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E_1930_Zeitung_Nr.065

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tigen hat; das Verschulden des Beklagten spruch einer Genugtuungssumme. In Bestätigung des obergerichtlichen Urteils würde erscheint gemildert durch den Umstand, dass der Kläger selber nicht korrekt fahren der Autofahrer zu 11,000 Franken Schaden- und einer Genugtuungssumme von konnte. Anderseits rechtfertigen die vomersatz Kläger durchgemachten Schmerzen den Zu- 1OO0 Franken verurteilt. W. Unsere Diskussion: Um die Verantwortlichkeit des Fahrlehrers (Siehe «A.-R.» Nr. 63 vom 25. Juli 1930). Nur volle Verantwortlichkeit bei Schulwatien. Gewiss wäre es wünschenswert, wenn einmal festgestellt würde, wer beim Fahrunterrichte die Verantwortung trägt oder, besser gesagt, wie sich Lehrer und Schüler in diese teilen. Das zürcherische Obergericht hat diese Gelegenheit vorübergehen lassen. Daraus kann man ihm aber keinen Vorwurf machen, denn der gesamte Fragenkomplex ist viel zu verwirrt, als dass man einfach — wie dies in Nr. 63 der « A.-R. » geschieht — jedwede Verantwortung für .Fehler des Schülers und daraus entstehende Unfälle dem Fahrlehrer überbürden könnte. Dieser Anschauung schliesst sich auch die Urteilsbegründung des Obergerichtes an. Gewiss mag es auf den ersten Blick verführen, aus dem Verhältnis: Lehrer — Schüler, erfahrener Automobilist — Anfänger, die unumschränkte Verantwortlichkeit des ersteren zu konstruieren. Bei näherem Zusehen wird man aber finden, dass das Schwergewicht dieses Verhältnisses oft in einer Weise sich verschiebt, dass der Sinn der Worte ganz verloren geht. In den wenigsten Fällen wird man von einer Autorität des Lehrers sprechen können, der meistens in einem finanziellen Abhängigkeitsverhältnis zum Schüler steht. Abgesehen davon, dass er keine Möglichkeit hat, den « Schüler » zu strafen oder «fliegen» zu lassen, erhält er von diesem seinen Lohn, sei es nun direkt oder indirekt. Der selbständige Fahrlehrer ist gezwungen, sich die Gunst des Lernenden zu erhalten oder auf den Kunden zu verzichten. Der angestellte Fahrlehrer weiss, dass eine, wenn auch ungerechtfertigte Beschwerde, ihn um seine Anstellung bringen kann. Neben der grossen Zahl williger, talentierter Fahrschüler gibt es eine nicht geringe, die den Mangel an Talent und gutem Willen durch Eigendünkel und Kaprizen wettzumachen sucht. Solche Leute stützen sich nur zu gerne auf die Ueberlegenheit ihrer gesellschaftlichen Position. In dem besagten Artikel wird der Versuch gemacht, die volle Verantwortlichkeit des Lehrers damit zu begründen, dass der Schüler doch nur dessen Anordnungen befolgt. Folgen und befolgen! 'Schöne, aber oft leere Worte. Anlässlich der Uebungen für das Wenden auf schmaler Strasse erklärte dem Schreibenden ein Nichtskönner, dass er, wenn er einmal allein fahren dürfe, das ganz anders machen werde. Dies ist bezeichnend für die Einstellung manches angehenden Automobilisten. Noch häufiger kommt es vor, dass der Schüler irgendein notwendiges Manöver für zu schwer oder für überflüssig erklärt und, zu dessen Ausführung gezwungen, mit Widerwillen und in dem Glauben, es werde zuviej von ihm verlangt, an die gestellte Aufgabe herantritt. Damit wird aber das Manöver bereits zum Experiment. Dies scheint in dem konkreten Fall, der zur obergerichtlichen Beurteilung vorlag, eingetroffen zu sein. Wir kennen in der Schweiz keine dem Fahrunterricht vorausgehende ärztliche Untersuchung oder gar psychotechnische Eignungsprüfung. Daher stellen sich dem Fahrlehrer alljährlich Schüler mit grundverschiedenen individuellen Eigenschaften. In der rasch zurück und war verschwunden. Ich hatte es nur flüchtig gesehen. Aber dessen bin ich sicher: das Gesicht war* blass gewesen wie eine Kellerpflanze; es trug den