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E_1930_Zeitung_Nr.088

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Konstrukteure begonnen

Konstrukteure begonnen haben, die Motoren und die Vergaser auf diesen Zweck hin umzubauen, wird sogar noch in grösserem Masse Benzol verwendet. Aus diesem Grunde sind die Engländer gegen eine feste Vorschrift über die zu verwendenden Mischungen. Im übrigen nehmen sie, sowie auch die Italiener, gegen den Alkoholzusatz Stellung, weil dieser sich mit der grösseren Menge Benzol nicht verträgt. Frankreich dagegen, das seinen Weinbauern eine gewisse Quantität Weinalkohol abkaufen muss, wenn die Ernte schlecht ist, setzt sich begreiflicherweise für einen obligatorischen Alkoholzusatz ein. Aehnliche Gründe spielen bei der Stellungnahme der andern Länder mit. Man wird der Generalversammlung vorschlagen, es mit der genannten Norm zu versuchen, sie jedoch für das Jahr 1931 nur für die grossen, nach der internationalen Formel organisierten Rennen vorzuschreiben. Da aber für 1931 überhaupt kein grosser Preis eingeschrieben ist, so kommt dieser Beschluss einem pompösen Begräbnis des belgischen Vorschlages gleich. Es bleibt abzuwarten, wie sich die A.I.A. dazu äussern wird. Internationaler Kalender. Für den 23. August, dem für das Berninarennen (und für die Europäische Bergmeisterschaft geltenden schweizerischen Rennen) vorgesehenen Datum, waren ausserdem das bekannte Mont Ventoux-Rennen und eine Prüfungsfahrt in Polen eingeschrieben. Es handelte sich also für den schweizerischen Vertreter darum, zu erreichen, dass der Ventoux auf den 30. August und das polnische Rennen auf irgend einen andern Tag verschoben wird. Wie aus dem Sportskalender ersichtlich ist, gelang dem Schweizer Vertreter dieser Wurf. Internationale Sportkommisslon. Die Sportkommission der A. I. A. hielt am Montag eine bis in alle Nacht dauernde Sitzung ab- Zur Verhandlung kamen folgende Punkte : 1. Erteilung der Genehmigung zu den in der letzten Sitzung geführten Verhandlun- Iungen 2. Prüfung der von der Unterkommission am 10. Oktober geführten Verhandlungen: a) Brennstoffaufnahme während der Rennen; b) Reglement für die Europäische Bergmeisterschaft 1931; c) internationales Reglement für die Serien-Tourenwagen; d) Gebrauch- eines im Handel befindlichen Brennstoffes für die grossen internationalen Rennen 1931. 3. Festsetzung der Daten für die grossen Schnelligkeits- und Zuverlässigkeitsrennen für Sportwagen (R. A. C. von Belgien). 4. Vorschlag, den Titel «Grosser Preis» nur für Rennen zuzulassen, für die Preise in der Gesamthöhe von über 50,000 Fran- 1 ken ausgesetzt sind (A. C. Deutschland). 5. Wiederaussetzung des Gordon-Bennett- Preises- 6. Prüfung des vom Automobil-Club von Frankreich gemachten Vorschlages einer Reglementierung der Sternfahrten. 7. Prüfung des vom A. C. von Polen gemachten Vorschlages über die nähere Bestimmung der Sportwagenkategorie. 8. Soll die für die Kategorie der Sportwagen vorgeschriebene Belastung beibehalten werden, da die C. S. I. auf ein Minimalgewicht für die genannte Kategorie verzichtet hat? (Sekretariat A.I.A.). 9. Vorschlag für die Sportwagen, eine bestimmte Minimaldistanz zwischen dem Auge behalten. Die Vorhänge haben sich nicht bewegt.» «Gut!» rief ich. «Jetzt Miss Murchie, hören Sie gut, was ich Ihnen sage. Wie oft pflegt Ihre Herrin Sie tagsüber zu rufen?