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E_1930_Zeitung_Nr.087

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16 AUTOMOBIL-REVUE Bunte

16 AUTOMOBIL-REVUE Bunte Chronik Die Heiratsaussichten des arbeitenden Mädchens. Der Leiter des Standesamtes von Chicago veröffentlicht einen Bericht über seine Erfahrungen, in dem er sich besonders mit einer Analyse der Eheschliessungen beschäftigt. Er kommt dabei zu dem Resultat, dass die Mädchen, die in Geschäften oder Kontoren arbeiten, sehr viel bessere Aussichten auf Heirat haben als diejenigen, die bei den Eltern leben. Er glaubt, dass hiefür nicht nur materielle Gesichtspunkte massgebend seien; vielmehr bilde sich bei den Männern allmählich eine Abneigung gegen die Mädchen heraus, die leben wie die Lilien auf dem Felde. Der Filmstar im Schaufenster. Ein grosses Kaufhaus in Chicago versucht, die auch in den U. S. A. vorhandene Geschäftsstille durch eine neue Attraktion zu überwinden. Tn den grossen Schaufenstern an einer belebten Geschäftsstrasse wurden drei Zimmer eingerichtet : ein Wohnzimmer, ein Arbeitszimmer und ein Schlafzimmer mit Bad. In diesen Räumen lebt von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends eine schöne amerikanische Filmschauspielerin, und das Publikum selber im Freien. Als sein Auto noch neu war, parkierte er hat Gelegenheit, sie sowohl im Morgenpyjama, wie im ersten Stadium eines unschnldvollen Schlafes zu bewundern, der aus den amerikanischen Filmen so gut bekannt ist. Gleichzeitig — wahrscheinlich ohne dass die < Göttliche» es merkt — bietet sie so der Oeffentlichkeit das erschütternde Beispiel ihres verantwortungs- und inhaltsvollen Lebens... Der Trauerclub von New York. Man sagt, dass Junggesellen das Los ihrer in den Ehestand getretenen Freunde und Bekannten zu betrauern pflegen. Die Gründe dafür sind ja auch nicht so schwer zu finden, während anderseits die jungen Damen, die glücklich einen Mann gefischt haben, von ihren Geschlechtsgenossinnen manchmal aufs heftigste beneidet werden. Aber das ist nicht überall so. In New York z. B. hat sich kürzlich eine Anzahl Junggesellinnen zu einem Club zusammengetan, der seine ausschliessliche Aufgabe darin sieht, das Los der verheirateten Frauen zu beklagen. Zu diesem Zwecke versammelt sich der Trauerclub, wie er sich nennt, monatlich einmal im Vereinsgebäude in einem mit Totenschädeln und ähnlichem sinnigen Schmuck ausgestatteten Saale. Alle Anwesenden, natürlich in Trauerkleidung, lauschen erst den Klängen einer schwermütigen Musik und alsdann dem Vorlesen von allerlei Scheidungsgeschichten, in denen selbstverständlich stets der Mann der schuldige Teil ist. Unsere Augen werden besser. Infolge des zunehmenden Gebrauchs von Augengläsern dürfen wir nach den Ausführungen eines Augenarztes auf dem Internationalen Optikerkongress in Cambridge damit rechnen, dass die Sehschärfe der zukünftigen Generation eine wesentliche Verbesserung erfahren wird. « Viele Leute », erklärte der Arzt, « die heute Augengläser tragen, würden praktisch zur Blindheit verurteilt gewesen sein, wenn sie ein paar Jahrhunderte früher gelebt hätten. Es ist charakteristisch, dass im Jahre 1899 in Mittel- und Westeuropa auf 10,000 Einwohner im Durchschnitt noch annähernd 8 Blinde entfielen. 