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E_1930_Zeitung_Nr.072

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE Resultate des ßernino-Bergrenneni 193O. Wfe Klasse Classe Konkurrent Concurrent Fahrer Conduoteur Fabrikmarke Marque de fabrique Zeit Temp« Total mm cm* Mln.| Sek. Obeerntaooi Tonrenwagen (nationales Rennen) 500—750 ce. 1. W. Buchwald, Filisur 2. R. Kohlrausch, Eisenach 3. C. Weiohelt, Luzern W. Bnchwald, Filisnr R. Kohlrausch, Eisenaeh C. Weichelt, Luzern B. M. W. B. M. W. B. M. W. 30 4 56 76 750 18.27,0 30 4 56 76 750 20.30,8 30 4 66 76 750 21.53,4 750—1100 cc. S 1100—1500 cc. 8 A. Fumagaüi, Tirano 1. A. Keller, Zürich 2. P. Sertori, Sondrio 3. L. Martinelli, Poschiavo A. FumagaHi, Tirano , A. Keller, Zürich P. Sertori, Sondrio L. Martinelli, Posohiavo Fiat Alfa Romeo Fiat Ceirano 26 4 57 07 990 22.26,2 28 6 62 82 1487 17.53,8 30 4 67 102 1433 20.01,4 26 4 65 110 1456 23.16,4 Neuer Klassenrekord. 2000—3000 cc. 3000—5000 cc. 1. G. Strazza, Milano 2. O. Romani, St. Moritz 1. E. Leutenegger, Schinznach 2. Müller & Häne, St. Gallen 3. Müller & Häne, St. Gallen 4. H. Dublin, Zürich G. Strazza, Milano O. Romani, St. Moritz E. Leutenegger, Schinznach A. Müller, St. Gallen H. Häne, St. Gallen H. Dublin, Zürich Lancia Bianchi Martini Ford Ford Auburn 29 4 82,5 120 2561 17.28,4 27 4 78 120 2289 24.05,6 29 6 88 120 4365 18.15,0 30 4 98,4 108 3236 20.34,6 30 4 98,4 108 3236 21.00,2 26 4 82,5 114 4S85 21.01,6 Beste Zeit der Tourenwagen, neuer Kategorienrekord (Stundenmittel 66,750 km). Neuer Klassenrekord. Sportwaffen (internationales Rennen) 750—1100 cc 1. Boucly, Nice 2. E.Friedrich, Bülach 1100—1500 ec. 1500—2000 ce. 2000—3000 cc. 5000—8000 ee. 1. Conte G. Lurani, Milano 2. Dr. Bisse, Solingen 1. W. Esoher, Vevey 2. Kessler & Jaeger, Zürich 1. E. G. Burggaller, Berlin 2. W. Esoher, Vevey Solo W. Kosenstein, Stuttgart Boucly, Nice E. Friedrich, Bülach Conte G. Lnrani, Milano Dr. Risse, Solingen Dr. J. Karrer, Zürich P. Bonini, Milano E. G. Burggaller, Berlin W. Esoher, Vevey W. Rosenstein, Stuttgart Salmson Comp. Amilcar Comp. Alfa Romeo Comp. Bugatti Comp. Bugatti Comp. Alfa Romeo Comp; Bugatti Comp. Bugatti Comp. Mercedes-Benz Comp. 30 4 62 90 1088 18.06,6 28 6 56 74 1095 19.37,0 30 6 62 82 1487 17.34,6 28 4 69 100 1492 19.06,2 29 8 60 88 1988 16.03,8 30 6 65 88 1748 16.20,0 29 8 60 100 2262 16.14,2 30 16 60 66 2986 17.05,6 28 6 100 150 7050 16.26,4 Neuer Klassenrekord. Neuer Klassenrekord. Beste Zeit der Sportwagen, neuer Kategorienrokord, (Stundenmittel 61,7 km). Rekord aufgestellt. Kennwagen (internationales Rennen) 500—750 ee. 1. BL Simons, Berlin 2. E. Markiewicz, Geneve 750—1100 cc. 1100—1500 ce. 2000—3000 cc 3000—5000 ee. 1. Graf M. Aroo-Zinneberg, München 2. R. Steinweg, Münohen 1. R. Kürten, Düsseldorf 2. Prinz zu Leinigen,Amorbaeh 1. H. v.Morgen, Berlin 2. L. Chiron, Paria Solo L. Chiron, Paria H. Simons, Berlin E. Markiewicz, Geneve Graf M. Arco-Zinneberg, München R. Steinweg, Münohen K. C. Volkhart, Düsseldorf Ollendorf H. v. Morgen, Berlin Bouriat, Paria L. Chiron, Paria D. K. W. Comp. Rosengart Amilcar Comp. Amiloar Comp. Bugatti Comp. Bugatti Comp. Bugatti, Comp. Bugatti Comp. Bugatti Comp. 29 4 59 68^ 743 18.41,8Rekord aufgestellt. 