schlaffen, verfallenen Ausdruck zügelloser Leidenschaft; es war ein brutales Gesicht, und doch prägte sich in ihm ein scheues, rührend ängstliches Suchen aus. Es war ein Gesicht, das erschienen war, um eine Frage zu tun. Da nur die bleiche Haut das Licht des Zimmers wiederspiegelte, so vermochte ich nicht zu erkennen, was sich über und unter dem Antlitz befand; und vielleicht täusche ich mich auch; aber ich hatte den bestimmten Eindruck, dass es das Gesicht einer alten Frau war. Kaum hatte ich die" Erscheinung wahrgenommen, auf die sich der entsetzte Blick des Richters im Leben und im Tode geheftet •hatte, so stürzte ich natürlich auf sie zu. Dabei war mir, als hörte ich das Rascheln von Kleidern an dem eisernen Balkongeländer und das" Aufschlägen eines' schweren Gegenstandes, der unten ins Gras fiel. Ich riss die Glastüren auf, wobei ein heftiger Windstoss ins Zimmer fegte, lehnte mich unter dem Zweiggewirr hinaus und mühte mich vergeblich, das nächtliche Dunkel, das wie eine Minderzahl der Fälle wird der Lehrer das Rückgrat besitzen, den Unterricht wegen Unfähigkeit abzubrechen. Zu welchem Zwecke auch? Damit der Abgewiesene zur Konkurrenz geht? Wir dürfen aber auch nicht an den rein technischen Schwierigkeiten vorübergehen. Der Behauptung des zitierten Artikels, « ein halbwegs Vernünftiger könne theoretisch schon nach einer Stunde durch den grössten Verkehr fahren», muss widersprochen werden. Das mag in seltenen Ausnahmefällen zutreffen und auch dann ist Vorbedingung, dass der Schüler schon vorher, sei es als Motorradoder Velofahrer, sich dem Verkehr anzupassen Gelegenheit hatte und die «Verkehrsscheu » überwunden hat. Die Zahl der bis zur Prüfungsreife notwendigen Unterrichtsstunden ist sff variabel, dass es unmöglich ist, einen Durchschnitt zu errechnen. Aber soviel kann gesagt werden, dass die in den Kaufverträgen stipulierten 12 oder mehr Stunden (im konkreten Falle waren es 15) kaum genügen, wenn man den Schüler wirklich für die Anforderungen des modernen Grossstadtverkehrs reif machen will. Eine Fahrschule mit begrenzter Stundenzahl ist ein Unding, das auf die Individualität keine Rücksicht nimmt. Der Fahrlehrer gibt seine Anweisungen. Aber er hat keine Macht darüber, wenn der "Schüler irrtümlicherweise das Gegenteil tut. Seit die modernen Wagen Mittelschaltung besitzen, stehen ihm zur Korrektur von Fehlern das Lenkrad und der Handbremshebel zur Mauer vor mir stand, zu durchdringen. Ich späte hinunter in den alten Garten, aus dem nur das Rauschen des Windes, der über das Laubwerk fegte, herauf scholl. . Das ganze All schien ,aus Finsternis- und brausendem Chaos zu bestehen. Windstösse stiegen daraus hervor, die mir das_ Haar zerflattern machten und feinen Staub in meine Augen trieben. Aber von dem Boten des Todes, der sich für einen Augenblick lang am Fenster gezeigte hatte, und dann verschwand, war nichts zu sehen. Ich wandte mich zum Fenster zurück und befand mich nun in derselben Stellung wie das Wesen, das von draussen zu uns hineingesehen hatte. Der Blick des Richters haftete noch auf derselben Stelle, so dass ich einen Moment lang die Empfindung hatte, er starre mich an. Der Hund winselte, am Boden kauernd, noch leise vor sich hin. Ich trat ins Zimmer hinein und blieb in.der Mitte stehen, um zu überlegen. Von unten her, irgendwo aus der 'Küchenregion, tönte der Schlag einer Uhr; durch das Fenster herein kam das Rattern eines Fuhrwerks, lauter, immer lauter, dann leiser, dann verhallend. Ein vorübergehender Junge pfiff; ich vernahm über mir Juliannas Schritte; ich dem Bauleiter und dem Arbeitgeber hinkt: beiden steht ausser der Repressalie" der Entlassung des fehlbaren Arbeiters und Angestellten auch noch ein Rückgriffsrecht auf diese zu. Der betreffende Artikel stellt-eigentlich einen Freibrief für den Fahrschüler