> «Etwa alle drei oder vier Stunden, Herr Doktor.» «Sehr schön. Da, nehmen Sie den Schirm und gehen Sie nach Haus. Benutzen Sie Mr. Estabrooks Hausschlüssel. Treten Sie so leise wie möglich ein. Sagen Sie zu keinem Menschen ein Wort. Sollten fünf Stunden vergehen, ohne dass Ihre Herrin Sie ruft, so gehen Sie an ihre Tür und klopfen Sie an. Wenn kene Antwort erfolgt, telephonieren Sie bei mir an. Sie dürfen keine Sekunde damit zögern! Das währe gefährlich!» Estabrook hörte diese Weisungen mit entsetzten Augen an. «Sie wissen etwas!» rief er. «Sagen Sie es mir!» Ich schüttelte den Kopf, öffnete die Wagentür und Hess die Alte heraus, die schwerfällig über die Strasse wackelte, während ihr Kleid in dem feuchten Wind wehte. «So, jetzt Herr Chauffeur,» sagte ich, «jetzt werden Sie die Nacht bei mir verbringen. Morgen — » «Morgen?» «Jawohl, morgen,» sagte ich kurz. «Was wird da sein?» (Fortsetz, folgt.) Führersitz und der Hinterachsbrücke vorzuschreiben (R. A. C. von Italien). 10. Vorschlag, bei den in beiden Richtungen ausgeführten Rekordfahrten die bisher gestattete Ausführungszeit von 30 Minuten auf eine Stunde heraufzusetzen (R. A. C. von Grossbritannien). 11. Zuerteilung der Weltmeisterschaft 1930 (Sekretariat A. I. A). Di© Internationale Sportkommission hat beschlossen, auf die, für dre grossen nationalen Preise von 1931, 1932 und 1933 vorgesehene und durch das Reglement von Indianapolis inspirierte Formel zu verzichten. Dieser Beschluss fusst auf einer Umfrage, die in Italien, Frankreich, Grossbritannien, Belgien und Spanien gemacht worden ist. Man hat festgestellt, dass die Konstrukteure durch eine Formel, die in Europa praktisch nicht anwendbar ist, jegliches Interesse verlieren. Jedem nationalen Automobilclub steht es also frei, die Formel zu wählen, die ihm behagt und die Internationale Sportskommission wird dann im Oktober 1931 auf Grund der gemachten Erfahrungen die für 1932 obligatorische Formel festsetzen. Wie wir schon früher gemeldet hatten, wurde die Wiedereinführung des Gordon- Bennett-Preises durch den Chevalier Florio vorgeschlagen* Der Preis gehört allerdings rechtmässig Frankreich, das ihn in drei aufeinanderfolgenden Jahren gewonnen hatte. Es fragte sich nun, ob der Automobil-Club von Frankreich und das Syndikat der Autokonstrukteure es für zweckmässig erachteten, ihn nochmals auszusetzen. Man beschloss, dass Herr Peronse, Generalsekretär des A. C. F., die französischen Automobilkonstrukteure über diese Angelegenheit befragen und dann der Sportkommission einen Rapport einreichen soll, die das Rennen sodann auch bewilligte. Die Vorschrift, Ballast mitzuführen, wurde für sämtliche Klassen der Sportwagen ebenfalls fallen gelassen. Durch Einschluss von Belgien und Spanien wurde die Zahl der für die Organisation eines für die europäische Bergmeisterschaft zählenden Rennens anerkannter Länder von zehn auf zwölf heraufgesetzt. Während dieses Jahr die beiden Sieger nur Diplome erhielten, winkt den Siegern von 1931 eine goldene* Coupe. Die Besprechung der von der Spezialkommission vorgeschlagenen Verbesserungen des Reglementes (siehe oben) wurde einer Kommission überlassen, die am 14. November in Paris zusammentreffen und sich aus den Delegierten Italiens, Frankreichs, Deutschlands, Englands, Belgiens und der, Schweiz zusammensetzen wird. Endlich wurde beschlossen, dass für jedes Land nur je ein Rennen den Titel « Grosser Preis » führen dürfe. Die Generalversammlung der A.I.A. fand am Dienstag nachmittag statt. Die Traktandenliste setzte sich folgendermassen zusammen: Internationaler Sportkalender 1931; Wahl des Präsidenten, des Vizepräsidenten und fünf neuer Mitglieder; Vorschläge der internationalen Sportkommission; Vorschlag, den Namen A. I. A. C. R. in F. I. A. (Föderation International Automobil) abzuändern; endlich die Aufnahme der amerikanischen A. A. A. in die A. I. A. 4. Weitere Verhandlungen der A. I. A. (Siehe Seite 3) Der Internat. Strassenkongress in Washington. Am VI. Kongress der internationalen permanenten Union für Strassenbau, der am 6. Oktober in Washington begann, nahmen 61 Nationen teil, die durch 218 Delegierte vertreten waren. Die Vereinigten Staaten entsandten allein 62 Vertreter, die Staaten Südamerikas zusammen 45. Vor dem Kongresse hatte eine panamerikanische Strassenkonferenz stattgefunden. Auf der Traktandenliste standen folgende Probleme: 1. Garage und Parke. 