15 Jahre später kamen nur noch annähernd 5 Blinde auf 10,000 Personen. Da heute auch die letzten Reste des Vorurteils, das gegen den Gebrauch von Augengläsern bestand, im Schwinden begriffen sind, unterliegt es Ein feinen ouomanmantei in habscher Schneiderarbeit, ganz gefüttert. Mit grossem Sealkaninpelz. Verlangen Sie bitte den neuen Katatog. 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Die Folge dürfte sein, dass die Augen der zukünftigen Generation schärfer sein werden; Augenkrankheiten werden eine Minderung erfahren, die Fähigkeit, gut zu sehen, wird für eine längere Lebensdauer erhalten bleiben, und die visuelle Leistungsfähigkeit wird im allgemeinen eine Stärkung erfahren. » Die Rache des Filmkönigs. Einer- der grossen Hollywooder Filmmagnaten kam im Laufe des heurigen Sommers nach dem französischen Seebad Deauville. Sein Sekretär war ihm vorangeeilt und verlangte für den Gewaltigen freie Verpflegung und Unterkunft. Was die Gemeinde von Deauville und die Hoteliers angesichts des Reichtums dieses Gastes selbstverständlich rundweg ablehnten. Aber wenige Tage später erschienen in der Wochenschau sämtlicher Kinos der Welt Aufnahmen von Dtdiville: Die Kurgäste fröstelnd mit hochgeschlagenen Rockkragen und mit aufgespannten Regenschirmen im strömenden Regen. Es bedurfte einflussreicher Interventionen, um diese Vorführung wieder verschwinden zu lassen. Inzwischen war natürlich dem Badeort, der sich insbesondere seines sonnigen Klimas rühmt, schon genügend Schaden" getan. Ob im nächsten Jahr der Filmmagnat dort gratis wohnen wird ? Ein Literaturpreis für das schlechteste Werk. Frankreich, das Land der Literaturpreise, erhält jetzt eine eigenartige Schöpfung dieser Art. Wenn man schon bisher gesagt hat, dass kein Schriftsteller, er sei auch noch so schlecht, früher oder später der Flut dieser Preise entgehen könne, so blühen jetzt dem schlechtesten besonders gute Aussichten. Der Herausgeber einer Zeitschrift hat beschlossen, einen Preis für die schlechteste schriftstellerische Arbeit zu stiften, die während eines Jahres in der französischen Presse erscheint. Mit der Jury wird man nicht hadern können, da diese sich hinter dem Schleier der Namenlosigkeit verbirgt. Die Leser der Zeitschrift werden aufgefordert, einmal im Monat diejenige Geschichte oder Aufsatz einzusenden, der ihnen während ihrer Lektüre als die minderwertigste Leistung erschienen ist. Unter diesen Arbeiten wählt dann der Herausgeber aus, was ihm am schlechtesten erscheint, und dieses Nonplusultra an Schlechtigkeit wird in seiner Zeitschrift veröffentlicht. Ueber die 12 schlechtesten Arbeiten, die auf diese Weise bekanntgemacht werden, stimmen dann die Leser am Ende des Jahres ab, und der Verfasser der Leistung, die von der Mehrzahl als allerschlechteste anerkannt wird, erhält dann den Preis und damit zugleich die Reklame, die gewöhnlich diese Auszeichnung begleitet. (Eine trotzdem sehr schädliche Reklame !) Die Probe. Eine Frau trat schüchtern in das Bureau des Theateragenten. « Well !» schrie der grosse Mann. « Was ist Ihre Spezialität ? Lassen Sie etwas hören! » — Die Frau zögerte, dann jedoch würgte sie sich durch einige Verse von Schillers « Glocke» durch. — « Scheusslich ! » lautete das Urteil. « Sie können ja überhaupt nicht reden ! » — « Das habe ich ja auch gar nicht behauptet. Aber falls Sie jetzt mit Ihrer Arbeit fertig sind, möchte ich das Bureau reinemachen !» Thalwil HOTEL ADLER Vis-a-yis der Kirche. — Gutbürgerliches Hans. — Hochzeits- und Vereinsanlässe — Garage — Stallungen — Schattiger Garten — Selbstgeführte Küche. — Zivile Preise. — Telephon 35 Neuer Besitzer: P W. ELZINGEB. Verlangen Sie bitte Grrarfcis£*:ro'fc>eii. J. MEILE-ANGEHRN C0NDIT0RE1 ST. GALLEN Langgasse 7 a