dar, aus dem dann noch die Haftbarkeit des Lehrers für Schäden am Wagen des Schülers konstruiert werden könnte. Und das war doch gewiss nicht beabsichtigt ? C. H. Der Fahrlehrer ist bis zum Schluss der Fahrschule verantwortlich! Verfügung. Auch der Fahrlehrer ist ein Mensch; er benötigt eine gewisse Reaktionszeit auf ein unerwartetes Ereignis. Es ist einzusehen, dass die Reaktionszeit und die xler Situation zuwiderlaufende Tätigkeit des SchüleTs den Erfolg der Massnahmen des Lehrers so verzögern kann, dass ein Unfall eintritt. Ob man in solchem Falle den Lehrer voll verantwortlich machen kann, ist fraglich. Geht tnan vom Gerechtigkeitsprinzip «ohneSchuld werden eben an die Fahrzeuglenker grösseTe kerne Strafe » ausbist die VerantwortlichkeHj- -ÄÜförderurtj ingen gestellt, und bei der Maschine "überhaupt zu verneinen. geht es eben nicht wie bei Pferden, die sehr ' Wir können die volle Verantwortlichkeit oft der Gefahr selber ausweichen. Die Maschine geht hingegen nach des Führers Hand des Lehrers dann anerkennen, wenn ein sog. Schulwagen, bei dem auch der Platz neben und wenn's auch in die Gefahr geht. dem Führersitz mit Kupplungs- und Bremspedal ausgerüstet ist, benützt wird. Aber auch halte ich den Fahrlehrer für allein schuldig, Was Ihren beschriebenen Unfall anbelangt, dann wird der Schüler noch genug Situationen schaffen, die nur schwer rechtzeitig korrer auch ein Bild über die Fähigkeiten und den denn am Ende einer Stunde soll sich der Lehrigiert werden können. Zustand seines Schülers machen können. Sehr Nun ist es aber unmöglich, zu verlangen, oft verspürt der Schüler eine gewisse Müdigkeit und kann infolgedessen auch aufgeregt das alle Wagen, welche — vielleicht nur ein einziges Mal — zum Fahrunterricht verwendet werden, mit Doppelpedalen ausgerüstet rechnungsfähigkeit zugebilligt werden soll. sein, so dass ihm auch eine gewisse Unzu- sein müssen. Der Beruf des Fahrlehrers ist ein verantwortungsvoller. Wie ernst er genommen wird, zeigt die geringe Anzahl der Unfälle (und diese nur mit Sachschaden) bei Lernfahrten, Es ist deshalb gewiss nicht zu befürchten,' « dass der Fahrlehrer, wenn er weiss, dass er einen Teil der Schuld auf den Schüler abwälzen kann, es vielfach an der dringend notwendigen Sorgfalt und Aufmerksamkeit fehlen lasisen wird». Berufsmässige und gelegentliche Fahrlehrer (der Schreiber gehört zu den letzteren) müssen diese nach « Generalprävention y> riechende Bemerkung energisch zurückweisen. Auch der Vergleich mit AUTOMOBIL-REVUE 1930 — 65 Mit grossem Interesse habe ich in Nr. 63 der «Automobil-Revue» Ihren Artikel betreffs der Verantwortlichkeit des Fahrlehrers gelesen und erlaube mir, Ihnen meine Ansichten über -deren Verantwortlichkeit zu unterbreiten, da ich des öftern Gelegenheit habe, neben meinem Berufe als Chauffeur auch Fahrunterricht zu erteilen. Nach meiner Ansicht soll der Fahrlehrer voll und ganz für seine Ausübung als solcher verantwortlich sein, bis zum Zeitpunkt, da der Fahrschüler sein Examen absolviert hat. Besonders auch dadurch, dass das Konkordat wörtlich vorschreibt : «Fahrten zu Lehrzwecken dürfen nur mit Zustimmung der zuständigen kantonalen Behörden in Begleitung einer mit einer Fahrbewilligung versehenen Person ausgeführt werden.» Die Fahrschüler sind in der Begabung eben sehr verschieden. Der eine fährt nach kaum einigen Stunden schon so, dass von einer Gefährdung des Verkehrs nicht mehr gesprochen werden kann, während andere wieder schwerer daran haben. Darin soll eben auch der Fahrlehrer die Fähigkeiten seiner Schüler ermessen können, um sie früher oder später zum Examen zu bringen. Er ist meiner Ansicht nach, da, um eben einen Unfall zu verhüten, da ihm doch die Möglichkeit gegeben ist, solche zu verhüten, weil er doch als Lehrer und nicht nur als Mitfahrer amten soll. Er