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E_1930_Zeitung_Nr.080

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20 AUTOMOBIL-REVUE —

20 AUTOMOBIL-REVUE — REVUE AUTOMOBILE 1930 - No 86 LANGES LEBEN «HOHER WERT! Die Adler-Kundendienft-Organifation fleht auf der Höhe der Zeit. In vieler Hinficht gilt Pte als vorbildlich. Die Adler-Fahrer rühmen den Erfolg: 1. Keine Betriebsftörungen, 2. Geringer Brennftoffverbrauch, 3. Ein Minimum an Reparaturen, 4. Lange Lebensdauer, 5. Hoher Wiederverkaufswert. Die Adlerwerke geben jedem neuen Wagen, der das Band verläßt, ein Scheckbuch mit auf den Weg. Diefes Büchlein enthält Gutfcheine, die zu koftenlofer Inanfpruchnahme des Adler-Infpektions- und Pflegedienftes berechtigen. Die einzelnen Gutfcheine können bei jedem Adler-Händler im In- und Auslande eingelöft werden. Beflchtigen und probieren Sie die neuenModelle zu den neu-reduziertenPreifen. GENERALVERTRETUNG FÜR DIE SCHWEIZ: Automobilwerke Franz A.-G., Zürich BADENERSTRASSE313-329 «TELEPH. 52.607«VERTRETER IN ALLEN KANTONEN '* ,.'••"• 7*: Zu beziehen durch jeden guten Händler General Pneu A.-G.,Zürich 8 HALTET DEN DIEB! HALTET DEN DIEB! IHREM AUTO DROHT GEFAHR! Mannigfach «Ind die Gefahren, die Ihrem Auto drohen. Die Eroute Gefahr i»t der Autodieb, der Ihren Wagen zu entwenden tucht. Schätzen Sie lieh dagegen, Indem Sie die „HADIE"-Auto - Diebstahl -Sicherung an Ihrem Auto anbringen lassen. „HADIE" arbeitet vollständig automatisch und ist in einfachster Weise an jedem Automobil anzubringen. ,,HADIE", d&j Daueralarm-Slgnal Ihrer Hupe. Diebstahl und unbefugtes Benutzen wird ganz unmöglich durch ,,HADIE"-Patent. Preis Fr. 65.- inklusive Installation, mit lOjähriger Garantie. „HADIE" schützt auch Ihr Auto! Generalvertretung für die Schweiz: J. SENN, Bahnhofstrasse 63, Telephon 56.404, ZÜRICH 1 Unverbindliche Vorführungen durch den Vertreter von Stadt und Kanton Zürich: H. KUHN, neue Beckenhofstrasse 55, Telephon 42.450, ZÜRICH 6 Rayonvertreter für die Kantone Bern und Wallis: E. ZÜRCHER, Gewerbestrasse 29, BERN N. B. Bezirks-Vertreter mit zirka 3-4000 Fr. Barkapital gesucht. 4—5 tüchtige Reisende für den Kanton Zürich gesucht. Verlag. Administration. ROTOFF-Druck und Clicherie: HALI/WAG A.-G. Hallersohe Buchdruckerei & Wagnersche Verlagsanstalt, Bern.

