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E_1930_Zeitung_Nr.080

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Die neue Konvention

Die neue Konvention beseitigt nicht den | internationalen Ausweisschein, die die Schweiz ganz gerne hätte verschwinden sehen. Immerhin tritt dadurch eine wesentliche Erleichterung des internationalen Verkehrs ein, dass es nicht mehr bloss einen internationalen auf den Wagen ausgestellten Ausweisschein geben wird, sondern, wie in den meisten Staaten für den nationalen Verkehr, zwei getrennte Papiere: eine internationale Fahrbewililgung (für den Wagen) und eine internationale Führerbewiiligung (für de Führer)- Die ausländischen Automobilisten werden auf diese Weise nicht mehr an einen bestimmten Wagen gebunden sein. Zum grossen Teile beschränkt sich die neue Konvention darauf, technische Fortschritte zu sanktionieren, die sich in der Praxis schon längts durchgesetzt haben. So wird z. B„ statt wie in den Vorschriften von 1909 zwei, nur noch eine Bremse gefordert, wenn auf diese durch zwei unabhängige Hebel eingewirkt werden kann. Autocamions müssen mit einem Rückblickspiegel und einer Rücklaufsperre versehen sein. Die Vorschriften für die Warnsignale sind vereinfacht worden. Die Motorräder mit Seitenwagen müssen zwei Vorderlichter besitzen. Das Abblenden beim Kreuzen von Wagen wird international geltende Vorschrift. Ebenso das Einbauen von Schalldämpfern am Auspuff. kehrssicherheit mit Intensität der Lärmabgabe identifizieren, so wäre es vielleicht noch Die Konvention beschränkt sich — wie wir schon bemerkt haben — darauf, die unhaltbarsten Bestimmungen der alten Konvention zu revidieren. Es bleibt zu hoffen, dass aus der für das nächste Jahr angesetzten offiziellen internationalen Konferenz im Haag für das Gedeihen und den Fortschritt des über die staatlichen Grenzen hinausdrängenden Automobilverkehrs noch mehr herausschauen wird. -t- Verkehrsvorschriften des Departementsentwurfes zum Verkehrsgesetz Wir finden auch im zweiten Abschnitte des Entwurfes, im Abschnitte über die Verkehrsvorschriften, schon alle Merkmale, die das Qesämtwerk auszeichnen: Elastizität der Bestimmungen, klare Zeichnung der grossen Richtlinien, Verzicht auf eingehende Behandlung aller Einzelheiten, Berücksichtigung der auch ausserhalb unserer Landesgfenzen sich geltend machenden Ansichten und Strömungen, überhaupt eine recht erfreuliche, moderne und weitblickende Einstellung. Vielleicht nirgends in diesem zweiten Abschnitt trägt der Entwurf so sehr den Charakter eines Rahmengesetzes. Ueberall begnügt er sich mit dem Festhalten der prinzipiellen Regeln, die den Verkehr beherrschen sollen und überlässt es der Vollziehungsverordnung, das Mosaik der konkret gefassten Vorschriften in den Rahmen einzufügen. Das sehen wir z. B. gleich im ersten Artikel des Abschnittes (Art. 15, Alinea 1), der als erste Forderung der Verkehrssicherheit verlangt, dass das Verkehrsfahrzeug sich in betriebssicherem Zustande befinde. Was allein bezweckt, die Arbeitnehmer vor rück- Ausbeutung zu schützen und die._ ,unter «betriebssicherem Zustand» zu ver-sichtslosestehen ist, hat die Vollziehungsverordnung zu Strasse von übermüdeten Chauffeuren zu befreien. bestimmen. In den erläuternden Bemerkun- ' gen weist das Departement immerhin darauf Der Verkehrssicherheit dienen auch die •hin, was es unter betriebssicherem Zustande Vorschriften über die etwa meint. Für die Verkehrssicherheit ist