N°87 — 1930 AUTOMOBIL-REVUE Brückenspuk Eine Tragikomödie, Es war einmal (so fangen zwar alle Märchen an, doch dies ist keines), es war also einmal eine schöne, gedeckte, alte Holzbrücke. Solch eine liebe Brücke mit einem Dach drüber, in deren Innern immer ein geheimnisvolles Halbdünkel herrschte, wo das Licht nur durch kleine Fensterluken eindrang und durch die Oeffnungen auf die Strasse hin. Stand man ganz still und horchte, dann hörte man unter sich die Wasser rauschen, die man nicht sehen konnte. Lange, lange Jahre hatte diese Brücke, die so schön gedeckt und alt war, den Bewohnern eines netten kleinen Städtchens gedient. Doch es kam der Tag, wo ihr der Schritt der Zeit zum Verhängnis werden sollte. In der Nähe wurde ein neues Elektrizitätswerk gebaut und durch dieses sollte der Strom so hoch gestaut werden, dass eine neue, höhere Brücke notwendig wurde. Die liebe, alte, aber ach so unmoderne Holzbrücke musste verschwinden. Und als sich die neue, steinerne Brücke über den Fluss wölbte, da schien die Holzbrücke daneben auf einmal so klein und hässlich, dass sie froh war, von der Bildfläche verschwinden zu dürfen und sich willig abreissen Hess. — Fast möchte man denken, die Geschichte unserer Brücke wäre damit aus. Doch erstens kommt es anders und zweitens — als man denkt. Zehn Jahre sind seither vergangen, die alte Brücke schien vergessen, da tauchte sie vor wenig Tagen plötzlich im «Autler-Feierabend» wieder auf. Froh und munter, als wäre nie etwas geschehen und als stände sie noch heute da wie einst, Hess sie sich unter dem Titel « Tourismus» nieder (wer hat sie gesehen ?). Wahrhaftig, da stand unter Eglisau: «Interessant ist die alte, gedeckte Holzbrücke und das Gegenstück dazu, die 60 Meter hohe, steinerne Eisenbahnbrücke.» Eglisau aber heisst jenes Städtchen, wo einst (vor zehn Jahren) eine alte Holzbrücke stand. Zwei Tage vergingen, niemand auf der Redaktion ahnte die kommende Katastrophe, da kam eine Postkarte geflogen, darauf zu lesen war: «Mein lieber Tourismus! Du hast meinen schönen, blitzblankgeputzten Btiick auf dem Gewissen! Begeistert von Deiner Schilderung fuhr ich nach Eglisau und weil ich einen Spleen habe für «interessante alte Holzbrükken», fuhr ich an den Rhein hinunter und — pardauz, lag ich in den klaren Fluten, denn —• die Brücke ist schon einige Jahre abgebrochen und verschwunden...» Es sollte noch besser kommen. Wieder verflossen zwei Tage, da kam ein bedenklich dickes Kuvert angeschwirrt. Und — Schreck' ohne Ende — siebenundzwanzig Briefe entstiegen dem Kuvert, siebenundzwanzig Reklamationen, von ebensovielen Zürcher Schülern. Ihr Lehrer besprach mit ihnen in der Geographiestunde besagtes Städtchen Eglisau- Als fortschrittlicher Mann Hess er als Illustration den Artikel aus dem Autler-Feierabend vorlesen — wobei «es» natürlich auskam. Sogar gleich zewi Fehler haben die Kinder entdeckt. Auf