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E_1930_Zeitung_Nr.091

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dem Lautsprecher toben

dem Lautsprecher toben und quirlen Musik und Worte, ein Tongemisch, in dem die Welt eingeiangen ist, und vor diesem Schall bleibt man unbeteiligt und ruhig ! Diese Selbsverßtändlichkeit habe ich nie begriffen, sie hat mich selbst erfasst, ich verstehe sie auch an tnir nicht. Mit dem Radio hat der verquälte, kleine, dumme, nichtssagende Mensch sich in Zusammenhänge eingedrängt, die völlig ! ausser unserm gewohnten Dasein stehen. Man sollte jedesmal beim Radiohören so feierlich werden wie in einer Bildergalerie oder in einer Herbstlandschaft. Als ich zum ersten Male Radio hörte, empfand ich etwas von jenem Schauer, der uns bei Begegnungen mit Ewiggültigem berührt Mein Freund bastelte am Radio noch spät am Abend und suchte mit seinem selbstczusammengezimmerten Apparat krampfhaft Umwälzende Neuerung \m Radiofernhören ? Gibt es eine gute Methode für Radioempfang in grossen Städten? Obwohl wir in der Schweiz nicht von eigentlichen Grossstädten (250,000 Einwohner!) sprechen können, dürfte ein zukunftsweisender Vorschlag, der von einem 23jährigen Berliner Radiogenie bekanntgegeben wurde, auch für uns von umwälzender Bedeutung sein. In den letzten Jahren bemühen sich zahlreiche Radiotechniker um die Verbesserung der Empfangsverhältnisse in grossen Städten, deren Atmosphäre ständig von störenden elektrischen Geräuschen durchzittert wird. Die Bemühungen waren bis heute vergeblich. Es wäre zu schön gewesen, wenn man mit einem einfachen Detektor mindestens ein halbes Dutzend Programme inländischer und angesehener ausländischer Sender mit der gleichen Empfangsstärke hätte anhören können ! Nun erscheint ein junger, sehr junger Radio-Sachverständiger auf dem Plan der Oeffentlichkeit mit Vorschlägen, die eine Revolution im Radiowesen ankünden. Eigenartigerweise klingen diese Vorschläge äusserst einfach. Sie erscheinen uns ebenso simpel wie das Ei des Kolumbus. Fernempfang ebenso stark wie Nahempfang. Manfred von Ardenne, so nennt sich dieser hochbegabte Berlinerjunge, will im Bannkreis einer Grossstadt eine Reihe empfangsstarker Radiostationen bauen. Diese" Empfangsstationen müssen auf eine bestimmt© ausländische Station sauber abgestimmt sein. Eine solche Station würde dann durch ein Hochfrequenzkabel mit einem oder mehreren kleinen Sendern in Verbindung stehen, die im Innern der Stadt errichtet würden Und die Darbietungen auf der gleichen Welle nochmals auszusenden hätten. Für den Empfang irgendeiner bestimmten Station wäre im Stadtkreis je ein besonderes Relaissystem zu bauen. Beispielsweise würde bei uns ein Empfangssystem für Königswusterhausen, Empfangssysteme für Wien, Rom, Toulouse usw. eingerichtet werden müssen, so dass man im Stadtgebiet jeden dieser Sender ungefähr gleich stark hören würde wie den ortseieenen Sender. eine Station zu erreichen. Seltsamerweise erwischte er — für mich die ersten Laute des Radios! — den Sprecher des Abend-Nachrichtendienstes, und ich hörte, bebend,vor Spannung, den einen Teil des Hörers an mein Ohr gepresst, eine knarrende und schwer verständliche Stimme, die sprach: «Heute Abend Ist in Luzern Karl Spitteler gestorben.» Ich fuhr zurück, doppelt berührt von einem Unsichtbaren, sowohl von der Gewalt dieser Macht, die Stimmen über Wälder, Felder, Wiesen und Berge hinwegzutragen vermochte — über eine Welt — wie von der Nachricht selbst, die mir nicht weniger unfasslich und erschütternd schien. In jener Minute, in der ich zum ersten Male Radio hörte, habe ich instinktiv die Grosse und die Bedeutung einer ewigen Gewalt