erreicht, die Exzesse zu unterdrücken und •vor allem wichtig, dass die Bremsen gut Zeichengebung der Verkehrspolizei und der die Unglücksfälle von der Strasse zu bannen. funktionieren. Auch übermässige und unsachgemässe Ladung verstösst gegen die (Art. 15bis). Auch hier wird es Sache des Fahrzeugiührer Es ist klar, dass bei der Fülle der Erscheinungen im Strassenverkehr solche feste Geschwindigkeitsgrenzen einmal den Fahrer erste Vorschrift dieses Abschnittes. Ferner Bundesrates sein, in der Vollziehungsverordnung die näheren Vorschriften auszufüh- unnötig schikanieren, das andere Mal wiederum ihm einen Freibrief zur Innehaltung betont das Departement ausdrücklich, dass ein Fahrer, dessen Wagen unterwegs Mängel ren. Der Bundesrat wird sich, wie aus den eines Tempos geben, das in diesem Augenblicke unbedingt gefährlich war. Sicher- (aufweist, die Fahrt zu unterbrechen und für Bemerkungen des Departements hervorgeht, 'Abhilfe zu sorgen hat. an die bestehenden Vorschriften des schweizerischen Städtebundes und des Völkerbunlich werden die Fahrer bei dieser neuen Bestimmung von grösserem Verantwortungs- Auf was der Entwurf in der Vorschrift, 'dass der Führer die Sicherheit nicht gefährden darf, weder durch Uebermüdung oder des halten. Die Vorschrift überlässt der gefühl beseelt sein und viel mehr ihren Ehrgeiz darin setzen, korrekt zu fahren, als Verkehrspolizei ziemlich weitgehende Befugnisse, was eine sorgfältige Ausbildung noch durch einen anderen Zustand, der ihn wenn sie, wie bisher, durch einengende Vorschriften zum Widerspruch gereizt sind. Sa- an der Beherrschung des Fahrzeuges behindert, mit dem Ausdrucke «anderen Zustande» der Verkehrspolizisten verlangt, die, so vortrefflich sie in einzelnen Schweizerstädten che der Polizeiorgane und der Gerichte — anspielt, braucht leider nicht mehr näher erklärt zu werden. auch ist, in anderen noch recht viel zu wünschen übrig lässt. und der Fahrer! — wird es sein, den erfreulichen Geist, der 'diese Vorschrift beherrscht, Auch die Vorschriften über In Alinea 3 des Artikels 15 wird der Bundesrat verpflichtet, in der Vollziehungsver- Beleuchtung und Warnvorschriften Dass für schwere Motorwagen eine Aus- in Wirklichkeit umzusetzen. ordnung die beschränken sich auf einige prinzipielle, eigentlich selbstverständliche Sätze, die mehr Luftbereifung 40 Stundenkilometer, in Ortnahme gemacht worden ist — sie haben mit Arbeits- und Ruhezeit der gewerbsmässigen der Vollständigkeit halber aufgenommen schaften 25 Stundenkilometer, ohne Luftreifung 25 Kilometer, resp- 15 Kilometer, Motorfahrzeugführer worden sind. Die Warnvorrichtung ist « so zu regeln. Ein Schutz gegen übermässige oft zu verwenden, als es die Sicherheit des nicht zu überschreiten — ist begreiflich. Beanspruchung der Berufsfahrer ist sicherlich, sowohl vom verkehrspolitischen wie wurfes ist schon bedeutend zurückhaltender Verkehrsvorschriften, wenn er eine Verkehrs erfordert. Der Wortlaut des Entr. Wir sehen, dass der Abschnitt über die endgü!