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E_1930_Zeitung_Nr.083

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Pariser Salon eröffnet

Pariser Salon eröffnet Vor der Eröffnung. (Von unserm M.-Berjchterstatter.) Paris, den 1. Oktober 1930. Die Dekoration, macht einen überwältigenden Eindruck. Ueber unsern Häuptern schwebt ein riesiges, rechtwinklig stilisiertes Wolkenmeer. Daran hangen wie Himmelskörper phantastische Kugelgebilde, die Sonnen und Sterne, die abends in Tausenden von Kerzenstärken erstrahlen werden. Man könnte sich in eine Märchenwelt oder in ein späteres Jahrtausend versetzt denken. Der ganze Salon ist eine Symphonie von Blau, Weiss und Rot. Mit der Einrichtung der Stände konnte Montags begonnen werden. Aber der Franzose hat es immer erst dann eilig, wenn er seine Flinkheit wirklich ausnützen kann. So kam es, dass sich am ersten Tag kaum ein Bein zeigte. Am Dienstag rückten dann die Ausländer an, an ihrer Spitze die Deutschen, und erst am Mittwoch wurde es allgemein lebendig. Jetzt schluckten die Eingangspforten plötzlich Wagen «am laufenden Band». In den Gängen des Palastes hätte es sicher ein kleines Targa-Florio-Rennen abgesetzt, wenn nicht die Einfahrt unter Motorkraft von einer Organisation, die ihre Pappenheimer kennt, verboten worden wäre. So musste man sich mit Schieben und Ziehen behelfen. Je mehr der Mittwoch zur Neige ging, um so toller wurde der Betrieb. Die Hauptmacht der Aussteller war überhaupt erst an diesem Tage angerückt. Schliesslich kam es so wie jedes Jahr, dass die ganze Nacht durchgearbeitet werden musste und dass erst Minuten vor der offiziellen Eröffnung wirklich alles erledigt war. Wie letztes Jahr, beträgt die Zahl der ausgestellten Wagenmarken über 100, wenn wir richtig gezählt haben sind es 103. Den Löwenanteil daran haben die Franzosen mit 60 Marken, dann folgen Amerika mit 20 Marken, Deutschland mit 7 Marken, England und Italien mit je 5 Marken, Belgien mit 3 Marken* die Tschechoslowakei und Oesterreieh mit je einer Marke. Die «Ausländer» bringen fast ausschliesslich ausgesprochene Qualitätserzeugnisse, da sich die Einfuhr billiger Wagen Wegen des hohen französischen Zolles nicht lohnt. Die Parterregalerien des Hauptschiffs und der Seitenflügel sind zum Teil den Karosseriefabrikanten" reserviert worden. Was man hier an Eleganz, Geschmack und Luxus zu sehen bekommt, dürfte sich wohl kaum an einem andern Ort in gleicher Zahl zusammenfinden. Die erhöhten Galerien und die zahlreichen Seitennischen des Gebäudes beherbergen das Zubehör. Hier staunt man ob der Vielzahl des Gebotenen. Der Eröffnungstag. Paris, den 2. Oktober 1930. (Von unserem bi-Berichterstatter.) Entgegen der bisherigen Tradition hat der 24. Salon heute morgen schlag 9 Uhr ohne bemerkenswertes Zeremoniell seine Pforten dem Publikum geöffnet. Der Besuch des Präsidenten der Republik, der bisher den Beginn der Ausstellung markierte, ist auf kommenden Montag angesetzt worden. Obwohl gleichzeitig in Paris auch der « V. Nautische Salon » stattfindet und die Interessenten des Wassersportes, wozu nicht wenige Automobilisten gehören, das Fenstersims. Ich sah, wie es die schräge Fläche hinabglitt, das Gazefenster stand weit genug auf, um es hinaus zu lassen. Fort war es ! Er schrie leise auf, aber im nächsten Augenblick hatte die Tür sich geöffnet und die ganze Familie Danforth kam herein. « Na, Colfax», sagte der Anwalt, « Sie sind ein Glückspilz ! Alle da und unversehrt und ein hässliches, unmodernes Haus, das reichlich versichert war, bis auf den Grund niedergebrannt. Da Sie die neue Stellung haben und fortgehen von hier, erleichtert sich jetzt der Verkauf bedeutend. » « Genug ! » meinte seine Tochter. « Jetzt tut vor allem ein heisser Kaffee not. Bringen Sie das Baby lieber mit herunter. Wir haben nach Milch und nach einer Milchflasche geschickt. Sieh, John, da ist die Kleine, du hast sie noch nie gesehen. Na, hatte ich recht, ist sie nicht süss ? » * Grosser Gott ! » stöhnte der Richter auf, < Was gibt's ? » fragten alle. < Ich bin wohl übermüdet», antwortete er. « Es war zu viel. » Wir gingen, nachdem wir hinuntergekommen waren, einen Augenblick auf die Veranda hinaus und blieben, durch den wilden Wein gedeckt, da stehen. Die Strasse war noch voller Neugieriger; und drüben sahen wir ein grosses, schwarzes Loch, das die dort in Massen vertreten sind, so flutet doch das Publikum frühzeitig und in Scharen ins Grand Palais. Bald waren die meisten Stände von Schaulustigen umringt. Zahlreich waren bereits auch die Händler am Salon zu sehen, worunter wir schon manches bekannte Gesicht aus der Schweiz entdeckten. Zwar fehlt dem Salon der letzte äussere Anstrich. Es wird immer noch gehämmert, poliert, gemalt, Blumen und Palmen placiert, Läufer vorgelegt und alles angeordnet, was noch zu den vielseitigen und typischen Vorbereitungen einer Ausstellung gehört. Man hat Es ist nicht leicht, den diesjährigen Salon unter einen gemeinsamen Nenner zu bringen, das traditionelle Schlagwort zu finden, das die Schau charakterisieren soll. Auch die Franzosen haben es noch nicht heraus. Um einen « Salon der Sechszylinder», wie vor zwei Jahren, handelt es sich nicht : Sechszylinder sind ja seitdem in der mittleren Wagenkategorie längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Nicht einmal mehr die Achtzylinder stellen ein besonderes Charakteristikum dar. Man weiss längst, dass sie heute die Stellung einnehmen, wie vor etwa fünf Jahren der Sechszylinder, und dass sie sich mit der Zeit in den Motorklassen von vier Litern aufwärts ebenso sicher durchsetzen werden, wie der Sechser bei den Inhalten zwischen 1500 und 3500 ccm. Wenn eine ganze Reihe Fabrikanten neue Achtzylinder zur Schau bringt, wenn überhaupt fast, jeder von ihnen jetzt mindestens einen Achter-Typ auf dem Programm hat, so verwundert das also nicht weiter. Dass man immer stärker und aussehliesslicher auf den Gebrauchswagen hin tendiert, dass bei mindestens drei Vierteln aller Fährzeuge der Preis den Ausschlag gibt, dürfte ebenfalls nachgerade bekannt sein. Aber eines fällt einem trotzdem sofort auf, wenn man den Salon auch nur einmal umrundet hat : Die ungewöhnliche Zahl von Detailverbesserungen. Es sind,dabei oft Probleme gelöst worden, die schon seit Jahren auf dem Wunschzettel standen. Der -Zwang zu rascher, grosser Produktion hatte sie in den Hintergrund,ge : rückt. Fabrizieren war die Hauptsache., Fabrizieren in grossen Mengen trug zur Verbilligung und damit zu noch grösserem Absatz bei. Nun, da der Absatz trotzdem, ; aus allgemein weltwirtschaftlichen Gründen, abgenommen hat, als eine Atempause" notgedrungen eingelegt werden musste, besann man sich plötzlich wieder aufs Konstruieren ganz allgemein das Gefühl, dass heute sere Schnelligkeit als die im Konkordat vorgesehene allgemein geduldet wird. Aeusserst morgen die Geschäfte noch nicht-ernst genommen werden. •• unlogisch ist es dann, dass der Fahrer, wenn Der erste Morgen ist allgemein einem Irgend etwas passiert, auch wenn er keinen zwanglosen Rundgang reserviert, um sich Unfall verursacht hat, ja'sogar, wenn er das einen Ueberblick über den Salon 1930 verschaffen zu können. Dabei werden von gemein üblichen und geduldeten, aber Opfer des Falles ist, wegen Einhaltens der all- Fachleuten besonders die Stände der Konkurrenz sehr eingehend unter die Lupe