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E_1930_Zeitung_Nr.074

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1930 — N° 74 Plateau befindet, so gross wie ganz Europa, überwuchert von den verschiedensten und seltsamsten Pflanzen und bewohnt von den eigenartigsten Tieren. Unberechenbare Schätze sind dort im Laufe der Zeiten versunken, ganze Städte und Kontinente zugrunde gegangen und vielleicht gelingt es Lake, dem verschwundenen sagenhaften Erdteil Atlantis auf die Spur zu kommen. Die Küste Yukatans ist durch ihren klaren Tiefblick berühmt und bei schönem Wetter kann man auf dem Mee- Als ich- sie — die Damentasche! — fand, lag sie, beschienen von der Sonne, mutterseelenallein auf einem grossen Felsblock. Sie sah mich stumm an, ihre Einsamkeit hatte etwas Rührendes. Opfer des Klausenrennens, hier oben auf 1800 m über Meer. Als ich noch klein war, verlor ich einmal inmitten vieler Menschen meine Eltern; die Schreie, die damals meinem verkrampften Herz entführen, zitterten in mir immer wieder nach. Ich hatte Mitleid mit diesem braunen, von schwarzen, eckigen Streifen durchzogenen Täschchen. Man brach schon auf, niemand kümmerte sich mehr um Damentäschchen und Journalistenallüren. Ich nahm die Tasche kurz entschlossen auf und klemmte sie unter den Arm... In Glarus sah man mich mit verkniffenen Augen an. Die Damentasche war gut bei mir aufgehoben, wo blieb denn alles das, was zu einer solchen bequemen, sympathischen Tasche sonst noch gehört? Soll man meinetwegen lachen. Ich werde dieser Damentasche schon den Heimweg wieder finden. «Pass mal auf, liebe Tasche,» sagte ich, «wir werden sie schon wieder finden, deine Besitzerin!» Ich trug die heimatlose Tasche in meiner Mappe mit nach Hause. Jetzt liegt sie auf meinem Schreibtisch, immer noch so einsam und stumm. In einer schwachen Stunde gab ich nach und öffnete sie. Schliesslich muss man einander doch kennen. Von Richard Washburn Child. Autorisierte Uebersetzcng aus dem Amerikanischen Tan Lise Landau. (Engelhorns Romanbibliothek.) (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) «Wenigstens weiss er, wo er wohnt,» sagte ich mir, als wir vor seinem Hause hielten. «Endlich,» flüsterte ich ihm zu, nachdem ich ausgestiegen war und im strömenden Regen dastand. «Unter uns, ein Vergnügen war das nicht! Sie fahren wie der Teufel!» «Ich bin am Ende mit meinen Nerven!» erklärte er, zusammenschauernd. «Und ich fürchte, ich werde Ihnen nicht viel nützen. Was soll ich jetzt tun?» «Nur ins Innere des Wagens klettern, wo Sie's wärmer haben,» sagte ich, ihn auf die Schulter klopfend. «Ich bin in ein paar Minuten wieder zurück.» «Wieder zurück?» wiederholte er verständnislos. «Ja, von den Marburys, wenn Sie nichts dagegen haben,» erklärte ich. Er lehnte sich erschöpft in die Kissen zu- resboden deutlich einen uralten, steinernen Weg ausnehmen, der sich bei der tropischen Insel Cosumel weiter fortsetzt. Vielleicht gelingt es Simon Lake, die grosse, versunkene Strasse mit seinem Unterseeautomobil zu befahren, in die verschiedenen Paläste und Tempel einzudringen, und die im ewigen Schlafe befindlichen Städte der Forschung zugänglich zu machen. Authentische Berichte über eine solche Entdeckerfahrt würden zweifelsohne die ganze Welt aufhorchen lassen. Handtäschchen sucht Besitzerin • • • u Die blaue Wand Die Geschichte einer verlorenen Damentasche. Als ich die Tasche öffnete, strömte mir leiser, verhaltener Duft entgegen. Ganz dezent, ganz verhalten. Der erste Blick offenbarte mir ein vorläufig noch undefinierbares Gemisch