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E_1930_Zeitung_Nr.079

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tj AUTOMOBIL-REVUE

tj AUTOMOBIL-REVUE 1930 — N° 79 zu weitgehend. Er will grundsätzlich auf das Verschuldensprinzip abstellen, allerdings mit umgekehrter Beweislast, d. h. das Verschulden des Automobilisten wird präsumiert, so dass es dessen Sache ist, sein Nichtverschulden zu beweisen. Weitergehend soll dann allerdings die Kausalhaftung eintreten, wenn den Geschädigten kein Verschulden trilft, sonst kann demnach der Geschädigte nur Ersatz verlangen, wenn auch den Automobilisten ein Verschulden trifft. Verschulden eines Dritten wird gleich behandelt wie von Hornberger. Die Diskussion war leider nicht besonders lebhaft, namentlich wurde eine Aeusserung der Versicherungsgesellschaften über die Auswirkung der verschärften Haftung auf die Prämien und die Stellungnahme der Gesellschaften zum direkten Klagerecht vermisst. Auf die wirtschaftliche Bedeutung dieses Umstands wurde besonders von Herrn Rechtsanwalt L. V. Bühlmann, Zürich, hingewiesen, der betonte, dass der anständige Automobilist trotz seiner Deckung durch die Versicherung auch bei der Kausalhaftung nicht unvorsichtig fahren werde. Der Schreiber dieses Berichts vertrat den Standpunkt, dass ein Gesetzesentwurf ohne weitgehendste Berücksichtigung der Deckung alles durch den Gebrauch des Automobils verursachten Schadens kaum angenommen würde, wobei als Korrektiv und aus Gründen der Erziehung sämtlicher übrigen Strassenbenützer deren Verhalten bei Bemessung des Ersatzes eingehend berücksichtigt werden müsse; dies auch wegen der Gefährdung des Verkehrs, die nicht nur vom Verhalten des Automobilisten abhängig sei. Herr Gerichtspräsident Dr. Schindler, Glarus, wünschte möglichst gleichzeitige Erledigung der Zivilund Strafansprüche. Herr Dr. Piccard, Luzern, wandte sich gegen die Beschränkung der Haftung bei Gefälligkeitsfahrten und trat für strengere Verkehrsvorschriften für sämtliche Strassenbenützer ein. Dr. Martin, Genf, sprach gegen zu weitgehende Betonung der Schadendeckung mit Rücksicht auf die Prämien und befürchtet auch eine gewisse Er- Was bringt der Departementsentwurf zum Verkehrsgesetz? . Wjr haben in der letzten Nummer die bevorstehende Geburt des Vorentwurfes des Eidgen. Justiz- und Polizeidepartements für das- « Bundesgesetz über den Motorfahrzeugund Fahrradverkehr» angezeigt. Er hat pünkt- -lich zur angezeigten Stunde das Licht der Welt erblickt und liegt glücklich vor uns (s. Seite 10 ff.), mit 67 Artikeln (obwohl nur nominell, denn die Artikel sind gleich numeriert wie die des Automobilgesetzes von 1926, so dass gewisse Artikel, die- fallen gelassen "wurden, fehlen und anderseits neue, als « bis » und « ter » bezeichnet, eingeschoben "worden sind) gefolgt von erläuternden Bemerkungen des Departementes und einer kurzgefassten, aber sehr klaren Einleitung zum besonders wichtigen Abschnitt über die Haftpflicht und Versicherung (Titel 3). Es bleibt uns nur zu hoffen, dass das Gesetz selbst keine grössern Schmerzen bereiten wird und mit ebensolcher Pünktlichkeit seine Existenz antreten wird wie der Departementsentwurf. Ueber etwas müssen wir uns nämlich klar sein: Das rasche und reibungslose Zustandekommen des Gesetzes ist — wenn auch an manchen Bestimmungen berechtigte Kritik zu üben bleibt — für alle beteiligten Kreise gleich wünschenswert. Das alte Konkordat vom 31. März 1914 ist, was jeder Automobilist und Strassenbenützer zu jeglicher Stunde festzustellen die Gelegenheit hat, gänzlich veraltet und durchlöchert. Wir wissen