Schnelligkeit, verantwortlich gemacht wird. die Konkordatsbestimmung überschreitenden genommen und der dort erzielte Fortschritt mit der eigenen Marke mehr oder wenn die Schnelligkeit den Unfall veTschul- Alle Momente sollen geprüft werden, und nur weniger wohlgefällig verglichen. det oder mitverschuldet habe, habe das Gericht zu verurteilen, im anderen Falle handle Dem dickleibigen Katalog ist zu -entnehmen, dass 107 verschiedene Firmen mit es sich bloss um eine Konkordatsübertretung, Wagen und Chassis vertreten sind. Ueber die lediglich in den Kompetenzbereich der die technische Charakteristik des Salons Polizei gehört. Das bedeute nicht, dass er wird der nachstehende Artikel Näheres die Autoraserei züchten wolle. Wo die vernünftige Schnelligkeit überschritten werde bekanntgeben. oder wenn es sich um gefährliche Orte handle, sei Strenge am Platz und bereits habe er gegen ein zu mildes bezirksgerichtliches Urteil appelliert. Technische Betrachtungen zum Pariser Salon und Bauen. Selbst die Amerikaner haben diesmal daran glauben müssen. Geradezu herzerquickend, ist die Liebe, mit der man sich der Getriebe angenommen hat. Fast jeder zweite .Fabrikant baut in das eine oder andere seiner diesjährigen Wagenmodelle ein Schneilgangetrjebe öder Getriebe mit geräuschlosen Gängen ein. Man könnte ganz gut von einem Salon der Spezialwechselgetriebe sprechen. Trotz « Schnellganges» ist es dai bei nicht nur eine nochmalige Erhöhung der Geschwindigkeit oder überhaupt Wagenleistung, die angestrebt wird, sondern mehr noch eine Erhöhung des Komfortes. Es soll vermieden werden, dass der Motor bei hohen Fahrgeschwindigkeiten mit zu hohen Tourenzahlen läuft und deshalb Geräusch und Vibrationen verursacht. Anderseits wird immer darauf geachtet, dass der zweithöchste, nun ebenfalls geräuschlose Gang ein schaltungsloses Durchkommen unter allen normalen Bedingungen gestattet.' Das Uebersetzungsverhältnis wird hier so angesetzt, dass der Wagen, ohne dass man weiter hinunterschaltet, auch im Stadtverkehr noch gut genug anzieht, Schliesslich bieten die meisten Getriebe mit. geräuschlosen Gängen noch die grosse Annehmlichkeit, sich sehr leicht schalten zu lassen. (Fortsetzung Seite 4.) Schnelligkeitsüberschreitung ist kein Schuldbeweis. Eine ebenso amüsante wie interessante Verhandlung fand neulich vor dem Kantonsgericht St. Gallen statt. Einem Automobilisten geriet, als er mit ungefähr 30 km Geschwindigkeit durch die Oberstrasse in St. Gallen fuhr, ein rückwärtsfahrender Lastwagen in die Fahrbahn. Da er die Geschwindigkeitsvorschriften des Konkordates überschritten hatte, wurde ihm vor Bezirksgericht nicht nur seine Schadenersatzforderung gegen den Chauffeur des Lastwagens wegen Mitverschulden gekürzt, sondern er wurde überdies wegen fahrlässiger Sachbeschädigung angeklagt und verurteilt. Sowohl er, wie der Chauffeur des Lastwagens, der auch verurteilt worden war, legten gegen das Urteil des Bezirksgerichtes Berufung ein, so dass es zur erwähnten Verhandlung vor dem Kantonsgericht kam. .'„-Bei dieser Gelegenheit zeigte der. neue •Staatsanwalt III des Kantons St. Gallen, von •dem wir schon neulich in der «A.