2. Regelung des Verkehrs in den grossen Städten und ihren Vororten. 3. Finanzierung des Hauptstrassennetzes für Automobile. Die Delegierten statteten Mont Vernon einen Besuch ab, um die Arbeiten am Boulevard Memorial, für den ein Kostenaufwand von 20 Millionen vorgesehen ist, zu besichtigen. Der Kongress wird durch einen Ausflug nach Indianapolis abgeschlossen werden. Die Schweiz war durch die Herren Mac Peter, schweizerischer Gesandter in Washington, Alexander von Steiger, Chefingenieur für die öffentlichen Bauten und Dr. Guglielminetti, vertreten. Zu Ehren der Delegierten fand bei Präsident Hoover im Weissen Hause ein Empfang statt. Ausserdem gaben anlässlich des Kongresses der Verband amerikanischer Strassenbauer, der amerikanische Automobilverband, das amerikanische Kongresskomitee und Staatssekretär des Auswärtigen, Mister Stimson, Einladungen. -1. AUTOMOBIL-REVUE 1930 — N° 88 Was sagen die Radfahrer zum Verkehrs-Gesetzentwurf ? Im «Rad-Sport», dem offiziellen Organ des schweizerischen Radfahrerbundes, nimmt T. G. in einem durch drei Nummern laufenden Artikel zu dem neuen Gesetzesentwurf Stellung. Wir greifen aus den Ausführungen das Wichtigste heraus. Grundsätzlich wird der im Departementsentwurfe vorgesehenen Regelung des Verkehrs zugestimmt. Namentlich begrüsst wird natürlich die Befreiung von der Führung eines Kontrollschildes für die RadfahreT. Allerdings wird der Befürchtung Ausdruck gegeben, dass das an die Kantone erteilte Verbot nicht ausdrücklich genug sei. Der Entwurf behandelt ja diese Frage nicht in einem eigenen Artikel, sondern verquickt ihn mit der Haftpflichtversicherung. Er bestimmt, dass die Kantone für die Radfahrer die obligatorische Haftpflichversicherung einführen und diesem Zwecke einen Ausweis vorschreiben können, der jedoch nicht ein numeriertes Kontrollschild sein darf. Der Autor des erwähnten Artikels kann sich unter einem solchen Ausweise nur etwas Aehnliches, wie die französische Plaque vorstellen, das aber wiederum von den Radfahrern als polizeiliche Schikane empfunden werden müsse. Als eine, das ganze Gesetz gefährdende Bestimmung wird die Einführung der zwangsmässigen Haftpflichtversicherung für Fahrräder betrachtet. Ebenfalls wird kritisiert, dass das Departement den von der schweizerischen Verkehrsliga vorgeschlagenen Artikel: «Die Benützung des Fahrrades ist gebühren- und steuerfrei» nicht aufgenommen habe, weil es der Meinung war, damit in die kantonale Steuerhoheit einzugreifen. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg, meint T. G. dazu. Man kann ihm allerdings entgegenhalten, dass der Bund trotz des besten Willens nicht verfassungswidrige Pfade einschlagen kann. Endlich wird gerügt, dass der Entwurf lediglich vorschreibt, dass jedes Fahrrad nach Statistische Streiflichter zu Zürichs Wir haben in Nummer 87 vornehmlich gesprochen über: die Verkehrsbewilligungen 1929, die Verteilung der einzelnen Motorfahrzeugkategorien, die Herkunft der Motor- Wagen, sowie über Berufsklassen und Auto und ergänzen heute unsere Besprechung der Broschüre «Statistik über den Verkehr mit Motorfahrzeugen im Kanton Zürich 1929 » mit