- unter der grossen Ulme, wie ein alter Soldat vor einem Invalidenheim, und Fabrikmädchen, die als Zeuginnen geladen waren, gingen kichernd hinein und verschwanden in den dunklen Gängen. Ein Durcheinander von Stimmen klang von dem offenen Fenster her, und dann kamen Männer, vielleicht die Geschworenen, paarweise heraus und gingen mit dem Schreiber des Sheriffs zum Frühstück hinüber ins Lenox-Cafe. Die Mord-, Verhandlung hatte eine Menge Neugieriger aus der Stadt herbeigelockt — ich erinnere, mich besonders einer Frau, die dicke Hautfalten unterm Kinn hatte und viele Brillantringe trug; sie wischte sich beständig die Augen, als ob sie Tränen drin hätte. «Wo ist das Gerichtsgebäude?» fragte sie mich, und dabei stand sie doch dicht davor. «Ich bin früher die intimste Freundin der Ermordeten gewesen.» So war's mit den meisten Leuten. Der Gedanke an die arme Tote und all das Schreckliche war ihnen zwar unbehaglich, aber sie gefielen sich in der Vorstellung, dass sie selber irgend eine Rolle dabei spielten und vielleicht etwas wussten, was ihrem Nachbar unbekannt war. Aber der Richter war. aus -anderem Holz vom sozialen Standpunkte aus betrachtet, sehr zu begrüssen. Immerhin wäre — wenn irgendwo im Gesetz so gerade hier — eine grössere Präzisierung wünschenswerter gewesen. Wir haben in der «Automobil-Revue » schon oft darauf aufmerksam gemacht, dass nicht nur der Wunsch, die Verkehrssicherheit zu heben und für das Wohlergehen der Berufschauffeure zu sorgen, hinter dieser Vorschrift steckt, sondern auch die leise aber bestimmte Hoffnung, die Konkurrenz der Bundesbahnen zu treffen. Wenn es auch ganz richtig ist, dass, wie das Departement bemerkt, die Regelung besser in der Verordnung geschehe, schon weil sie dann leichter geändert werden könne, so bleibt doch ernstlich zu befürchten, dass bei der Ausarbeitung der Vollziehungsverordnung, die weit weniger als das Gesetz selbst, der Kritik der Oeffentlichkeit ausgesetzt ist, eine hauptsächlich geschnitzt, das kann ich Ihnen sagen. Wir hatten noch nicht viele Strafprozesse in unserer Stadt gehabt, und ich glaube, die Sache ging ihm mächtig nahe, denn er war sehr ernst bei den Mahlzeiten und lachte nie, ausgenommen wenn er hinauf kam, um mit dem Kinde zu spielen, und wenn er dann das kleine Ding mit den grossen Augen und dem wackelnden Köpfchen auf den Knien reitenliess, , ; •'!• Die Verhandlung dauerte länger als eine \Voche. Sie hatten, versucht, über JohnChalmers' Vorleben etwas zu erfahren, aber es 1 war nichts aus ihm herauszubekommen. Seine Vergangenheit blieb ein Geheimnis, und die Leute, die über den Fall sprachen, erklärten, dass er sich damit sehr schade. Man hielt ihn allgemein für schuldig. Er war ein Trinker und bekam häufig Wutanfälle. Er hatte seine Frau zu einer Ruderpartie veranlasst in einer Jahreszeit, da es noch viel zu kalt für dergleichen schien. Sie hatte geschrieen. Er war ein guter Schwimmer. An ihrem Kopf waren Zeichen von Schlägen gefunden worden. Er hatte wohl sich selbst, aber nicht die Frau in Sicherheit gebracht; und er hatte versucht, die Stadt zu verlassen, ohne von ihrem Tode-Anzeige zu-erstatten. AUTOMOBIL-REVUE 1930 — N»80 als der Artikel 31 des Konkordates, der ausserdem noch Warnsignale verlangte «bei scharfen Kurven und immer dann, wenn von einer Strasse in eine andere eingebogen wird». Da aber noch sehr viele Fahrer, namentlich Anfänger, der Meinung sind, dass die erste Pflicht des vorsichtigen Führers sei, so oft und so laut und so lang wie möglich Signale zu geben und anderseits auch die Behörden und die Gerichte noch vielfach Ver- günstiger gewesen, den Artikel negativ, mit. der Betonung auf Beschränkung, abzufassen: Die Warnvorrichtung ist nur so oft zu verwenden, als es die Sicherheit des Verkehrs erfordert. Ebenso als Rahmen gedacht sind die Vorschriften über die Bereifung. Immerhin ist hier die Grenze der Ladefähigkeit, unter deren in der Regel die