29 4 66 76 750 21.29,4 Neuer Klassenrekord. 30 6 56 74 1095 16.48,4 29 6 58 74 1095 16.55,2 28 4 69 100 1492 15.56,2 29 4 69 100 1492 16.02,2 30 8 60 100 2262 15.00,4 30 8 60 100 2262 24.57,2 30 16 60 88 3976 14.44,8 Rekord aufgestellt. Rekord aufgestellt. Beste Zeit des Tages, neuer Streckenrekord (Stundenmittel 66,260 km). Rekapitulieren wir kurz die Merkmale dieser Strecke, welche heute in aller Mund ist und deren Namen morgen in der Presse von ganz Europa genannt werden wird: Bei durchschnittlicher Steigung von 7,4% und einem maximalen Anstieg von 8,6% überwindet das Teilstück des Passes, welches als Piste dient, bei einer Länge von 16,53 km 1216 m Höhendifferenz/ Dass der Strassenzustand für Rennzwecke ein sehr behindernder und schwieriger war, haben wir bereits anlässlich der Meldungen über das Training ausgeführt. Chiron selbst hat uns nach dem Rennen erklärt, dass er zn Beginn seiner entscheidenden Fahrt daran dachte, aufzugeben, da er in der Decke von Schotter und Strassenstaub einfach nicht vom Fleck zu kommen schien und die Räder jeden Druck auf das Gaspedal nur mit um so grösserer Schleuderwirkung beantworteten. Es hätte auch keinerlei Signalisierung der ankommenden Fahrer bedurft, denn eine dicke Staubfahne, die sich hinter jedem Wagen in die Länge zog, zeigte dauernd die jeweilige Position jedes Konkurrenten an. Wir alle: Organisatoren, Konkurrenten und Zuschauer haben erleichtert aufgeatmet, als der letzte Mann durchs Ziel war und damit die Gewissheit wurde, dass das zweite Bernina-Rennen mit Ausnahme des Casparschen Unfalls auch bezüglich der tapferen Fahrer selbst ebenso vorteilhaft abgeschnitten hat wie in jeder anderen Beziehung. Eingeleitet wurde der heutige Tag ususgemäss mit dem Rennen der Tourenwagen» deren Reigen Buchwald auf B.M.W, eröffnete. Dieser Bündner Fahrer wird in seiner Klasse nachgerade zur Kanone und heftet Sieg auf Sieg an seine Fahne. Seine letztjährige Bestzeit hat er sage und schreibe um 2 Minuten heruntergedrückt. Was dies bei der geschilderten Strasse und dem kleinen Kaliber des Wagens bedeuten will, können nur diejenigen ermessen, welche den Pass selbst schon oft befahren haben. Seine beiden Markenkollegen konnten nicht einmal an Buchwalds letztjährige Zeit herankommen, haben sich aber immer noch recht achtunggebietend geschlagen. Insbesondere gilt dies vom Luzerner Weichelt, dessen Zündverstellung während der Fahrt defekt wurde und der. deshalb schwer behindert war. A. Keller (Zürich), der sich in unsern Rennveranstaltungen der letzten Jahre in seiner Klasse (1500 ccm) ausgezeichnet gehalten hat, machte sich bereits am Klausen einen Namen mit seinem Kategoriesieg. Er fällt besonders durch seine draufgängerische Erledigung der Kurven auf, wobei ihm eine sehr gute Technik wohl zu statten kommt. Keller brachte es denn auch fertig, seine letztjährige Klassenbestzeit um