einigen weiteren aufschlussreichen Ausführungen. Die Motorfahrzeugführer. Es war von vorneherein zu erwarten, dass sich die Zahl der Führerbewilligungen in stärkerem Masse vermehrt, als die Zahl der Verkehrsbewilligungen, da eben der Erwerb einer Führerbewilligung nicht abhängig ist vom Besitz eines Motorfahrzeuges. Ausser den Besitzern, die fast durchwegs Inhaber einer Führerbewilligung sind, bewerben sich gewöhnlich auch Familienangehörige oder Angestellte eines Betriebes oder endlich Leute, denen das Führen eines Fahrzeuges im Beruf von Nutzen ist, um den Führerausweis. Die Zahl der Motorwagenführer im Kanton Zürich betrug im Jahre 1928 15 906, im Jahre 1929 18209. Die relative Vermehrung stellt sich auf 14,5 Prozent. Einer Vermehrung der Führer um 2303 steht einer Steigerung der Wagenzahl um 1614 gegenüber. Beurteilt man die Zahl der Führer nach dem Geschlecht des Inhabers des Führerausweises, so erhält man 92,5 Prozent männliche und 7,5 Prozent weibliche Motorfahrzeuglenker. Die weiblichen Fahrer nahmen um 22,5 Prozent und die männlichen um 13,9 Prozent zu. Eigenartigerweis« verzichteten im Vergleich zum Jahre 1928 nicht weniger als 91 weibliche Fahrer und 47 männliche Fahrer auf den Wiedererwerb der Führerbewilligung. Die weiblichen Fahrer gehören zum grösseren Teil den unteren Altersklassen an als die männlichen, wobei hier die Klassen 18—20, 21—30 und 31—40 Altersjahre verstanden werden. Eintritt der Dämmerung mit Licht versehen sein muss, und es der Vollziehungsverordnung überlässt, weitere Einzelheiten zu bestimmen. Die Liga hatte ausdrücklich verlangt, dass vorne ein Licht und ausserdem hinten ein wirkungsvoll angebrachtes rotes Leuchtzeichen vorgeschrieben werde. Im Kommentar der Verkehrsliga wird für die Vollziehungsverordnung ausdrücklich empfohlen, für hinten nicht eine eigene Lichtquelle, sondern bloss ein sogenanntes Katzenauge anzuordnen. Das Departement hielte es für klüger, diese Frage nicht im Entwurf selbst zu entscheiden. Die Expertenkommission, die letzte Woche den Departementsentwurf überprüft hat, hat jedoch mit allem Nachdruck auf die Notwendigkeit hingewiesen, für sämtliche Fahrzeuge zwei Lichter zu fordern. Die Radfahrer empfinden es als Schikane, wenn man über die Vorschrift einer roten Reflexlinse hinausgeht. Ein richtig angebrachtes «Katzenauge», das im Scheinwerfer der Automobile aufleuchtet, sei ein viel wirksamerer Schutz, als ein eigenes schwaches Lämpchen. Immerhin wird darauf aufmerksam gemacht, dass die rote Reflexlinse richtig angebracht werden müsse. Das geschehe am besten dadurch, dass die Fahrradfabriken, wie in England, jedes Rad gerade mit einer richtig angebrachten Linse liefern. In Deutschland sorgen genaue Bestimmungen für richtige Konstruktion und Anbringung der Katzenaugen. Sie müssen sich ziemlich tief am Kotschützer befinden, so dass das reflektierte Licht der Scheinwerfer nicht viel über die Horizontale ansteigt und das Auge des von hinten kommenden Automobilführers mit voller Wirkung getroffen wird. Wird die Linse zu hoch oder auf der Seite in schiefer Stellung montiert, so werden die Strahlen in die Höhe reflektiert und der Automobilist bemerkt nicht mehr die Anwesenheit des Radfahrers. -1. Motorfahrzeugwesen. Unfälle im Motorfahrzeug- und Fahrrad, verkehr. Im Verlaufe des Jahres 1929 gelangten durch stadtzürcherische und kantonale Polizeiorgane 3627 Meldungen über vorgekommene Unfälle zur Anzeige. Die Zahl der Unfälle vermehrte sich um 112, während in der Periode 1927/28 eine Vermehrung von 715 Unfällen zu verzeichnen war. Relativ genommen hat sich die Unfallquote verbessert. 