Motorfahrzeuge Luftbereifung haben müssen, zahlenmässig auf 31 Tonnen festgelegt. Auch die Bestimmung über das Höchstgewicht ist als Rahmenbestimmung vorgesehen. Der Bundesrat hat je nach Bereifung und Zahl der Achsen das Gesamthöchstgewicht auf mindestens 10 höchstens 12 Tonnen festzusetzen. Es wird in erster Linie Sache der Experten sein, die Abstufung nach diesen zwei Faktoren zu bestimmen. Die interessanteste und «revolutionärste» unter den Bestimmungen dieses Abschnittes des Entwurfes ist, wir haben schon in der letzten Nummer darauf hingewiesen, diejenige über die Geschwindigkeit. Ohne irgendwelche Grenze festzusetzen, begnügt sich der Entwurf damit, den Fahrer lediglich anzuweisen, dass er die Geschwindigkeit seines Fahrzeuges beständig zu beherrschen hat. Es ist eigentlich verwunderlich, dass die Presse bei der Besprechung des neuen Entwurfes dieser radikalen Bestimmung keine grössere Beachtung geschenkt und nicht mehr hervorgehoben hat. den Wünschen der Bundesbahnen genehme Lösung getroffen wird. Der Eingriff in die Es bleibt nur zu wünschen übrig, dass sie auch privatrechtliche Sphäre rechtfertigt sich jedoch nur, wenn sie, im übrigen elastisch ge- Aufsehen erregt. Tatsächlich hat der Ent- vor den Räten und im Volke kein grösseres nug, um die Privatinitiative und die Industrie nicht unnötig zu knebeln, einzig und wurf die einzig vernünftige und zweckmässige Lösung getroffen, zu der sich übrigens schon einige der anderen europäischen Staaten bekennt haben. Die festen Geschwindigkeitsgrenzen haben vielleicht schon mancher Gemeinde zu einem schönen, neuen Rathaus verholfen, aber man hat mit ihnen noch nie Freilich, er hatte dann bewiesen, dass er an jenem Abend getrunken, dass er unmittelbar nach dem Unfall das Bewusstsein verloren, und als er erwacht war, sofort einen verschlafenen Milchmann gefragt hatte, wo die Polizeiwache sei; der Mann hatte ihn irr- tige Ausgestaltung auch erst durch die Vo1J-> Ziehungsverordnung erfährt, die Grundlage zu einer Regelung des Strassenverkehrs schafft, die die Verhältnisse auf der Landstrasse in allen Teilen günstig gestalten wird. Die erste Regel aber, die eigentlich alles in sich schliesst, wird immer lauten: Fahre so, wie du, wenn es zu spät wäre, wünschtest gefahren zu sein. W. Verkehrsunterricht in den st gallischen Schulen. Das Erziehungsdepartement des Kantons St. Gallen hat dieser Tage an sämtliche Schüler im Kanton St. Gallen ein Verkehrsbüchlein verteilt, mit welchem durch über 20 Illustrationen den Schülern vor Augen geführt wird, wie sie sich auf der Strasse verhalten und was sie sich vom Strassenverkehr merken müssen, damit sie keinen Schaden leiden. Gleichzeitig wurde die Lehrerschaft ersucht, möglichst oft das Verhalten der Schüler auf der Strasse zum Gegenstand des Unterrichts zu machen. Das neue Verkehrsbüchlein wird diesen Unterricht unterstützen. Das st. gallische Verkehrsbüchlein wird zukünftig an alle neueintretenden Schüler abgegeben. f. Späte Einsicht. Wir haben in unserer letzten Nummer über den Unfall in Adliswil, bei dem zwei Männer angefahren und schwer verletzt wurden, ohne dass sich die Automobilisten weiter um sie bekümmert hätten. Letzten Mittwoch haben sich nun bei der Kantonspolizei in Zürich zwei ältere Herren aus Zürich gemeldet. Sie hätten zu der kritischen Zeit die Unglücksstelle passiert ohne jedoch etwas vom Zusammenprall gemerkt zu haben. Das Auto der Betreffenden weist am linken Kotflügel Beschädigungen