von kleinen, rührenden Taschentüchlein, die Spitze eines zierlichen Handschuhs guckte hervor, dann gab es darin noch weitere Dinge, die mir unklar blieben. Ich unterzog die Tasche einer kleinen Untersuchung. Das Ergebnis, das sich auf dem Schreibtische ergab, war überwältigend genug: ein Paar Handschuhe, eine kleine Tasche für Papiergeld, ein zierliches Taschentuch, noch einmal ein kleines, hübsch zusammengelegtes Taschentuch, dann noch einmal ein blaues Tüchlein, eine kleine Hundeleine, ein grüner, langer Kamm, zwei 20-Rappenmarken, drei Rabattmarken, eine rötliche Haarspange, fünf Inserate mit ausgeschriebenen Dreizimmerwohnungen, Geld im Betrage von Fr. 1.02, Zündhölzer, ein Kleiderknopf und ein kleines Holzstückchen... Die Handschuhe waren hellgrau und zierlich. Sie müssen schlanken, schmalen Händen angehören. Hände, die sehr weich und heb sein können, Hände die verzeihen. Die kleine, schmückende Linie auf dem Handrücken berauschte in ihrer Schlichtheit. Wo mögen diese Hände sein, die jetzt ohne den Schutz dieser zarten Handschuhe sind? Weiss Gott, wie viele Romane sich über diesem kleinen Tüchlein Stoff träumen lassen. rück, ohne zu beachten, dass bei jeder seih ner unruhigen Bewegungen das Wasser wie aus einm ausgedrückten Schwamm an ahm herunterlief. «Oh, ich habe Ihre Patientin total vergessen,» sagte er mit zuckenden Lippen.; «Aber um aller Heiligen willen, lassen Sie mich nicht lange warten!» Ich schüttelte nur den Kopf, dann lief ich mehr als ich ging die Stufen zum Marburyschen Hause hinauf. Wahrhaftig, diese Nacht zeigte mir, wie flink und beweglich ein schwerfälliger alter Kerl wieder werden kann, wenn die Not es erfordert. Miss Peters hatte während ihrer Nachtwache offenbar am Fenster gestanden und den Sturm beobachtet; denn sie öffnete mir schon die Tür. «Na, wie geht's?» fragte ich. «Die Krisis ist vorüber.» Wir standen unter der Lampe in der Halle, und ich sah in ihre versteinerten, ausdruckslosen Züge. Eine Sphinx konnte nicht verschlossener blicken. «Wie meinen Sie das?» «Ich glaubte, Sie wüssten,» flüsterte sie. «Ich dachte, deshalb sind Sie heute abend so spät noch einmal gekommen.» Und dann diese kleinen Taschentücher! Taschentücher sind bestimmt, Herzensregungen abreagieren zu müssen. Eine Frau mit dem Taschentuch vor dem Gesicht wird in gewöhnlichen Fällen immer Aufmerksamkeit erregen. Das eine Tüchlein ist leicht zerknittert, es sieht aus, wie wenn sich ein Gesicht darein gepresst hätte. Es hat in seiner Kleinheit eine Unwirklichket an sich, die rührt. Selbst jetzt, da ihm die Besitzerin genommen ist, und es fremd genug inmitten der Unordnung von zerlesenen Zeitungen und Büchern liegt, strömt es ein Fluidum aus. Wie hinreissend, zu denken, dass sich einmal eine kleine, kecke Nase... es ist trotzdem immer noch unwiderstehlich! Auch eine Hundeleine ist — wie gesagt — noch inmitten dieser Bescherung. Es muss ein Hund sein, der, wie alles hier, klein und spielhaft ist. So ein Köter, der mit wedelndem Schwanz treu neben seiner Herrin herwandelt und entsetzt seiner Empörung Ausdruck gibt, wenn sich jemand wagt, sie anzureden. Die Hände dieser Dame meistern in kleiner Tyrannei die Ungeduld an der Leine, aber diese grüne, dünne Schnur lässt den Gedanken nicht aufkommen, dass hier scharfe Zurechtweisung und Strenge waltet. Man hat das Gefühl, dass man sich gut versteht ... Und doch hat diese Leine ihre grosse Bedeutung in dieser Tasche! Sie ist Opponent aller dieser zerbrechlich zarten Dinge, die so klagend wirken, sie ist stumme Behauptung dieser