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E_1930_Zeitung_Nr.078

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1930 — N°78 Die Kunst des Hellsehens Experimente mit dem berühmten Hellseher Erik Jan Hanussen. Von Dr. Thoma. Hellsehen keine angeborene Kunst! Wie wird man Hellseher? Viele von denen, die überhaupt an Hellsehen glauben — und bekanntlich glauben nicht alle daran —sind der Meinung, dass das Schicksal dem Begnadeten die Gabe des Heilsehens in die Wiege legt. Dem ist aber nicht so, vielmehr lehrt die Lebensgeschichte der wissenschaftlich anerkannten Hellsehphänomene, dass fast alle « Hellseher» erst in späteren Jahren, oft nur durch ein besonderes, in ihr Leben greifendes Ereignis, diese merkwürdige und noch heute unenträtselte Gabe des Hellsehens erlangt haben. Ein bedeutender Heilseher. Zu den Heute im Mittelpunkt des Interesses stehenden hellseherischen Persönlichkeiten gehört vor allem Erik Jan Hanussen, dem nach einer minutiösen Prüfung seiner Leistungen kürzlich ein skeptisch eingestellter Gerichtshof das sensationelle Zeugnis im Urteil ausstellen musste, dass er über anormale Geistesfähigkeiten verfüge. Der in Trance sich befindende berühmte Hellseher Hanussen zeichnet Linien nach, die man über seinem Kopfe hält, ohne dass er die Zeichnung je gesehen hätte. Durch zähe eigene Weiterentwicklung hat es dieser Mann zu einer verblüffenden Vervollkommnung seiner seelischen Leistungen gebracht und sich unter Loslösung von der rein telepathischen Gedankenübertragungsarbeit mehr und mehr zum absoluten Hellseher entwickelt. Die Experimente, die er im Gerichtssaal unter strengster Kontrolle vorführte, hat er nunmehr auch der Oeffentlichkeit zur Verfügung gestellt, indem er bei seinen Experimentalvorträgen Beweise absoluten Hellsehens gab, an denen wohl kaum zu rütteln ist. Er nimmt von einer ihm völlig fremden Person einen Gegenstand in die Hände, konzentriert sich sichtlich ungeheuer und sprudelt nach ungefähr einer halben Minute sozusagen die Lebensgeschichte dieses Gegenstandes dem überraschten Prüfer entgegen. Die Worte überstürzen sich fast, so jagt der von einer unerklärten Empündungskraft in Bewegung gesetzte divinatorische Geist die einzelnen "Bilder aus der Phantasie. Versager kommen nur selten vor, und man muss staunen über die mathematische Präzision und das Tempo, in dem die richtige Beantwortung der gestellten Fragen bei ihm öffentlich zu erfolgen pflegt. Die Erfahrungen eines Hellsehers. Nun entsteht die interessante Frage: «Wie macht er das? bzw. lässt sich diese hellseherische Tätigkeit auch von anderen Per- sonen erlernen oder liegt hier nur ein Einzelfall besonderer Begabung vor?» Hanussen gibt hier folgende interessante Antwort: «Durch einen Zufall kam ich bereits in meiner frühen Jugend darauf, dass ich über sogenannte telepathische Fähigkeiten in gewissem Grade verfügte. Anfangs war ich nur imstande, mit Handkontakt Handlungen, die sich jemand dachte, ohne dass sie mir gesagt wurden, auszuführen. Das machte mir anfangs- sehr viel Spass und verblüffte auch die Zuschauer, aber — es genügte mir nicht; denn ich sagte mir, dass hier die Uebertragung des Gedankens leicht durch eine unbewusste Muskelbewegung des Führers erfolgen dürfte. Ich ging daher, was ich allen empfehlen möchte, die sich die Ausbildung ihrer seelischen Kräfte zum Ziele gesetzt haben, dazu über, derartige Experimente ohne Handberührung zu machen. Anfangs gelangen sie nicht, dann aber plötzlich überraschend gut. Ich konnte es wagen, bei öffentlichen Vorträgen Briefe im Saale zuzustellen, deren Adressat von einer mir fremden Person, die als Führer fungierte, nur gedacht wurde. Nachdem auch dies regelmässig gelang, ging ich weiter. Ich versuchte mein Konzentrationsvermögen derart auszubilden, dass die Umwelt für mich beim Experiment vollkommen ausschied. Sehr geholfen hat mir für diese Konzentration das Gömboly, eine orientalische ATt von Rosenkranz-Kette, durch