90 Prozent der Unfälle entfallen auf Wochentage und 10 Prozent auf Sonn- und'Feiertage. Die letzteren sind durchschnittlich mit 6,1 Unfällen belastet, während die Werktage einen Durchschnitt von 10,7 Unfällen aufweisen. In der Zeit von morgens 6 Uhr bis abends 6 Uhr ereigneten sich in der Stadt Zürich erheblich mehr Unfälle als im übrigen Kanton. Auf dem Lande ist aber die Abend- und die Nachtzeit stärker mit Unfällen belegt. Der Monat September ist der unfallreichste, während sich im Februar am wenigsten Unfälle ereignen. Vergleicht man die Beteiligung der Fahrzeuge an den Unfallursachen, so ergibt sich, relativ betrachtet, in den letzten drei Jahren eine beinahe gleiche Beteiligung der einzelnen Typen. Wir hoffen nicht, dass diese Tatsache den Fatalisten als Beweismittel dienen möge. In den ländlichen Gegenden des Kantons ergab sich eine stärkere Beteiligung des Motorrades bei den Unfällen. Die Benutzer der Motorfahrzeuge stellen mit 52 Prozent etwas mehr als die Hälfte der Verletzten, während bei der Tötungsziffer die Zahl der Motorfahrzeug-Insassen genau 50 Prozent ausmacht. Ihnen am nächsten kommen die Fussgänger, die mit 34,4 Prozent an der Verletzungsziffer teilhaben. Es ergibt sich auch für das Jahr 1929 ein ziemlich unerfreuliches Bild, das wahrscheinlich erst im Verlaufe mehrerer Jahre durch intensive Verkehrserziehung besser gestaltet werden kann- Beleuchtet man die Unfallursachen, eine Untersuchung, die 1929 erstmalig für die Stadt Winterthur und die Landgemeinden durchgeführt wurde (eidgenössische Formulare), so erkennt man als dominierenden Faktor das vorschriftswidrige Verhalten von Motorfahrzeugführern (62.7 Prozent), dann das vorschriftswidrige Verhalten von Führern anderer Fahrzeuge (16,2 Prozent) und schliesslich dasjenige der Fussgänger (7,3 Prozent). Die mangelhafte Ausrüstung der Fahrzeuge ist in 3,4 Prozent der Unfälle schuldbeteiligt. Wir schliessen damit unsere Betrachtungen und erwähnen nur noch — und dies nicht als Entschuldigung — die enorme Vermehrung des Verkehrs mit Motorfahrzeugen, die eben progressiv stärker war als die Vermehrung anderer Fahrzeuggattungen, und daher Veranlassung zu der grössten Quote gab. La. Automobilverbindung Arbon—Rorschach. Nach langwierigen Verhandlungen mit der Oberpostdirektion ist nun die Automobilverbindung Arbon, Hörn, Tübach, Goldach, Rorschach zustande gekommen. Ab 1. November werden in jeder Richtung 6 Fahrten ausgeführt werden. Der Fahrplan wird mit Rücksicht auf die Bahnanschlüsse in Arbon, Goldach und Rorschach festgesetzt- -t

88 - 1930 AUTOMOBIL-REVUE Unser Motorfahrzeug-Aussenhandel. Drittes Vierteljahr 1930. Die Verminderung der Einfuhr und die Vermehrung unserer Ausfuhr, eine Entwicklung, die schon vor mehreren Monaten begann, hält an. Das dritte Quartal zeigt eine Abnahme der Einfuhren um 2,707,344 und eine Zunahme der Ausfuhr um 356,574. Wir müssen aber eine Einschränkung machen für die elektrischen Anlasser und Dynamos, die mit Fr. 951,709 in den Ausfuhrbeträgen figurieren. Diese Apparate wurden im Jahre 1929 noch nicht unter diesen Zollpositionen aufgeführt. In Wirklichkeit würde dann die Ausfuhr um 595,135 Fr. abgenommen haben. Das Total der Einfuhr beläuft sich auf 2601 Einheiten (3171 im Jahre 1929) mit dem Gewicht von 2,886,212 (3,507,359) Kilogramm und dem Wert von Fr. 15,044,508 (17,751,852). Das Total der Ausfuhr für das dritte Semester 1930 stellt sich auf 150 Einheiten (175), 540,711 (661,307) Kilogramm, 4,663,215 Franken (4,306,641). ,, Die ersten neun Monate. Vom Januar bis und mit September wurden in die Schweiz eingeführt: 11,486 Einheiten, 11,484,062 kg, 58,644,332 Franken im Jahre 