Dame gegenüber der Welt. Schliesslich kann auch eine Hundeleine dazu dienen, seine Persönlichkeit zu* beweisen. Junge Frau von heute, schwankend und verloren im Widerstreit der Be-ich die Dame auf ihre verlorene Tasche auf- Linien. Die einzige Lösung bleibt die, dass wegungen. Das Ideal der mittelarterlichen feierksam mache, hier, öffentlich! Frau war zerbrochen — und heute wird ihr wieder ein neues Standbild errichtet — die Sofern Sie dies lesen, gnädige Frau, die Frauen opfern am Altare ihres Symboles, Sie in einem unbedachtsamen Moment ein aber eine Hundeleine gehört auch dazu! wichtiges Requisit ihrer Ausstattung am Bedeutend realer erscheinen schon die Klausen oben niederlegten, so lassen sie eine fünf ausgeschnittenen Inserate aus einer bekannten Tageszeitung. Immer ist eine Drei- weint nach ihnen. Gegenwärtig liegt sie zur Silbe von sich hören. Die verlorene Tasche zimmerwohnung angeboten. Dreizimmerwohnung? Fahrt hin — ihr Phantasien, der Sektion Zürich des A. C. S., Waisenhaus- Entgegennahme bereit auf dem Sekretariat eine Dreizimmerwohnung ist eine reale strasse 2, Zürich. bo. Ich stiess einen heiseren, entsetzten Laut aus. Ich war aufs tiefste erschrocken. Diesmal hatte ich nicht nur als Arzt gegen eine Krankheit gekämpft und, wie so häufig, gegen den Vernichter Tod, sondern vielmehr wie ein verhärteter Sünder, dessen Herz sich unversehens für ein Kind erwärmt. «Virginia ist tot!» sagte ich, ihr ins Gesicht starrend. Der kalte Ton ihrer Stimme änderte sich nicht um eine Schwebung. «Nein,» antwortete sie. «Sie wird gesund werden.» «Alle Wetter!» brummte ich. «Woher wissen Sie das?» «Durch die blaue Wand,» entgegnete sie, wie mir schien, höhnisch. «Ih was!» sagte ich und hastete die Treppe hinauf. «Wollen gleich sehen!» Als ich die Tür öffnete, nahm ick sofort wahr, dass die Pflegerin einen rotseidenen Schirm für die elektrische Lampe auf dem Tisch besorgt hatte. Ihre gelben Strahlen hatten sich in ein zartes Rosa verwandelt, das seinen matten Schein auf das unergründliche Blau der Wand drüben warf; die Dämmerung eines Sonnentages nach einem Frühlingsregen konnte keine zarteren Farbentöne Angelegenheit, die Junggesellen nicht mehr zu interessieren hat. «Schöne, grosse Dreizimmerwohnung, mit allem Zubehör, Hochparterre, Bad, Keller, Estrich, Garage, schöne Terrasse, sich melden...» Wie das klingt und im Gegensatz steht zu diesen Dingen hier, zu diesen Angelegenheiten feiner Frauenhände, duftiger Haare, kleiner Hunde und Briefmarken, die Verbindungen halten! Und diese gewisse Realität wird auch im weiteren durch die Zündhölzer bewiesen, von denen man sich vorstellt, dass sie der Begleiter zum Aufbewahren der Dame übergab. Und die Geschichte etwa dieses Hosenknopfes. Entschuldigung, aber es ist ein Hosenknopf. Als ich die Tasche wieder einpackte, hatte ich trotzdem ein schlecntes Gewissen. Handschuhe verstehen zu reden, auch Hundeleinen und Rabattmarken. Diese fremde Frau, die nichts davon weiss, dass ein Mann irgendwo ihre Tasche geöffnet hat, ist trotzdem nahe, in all diesen Kleinigkeiten ahnt und spührt man sie, man merkt ihre zukünftigen Absichten und ihre Lebensart. Jetzt, da die Tasche losgelöst ist und vor mir liegt, hat sie jenen faszinierenden Zusammenhang verloren, der besteht, wenn sie in der Biegung des seidenbekleideten schmalen Armes ruht. Wie schlecht das von mir war! Selbst die Zündhölzer klagen an. Wo soll diese braune Tasche hin? Rasch entschlossen packe ich alles wieder sorgfältig ein, schliesse zu. Einsam wie oben am Klausen liegt jetzt die Tasche