-R.» berichtet haben, wiederum seine automobilfreundliche Einstellung, das heisst nicht etwa eine •Voreingenommenheit zugunsten der Autofahrer, sondern bloss ein aus gründlicher eigener Erfahrung geschöpftes Verständnis für die Verhältnisse,auf der heutigen Strasse und für die vitalen Bedürfnisse des modernen Verkehrs. * • - ••. Er stellte mit, aller Entschiedenheit fest, ;dass, jeder, einzelne Autofahrer schneller i fahre, als das veraltete Konkordat erlaube. i Angesichts der Fortschritte d,er Technik sti heute eine Schnelligkeit von, 30 km sicherer als zur Zeit des Schaffens, des Konkordates •eine solche yoni 15. bis 18 km. Das Gericht sollte, so führte der Staatsanwalt aus, den •Mut aufbringen, veraltete Bestimmungen mit den modernen Anforderungen des Verkehrs in Einklang zu bringen. Wollten alle Fahrer in einer Stadt, auch in St- Gallen, die vorgeschriebenen Schnelligkeiten einhalten, so wäre eine direkte Verkehrsstockung die Folge. •Daher kommt es, dass in Städten, gerade im Interesse der Verkehrssicherheit, eine grös- Wenn der Staatsanwalt mit diesen Ausführungen, aus denen man einen mit dem Automobilismus vertrauten Selbstfahrer herausfühlte, bei allen Automobilisten regen Beifall fand, so gelang es anderseits dem Vertreter dieses Beklagten, die Heiterkeit aller Anwesenden zu erwecken. Er machte nämlich die Feststellung, dass die hochwohllöbliche Strafkammer, als sie vor der Gerichtsverhandlung vom Augenscheine im Auto des Staatsanwaltes zurück nach dem Regierungsgebäude fuhr, im Tempo, das wie er von seinem Wagen aus habe feststellen können, 30 und 35 km erreicht hätte. Sie würden also nach dem Konkordate selbst der Strafe verfallen sein. Ebenso stehe fest, dass kein einziges staatliches Auto die im Konkordat festgesetzten Schnelligkeiten einhalte. Der Beklagte wurde dann auch von der Anklage der fahrlässigen Sachbeschädigung freigesprochen und wegen Uebertretung des Automobilkonkordats dem Untersuchungsrichteramt überwiesen- Ebenso wurde seine SchadenersatzfordeTung gegen den Last-' wagenchauffeur in ihrem ganzen Umfange geschützt. -f. Eine Offensive gegen den Lärm im Tessiiu Seit einiger Zeit tobt im Tessin ein Kampf gegen den ungehörigen Lärm der Motorfahrzeuge. Die Tessiner Polizei gab dieser Bewegung durch eine Verordnung einen zweckmässigen Abschluss. Mit Bewilligung des Depärtementes der öffentlichen Arbeiten ist die Tessiner' Polizei ermächtigt, in' Zukunft' Motorfahrzeuge, die übermässigen Lärm verursachen, anzuhalten und mit Beschlag zu belegen. Das lärmende Motorfahrzeug wird dann auf Kosten des Besitzers in eine Garage gebracht und das kantonale Automobilbureau telephonisch um Entsendung eines Experten ersucht. Derselbe wird entscheiden, ob das Motorfahrzeug wieder dem Besitzer zurückgegeben werden kann oder ob sofortige Aenderungen zur Verhinderung des Lärmes zu vollziehen sind. lt. Abgelehntes Strassenbahnprojekt und befürwortete Autobuslinien. Der Gemeinderat von Zollikon bei Zürich beschloss, den Vorschlag des Stadtrates von Zürich für eine doppelspurige Strassenbahnlinie bis zur Goldhaldenstrasse zu verwerfen und. dafür die Einführung einer Autobuslinie zu befürworten. — Mit dem 1. Oktober wurde in Zürich eine neue Omnibusstrecke eröffnet. Sie führt vom Bucheggplatz über Rötel-Kornhausstrasse- Kornhausbrücke-Limmatplatz-Langstrasse zum Bezirksgebäude. x. braungesengten Ulmen beschattete — ein «Wo meinten Sie, ist er ? » fragte der nicht hineingehen ? Es gab keinen andern Raum mit Schutt und Asche ausgefüllt war alte Anwalt. Weg. Aber der Richter hatte das Medaillon alles, was von dem Hause übrig geblieben Ich schüttelte den Kopf und nahm das nicht gefunden und ich auch nicht. war. Die Feuerwehrleute hielten einen Kind auf den andern Arm. In der nächsten Der Richter hatte jedoch, andere Sorgen,, Schlauch auf die Stelle gerichtet und jedesmal, wo immer sie den Wasserstrahl hin-* Veranda. seine Frau die Nachricht von dem Brande Sekunde : hörte ich seine Stimme auf der kann ich Ihnen sagen ! Er fürchtete, dass., sandten, stieg zischend eine Rauchwolke empor. Irgend jemand hatte den Strohhut des « Margaret! » rief er. auf ungeschickte Art erfahren könnte und. Richters auf einen