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E_1930_Zeitung_Nr.080

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22 Das XI. Comptolr

22 Das XI. Comptolr Sulsse In Lausanne. Das Comptoir Suisse tritt bereits in das zweite Jahrzehnt seines Bestehens. Am vergangenen 13. September öffneten sich die Hallen der mächtigen Schau für die Besucher aus allen Teilen unseres Landes zum 11. Male. Das Comptoir konnte sich trotz zeitweiser grosser Schwierigkeiten immer wieder behaupten; es kann heute als ein wichtiger Faktor unserer Volkswirtschaft nicht mehr weggedacht werden. Ausdauernde Arbeit der Organisation, der Name des Comptoirs und starke Anstrengungen der Landwirtschaft vermochten auch in kritischen Zeiten die Durchführung der grossen Schau zu sichern. Heute, nach einem Jahrzehnt des Aufbaues dürfen die Organisatoren rückblickend sich über den Erfolg Rechenschaft geben, einen Erfolg, der sich nicht zuletzt auch moralisch durch das Ansehen, das das Comptoir rasch gewann, deutlich genug ausdrückt. Die Messe ist heute mehr als je eines der geeignetsten Mittel, um den Markt zu beleben. Für die Schweiz sind ganz besonders Industrie, Handel und Landwirtschaft lebenserhaltend, nur durch sie kann sich das kleine Land behaupten und sich auch im Auslande Ansehen verschaffen. Das 11. Comptoir bedeutet einen neuen Aufschwung in der Folge der Ausstellungen in der waadtländischen Kapitale. Eine ganze Reihe von Vergrösserungen und Erweiterungen überraschen den Besucher und verstärken in ihm den Eindruck der durchaus zielbewussten und ertoirs, das alle Zweige der Landwirtschaft und somit einen Teil unserer gesamten Wirtschaft umfasst, orientiert über folgreichen Arbeit im Dienste der Landwirtschaft, der das Comptoir in erster den Stand der Maschinenindustrie für Linie geweiht ist, auch wenn die Grenzen die Landwirtschaft, man findet ferner nicht genau abgesteckt sind und alles Unterabteilungen für Baumaterialien, stark ineinandergreift, so dass kein Teil Ackerbau, die bereits erwähnte Radio-Ausstellung, Möbelhallen, eine über- unserer Volkswirtschaft achtlos an der Lausanner Ausstellung vorbeigehen darf. dachte Gartenbauausstellung, eine Gruppe der Kunstgewerbler, eine Pilzausstellung, Rechts beim Eingang in die Ausstellung eine Probierhalle, ein Restaurant, Versuchsfelder, ausgedehnte Stallungen usw. überraschen die neu errichteten grossen Verwaltungsgebäulichkeiten, daneben findet sich eine Sonderausstellung für Mit besonderem Interesse betrachtet Radio, die durch grosse Reichhaltigkeit man die Schau des Hausgewerbes in den und geschmackvolle Gestaltung sofort anzieht. Kunst und Handwerk sind ebenbrikation von Möbeln usw., alles ausge- Bergen: Korbflechtereien, Drehereien, Fafalls durch eine neue Abteilung vertreten, stellt vom Volkswirtschaftsdepartement eine Pilzausstellung wurde organisiert, des Kantons Waadt. Die landwirtschaftlichen Maschinen werden sehr zahlreich und dabei ist als besonderes Prunkstück, das dem Besucher sofort auffällt, die besucht, in der ständigen Grosshalle findet man Stände für Lebensmittel, Koch- prachtvolle neue Gartenausstellung zu nennen. Insgesamt 750 Aussteller haben kunst, Wohnungen, dann fesseln auch immer wieder die Auslagen der Bäcker, sich dieses «Tahr in Lausanne zusammengefunden, um ihre Leistungen zu präsentieren. An erster Stelle steht, schon durch ferner die Schauen «Arts et Metiers», Metzger, Wirte. Sehr viel Anklang finden den Ort bedingt, der Kanton