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E_1930_Zeitung_Nr.090

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Nach Schluss der

Nach Schluss der Expertenkommission (Fortsetzung von Seite 1) leider, weil gegen die Verfassung verstossend, nicht im Gesetze Berücksichtigung finden. Immerhin kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass vielerorts von den Radfahrern viel zu hohe Gebühren eingezogen wurden, ohne dass ihnen ein entsprechendes Aequivalent geboten worden wäre. Mit dem Wegfallen des Kontrollschildes fällt die Kontrolle dahin und damit auch das Recht des Kantons für eine nicht stattfindende Kontrolle eine Gebühr zu erheben. Die Radfahrer sind entschlossen, und zwar mit vollem Recht, sich jeder kantonalen Gebühren- und Steuererhebung mit allen Mitteln zu widersetzen- Sie werden auch imstande sein, ihre berechtigten Begehren durchzusetzen. Bezüglich der Haftpflicht haben sich die Automobil- und Motorradverbände freiwillig zur Annahme der Verursachungshaftung bereit erklärt. Sie haben damit ein grosses Opfer gebracht, das von allen andern Strassenbenützern dankbar anerkannt werden muss. Die aus dem neuen Haftpflichtsystem resultierenden Mehrprämien sind sehr erhebliche. Immerhin wurde eine die Eisenbahnpflicht übersteigende Haftpflicht des entschiedensten abgelehnt. Die Expertenkommission hat diese Auffassung geteilt und sich mit grosser Mehrheit für die Einführung der Eisenbahnhaftpflicht ausgesprochen. Damit wird eine Haftpflicht eingeführt, die sich seit Jahren bewährt hat und über die bereits Erfahrungen und eine ausgedehnte Gerichtspraxis vorhanden sind. Diese Haftung hat u. a. den Vorteil, dass bei ausschliesslichem Sachschaden, soweit es sich wenigstens nicht um Gegenstände von Fahrzeuginsassen handelt, eine Schadenersatzpflicht nur entsteht, wenn dem Halter des Motorfahrzeuges ein Verschulden nachgewiesen wird- Wir werden vielleicht später Gelegenheit haben, in einem besonderen Artikel uns eingehender mit der neuen Haftung zu befassen. Dass die Einführung der Verursachungshaftung eine erhebliche Prämienerhöhung zur Folge haben wird, wusste man. Es wird mit einer Mehrprämie von 40—50% gerechnet werden müssen. Dass auch die gesetzlich vorgeschriebenen Minimalversicherungssummen erheblich erhöht werden würden, war ebenfalls vorauszusehen. Sie sind hoch, aber nicht übersetzt. Der im Departementsentwuri vorgesehene Selbstbehalt für Sachschaden wird nicht mehr, wie vorgesehen, als Obligatorium im Gesetzesentwurf Aufnahme finden, sondern als -Fakultativum, d. h. demjenigen Motorfahrzeughalter, der den Selbstbehalt auszuschliessen wünscht, steht dies gegen Bezahlung eines Prämienzuschlages frei. Damit ist bei Schadenregulierungen die Möglichkeit gegeben, die bisher beständig bezüglich des Selbstbehaltes entstandenen Schwierigkeiten und Komplikationen zu eliminieren- Wir wollen das Kapitel Versicherungen nicht verlassen, ohne in diesem Zusammenhange speziell noch des Vertreters der Versicherungsgesellschaften, Herrn Bosshard, Winterthur, Erwähnung zu tun. Hr. Bosshard hat es in feinsinniger Weise verstanden, die Experten über die zahlreichen und schwierigen Versicherungsfragen zu orientieren. Seiner grossen Erfahrung ist es auch zu verdanken, wenn noch manch guter Vorschlag im definitiven Gesetzesentwurf Verarbeitung und Aufnahme finden