die Kosten nicht unbeträchtlich, sie sind auf 1,540,000 Lire veranschlagt. Die Bauzeit wird ungefähr ein Jahr betragen. Es darf also damit gerechnet werden, dass die Strasse schon vor Mitte 1932 vollendet sein wird. Da sehweizerischerseits eine Bauzeit von mindestens zwei Jahren in Aussicht genommen ist, kann aber mit einer Eröffnung des durchgehenden Verkehrs erst Ende 1932 oder noch später gerechnet werden. Italienische Blätter machen bei der Gelegenheit darauf aufmerksam, dass die Verwaltung der Provinz Como schon 1912 ein fertiges Projekt einer Strasse bis zur Schweizergrenze ausgearbeitet hatten, dessen Ausführung aber daran scheiterte, dass die Schweiz ihrerseits die Strasse nicht bis Gandria verlängern wollte. Das neue Projekt ist von dem alten etwas verschieden. Die Strasse liegt höher. Der Minimalradius der Kurven ist 100 Meter, die Breite der Fahrbahn 6 Meter. Im Zusammenhang mit diesem Strassenbau werden auch die Zufahrtsstrassen von Porlezza an verbessert und verbreitert. Mi

N»66 — 1930 -AUTOMOBIL-REVUE 3 4 Tage vor dem Klausen Das interessanteste motorsportliche Ereignis, das Internationale Klausenrennen, steht vor der Türe. Alle Augen richten sich auf die Grosssporttage, die sich am 9. und 10. August droben am herrlichen Klausenpass abspielen werden. Alle Zuschauer, und besonders die Fahrzeugbesitzer seien darauf aufmerksam gemacht, dass die Absperrung der Rennstrecke an beiden Renntagen pünktlich zu den angegebenen Zeiten erfolgt, und dass speziell für den 10. August dringend zu raten ist, sich möglichst frühzeitig auf dem reservierten Parkplatz einzufinden. Die Schweiz. Bundesbahnen führen am 9. und 10. August von Zürich aus Extrazüge nach Linthal, die Zürich am 9. August um 23.30 und 23.45 Uhr via linkes Zürichseeufer und am 10. August um 4.25 morgens via rechtes Ufer verlassen. Die Ankunft in Linthal erfolgt um 1.50, resp. 7.05 Uhr. hat Herrn Pereire, Paris, abgeordnet, der Allgemeine Deutsche Automobil-Club den Präsidenten des Freiburger Automobil-Club, Herrn Dir. Hauser, Freiburg i. B. Der mit Auch von St. Gallen aus wird am 10. Au-degust ein Extrazug mit Abfahrt 4.30 Uhr Verhältnis stehende Badische Automobil- A. C. S. in besonders freundschaftlichem morgens, Ankunft in Linthhal 7.05 Uhr, Club hat als seine Vertreter die Herren Kölblein, Präsident, und Hauss, Sportwart der geführt. Als Sportkommissäre amten für das Motorradrennen die Herren Bianchi, Neuen- Besondere Bedeutung misst der Italie- Sektion Baden-Baden bestimmt. burg, R. Haag, Zürich und Heinr. Hürlimann, Zürich; für das Automobilrennen 1930 bei, hat er doch im Auftrag von Herrn nische Automobil-Club dem Klausenrennen die Herren J. Decrauzat, Geneve und Cav-Vincenzo Florio den Direktor des Monzaer Autodroms, Herrn Cav. Castagnetto, an A. Töhdury, Zürich. — Für den Sanitätsdienst haben sich die Rotkreuzkolonnen von den Klausen abgeordnet, der dort Umschau Zürich und Horgen, sowie der Samariterverein Altdorf zur Verfügung gestellt. nach Konkurrenten für den Qrossen Preis Die Rennstrecke wird am Start, auf dem Urnerboden und am Ziel, durch Verwendung von Chlormagnesium, das die Firma W. Moesch & Co., zur Verfügung stellt, staubfrei gemacht. Für die Zuschauer ist bestens vorgesorgt, indem im Abschnitt Klus bis Passhöhe diverse Büffets errichtet sind, wo Lebensmittel und Getränke in grosser Auswahl und bester Qualität erhältlich sind. Um sich über die Wetterlage am Klausen an den Renntagen orientieren zu können, ist ein spezieller Wetterdienst in der Weise geschaffen worden, dass am 10. August von 3Vfc Uhr morgens an bei den Telephonzentralen Zürich und St. Gallen Auskunft eingeholt