dass, nachdem das vom Parlamente ausgearbeitete und angenommene Gesetz von 1926 in der Volksabstimmung verworfen worden war, man zunächst an eine Revision des Konkordates dachte und die vorbereitenden Arbeiten in Angriff nahm. Man sah aber sehr bald ein, dass eine solche Revision bei- -nahe so grosse, wenn nicht noch grössere Schwierigkeiten bereiten würde wie die Ausarbeitung eines neuen Bundesgesetzes, und dass es immer nur eine halbe Sache •bleiben würde, eine Vereinbarung, von Ausnahmen durchsetzt wir die französische Grammatik — eben bloss ein interkantonales Konkordat. Man gab deshalb — und mit Recht — diesen Gedanken auf und schritt gleich zu den einleitenden Verhandlungen für eine" neues Bundesgesetz, dessen Depar- -tementsentwurf nun eben erschienen ist. Wir werden den. Inhalt im Laufe der nächsten Zeit eingehend behandeln, für heute begnügen wir uns mit einem kurzen Ueberblick über die wichtigsten Bestimmungen des Entwurfes, den wir auf den Seiten 10—14 dieser Nummer abdrucken. höhung der Unvorsichtigkeit der übrigen Strassenbenützer, wenn deren prozessuale Stellung durch eine weitgehende Kausalhaftung zu sehr erleichtert würde. Herr Professor Dr. Guhl, Bern, wies auf die Schwierigkeiten der wissenschaftlichen Begründung der Kausalhaftung hin, der die ethische Begründung der Haftung fehlt. Er findet die Begründung in der erhöhten Gefährlichkeit des Autobetriebs. Um aber nicht allzusehr auf die kollektive Schadentragung zu kommen, ist das Verhalten des Geschädigten als Entlastungsgrund aufzunehmen, sobald dasselbe und nicht die Gefährlichkeit des Autobetriebs Ursache des Unfalls ist, immerhin nur in Form der Reduktion des Schadenersatzes. Auf Antrag des Präsidenten des Schweizer. Juristenvereins, Herrn Bundesrichter Dr. Merz, wurde ohne Widerspruch die Resolution angenommen, dass die Automobilhaftpflicht durch ein Spezialgesetz geregelt werde mit grundsätzlicher Aufnahme der Kausalhaftung und Regelung der Entlastungsmöglichkeiten im Sinne der Referate und Voten. Am Bankett auf dem Stanserhorn mächte dann Herr Bundesrat Dr. Häberlin einige wegleitende Mitteilungen über den Gesetzesentwurf, der schon im Oktober durch die Expertenkommission beraten werden soll. Er bringt die Kausalhaftung mit den durch das wirtschaftliche Bedürfnis, das geregelt werden soll, erforderlichen Beschränkungen. Haftbar ist der Besitzer des Autos. Befreiend wirkt die höhere Gewalt und grobes Verschulden des Geschädigten, wogegen leichtes Verschulden zur Reduktion des Anspruchs führt. Bei Verschulden eines Dritten entfällt die Haftung des Automobilisten. Allgemein ist auf die Bedürfnisse der Praxis abgestellt worden und die Wissenschaft wird sich denselben anzupassen haben. Der in den nächsten Tagen zur Versendung kommende Entwurf wird Veranlassung bieten, auf die Verhandlungen des Juristen- Vereins bei Behandlung der Einzelfragen zurückzukommen. Jedenfalls kann mit Genugtuung festgestellt werden, dass es mit dem Automobilgesetz vorwärts geht und sich die Schweizer Juristen lebhaft und von den verschiedensten Gesichtspunkten aus mit den aktuellen Fragen befassen. Dr. Meyer-Wild. Zunächst einmal eine kurze BemerkunX zum Namen des Gesetzes. Die Schweizerische Strassenverkehrsliga wünschte die Bezeichnung « Bundesgesetz über den Strassenverkehr». Da aber der Bund die Befugnis, Bestimmungen über den Strassenverkehr zu erlassen, nur als Ausschnitt, des durch Arikel 37bis der Bundesverfassung erworbenen Kompetenz zur Regelung des Automobil und Fahrradverkehrs ableiten kann, so muss dies schon im Titel des Gesetzes deutlich zum Ausdruck kommen, um so