kann auch die Gefahrmomente früher erkennen, da er doch Uebung und Routine besitzen soll, und auch hier heisst es eben: «Uebung macht den Meister», während der Fahrschüler, wie ich bis dahin immer beobachtet habe, ziemlich den Kopf voll zu tun hat und ja in der Uebung immer wieder auf neue Sachen aufmerksam gemacht werden muss, denn beim heutigen Verkehr Auch ein langjähriger Fahrer kann nach gewissen Fahrten ermüden, um so mehr noch 1 ein Fahrschüler, dem doch alles neu ist. Wenn nun der Fahrlehrer die- Person allein in die Garage fahren lässt, so handelt er gewissermassen unvorsichtig; da er doch, seiner Pflicht als Lehrer genügen sollte. Er könnte zwar auch denken, es sei ja das erstemal auch gut gegangen, deshalb werde es diesmal wohl gehen. Wie manchem ist aber zum erstenmal; etwas geglückt und zum zweitenmal hat ihn: das Pech' verfolgt, und auch dessen sollte der Fahrlehrer Gewissheit haben. Deshalb finde ich es am Platze, dass ein 1 Fahrlehrer seine Schüler von Anfang bis zum hörte, wie sich der Hund, gemächlich die Pfoten leckte, wie der Wind, der. durchs Zimmer .strich, die Vorhänge,, flattern Hess, und wie er schliesslich mit einem hämischen, 1 kleinen Stoss die Blätter vom Schreibtisch fegte, auf denen der Richter sich zum letztenmal geäussert hatte, und.,die nun lose zu Boden flatterten. Und der Wind trug einen modrigen "Duft vom Garten herein. «Ich muss es ihr sagen,» sprach ich lauf vor mich hin, und der alte Hund, dessen Sinne durch die Jahre geschwächt waren, wedelte mit dem Schwanz. «Ich muss es ihr sa,gen,» wiederholte ich und ging dann langsam die teppichbelegte Treppe hinauf. Sie erwartete mich, in ihrem Zimmer, unter dem milden Licht stehend, das von einer verschleierten elektrischen Lampe herniederleuchtete. Ich sehe sie noch jetzt deutlich vor mir, mit dem Lächeln, das auf ihrem Gesicht erstarb, als sie in meines blickte. Ja, ich hatte nicht nötig, zu reden; ehe ich noch den Mut dazu fand, sah ich, wie ihre Brust sich in einem tiefen Atemzug hob. -Stossweise kam er hervor, wie bei jemandem,.der plötzlich einen Guss eiskalten Wassers über den Rücken bekommt. Ich sah die Farbe aus ihrem Gesicht weichen, wie vorher das Ende seines Unterrichtes Vollständig begleitet, indem er neben seinem Schüler auf dem Fahrzeug sitzt und dass er als Lehrer und Berater und nicht als Zuschauer amtet; Deshalb soll er auch voll für seine Verantwortlichkeit als Lehrer haften. E. H. (Weitere Stimmen in nächster Nummer.) Eine Klarstellung. In Nr. 63 befasste sich unser Gerichtskorrespondent mit einem Unfall, der einer Schülerin des Fahrlehrers H. zugestossen war. Herr Hauser, Fahrlehrer, Zollikerstrasse, Zürich, wünscht festzustellen, dass diese Angelegenheit nicht' ihn betrifft, da eT weder einem ähnlichen Unfall beigewohnt, noch überhaupt in seiner Eigenschaft als Fahrlehrer mit den Gerichten in Berührung gekommen ist. Vetkeh» Brückeneinsturz in Loearno. Am Dienstagmorgen um halb zehn Uhr stürzte die im Bau befindliche Brücke über die Maggia bei Locarno donnernd zusammen. Kurz vorher hatte der Bauleiter ein Neigen des Gerüstes festgestellt und die Arbeiter veranlasse sich in Sicherheit zu bringen, so dass der Schaden immerhin nur materiell ist. Durch' das Hochwasser war seinerzeit der BaupTeiler in der Mitte des Flusses gelockert worden, doch wurden die betreffenden Schäden behoben. Der Einstürz scheint auf zu einseitige Belastung zurückzuführen zu sein, unter der sich der Hilfspfeiler nach der Seite neigte und schliesslich einstürzte. Fünf grösse Betonblöcke fielen in den Fluss und müssen gesprengt werden. Der Schaden soll 200,000 Franken übersteigen. Mf. Keine Autofähre Lausanne—Evian! Der Direktor der Dampfschiffahrtsgesellschaft des Genfersees hielt jüngst am Radio Lausanne ein Referat, in welchem er- die Gründe