N° 80 - 1930 AUTOMOBIL-REVUE — REVUE AUTOMOBILE 21 Streifzüge eines Unbeteiligten. Als Schlachtenbummler durch das Comptoir. Lausanne taucht mit spitzen Giebeln aus dem dünnen Nebelschleier des Septembertages auf. Die Stadt scheint leer zu sein, nur Trambahnen rasseln mit gefährlichem Tempo die steilen Strassen hindurch, Autos flitzen vorüber, und vor den Restaurants und den Hotels, in den Strassen und vor dem Bahnhof sieht man überall die Dynastie der Bemützten, Livrierten, die in allen Schattierungen der Kleider auftauchen, mit Koffern und Taschen, als einzige Andeutung, dass Lausanne eine Fremdenstadt ist. Die Gäste selber, so zahlreich die Hotels ihre Prunkfassaden in den kühlen Morgen recken, scheinen sich alle in den Hotels verkrochen zu haben. Vergebens sucht man ein englisch unbeteiligtes Gesicht, oder einen scharf drein blickenden Deutschen mit Knikkerbockers. Das Französisch der Waadtländer schwirrt durcheinander, es beherrscht überall. Selten einmal verirrt sich ein Brocken Schwyzerdütsch in das fliessende Welsch. Der Kellner überschüttet den Gast mit einer Flut von wohlklingenden Nasallauten, und wenn man ihm aus lauter Bewunderung Deutsch antwortet, stoppt er blitzschnell ab, überlegt eine halbe Sekunde und fährt langsam und hackend weiter, Deutsch zu sprechen, wobei die Artikel toll durcheinander geworfen werden, die Sprache in einer Art abgeschliffen und zerhackt wird, dass selbst der Sprecher zu wanken beginnt und seine Stellung räumt. Mit fliegenden Rockschössen jagt er davon, er wird dir jeden Wunsch, den du — selbst aus Entwöhnung nur zu Dreivierteln deines Französisch sicher — hegen könntest, von den Lippen ablesen! Auf dem Bahnhofplatz flattert eine weisse lange Flagge, quer gespannt : «Visitez le Comptoir ! » Ohne Zweifel — die grosse Schweizerausstellung, die Lausanne nun zum II. Male beherbergt, macht sich überall bemerkbar. Die beiden stilisierten Köpfe des Plakates blicken von jeder Ecke starr und unabänderlich in die Ferne. Die Frau trägt in einer Schale die Blumen der Heimat, die Früchte des Bodens. Eine lange Aehre schliesst das weisse, unbeteiligt bleiche Ge- .sicht gegen die Schläfe hin ab. Der Mann hat das Kraftvolle der Landschaft in seinen Zügen. Durch lange und steile Strassen geht der Weg zum Comptoir. Hotels säumen den Weg, die Namen allein bedeuten eine Welt. Kunstvolle schmiedeiserne Gitter schliessen das Reich drinnen vor der Oeffentlichkeit ab. Selten wagt es ein Strauch, vorwitzig über den Hag zu klettern und die Aristokratie dieser Paläste zu beleidigen, die so hervorragend kühl wirken wie das Gesicht der behandschuhten Portiers. Die Frauen sind alle sehr elegant gekleidet, sie wandeln mit Grandezza ihres Weges. Manchmal verweht hinter ihnen ein leiser süsser Duft, den man mit offenen Nüstern in sich aufnimmt. Der Platz Beaulieu, auf dem die Ausstellung errichtet ist, wird dominiert von dem riesengrossen Wort « Comptoir Suisse », das über der Haupthalle steht. Zahlreiche Flaggen wehen leise im Winde, ein grosser Autopark ist sehr gut besetzt, es wimmelt von Besuchern, die jeden Fleck der Ausstellung überschwemmen, an der Kasse wird man geschubst und gepresst — und wenn man durch das Tor eingetreten ist, steht man ziemlich fassungslos vor dem prachtvollen Bild der Gartenbauausstellung. Unvermittelt wird man hineingeworfen, plötzlich ist man mit unter allen diesen Besuchern, die sich liebevoll niederbeugen, eine Blume auf ihre Besonderheit zu prüfen, mit weit ausladenden Gesten und unverständlichem Wortschwall die Schönheiten dieser blühenden und leuchtenden Angelegenheit beloben. Ein Gang durch die Hallen ist — bedeutendster Eindruck — nicht ein Hindurchwürgen durch staunende Menschenmassen, die sich an einem Milcheimer begeistern oder der Mechanik der neuesten Jauchepumpe ihre Aufmerksamkeit widmen. Man bummelt — man fühlt sich als Schlachtenbummler! Breit und einladend sind alle Gänge, die Stände sind aufgelockert in der Reihenfolge. Ueberall bemerkt man Quergassen, durch die der Blick frei wird auf lange Fluchten. Man muss die Wonne empfinden, die man geniesst bei dem behaglichen Schlendern durch die prächtige und reiche Schau eines Teiles unserer Volkswirtschaft. Wem bis tionalökonomie wie alle Dinge, die aus tausend Büchern zu einer abstrakt erscheinenden Welt wurden, als etwas fast Fremdes erschien, der wird durch die leere Tatsache von der Lehre des Austausches der Werte schon