wird. Ein Versuch, da oder dort die Strafbestimmungen etwas zu mildern, ist gescheitert. Wenn auch an und für sich gegen die vorgesehenen Strafmaximas nicht viel eingewendet werden kann, so gilt dies jedoch nur unter der Voraussetzung, dass sie von verständigen, objektiven und über der Sache stehenden Richtern angewendet werden, bei denen soziale Unterschiede, parteipolitische Erwägungen etc. bei der Strafausmessung nicht mitspielen. Wäre dies der Fall, würden die heute vorgesehenen Strafen, speziell bei Rückfall, zu Absurditäten führen können, die schlech- Ihnen, Sie reden Unsinn! Ich habe keine Tochter!» «Schön gesagt,» meinte ich ruhig. «Sehr schön gesagt. Aber im Augenblick nicht ganz passend. Sie ist in Lebensgefahr —» «In Lebensgefahr?» rief er und krampfte die Hände in die roten Wolldecken. «Grosser Gott! Ist es nun da? Wie zeigt es sich? Reden Sie rasch! Wie zeigt es sich?» «Ich bin hierhergekommen, weil Sie uns sicherlich darüber Aufklärung geben können,» sagte ich. «Wir wissen zu wenig. Sie hat ihren Gatten fortgeschickt.» «Hol ihn der Teufel!» stiess er hervor. «Sie hat sich in ihr Zimmer eingeschlossen — seit drei Wochen. Die Dienerin —» «Margaret Murchie,» flüsterte er. «Sie hält mich für tot?» Ich nickte. 'Fortsetz, folgt.) AUTOMOBIL-REVU Die offengelassene Bahnbarriere Eine offen gelassene Eisenbahnbarriere verursachte am 10. Juni 1929 in Villars bei Freiburg einen Unfall, der leicht viel schlimmere Folgen hätte haben können. Beim Nahen des Schnellzuges Lausanne-Bern fuhr gerade ein Motorwagen über den Niveauübergang. Der Führer des Wagens wurde von einem seiner Passagiere auf den Zug aufmerksam gemacht und gab Vollgas; der Zug konnte seine Fahrgeschwindigkeit erheblich mindern und so wurde das Auto bloss zur Seite gestossen. Einer seiner Insassen wurde durch Glassplitter verletzt, das Auto und eine der Laternen der Lokomotive beschädigt. Die stellvertretende Bahnwärterin, die das rechtzeitige Schliessen der Barriere versäumt hatte, wurde von den Freiburger Gerichten wegen fahrlässiger Eisenbahngefährdung zu sechs Tagen Gefängnis verurteilt, gestützt auf Art. 67 Absatz 2 des Bundesstrafgesetzes: «Wer durch Fahrlässigkeit die Sicherheit des Eisenbahn-, Dampfschiff- oder Postwagenverkehrs erheblich gefährdet, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr und, wenn ein Mensch bedeutend verletzt oder getötet, oder wenn sonst ein erheblicher Schaden verursacht worden ist, mit Gefängnis bis zu drei Jahren bestraft. Mit der Gefängnisstrafe kann auch Geldbusse verbunden werden. In leichteren Fällen kann der Richter auf Geldbusse allein erkennen.» Die Verurteilte reichte beim Bundesgericht Kassationsklage ein, indem sie behauptete, es handle sich hier um einen leichteren Fall und daher sei von einer Gefängnisstrafe terdings unerträglich wären. Niemand wird bestreiten, dass die für Rückfall vorgesehenen Gefängnisstrafen doch sicherlich nur für Rückfälle in schweren Fällen Anwendung finden sollen. Nach dem vorgeschlagenen Gesetzestexte steht es dem Richter aber frei, bei jedem Rückfall eine Gefängnisstrafe auszusprechen. Auf Kosten des Automobilisten sind auf dem Altar des Götzen «Referendum» verschiedene Opfer gebracht worden, es scheint uns angezeigt, wenn ihm auch hier ein Opfer dargebracht würde. Es könnte dies ohne irgendwelche Benachteiligung aller