eine ganze Minute zu korrigieren und blieb ein sicherer Sieger, der seine Konkurrenten ordentlich im Hintertreffen Hess. Als wir meldeten, dass Strazza zu der Trainingsfahrt am Freitagmorgen erschienen war, fügten wir bei, dass damit den aus>sichtsreichsten Anwärtern auf den Kategoriesieg ein ganz gefährlicher Gegner erstanden sei. Obwohl sich der Mailänder begnügt hatte, seinen Lancia nur zweimal während des Trainings über die Strecke zu führen, so galt er doch als ausgesprochener Favorit Mit Brio hatte er das Rennen in 17.28,4 erledigt und mit der Kategorie-Bestzeit gleichzeitig seinen eigenen letztjährigen Rekord um 19,4 Sekunden unterboten. Mit Begeisterung und echt italienischem Freudengeheul wurde er von seinen zahlreichen Freunden und Bewunderern am Ziel empfangen. Ueberhaupt war es bemerkenswert, wie viele italienische Besucher dem Rennen beiwohnten und sich hauptsächlich am Ziel postierten. Jeder der Landsleute wur- mwmmmm Dr. Karrer, Zürich, placierte sich im Grossen Preis von St. Moritz als Erster der Kategorie Sportwagen. (Photo «Engaidin Press>.) v iM-i '9T±Zi K mmM j;:'^y^ • .** Ghiron, der Gewinner des Grossen Preises der Rennwagen von St. Moritz, beim Kilometer-Lancö. wo er bei den B,ennwagen die beste Zeit fuhr, (Photo tEngadim Press».) de für seine letzten paar hundert Meter noch angefeuert und mit viel Bravo und Hurra jeweilen am Ziel begrüsst. Sicher dürfte der Besuch aus ihrem Nachbarland in kommenden Jahren noch bedeutend zunehmen und werden es die Organisatoren an den geeigneten Propagandamitteln nicht fehlen lassen. Für die Kategorie 5000 ccm brachte uns der Lautsprecher böse Kunde: Zwimpfer, der mit seinem Chrysler neben Keller mit zu den drei bedeutendsten Konkurrenten der Kategorie gehörte, wurde über eine Böschung hinausgeschleudert, wo der Wagen in schwieriger Lage zum Stehen kam und ordentlich Schaden nahm. Am Ziel nahm man grössten Anteil an seinem unverdienten Pech und tröstete sich wenigstens damit, dass dem tüchtigen Fahrer und seinem Mechaniker nichts zugestossen war. Er hätte nach der diesjährigen Saison wirklich einen anderen Schlusseffekt verdient, denn man tippte auf ihn allgemein als Klassensieger und erfolesicheren Fahrer. Wir hoffen bestimmt, dass Zwimpfer, der sich übrigens bereits am gestrigen Training nicht recht in Form fühlte und deshalb vorzeitig abbrach, diesem Pech zum Trotz bei kommenden Veranstaltungen wieder frohgemut mit seinem vertrauten Chrysler-Wagen vertreten sein wird. Leutenegger hatte nach diesem Ausfall leichteres Spiel. Seine Zeit darf sich aber immerhin sehen lassen und zeigt, dass er das Zeug zu einem tüchtigen Fahrer hat Durch ihn kam erfreulicherweise Martini zum Sieg. Die beiden « Fordisten » Müller und Häne lassen es sich angelegen sein, die Bergtüchtigkeit des Ford immer wieder am Exempel zu beweisen. Ihre Zeiten sind um so erfreulicher, als keiner der beiden St. Galler Gelegenheit zu irgendeinem Training hatte. Das Fazit der Kategorie ist kurz folgendes: Von 18 gemeldeten Fahrern erschienen 15 am Start Davon erreichten 