1930, gegenüber 13,050 Einheiten, 12,463,873 kg, 63,932,004 Fr- im Jahre 1929. Das ergibt eine Mindereinfuhr von 5,287,672 Franken. Während der gleichen Zeit belief sich die Ausfuhr auf 796 Einheiten, 1,979,916 kg, 17,127,146 Franken im Jahre 1930, gegenüber 617 Einheiten, 1,770,458 kg, 13,321,374 Fr. im Jahre 1929. Der Mehrwert der Ausfuhr stellt sich auf Fr. 3,805,772, wobei wieder Anlasser und Dynamos mit einzurechnen sind. Nach Abzug dieses Betrages verbleibt für den Mehrwert der Ausfuhr noch die Summe von Fr. 1,603,410. Dieser summarischen Darstellung lassen wir in einer der nächsten Nummern wie gewohnt eine genauere Bearbeitung der Motorfahrzeug-Aussenhandelsziffern folgen. « Konfc^peBraz^&n Internationaler Automobil-Normen-Kongress. Der Internationale Kongress zur Normalisierung des Automobils wird, wie das Pariser Normalisationsbureau berichtet, im Februar 1931 in Paris stattfinden. Für November nächsten Jahres ist eine weiter© Tagung in Brüssel vorgesehen. Xkuss&eBßuBB«£4&mi Veranstaltungen am Genfer Salon 1931. Das Komitee der Sektion Genf des A.C.S. hat in seiner Sitzung vom Dienstag beschlossen: 1. am 3. November ein Herbst-Diner zu veranstalten; 2. anlässlich des Salons eine Sternfahrt (7. März), ein Rennen (8. März) vorläufig noch nicht bestimmter Art und einen grossen Ball (7. März) zu organisieren. Endlich hat das Komitee mit grosser Freude von der Aufnahme des Herrn Jean Humbert, ehemaliger Substitut des Generalanwaltes und der kürzlich die Stelle des verstorbenen Vizepräsidenten, Pierre Renaud, übernommen hat, in die Sektion Genf, Kenntnis genommen. Auch 1931 findet ein Pariser Salon statt. Der Salon 1930 schloss am letzten Sonntag seine Pforten, nachdem er wiederum einen beachtenswerten Erfolg zu verzeichnen hatte. Auch 1931 wird laut Beschluss des ständigen internationalen Büros der Automobilkonstrukteure wiederum eine Automobilschau stattfinden. Trotzdem kürzlich die Meldung verbreitet wurde, der Pariser Salon werde mit der Londoner Olympiaschau in zweijährigem Turnus abwechseln. Das obengenannte Bureau hat die Frage des zweijährigen Turnus auf 1932 vertagt. lt. Sportnachrichton Die Termine der Autosportsaison 1931. Die definitiven Termine für die internationale Sportsaison 1931 wurden am Dienstag bekanntgegeben. Zur nicht geringen Ueberraschung erfährt man nun, dass die Internationale Sportkommission, auf das Verlangen weiterer interessierter Kreise, die Zahl der für die Europäische Bergmeisterschaft 1931 geltenden Rennen zu reduzieren, mit einer Erhöhung auf zwölf Bergrennen geantwortet hat! Wie die Sportkommission der A. I. A. zu diesem geradezu sensationellen Ergebnis kommt, ist vorläufig noch nicht bekannt, jedenfalls wird sie sich auf geharnischte Angriffe gefasst machen dürfen. Jene Kreise, die gerne an der sportlich interessanten Konkurrenz teilgenommen hätten, durch die allzuvielen Rennen aber schon rein finanziell nicht mitmachen konnten und die zuversichtlich auf eine Reduzierung hofften, werden alle kopfschüttelnd von dem Entscheid der Spo^rtkommission Jesen- Durch die Teilnahme Belgiens und Spaniens steigt die Zahl auf die folgenden zwölf Rennen an : 17. Mai: Rabassada-Bergrennen (Spanien); 31. Mai: Zbraslav-Jiloviste (Tschechoslowakei); 7. Juni: Cöte de Malchamp (Belgien); 14. Juni: Kesselbergrennen (Deutschland); 5. Juli: Susa-Monconosio (Italien); 11. Juli: Shelsley-Walsh (England); 16. August: Tatra (Polen); 23. August: Bernina (Schweiz); 30. August: Mont Ventoux (Frankreich); 13. September: Semmering (Oesterreich); 20. September: Schwabenberg (Ungarn); 27.September: Feleac (Rumänien). Das Gordon-Bennett-Wettrennen