auseinandersetzte, warum die Gesellschaft nicht daran denken könne, eineÄutofähr© von Lausanne nach Evian einzurichten. Die Berechnungen haben unzweideutig'ergeben, dass ein solcher Fährdienst nicht rentabel wäre. Zwar würde die Benutzung einer Fähre etwa eine Stunde Zeitgewinn "'bedeuten, aber nur für den Lausanner Automobilisten, für den Touristen aus Montreux z. B. würde sich höchstens ein Gewinn vQrf : 2Ö Minuten ergeben, und auch nur dann,'we'hn er nicht auf die Fähre zu warten brauchte. Das Einzugsgebiet der Fähre wäre also,' im Gegensatz zu der oft als Beispiel angeführten deutschen Fähre Konstanz-Meersburg, sehr klein und würde nicht genügen, die Kosten zu decken. Da zwischen Lausanne und Evian eine Landesgrenze liegt, kommt ein Transport von Lastwagen kaum in Betracht, der Verkehr von Tourenwagen allein aber wäre zu starken Schwankungen unterworfen, zu unsicher und deshalb uninteressant. Zwei Fährschiffe würden eine halbe Million Franken kosten. Amortisation dieser Summe, 1 Betriebskosten und Arbeitslöhne würden jährlich 120,000 Franken Ausgaben verursachen. Um die gleiche Summe an Einnahmen einzubringen, müsste vorausgesetzt werden, .dass während der Tourensaison (April biSvJBnde Oktober) täglich-durchschnittlich 50 Automobile befördert würden, die eine Taxe von je zehn Franken zu bezahlen hätten. (Im Winter wäre der Betrieb eingestellt.) Es ist klar, dass diese Frequenz niemals erreicht werden könnte. Das Unternehmen rhüsste"-von vornherein mit grossen Defiziten rechnen. Die Autofähre Lausänne-Evian kann deshalb auf absehbare Zeit hinaus nicht verwirklicht werden. - • "'- -f. Lächeln gewichen war; und als ich den, Kopf senkte zur Bestätigung, dass.. sie die Wahrheit erraten, da tat ich ein paar Schritte auf sie zu, weil ich fürchtete, dass sie könnte zu Boden stürzen. «Lass nur, Jerry,» sagte sie, sich straff aufrichtend, «mir ist nicht schlecht. Ich -hatte erwartet, dass es eines Tages so kommen würde. Es wird einem schwer, dran zu glauben; aber es ist nicht überraschend gekommen. Sein Herz — sein grosses, liebevolles Herz — war aufgebraucht. Komm, bitte, jetzt nicht mit mir! ; Ich .will zu ihm. hinuntergehen — allein!» , , , Ich bewegte die trocknen Lippen; ein Wort über die seltsamen Umstände, die .seinen Tod begleiteten, wollte ich sagen. Aber ihr Mut, ihre ruhige Haltung, ihr entschlossener Mund, ihre Augen, aus denen tiefes Leid, aber kein Anzeichen von Schwäche ^sprach, hielten mich zurück. . , ,.. «Warte hier auf mich,» sagte sie mit leiser, fester Stimme. Ich drückte ihre Fingerspitzen an meine Lippen, und während ich ihr nachblickte, sagte ich mir, .dass sich, vielleicht nun nie wieder eine Gelegenheit bieten würde von der Geschichte zu reden, die ich Ihnen hier erzählt habe. (Fortsetzung folgt.)

N°65 - 1930 »AUTOMOBIL-REVUE S I» O R T L I C H g S III. Internationale Schonheitskonkurrenz in Luzern. Eine elegante und festlich gestimmte Menge, wird am nächsten. Samstag den 2. August wieder der III. Internationalen Luzerner Schönheitskonkurrenz der Automobile beiwohnen. Auf dem Nationalquai wird sich wieder ein Bild von erlesenem Geschmack und Vornehmheit entrollen. Eine grosse Anzahl von Wagen werden sich dem internationalen und gewählten Publikum präsentieren, bereits haben sich bis zum ersten Meldeschluss 60 Wagen angemeldet, und es sind bis kurz vor Meldeschluss wieder zehn weitere Teilnehmer gemeldet. ! Die Wagen der Automobil-Industrie und der Privatpersonen, sowie die Automobile ftn't Serien- und Spezialkarosserien werden auch dieses Jahr wieder getrennt beurteilt werden. Die Gruppe der geschlossenen Wagen weist als Neuerung eine Kategorie' für die in Mode gekommenen Ciel-ouvert-Verdecke auf. Das Programm " dieser bedeutenden schweizerischen- Automobil-Veranstaltung ist noch nicht definitiv vorliegend, es kann jedoch nach den- gegebenen Anhaltspunkten ungefähr folgendermassen angegeben werden : 8.30 Uhr Vorprüfung der unbesetzten Wa- 'gen durch die Jury, bei günstiger Witterung auf dem Spittelerquai, bei ungünstiger Witterung in der grossen Festhalle am Bahnhof- J platz. 