Strassenbenützer erfolgen, um so mehr, jajs Umgang zu nehmen. Sie ist indessen am 13. Oktober vom Kassationshof des Bundesgerichts einstimmig abgewiesen worden, so dass die Gefängnisstrafe in Kraft bleibt. Zunächst zwingt der Wortlaut des Gesetzes den Richter keineswegs, in allen leichteren Fällen bloss auf Geldbusse zu erkennen, er «kann» es bei dieser Strafart bewenden lassen, aber je nach seinem Ermessen auch eine Gefängnisstrafe aussprechen. Sodann handelt es sich hier keineswegs um einen leichteren Fall im Sinne des Ar. 67. Für die Frage, ob ein leichterer oder schwererer Fall vorliegt, ist in erster Linie der Grad des Verschuldens und sodann der höhere oder geringere Grad der Gefährdung — d. h. die grössere oder geringere Wahrscheinlichkeit des Eintrittes des Schadens — massgebend. Wenn die Angeklagte das rechtzeitige Schliessen der Barriere versäumte, liegt darin unter allen Umständen ein schweres Verschulden, das durch die besonderen Umstände des Falles nicht gemildert wird. (Die Wärterin hatte übersehen, dass der Schnellzug im neuen Fahrplan acht Minuten früher abfuhr und wegen des Regens auch das Abläutesignal der Nachbarstation überhört, so dass sie erst auf dem Weg von ihrer Wohnung zum Niveauübergang war, als der Zug schon dort eintraf.) Auch der Grad der Gefährdung ist nicht als gering zu bezeichnen, denn am betreffenden Niveauübergang kreuzt sich eine viel befahrene Landstrasse mit der Bahnlinie Lausanne- Freiburg-Bern. Der kassationsgerichtliche Entscheid erhält eine gewisse Aktualität durch die zahlreichen Unfälle, welche in den letzten Jahren durch offen gelassene Bahnbarrieren verursacht worden 1 sind. Wp. die gerügten Mängel durch den bedingfeifTÄuge des von hinten kommenden Fahrzeug- Straferlass nicht korrigiert werden. führers trifft. Anhänger an Fahrrädern dürfen nur mitgeführt werden, wenn sie fest Resümierend glauben wir sagen zu dürfen, dass wir mit Vertrauen dem definitiven Gesetzesentwurfe entgegensehen dürfen. Wir Selbst das Vieh wird von der neuen Ver- vebunden werden können. sind überzeugt, dass Herr Bundesrat Häberlin und seine Mitarbeiter die in der Expertenbene Viehherden müssen von ausreichender ordnung erfasst. Durch die Strassen getriekommission geäusserten Wünsche und Anträge sorgfältig prüfen und soweit als mög- Dunkelheit von einem vorausgehenden Hüter Mannschaft begleitet und nach Beginn der lich wohlwollend berücksichtigen werden. Wir durch ein weisses Licht sichtbar gemacht glauben auch, dass der Gesetzesentwurf, so v/erden. Ausserdem muss wenigstens das wie er vom eidg. Justiz- und Polizeidepartement den Räten vorgelegt werden wird, ohne das Nahen der Herde zu verkünden. Leittier mit einer Schelle versehen sein, um Referendum angenommen werden kann und zweifellos auch angenommen werden würde Möge auch das Parlament diese gute Arbeit entsprechend würdigen und nicht das Odium auf sich laden, Gutes verschlechtert und dem Referendum ausgeliefert zu haben. Vorschriften aus der neuen bernischen Verkehrsordnung. Wir haben schon in Nummer 86 mitgeteilt, dass der Regierungsrat des Kantons Bern eine neue Verkehrsordnung (Polizeiverordnung zum Strassenpolizeigesetz), die am 1. Januar 1931 in Kraft treten soll, erlassen habe und haben daraus die für die Motorfahrzeuge geltenden Vorschriften herausgegriffen. Damit sich die Leser ein genaues Bild davon