erschüttert, wenn er nur sieht, wie jener kleine verkrüppelte und zitternde Waadtländer Bauer mit dem Aussteller eines landwirtschaftlichen Gegenstandes verhandelt... Das ist ein Kampf um wenig Geld, aber er wird auf beiden Seiten mit erheblichen Zähigkeiten geführt, von der Beschwörung, nicht abweichen zu können vom Betrag, kommt der Bauer zum Bitten, und über dem schroffen Verzicht des plötzlich Energischen gibt der Verkäufer klein bei. Vor jedem Stand trifft man einen Interessierten, der mehr Absichten hat als nur der bummelnde Feuilletonist, der bei jeder Ecke Ausschau hält nach neuen Funden. Vor der reichhaltigen Möbelschau halten mit besonderer Vorliebe immer die jungen Paare an. Es braucht eine kleine Ueberwindung, bis sie sich das Interesse eingestehen. Aber dann vertiefen sie sich mit einem rührenden Eifer in das Studium des Holzes, der Faserung, des Stils und — des Preises. Der Aussteller wittert was und lässt sein Mundwerk laufen, dass das junge Mädchen mit den brandroten Haaren vor Begeisterung zu zittern beginnt und der Mann mit dem schlecht gebundenen Kragen noch stiller wird als vorher. Um die Drei sammelt sich rasch ein neugieriges Publikum, das laut versichert, diese Möbel wären wirklich die schönsten, die man schon gesehen hätte... Der Maschinenhalle widmen alle Fachleute ihr grösstes Interesse. Alle Neuheiten sind vertreten, fast durchgehend für landwirtschaftliche Zwecke. Sehr einprägsam die laufenden Maschinen, die alle hohl und blechern tönen. Aufzüge schleppen seit fünf Stunden jede Minute ein paar Mal das gleiche Bündel Stroh und Heu, tragen es auf einem improvisierten Gerüst seitwärts bis es klingelt und lassen es dann zu Boden fahren. Vor diesen Einrichtungen steht der Bauer, den es angeht, ganz vertieft, konzentriert. Ich muss plötzlich an den Dichter G. F. Ramuz denken; hier tauchen diese Gestalten seiner Berge und seines Sees auf, die schweren Bauern des Waadtlandes, mit dem leise flimmernden Blick der schweren Seele... Eine Sonderausstellung für Radio verkündet sich durch einen modern jetzt immer die Wissenschaft von der Na- gehaltenen Turm, an dem die drei vielsagenden Lettern « T. S. F.» in moderner Gestaltung hingeworfen sind. Der Effekt dieser Ausstellung ist erschlagend. Fünf Minuten lang sucht man vergeblich einen Unterschied zwischen einer Budenstadt und der « Exposition de la T. S. F. ». Wie sollte man auch ! Anders als durch Musik kann sich eine Grammophonund Radiofirma nicht produzieren, und so spielt man denn drauflos, dass die Tische wackeln. Erst ganz in der Nähe der Apparate kann man die geradezu wundervollen Klangfüllen konstatieren, denn nur Höchstleistungen machen sich hier gegenseitig den Rang streitig. Radio Lausanne macht mit 12 « Gemälden » Propaganda. Schlagend wird die Vorzüglichkeit des Radio in allen Lebenslagen bewiesen. Eine breite Köchin sitzt auf ihrem Küchenschemel und hört beim Eierschlagen den Englischkurs. Titel : « English at home !» Eine Schulklasse ochst Geometrie, neben dem brillenbewaffneten Schultyrann — er sieht wenigstens so aus — ein Radioapparat, aus dem die holden Klänge und Weisen des pythagoräischen Lehrsatzes erschallen. Titel : « La T. S. F. dans l'ecole !» Ein Bild ist aufgeteilt in zehn Beine, die sich alle zur Gymnastikübung strecken. Vater, Mutter, Tochter, Söhne — alle treiben Leichtathletik in der Küche. Titel: « La T. S. F. comme maitre de gymnastique ! » Oder man sieht zwei Bauern vor ihrer Haustüre sitzen, und der eine tröstet den andern : « Allons, Jules, ne t'inquiete pas du temps, Radio nous a dit qu'il fera beau temps demain ! » Neben dem Restaurant, in dem ein Gewimmel ist von hungrigen Besuchern, von Bauern und Städtern, fremden eleganten Gästen und Bediensteten gibt es noch Kulissen eines höchst gemütlich eingerichteten Waadtländer Kellers, in dem das Nass in den Gläsern perlt, das in diesen Herbsttagen an den Hängen dieser Halden, über die man schreitet, der Sonne und der Reife entgegenwächst... Auch die Kunst ist vertreten, das Handwerk ist da, Blumenkulturen erfreuen das Auge, man bummelt durch die Ausstellung, stundenlang, ständiger Abwechslung sicher, begleitet vom Getöne unzähliger Grammophone, die in den Hallen aufgestellt sind und das gesamte Plattenrepertoire abspielen, bis man müde von dem Gesehenen sich wieder dem Wagen anvertraut. bo. Pour le tourisme comme pour • a viu. 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