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E_1930_Zeitung_Nr.077

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Luftfahrt Zum

Luftfahrt Zum Piccard'schen Höhenflug. Aufbau und Ausrüstung der Gondel. Wenn diese Zeilen in Druck erscheinen, wird voraussichtlich der Schweizer Forscher Piccard, Professor an der Universität in Brüssel, seinen ersten Höhenflug bis 14,000 Meter Höhe mit seinem speziell hierfür gebauten Ballon ausgeführt haben. Der Flug hat rein wissenschaftlichen Charakter. Der Ballon, der für diesen Zweck nach speziellen Entwürfen Prof. Piccards durch die Firma Riedinger in Deutschland gebaut worden ist, wird seine erste Fahrt von Augsburg aus nehmen und acht bis zehn Stunden in der Luft bleiben. Er hat einen Durchmesser von 30 Metern, was einem Volumen von 14,000 m 3 entspricht. Die Gondel zur Aufnahme der Besatzung und Instrumente ist als luftdichte Kugel gebaut. Der ganze Ballon hat ein Startgewicht von 1600 kg. Für die Fahrt wird der Ballon, der übrigens unter schweizerischer Flagge fliegt, mit 2200 m 3 reinem Wasserstoff gefüllt, was eine Hubkraft von rund 2200 kg ergibt. Die überschüssige Hubkraft gegenüber dem Startgewicht wird zum Teil zum raschen Aufstieg bis zum Kulminationspunkt verwendet. In zirka 14,000 Metern Höhe soll der Ballon durch die Ausdehnung des Wasserstoffes vollständig gefüllt sein und das Gesamtgewicht des Ballons von 1600 Kilogramm noch reichlich tragen können. Die kugelförmige Kabine ist aus autogen geschweisstem Aluminium hergestellt und Das grösste bisher in Frankreich gebaute Verkehrsflugzeug: Die dreimotorige, 13,7 Tonnen schwere « D. B. 70 », der < Societe Aerienne Bordelaise >. Passagiere und Fracht werden z. T. im mittleren, zwischen den beiden Rümpfen liegenden, verdickten Flügelteil untergebracht, z. T. in den Rümpfen selbst. Im ganzen vermag das Flugzeug bequem 28 Personen zu fassen. Die drei « Lorraine »-Motoren entwickeln je 700 PS; die Reisegeschwindigkeit des Flugzeuges beträgt 200 Std.-km. seine Spannweite 37 Meter, seine Länge 20 Meter und die Nutzlast 2900 kg. — Links oben: die Maschine im Flug. hat einen Durchmesser von zwei Metern bei einer Wandstärke von 3,5 mm. Zu ihrer Inneneinrichtung gehören : Barometer, Barographen, Variometer und Manometer. Alle diese Instrumente sind durch Gummischläuche mit der Aussenluft verbunden. Die Ventilleine wird vom Innern der Kabine aus betätigt, durch eine Kurbel, die über eine Achse, Stoffbüchse* und Winde zur Hülle führt. Für die Lufterneuerung in der hermetisch abgeschlossenen Kugel werden Sauer- Passagierkabine des neuen dreimotorigen Verkehrsflugzeuges Fokker-F IX. Die Motoren entwickeln eine Gesamtleistung von 1500 PS. AUTOMOBIL-REVUE 1930 - HP 77 Stoffzylinder mitgeführt, welche automatisch zwei Liter Sauerstoff pro Minute liefern. Dieser Sauerstoff saugt einen Strom von 75 1 Kabinenluft pro Minute durch eine Kalipatrone, womit die giftigen Atmungsprodukte absorbiert werden. Die Kabinenkugel ist im weiteren mit neun Fenstern versehen, die eine gute Sicht nach allen Richtungen erlauben. Die Fensterscheiben sind doppelt mit einem kleinen Zwischenraum mittelst Gummiringen gegen die Kugel abgedichtet Professor Piccard, der auf dieser Fahrt von einem seiner Assistenten begleitet werden wird, ist heute mit seinem Ballon startbereit und erwartet zuversichtlich, dass die Fahrt gelingen werde. Sollte wider Erwarten dennoch ein Platzen der Kugel oder des Ballons in dieser grossen Höhe erfolgen, so werden die Forscher im schlimmsten