Veranlassung des Lehrers setzten sich die Siebenundzwanzig hin und schrieben siebenundzwanzig Berichtigungen, alle, ungefähr folgenden Inhaltes : , «Sehr geehrter Herr Redaktor! Wir haben in der Nummer der letzten Zeitung etwas vom Städtchen Eglisau gelesen, das aber nicht alles stimmt. Die alte Brücke steht nicht mehr, dafür hat es jetzt etwas weiter unten eine neue Steinbrücke. Die Eisenbahnbrücke ist nicht aus Stein, nur die Pfeiler auf der Seite, die 1 eigentliche Brücke ist aus Eisen. Darum bitte ich Sie, das in der nächsten Nummer richtigzustellen.» Die Richtigstellung sei. also hiemit besorgt: Die 1919 abgebrochene alte, gedeckte Holzbrücke über den Rhein bei Eglisau besteht nicht mehr. — Die dortige steinerne Eisenbahnbrücke ist nicht von Stein. Sie ist von Eisen. Aus Stein" hingegen sind die Pfeiler, und zwar auf der einen Seite aus badi- Tourismus schem und auf der andern Seite aus Jurakalk, wenn Ihr es grad' genau wissen wollt! Wisst Ihr überhaupt, was an der ganzen ergötzlichen Historie schuld ist? Eine alte Ansichtspostkarte von Eglisau, auf der eine gedeckte Holzbrücke zu ersehen, ist und die der arme Schreiber jenes Artikels zur nochmaligen raschen Orientierung benützt hat. Das ist die Geschichte von der schönen, gedeckten, alten Holzbrücke, die vor vielen Jahren abgebrochen wurde und die wohl nie geglaubt hätte, je einmal nachträglich so berühmt zu werden. Sie ruhe im Frieden. Und die Moral von der Geschieht? Schreib' von Brücken niemals nicht, Ohne erst dich zu erkunden, Ob sie nicht schon längst verschwunden. eb. Nachsatz der Redaktion : (Wir haben den 21 Fünfklässlern einen Kollektivbrief geschrieben und ihnen zu ihren guten Leistungen gratuliert. Die rote Feder des Herrn Lehrers ist nur an ganz wenigen Stellen in Erscheinung getreten. In erster Linie möchten wir aber den Schülern Glück wünschen, dass sie einen so fortschrittlichen Lehrer besitzen, der sie schon früh mit dem realen Leben in Kontakt bringt und nicht während der ganzen Schulzeit jene unheilvolle Kluft als unüberbrückbar betrachtet, die zwischen Schule und Wirklichkeit klafft. Die Red.) Heimkehr Ein goldsonniger Herbsttag neigte sich dem Ende zu. Den lieben langen Sonntag-Nachmittag war ich durch Feld und Wald gestreift, um des Herbstes Schönheit ganz in mich aufzunehmen, um den eigentümlich herben Geruch des gefallenen Laubes zu atmen, um das Auge am herrlichen Farbenspiel der Blätter zu weiden. Stundenlang hatte ich spielenden Kindern zugeschaut, die auf weitem Stoppelfeld jauchzend Drachen steigen Hessen. Ach, ich wäre am liebsten mitgelaufen und hätte gern auch mitgeschrien, ja, vielleicht habe ich es auch getan. — Ich wanderte heimwärts, einen grossen Strauss von farbenprächtig belaubten Zweigen im Arm. Quer durch den rasch dunkelnden Wald führte mich der Weg. Im Gehen sang und summte ich leise vor mich hin (das tu ich nur wenn's niemand hört), ganz wähllos: Bald ein bisschen Lohengrin, dann einen Schlager und grad drauf die zweite Ungarische von Liszt. Ich war mit mir und mit der Welt zufrieden. — Dann schrak ich plötzlich auf. Grell fingerte ein Lichtkegel den Stämmen der Buchen entlang, dann noch einer und noch einer. Ich hatte den Waldrand erreicht und stand ganz benommen an der grossen Autostrasse, die der Stadt entgegen führt.. In