erahnt... bo. Revolution im Radio? Sehr wichtig ist die Zusicherung Manfreds von Ardenne, die neue Empfangsorganisation lasse sich mit den heute auf dem Markt befindlichen Hausempfangsapparaten durchführen. Er glaubt ferner, dass es möglich sei, die verschiedenen Programme trotz der hohen Lautstärke genügend auseinanderzuhalten. Ist die Erfindung der Prüfung wert? Der deutsche Reichsrundfunk-Kommissar, Staatssekretär Bredow, erklärte, er halte Ardennes Projekt theoretisch für durchaus plausibel- Er will sich aber auf die Versuche stützen, die erst mit den Schwierigkeiten der praktischen Durchführung Anhaltspunkte geben können. Ein anderer Bahnbrecher des deutschen Kundfunks, Dr. Sigmund Löwe, der den Ruhm für sich beanspruchen darf, der Entdecker von Manfred von Ardenne zu sein, äussert sich in der « B. Z.» wie folgt: « Die Einführung des Fernempfanges nach dem Vorschlage von Ardenne lässt grosse Möglichkeiten offen, die zu einer wesentlichen Verbesserang der Fernempfangsverhältnisse in der Grossstadt fähren können. Wie immer bei technischen Neuerungen sind allerdings auch im vorliegenden Fall gewisse Bedenken vorhanden, insbesondere das vom Gleichwellenrundfunk bekannte Auftreten toter Zonen, die Ausgleichung des Fading- Effektes und die mögliche Störung allzu^i wenig selektiver Empfänger. Diese Bedenkeli liegen nahe und sind von Manfred von Ar\ dentie bei seinen Ueberlegungen bereits berücksichtigt worden. Es erscheint zweckmässig, durch den Bau einer Versuchsanlage die praktischen Möglichkeiten des neuen Vorschlages zu erproben.-» Wenn auch Dr. Löwe noch allgemeine Einwendungen macht, so darf man aus seiner Beurteilung doch auf feste. Zukunftsaussichten des Fernempfangsystems von Ardenne schliessen. Wer Ist Ardenne? Da Ardenne bei den schweizerischen Radio- Ämateuren noch wenig bekannt ist, erinnern wir an die Bedeutung dieses jungen Radiotechnikers und an seine wichtigste Erfindung. AUTOMOBIL-REVUE 1939 — N° 91 Radio und Automobil Durch eine neue Einrichtung bei der amerikanischen TJeberfall- und Ambulanzpolizei •werden die kursierenden Polizeiautos mit Radio verbunden. Unter dem Führersitz der Autos ist eine Radioendstation eingerichtet, die den Wagenführer mit dem Polizeiamt verbindet. Unser Bild zeigt die Einrichtung unter dem Führersitz der Autos, die dem Führer ermöglicht, dauernd in Verbindung mit der Zentralpolizeistation zu bleiben. Ardenne trug schon im Jahre 1919 den Gedanken in sich, die Anodenspannung dem Lichtnetz zu entnehmen, erlebte dabei Enttäuschungen, wurde aber nie entmutigt. Als ihm der Bau eines Röhrenapparates nicht gelang und die Röhren bei einem Versuch durchbrannten, baute er diesen Apparat in einen Detektor um. Er bastelte weiter und erfand im Jahre 1920 die richtige Dimensionierung der Widerstandsverstärkung, eine konstruktive Massnahme, die im Apparatenbau revolutionierend wirkte- Nach mehreren im Sand verlaufenen Anfragen geriet er an den rechten Mann, den oben erwähnten Dr. Sigmund Löwe,* der sich -der Tragweite dieser Erfindung rasch bewusst war und die Fabrikation zielbewusst aufnahm. Im Herbst 1920 konnte man diese Widerstandsverstärker bereits auf dem Markt erstehen. Einige Monate später wurde die Dreifachröhre auf den Markt gebracht. Der Preis eines Dreiröhrenapparates sank dadurch enorm und der Apparat wurde erst recht für die Masse der Radiohörer käuflich gemacht. Heute ist Manfred von Ardenne bereits ein gemachter Mann, der einen grossen Stab von Mitarbeitern besitzt und über ein Laboratorium für den Radiobau und ein astronomisches Observatorium verfügt. Was wird geschehen ? Die Laufbahn von Ardenne bietet vollauf Gewähr für den praktischen Ideengehalt und