deren Kugeldrehung man geistig mechanisiert und von Sondergedanken abgehalten wird, so dass man für alle instinktiven Emanationen empfangsreif wird. Lange missglückten diese Experimente und ich wollte mein seelisches Training schon abbrechen, da ich mir sagte, dass wohl nur ein besonderes Medium derartiger Leistungen fähig wäre. Diese Art Trance konnte ich bei mir nicht herbeiführen. Dadurch, dass ich aber nicht aufhörte, täglich mein Hellsehertraining durchzuführen, stellt sich über Nacht ein verblüffendes Ergebnis ein. Ich bekam den langersehnten fluidalen Kontakt mit den Gegenständen, deren Schicksal ich empfinden .sollte und wollte. Ebenso übte ich systematisch den Vergleich zwischen Schrift und Mensch. Ich suchte- gan^ frei von allen graphologischen, althergebrachten Grundsätzen das Uebereinstimmende zwischen Schriftzügen und Persönlichkeit zu empfinden. Auch dies kann man nur erreichen, wenn man eine Anzahl von Versuchen praktisch erprobt und sich die Bestätigung seiner Empfindungen von der Versuchsperson mmm In einem Zustand innerer Anspannung erzählt der Hellseher einer vor ihm sitzenden Dame deren Geschichte, die er aus den Ha-ndlinien heraus empfindet und gestaltet. Rheinaii Gasthaus-Metzgerei Löwen Gutbürgerliches Haus. — Fischküche. — Butterküche. Qualitätsweine — Schöne Fremdenzimmer mit fliess. 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NO 78 — 1930 Vorherbstahnungen... September — Wälder und Hänge, Wiesen und Nebel, Nebel und dazu die herrlichen Septembermorgen und die noch schöneren Abende, mittags Sommer, während Anfang und Ausgang des Tages ein wenig herbstlich durchduftet und bestreut sind, ein ganz klein wenig nur, gleich einem Hauch vorläufig. Alle, die am Land draussen waren, sind oder sein werden, und wir, die wir durch eigenen oder höheren Willen in der Stadt geblieben sind, wir alle, so schreibt eine kluge Leserin in der «Prager Presse», mögen wir auch nur ganz wenig empfindsam sein, beginnen langsam dem Zauber des nahenden Herbstes zu verfallen, seinem etwas melancholischen, aber süssen Odem, voller Saft, dieser satten Harmonie der Farben, der im Nu zu weichem Grau sich wandelnden Atmosphäre. Und man beginnt einzuheimsen, man muss unwillkürlich an die Elster denken, die anfängt, Vorräte ins Nest zu tragen, wer nicht einkocht, trocknet oder einlegt, wer kejn Nest hat, um es zu versorgen, der beginnt das grosse Kreuzworträtsel der Made zu lösen — was getragen werden wird, was nicht mehr mög- 'lich ist — ob man noch abmagern muss oder umgekehrt, wieviel physische Kraft noch schnell, schnell einzuholen wäre für das winterliche Grau in Grau und all dies hat etwas gemeinsam mit den Schwämmen, bei denen wir jetzt glücklich angelangt wären. Als wir dereinst irgendwo Schwämme suchten, da kehrten wir alle mit sanft geröteten Wangen heim, ohne der Herren Cöty und Guerlaine Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen, heute 'gibt es noch unzählige Möglichkeiten, den Körper und das Antlitz zu schmücken, aber das Herz wird müde sein — drum lasst uns Schwämme suchen. ' Schwämme sind nicht bloss Pilze, die so und so heissen, die auf diese oder jene Weise geniessbar und genussfertig gemacht werden, sie sind eine Macht und der beginnende Zauber des Herbstes. Der Schwamm ist solch ein diskreter, hochwertiger Weggenosse, ein sympathisches Einbein, mit enorm neugierigem, kühnem Kopf oder mit einem verschämt gesenkten, der uns aber stets freundlich und innig und lächelnd anblickt, besonders keck, wenn er seinen roten Sommerhut mit den zierlichen modischen weissen Tupfen aufgesetzt hat. Der tritt einem in den Weg, wenn man.durch das weiche, feuchte Moos schreitet, durch duftende Heide und knisternde Zweige... DIE NEUHEITEN FÜR HERBST UND WINTER sind zurfreien Besichtigung bereit. Eigene Modelle und solche erster Häuser in Paris, Wien, Berlin. Reichhaltig. Sortiment mod. Pelzbesätze. Auch fertige Mäntel u. Jackenkleider in sorgfältiger