machen können, wie sich der Verkehr in. Bern abwickeln wird, geben wir zur Ergänzung des ersten Berichtes nun auch die wichtigsten für die andern Strassenbenützer geltenden Bestimmungen wieder. Bespannte Fuhrwerke, d. h. Fahrzeuge, die durch Tier- oder Menschenkraft fortbewegt werden, müssen ebenfalls mit einer wirksamen Bremsvorrichtung versehen sein. Die Verordnung schreibt ausserdem vor, dass nur Bremsvorrichtungen angewendet werden dürfen, die für den Strassenbelag keine schädigende Wirkung haben. Radschuhe mit Kritzringen oder ähnliche Vorrichtungen dürfen nur bei Schnee, Glatteis oder in Notfällen (Versagen der Bremse) verwendet werden. Hundefuhrwerke und von Menschen bewegte Kleinwagen dürfen auch ohne Bremsvorrichtung zirkulieren. Sämtliche Fuhrwerke (mit Ausnahme der zu Feldarbeiten verwendeten landwirtschaftlichen Fahrzeuge und der Milchkarren) müssen mindestens ein hellbrennendes Licht führen. Das Licht ist am vorderen Teil des Fuhrwerkes auf der linken Seite anzubringen, und zwar in der Weise, dass der Lichtschein (Aus dem Bundesgericht.) von entgegenkommenden und überholenden Fahrzeugen leicht bemerkt werden kann. Mehr als 6 m lange Fuhrwerke haben ausserdem am hintern Ende ein gut sichtbares rotes Schlusslicht zu führen. Bei Fuhrungen von grosser Länge (Langholz, zusammengekoppelte Fuhrwerke) ist ein Begleitmann mit roter Laterne mitzuführen. Für die Fahrräder wird lediglich ein nicht blendendes Vorderlicht vorgeschrieben. Hinten genügt eine rote Reflexlinse, ein sogen. Katzenauge, das jedoch zweckmässig angebracht werden muss, d. h. so, dass das zurückgeworfene Licht der Scheinwerfer das Der Monat September schliesst sich mit seinen Aussenhandelsergebnissen für Motorfahrzeuge mit einem erneuten Abnehmen der Einfuhr und einer Zunahme unserer Ausfuhr ab. Die Einfuhr weist den kleinsten Betrag auf, der je in diesem Jahre erreicht worden ist- Im vergangenen Jahre zeigte der Monat Juli das niedrigste Ergebnis in der Einfuhr. Die Transaktionsziffer für den Monat September, d. h. die Gesamtsumme auf Einfuhr und Ausfuhr, beläuft sich auf Fr. 5,886,592 (im Vorjahre Fr. 5,616,599). Sie setzt sich zusammen aus dem Einfuhrwert von 4,157,654 Franken (Fr. 4,230,336). Der Minderwert gegenüber dem September 1929 stellt sich auf Fr. 72,682. Der Ausfuhrwert des Monats September beträgt Fr. 1,728,938 (Fr. 1,386,263). Daraus resultiert ein Mehrwert von 342,675 Franken. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind mit Fr 1,832,455 oder 44,7 Prozent des Gesamtimportes unsere Hauptlieferanten. Immerhin ist zu bemerken, dass das amerikanische Kontingent im Vergleich zu frühern Jahren immer noch relativ tief steht. Gegenüber dem Monat August mit 38,4 Prozent ist allerdings wieder ein leichter Zuwachs zu verzeichnen. Der beste Abnehmer unserer schweizerischen Motorfahrzeug- und Zubehörindustrie war Russland mit Fr. 449,688. Die Lieferungen nach Russland bestanden zu einem guten Teil aus elektrischen Anlassern und Dynamos. 