mehr, als die Anregung, in Artikel 37bis dem Bunde die Kompetenz zur allgemeinen Regelung des Strassenverkehrs zuzuerkennen, abgelehnt worden ist. Das Gesetz ist ein sogenanntes Rahmengesetz, d. h., es begnügt sich sehr oft, die grossen Linien festzulegen und die Regelung der Einzelheiten einer Ausführungsverordnung zu überlassen. So, nimmt z. B. das Gesetz davon Umgang, die verschiedenen Kategorien von Motorfahrzeugen, Personenwagen, Lastwagen usw. im Texte selbst zu definieren. Es überlässt das der Vollziehungsverordnung. Diese Art der Behandlung hat, wenn auch die Gefahr - besteht, dass der ganze Charakter des Gesetzes durch die, dem Referendum selbstverständlich nicht mehr unterstehende Verordnung beeinflusst wird, den grossen Vorteil, dass der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung fortlaufend durch Anpassung Rechnung getragen wef£ ; den kann. Aus den allgemeinen Bestimmungen greifen wir drei wichtige Punkte heraus: 1. Der Bundesrat hat das Recht, für den allgemeinen Durchgangsverkehr notwendige Strassen in vollem oder beschränktem Umfange für Motorfahrzeuge und Fahrräder offen zu erklären. Die Strassenliga hatte den Vorschlag gemacht, den Kantonen auch die Schliessung der Nichtdurchgangsstrassen für Automobile nur unter Genehmigung des Bundesrates zu gestatten. Dies würde jedoch, leider!, die Kompetenz des Bundes überschreiten, die, wie wir schon erwähnt haben, durch den Wortlaut des Artikels 37bis der Bundesverfassung auf die Regelung des Automobil- und Fahrradverkehrs beschränkt bleibt. 2. Dem Bundesrat wird das Recht zugeschrieben und die Pflicht erteilt, die für die Strassensignalisation erforderlichen Vorschriften aufzustellen. 3. Die kantonalen Behörden haben das Aufstellen von Reklametafeln auf und neben der Strasse zu verbieten, sobald sie (weil sie mit Signaltafeln verwechselt werden können, überhand nehmen, die Uebersicht verhindern oder blendend wirken usw.) zur Gefahr der Verkehrssicherheit werden. Alle Anwärter auf den Führerschein wird es interessieren, zu vernehmen, dass der Entwurf im Gegensatz zum Gesetz von 1926 nicht mehr von einer praktischen und einer theoretischen Prüfung spricht, sie also nicht mehr zu befürchten brauchen, in einer Art Diplomprüfung eingehend auf ihre mechanischen Kenntnisse geprüft zu werden. Die Bestimmungen über den Entzug der Führerbewilligung sind — nicht zu Unrecht — verschärft worden, namentlich im Falle von Trunkenheit. Aus der Fülle der Verkehrsvorschriften ist namentlich eine von besonderer Tragweite: Der Verzicht auf bestimmte Höchstgeschwindigkeiten. Dem Führer wird lediglich vorgeschrieben, die Geschwindigkeit seines Fahrzeuges beständig zu beherrschen und in Ortschaften und an gefährlichen Stellen gebührend zu verlangsamen. Eine Ausnahme dieser Regel wird bloss für schwere Motorlastwagen gemacht. Wenn auch nicht alle Forderungen der Strassenverkehrsliga in Bezug auf die Vorschriften für die andern Strassenbenützer erfüllt worden sind, so würden doch die Bestimmungen der Artikel 29, 29bis und 30 bedeutend dazu beitragen, dass das heute noch vielfach unverständige und unvorsichtige Benehmen im öffentlichen Verkehr sich bessern würde. Der Abschnitt, der am meisten Staub aufwirbeln wird, ist derjenige über die Haftpflicht und Versicherung. Während der Besitzer eines Motorfahrzeuges jetzt lediglich für Schäden'haftet, die er verschuldet, die er durch ein objektiv und subjektiv verwerfliches Verhalten verursacht hat, soll er in Zukunft für jeglichen Schaden aufkommen, der duröh den Betrieb seines Motorfahrzeuges entsteht. Es handelt sich hier um so