14.30 Uhr Vorführung der besetzten Wagen, bei günstiger Witterung auf dem Nationalquai, bei ungünstiger Witterung in der grossen Festhalle am Bahnhofplatz. 21.30 Uhr Grosser Ball im Hotel Schweizerhof. Preisverteilung. Die Preise. Die wertvollen Preise bestehen auch dieses Jahr wieder, wie bereits mitgeteilt, in goldenen, silbervergoldeten, silbernen und bronzenen Plaketten, ferner gelangen Spezialpreise zur Verteilung. Die Vorarbeiten versprechen auch dieses Jahr wiederum einen vollen Erfolg der Veranstaltung. Es bleibt zu hoffen, dass der einzige fragliche Faktor, das Wetter, auch das Seine zum guten Gelingen beiträgt, damit unter der strahlenden Sonne der schweizerischen Fremdenstadt sich die Schönheiten des Automobils im Rahmen einer vornehmen Gesellschaft voll entfalten. , Die Meldungen. Bis zum Ablauf der ersten Meldefrist wurden total 60 Wagen gemeldet, und zwar : 16 Wagen amerikanischer Fabriken 5 i' deutscher Fabriken 1 i' englischer Fabrik 12 i> französischer Fabriken: 13 i> italienischer Fabriken 3 n österreichischer Fabriken 10 !> Gemeldete schweizerischer Marken: Fabriken. Amerika: Lincoln, Chrysler, Auburn-Cord Nash Stuäebaker, Packard, Willys-Knight La' • tSalle, Buick. Deutschland: Röhr, Mercedes-Benz. England: Rolls-Royce. Frankreich: Voisin, Delage, Peugeot, Talbot, Hispano-Suiza, Mathis, Bujjatti. Italien: Alfa-Romeo, Fiat, Isotta-Fraschini, Lancia Ansaldo. ' Oesterreich: Steyr. Soh-vreiz: Martini. -•'•'•\ St. Moritzer Automobilwoche. 18.—24. August 1930. (Ir.) In der ersten Vollsitzung des Orgahisationskomitees vom vergangenen Dienstag wurde der organisatorische Ausbau des St. Moritzer Turniers, dieser grössten, bestdotierten automobilistischen Veranstaltung der Schweiz, eingehend erörtert. Grundlegende Aendenmgen treten gegenüber der Premiere vom Vorjahr nicht ein, wiewohl eine ganze Reihe von Vervollkommnungen im Organisationssystem vorgesehen sind. Der Empfang der Teilnehmer an der Internationalen Clubwertungsfahrt, zu der sich bisher die Automobilclubs von Baden-Baden, München, Mailand und Brescia gemeldet haben, wie der Konkurrenten an der Internationalen Sternfahrt spielt sich wiederum am Ziel im Kurhaus St. Moritz Bad ab. Die Preisverteilung für diese, beiden Konkurrenzen findet schon am Dienstag abend statt. Die Organisation des Kilometer-Lance" auf der Shellstrasse deckt sich im grossen und ganzen mit derjenigen des Vorjahres. In der Mitte der Strecke werden die Tribünen aufgerichtet, ihnen gegenüber der Lautsprecher mit drei Trichtern und die Zeittafeln. Ein Drahtzaun sperrt die Piste auf ihrer ganzen Länge gegen den Zuschauerraum hin ab. Um mit den Verkehrsstockungen, die letztes Jahr bei Punt Muraigl eintraten, ein für allemal aufzuräumen, wurde die Strasse von Punt Muraigl nach dem Bahnhof Pontresina ausgebaut, wodurch eine glatte und reibungslose Umleitung des Verkehrs gewährleistet Ist. Für die Geschicklichkeitsprüfung hat deren Leiter, Herr Lüscher, mit List und Tücke vier Das Programm für das Klausenrennen SAMSTAG, DEN 9. AUGUST 1930. , 7.00 Uhr bis 11 Uhr: Abnahme der Motor räder und Sidecars ite Linthal. ' 7.00 Uhr bis 11 Uhr: Abnahme der Automo bile auf dem Landsgemeindeplatz resp. Bahnhof platz Jn Glarus. Nachher werden die Tourenwagen in Glärus parkiert und unter Aufsicht der Rennleitung gestellt. 13.00 Uhr: Sperrung der Rennstrecke für Fahrzeuge und- Fus$ ganger bis nach Beendigung des Rennens. Beginn und Ende des Rennens werden durch Abfahren der Strecke durch einen Wagen mit roter bzw. weisser Fahne angezeigt. 