auf und ist zweifellos der Wagen, der Montagabend die beiden Männer angefahren hat. Die beiden Automobilisten hatten in einer Reihe von Wirtschaften der Umgebung herumgekneipt und waren verschiedenen Leuten aufgefallen, so dass sie ohnehin von der Polizei einvernommen worden wären. Das Auto soll nach übereinstimmender Zeugenaussage eine « wahnsinnige Geschwindigkeit > gehabt haben. Die Fahrer scheinen ziemlich stark angetrunken gewesen zu sein. Der eine Verunglückte, der 40 Meter nachgeschleift worden war und einen schweren Schädelbruch erlitten hatte, ist unterdessen im Spital von Adliswil seinen Verletzungen erlegen. -1. Blinklicht ersetzt Schranken. In Deutschland wird eine neue Vorrichtung erprobt werden, die, wenn sie sich bewährt, als Warnungszeichen bei ungeschützten Bahnübergängen dienen kann. Es werden Blinklichter aufgestellt, die Tag und Nacht bei freiem Bahnübergang weisses Licht, jedoch bei Annäherung eines Zuges rotes Licht zeigen. Damit das Signal besonders eindringlich wirkt, wird das weisse Licht vierzig Mal und das rote Licht achtzig Mal in der Minute aufleuchten. Die Farbenumwandlung des Lichtes wird durch einen Schienenkontakt, der von der Lokomotive ausgelöst wird, vorgenommen. Der Unterschied in der Blinkfolge soll auch dazu dienen, farbenblinden Autoführern die Warnung anzuzeigen, rdv. Autokurs Arbon-St Gallen. Die Frequenz des Autokurses Arbon-St. Gallen hat im 2. Quartal dieses Jahres einen bedeutenden Aufschwung genommen. Die Autokurse weisen folgende Transportzahlen auf: 12,543 Passagiere dieses Jahr gegenüber 10,139 im Vorjahre. Fall verhandelten. Wie deutlich sehe ich noch die langen Sonnenstrahlen, die über den Abhang glitten, höre ich noch den Qesang der Vögel, die noch oben sassen in den Bäumen der Hintergärten unserer staubigen Strasse! Wie deutlich erinnere ich mich tümlicherweise nach dem Bahnhof gewiesen. noch, dass mir da plötzlich die Vorstellung Seinem eigenen Bericht zufolge war das kam, die Welt sei zu schön, als dass sie Boot gekentert, als der Mond sich .gerade durch kleinlichen Hass der Menschen verunstaltet werden dürfte, deren Begierden hinter Wolken verbarg, und nachdem, er wie-- der an die Oberfläche gekommen war, vermochte er keine Spur mehr von seiner Frau pen, die das grüne Blattwerk fressen. nicht mehr gelten als die Begierde der Rau- zu finden. Aber die Leute glaubten ihm seine «Ob sie ihn freisprechen werden, Herr Erzählung nicht. Ich selbst aber war begierig, Richter?» zu erfahren, wer wohl jene Gestalt im Obstgarten gewesen sein mochte, die zwischen Er schüttelte nur den Kopf, und als er den sonderbaren Schatten wie ein verängstigter Affe von Baum zu Baum gelaufen dem Kinde gefragt. Ich wusste, als ich die später fortging, hatte er nicht einmal nach Gartentür ins Schloss fallen hörte, dass ihm bei der Verhandlung nicht alles nach Wunsch war. Ohne zu ahnen, was noch geschehen mochte, fragte ich mich, ob ich wohl den Angeklagten John Chalmers zu Gesicht bekommen würde, ehe das Gesetz ihm den Garaus machte. Ich glaubte immer noch, dass das Gericht die Sache hinausziehen würde, bis eines Tages der Richter um sechs Uhr zum Essen ES«BRtamul»ei*3&an3&« gegangen war. Um acht Uhr desselben Abends war ich auf der Veranda, als ein Mann auf einem Zweirad angesaust kam, vor unserem Gartenzaun hielt, die Tür aufriss und über den Rasen hergestürzt kam. heimkam und mir erzählte, dass die Ge-schwoxenefl^bereits, seit drei— Fortsetzung siebe Autler-Feiendxa* Stundea^denK^