schwierige Fragen, um eine so problematische Materie, dass wir davon Umgang nehmen, heute näher auf sie einzugehen. Sie wird in einer der nächsten Nummern eine grundlegende Behandlung erfahren. Der Abschnitt über Versicherung räumt dem Verunglückten bzw. seinen Erben ein direktes Klagerecht gegen Haftpflichtversicherung ein. Nach dem geltenden Recht hat der Dritte kein solches direktes Klagerecht. Ebenso wird die Haftpflichtversicherung dem Schutz des Strassenbenützers in vermehrtem Masse durch die Bestimmung dienstbar gemacht, wonach Einreden aus dem Versicherungsvertrag und aus dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag, durch welche die ge setzliche Deckung des Schadens geschmäler oder aufgehoben würde, dem Geschädigten nicht mehr entgegengehalten werden können. Die Versicherungssummen sind gegenübe der gegenwärtigen Regelung erheblich hin aufgesetzt worden. Der letzte Titel enthält die strafrechtlichen Sanktionen für die im Entwürfe und in de Vollziehungsverordhung aufgestellten Verkehrsvorschriften, die die, Motorfahrzeug- und Fahrradfahrer zu befolgen haben. Die vor gesehenen Bussenansätze sind eher etwas niedriger als die in den meisten Kantonen zur Zeit vorgesehenen. Der Radfahrer ist allgemein ziemlich milder behandelt worden als der Motorfahrzeugfahrer. W. Der Nutzen guter Strassen. Ein gut ausgebautes Strassennetz — dl© Angelegenheit der ganzen Bevölkerung. Am 8. September fand in Klosters, im Hotel Silvretta, der diesjährige bündnerische Hoteliertag statt. An dieser Tagung wurde auch das kantonale Strassenbauprogramm besprochen und zum Schlüsse folgende Resolution gefasst : «Die Bündner Hotellerie erachtet es als dringend notwendig, dass das kant. Strassennetz innert kürzester Frist ausgebaut wird. Die staTke Entwicklung des Automobilverkehrs verlangt, dass unser Kanton immter-* esse seiner bedeutendsten Industrie Anziehungsmomente für Fremden- und Touristenverkehr schafft. Durch ein erstklassig ausgebautesi und unterhaltenes Strassennetz wird der Verkehr herangezogen und die sämtliche Strassenanwohner schwer schädigende Staubplage behoben. Die Bestreitung der Kosten kann nur durch" eine Strassenanleihe erfolgen. Der Bündner Hotelierverein wird die hohe Regierung und die wirtschaftlichen Spitzenverbände des Kantons ersuchen, sich mit aller Macht dafür einzusetzen, den sofortigen Ausbau der Strasse durch Aufnahme einer Anleihe za ermöglichen. Die Anleihe muss so hoch sein, dass sie genügt, um das Strassennetz mit nur besten Belägen zu versehen. » In den Verhandlungen wurde festgestellt, dass die aus dem Autowesen fliessenden neuen Einnahmen wachsen und die rasche und vollständige Durchführung des Strassenbauprogramms gestatten. Die Verhandlungen an der Tagung des bündnerischen Hotelierverbandes und die gefasste Resolution veranschaulichen deutlich, welche eminent wichtige Angelegenheit für die ganze Bevölkerung der rasche und gründliche Ausbau des Strassennetzes sein kann. Was für Graubünden gilt, hat ebenso für andere Gegenden seine Richtigkeit. In Graubünden, wie noch in einigen andern Teilen der Schweiz, liegt die Herstellung guter Strassen vielleicht vorwiegend im Interesse der Hotellerie, in andern Kantonen wiederum werden es mehr andere Zweige deT Industrie, des Handels und des Gewerbes sein, die aus dem guten Zustande der Verkehrswege ihren Nutzen ziehen. Wir sehen, wie falsch und ungerecht es ist, die ganzen Kosten für den Bau und die Unterhaltung des Strassennetzes aus den Automobilisten allein herausholen zu wollen. Gerade in letzter Zeit stösst man in Tageszeitungen öfters auf Mitteilungen, dass