13 das Ziel, während zwei Konkurrenten aufgeben mussten. Bei den Sportwagen stellte gleich der erste Mann, Boucly (Nizza), einen neuen Rekord auf, obwohl er mit seinem Parcours nicht recht zufrieden war und sich über dauernde Kerzenstörungen während des Rennens beklagte. Comte G. Lurani, der sympathische Herrenfahrer auf Alfa Romeo, erwies sich als ein Volltreffer und trug ebenfalls sein Scherflein zu der Liste der neuen Klassenrekorde bei. Sein brandroter Wagen, von dem die beiden weiss gekleideten Fahrer krass abstachen, war von weitem gut sichtbar und es war eine Freude zu sehen, wie er über die Strecke sauste. Sein Markenkollege Bonini, trotz seiner Jugend ein alter Routi- •nier im Autosport, bewies schon in den Vortagen seine glänzende Fahrweise und die saubere Arbeit in den Kurven. Allerdings hatte er in Dr. Karrer einen gefürchteten (Fortsetzung siehe Seite 6)

N» 72 - 1930 AUTOMOBIL-REVUE l Die Geschicklichkeitsprüfung St. Moritz, 21. August 1930. Denn erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt! Der geistreiche Busch dürfte zwar kaum eine derartige Veranstaltung im Auge gehabt haben, als er diese Erfahrungsweisheit formulierte, aber besser hätte sie auch aus unserer Zeit nicht charakterisiert werden können. Bei keiner der übrigen Programmnummern der Automobilwoche ist der Ausgang so ungewiss und in keinem Fall wird das Resultat so von hundert Kleinigkeiten beeinflusst werden, wie gerade hier. In der Qesamtbewertung für den grossen Preis von St. Moritz spielt diese Konkurrenz ja eine sekundäre Rolle. Sie gibt aber doch Einzelnen die Möglichkeit, ihre Position um einige Gutpunkte zu verbessern, anderseits ist sie, Wie dies Herr Ing. Brüderlin, die technische Autorität im Komitee, treffend kennzeichnete, das Zünglein an der Waage für Konkurrenten, deren Rennerfolge im gleichen Rang stehen. Wie launenhaft hier die Qlücksgaben verteilt werden, zeigt am deutlichsten das Resultat von Markiewicz auf Rosengart, der am Kilometerrennen nichts weniger als in Form war und heute mit 160 Punkten weitaus am besten von sämtlichen 28 Teilnehmern abschnitt. Zwei von den vier gestellten Aufgaben bedeutete für alle Fahrer eine besonders harte Nuss und die Strafpunkte verkündenden Boschhörner kamen immer nur für kurze Sekunden zum Verstummen, wobei ihr höhnisches Gekrächze ständig ein entsprechendes Echo in den dicht besetzten Tribünen Das Bild veranschaulicht die Schwierigkeiten, die bei der Geschicklichkeitsprüfung zu überwinden waren. Der Wagen hatte sich durch die engen Kulissengassen zu bewegen, die ein getreues Abbild des bündnerischen Dörfchens Soglio sind. (Photo Neuhauser, St. Moritz.) fand. Das Manöverieren eines fremden Wagens, der aus einer supponierten Garage zu entfernen, im Rückwärtsgang mit den Hinterrädern auf eine Bodenschwelle zu dirigieren und von da an ein Gartentor zu lenken war, das nur gleich einem Hauch berührt werden sollte, machte den meisten viel Mühe. Es zeigt sich hier, wie sehr der Fahrer mit seiner eigenen Maschine vertraut, ja verwachsen ist, dass jeder