Fliederbusch gehängt, wo Ich ging zu ihm hinaus. Sein Gesicht telegraphierte sie ihr deshalb. Sie antwortete, dass sie sich sofort auf den Heimweg er einsam thronte. Aber der Richter reckte zeigte wieder den Ausdruck grosser Aufregung. Seine Finger zitterten, als er mir das seine Gestalt hoch auf und biss die Zähne machen würde. So eine tapfere Frau ! In dem Telegramm sagte sie : «Dem Brande zusammen, während er da hinübersah, und Kind abnahm.. verdanke ich das Glücksgefühl, zu' wissen, nun wusste ich, dass er nicht wieder « Gehen Sie hinaus ! Untersuchen Sie ! » dass Ihr alle mir erhalten seid. » schwach werden, sondern das Spiel, das er flüsterte er. « Ich kann es nicht finden ! » begonnen, zu Ende führen würde. , Jetzt war die Reihe an mir! Und ich ging. «Wird sie es je erfahren ? » sagte er Jetzt fühlte ich seine Hand an meinem Das Gras unter dem Fenster war lang und leise, während er auf das lachende Baby mit Arm. niedergetreten; die Leute beobachteten mich dem kleinen, rosigen Mund herabstarrte. von der Strasse her und ich wagte nicht, « Wird sie es je erfahren ? Für s i e habe «Ich will unbemerkt hinausgehen, um das ; mich merklich zu bücken aus Furcht, es ich das getan ! Sag' mir, lieber Gott, ob ich Medaillon zu suchen », flüsterte er. « Haben könnte sich ein wohlmeinender, aber unwillkommener Helfer einfinden. Aber meine « Sorgen Sie sich nicht, Herr ! » suchte recht daran tat ! » Sie verstanden ? Nur einen Augenblick. Sagen Sie, ich sei gleich wieder da.» Fussspitzen fuhren vorsichtig über jeden ich ihn zu beruhigen. « Es ist niemand auf Er ging um das Haus herum, und ich Zo'l rasen unter dem Fenster. Ich suchte der Welt ausser Ihnen und mir. der etwas kehrte zur Diele zurück. und suchte immer wieden 1 Schliesslich von dem weiss was heute nacht passiert ist, « Richter Colfax, kommt sofort wieder », schob die Köchin der tianförths ihr Gazefenster in die Höhe. war, ist keiner da als Sie und ich, der sagen Da Mrs. Co'fax so viele, viele Wochen fort sagte ich. « Schön, schön», meinte Miss Danforth. «Was machen Sie denn da ? » fragte sie. könnte, dies Kind sei nicht —» « Wir wollen auf ihn warten. » «Kommen Sie herein. Die Mich für das «Julianna,» ergänzte er mit erstickter Aber die Minuten vergingen, und er kam Kind ist schon da.» Stimme. nicht wieder. ' ~ *" ; 'Was' 1 könnte ; ich antworten? Musste ich (Fortsetzung folgt.) Au

N° 83 - 1930 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Der Kampf auf dem Masarykring Die Tschechoslowakei sah am Sonntag das erste grosse Rundstreckenrennen. Sie taufte den 29,142 km langen Ring auf den Namen ihres hochverdienten Ministerpräsidenten Masaryk. 80,000 Zuschauer wohnten den Kämpfen bei, 80,000 Zuschauer wurden von dem Taumel eines grossen Rundstreckenrennens mtgerissen und erlebten die nervenzerreissenden Spannungen, die diese interessanteste aller automobilistischen Prüfungen mit sich bringt. 17 Mal mussten die Wagen um die lange und mit vielen Schwierigkeiten versehene Rundstrecke rasen. Die Jagd über die glatten Strassen, ins offene Land hinein, durch den Wald und dann wieder an den Tribünen vorbei, wo das Publikum dicht sich drängte, gab die verschiedensten spannenden Momente. Das eigentliche Endresultat musste überraschen, die Favoriten rangierten erst an mittleren Stellen oder rieben sich gar die Beulen, die sie bei einer kleinen Extratour mit ihrem Wagen davongetragen hatten. Punkt um zehn Uhr wird die 500 km lange Fahrt zu Ehren Masaryks freigegeben. 