die Einnahmen aus den Automobilsteuern, aus den Gebühren für Bewilligungen und der Anteil aus dem Erlös des Benzinzolles nicht hinreichen, um die gesamte für Aufbau und Unterhalt der Strassen ausgegebene Summe zu decken. Diese Mitteilungen sind jedesmal in einem Tone abgefasst, wie wenn diese Tatsache bedauerlich wäre, wie wenn es sich um einen Uebelstand handeln würde, dem man möglichst rasch und gründlich entgegenzutreten hat. Man spürt aus dieser Ansicht und dieser Einstellung deutlich eine längst durch die Entwicklung der Dinge zum groben Irrtum gewordene Meinung, die aber noch ein Grossteil der Leute mehr oder weniger bewusst in ihrem Urteil über automobilistische Fragen zugrunde legt. Sie betrachten das Auto immer noch als eine Angelegenheit des Einzelnen, als Gegenstand der Beouemlichkeit oder des Genusses, als Sport, als Luxus, nur nicht als das, wozu es im Laufe der letzen Jahre geworden ist: zu einem Faktor der Volkswirtschaft. Auf den einzelnen Strassen der Schweiz rollen täsrliVii Hunderte. Tankende, Zehntausende von Wagen vorbei. Wieviele von den Führern dieser Wagen sitzen zum reinen Vergnügen am Lenkrad? Es wird sicherlich Die Resultate der schweizerischen Automobilmeisterschaft 1930 Fahrer Marke • n e e^ltt'^l DeTelier- Les Rheineck- Walzen- Bruch Giubiasco Total Bemerkungen Sektion. R an g} e r8 Langen Tonren wagen: O. Zwimpler Chrysler ZOrioh 100.00 100.00 100.00 100.00 400.00 Schweizer Meiiter A. Keller Alfa Romdo Zürich 97.20 101.69 95.90 86.00 380.88 E. Leutenegger Martini Aargau 89.14 96.52 ; 98.72 90.26 374.64 E. Markiewicz Rosengart Genfrre 66 60 77.72 75.06 0.00 219.38 Sportwagen: Dr J. Karrer Bugatti Zürich 100.00 100.00 100.00 100.00 400.00 Schweizer Meister C. Zbinden Bugatti Les Rangiere 90.21 92.95 83.95 81.69 348.80 C. Freuler Steyr Zürioh 70.02 89.40 91.22 0.00 250.64 E. Gloggner Bugatti Luzern 83.26 90.89 0.00 73.66 247.81 J. Pedrazzini Cord Tessin 76.08 0.00 0.00 0.00 76.08 Rennwagen: J. Stuber Bugatti Bern 100.00 100.00 100.00 0.00 300.00 G. Willy Rally Zürich 63.17 82.95 0.00 71.08 217.20

N° 79 — 1930 AUTOMOBIL-REVUE bloss nur ein ganz kleiner Prozentsatz sein. Und sind es nicht gerade die schweren Lastwagen, die die Strassen am meisten belasten? Auch in dieser Beziehung haben falsche Lehren in vielen Köpfen die irrige Ueberzeugung geschaffen, dass einzig der Besitzer oder doch eine kleine beschränkte Anzahl Menschen den wirtschaftlichen Nutzen daraus zieht. Das soziale Leben der zivilisierten Welt ist aber heute auf einer solch hochentwickelten Stufe der Kooperation angelangt, dass fast jede menschliche Handlung ihre Auswirkung auf die Allgemeinheit ausübt. Die gemeinsamen Zusammenhänge und Beziehungen wirtschaftlicher oder allgemein Zweitletzter Lauf um die Europäische Bergmeisterschaft. Das Schwabenbergrennen. Während in unserem Lande die Autosportsaison bereits zu Ende gegangen ist, sind im Auslande noch die letzten Läufe um die Europäische Bergmeisterschaft auszutragen. Die zwei noch bevorstehenden Rennen, das Schwabenbergrennen in Ungarn am 21. September und das Feleacrennen in Rumänien am 29. September werden indessen kaum mehr so hohe Wellen werfen, dass dadurch die bereits feststehenden Endresultate noch stark beeinflusst werden könnten. Stuck und Caracciola, diese beiden Namen sind heute schon für die zwei Meisterschaftstitel des ersten Jahres, da die Bergmeisterschaft in Austrag kam, sichergestellt. Acht Tage nach dem Semmering treffen sich die Fahrer bei Budapest zum Schwabenbergrennen. Auch dieses Bergrennen blickt auf eine Reihe von gelungenen Veranstaltungen