1930 — N° 9tf Durch eine Reihe strenger und eingehender Vorschriften sorgt die neue Polizeiordnung dafür, dass sich der Strassenverkehr so gefahr- und reibungslos als möglich abspielt. So wird z. B. verboten, dass Kinder unter dem schulpflichtigen Alter auf öffentlichen Strassen Velofahren. Ebenso wird das Benützen von Trottinets und ähnlichen Spielfahrzeugen, sowie das Schütteln ausser auf den von den Ortspolizeibehörden bezeichneten Strassenstrecken nicht mehr geduldet. Die Führung von Fuhrwerken ist ungeübten Personen und Kindern unter 12 Jahren untersagt. Dem Strassenverkehrsamt steht es frei, Personen mit körperlichen Gebrechen und geistigen Mängeln, Alkoholikern, sowie solche, die wegen überholter Uebertretung der Verkehrsvorschriften bestraft worden sind, von der Führung eines Fuhrwerkes oder eines Fahrrades auszuschliessen. Die Polizeiorgane werden die Führer aller Arten von Fahrzeugen daraufhin prüfen, ob sie die Verkehrsregeln und Verkehrszeichen kennen. Alle Fahrzeuge haben in einer ihrer Zweckbestimmung entsprechenden Weise geführt zu werden. Vorführungen besonderer akrobatischer Fähigkeiten, z. B. Lenken eines Handwagens mit den Beinen, Loslassen der Lenkstangen während der Fahrt usw. sind auf den öffentlichen Strassen zu unterlassen. Die Erzeugung von Geräuschen ist auf das Notwendigste zu beschränken. In Städten und Ortschaften sollen die Führer von Motorfahrzeugen nur die vorgeschriebene Hupe oder das elektrische Hörn benützen. Führer von bespannten Fuhrwerken haben, wenn es die Sicherheit erfordert, durch Knallen mit der Peitsche oder durch Zurufe die andern Strassenbenützer zu warnen. Rückwärts darf nur im Schritttempo gefahren werden. Wenn beim Begegnen mit andern Strassenbenützern ein Ausweichen unmöglich ist, hat derjenige umzukehren oder rückwärts zu fahren, dem dies nach den Umständen am leichtesten fällt. Der Führer eines Fahrzeuges soll in der Regel auf der rechten Fahrbahnseite fahren, entgegenkommenden Fahrzeugen nach rechts ausweichen. Ueberholt wird von links. Gestattet die Breite der Fahrbahn gleichzeitig das Fahren mehrerer Fahrzeuge auf der einen Strassenhälfte, so sollen sich die langsameren Fahrzeuge am rechten Rande halten. Weist die Strasse eine sogenannte Sicherheitslinie auf, so darf nur die für die betreffende Fahrrichtung reservierte Hälfte benutzt werden. Die Strassenbahnen sollen rechts überholt werden, wenn der Raum zwischen dem rechten Rande der Fahrbahn und der Strassenbahn hiefür ausreichend Platz gewährt. In der rechten Fahrbahn gelegene Schutzinseln an Haltestellen der Strassenbahnen müssen rechts umfahren werden, sofern nicht die Geleise von der Strassenbahn völlig frei sind. An haltenden Strassenbahnen hingegen darf man rechts nicht vorfahren, ausser wenn sich auf dieser Seite eine Schutzinsel befindet. Auch auf der linken Seite soll nur mit ganz stark herabgesetztem Tempo vorgefahren werden. Den Radfahrern wird verboten, sich an andere Fahrzeuge anzuhängen. -1. Unser Motorfahrzeug-Aussenhandel Drittes Quartal 193O Rückgang der Einfuhr — Zunahme der Ausfuhr September-Aussenhandel. Das IM. Quartal 1930. Sowohl bei der Einfuhr als auch bei der Ausfuhr sind gegenüber den beiden ersten Quartalen des Jahres Minderbeträge zu notieren. Die Einfuhrstatistik schliesst mit einem Betrage von Fr. 15,044,508 ab, gegenüber Fr. 17,751,852 für die entsprechende Periode des Vorjahres. Somit nahm das Einfuhr-Total des III. Quartals um Fr. 2,707,344 ab. Sieben von neun Gruppen von Fahrzeugen und Zubehör, gemäss den Vorschriften der Oberzolldirektion, nehmen an diesem Rückgang teil. Die zwei Ausnahmen betreffen Automobile und Chassis bis 800 kg sowie Automobile und Chassis mit mehr als 1600 