30 Konkurrenten stieben in die Ferne davon. Als die ersten Wagen sich wieder durch den rasch ansteigenden Lärm verkünden, liegen vier Gegner an der Spitze: Caracciola auf Mercedes, von Morgen auf Bugatti, Nuvolari und Borzacchinl auf Alfa Romeo. Die hervorragende Klasse dieser Spitzengruppe zeigt sich in dem Abstand, den sie zwischen sich und die nächsten Verfolger gelegt hat: 1 Minute später erst rasen sie um die Kurven heran und den Führern nach. Bei der zweiten Runde bleibt die Spitzenformation unverändert, mit Ausnahme von Borzacchini, dessen Alfa Romeo vor den Boxen hält. Fünf weitere Konkurrenten jagen unterdessen an dem rasch reparierenden Italiener vorüber. Caracciola, von Morgen und Nuvolari behalten auch weiterhin die Führung. Das Publikum schreit den schnellen Fahrern zu. Auch die vierte Runde bringt keine Aenderung — doch, bei von Morgen gibt es einen verzweifelten Ausbruch, er wirft sich mit neuer Rekordzeit nach vorn, Caracciola folgt mit % Sekunden Verspätung und Nuvolari mit einer ganzen Sekunde. Grosse Aenderungen bringt die fünfte Runde. Die Spitze braust ohne den italienischen Meister vorüber, er langt erst später vor den Tribünen an, verwirft seine Hände und zieht sich schwer bedrückt zurück. Das lebhaft bedauernde Publikum erfährt, dass ein Defekt des Wagens den Fahrer zur Aufgabe zwinge. Von Morgen zieht unterdessen immer noch mörderisch rasch davon, Caracciola gibt sich grösste Mühe, ihm auf den Fersen bleiben zu können. Borzacchini kreist wieder, liegt an neunter Stelle und scheint erst in ein hoffnungsloses Geplänkel am Schlüsse verwickelt. In den nächsten Runden holt er aber wieder mächtig auf, er zeigt seine Meisterschaft, überrundet eine ganze Zahl von Gegnern, und plötzlich jagt et wieder als Vierter in der Meute mit. Michel Dore stürzt und wird schwer verletzt. Von Morgen tankt, bemerkt, als er wieder losziehen will, dass der Motor nicht mehr richtig funktioniert. Caracciola kommt in einer Kurve ins Schleudern, sein Wagen wird überworfen, ohne dass der Fahrer, der sich jedoch leider aus dem Kampfe zurückziehen muss, Schaden nimmt. Borzacchini gewinnt dabei Vorteil und wird Dritter. Doch nun kommt der entscheidende Augenblick. Von Morgen spielt seine grosse Karte aus. Er wechselt seinen Wagen mit dem seines Stallgenossen Prinz zu Leinigen aus und kann so wieder mächtig aufholen. Nun liegt Burggaller hinter dem deutschen Fahrer, noch immer ist Borzacchini Dritter. Und kurz nachher gibt es noch eine Sensation: Borzacchini opfert sich für Nuvolari auf, indem er dem bessern Fahrer seinen Wagen anbietet. Der ausgeruhte und frische italienische Meister spielt nun ein unnachahmliches Meisterstück, er geht mit einer geradezu phantastischen Draufgängerei los, holt in den nächsten Runden mehrere Minuten auf und landet an der Spitze, begleitet auf der ganzen langen Strecke vom Geschrei des hingerissenen Publikums. Vier Minuten vor von Morgen biegt Nuvolari in die letzte Runde ein, als plötzlich der Lautsprecher knarrend verkündet, der Alfa Romeo halte acht Kilometer vor dem Ziel an. In den Lärm, den diese Nachricht auslöst, bricht von Morgen ein, der als Sieger landet. Drei Minuten später pfeift Burggaller heran, und dann — nach einer halben Stunde — kommt der Dritte: Nuvolari. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge lässt er sich feiern. Der Kampf auf dem Masarykring war der «Schwanengesang» der Alfa Romeo; sechs Jahre lang fuhren sie auf allen Strassen Europas immer wieder siegreich, jetzt werden sie eingezogen und durch die neuen Achtzylinder 230Ü ccm Inhalt ersetzt, die an der nächsten Mille' Miglia ihre Feuerprobe ablegen werden. Von Morgens Sieg beweist die grosse Klasse dieses Berliner Privatfahrers, der dieses Jahr sich eine Reihe von Siegen an seine Fahne heften konnte. bo. Lebensgefahr für Michel Dore ? Der allbekannte französische