die Durchführbarkeit seiner Vorschläge. Immerhin dürften noch ein bis zwei Jahre verstreichen, auch wenn die Radiobehctrden aus irgendwelchen radiopolitischen und andern Gründen wenig Steine in den Weg legen, bis das erste Fernempfangssystem als Versuchsstation in Berlin zur Ausführung kommt. Befürworter der Vorschläge von Ardenne und Widersacher haben sich bereits eingefunden. Bedeutende Fachmänner der Radiotechnik bürgen aber dem Erfinder für enorme Möglichkeiten und bringen der Erfindung ein grosses Vertrauen entgegen. Und unser Landessystem ? Für den Hörer in der Stadt und ganz speziell für diesen, ist der neue Fernempfang eine Bereicherung der Programmwahl. Wir haben alle Ursache, unsere volle Aufmerksamkeit diesen Vorgängen zuzuwenden, weil auch das schweizerische Broadcasting-System in voller Umwälzung steht. Das Jahr 1931 wird im schweizerischen Radioempfang sowohl Ueberraschungen als Enttäuschungen bringen, Enttäuschungen, da die Fertigstellung des Landessenders in Beromünster keinesfalls auf den 1. Januar erwartet werden kann, vielmehr ist frühestens auf Mitte nächsten Jahres der Beginn der Landessendungen anzusetzen- Es wäre interessant, von, einem Fachmann zu erfahren, ob nicht aus den Vorschlägen von Ardenne für das schweizerische Broadcasting sofort Nutzen gezogen werden könnte. go. Radio-Dienst Grammo-Verstarker and Hochleistungs-Apparate« SPEZIALWERKSTÄTTE Reparaturen mit Garantie, massige Preise. Ingenieur J. BOB VOGEL Telephon 100 LUZERN MOhlenpl. 11 Es genügt nicht, >«v einen beliebigen Radio- Apparat anzuschaffen — es passt nicht jeder an jeden Ort, so wenig, wie jed. Auto für jeden Zweck. Individuelle, fachmännische Beratung, Empfangsund Tonvergleiche, unverbindliche Auswahl und Vorführung bestgeeigneter Typen allerPreisklassen im Radio- Laboratorium Oberingenieur W m P. 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No 91 — 1930 UDO] DP HD»OB SBEB1TIE Ein neuer Frauenberuf: Die Radio- Directrice Die «National Broadcasting Company» kontrolliert fünfzig amerikanische Radiostationen zwischen Boston und Denver, also 1 ist sie gewiss eine ansehnliche Company. Und der Programm-Manager dieser Gesellschaft ist Miss Bertha Brainard, also ist Miss Brainard gewiss eine Autorität, von der zu hören, wie sie zum Radio kam und wie sie beim Radio vorwärtskam, nicht uninteressant ist. Der hervorragende Journalist Arthur Rund erzählt in «Amerikanische Frauenberufe» («Wiener Freie Presse») nun vom Wirken der Radio-Directrice. «Als ich zum erstenmal durch einen Kopfhörer eine Radiosendung hörte, das ist jetzt bald zehn Jahre her, wollte ich mehr von der Sache wissen. Ich fuhr nach Newark hinüber, zur Station WJZ, die ich am Abend vorher gehört hatte; aber man wollte mir dort weder einen Job geben, noch zeigte man mir die Station. Ich ging fort und kam als Reporter wieder: Ich hätte den Plan, etwas über Radiostationen zu schreiben, hätte deshalb gern die Einrichtung gesehen und so weiter und so weiter... man zeigte mir bereitwillig alles. Ein paar Tage später schlug ich dem Manager der Station vor, wöchentlich einen plaudernden Bericht über New Yorker Theaterneuheiten unter dem Titel «Broadcasting Broadway» zu senden — der Manager fand meinen Vorschlag gut, er wurde angenommen, ich war engagiert.» Miss Brainard zählt sich heute, obwohl sie nicht viel über Dreissig ist, zu den Pionieren des amerikanischen Radiowesens. «Pionier» — das ist ja auf allen Gebieten das Lieblingswort des Amerikaners; Pionier ist einer, der wie die ersten Siedler kommt und, ohne viel zu reden, sofort etwas tut. Kommen und fragen und Erkundigungen einziehen — nein, das war nicht das Richtige, so kam die junge Dame