kg Gewicht- Seit dem 1. Januar 1930 figuriert eine Zollposition 914 A für elektrische Anlasser und Dynamos, die gegenwärtig an der Zunahme der Ausfuhrziffern mit einem respektablen Betrage beteiligt ist. Das Ausfuhrergebnis lautet folgendermassen: Fr. 4,663.215 für das III. Quartal 1930 gegenüber Fr. 4,306.641 für die entsprechende Periode des Vorjahres. Würde hier in diesem Ergebnis nicht ein neuer Betrag von Fr. 951,709 für Anlasser und Dynamos sich einschieben, -so wäre auch bei der Ausfuhr eine rückfliessende Bewegung gegenüber dem dritten Ouartal 1929 zu erkennen. Ausgenommen die Motorräder mit Ledersitz, nehmen alle nachstehend aufgezeichneten neun Zollgruppen am Rückgang teil: Fortsetzung siehe Seite 4.

N° 90 - 1930 AUTOMOBIL-REVUfc Sportnachrichten Die Perspektiven des Autosportes 1931 Die Saison 1930 ist vorüber, — und kaum, dass das Donnern der Wagen verhallt ist, spricht man wieder von der Zukunft, von den Veranstaltungen im nächsten Jahre. In Paris legte man in grossen Umrissen die nächstjährige Autosportsaison fest, in allen Ländern werden die neuen Sportkalender aufgesteiit, die Organisatoren bereiten sich auf die neuen Rennen vor und die Fabriken sind mit dem Studium der Rennergebnisse beschäftigt. Die vergangene Sportsaison hat bewiesen, dass in weiten Kreisen das Interesse für den Autosport ständig im Wachsen ist, ungeachtet der berühmten «Stagnation des Autosportes», die übrigens, nach deutlichen Anzeichen zu schliessen, neuen Impulsen zu weichen scheint. Die Saison 1930 hat eines mit grösster Deutlichkeit zum Bewusstsein gebracht: für die besonders konstruierten Rennwagen ist das Interesse im Sinken begriffen, und die Konstrukteure wenden ihr Augenmerk immer mehr den Rennen zu, die für serienmässig konstruierte Wagen offen sind. Die Sportsvagen-Rennen wurden durchwegs bevorzugt, und man tendiert sogar allgemein auf die Einführung von Rennveranstaltungen für Serienwagen- Die Idee ist zweifellos gut, sie vermag den Autosport neu zu beleben; schwieriger jedoch ist die Verwirklichung dieses allgemein gehegten Wunsches. Es fehlt bis heute immer noch ein Reglement, das in eindeutiger Weise eine Definition des Begriffes « Serienwagen» vermittelt, und bis hier eine Lösung nicht gefunden ist, wird es schwer halten, Rennen mit Serienwagen erfolgreich durchzuführen. Der von der internationalen Sportkommission geprägte Begriff für Serienwagen, der unter dem dominierenden Modell einer Serie ohne weiteres auch den absoluten Serienwagen sieht (bei 20,000 Wagen mit einem und 10,000 Wagen mit zwei Vergasern gilt der Wagen mit einem Vergaser als herrschender Typus), besitzt eine viel zu grosse Elastizität. Bei einem genauen Reglement für Serienwagen wird es jedoch nicht mehr schwer halten, auch in dieser Kategorie interessante Rennen durchzuführen. Der Sportkalender 1931 ist mit Veranstaltungen wieder reich belegt. Doch — mit •welchen Mitteln werden die Fahrer sich verteidigen? Die «Alfa Romeo 1750», die manchen Triumph mit den Fahrern Varzi, Nuvolari, Campari und Borzacchini nach Hause brachten, werden endgültig zurückgezogen. nur die Scuderia Ferrari wird unter Umständen noch zwei dieser Alfa Romeo-Wagen für 1931 benützen. Die Mailänder-Firma hat indessen die Absicht, einen neuen Typ für 1931 herauszubringen, einen Achtzylinder, von dem man sich sehr viel verspricht. Sofern