Wagenwechsel auch für den Geübtesten eine Karenzzeit bedingt, in welcher die Anpassung erfolgen kann. Originell und heikel war die Passage durch eine bündnerische Dorfstrasse, deren Konturen lebensgetreu den Verhältnissen im Dörfchen Soglio entnommen waren. In Form von Mauervorsprüngen, Hausecken, Leitungsschächten und Dachrinnen lauerte der Karrosserie zwar wenig drastisches Verderben, dafür aber hagelte es bei näherer Bekanntschaft mit besagten Hindernissen Strafpunkte in reicher Fülle. Mit wenigen Ausnahmen haben hier die Italiener am besten abgeschnitten. Ihnen ist eben eine Dorfstrasse kaum ein Von der Geschicklichkeitsprüfung: Ein Gartentor Hindernis oder besondere Veranlassung zu langsamer Fahrt. Dafür entwickelt sich bei ihnen eine ausgesprochene Akrobatik, um unvorhergesehenen Hindernissen im letzten Augenblick und mit Messerschärfe auszuweichen. Bei all den Uebergängen von einer Aufgabe zur andern, die eine vollständige Richtungsänderung des Wagens bedingten, waren natürlich die Kleinautos wesentlich im (Vorteil und die Wendigkeit dieser Liliputaner, die sich oftmals gleich einem Kreisel an Ort und Stelle um sich selbst drehten, hat manche Sekunde Zeit erspart. Nur drei Wagen und unter ihnen zwei kleine Kaliber, absolvierten den Parcours ohne jeglichen Strafpunkt. Merkwürdigerweise haben die Tourenwagen, welche doch durchschnittlich am meisten Zeit beanspruchten, das höchste Mittel an Strafpunkten. Was die Zeit anbetrifft, so hat Bouriat mit seinem Bugatti den flinksten Weg in 2 Min. 20 Sek. zurückgelegt, während der Langsamste (nicht etwa ein Berner!) 4 Min. 23 Sek. benötigte. Natürlich interessierte sich das Publikum vorab für die Leistungen der Rennfavoriten, die denn auch meistens mit einer recht bescheidenen Strafpunktliste abschlössen, obwohl die Aufgaben mehr unter dem Bestreben nach Tempo als nach Präzision und dementsprechendem Zeitverlust angepackt wurden. Auch in dieser Beziehung hat die Tourenwagenklasse enttäuscht, indem die favorisierten Fahrer erst in den hinteren Rängen folgten, während ein Outsider, Sertori auf Fiat, den Vogel abschoss, was dem Glücklichen, der im Tot auf ihn tippte, ein Quote von 10 :50 einbrachte. Mit den Ergebnissen der letztjährigen Qeschicklichkeitsprüfung lässt sich kein Vergleich anstellen, da die ganze Anlage und damit die minimal benötigten Zeiten zu sehr voneinander abweichen. Es mag höchstens interessieren, dass die Resultate der drei Kategoriebesten dieses Jahr bedeutend weniger auseinanderliegen, als dies anno 1929 der Fall war. Nachstehend die Rangliste. Die für die drei Besten in unserer letzten Nummer gemeldeten Punktzahlen, haben nach endgültiger Bereinigung der Resultate eine Aenderung erfahren, ohne dass jedoch die Ränge dadurch beeinflusst worden wären. Diese Konkurrenz bringt eine heitere Note in die Automobilwoche und sichert sich einen stattlichen Publikumserfolg. Resultate der Geschicklichkeitsprüfung Klasse Tourenwagen: p, Rang ra 1. P. Sertori, Sondrio, Fiat 30 2. H. J. Ber-net, Berlin, Wanderer 35 3a. W Buchwald, Filisur, B.M.W. 