Waadt, an auch die Radioschau erregt Aufmerksamkeit. zweiter Stelle folgt Zürich, dann Tessin, Bern, Genf, Wallis, Neuenburg, Basel Man spürt bei einem Rundgang durch usw. Nur zwei Kantone sind in der Ausstellung nicht vertreten. Ausser den stänstrengungen der leitenden Organe, dank das Comptoir deutlich die grossen Andigen Teilnehmern sind noch 390 zeitweise Aussteller an den Viehschauen zu Schweiz neben der Mustermesse einen denen die Ausstellung heute in der nennen. Diesen ungemein zahlreichen repräsentativen Platz einnimmt. Unsere Ausstellern jedes Jahr genügend Platz Landwirtschaft und unser Handwerk finden in Lausanne alljährlich ihre gebüh- anzuweisen, erscheint immer schwieriger, um so mehr als sich das Comptoir immer rende öffentliche Anerkennung. Es ist zur Pflicht machte, die Stände übersichtlich aufzuteilen. Könnte für seine ständig wie ein materieller Erfolg auch dieses nur zu hoffen, dass sowohl ein moralischer fortschreitende Entwicklung ein besseres Jahr wieder die grosse Arbeit der Organisatoren und der Aussteller belohnt. Beispiel erbracht werden als gerade die Tatsache, dass man in Lausanne in fachtechnischen Kreisen bereits mit den Plänen für den Bau eines definitiven Aus- Ein Visite in der welschen Schweiz kann in diesen prachtvollen Herbsttagen stellungsgebäudes beschäftigt ist? ausgezeichnet mit einem Rundgang durch das Comptoir verbunden werden. Das Ein Gang durch die Räume des Comp- scheinen sich im übrigen auch schon viele Für Ihren Wagen nur gutes Zubehör: AUTOMOBIL-REVUE — REVUE AUTOMOBILE 1930 - N° 80 Noch ein Blick auf die Hallen des Comptoirs. Automobilisten notiert zu haben, die diese grosse schweizerische Schau, die einen Ueberblick über einen Teil des Schaffens unserer Bevölkerung bietet, bereits in den ersten Tagen mit einem Besuche beehrten. bo. f 1 Knallgas als Brennstoff beim Stratospharen-Flugzeug. Die normale Flughöhe der Verkehrsflugzeuge schwankt heute zwischen 300 und 1000 Metern, ist also verhältnismässig gering. Sie ist durch das Verhältnis dei Motorleistung zum Totalgewicht des Flugzeuges gegeben, das im Interesse der Wirtschaftlichkeit möglichst Wein sein soH. Trotzdem lässt die Wirtschaftlichkeit des Flugverkehrs' noch sehr stark zu wünschen übrig. Gerade die Dichtigkeit der Luft in den heute in Betracht kommenden Flughöhen verursacht grosse 'Reibungsverluste und begrenzt die rationelle Geschwindigkeit auf rund 200 Stundenkilometer. Um sich die Vorteile dünnerer Luftschichten nutzbar (machen zu können, ,müsste man jedoch Motoren haben, deren Leistung bei zunehmender Höhe konstant bleibt. Bei den heutigen Motoren gelingt es zwar durch die Anwendung von Kompressoren, die leistungsvermindernde Luftverdünnung zu kompensieren'. Aber bisher eben auch nur bis zu einer Flughöhe von etwa 5000 Metern. Und hier kommen die Vorteile der geringeren Fortbewegungswiderstände noch lange nicht genügend zur Geltung, um den vermehrten technischen Aufwand zu lohnen. Der Flugverkehr auf lange Distanzen wird sich in einer näheren oder ferneren Zukunft in der Stratosphäre abwickeln, jener Schicht des Luftmantels, die bei einer Höhe von etwa 12,000 Metern beginnt. Als Antriebsmjttel kommt dann nur mehr die Rakete in Frage. Woher aber den Treibstoff nehmen, der eine genügend lange und kräftige Wirkung der Rakete ergibt, ohne selbst in den notwendigen Mengen zu schwer, zu voluminös und zu teuer zu sein? Professor Rynin, der Inhaber des Lehrstuhls für Luftfahrt der