unendlicher Reihe flitzten Autos über den gespenstisch weiss beleuchteten Asphalt.: Hier und da heulte ein Motor böse auf und schon raste ein Wagen in wahnwitzigem Tempo an allen andern vorbei. Sie kehrten auch heim, 1 alle diese Wagen mit ihren Insassen, kehrten zurück vom Sonntagsausflug. . Und ich musste denken, dass jetzt nach all den Hunderten von grossen und grössten Städten sich solch ein nicht endenwollender Strom von Autos ergiesse und es wurde mir klar, welch riesige Bewegung doch das kleine Wort «Tourismus» einschliesst. eb. Strassenhllfsdlenst auf bernischen Durch, gangsrouten. Ueber die Erfahrungen dieser Institution, die im Dienste aller Strassenbenützer steht, teilt uns das Sekretariat der Autosektion Bern des Touring-Clubs Nachstehendes mit: Für das erste Jahr seines Bestehens hat der Strassenhilfsdienst auf der Strecke Bern- Olten folgende Leistungen zu verzeichnen : Fahrtage 296; zurückgelegte Kilometer 48,000. Dabei hat der Agent des Touring-Clubs folgende Hilfeleistungen besorgt: Autopannen 275, Motorradpannen 69, Velopanneh 20- Besonders willkommen war der Hilfsdienst bei den zahlreichen Unfällen auf dieser Strecke; es hat sich folgendes ereignet: Unfälle mit Toten und Verletzten: 13. Unfälle ohne Verletzte, nur mit Sachschaden: 12. Notverbände : 20. Transporte von Verwundeten: 8. In Zeiten grossen Verkehrs und namentlich in den Erntezeiten, in denen die Strasse vielfach mit Erntewagen überstellt war, leistete der Agent sehr oft Verkehrs- und Auskunftsdienst. Die Polizei glaubt feststellen zu können, dass seit Einführung des Hilfsdienstes auf der Strecke Bern-Olten sorgfältiger gefahren werde und die Unfälle sich relativ und prozentual vermindert hätten. In der Tat ist der Agent des Touring-Clubs eine lebendige Warnung für jeden Motorfahrzeugführer. Auf der Strecke Bern-Than-Interlaken ist der Hilfsdienst am 30. Juli 1930 eingeführt worden, und es haben sich in den 14 Tagen auf den 2654 durchfahrenen Kilometern folgende Vorkommnisse ergeben: Pannhilfe: Autos 15, Lastwagen 3, Motorräder 9, Velos 4. Unfälle sind nicht weniger als 5 zu verzeichnen, nämlich Unfälle mit Toten und Verletzten drei und ohne Verletzte, nur mit Sachschaden 2. Notverbände mussten drei angebracht werden. Ausserdem hat der Agent des Touring- Clubs auf der Strecke Bern-Thun sehr viel zu tun mit Auskunftserteilung, insbesondere an die ausländischen Automobilisten; zeitweise versieht er auch den Verkehrsdienst im Einvernehmen mit der Polizei- An einem der letzten schönen Sonntage im August hatte der Agent bei nicht weniger als zwölf Autopannen zu helfen und kam erst abends um 10 Uhr heim. Engländer und Schweizer Fahrer Wir haben bereits in Nr. 22 eine englische Stimme wiedergegeben, die sich ziemlich abschätzig über die schweizerischen Fahrer aussprach. Unterdessen hat die gleiche englische Zeitschrift weitere Einsendungen erhalten, die sich in gleichem Sinne äussertt. Auch die « Automobil-Revue » hat von Schweizern ähnlich lautende Zuschriften erhalten. Nun lesen wir wiederum in einer englischen Zeitschrift eine Einsendung, die so recht deutlich zeigt, wie ein schlechter Fahrer unter hunderten die ganze Automo- 'brigemeinde in den Augen der fremden Besucher herabsetzt. Aber lassen wir das Wort unserm Engländer : Ich habe nie ein solch