Bugattifahrer Michel Dore, von dessen Unfall bei dem Rennen auf dem Masarykring wir berichteten, wurde so schwer verletzt, dass man nach neuen Berichten ernste Besorgnisse um das Leben des jungen Fahrers hegt. Sein Wagen geriet in einer Kurve ins Schleudern, überschlug sich und zersplitterte an einem Baum. Dore musste mit einem Beckenbruch, der innere Verletzungen zur Folge hatte, bewusstlos aus den Trümmern geborgen werden. x. Finale der europäischen Bergmeisterschaft. Und wieder siegt Stuck! Am letzten Montag ging die erste europäische Bergmeisterschaft in Rumänien zu Ende. Von den eigentlichen Teilnehmern an der grossen Konkurrenz, die sich über zehn Länder erstreckt hatte, waren am Feleacrennen nicht mehr viele Vertreter zu sehen. Stuck war einer der wenigen, der sich, um seinen Bombenerfolg noch zu vergrössern, auch nach Rumänien bemühte, wo er den osteuropäischen Sportbegeisterten sein brillantes Können vordemonstrierte und einen neuen, geradezu verblüffenden Rekord aufstellte. Die Sportsveranstaltung ging unter dem hohen Patronat des Prinzen Nikolaus in Szene, der sogar selbst in einem Bugatti am Rennen teilnahm. Das Feleacrennen, das allerdings für eine europäisch© «Bergmeisterschaft » beschämend zahme Steigungen aufwies, wurde dadurch ein wenig schwieriger gestaltet, dass Prinz Nikolaus eine künstliche Steigungsstrecke mit einer überhöhten Kurve erstellen liess... Das Rennen wurde bei allerschönstem Sommerwetter ausgefahren. Leider ereigneten sich auch verschiedene Unfälle: ein Wagen landete im Stfassengraben, und beim Training verunglückten nacheinander zwei Motorradfahrer tödlich. Die schnellste Tageszeit fuhr, wie erwähnt, Stuck auf Austro-Daimler, der den Rekord des Feleacrennens von 4 Min. 9 Sek. auf 2 Min. 38 Sek. reduzierte ! Die zweitbeste Tageszeit fuhr Prinz Liechtenstein auf Bugatti mit 2' 59", Dritter wurde Prinz Nikolaus von Rumänien, der jedoch ausser Konkurrenz fuhr. Ende Feuer! Die europäische Bergmeisterschaft, diese sportlich hochinteressante Veranstaltung, die den ganzen Sommer hindurch währte und die Konkurrenten in alle Ecken Europas jagte, hat den zwei ersten Bergstreckenspezialisten ihrer Kategorien zu einem glanzvollen Sieg verholfen. Bei den Rennwagen triumphierte der Meister der Berge, Stuct auf Austro-Daimler mit 39 Punkten, während bei den Sportwagen der bekannte Berliner Fahrer, Caracciola auf Mercedes mit 35 Punkten Erster wurde. Die Zweiten jeder Kategorie bleiben weit hinter den Siegern zurück, wie überhaupt von der europäischen Bergmeisterschaft zu sagen ist, dass von Anfang an aus vielen Gründen die Zahl der Konkurrenten in keinem Verhältnis zu der Wichtigkeit der Veranstaltung stand. Die Kritik ist denn auch nicht ausgeblieben, teüweile mit Recht. Zur Entschuldigung der Organisatoren ist zu sagen, dass sie zuerst einmal die notwendigen Erfahrungen sammeln mussten. Jedenfalls wird man auch nächstes Jahr eine europäische Bergmeisterschaft erleben, immerhin in wesentlich abgeänderter und verbesserter Form. Das erste Jahr war eine Hauptprobe — 1931 wird zeigen, was die Veranstalter daraus gelernt haben. bo. Rallye Monaco 1931. Die Internationale Sportkommission, die kürzlich in Paris tagte, brachte auch das Problem der Regelung der Bestimmungen für die grossen Sternfahrten zur Diskussion. Man überwies die Angelegenheit vorläufig einer Unterkommission, die in der Zwischenzeit konkrete Vorschläge auszuarbeiten hat, um sie bei der Oktobertagung vorlegen zu können. Zu gleicher Zeit machten sich die Veranstalter der bedeutendsten internationalen Sternfahrt, des Rallys von Monaco, an ein neues Reglement, das schon in den nächsten Tagen Au Salon de Paris expose ses nouveaux modales 10 CV 4 Cyl. Ces voitures seront prochainement prdsentdes par toutes les agences Citroen Societe Anonyme pour la vente en Suisse des Automobiles Andre Citroen zumcH 5, Utoquai, 25 19S1 CV Cy, GENfiVE 3, rue du Mont-Blanc, 3 Aus dem Inhalt: Klausen-Rennen 1930: Der Austrag am Sonntag. Das Verdeck. Ruhe sanft. Sporttage im Engadin: St. Moritzer Bilderbogen. Die Alpenstrassen Graubündens. Die relehlllustrlerte Monatsschrift kann ausser Abonnement x. Preise von Fr.1.