80 - 1930 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Der Grosse Preis von Frankreich Etancelln auf Bugatti wird Sieger. Sensationeller Rückzug der Bugatti-Equipe. Der Grosse Preis von Frankreich hat bis zum letzten Moment in diesem Jahre nicht ganz geklappt. Nach dem Misserfolg der Ausschreibungen gingen auf das neue Reglement hin ziemlich zahlreiche Meldungen ein, darunter figurierten drei grosse Unbekannte auf Bugatti. In eingeweihten Kreisen ver-! mutete man hinter diesen Pseudonymen die drei Fahrer Divo, Chiron und Bouriaf. Die Annahme wurde wenige Tage vor dem Rennen zur Tatsache, so dass man allgemein auf einen eventuellen Sieg einer der drei Grossen der Molsheimer Firma tippte. Nun aber entpuppte sich das Ganze als ein ebenso glanzvoller wie vorläufig ungeklärter Theater- Coup, indem einen Tag vor dem Rennen alle drei Fahrer wieder ihre Nennungen zurückzogen, zum Bedauern, Missmut und grenzenlosen Enttäuschung der ganzen französischen Automobüsportgemeinde. Dem Starter stellen sich am Sonntag um 2 Uhr von den 37 gemeldeten Fahrern nur 25. Wir nennen sie hier ausnahmsweise, da die Meldungen nach Redaktionsschluss der letzten Nummer eingelaufen sind : Czaikowski, Lehoux, Bouriat, Wimille, Grimaldi, de Maleplane, Zanelli, Bondelli, de l'Espee, Sabipa, Daniel, Etancelin, Delaroche, Gaupillat, Williams, Lumachi, Fourny (alle Bugatti), Casali (La Perle), Birkin (Bentley), Senechal (Delage), Montier, Vater und Sohn (Ford), Stoffel und Ferrand (Peugeot), Laly (Aries). (Der Rückzug der drei Bugattifahrer wurde durch die Konkurrenz von'Bouriat teilweise wieder aufgehoben.) Eine riesige Menschenmasse belebt Tribünen und umsäumt die ganze Rennstrecke. Sonne und Regen wechseln ab und der Wind weht ungestüm über das freie Feld. Die Fahne senkt sich und eine Sekunde nachher verschwindet schon alles in Rauch und Gelärme. Aus dem blauen Dunst hebt sich schliessllch der Wagen von Sdnechal, einem aussichtsreichen Teilnehmer, dessen Maschinerie trotz allen Versuchen des verzweifelten Fahrers nicht funktionieren will. Nach einigen Minuten schon verkündet von fern her der nahende Lärm die Wagen, die die erste Runde zurückgelegt haben. An der Spitze liegt Bouriat, hinter ihm folgt knapp Williams. Mit einem Tempo von 142 Stundenkilometern fegen die Wagen an den Tribünen vorüber und verschwinden in der nächsten Strassenkurve. Williams arbeitet sich vor und kommt an erste Stelle, Zanelli und Bouriat hinter sich lassend. Die Meute der hinter ihm Herjagenden besteht aus den Fahrern Etancelin, Czaikowski, Sabipa, Birkin, Lumacchi. Man meldet das Ausscheiden von Lehoux, kurz nachher muss auch Fourny austreten. In der dritten Runde gehen verschiedene Veränderungen vor, sie betreffen jedoch nur die Stellungen der mittleren und hinteren Fahrer. Die ersten Fünf wissen sich zu behaupten! Plötzlich stoppt Williams ab. Was soll das bedeuten? Unruhe geht durch das Publikum, das dem Fahrer alle Siegerchancen zuspricht. Er verliert durch seinen Halt den dritten und vierten Platz, sie gehen über an Birkin und Zanelli. Bouriat legt ebenfalls bei den Boxen an und — siehe da — als Ersatz springt Chiron ein, der sich sofort an die Spitze arbeitet. Williams hat die grosse Gefahr, die ihn bedroht, begriffen und er unternimmt Anstrengungen, um sich auf die Fährte des Flüchtigen zu machen, der mit seiner berüchtigten Technik auch auf der Rundstrecke von Pau schon vom ersten Lauf