zurück. Die Wahl der Strecke für den europäischen Kampf um den Meistertitel weist allein schon auf die Tradition des Rennens hin. Die Fahrer haben indessen am Schwabenberg noch eine harte Nuss zu knacken, die zwölf Prozent Durchschnittssteigung aufweisende Strecke ist der steilste aller bisher gefahrenen Läufe. Di© Gesamtlänge der Strecke ist 4786 km. Der Rekord ist trotz der starken Steigung sehr hoch, er weist eine durchschnittliche Stundengeschwindigkeit von 90 km 700 auf und wird vom ungarischen Grafen Zichy auf Bugatti gehalten. Es liegt jedoch im Bereiche der Möglichkeit, dass es den Favoriten des Schwabenberges 1930 gelingt, den bestehenden Rekord trotzdem über den Haufen zu rennen. bo. Grosser Preis von Frankreich. Die Rundstrecke von Pau wird am nächsten Sonntag der Schauplatz des Kampfes um den Grossen Preis von Frankreich sein, Jener Trophäe, für die bekanntlich zuerst nicht das geringste Interesse vorhanden war tmd die den Rennfahrern erst schmackhaft gemacht werden konnte, als man ein völlig neues und weniger strenges Reglement herausgab. Der Erfolg der 37 Anmeldungen ist •zufriedenstellend, wenn auch der Grosse Preis von Frankreich, wie man abschliessend konstatiert, dieses Jahr nicht von überragender Bedeutung ist. Ueber die Rennstrecke und die Einzelheiten der Organisation haben wir bereits mehrmals berichtet. Babe Stapp, der Amerikaner, der sich in Monza ein© unzweideutige Schlappe holte, zog seine Anmeldung für das Rennen von Pau wieder zurück, da sein Monstre-Rennwagen für die Strassen-Rundstreck© des Grossen Preises von Frankreich durchaus ungeeignet ist. Das Rennen wird vom A.C. Basco-Bearnais organisiert, es wird nach einem besondern Reglement ausgetragen, das den Fahrern und Konstrukteuren ziemlich weitgehend entgegenkommt. Der anfängliche Misserfolg mit der Ausschreibung scheint in Frankreich doch seine Auswirkungen zu haben. Der A.C. de la France soll sich mit dem Gedanken befassen, für das Jahr 1931 eine neuartige Veranstaltung aufzuziehen. Man munkelt von einem 24-Stundenrennen für Renn- und Sportwagen, entsprechend dem Muster des Rennens in Le Mans. bo. Grosser Preis von San Sebastian. Auch die italienische Automobilindustrie wird sich am Grossen Preis von San Sebastian am 5. Oktober beteiligen. Varzi und Fagioli (der immerhin unterdessen verunglückt ist) haben sich mit zwei Maseratirennwagen angemel det. bo. Grosser Preis der Tschechoslowakei. Auf dem Circuit von Masaryk wird am 28. September der Grosse Preis der Tschechoslowakei ausgetragen. Das durch den Automobilclub von Moravie-Silesie organisierte Eennen in der Nähe vom Brno findet in der Tschechoslowakei grösste Beachtung und wird zweifellos zu einem der bedeutendsten Autosportanlässe des Saisonendes werden. Der Circuit weist sozialer Natur sind so mannigfaltig und verschieden, dass man sie auf den ersten Blick überhaupt nicht übersehen kann-. Gute Strassen sind notwendig für die Entwicklung des Automobils. Das Automobil aber ist eines jener technischen Mittel, die sich die Menschheit in langem und zähem Ringen zur Erreichung einer vollkommeneren und würdigeren Existenz geschaffen hat. Es bekämpfen heisst den technischen Fortschritt hemmen. Den technischen Fortschritt hemmen, heisst, so oft auch das Gegenteil behauptet wird, den Weg versperren, der zur Wohlhabenheit führt und den Menschen zum Herrn der Welt macht -1. Sportnachrichten insgesamt eine Länge von 29,142 km auf, r erstreckt sich auf die Strassen Novy Liskovec, Pisarky (Brno), Kohoutovie, Zebetin, Ostrovacice, Veselka, Bosonohy, Novy Liskovec. Die ganze Eennstrecke wurde sorgfältig