Auswahl. Verlangen Sie den neuen, interessanten Katalog. H. Brändli, Zürich zum Leonhardseck Ecke Seilergraben - Zähringerstrasse beim Central Man hat einen Jumper angezogen, einen dünnen, leichten, wärmenden Wolljumper (und am Abend ist's am schönsten im Wald), einen bequemen Rock, der uns am Schreiten nicht hindert, bequeme Schuhe mit niedrigen Absätzen und als Kopfbedeckung, wenn sie unentbehrlich ist, am besten eine alte, weiche Radiomütze, die recht bequem sitzt. Ob man allein oder in Gesellschaft wandert, jedenfalls ist es gut, eine Regenjacke mitzunehmen, aber keineswegs eine neue, und mit dem anbrechenden oder verscheidenden Tage' Schritt zu halten, über Moos und Sträucher immer weiter zu gehen, man braucht nur die Augen aufzusperren, überall tauchen die kleinen Köpfe der im Moos versteckten Pilze hervor und wollen mitgenommen werden. Denn so ein Püzgericht aus selbstgesammelten Schwämmen ist ungleich leckerer als jenes, das man fertig aufgetischt bekommt. Also: für den Morgenspaziergang im Walde Leinen, mittags spinnwebdünne Stoffe und am Spätnachmittag Jumper, Regenmantel und Radiomütze, und für das Kriechen im Unterholz, für die Jagd nach Pilzen, wenn möglich einen alten, verwitterten, weichen Männerfilzhut, der unerhört gemütlich ist und den Regen hindert, einem direkt ins Gesicht zu greifen. Das wäre nahezu alles, was man heute für einen kurzen Landaufenthalt braucht, für die Stadt finden wir für bewölkte Tage mit Kostüm oder Mantel unser Auskommen,, wie es bis jetzt war, und wir dürfen für eine winzige Spanne Zeit uns noch sicher fühlen vor der Despotin Mode. „Shopper" — ein neuer Frauenberufl «Shopper» kommt von «Shopping», einkaufen gehen. Aber «shopper» ist nicht schlechthin eine Dame, die Shopping geht. Der shopper, von dem wir hier sprechen, ist ein Professional shopper, eine Frau, deren Beruf es ist, Shopping zu gehen. Der Professional shopper ist ein neuer, bei uns unbekannter amerikanischer Beruf. Es gibt vier Arten des Professional shopper. Da wird — um vom ersten Typ zu reden — die Verkäuferin-eines Warenhauses von einer peinlichen, scheinbar sehr nervösen Kundin über alle Massen gequält: am Ende grüsst die Kundin und verlässt das Lager, ohne etwas gekauft zu haben. Die Verkäuferin blickt ihr beunruhigt nach und fragt Basel METROPOLE MOTEL, MONOPOLE GOLF LINKS Das Hans ersten Banges, im Zentrum der Stadt, mit modernem Komfort — überall fl. Wasser — Privat-Bäder — feines Stadtrestaurant. Telephon S. 37.63, S. 48.49. Dir. IT. A. Mislin. Der schönste Ausflug ist ins Wäggital, Neu-Inner tal Bekannt gute KQche. Neue moderne Lokall* täten, für Gesellschaften, Schulen und Anlässe bestens geeignet. Grosser Autoplatz. FAMILIE SPIESS Telephon 21 Mitglied des A. C. S. and T. C. S. Wo nicht erhältlich, zu beziehen bei» Roll A f! Raenl /OSL\IU Gasthaus Stausee AUTOMOBIL-REVUE 19 dann eine Kollegin, die der Geduldsprobe zugehört hat: «Glaubst du, dass sie ein shopper war?» — Die gequälte Verkäuferin fürchtet, die peinliche Dame sei eine von den Spioninnen der Warenhausleitung gewesen, die, ohne zu kaufen, von Lager zu Lager gehen, um die Höflichkeit des Personals auf die Probe zu stellen. Das ist die erste Art des shopper. Auch die zweite steht in den Diensten der Warenhausleitung, aber sie ist weit weniger gefürchtet: sie kauft. Sie kauft nicht für sich selbst, sondern — sie berät unsichere Kundinnen beim Einkauf. Die Frau aus der Provinz, die nach New York kommt, etwa um eine Brautausstattung und Wohnungseinrichtung für die Tochter zu kaufen, bekommt einen shopper als Führerin geliefert; die Führerin kennt nicht nur das Haus und seine Waren, ihre'Aufgabe ist es, klar und schnell zu erfassen, was die Kundin nach Art, Niveau und Menge braucht. Ein solcher shopper hat keinen Ehrgeiz, der Kundin unnötige Dinge aufzuschwatzen und ihr viel Geld aus der Tasche zu locken; die Führer in hält sich gewissenhaft an den Rahmen, den die Information der Kundin, vor