über das Vorzimmer in Newark nicht hinaus; aber sie war bald bezahlte Mitarbeiterin, als sie sich als Reporter eingeführt und dann sofort einen praktischen Vorschlag gemacht hatte. Schon im Jahre 1924 war die resolute EFERyfl&IDJ Dame Assistent des Managers der Station; als die Station WJZ mit ihrem Ateleir von Newark, das auf der anderen Seite des Hudson im Staate New Jersey liegt, nach New York übersiedelte, war sie in der Atelierabteilung schon beinahe unentbehrlich; 1926 ist sie bereits Manager. Miss Brainards schneller Aufstieg ist ein «schöner» Weg, aber ein ungewöhnlicher. Normalerweise hätte sie so lange gewartet, bis der Posten einer Stenotypistin frei gewesen wäre, der übrigens bei den Radiostationen wegen der langen und unregelmässigen Arbeitszeit recht gut bezahlt wird, nämlich mit mindestens 35 Dollar wöchentlich. Oder sie hätte auch aus dem Leitgedanken fast aller Frauenberufe Kapital schlagen können, dass es beim Radio wie bei allen Berufen ein spezielles Arbeitsgebiet für Frauen gibt. Denn das amerikanische Radio rechnet ja damit, dass der arbeitende Mann nur am Abend hören kann und füllt deshalb die Vormittagsstunden und den Nachmittag sehr radikal mit Hörstoff für die Frau: Mit Themen über Schönheits- und Gesundheitspflege, Mode und Sparsamkeit, Kindererziehung und Haushalt. Ein auf solche Dinge gerichtetes Programm verlangt natürlich Frauenmitarbeit und hat das Vorurteil gegen die Frau als Arbeitskraft vollkommen getötet. Die National Broadcasting Company hat zum Beispiel seit einigen Jahren eine Abteilung für Frauenprogramme, und diese ganze Abteilung besteht einschliesslich der Leiterin aus Frauen. Alle amerikanischen Radiostationen zahlen ihr Personal, mit Ausnahme der ganz kleinen und der leitenden Posten, in sparsamen Ziffern. Was darin seinen Grund hat, dass die meisten amerikanischen Radiostationen nicht nur keinen Gewinn abwerfen, sondern passiv arbeiten. (Die Hörer zahlen nichts!) Dafür wird dem Personal immer wieder vorgesungen: Das Radio sei erst in seinen Anfängen, die Entwicklungsmöglichkeiten seien ausser- ordentlich- AUTOMOBIL-REVUE 15 Allgemeiner Teil: Fünf Minuten Radio-Geschichte Durch nichts wird die wissenschaftlichtechnische Einstellung unseres Zeitalters so deutlich charakterisiert wie durch die rasende Entwicklung und Verbreitung des Radios. Noch im Anfang dieses Jahrhunderts hätte kein Mensch auch nur die Möglichkeiten geahnt, deren wir uns heute schon mit aller Selbstverständlichkeit bedienen. Aus einem Nichts heraus wurde im Laufe eines halben Menschenalters ein Zustand geschaffen, der selbst ein Jules Verne noch als Zauberei erschienen wäre. Alles in allem handelt es sich beim Radio um eine höchst abstrakte, fast vollständig an das Vorstellungsvermögen appellierende Angelegenheit. Und doch macht jeder dritte Schuljunge aktiv mit, aus einem instinktiven technischen Verständnis heraus, das offenbar schon lange in seinem Gehirn geschlummert hat Der Begriff der «elektrischen Welle » ist uns schon so geläufig geworden; dass wir an di« Existenz solcher Wellen glauben, als ob wir sie sehen könnten. Der richtige Radio- Amateur gar geht mit elektrischen Schwingungen — diesen doch so überaus subtilen und komplizierten physkalischen Erscheinungen — um, als wären sie handgreiflich- Da wird «gesiebt», «moduliert», «gesperrt». Den erwünschten Schwingungen werden immer bessere Wege geboten, den unerwünschten immer grössere Hindernisse in den Weg gelegt. Erfindergeist und Intuition kämpfen gegen einen Gegner, der erst durch die Vorstellungskraft überhaupt zu erkennen ist. Ein riesiger Aufwand an Geduld und List war nötig, um die Tarnkappe Punkt für Punkt zu