schlechtes Fahren gesehen wie einmal letzten Sommer beim Furkapass. Ich führte eine ganze Autokolonne bei Gletsch bergwärts. Um das Belvederehotel herum waren eine grosse Anzahl von Automobilen und Motorrädern parkiert. Kurz vor dem Hotel wurde mir ein Zeichen gegeben, anzuhalten, um eine herunterkommende Autokolonne durchzulassen. Ich fuhr auf die Seite und hielt an. Als der erste der herunterkommenden Wagen erschien, kam ein Auto mit einem schweizerischen Nummernschild von hinten und versuchte, eich durchzuzwängen. Einer meiner Passagiere rief dem Fahrer zu, dass Wagen herunterkämen und er warten sollte. Er antwortete: « Geht, mich nichts an ! » Dann begann der Spass. Jeder hupte nach Noten, die Wechselgetriebe kreischten vor Angst, und viele mussten zurückfahren, weil der rücksichtslose Fahrer sich mit aller Gewalt durchzwängte. Mein grösster Vorwurf gegen die Schweizer ist, dass sie die Fremden zwingen, an der Grenze ein Büchlein von Strassenregeln zu kaufen und dass dann die Einheimischen diese Regeln oft durchbrechen. Hankys Pelzmode-Katalog. Dem Pelz, der grossen Mode des Winters, widmet das bekannte Zürcher Spezialharus, Max Hanky. einen eleganten, sehr geschmackvoll ausgestatteten Katalog, der in einzelnen Zusammenstellungen einen %eberblick über die verschiedenen Pelzarten bringt. Für den Abend: praktische Strassenpelze. für Reise und Sport und sodann noch Einzelstücke des Pelzes. Die prachtvollen Modelle werben sehr eindrücklich für das zugleich zweckmässigste und eleganteste Kleidungsstück des Winters. a Ein schweizerisches Telephon-Adressbuch für 1930/31. Die neueste Auflage des Schweizerischen Telophon-Adressbuches, das im Verlae Hallwag, Bern, soeben erschienen ist. umfasst das ganze schweizerische Telephonnetz mit mehr als 200.000 Abonnenten. Es enthält sämtliche Abonnenten nach Ortschaften und nach Geschlechtsnamen alphabetisch geordnet. Bei allen Inhabern von Postcheckkontos, die zugleich einen Telephonanschluss besitzen, ist die genaue Postchecknummer notiert. Das « Erste Schweizerische Telenhon-AdrssB- buch ist zugleich als Ortslexikon ausgebildet, indem bei jeder Ortschaft Angaben über die Höhe der Einwohnerzahl und über die Meereshöhe genannt sind. Sämtliche Orte, die Telephonabonnenten aufweisen, finden sich vor. Wichtig und praktisch sind ferner die Stadtpläne von unsern grössten Schweizerstädten, mit denen man sich bei irgendwelchen Narchforschungen Tasch behelfen kann. lt. Touren-Antworten T. A. 578. Grado. Wir geben im folgenden die Antwort eines Kenners der Verhältnisse, die die Angaben in der vorigen Nummer zum Teil aufhebt. Red. «Von Cervignano, dem ehemaligen Grenzbahnhof, fahren Sie 12 km in südlicher Richtung längs der Bahn über Aquileja (alte römische Ruinen). Bei Belvedere hört die Bahn auf und man muss das Motorboot nehmen. Autofahrer können auf dem Strassendamm noch 5 km südlicher fahren. Am Strassenendpunkt ist eine grosse Garaee mit Einzelboxen. Sämmelraum und Parkplätzen mit Schilfdach. Neben der Garage steigt man in die Ruderboote, die nach der 250 m entfernten Inselstadt Grado führen. Eine Fähre ist nicht vorhanden, auch fehlen passende Verladerampen, die bei Ebbe oder Flut benutzbar wären Grado selbst hat eine Strassenbahn und sehr saubere Strassen. Die erwähnte Garage ist gut, kleinere Reparaturen können dort ausgeführt werden. G. P. in B. T. A. 579. Warschau. Von den drei Routen, die Sie anführen, würde ich am ehesten zu derjenigen über Stuttgart, Nürnberg, Dresden, Breslau, Lodz nach Warschau raten. Sie werden auf dieser Strecke bei verhältnismässiger Kürze gute Strassen finden. Die Fahrt lässt sich, bei gleichmässigen Etap- Fohlende Ein- pen, in 4>4 Tagen gut ausführen. teilung wäre zu empfehlen: 1. Zürich—Crailsheim, 316 km. 2. Crailsheim—Zwickau,. 