ausgebaut, einzelne Strassenstücke weisen heute &—8,5 Meter Breite auf. Die Rundstrecke befindet sich in vorzüglichem Zustande. Dabei erweisen sich aber mehrere kritische Steigungen und einige Haarnadelkurven in einem Walde für die Fahrer als giftige Prüfungen. Es wurden besondere Tribünen errichtet, von denen aus man die Fahrer über sieben Kilometer hinweg beobachten kann. Das ganze Rennen, das für alle Sportund Rennwagen offen ist, führt über 17 Runden und entspricht demnach einer Gesamtlänge von 495,414 km. Der Tagessieger erhält eine Summe von 80,000 Kronen, der zweite 40,000 Kronen, in jeder Klasse sind für den Ersten 15,000 Kronen ausgesehrieben. Bereits ist eine grosse Anzahl von wertvollen Spezialpreisen eingelaufen, die die Dotierung des grossen tschechischen Rennens noqh reicher gestalten. Die Nennungen erscheinen schon jetzt sehr zahlreich. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben sich 35 Fahrer gemeldet, darunter Caracciola (Mercedes), Michel Dore (Bugatti), Broschek (Bugatti), Graf Hardegg (Bugatti), Graf Areo Zinneberg, (Amilcar), Comte Arco Prinz (Bugatti), Macher (D.K.W), Volkhart (Bugatti), Burggaller (Bugatti), von Morgen (Bugatti), Borzacchini (Alfa Romeo) und Nuvolari (Alfa Romeo). Die Meldung von der Teilnahme Nuvolaris geben wir Die durchwegs jedoch unter allem Vorbehalt wieder, da er sich wahrscheinlich schon vor seinem Sturz in Monza am letzten Sonntag anmelden Hess. bo. Meeting des Routes Pavees. Das bekannte Meeting des Routes Pavees, das dieses Jahr zum neunten Male zum Austrage kommt und über eine Woche dauert, hat am letzten Samstag auf der Rundstrecke von Pont-ä-Marcq mit dem internationalen Kriterium der Serienwagen seinen' Anfang genommen. Während vier Stunden hatten die Teilnehmer auf der Rundstrecke mit einer vorgeschriebenen Mindestgeschwindigkeit zu fahren. Die gehegten Erwartungen der Organisatoren scheinen sich nicht ganz erfüllt zu haben. Nur 20 Wagen stellten sich dem Starter. Siebzehn davon erledigten ihr Pensum. Als Sieger aus dem Wettstreit ging Robert Senechal auf Delage hervor, der in vier Stunden 383 km zurücklegte. Mit seiner « Vedette-Bleu» vermochte er einzelne Runden mit einem Durchschnittstempo von 100 Kilometer zu fahren. Die zweitbeste Zeit des Tages erreichte der bekannte Rennfahrer Michel Dore auf Chenard-Walcker, der 361 km hinter sich brachte. uerstärkte Konstruktion dieser letzten Schöpfung des grössten Gummiproduzenten der Welt trägt speziell den erhöhten Anforderungen Rechnung, die das moderne Automobil heute an die Bereifung stellt. Alle Teile dieses heruorragenden Qualitätsreifens, besonders aber das massive, überaus zähe Laufband mit dem griffigen Gleitschutzprofil, sind derart verstärkt, dass sie auch den härtesten Beanspruchungen zuverlässig standhalten. Der neue uereinigt in sich alle Vorzüge, welche absolute Gewähr bieten für seine anerkannt unübertrefflichen Rekordleistungen! Der neue „ROYAL" „ROYAL" Tabelle der Klassenbestzeiten an schweizerischen Kilometer-Lances Tourenwagen: Stundenmittt Zeit in km. 500 co. noch aufzustellen — — ' — — 750 cc. Buchwald B. M. W. Samaden 1930 39.8 90.45 1100 co. Carfagni Fiat Eanx-Morte? 