die Prüfungsfahrten zur Zufriedenheit der Konstrukteure ausfallen, werden die neuen Wagen für den Grossen Preis von Tripolis oder für die Mille Miglia zum ersten Male starten. Piloten für Alfa Romeo werden voraussichtlich Nuvolari, Arcangeli und Borzacchini sein. Bekanntlich soll auch Caracciola in Unterhandlungen mit der italienischen Firma stehen, und wie man hört, kommt für Alfa Romeo im nächsten Jahre auch noch zeitweise Chiron in Betracht, der für Bugatti sich 1931 in Italien aufhalten will und bei dieser Gelegenheit unter Umständen für Alfa Romeo in Betracht kommt. Wir veröffentlichen diese Nachricht jedoch unter allem Vorbehalt. Für Maserati, der den Bau seiner 2500 ccm weiterforcieren will, sind Varzi, Graf Maggi und Fagioli vorgesehen. Bugatti erwartet von seinen neuen 4900 ccm-Wagen sehr viel er wird voraussichtlich mit diesem Typ an der Targa Florio starten, dabei ist nicht ausgeschlossen, dass die Molsheimer Firma mit 'dem neuen Wagen, der auf der Basis der neuen amerikanischen und europäischen Reglemente für die Grossen Preise aufgebaut ist, in Indianapolis laufen wird. Zahlreiche andere Fabrikationshäuser studieren gegenwärtig noch den Bau besonderer Sportund Rennwagen, über genauere Einzelheiten ist man jedoch noch nicht unterrichtet- bo. Biondetti gewinnt die Coppa Pierazzi. Vor einer gewaltigen Publikumszahl wurde am letzten Sonntag der Kampf um die Copp; Pierazzi in Italien ausgetragen. Von 42 Ein geschriebenen nahmen nur 28 am Rennen teil, das über 30 km führte. Es ereigneten sich keinerlei Unfälle. Bei den Wagen bi: zu 1100 ccm wurde Panerai auf Talbot Er ster, während sich bei den Wagen über 1100 ccm Biondetti auf Bugatti mit neuer Rekord' zeit an die Spitze zu legen vermochte. Die Resultate: Klasse bis 1100 ccm: 1. Panerai Alberto (Tal bot) 19'40"%, Stundenmittel 94.509 km; 2. Matrullc Francesco (Salmson) 21'26"K; 3. Ermini (Bugatti) Klasse über 1100 ccm: 1. Biondetti Clement (Bugatti) 19'13"H, Stundenmittel 96.757 km (neuei Rekord); 2. Di Cerami Principe (Maserati) 19'28"% Die europäische Bergmeisterschaft 1930. Rückblick und Ausblick. Die Internationale Sportkommission hat anlässlich ihrer Pariser Tagung das provisorische Klassement der vergangenen 1. Europäischen Bergmeisterschaft bekanntgegeben. Die beiden Fahrer Stuck und Caracciola wurden dabei als Meister ihrer Kategorien bestätigt. Stuck hat in der Gesamtbewertung bei der Rennwagenkategorie mit der höchsten Punktzahl abgeschlossen; er beteiligte sich mit seinem Austro-Daimler (4000 ccm, ohne Kompressor) an neun von zehn Läufen und klassierte sich sechsmal als Erster, zweimal als Zweiter, einmal blieb er während der Fahrt stecken. Er erreichte somit 39 Punkte, während der Zweite der'Konkurrenz, Hartmann auf Bugatti, mit der Teilnahme an sechs Läufen 16 Punkte einheimsen konnte. Der Sportwagenmeister Rudolf Caracciola (Mercedes-Benz, 7000 ccm mit Kompressor) nahm an sieben Bergrennen teil und wurde dabei immer Erster seiner Kategorie. Seine Punktzahl beträgt 35, während der Zweite, Burggaller auf Bugatti, nur 14 Punkte holte. Die Erfolge von Stuck und Caracciola sind weifellos erstaunlich gross und sie sprechen für die hohen Qualitäten der beiden Fahrer. Sie hätten jedoch auch mit geringerer Anstrengung den Sieg unter Dach .bringen können, denn das diesjährige Reglement verlangte