306 km. 3. Zwickau—Liegnitz, 290 km. 4. Liegnitz—Lodz, 284 km. 5. Lodz—Warschau, 147 km. In allen angeführten Etappenorten sind gute Hotels zu finden. Auf der Strecke Liesnitz—Lodz werden Sie die Mittagspause am besten in Kepno (Kempen) einschalten. E. G. in B. T. A. 580. Luxeuil. Von Luzern nach Luxeuil haben Sie eine sehr gute Strassenverbindung. Sie fahren über Sursee, Ölten, Basel, Altkirch, Beifort, Lure nach Luxeuil. Wenn Sie frühzeitiz in Luzern wegfahren, werden Sie die 209 km bis Luxeuil bei der guten Strasse in einem Vormittag schaffen können. Sie haben dann noch den Samstagnachmittag und den Sonntagvormittag zur Verfügung. Sonntag sollten Sie dann möglichst früh am Mittag wegfahren, um Luzern wieder rechtzeitie zu erreichen. R. W. in L. A.-T. 581. Frankfurt a. M. Nach Ihren Angaben würde sich folgende Einteilung der Tour empfehlen: Samstag: Basel, Müllheim, Freiburj? L Br., Herbolzheim. Offenburg, Bühl. Rastatt. Karlsruhe. Bruchsal, Heidelberg, Weinheim. Bensheim, Darmstadt, Frankfurt a. M., 351 km. Sonntag : Aufenthalt in Frankfurt a. M. Montag- Frankfurt a. M., Mainz. Oppenheim, Worms, Ludwigshafen, Mannheim. Heidelberg (Besichtigung), Eberbach, Neckarelz, Heilbronn, 212 km. Dienstag 1 : Heilbronn, Ludwigsburg. Stuttgart, Weil der Stadt, Pforzheim, Wildbad. Schönegründ, Freudenstadt, Lossburg, Alpirsbach, Schiltach, Wolfach, 224 km. Mittwoch: Wolf ach, Hornberg, Triberg, Furtwangen, Simonswäldertal. Waldkirch. Freiburg i. Br. (Besichtigung), Höllental. Titisee (Halt), Feldbergerhof, Todtnau, Zeil, Schopfheim, Basel, 190 km. Falls Sie für die Besichtigung Heidelbergs mehr Zeit verwenden wollen, fahren Sie von Frankfurt auf der schon bei der Hinfahrt benützten berühmten Bergstrasse (über Darmstadt—Bensheim) direkt nach Heidelberg. Die im Verlag der Automobil-Revue erschienene Automobilkarte des Rhein- und Mosel-Gebietes wird Ihnen sehr von Nutzen sein. A. H. in Z. Touren -Fragen T. F. 582. Gallspach. Welche Route ist am besten einzuschlagen, um diesen Herbst oder event. erst im Winter, nach Gallspach zu fahren? Wieviel* Kilometer sind es? Das Dorf heisst doch Gallspach. wo der berühmte Doktor Zeileis praktiziert? Kann vielleicht ein Leser noch Näheres mitteilen? L. in K. T. F. 583. Lyon-Marseille. Ich befinde mich gegenwärtig in Lyon und bin bis und mit 25. Oktober geschäftlich hier festgehalten. Nun habe ich aber für den 26. Oktober, abends 8 Uhr. in Marseille ein Rendez-Vous mit einem Lieferanten, das unverschiebbar ist. Ist es nun wohl möglich, mit meinem Sechszylinder die Strecke Lyon—Marseille anstandslos zu bewältigen? Wieviele Kilometer misst die Strecke überhaupt? H. S. z. Z in L. T. F. 584. Chäteauroux. Welches ist von Ölten aus der beste und zugleich kürzeste Weg nach Chäteauroux, Departement Indre. France? Wieviele Kilometer? . G. H. in W