werden kann. Bereits 149 Anmeldungen, alles Fahrer von Ruf und Klasse am Start, so lautet das hocherfreuliche, sensationelle Resultat des ersten Nennungsschlusses des am 9. und 10. August stattfindenden Internationalen Klausenrennens. Dank einer unermüdlichen und zielbewussten Propaganda ist es möglich geworden, dem Grossen Bergpreis der Schweiz eine Nennliste zu verschaffen, die im In- und Ausland grösstes Aufsehen erwecken wird, denn der grossen Zahl der Fahrer entspricht auch eine hervorragende Qualität derselben, indem alle berühmten Champions am Klausen anwesend sein werden. Die 149 Anmeldungen verteilen sich wie folgt auf die 5 Fahrzeugkategorien: Motorräder 61, Sidecars 11, Tourenwagen 23, Sportwagen 32 und Rennwagen 22. Eine solch starke Rennwagenbeschickung wie dieses Jahr, vermochte das Klausenrennen noch nie aufzuweisen. Von den 72 Motorrad- und Sidecarfahrern sind 18 Auslandsfahrer. Die Internationalität der Beschikkung des Klausenrennens 1930 ist somit eine vorzügliche, sind doch Fahrer aus 8 verschiedenen Ländern, nämlich Deutschland, Frankreich, Italien, Oesterreich, Ungarn, Belgien, England und der Schweiz vertreten. Ausser den bisher gemeldeten Fahrern können für das Automobilrennen an neuen Konkurrenten gemeldet werden: die deutschen Fahrer Hohlheimer auf N. S. U., Caracciola, der Sieger des Grossen Preises von Irland, auf Mercedes, Rosenstein auf Mercedes, Fräulein Schulz auf Bugatti, Niess auf Röhr, Meyer auf B. M. W., Dr. Fuchs auf Bugatti, Weichelt und Schuhmacher auf B. M. W., Bernstein auf Bugatti. Von italienischer Seite haben ihre definitiven Anmeldungen abgegeben Gobetti auf Bugatti und die beiden bekannten Alfa Romeo-Fahrer Cortese und Canavesi. Ferner ist eingetroffen die definitive Anmeldung des französischen Meisterfahrers Chiron, der dieses Jahr auf einem 16 Zylinder Bugatti - Rennwagen starten wird Auch der Sieger des diesjährigen Bugatti-Grand Prix, der Pariser Zanelli, hat seine definitive Anmeldung für einen Bugatti-Rennwagen abgegeben. Aus Oesterreich ist die Anmeldung des bekannten Fahrers Graf Arco-Zinneberg auf Amilcarrennwagen eingetroffen. Ausserdem haben die nachstehenden bekanntenSchweizerfahrer ihre Nennung eingesandt: der Berner Meisterfahrer Stuber auf Bugatti, Tobler auf Amilcar, Uboldi auf Lombard, Escher auf Bugatti, Keller auf Alfa Romeo, Dr. Karrer auf Bugatti, Spälty auf Amilcar, Martinet auf Imperia, Freuler auf Steyr, J. Kessler auf Alfa Romeo, P. Kessler auf Alfa Romeo, Buchwald auf B.M.W., Häne auf Ford und Müller auf Ford. Klausenrennen und Gesellschaft. Es ist ja nicht anders zu erwarten, dass ein sportliches Ereignis vom Ausmass des diesjährigen Klausenrennens auch eine stattliche Zahl ausländischer Gäste anziehen wird, sind doch diesmal Fahrer aus nicht weniger als acht Ländern vertreten. Der Automobil-Club von Deutschland hat bereits seinen Vizepräsidenten, Herrn Major Czermak, München, delegiert, der als Präsident des Bayerischen Automobil-Club gleichzeitig auch diesen Club vertritt. Der Automobile-Club de France von Italien vom 7. September halten will. Die qualitativ und quantitativ grossartige Beschickung des diesjährigen Klausenrennens hat aber auch zur Folge, dass sich das Interesse der Automobilkonstrukteure in vermehrtem Masse dem Grossen Bergpreis der Schweiz zuwendet. So wird der Verwaltungsratsdelegierte der S.A. Alfa Romeo, Milano, Herr Cav. Gianferrari, am diesjährigen Klausenrennen als Ehrengast erscheinen und wird hier mit dem grossen Molsheimer Konstrukteur, Ettore Bugatti, zusammentreffen, der sein Erscheinen ebenfalls angekündigt hat. Alfa Romeo und Bugatti, die beiden Automobilfabriken, die