wieder vor mir. Das Licht spielt auf der braunen Tönung, auf den Zickzacken der malen; Ich warf einen Blick auf die Fiebertabelle, dann wandte ich mich in neu erwachter Hoffnung Virginia zu. Täuschten die Farbentöne, die der Lampenschein aussandte, das Auge, oder schimmerte auf dem zarten Antlitz des Kindes wirklich der Widerschein eines frisch sprudelnden Lebensquells? Die Kleine schlief ruhig, ihr liebes Gesicht ein wenig dem Zimmer zugewandt; und an dem stillen Lächeln sowie an der ungezwungenen Lage ihrer hübschen Hände erkannte ich, dass Miss Peters recht gehabt hatte mit ihrer Beobachtung. Jetzt glaubte ich selbst, dass Virginia dem Leben erhalten bleiben und dass — ein seltener Fall bei dieser Art der Erkrankung — der Genesungsprozess ein vollkommener sein würde. «Eine stürmische Nacht,» bemerkte die Pflegerin, nachdem ich auf den Fussspitzen das Zimmer verlassen hatte. Offenbar wollte sie von mir eine Aeusserung über die erstaunliche Veränderung hören, die der Zustand der Kranken erfahren hatte. Das war so ihre Art: Sie forderte zur Erörterung eines Gegenstandes auf, indem sie von irgend etwas ganz Belanglosem ausging. (Fortsetzung folgt.) Sport-Herbst in Lugano Spartfreunde, besucht Lugano! 31.' Augusts Schweiz. Schwimm • Meisterschaften. Nautische Spiele am Lido. 6.— 7. September: Grand Prix für Motorräder: Bund um den S. Salvatore 6.— 7. September: Auto-Gymkhäna;,und Automobil-Sohönheits-Wett- , bewerb. ' 7. September: Fussball: Beginn der Sohweiz.Moisterschaften. 13. September: Venetianisches Seenachttest. Prunkfeuerwerk. 14. September: Kilometer lance für Automobile: Schweiz. Meisterschaft. — Leichtathletik-Wettkämpfe. 20.—21. September: Internationales Land-Hockey-Turnier 22.—27. September: Internationale Tanzwoche. Eleganz- und Schönheits-Konkurrenz. 28. September: Motorboot- und Motorjacht-Rennen. Schweiz. Meisterschaft. 6. Oktober: Internationales Tennis-Turnier. 12.—17. Oktober: Golf-Woche. Strandbad Lugano Lido Foto H. Rüedi Programme, Auskünfte und Werbeschriften kostenlos durch das öffentliche Verkehrsbureau Lugano. ES Fr.l- AROMATISCH, MILD mQUE,SAVOUREUX ATSCHAR

KT0 71 _ 1Q3A AUTOMOBIL-REVUE 19 Liebessprache durch — Eine Anleitung Leider eine Erinnerung. Unsere Zeit hat keinen Augenblick für »Sentimentalitäten» oder Romantik frei, so heisst die Entschuldigung des kultivierten Menschen heute dafür, dass er zartere Dinge nicht beachtet. Das ist einesteils bedauerlich. Auch die Umgangsformen zwischen den Menschen haben darunter gelitten, Galanterie und Höflichkeit sind im Wert gesunken und die Sprache des «Gefühls» ist, wie Hildegard G. Fritsch im « Wiener Journal » ausführt, in Vergessenheit geraten! Die Frau liebt Blumen ganz besonders und es gab einstmals keine grössere Huldigung, als ihr Blumen zu schenken. Blumen sprechen. Di e Natur verkündet sich in den bezaubernden Formen und Farben, und so kam es, dass einst Gefühle und Empfindungen beredter «zu Worte» kamen durch die Vermittlung der Blume als durch gesprochene Worte! * Lasset Blumen sprechen!», lautet auch heute wieder die Devise — aber verstehen wir denn die Sprache der Blumen noch? Ich sage: Nein! Der Mann kauft heute meistenteils Blumen — nach dem Preise! Darumsei das uralte Wissen der «Sprache durch die Blume» wieder hervorgeholt, und die, «die es angeht», mögen sich ihrer bedienen! Orchideen sind heute teuer. Man verehrt sie nur selten der Dame, und auch nur dann, wenn sie selbst zu diesen exotischen Blumen -passt. Sie muss also eine extravagante, exotische, «rassige» Frau sein, der