an den Fahrern heiss machte. Doch schon In der nächsten Runde muss Williams wieder anhalten, es dauert l'2O", bis er seine Vorderräder ausgewechselt hat. Die wilde Jagd mit unerhört scharfen Geschwindigkeiten geht weiter, Erster bleibt über mehrere Runden hinweg Chiron, an die zweite Stelle hat sich der französische Tuchhändler Etancelin hervorgearbeitet. Hinter ihm her jagen Birkin, Zanelli und Senechal, dessen Wagen dennoch später in Lauf kam. Eine Aenderung in dem unerhört scharfen und eindrucksvollen Kampf bringt erst die zwölfte Runde. Hier sieht man plötzlich Chiron bei den Boxen anlegen. Etancelin wird so Erster, «lefchzeitig muss auch Williams wieder anhalten. Durch den Halt wird Chiron Vierter und er arbeitet sich mit rasender Geschwindigkeit nach vorn, doch Birkin, der vor ihm Hegt, ist ein routinierter Fahrer, er lässt den Franzosen trotz allen Versuchen nicht an sich vorbei. Chiron hat keine Gelegenheit mehr, seine Fahrkunst zu beweisen; er legt bei den Boxen an, schwingt sich aus dem Wagen, drückt Bouriat die Hand, und dieser nimmt wieder den Platz In dem Bugatti ein. Durch seine mehrmaligen Halte fällt Williams stark zurück, und der Sieger der zwei vorausgegangenen Preise verdoppelte seine grossen Anstrengungen, um das Manko wieder wettzumachen. Er schlägt den Rundenrekord mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 155 Kilometern; aber kaum hat er diese Gewaltleistung hinter sich, muss er wieder anlegen, und diesmal sind es die Pneus, die ausgewechselt werden müssen. Er wird so verspätet, dass er beschliesst, nicht mehr weiter am Rennen teilzunehmen. Etancelin behauptet sich auch weiterhin siegreich über alle Runden hinweg an der Spitze, Birkin macht sich gefährlich bemerkbar und tiberholt Zanelli. Die Situation an der Spitze ändert sich nicht mehr. Etancelin führt in blendendem Stil auch die Schlussrunde an. Zehn Fahrer müssen auf die Weiterfahrt verzichten, so dass nur 15 Wagen unter dem Zielband hindurchflitzen. Sabipa ist als einziger durch einen Seitensprung in eine Wiese leicht verletzt worden. Unter dem brausenden Jubelgeschrei der riesigen Zuschauermenge wird der Sieger Eancelin auf Bugatti aus dem Wagen gehoben. Er geht als Sieger aus dem grössten und meistdiskutierten Rennen von Frankreich hervor. bo. Die Resultate: 1. Etancelin, auf Bugatti, 2:43:18,4 (Durch- 6-7% Arrivee schnittsgeschwindigkeit: 145,247 km); Birkin, auf Bentley, 2:46:44,6 (142,449 km); Zanelli. auf Bugatti, 2:46:53.8; 4. CzEfykoweki, auf Bugatti, 2:51:27,0; 5. l'Espee, auf Bugatti, 2:57:28.8; 6. Senechal, auf Delage, 2:58:28,6; 7. Maleplane, auf Bugatti, 3:00:58; 8. Stoffel, auf Peugeot, 3:01:6,2; 9. Ferrand, auf Peugeot, 3:09:8,4; 10. LalT, auf Aries, 3:21:18,2. Internat. Schwabenberg-Rennen Caracctola auf Mercedes-Benz fährt beste Tageszelt. Das internationale Schwabenberg-Rennen vom letzten Sonntag als zweitletzter Lauf für die europäische Bergmeisterschaft zählte eine Reihe von hervorragenden Fahrern am Start. Der erste Trainingstag für das Rennen nach dem Schwabenberg, dessen Start mitten in Budapest liegt, brachte einen Sturz des einheimischen Favoriten und Rekordinhabers Graf Zichy, dessen Zeit 3' 9" nicht wieder erreicht wurde. Der Fahrer rannte an eine Steinmauer hinter einer Bahnüberführung. Dabei brachen Vorderachse und Rahmen, auch die Räder wurden ganz abgebrochen. Zichy kam mit leichteren Verletzungen davon. Auch Strasser auf D. K. W. fuhr in ein Brückengeländer und kam ebenfalls mit leichten Verwundungen davon. Das Rennen selbst ergab keine Unfälle. Rudolf Caracciola auf Mercedes fuhr bei den Sportwagen einen neuen Kategorierekord, holte sogar mit seinem Sportwagen die Rennwagen ein und vermochte aber trotzdem nicht den bestehenden Rekord zu brechen. Die beste Zeit der Rennwagen fuhr Stuck auf Austro-Daimler. Die Resultate: Tourenwagen. Bis 1100 ccm: 1. Föller (Budapest) auf Tatra, in 5:51,2 (Rekord). 