heute fast allein noch offiziell automobilsportliche Veranstaltungen beschicken, werden somit durch ihre eigentlichen Chefs am Klausen vertreten sein. Was die schweizerischen Ehrengäste anbetrifft, so sind in erster Linie die Vertreter des A. C. S., Hr. Zentralpräsident Dr. Mende, Bern, Herr Vizepräsident Prof. Steinmann, Genf, und Herr Generalsekretär Primault, Genf, sowie der U. M.S., Herr Zentralpräsident J. Neher, Genf, zu nennen. Dann die Delegierten der Regierungen von Zürich (Hr. Regierungsrat Pfister), Glarus (Herren Regierungsräte Hefti und Dr. Gallati), und Uri (Herren Regierungsräte Gerig und Lusser), die Vertreter der Gemeinden Glarus, Linthal und Altdorf, die Kantonsingenieure von Glarus und Altdorf, die glarnerischen und urnerischen Verkehrsvereine, die Zürcher und Glarner Sektionen des T. C. S., Ständerat Dr. Mercier, Glarus, die städtischen und kantonalen Polizeikommandanten von Zürich, Delegierte der S.B.B, und der Oberpostdirektion, der Generalstabsabteilüng und des Roten Kreuzes, des Flieger-' »Waffenplatzes Dübendorf, der Schweiz. Verkehrszentrale etc. Nur die Korporation Uri hat von der Bezeichnung eines Ehrengastes abgesehen. Als prominente Automobilschriftsteller des Auslandes sind ferner die Herren Charles Faroux, Paris vom «L'Auto», S. Doerschlag, Berlin, G. Canestrini, Milano, von der Gazzetta dello Sport und M. Gobin, Paris, vom Echo des Sports, als Ehrengäste eingeladen worden. Es wird somit auch an prominenten Persönlichkeiten des In- und Auslandes am diesjährigen Klausenrennen nicht fehlen und wird so der Grosse Bergpreis der Schweiz auch zu einem grossen gesellschaftlichen Ereignis unseres Landes werden. S. Zum Klausenrennen via Vierwaldstätterseefähre. Die Autofähre Beckenried-Gersau verkehrt während der Zeit des Klausenrennens, d.h. vom 9.—11. August nach Bedarf ununterbrochen, um den erhöhten Anforderungen genügen zu können. Die Fahrt der Fähre dauert 25 Minuten. It. Klausenrennen und Naturschutz Bei den frühem Klausenrennen haben wir konstatieren müssen, dass, entgegen den bestehenden Pflanzenschutzbestimmungen, auf Urnerboden und längs der Klausenroute Alpenblumen massenhaft gesammelt oder verkauft werden, besonders Edelweiss. Wir machen deshalb alle Besucher des diesjährigen Klausenrennens auf das bestehende Verbot des PflOckens und des Verkaufes von Edelweiss, Männertreu und Zyklamen aufmerksam und bitten, keine angebotenen Alpenpflanzen zu kaufen. Beobachtete Uebertrctungen wolle man den Polizeiorganen oder uns direkt bekanntgeben. In der ersten Reihe der Wagen der grossen europäischen Qualitätsklasse steht Horch S. Seine Konstruktion ist so fortschrittlich, dass Horch S noch nach «Jahren zn den modernsten Wagen Europas gehören wird — seine Karosserien werden noch schon sein, wenn die Hodeschopfnngen dieser nnd der nächsten (Saison längst vergessen sind C. Schlotterbeck, Basel, Zürich, Bern Telephone: Safran 48.60, Hottingen 69.64, Bollwerk 17.55 Wir bitten auch alle Besucher, den Alpen und Weiden weltestgehende Schonung entgegenzubringen und Biwakplätze nicht mit zerschlagenen Flaschen, leeren Büchsen und Papierfetzen zu zeichnen, sondern alle Ueberreste in Erdlöchern oder Felsgrubm zu versorgen. Die Naturschutzkommission des Kantons Uri. Praktische Winke für die Klausenbesucher. 1. Für jede sportliche Veranstaltung, d. h. für deren Besuch, bedarf es der Ausweise. Und zwar gleich deren zwei, sowohl für das Fahrzeug wie für alle Insassen. Die runde Parkkarte für die Autos wird an der Innenseite der Windschutzscheibe aufgeklebt, die quadratische Parkkarte für Motorräder, Sidecars und Velos an der Lenkstange, die viereckige Zuschauerkarte am Knopfloch befestigt. Ohne diese Ausweise kann niemand die Kassenkontrollen in Linthal und Unterschächen passieren. 