1928 37.4 95.23 1500 co. Keller Alfa Romeo Giubiasco 1930 32.7 112.40 2000 co. Martinelli Bugatti Giubiasco 1930 33.2 111.11 3000 oo. Euedi ' Lancia Giubiasco 1930 *• 29.3 121.62 5000 co. Segard Panhard Eaux-Mbrtes 1927 26.3 136.88 8000 co. Maffei Packard • Altstetten 1926 28.0 128.57 Ueber 8000 co. Graf Arco Zinneberg* Mercedes-Benz Samaden 1930 23.2 155.17. Sportwagen: 500 co. nooh aufzustellen — T- — — 750 co. noch aufzustellen — * — — — 1100 co. Boucly Salmson Samaden 1930 26.7 134.83 1500 co. Burggaller Bugatti Samaden 1930 26.2 136.36 2000 co. Dr. Karrer Bugatti . Samaden 1930 21.9 164.38 3000 oo. Dr. Karrer Bugatti ,„ Giubiasoo 1930 20.1 179.16 5000 oo. Delmar Steyr ' Altstetten 1927 > 21.7 165.89 8000 co. Galfisch* Mercedes-Benz Giubiasco 1930 18.8 191.48 Ueber 8000 co. Merz Mercedes-Benz Eaux-Mortes 1926 24.5 146.94 Rennwagen: • 500 co. noch aufzustellen — — ' - _ . — ' 750 co. Simons D. K. W. Samaden 1930 33.7 106.82 1100 oo. Martin Amilcar Eaux-Mortes 1928 20.0 180.00 1500 oo. Ollendorf Bugatti Samaden 1930 22.8 157.89 2000 oo. Kessler Alfa Romeo Altstetten 1927 19.8 181.81 3000 cc. Frl. Münz Bugatti Giubiasco 1930 19.3 183.67 5000 co. Rosenberger Mercedes-Benz Samaden 1929 18.6 193.54 8000 co. Caraooiola Mercedes-Benz Samaden 1929 20.4 173.07 Ueber 8000 oo. Divo* Delage Giubiasco 1923 15.5 231.51 * Rehordman seiner Kategorie. ist in allen Garagen und Spezialgeschäften erhältlich. Der Eröffnungsfahrt der Serienwagen olgte ein Rundstreckenrennen für Motorräder, dem sich am Sonntag das Rundstreckenrennen über sechs Stunden für Sportund Rennwagen anschloss. Dieser Kampf um den Grand Prix international des Routes Pavees brachte den verhältnismässig recht frühen Höhepunkt des Meetings. Regen und Kälte beeinflussten das Rennen sehr ungünstig, die Fahrer mussten auf der 13 km langen Rundstrecke, die sehr glitschig war, ihre Wagen ständig mit Kunstgriffen vor dem Schleudern bewahren. Mehrere Fahrer schlössen denn auch mit dem Strassengraben Bekanntschaft; allerdings gingen sie mit einer Ausnahme — Tetaldi musste ins Spital transportiert werden — alle heil aus der Bescherung hervor. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf die Fahrten von Zehender auf Alfa Romeo, der letztes Jahr auf der gleichen Strecke einen neuen Rekord aufstellte und den Grafen d'Arnoux auf Bugatti. Gleich von Anfang weg schien sich zwischen den beiden ein scharf geführtes Duell entspinnen zu wollen, das aber bald durch den Ausfall Zehenders, der Schwierigkeiten mit der Maschine hatte, zunichte wurde. Graf d'Arnoux triumphierte und glaubte sich bereits Sieger des Rennens, als sich plötzlich der Ooutsider Antonin Joly auf Bugatti bemerkbar machte. Er gewann von Minute zu Minute an Terrain, bereits handelte es sich mit dem Spitzenfahrer nur noch um einen Kampf von Sekunden, als d'Arnoux einen Augenblick lang wegen Kerzenwechsel bei den Boxen anlegen musste. Er machte sich sogleich wieder auf die Fahrt, wurde aber von jedem weiteren Versuch, an die Spitze zu kommen, durch einen Seitensprung in regennasse Wiesen verhindert, der mit einem demolierten Wagen endete.. An der Spitze lagen nun Joly und als Zweiter, noch Brunet auf Bugatti. Unterdessen arbeitete sich Montier auf Ford sicher an die Spitze, so dass das Schlussrennen zu einem- Zweikampf zwischen Joly und Montier führte, über dessen Ausgang man bis zur letzten Minute im Zweifel war. Joly vermochte indessen den Sieg an sich zu reissen. Er .legte in sechs Stunden eine Strecke von 538 km 697 m zurück und fuhr somit eine Stundengeschwindigkeit von gegen 90 km. Die bestehenden Rekorde konnten bei dem schlechten Wetter natürlich nicht gebrochen werden. Als weitere Veranstaltung fand am 16., 17., 18. und 19. September ein grossangelegter Wettbewerb der Lieferungs- und Nutzwagen statt. In Lille wird sodann am 20. September ein Scheinwerferwettbewerb durchgeführt, dem als Abschluss des Meetings eine Schönheitskonkurrenz für Automobile am 21. September ebenfalls in Lille nachfolgt, bo. Resultate des RnniM-"»'k