durchlöchern. Noch ist nicht abzusehen, welche Möglichkeiten eine vollständige Beherrschung der elektrischen Schwingung bieten wird. Aber schon die gegenwärigen Möglichkeiten sind so vielgestaltig, die Forscherarbeit, die jeder Radio-Bastler bewusst oder unbewusst leistet, ist so unendlich reizvoll, dass niemand sich dem Bann der ganzen Materie entziehen kann, der auch nur einmal einen Weinen Einblick in sie getan hat. Die Geschichte des Radios ist eine Kette glücklicher Einzelerfindungen. Die grundlegende Entdeckung machte am Ende des vorigen Jahrhunderts Heinrich Hertz, und zwar entdeckte dieser Physiker, dass beim Ueberspringen elektrischer Funken elektrische Wellen entstehen, die sich ähnlich wie Tonwellen im Räume ausbreiten. Lange Zeit war aber der Nachweis dieser Wellen sehr umständlich und unsicher. Erst G. Marconi fand um die Jahrhundertwende Nachweisgeräte von genügender Empfindlichkeit. Damit war gleichzeitig die elektrische Welle verwertbar geworden- Eines der ersten praktisch brauchbaren Nachweisgeräte war der «Fritter» oder «Kohäer», ein mit Metallpulver gefülltes Glasröhrchen, das einen angeschlossenen Strom zu leiten begann, sobald es unter den Einfluss elektrischer Wellen kam. Viel zuverlässiger war aber schon eine 1903 erfundene elektrochemische Zelle. Die elektrischen Wellen, die eine sehr hohe Schwingungszahl haben müssen, um genügend durchdringend zu sein, wurden anfänglich durch Anwendung hoher Spannungen in Verbindung .mit Kondensatoren erzeugt. Den nächsten grossen Fortschritt brachte Goldschmidt mit einer Maschine, die Hochfrequenz-i Spannung direkt erzeugte, und Poulsen, der die Wege zeigte, um einen elektrischen Lichtbogen zum Erzeuger elektrischer Wellen ZU verwenden. Trotz allem war aber an eine Telephonle damals noch nicht zu denken. Wenn auch eine Telegraphie über den Ozean schon sehr gut möglich war, waren doch die erzeugten Schwingungen zu unrein, um als Träger von Wort oder Musik dienen zu können. Ausser-* dem hätten solche «modulierte» Schwingungen mit den vorhandenen Empfangsgeräten' auch gar nicht moduliert wiedergegeben 1 werden können. Erst die Entdeckung des Kristalldetektors, mit dem auch heute noch gearbeitet wird, brachte die Möglichkeit des Telephonieempfanges. Mit ungeheurem Eifer machten sich Physiker und Erfinder in allen Ländern an die Bearbeitung dieses neuen Problems. Der Erfolg schien nahe bevorzustehen, da brach der Weltkrieg aus. Allerdings hatten die Jahre unmittelbar vorher noch die b&» deutendste Entdeckung gebracht: fast gleichzeitig hatten de Forest in Frankreich und Lieben in Deutschland * Röhren» geschaffen, mit denen die ankommenden Wettert nicht nur nachgewiesen, sondern auch stark verstärkt werden konnten. Zu Anfang des (Fortsetznns siehe Seite 17) DER SCHLAGER FÜR SAISON 1930-31 ist PHILCO Modell 20 Sensation in Preis u.Leistung Modell 20 Hochleistungs-Radioempfänger mit 7 Röhren (davon 3 Schirmgitter) Einknopfbedienung, geeichte Stations-Skala, höchste Trennschärfe aller Stationen, vollkommene Tonwiedergabe durch den elektrodynamischen Lautsprecher. Modeil 20 vereinigt eine komplette Empfangsanlage im gleichen hübschen Holzgehäuse mitsamt dem Lautsprecher. Preis komplett Fr. 690.— Wir führen ausserdem noch die Apparate der Serie 96 als Tisch« sowie Schrankmodelle, sowie die wundervolle Radio-Grammo-Kombination, welche Apparate mit den neuesten Erfindungen der Technik ausgerüstet sind, wie z. B. ,,Fading"-Ausschalter, Tonkontroller usw. Verlangen Sie Prospekte. Haupt-Vertretung für die ganze Schweiz: P. & F. DAETWYLER, Radio-Crammo, LUZERN Telephon 39.61 Berndorferhaus In Zürich: NEUPORT A.-G., Pelikanstrasse, ZÜRICH HUG&CO.HelmhausZÜRICH