Falle mit den mitgeführten Fallschirmen abspringen. Hoffen wir, dass dieses immerhin gewagte Unternehmen vollständig und gut gelinge. Sind gute Autofahrer gute Flieger? Die bekannte englische Brooklands-Flugschule hat einen Sonderkursus aufgestellt, in dem sich bekannte Automobil-Rennfahrer zu speziell günstigen Bedingungen als Flieger ausbilden lassen können. Auf die Frage, ob derm die Autofahrer besonders leicht fliegen lernten, sprach sich der Leiter der Schule, Captain Davis, einem Zeitungsreporter gegenüber allgemein in zustimmender Weise aus. € Meiner Ansicht nach — meinte Gaptain Davis — kann kein Zweifel bestehen, dass es im Wesen eines Piloten und eines guten Motorfahrers manche gemeinsame Elemente gibt. Zwar hört man etwa, die Hände des Piloten seien auf eine ganz andere Art der Bedienung eingestellt. In Wirklichkeit findet aber ein Automobilist die Empfindlichkeit und Feinfühligkeit des Steuerknüppels bald heraus, auch wenn er an ein verhältnismässig widerspenstiges und schwerfälliges Lenkrad gewöhnt ist. Viel wichtiger aber ist, dass die meisten Automobilisten schon einen geschärften Sinn für Geschwindigkeitsschätzung und ein gutes und rasches Zusammenspielen der Nerven mitbringen. Es ist übrigens bezeichnend, dass fast alle Renngrössen aus dem Autosport auch gute Piloten waren oder geworden sind. > -s. Sttaisen Schlechte Strassen im Freiburgischen. Erfreulicherweise kann man sagen, dass in der Schweiz in den letzten Jahren für die Verbesserung und den Ausbau des Strassennetzes viel gemacht worden ist und wir heute über eine ganze Anzahl ausgezeichneter Strassen verfügen. Es ist um so bedauerlicher, dass man daneben immer wieder auf Strassen stösst, die in keiner Weise dem immer noch in starker Entwicklung begriffenen Autoverkehr genügen. Eine Strasse, über die schon verschiedentlich geklagt worden ist, ist die Strecke Rose- Freiburg. Die Passagiere der Omnibuslinie beklagen sich, seekrank zu werden und der Führer erklärt es als eine wahre Tortur, den schweren Wagen über das Band von Löchern leiten zu müssen. Nicht besser steht es um die Strasse Romont-Freiburg. Die ganze Strecke zwischen Romont und Vaulruz ist eine ununterbrochene Berg- und Talfahrt auf einer Strasse, die so eng ist, dass zwei Wagen kaum kreuzen können, und die eher an einen Saumpfad erinnert als an eine Kantonsstrasse, als welche sie bezeichnet wird. Ist es bloss ein witziger Zufall, dass die Stelle zwischen Vuisternens und Mezieres, bei Praz- Diablats, dessen bekannte Scheune nach einer Legende vom Teufel in einer einzigen Nacht errichtet worden sein soll, von den Automobilisten eben diesen höllischen Gewalten ganz besonders anempfohlen wird ? W. yt&r.

N" 77 — 1930 AUTOMOBIL-REVUE zuletzt reist, reist am Herbstfahrten im Automobil bieten die köstlichsten Touristenfreuden. Das Wetter ist beständiger, die Preise sind vernünftiger, die Hotels sind aufnahmefähiger, die Welt ist schöner. Wohin Sie jetzt im Inoder Ausland fahren sollen, zeigen Ihnen die Tourenbeschreibungen unserer beiden Führer, Weg und Entfernung ihre Kartenwerke. Preis jedes Bandes Fr. 12.- Äbonnenten 20 Prozent Rabatt! BÜCHERZETTEL (mit 5 Rp. frankiert in offenem Kuvert einzusenden) Abteilung Touring-Verlag Bei allen Buchhandlungen, Clubsekretariaten und Reisebureaux in ganz Europa erhältlich. Senden Sie sofort per Nachnahme EX. CH TOUring*', neueste Ex. Europa Touring Ausgabe zum Abonnentenpreis von Fr. 9.60* zum regulären Preis von Fr. 12.—* , den. *) Das Nichtzutreffende streichen.