13.30 Uhr: Besammlung am Start in Linthal der am 9. August startenden Motorräder und ,. Sidecars. ?' 13.30 Uhr: Oeffnen des Parkes für die am 9. August startenden Automobile (Tourenwagen) in Glarus, Fahrt in Kolonne nach Linthal zum Statt. 14.00 Uhr: Beginn des Rennens: Alle Sidecars und ein Teil der ^Motorräder, sowie alle Tourenwagen. 18.00 Uhr ca.: Nach Beendigung des Rennens stehen die Fahrzeuge auf der Passhöhe zur Verfügung der Rennleitung; nachher Fahrt in Kolonne nach Linthal und Glarus. 20.15 Uhr: Begrüssungsbankett im Hotel «Glarnerhof» in Glarus.' ' ' SONNTAG, DEN 10. AUGUST 1930. l 8J0, Uhr: Sperrung der Rennstrecke für Fussgänger und Fahr zeuge bis nach Beendi- ,i gütig des Rennens. Beginn und Ende des Rennens werden durch Abfahren der Strecke durch einen Wagen mit roter bzw. weisser Fahne angezeigt. 9.00 Uhr: Besammlung am Start in Linthal der am 10. August startenden Motorräder. 9.30 Uhr: Besammlung der Sport- und Rennwagen auf dem Bahnhofplatz in Linthal. 9.30 Uhr: Beginn des Rennens: Alle restierenden Motorräder und alle Sport- und Rennwagen. 14.00 Uhr ca.: Nach Beendigung des Rennens fahren die Fahrzeuge in Kolonne nach Altdorf, wo sie zur Verfügung der Rennleitung stehen. 16.30 Uhr: Festakt mit Preisverteilung auf dem Rathausplatz in.Altdorf. 17.15 Uhr: Fakultative Zusammenkunft der Ehrengäste, Komitee - Mitglieder und Rennteilnehmer im Hotel «Schlüssel» in Altdorf. neue Hindernisse ausgeknobelt. Harte Nüsse, an denen sich mehr denn einer die Zähne ausbeissen wird. Hier die Aufgaben: Fahrt in eine Garage; Aussteigen, mit einem fremden Wagen rückwärts von einer Barriere zu einer Bodenschwelle, von hier wieder zu der Barriere; Strasseneinfahrt in S» eine berüchtigte Ecke) und als letztes eine Strassengabelung. Selbstverständlich fehlen auch hier Tribünen, Lautsprecher und «Musikbegleitung» nicht. Schauplatz dieser vergnüglichen Konkurrenz bildet wiederum der grosse Platz vor der Kurhausanlage. Nach dem bewährten Vorbild von 1929 wickelt sich Samstag, den 23. August, ebenfalls auf dem Kurhausplatz, die Schönheitskonkurrenz ab. Neu ist daran die Prämiierung des schönsten Wagens: vor den Tribünen, coram publico, wird dem Sieger das blaue Band (blue ribbon) mit goldener Plakette überreicht. Ein gewaltiger organisatorischer Apparat wird wiederum am Hauptereignis der St. Moritzer Woche, ani Bergrennen auf der 16,5< Kilometer langen Berninastrasse, spielen. Lautsprecher und Zeittafeln am Ziel orientieren die Zuschauer fortlaufend über den Stand des Rennens, über die erzielten Zeiten etc. Die Presse wird abermals auf dem Dach der Hütte am Ziel einlogiert, wo sie sich letztes Jahr so wohl fühlte; dass die direkte telephonische Verbindung mit auswärts nicht fehlt, versteht sich am Rande. Eine Erweiterung des Pressedienstes tritt insofern ein, als das täglich erscheinende Standard Bulletin mit den Berichten und Vorschauen nunmehr in Deutsch und Französisch erscheint. Jedenfalls: die 40—50 Journalisten werden wieder einen einwandfrei funktionierenden Pressedierist finden. Dem gesellschaftlichen Betrieb während der Autowoche wird dieses Jahr ein vermehrtes Augenmerk geschenkt, und das Vergnügungsprogramm, das der eigens bestellte geaieurs pnt vente le chemin de fer ä crcmaillcre. Mettant ä prof it eeprineipe a cree lc pneu „TR/IKGRIP" (Made in England) dont les cannelures extremement profondes s'agrippent merveilleusement au sol dans les terrains diffidles, en montagne, dans la neige. ReHcchissez-y et ecrivez-nous! S. Ä. des Pncumatiqucs DUNLOP GeneAre et Bäle «Unterhaltungsminister» ausarbeitet, wird darauf Bedächt nehmen, dass jeden Tag irgendwo etwas los ist. Dagegen hat sieh das Komitee entschlossen, von einem grossen Schlussbankett abzusehen. Den letzten Akt des St. Moritzer Turniers wird die Preisverteilung