Beteiligung an mindestens 50 Prozent aller Bergrennen für die Meisterschaft, und nur die beiden Deutschen sind dieser Bestimmung überhaupt nachgekommen, so dass sie selbst, ohne Erste zu werden, durch ein groteskes Reglement allein durch die Teilnahme an die Spitze gelangt wären. Aller Voraussicht nach kommt diese Bestimmung mit der Teilnahme an 50 Prozent aller Rennen auch in das Reglement 1931! Deutlicher wird voraussichtlich die Zahl der offiziellen Teilnehmer umschrieben, da sich dieses Jahr der zweifelhafte Fall ergab, dass eine grosse Anzahl von Fahrern, die bei einem nationalen Rennen teilgenommen hatten, mit ganz wenig Punkten eben auch noch in die Bewertung für die Europäische Bergmeisterschaft kamen. Die für die Konkurrenz 1931 interessierten Fahrer können sich bei ihrem Heimatclub anmelden, der die Bewerbung an die Internationale Sportkommission weiterleitet, die sodann eine offizielle Teilnehmerliste herausgeben wird. Für nachträglich sich meldende Fahrer bleibt die Bewerbung immer bis zwei Wochen vor jedem Bergrennen offen, immerhin nur bis zum 7. Laufe (Tatra), da sodann die obligatorischen 50 Prozent zur Auswirkung kommen. Die Anmeldungen können somit, kurz ausgedrückt, in der Zeit vom 1. Januar bis 1. August 1931 erledigt werden. Bekanntlich müssen für die Teilnahme 500 Fr. erlegt werden. Die absoluten Sieger werden mit Goldmedaillen ausgezeichnet. Das Reglement für die Europäische Bergmeisterschaft wird in nächster Zeit in Druck gehen und sodann von den nationalen Sportkommissionen der A. C. sowie von der Internationalen Sportkommission erhältlich sein. Im nachstehenden publizieren wir noch die von der Sportkommission der A. I. A. festgelegten Resultate der Europäischen Bergmeisterschaft 1930: Der neue 1. Von Stuck (Meister der Rennwagen) 2. L. Hartmann 3. Von Morgen 4. Arco-Zinneberg 4. Hardegg 6. Stuber 6. Steinweg 8. Rey 8. Chiron 8. Ferrari 8. Liefeidt 1. Caracciola (Meister der Sportwagen) 2. BurgaJler 3. Schmidt 4. Simons 4. Donnet 6. Spannel 6. Parker •6. Lichenstein Kategorie Rennwagen: 5154405555 = 39 3002200324= 16 2002500000= 9 0001200040= 7 0001200400= 7 0003300000= 6 0002200200= 6 0000050000= 5 0005000000= 5 0500000000= 5 4000001000= 5 Kategorie Sportwagen: 5555500550 = 35 4003300040 14 0000005 200= 7 2002200000= 6 0002040000= 6 3002000000= 5 0000050000= 5 0000000005= 5 Blinder Alarm! Klausen — Bernina. Die Meldung von der Verschiebung des Klausenrennens hat in weiten Kreisen, wie es nicht anders zu erwarten war, grosses Erstaunen ausgelöst. Auch in den Gegenden des Rennens selbst hat man mit einiger Enttäuschung die Nachricht von der Nichtabhaltung des Rennens im nächsten Jahre entgegengenommen. Das grosse Echo, das die Mitteilung ausgelöst hat, ist wohl an und für Reifen HD mit Goldstreifen das Wertvollste, was die Reifenindustrie je hervorgebracht hat Erhältlich zu regulären Preisen bei allen guten Garagen und Pneuhäusern ich der sprechendste Beweis für die Beliebtheit des Rennens. Weniger glücklich scheinen uns indessen jene krampfhaft gesuchten Argumente eines Einsenders der « Gotthard-Post», die ihrem Erstaunen darüber, dass an Stelle des Klausenrennens die Bernina nächstes Jahr zu hohen Ehren kommen soll, in folgenden Sätzen Ausdruck geben: «Wenn wir nach dem Woher und Warum für die Verschiebung des Klausenrennens fragen, so kann das Komitee