Leningradei Universität, hat da kürzlich auf eine hochinteressante neue Möglichkeit hingewiesen. Man könnte die Gase der Stratosphäre ais Treibmittel ausnützen. In Höhen über 20,000 Metern enthält die Stratosphäre neben Sauerstoff und Stickstoff und anderen Gasen auch Wasserstoff, und zwar nimmt dieser nach oben immer mehr zu. Mischt man Wasserstoff mit Sauerstoff, so entsteht das hochexplosible Knallgas. Die Verdünnung dieser Gase ist allerdings so gross, dass an ihre direkte Verwendung nicht gedacht werden kann. Die Gase müssten vorher durch einen Kompressor verdichtet werden. Aber auch das ist nach der Ansicht Professor Rynins, die sich auf Laboratoriumsexperimente stützt, möglich. Der Betrieb des Raketenmotors würde damit sozusagen kostenlos. Und da die Betriebsstoffquelle ja unerschöpflich wäre, könnten Flüge von ganz beliebiger Länge ausgeführt werden. Die Fluggeschwindigkeit könnte leicht 1000 Stundenkilometer und mehr betragen, wenn man berücksichtigt, dass die Luftdichte beispielsweise in einer Höhe von 40,000 Metern 360 Mal geringer ist als auf dem Meeresspiege:. Selbstverständlich müsste den Passagieren eine geschlossene, unter normalen Luftdruck gesetzte Kabine zur Verfügung stehen, und zum Start wäre ein Hilfsbrennstoff erforderlich. Das Flugzeug selbst würde eine projektähnliche Form erhalten. Das ganze Projekt sieht reichlich nach Sensation aus. Es hat aber vor anderen, ähnlichen, den Vorteil voraus, dass es nicht nur auf Hirngespinsten und Mutmassungen, sondern auf wissenschaftlichen Grundlagen aufgebaut ist. m. BOSCH-HÖRN Warnt laut — lärmt nicht BOSCH-WISCHER schafft freie Sicht BOSCH-WINKER gibt sicher die Richtung an. Automat. Rückschaltung. Blendschuti ROBERT BOSCH A.-G., GENF-ZÜRICH

N° 80 - 1930 AUTOMOBIL-REVUE - REVUE AUTOMOBILE 23 ETABLISSEMENTS BOSCHETTI 4, rue des Girondins LYON VIl e 6 cylindres 8 cylindres MODELE DEPOSE SOLIDES - LEGERS PRATIQUES - ELEGANTS ETANCHES - AVANTAGEUX MODELE DEPOSE Exigez de votre GARAGISTE ou de votre CARROSSIER un £f bagage de cette marque pour toute la Suisse: 5lfVIPEsV GENE VE LES VOITURES DE GRANDE CLASSE MONASTELLA D E M AI II T NERV ASTELLA VIVASTELLA nHlMlIfc I REINASTELLA ATTEIGNENT LA PERFECTION S. A. RENAULT, 6, avenue de Secheron, GENE VE Srtintßizßr nutomobilut lerne Deine Heimat kennen! Zwischen Boden- und Genfersee, zwischen «Jura und Pontresina, zwischen Nord und Süd, liegen nicht nur die Zentren des touristischen Verkehrs, sondern auch unzählige Talschaften, Ausflugspunkte und Gaststätten, deren Besuch sich lohnt. LA 12 SIX Die Schweiz vom Automobil aus lernen Sie am besten durch O. R. Wagners Föhrer für Automobilfahrer, CHTouring, kennen. Er zeigt Ihnen von jedem Standort aus in prächtigem Kartenwerk die direkte Route zu den markanten Touring-Plätzen der Schweiz und in einem ausführlichen Textteil tausend Reiseziele und den Weg zu ihnen. Touristischengeschäftliehe Interessen können auf Automobilreisen durch Erweiterung des Wissens über Land und Leute, Handel und Gewerbe vertieft werden. Grös'sere Automobilfahrten sollten nie ohne Vorbereitung angetreten werden. O. R. Wagners Bädecker für Automobilreisen in der Schweiz ist eine unerschöpfliche Fundgrube für immer neue Kombinationen. Preis der 16. Ausgabe nur Fr. 12.- Abonnenten 20 °L Rabatt Offizielle Ausgabe des T. C. S. Societe Anonyme pour la Vente des Automobiles PEUGEOT en Suisse Rue de la Truite (jonetion) GENE VE Telephone 50.184 HALLWAG BERN Abteilung Touring-Verlag