mit anschliessendem Ball bilden. Uebrigens studiert man auch die Frage der Einrichtung eines Totobetriebes während der Rennwoche. Die Behörden haben ihre Bewilligung dazu erteilt. Kommt die Sache zustande, so werden in St. Moritz, Pontresina und Samaden Wettbureaus installiert. Mit dem Hannoverschen Damen-Automobilclub klappt die Sache. Er wird, acht «Mann» hoch, in St Moritz eintreffen und sowohl bei der Geschicklichkeitsprüfung als auch bei der Schönheitskonkurrenz eine Quadrille vor* führen •*- eine anmutige Bereicherung des Programms. Ausland Coppa delle Venezie. Fiat 514 gewinnt die Regelmässigkeitsfahrt Die in den Tagen vom 26. bis 28. Juli in Italien stattgefundene Coppa delle Venezie, ein kleiner Ersatz für die ausgefallene Alpenfahrt, brachte überraschende Resultate, Unter den vielen schnellen Wagen, von denen einige mit Kompressoren ausgerüstet waren, ging der mittelstarke Fiat 514 als Sieger hervor. Das Resultat wird aber sofort verständlich, sobald man weiss, dass sich der Sieger der grossen Fahrt, Amedo Costa, mit seinem Fiat einer nicht sehr hohen Durchschnittsgeschwindigkeit befliss, um dafür in erster Linie regelmässig fahren zu können und in den Sektoren, die gemessen wurden, kleine Abweichungen von der Mindestgeschwindigkeit aufzuweisen. Costa wählte als Durchschnitt für seine Fahrt 45 km, und diese Geschwindigkeit konnte er durchhalten, trotzdem die Fahrt ganz gewaltige Anforderungen an Wagen und Führer stellte. Nicht weniger als sieben Pässe mussten in drei Tagen erklommen werden, dabei wies die Strecke eine Länge von 1750 Kilometern auf. Die Formel für die Regel* mässigkeitsfahrt erwies sich in der praktischen Anwendung als sehr gut. Sie stellte indessen durch ihre Anforderungen einen Sopderfall dar: Es war eine Mindestgeschwindigkeit vorgesehen, die ins Quadrat erhoben wurde. Das Ergebnis wurde sodann durch die Summe der bei jedem Sektor (vier zusammen bildeten eine Etappe) konstatierten Abweichungen von der Mindestgeschwindigkeit dividiert. Die Zahl, die auf diese Weise erhalten wurde, galt als Regelmässigkeitsfaktor, der selbstverständlich möglichst gross sein musste. Ein Teil der Fahrer tendierte nun auf grösste Regelmässigkeit während der ganzen Fahrt, während sich andere auf eine möglichst grosse Durchschnittsgeschwindigkeit konzentrierten, wie beispielsweise die von Feiice Nazzaro angeführte Gruppe der Fiat 525, die sich mit hohen Geschwindigkeiten sehr gut hielt. Der Fiat 514 hat mit dem Sieg der Coppa delle Venezie seine ausserordentliche Zuverlässigkeit und Ausdauer glänzend bewiesen. Die schweren Hindernisse der grossen Fahrt wurden von dem Wagen mit bewundernswerter Sicherheit alle bewältigt Bei-der Coppa delle Venezie kann man es sagen: der zuverlässigste Mann und der zuverlässigste Wagen sind Sieger geworden. Klassensieger wurden nach vorzüglicher Fahrt Alfa Romeo, O. M. und Lancia. Eine ganze Reihe von Wagen schieden während der Dauerprüfung aus. Das Interesse für die Coppa delle Venezie war gross, wenn auch der Empfang von seiten des Publikums nicht so begeistert war wie anlässlich der internationalen Alpenfahrt. mb. _ Die Resultate: (Ueber 2000 cem): Gruppe A : i. Danieli Timo (O.M.); 2. Bruno Maurizio (Lancia). Gruppe B : 1. Tartara Luigi (Lancia); 2. Stabilini Manlio (Ford). (2000 cem): Gruppe A: 1. Danieli Mario (O.M.); 2. TassaTa Filippo (Alfa Romeo). Gruppe B : 1. Penzo Emilio (O.M.); 2. Colombina (Alfa Romeo). (1500 cem): Gruppe A: 1. Lurani Giovanni (Alfa Romeo); 2. Bruzzoni Gerolamo (Fiat 514). Gruppe B: 1. Costa Amedo (Fiat 514); 2. Rieppi (Alfa Romeo). Kategorie Nufzfahrzeuge: 1. Equipe Fiat 514, Generalklassement: 1. Amedo Costa (Fiat 514); grösste Punktzahl: 5059.10. Haben Sie die letzte Nummer der «Illustrierten Auto-Revue » fesehttt j» Näheres darüber siehe Seite 17.