die Eroberung gilt. Der Duft der Orchidee soll Helfer sein, denn er benimmt, umnebelt die Sinne. Steckt die also «benachrichtigte» Frau ein schlichtes Stiefmütterchen an den Gürtel oder an den Ausschnitt, so verkündet sie damit, dass die Zuneigung ehrlich und offen erwidert wird! Rosen trägt nur die Frau, die sich wahrhaft glücklich fühlt, Rosen schenkt nur der Mann einer Frau, der wirklich liebt und durch seine Liebe glücklich ist. Die Farbe sei rot. Weisse Rosen überreicht man nur, wenn Sympathie besteht, die jedoch nicht notgedrungen seitens der Beschenkten erwidert werden muss. Sie sind ein stilles Bekenntnis d«r beginnenden Zuneigung, rosa Rosen bilden den Uebergang. Wer in einem Hause Levkojen findet, wer sfe in einem Hausgarten findet, der sollte daraus erkennen, dass hier auch die Gastfreundschaft und Güte wohnt. Hier kann man sich ruhig niederlassen und wird frohe Stunden erleben. Levkojen schenkt man eigentlich nicht Wo aber Mohnblumen stehen, da sollte jeder, der die Sprache der Blumen kennt, fliehen: sie besagen, dass Besuche lästig empfunden werden und deshalb sollte sie die denkende Frau niemals im Salon aufstellen, wenn sie nicht diese Andeutung geben will! Lieben Sie den Flieder? Dann seien Sie glücklich: Sie werden immer nur eine Frau wirklich lieben, immer nur einem Manne treu sein! Zu ihm gehört das Vergissmeinnicht die Blumen Beide sind sich in der Form der kleinen, einzelnen Blütchen fast ähnlich, nur bekräftigt das Vergissmeinnicht, was der Flieder kündet: Treue im Unglück und im Glück! Findet sich die Hyazinthe ein, so ist mit dem lieblichen Geläute ihrer Glocken die Erlaubnis gegeben, zu leben! Die Nelke ist zurückhaltender. Sie kündet Zögerung und Hoffnung. Die Schwertlilie bittet mit ihrer leuchtenden Weisse um Schonung und Nachsicht, während die Tulpe in ihrem geöffneten Kelch das Geheimnis tiefer, inniger Liebe, die versteckte Liebeserklärung, den «Götterfunken» bringt. Wehe, wenn ihr die Pfingstrose folgt! Es ist die Blume des Misstrauens, der Eifersucht, des Zweifels. Sie fordert ein offenes Bekenntnis und Beweise der Treue. Die Primel sollte Antwort sein, denn sie singt ein schönes Lied: «Das Leben ist weniger beschwerlich, wenn man seine Wege zu zweien durchwandelt! » Masslieb aber heischt Antwort und Maiglöckchen läutet die Wiederkehr des Glückes ein. Reseda endlich kündet die Freude geteilter Liebe, das ganze Aufgehen im Du! Die Hortensie aber sei mit Vorsicht geschenkt, denn sie ist das Symbol vollkommener Hingabe. Chrisanthemen heischen Mitleid. Sei es wegen eines Liebesverrates, sei es wegen Verlassenheit. Sie enthalten immer die bescheidene Bitte um Beachtung und Hilfe. Waldrebe aber fordert ein Geständnis und Immergrün ist die ewige Lampe, das nie verlöschende Licht einer vergangenen, aber glücklichen Liebe. Jasmin, mit seinem berauschenden Duft kündet Erinnerung an zarte Sentimentalitäten und das seltene Edelweiss bringt Glück. Veilchen schenkt man sich, wie Vergissmeinnicht, zum Abschied: «...bleib immer treu und gut...! » oder beim ersten Rendez-voius: «Ich liebe dich, doch ich weiss nicht, ob ich es gestehen darf!» Narzissen jedoch schenkt nur der unglücklich Liebende der Angebeteten, die ihn nicht erhört. (Von unserer G. L.-Korrespondentin.) Heute gilt die geschlossene Karosserie als up to date; ihr zuliebe hat sich die Mode des Autodress gewaltig verändert. Sportliches Aussehen und sportliche Kleidung sind längst überflüssig geworden, da doch Fenster, Dach und Wände die Damen vor Staub und Wind schützen. Allerdings — zweierlei Nachteile hat die geschlossene Karosserie für die Ueberlandfahrt: die Insassen sehen weniger von der «schönen Gotteswelt». (Das wandelbare «Plein-ciel »-Dach ändert daran z. T. etwas.) 