2.Man beachte die Farbe des Dreiecks auf der Autoparkkarte! Rot bedeutet Urnerboden, grün Jägerbalm, weiss Klus, schwarz Vorfrutt, blau Sauboden, gelb Unterbalm (unterhalb des Hotels Klausenpasshöhe). Der Wagen darf nur an dem Parkplatz eingestellt werden, für den die Parkkarte bestimmt ist. Die Parkplätze sind durch Rolztafeln, die das betreffende farbige Dreieck aufweisen, kenntlich gemacht. 3. Motorräder, Sidecars und Velos sind an keinen bestimmten Parkplatz gebunden, d. h. können an allen Parkplätzen eingestellt werden. 4. Wer den Vorverkauf nicht benutzt hat, kann sich seine Zutrittskarten an den Tageskassen am 9. und 10. August in Linthal und Unterschächen beschaffen. Es ist vorgesorgt, dass alle Zuschauer fahrzeuge gut parkiert werden können. Wer von der Altdorf erseite herkommt, wird Wohl den nächstgelegenen Parkplatz Unterbalm (unterhalb des Hotels Klausenpasshöhe) benutzen, wer von Glarus herkommt, den Parkplatz Urnerboden. Besitzer von Gesellschaftswagen, Autocars, Lastwagen seien darauf aufmerksam gemacht, dass für diese Fahrzeugarten nur der Parkplatz Urnerboden bestimmt ist und dass anderswo solche Fahrzeuge nicht aufgestellt werden können. 5. Man beziehe möglichst frühzeitig seU nen Parkplatz! Letztes Jahr sind ungefähr 3000 Motorfahrzeuge am Klausenrennen anwesend gewesen. Der Aufmarsch all dieser Wagen und Motorräder erfordert Stunden und Stunden. Andererseits wird die Rennsirecke in Linthal und auf der Passhöhe ab 13.00 Uhr am 9. August und 8.30 Uhr am 10. August unweigerlich gesperrt. Wer daher zu dieser Zeit die beiden Orte nicht passiert hat — und zwar auch wenn er durch Verkehrsstokkungen daran verhindert worden ist — wird daher nicht mehr zur Rennstrecke zugelassen und kann daher trotz Zutrittskarte nicht mehr zu seinem Parkplatz fahren. Speziell am Sonntag ist das Passieren von Linthal vor 7 Uhr morgens sehr anzuempfehlen. 6. % Man braucht dieses Jahr seinen Proviant nicht selbst mitzunehmen! Speziell in den Abschnitten vom Urnerboden bis Ziel befinden sich überall Verpflegungsstätten, kalte Büffets, wo man alles Wünschenswerte erhalten kann, auch warme Suppe und Würste etc. 7. Auch das offizielle Programm, das die genaue Nennliste enthält, kann überall längs der Rennstrecke bezogen werden. Es kann zudem auch in Glarus und Altdorf bereits gekauft werden, 8. Für den Fall unbeständiger Witterung rüste man sich mit gutem Schuhzeug und Mänteln aus, man lebt eben auf ca. 1500 bis 2000 Meter Höhe über Meer. 9. Ueber die Resultate wird man am Start, auf Urnerboden, Vorfrutt und am Ziel durch gut sichtbare Zeittafeln fortlaufend orientiert, ebenso auf Vorfrutt und am Ziel durch Lautsprecher. S. Sp Circuito Montenero. Das Rennen auf der Rundstrecke von Montenero bei Livorno, das am letzten Sonntag stattfand, ergab verschiedene überraschende Ergebnisse, die den Fahrern mit grossem Namen immerhin wenig Erfolg brachten. Varzi und Nuvolari mussten beide aufgeben; Nuvolari vermochte immerhin noch mit 92,11 km Stundentempo die schnellste Runde des Tages fahren. Auch diesmal siegte wieder der vorzügliche Maseratifahrer Fagioli, der bekanntlich auch nächsten Sonntag am Klausen mitmacht. Die Resultate: 1. Fagioli (Malserati), 225 km in 2:33:59 (Stundenmittel: 87,666 km); 2. Campari (Alfa Romeo), 2:36:20; 3. Maggi (Bugatti), 2:36:31; 4. Borzacchini (Alfa Romeo), 2:37:33; 5. Fontana (0. M.), 2:53:52. 6. Cazzabini (Alfa Romeo), 2:56:02; 7. Moraaei (Salmson), Erster der 1100-ccm-Klasse. 3-06-16; 8. Matrullo (Salmson) 3:10:07,