für Automobile wurde gutgeheissen und wird somit nächstes Jahr stattfinden. Eine Unterkommission wird ein besonderes Reglement ausarbeiten- Fallengelassen wurde hingegen der Gedanke einer Auto-Weltmeisterschaft 1931. Die Generalversammlung der A. I. A. bewilligte ebenfalls die Daten für die Europäische Bergmeisterschaft 1931 und bestimmte ferner die folgenden definitiven Termine für die internationalen Sportanlässe: INTERNATIONALER SPORTKALENDER 15. März: VIL Grand Prix von Tripolis; 22. März : Turbie-Bergrennen (anl. Rallye Monte-Carlo); 29. März: III. Grand Prix von Tunis. 6. April: Grand Prix von Casablanca; Grosser Preis von Ungarn; 12. April: Mille Migiia; 19. April: III. Grand Prix von Monaco; 26. April: VIII. Rundstreckenrennen in Alessandria um den Bordinopreis. 3. Mai: VII. Rundfahrt um Sizilien; 10. Mai: XXII. Targa Florio; 9.—14. Mai: Internationale Automobihvoche in Wiesbaden; 17. Mal: VI. Coppa di Messina; Grand Prix von Algier; 22. Mai—4. Juni: 10,000 km des A. v. D.; 30. Mai: Indianapolis-Rennen; 31. Mai: VI. Königspreis von Rom. 1.—8. Juni: Internationale Tourenwagenwoche, in Rumänien; 5. u. 6. Juni: Grosser Preis von Irland; 7. Juni: Grosser Preis der französischen Kolonialausstellung; 13. u. 14 Juni: 24-Stundenrennen in LeMans; 14. Juni: Grosser Preis von Wien; Grosser Peis von Lyon; 21. Juni: Grosser Preis von Frankreich; III. Coupe Bianchi (Italien); 28. Juni: VII. Grand Prix de Ia Marne. 3. u. 4. Juli: 24-Stundenrennen der Serienwagen in Belgien; 5. Juli: Grosser Preis von Belgien; 12. Juli: Toul-Nancy; 19. Juli: Grosser Preis von Deutschland; 26. Juli: Schauinsland-Rennen des A.D.A.C.; 30. Juli—7. August: Internationale Alpenfahrt. 9. August: Gaisbergrennen; 9.—16. August: Automobilwoche von Commages; 17.—23. August: Automobilwoche von St. Moritz; 22. August: Englische Tourist-Trophy. 6. September: Grosser Preis von Italien; 19. u. 20. September: Rundstreckenrennen in Pau; 20. September: V. Rundstreckenrennen von Cremona; 27. September: Grosser Preis auf dem Masarykring. 4. Oktober: Grosser Preis von Spanien; Zirlerbergrennen. Ehrung von Stuck und Caracciola. Der Hauptausschuss des « Allgemeinen Deutschen Automobilclub» hat beschlossen, die beiden Europameister der Bergmeisterschaft, Hans Stuck und Rudolf Caracciola, durch Verleihung der goldenen Sportnadel des A.D.A.C. besonders zu ehren. bo. Das Bergrennen von Griffoulet beschliesst die sportlichen Veranstaltungen des A.C. du Midi in diesem Jahre. Das am 26. Oktober zum Austrag kommende Rennen wird unmittelbar vor den Toren von Toulouse ausgetragen. Der Rekord gehört Thomas auf De'age, der eine Stundengeschwindigkeit von 115 km 500 fuhr. x. Robert Sen6chal stellte auf der Rennbahn von Montlhery am letzten Samstag bereits wieder eine neue Gewaltsleistung auf. Er startete mit einem 14 PS Chenard-Walker und fuhr während 24 Stunden ununterbrochen die totale Länge von 3181 km 853. Das Stundenmittel betrug 133 km 77. Die Brennstoffaufnahme erfolgte während der Fahrt bei einem Tempo von 90 km. x. Neue Rekorde fallen in Montlhery. Auf der Bahn von Montlhery gelang es Mrs. Steward auf Derby Miller die Rekorde für die Klasse E (2000 ccm) über 5 km und 5 Meilen zu unterbieten. Sie fuhr die 5 km mit einem Stundenmittel von 207 km 636, die 5 Meilen mit dem Durchschnitt von 206 km 222. Die alten Rekorde wurden von Dunfee auf Sunbeam am 31. August dieses Jahr aufgestellt, bo. Die Rennbahn von Montlhery soll ausgebaut und verbessert werden. Nach einem sehr erfolgreichen Jahre, das sowohl sportlich wie finanziell den Erwartungen entsprach, wird gegenwärtig der Zustand der Rennbahn einer genauem