20 3b. A. Fumagalli, Tirano, Fiat 15 Eine internationales Publikum gibt sich in Scharen Rendez-vous gesellschaftlichen event vornehmster Prägung Die Vielseitigkeit des Automobils kommt durch die verschiedenen' Veranstaltungen der Autowoche eindringlich zum Bewusstsein. Tempo für das Rennen, grösste Manövrierfähigkeit für die Geschickliohkeitsprüfung, Schönheit und Rasse, deren hohes Lied heute gesungen wird. Diese letzteren Eigenschaften kommen ganz besonders in einem mondänen Rahmen, einem eleganten Milieu ZUT Geltung, und diese Voraussetzungen waren nun dieses Jahr neuerdings in ganz hervorragendem Masse gegeben. Was die Fremdenliste von St. Moritz und den benachbarten Kurorten an prominenten Besuehern aufwies, das war auf der Tribüne am Kursaalplatz vertreten. So war auch unsere oberste Landesbehörde durch Herrn Bundesrat Motta vertreten. Die Dajnenwelt wetteiferte mit den Wagen um Beifall und Aufmerksamkeit. Die Sonne kargte nicht mit Licht und Wärme, kurz, alle günstigen Omen für eine grossartige Revue waren vorhanden. cSchönheitskonkurrenz» erfasst eigentlich nicht ganz genau die Absichten der Organisatoren und den Wertmassstab, welchen die Jury anzulegen bestrebt war. Neben der Farbe und Linie wurden du*ch gtrennte Gruppen von Juroren auch Zweckmässigkeit, Komfort, Preiswürdigkeit der Serienwagen, Qualität des Materials und der Ausführung bei Spezialkarosserien, sowie die Gesamtharmonie beuTteilt. ••' Ebenso international wie das Publikum war auch die Jury zusammengesetzt, der folgende prominente Vertreter sieben verschiedener Staaten angehörten: Herr Captain Glen (England; Herr A. Benaehi (Aegypten); Herr Baron P. Compagna (Italien); Pavoncelli (Italien): Herr Konsul H. musste ganz leicht berührt werden, dabei sass der i I N H 156 186 158 193 174 194 179 194 40 161 201 40 163 203 80 139 219 70 161 231 45 194 239 30 213 243 60 212 272 45 263 308 10 154 164 15 161 176 — 182 182 4. G. Kappeier, Gernsbach, Wanderer 5. A. Keller, Zürich, Alfa Romeo 6. Herstenstein, Karlsruhe, B.M.W. 7 R. Kohlrausch, Eisenach, B.M.W. 8. 0. Zwimpfer, Zürich, Chrysler 9. G. Pinner, Berlin, B.M.W. 10. P. G. Ehrhardt, Frankfurt a. M., Wanderer 11. E. Leutenegger, Schinznach, Martini 12. 0. Romani, St. Moritz, Bianchi Klasse Sportwagen: 1. Dr. J. Karrer, Zürich, Bugatti 2. E. Friedrich, Bülach, Amilcax 3. Boucly, Nice, Salmson 4. W. Rosenstoin, Stuttgart, Mercedes-Benz 10 186 196 5. E. G. Burggaller, Berlin, Bugatti 15 183 198 6. F. Gortese, Mailand, Alfa Romeo 50 149 199 7. Ch. H. Freuler, Zürich, Steyr 100 179 279 Klasse Rennwagen: 1. E. Markiewicz, Genf, Rosengart 8. Simons, Berlin, D.K.W. 3a. L. Chiron, Paris, Bugatti 3b. A. Vitali, Lecco, Fiat 4. Bouriat, Paris, Bugatti 50 207 257 — 160 160 — 162 162 10 154 164 15 149 164 30 140 170 5. K. G. Volkhart, Düsseldorf, Bugatti 60 166 226 6. E. Caspar, Abtwil, Lancia- 55 179 234 7. R. Steinweg, München, Amilcar 60 191 251 Beste Leistung in der Klasse Tourenwagen: P. Sertori, Sondrio, Fiat, 186 Punkte. Beste Leistung der Klasse Sportwagen: Dr. J. Karrer, Zürich, Bugatti, 164 Punkte. Beste Leistung der Klasse Rennwagen: E. Markiewicz, Genf, Rosengart, 160 Punkte. Die Schönheitskonkurrenz an diesem Fuld (Deutschland); Herr E. Algranati (Italien); Herr Comm. E. Berardi (Italien); Herr F. H. Linke (Deutschland); Herr Konsul Scheller (Schweiz); Herr Ravel (Frankreich);. Herr Mitchel (U. S.A.); Herr Abdullah Jzzet (Aegypten); Herr W. Frigge (Schweiz); Herr O. Lüscher (Schweiz); Herr J. Cotinelli (Schweiz); Herr Dr. Burger (Schweiz). Als Obmann waltete: Herr A. Brüderlin (Schweiz). Wir wissen nun nicht, in welcher Eigenschaft die einzelnen Herren mit der heiklen und sicher wenig dankbaren Aufgabe betraut werden, die schönsten Autos von den Schönen zu scheiden. Sie konnten sich eben nicht der diplomatischen Lösung jenes mythischen Jünglings bedienen, welcher die nämliche Anerkennung dreier ihn um seine Meinung befragenden Jungfrauen zuteil werden liess. Für unsere Begriffe müssen in einer solchen Jury auf alle Fälle neben den Automobilfachleuten Künstler verschiedener Richtungen, Modeschöpfer, Architekten vertreten sein. Farbe, Linie und Gesamtharmonie bilden doch bei jeder Schönheitskonkurrenz die wichtigsten, aber auch die schwierigsten Bewertungspunkte, und hier soll ebenso der Fachmann zum Worte kommen wie bei der Beurteilung der technischen Seite des Wagens. 85 Wagen haben an der Konkurrenz teilgenommen. Ohne Uebertreibung darf festgestellt werden, dass mit nur ganz wenigen Ausnahmen die dem Publikum und der Jury vorgeführten Fahrzeuge zur Teilnahme an einer Schönheitskonkurrenz berechtigt waren. Sie alle wiesen einen derartigen Standard an Farben- und Liniengebung auf, dass es den Richtern nicht schwer fallen konnte, Anhaltspunkte für ihr Urteil zu finden. Im Gegenteil, die reiche Fülle an Harmonie, Komfort und Schönheit haben den endgültigen Entscheid selten leicht gemacht. Erfreulicherweise waren neben privaten, glücklichen Besitzern prächtiger Wagen auch die Autoindustrie und vorab die einheimischen Generalvertretungen zahlenmässig und qualitativ hervorragend beteiligt. Mercedes-Benz brachte eine wahre Hochflut bestechender Autos, französische Eleganz war in grosser Auflage durch die beiden Marken Delage und Renault vertreten. W Risch zeigte ein apartes Cabriolet der englischen Daimlerwerke, Schlotterbeck warb mit prächtigen Mustern für Horch und Maybach. Die Martini Verkaufs A.-G. demonstrierte mit ?/-£}* fÜr ein h eimis ohes Schaffen, -die Garage Muhlebach A.-G. erregte Bewunderung mit ihren Fc-rdwagen, die punkto Technik und auch Linienführung grundlegend Neues bieten. Kessler und Jäger ernteten reichen Beifall für die verführerischen Modelle von Alfa Romeo. Baumberger und Forster legten mit Lancia ebenfalls hohe Ehre für die italienische Autokunst ein. Daneben haben sich noch deutsche und österreichische Fabriken direkt um die Palme der Anerkennung beworben. Eine Klasse* für sich bildete Bugattis Privatlimousine, die der berühmte Konstrukteur eigenhändig defilieren liess. In äusserst taktvoller Weise hat E. (Fortsetzung siehe Seite 5.)