'Die neugierigen Promenierenden, die so gerne wissen möchten, wer da an ihrem Sommersitz vorbeirollt, kommen nicht immer auf ihre Rechnung. Was man hinter den Scheiben der Karosserien erhascht oder was man an einer der aussteigenden Damen bewundert, das ist zumeist städtische Vornehm- Rheinau yflREU Automoden Herbst 1930 Gasthans - Metzgerei Löwen Gutbürgerliches Haus. — Fischküche. — Butterküche. Qualitätsweine — Schöne Fremdenzimmer mit fliess. Wasser. — Schattiger Garten. — Idealer Autopark. — Sehenswürdigkeit Kloster Itlieinau. — Zivile Preise. — Telephon 3. Ct. Schweiner-Buchter. heit. Beige Tweed ist schon gewaltig sportlich ! Viel weniger trifft man Dunkelblau und Schwarzweiss. Pelzverbrämte Promenade-, nicht etwa Automäntel, kleine Turbans-in Schwarzweiss, in Grau, oft als heller, farbenfroher Fleck in Rot zu einem dunkeln Mantel! Kurzum — Madame kann ruhig ihren Tee in der Halle des eleganten Hotels einnehmen. Nur auf die Berge steigen kann sie in ihrem schicken Promenade-Dress nicht, aber diese Absicht hat sie wohl zumeist gar nicht. Demgemäss ist auch der Anzug des Begleiters —. ein «Salz- und Pfefferanzug», ein angenehmes, dunkles Grau, oft sogar ein Blau, mit zartem, weissen Streif. Die bequeme Mütze ist längst vom Hut verdrängt worden. Meist sind es italienische, französische und englische Autos, die mit so städtisch angetanen Insassen sich aufgemacht haben, die Kilometer der herrlichsten Autostrassen zu fressen. An deutschen Wagen trifft man eher die offene Sportkarosserie an und demgemäss sportlich eingestellten Dress der Damen. Sehr nobel wirkt dann die Abkehr vom einst traditionellen Weiss der Automäntel und Autokappen. Man kleidet sich gerne in die Farbe des Wagens. Rot wirkt gut und schick, ebenso Braun! Man trägt imprägnierte Mäntel und ist bemüht, sich unter diesen warm genug anzuziehen. Uebrigens leistet die Imprägnierung auch guten Dienst gegen den Luftzug, ebenso wie gegen gelegentliche Regenschauer. Die Chinesin stellt sich auf eigene Fasse Frauenemanzipation im Reiche der Mitte. Vor kurzem hat eine Anzahl führender Persönlichkeiten der chinesischen Frauenbewegung der Regierung in Nanking eine Petition überreicht, in der Kerkerstrafe für alle Männer gefordert wird, die in Polygamie leben, das heisst, neben iher ersten Gattin Nebenfrauen haben. Dieses Begehren beweist, dass die chinesischen Frauen sich den veränderten Verhältnissen anzupassen suchen und nicht blind sind für die Forderungen der modernen Zeit. Es zeigt sich aber vor allem, dass die Frauenrechtlerinnen im Reiche der Mitte erkannt haben, wie notwendig eine allgemeine Aenderung der Basis ist, auf der sich das Familienleben des chinesischenVolkes aufbaut. ;In China herrscht nämlich noch stets das ^Patriarchat in der absolutesten Form. Das Oberhaupt der Familie regiert mit unumschränktester Macht. Die Frau gilt als Ware und wird dementsprechend behandelt. Sie hat nicht das Recht, eich den Mann zu wählen, den sie heiraten möchte, sondern wird einem Manne verkauft. Ihre Aufgabe in der Ehe besteht darin, dem Manne einen Sohn zu schenken, damit das Gechlecht in gerader Linie fortgepflanzt werde. Nur ein männlicher Nachkomme darf den Vorfahren Opfer darbringen, nur er wird in den Annalen der Familie erwähnt. Wird die Ehe mit einem Sohn gesegnet, dann hat die Frau ihre Lebensaufgabe erfüllt. Widerfährt