Prüfung unterzogen. Nach den Aussagen der Bausachverständigen soll es sich jedoch weniger um durchgreifende Änderungen, als um kleinere Teilreparaturen handeln, da die Bahn von Montlhery noch immer den Anforderungen auch des modernen Autosportes entspricht. x. Das Bergrennen von Consuma in der Nähe von Florenz, dessen Ursprung auf das Jahr 1902 zurückgeht, ergab kürzlich bei grosser Beteiligung von Fahrern einen neuen Rekord von Biondetti auf Bugatti, der die bestehende Bestzeit um 2 Sek. unterbot. Hohensyburg-Rundstreckenrennen. Auf der Hohensyburgstrecke bei Dortmund fand nach langem Unterbruch wieder ein Rundstreckenrennen für Automobile statt. Die schnellste Zeit fuhr Levy auf Bugatti (Dresden), der die 14,8 km lange Rundstrecke während den 5 Runden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 110,3 Stundenkilometern zurücklegte. Der Dortmunder Zeier auf B.M.W. überschlug sich und musste mit Schenkelbrüchen ins Spital transportiert werden. Die Veranstaltung, organisiert durch den Gau V des A.D.A.C., klappte vorzüglich. Resultate: Sportwagen, 750 ccm: 1. Vorman-Düsseldorf (B. M. W.) 1 Std 05' 23" (67,8 Std./km). 1100 ccm: 1. Lehmann-Essen (Amilcar) 52' 56" (83.8 Std./km). 1500 ccm: 1. Levy-Dresden (Bugatti) 44' 06" (100,3 Std./km), beste Zeit des Tages. 2000 ccm: 1. Stäton- Solingen (Bugatti) 53" 55" (82,3 Std./km). 3000 ccm: 1. Rölling-Hagen (Röhr) 53' 46" (82,5 Std./km). 5000 ccm: 1. Rosenkraaz-Hagen (Oldsmohile) 55' 2" (80,2 Std./km). Ueber 5000 ccm: 1. Dr. Winter- Chemnitz (Mercedes-Benz) 50' 08" (88,5 Std./km). Rennwagen (eine Klasse): 1. Dr. Rissel-Solingen (Bugatti) 46' 34" (95,3 Std./km). Ein neues Projekt einer Genler Grossgarage. Um den immerhin zunehmenden Verkehrsverstopfungen in den Strassen Genfs Abhilfe zu leisten, wurde den Genfer Behörden das Projekt einer Grossgarage für das rechte Ufer unterbreitet. Dieses Projekt ist ein Gegenstück zur Garage des Trois-Perdrix, das kürzlich in der Presse besprochen wurde. Die neue rechtsufrige Garage soll im Strassenwinkel zwischen der nie de Chantepouilet und der rue Cendrier zur Verwirklichung kommen. Dieselbe ist für die Parkierung von 450 Wagen berechnet und soll mit der allermodernsten Ausrüstung versehen werden. lt. Die genauen Ergebnisse des Feleac-Bergrennens in Rumänien, das bei der Europäischen Bergmeisterschaft mitzählt, sind uns vom Rennchef nachträglich zur Verfügung gestellt worden. Sie lauten : I. Kategorie Rennwagen: Konkurrent Marke Zahl d. Inhalt Klasse Zeit Geschwindigkeit Zyl. 1. H. Stuck von Villiez (Austro Daimler) 6 2. Ladislau Hartmann (Bugatti) 8 8. Titu Vasiliu (Ford) 4 II. Kategorie 1. Print F., Lichtenstein (Bugatti) 8 2. Gheorghe Nadu (Chrysler) 6 3. Iorgu Ghika (Chrysler) 6 4. Ing. P Moccia (Fiat) 6 5: Carol Jellen (Bugatti) 4 6. Dimitrie I. Macri (Alfa Romeo) 6 7. Marin Butculescu (Buick) 6 8. Ladislau Almassy (Steyr) 6 9. A. S. R. Prinz Nikolaus von Rumänien 6 (Alfa Romeo) 10. Carol Busch (Buick) 6 11 Baron E. Atze] fFiat) 4 Die Resultate: Sportwagen, 1100 com: 1. Ramato (Salmson) 13" 16%" (Stundenmittel 65,305 km). — 1500 ccm: 1. Paneri (Talbot) 11' 24%". — 2 Liter: 1. Prinz Cerani (Maserati) 10' 52". — 3 Liter: 1. Fontana (O. M.) 12' 30%". Rennwagen: 1. Biondetti (Bugatti) 10' 30%" (85,632 km). 2. Nuvolari (Alfa Romeo) 10' 38H". Klein«? 4255 C 2' 38" SO % 113,708 1990 E 3* 25" 21 % 87,715 3286 C 4" 43" 81 % 63,423 Sport: 1990 E 8' 00" 75 % 99.585 4324 C 3' 42" 96 % 80.732 4324 C 3' 56" 10 % 76,239 3739 C 4'02" 71 % 74.163 1496 F 4*03" 11 % 74,041 2994 D 4'07" 87% 72,619 4450 B 4' 13" 33 % 71,054 1493 F 4' 33" 18 % 65,891 1752 E — — 5073 B — — 990 G — —