allem aber ihre eigene Beobachtungsgabe ihr als den richtigen bezeichnet. Die dritte Abart des shopper ist keinem Kaufhaus attachiert. Sie ist unabhängig, wird in ihrer Wohnung konsultiert und besorgt die Einkäufe an verschiedenen Orten, an denen, die ihr empfehlenswert scheinen. Dieser freie Typ des shopper ist nicht selten der ganzen Familie nahe verbunden: diese Freundin des Hauses erinnert Papa an Mamas Geburtstag und empfiehlt das geeignete Geschenk, berät daneben den erwachsenen Sohn bei der Auswahl von Aufmerksamkeiten für die Braut oder auch für die Freundin; sie ist also in vielerlei Hinsicht ein Schutzengel des Familienglücks. Schliesslich: Gewohnheit und der sehr amerikanische Wunsch, immerfort beraten zu werden, haben es dahin gebracht, dass der freie shopper neuerdings auch in europäischen Einkaufszentralen auftritt und auch in der Fremde die lenkbare Familie dirigiert, auf der alljährlichen Europareise. Diese Helferin ist nur Variation der dritten Art, aber sie ist immer ortskundige Europäerin — also doch anders und daher wohl eine kla,re vierte Spezies der Gattung. In Paris und auch in Wien gibt's solche Verträxiensdamen, die ihre Klientel in einem sehr distinguierten Heim empfangen und ihre Dienste mit so viel Hoheit und Würde zur Verfügung stellen, als verliehen sie Auszeichnungen. Das sind die vier Arten des neuen amerikanischen Frauenberufs. (B. Z.) Thalwil hoff Freundl. Zimmer, anerkannt vorzügl. Küche. Massige Preise. - Garage. HOTEL ADLER Vis-a-vis der Kirche. — Gutbüreerliches Haus.— Hochzeits- und Vereinsanlässe. — Garage — Stallungen. — Schattiger Garten — Selbstgeführte Küche. — Zivile Preise. — Telephon 35. Neuer Besitzer: P. W. ELZINGEB» Magenschmerzen Bind äusserst unangenehm. Dieselb. verschwinden aber nach kurzer Zeit beim Gebrauch von Columba-Magenpulver In Es ist ein unschädliches, sicher wirkendes Mittel gegen Verdauungsstörungen jeder Art, gegen Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Magenkrampf, Uebelkeit, Erbrechen, Magendrücken, Sodbrennen, Blähungen, Aufstossen, übelriechenden Atem. Preis pro Schachtel Fr. 3.—. Machen Sie einen Versuch und Sie werden von dessen Güte, wie schon hundert andere Kunden, überzeugt sein. Einzig erhältL bei der Apotheke zur Taube. Schaffhausen 7. Die exzentrische Mode Dernier cri — nach mexikanischem Vorbild. Ein Pyjama nach « Klein Mexiko » und ein Abendkleid aus Spitzen mit Pelzkragen. Die Stirne ist befreit! Wir alle, die wir noch vor zwei, eigentlich vor einem Jahre unsere Stroh- und Filzhüte tief in die Stirne gezogen haben und behaupteten, dies sei die einzig mögliche und schicke Art, einen Hut zu tragen, werden dem alten Kredo untreu und bekennen uns begeistert zu einem neuen Glauben. Denn seit langem hat die Mode ihren Vasallen keinen so wertvollen Dienst geleistet wie jetzt, da sie die bedrückten, verschwitzten, gemarterten Stirnen aus ihrem Gefängnis befreite. Heute scheint es uns fast unglaubwürdig, dass wir jemals die Hüte anders getragen hätten. Die Frauen wirken freier und jünger mit den freien Stirnen. Ich weiss, es werden gar viele behaupten: eine glückliche Erfindung für junge, glatte Stirnen, aber eine Katastrophe für uns, denen Sorgen und Erfahrungen unverwischbare Runen in die Stirne gegraben. Glauben Sie das ja nicht. Ich kenne unzählige Frauen, die durch das einfache Rückwärtskämmen der Haare aus der Stirne gleichsam verjüngt waren. Schwer zu sagen, warum. Vielleicht durch die Assoziation der freien Stirne mit der mädchenhaften Er- ZÜRICH Grand Cafe Esplanade Tabann - Bar Grosse Konzerte IOTROPFED AMA Durst) Im Beruf hatten Sie mir Wasser zur Hand. Giessen Sie 10 Tropfen AMA hinzu: ein köstlich erfrischendes, nervenberuhigendes Getränk. Müdigkeit: 10 Tropfen AMA in die flache Hand — damit Stirn und Nacken energisch einreiben — das stärkt wunderba» — gibt neue Spannkraft AMA in jedes Bureau - in jede Werfcstatti ünkMU«. DMfi*». Speom». FM r.on«' c anwMCT4.nc