ihr jedoch das Missgeschick, dass sie ein Mädchen gebiert, dann steht es dem Ehemann frei, sie ihren Eltern zurückzuschicken, wo ihr als einer mit Sehimpf Beladenen böse Zeiten bevorstehen, oder sich eine oder mehrere Nebenfrauen zu nehmen. In den aufgeklärteren Thalwil HOTEL ADLER Vis-a-vis der Kirche. — Gutbürgerliches Haus. — Hochzeits- und Vereinsanlässe. — Garage — Stallungen. — Schattiger Garten — Selbstgeführte Küche. — Zivile Preise. — Telephon 35 Neuer Besitzer: P. W. ELZINGER. Frauen tm Film Als «Miss United! States» wird Frl. Beatrice Lee, eine durch ihre Schönheit berühmter Filmstar, zur am 7. September 1930 in Rio de Janeiro stattfindenden internationalen Schönheitskonkurrenz entsandt "wenden. Die Gewinnerin des Titels «Miss Universal» wird auch mit einer Prämie von 10 000 Dollar ausgezeichnet werden. Unser Bild zeigt «Miss United States >, Frl. Beatrice Lee. Familien der Städte kommt man allmählich von diesem Brauch ab, aber Millionen Chinesinnen erleiden noch immer das bittere Los, vom Gatten weggejagt oder von Nebenfrauen verdrängt zu werden. Es hat ungefähr zwei Dezennien gedauert, bis die Frauenrechtlerinnen Chinas es wagen konnten, das Verlangen nach Reform des Eherechts und der Familienverhältnisse zu erheben. Die chinesische Frauenemanzipation, deren Anfang durch ein trauriges Ereignis gekennzeichnet ist, durch die Hinrichtung der Lehrerin Tsindin, Tochter eines hohen Staatsbeamten, im Jahre 1907 wegen umstürzlerischer Ideen — sie war die erste Frau, die justifiziert wurde —, begann, so merkwürdig es klingen mag, bei den Füssen. War doch die Chinesin seit mehr als tausend Jahren das Opfer der barbarischen Sitte, die Füsse der Mädchen von frühester Jugend an zu deformieren, weil winzig kleine verkrüppelte Füsse als schön galten. Dadurch wurden die- Frauen für jede ernsten Arbeit ungeeignet, und sanken zum Spielzeug des Mannes herab. Vor etwa zwanzig Jahren zählte «Wie denken Sfe in dieser Sache?» Die « Seite der Frau » soll Austausch von Ideen und Meinungen unserer Frauen werden. Es gibt so viele ungemein aktuelle Fragen ! Legen Sie uns dieselben vor, unsere Leserinnen werden daraufhin antworten. Wenn Sie etwas beschäftigt, wenn Sie über etwas im Unklaren sind, wenn Sie etwas kritisieren oder loben möchten, die Oeffentlichkeit auf Dinge aufmerksam machen wollen, die Sie interessieren, « wie denken Sie in dieser Sache •», so veröffentlichen wir diese gerne in der « Seite der Frau ». Wir erwarten Ihren Beitrag ! Die Redaktion. ZÜRICH Grand Cafe Esplasiade Tabarin - Bar Grosse Konzerte St. Gallen Hotel Hecht Seit Mitte Mai neu eröffnet. — Erstes Haus am Platze. Gediegenes Cafe"-Restaurant Oüene Terrasse. Garage. H. Bossi, Dir. am Albia Schönster Ausflug- und Ferien-Aufenthaltsort. "Verschiedene Auto - Zufahrtsstrassen. Grosser Auto-Parkplatz. Schöne Säle für Hochzeiten und Gesellschaften. Selbstgeführte Küche. Auserlesene Weine. Eigene Landwirtschaft. Eisen- und Geflügelzucht. Höfl. empfiehlt sieht Familie ROB. BACHMANN. Weekend- Fahrt i[iT;i Zugerland Angenehme Kuraufenthalte und Ausflugsziele Baar (HöUgrotten)-Zug-Zugerberg-AegerlUI-Menzingen-Walchwil-Risch-Buonas Gntgefflhrte Hotels, Pensionen und Kinderheime. Auskünfte und Prospekte durch das kant. Verkehrsburean Zag. Menz ngen Kurgebiet und Ausflugsziel. Route: Guggital ob Zug Zug-Nidfnrren-Edlibach-Menzingen. Kapperswil-Schindellegi-Hütten-Meiizlngen-Edlibach. Zng oder Sihlbrngg-Zürich. Herrlicher Ausblick auf Zngersee. Grosse Gartenterrasse. 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