-, für Abonnenten der Automobil-Revue zu SO Rappen, bezogen werden bei der Expedition. in die Hände der grossen internationalen Automobilclubs gelangen soll. Die neuen ' Vorschriften decken sich mit den Verfügungen des internationalen Sportkodexes, indessen sind trotz der gleichgebliebenen Formeln einige Aenderungen vorgenommen worden. Die neuen Bestimmungen können in drei Hauptpunkte zusammengefasst werden: » 1. Hauptfaktor für das Endklassement bleibt die zurückgelegte Entfernung und die erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit. Die Regelmässigkeitsprüfung — eine besonders wichtige Entscheidung! — fällt in neuen Reglement weg, ebenfalls auch die Vorschrift einer bestimmten Passagierzahl. 2. Um den Teilnehmern, die nicht die grössten Strecken durchfahren haben und gleiche Punktzahl aufweisen, eine Klassementsaufbesserung zu ermöglichen, wird in Monaco eine Start- und Bremsprüfung auf 250 Meter zum Austrag gelangen, wobei die mechanische Verfassung der Wagen einwandfrei festgestellt werden kann. 3. Die wichtigste Aenderung betrifft eine' Unterteilung der Konkurrenton in zwei Kategorien. Erste Kategorie: Zylinderinhalt bis 1100 ccm, zwei Personen an Bord, Stundendurchschnitt 35 km; zweite Kategorie: Zylinderinhalt über 1100 ccm, vier Personen an Bord (zwei können durch Ballast ersetzt werden), Stundendurchschnitt 40 km. Durch diese Reglementsänderungen gewinnen die kleineren Wagen am meisten. Bemerkenswert ist auch die Erhöhung der Preise für die nächstjährige grosse Sternfahrt nach Monaco. Der Gesamtbetrag der Preise beläuft sieh auf 142 000 Fr., davon erhält der beste Fahrer bei den kleinern Wagen 12 000 Fr., der Inhaber des Grand Prix 50 000 Fr. Als Schlussveranstaltungen kommen auch nächstes Jahr in Monaco wieder eine Schönheitskonkurrenz und das Rennen von Mont-des-Mules zur Durchführung. bo. Varzi italienischer Meister. Der bekannte Fahrer Varzi wurde zum italienischen Meister 1930 proklamiert. Er hat das Maximum von 4 Punkten erreicht (Grosser Preis von Alessandria, Targa Florio, Pescara und Monza). Die Maserati-Marke wird so absoluter Sieger mit 5 Punkten. (Tripolis, Rom, Livorno, Pescara und Monza.) x. Groser Preis von San Sebastian. Am nächsten Sonntag kommt nun als letzter Grosser Preis dieses Jahres noch der «Grand Prix» von San Sebastian auf der 17,315 km langen Rundstrecke von Lasarte zum Austrag. 40mal müssen die Wagen die Strecke zurücklegen, so dass sie eine Gesamtstrecke von 692,600 km zu absolvieren haben. Wir meldeten in letzter Nummer die voraussichtliche Teilnahme einer Alfa Romeo-Equipe; nach neuen Erkundigungen sollen nun zwei Wagen mit noch zu bestimmenden Fahrern starten. Die königliehe Familie wird dem hochinteressanten Kampf beiwohnen. Wir nennen die bedeutendsten Fahrer: Etancelin (Bugatti), Senechal (Delage), Stoffel (Peugeot), Montier, Vater und Sohn (Ford), de Maleplane (Bugatti), Lehoux (Bugatti), Dreyfus (Bugatti), Zanelli (Bugatti), A. und P. Sartorio (Maserati), Max Fourny (Bugatti), Daniel (Bugatti), Varzi (Maserati), Maggi (Maserati), Arthez (Bugatti), de l'Espee (Bugatti), zwei noch zu bestimmende Alfa Romeo-Fahrer und Van Husshusen (Wagen unbekannt).