1500 com: 1. Prinzessin Lichtenstein (Wien) auf Steyr, in 5:05,2. 2000 ccm: 1. Dr. Filidi (Budapest) auf Bugatti, in 4:05,4. 3000 ccm: 1. Saxel (Wien) auf Bugatti, in 4:20,2. 5000 ccm: 1. Ottlyk (Wien) auf Steyr, in 4:22,8 (Rekord). Sportwagen. 750 ccm: 1. Strasser (Wien) auf D.K.W., in 5:05,4 (Rekord). 1100ccm: 1. Jellen (Graz) auf Bugatti. in 4:31,4. 2000 ccm: 1. Borzaochini auf Alfa Romeo, in 3:37,7 (Rekord). 3000 ccm: 1. Burggaller auf Bujfatti, in 3:28,1 (Rekord). 8000 ccm: 1. Caracciola auf Mercedes-Benz, in 3:21,0 (beste Zeit des Tages und neuer Sportwagenrekord). 2000 0:47,3. 5000 3:23,7. tSTENHEGY- UT o» " — I — Rennwagen. ccm: 1. Prinz Lichtenstein auf Sterr, in ccm: 1. von Stuck auf Austro-Daimler in Streckenplan und Profil des Sehwabenberg-Rennens 8000 cem: 1. Graf Arco Zinneberg auf Mercedes- Benz in 3:46,6. Coppa Gran Sasso d'Italia. Vorletzten Sonntag fand bei Aquila in Italien die Regelnlässigkeitsfahrt um die zweite Coppa del Gran Sasso statt. Das Rennen begegnete in Italien grossem Interesse und wurde vor riesigen Zuschauermassen ausgetragen. Von 34 Startenden erreichten 28 Fahrer das Ziel. Die ersten Ankommenden waren: 1. Filicori Archimede (Lambda), in 8 Std. 22'2" (Stundenmittel 68,500); 2. Trifoni Vincenzo (Alfa Romeo 1750), in 8 Std. 22' 46"; 3. Borimond Mario (Alfa Romeo 1750), in 8 Std. 45' 14"; 4. Roccatelli (Alfa Romeo), in 9 Std. 22' 23". Bergrennen Abbazla-Monte Magglore. Das italienische Bergrennen von Abbazia nach Monte Maggiore wurde vorletzten Sonntag vor imposanten Zuschauermassen und bei idealer Witterung ausgetragen. Abspluter Erster des Rennens wurde der am Klausen und an der Bernina erfolgreich teilnehmende von Morgen auf Bugatti. In der Klasse Rennwagen bis zu 1100 ccm holte sich der Kleinwagensieger von Monza, Premoli, auf Salmson wieder einen Sieg. Bei den Sportwagen stellte Pastore auf Maserati einen neuen Rekord auf. Fagioli geriet mit seinem Wagen von der Strasse und wurde verletzt. Kis Sväbheqy Die Resultate: Sportwagen. Klasse 1100 ccm: 1. Jeroniü (Salmson), in 15* 12" (Stundenmittel 55,443 km). Klasse 1500 ccm: 1. Caniato (Alfa Romeo), In 14' 35%". Klasse 2000 ccm: 1. Cerami (Maserati), 14'83-f". Klasse 3000 ccm: 1. Pastore (Maserati), in 13' 38 K" (Stundenmittel 62,447); 2. Burggaller (Bugatti), 13' 41%". Klasse über 3000 ccm: 1. Zehentner (Mercedes), in 14' 53". Rennwagen. Klasse 1500 ccm: 1. Premoli (Salmson), in 18 f 35" (Stundenmittel 62,720); 2. Gola (Alfa Romeo), in 14' 28%" Klasse über 1500 ccm: 1. von Morgen (Bugatti), in 12' 41%" (Stundenmittel 67,139 km), beste Tageszeit. In Montlhery fallen die Rekorde. Die Rekorde auf lange Distanzen, die die vier Fahrer de Presale, von Voorminck, C. und L. Marchand mit ihrem 12-Zylinder-Voisin zu brechen versuchen, beginnen bereits zu fallen. Folgende drei Weltrekorde wurden bereits geschlagen : der Rekord für 11-Tage- Fahrt, für 35,000 km und für 12 Tage. Der Durchschnitt der Geschwindigkeit schwankt immer noch zwischen 120 und 130 km. bo. 700» A