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E_1930_Zeitung_Nr.095

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derung von Personen vor.

derung von Personen vor. Speziell der letztere Fall entspricht einer in den letzten Jahren mehrfach vom Bundesgericht mit Recht befolgten Praxis. Ersatz von Sachschaden. Ziffer 9 regelt den Ersatz des Sachschadens. Hier gilt das Verursachungsprinzip nur insoweit, als es sich um Beschädigung, Zerstörung oder Verlust von Gegenständen handelt, die der Fahrzeuginsasse unter seiner eigenen Obhut mit sich führte, sofern dieser getötet oder verletzt worden ist und die Beschädigung, Zerstörung oder der Verlust mit dem Unfall im Zusammenhang steht. Bei ausschliesslichem Sachschaden, jedoch ohne dass der Betroffene eine Körperverletzung erlitten hat, tritt eine Haftung des Halters, nur dann ein, wenn ihm ein Verschulden nachgewiesen werden kann. Die Automobllindustrle der Vereinigten Staaten von Amerika. Deutlicher als durch den Kursverlust der amerikanischen Auto-Aktien seit dem Börsenkrach im Oktober 1929, bis heute um 1,4 auf 2,9 Milliarden Dollar, d. h. um rund 7 Milliarden Franken, kann die gegenwärtige Lage Ider amerikanischen Automobilindustrie nicht skizziert werden. Als mit dem Börsenkrach das bis in die entlegendsten Winkel tönende Stopp-Zeichen der Hochkonjunkturperiode erschallte, sah sich die Autoindustrie gezwungen, eine scharfe Produktionsdrosselung vorzunehmen. Es ist ihr bis heute noch nicht gelungen, durch Anpassung an den Verbrauch auch nur eine bescheidenste Gesundung der Marktverhältnisse herbeizuführen. Wie sich die einzelnen Geschäftszweige, d. h. wie sich vor allem die Produktion zum Inlandsmarkt, Ersatz- und Exportgeschäft verhält, geht aus nachstehender Zusammenstellung hervor: 1922 1928 1927 1928 1929 5,9 1,8 43,3 0,39 2,9 1,8 53,0 3,7 2,4 55,4 4,5 2,5 46,1 0,75 14.0 Nachstehende Zusammenstellung zeigt im Vergleich zu den entsprechenden Monaten 'des Vorjahres die in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres erzielten Produktionsziffern : dem er fort war, sagte ich sie immer wieder vor mich hin, weil mir war, als könnte ich ihren Sinn nicht fassen. « Nur die 1 drei! Weiter niemand!» Was ich mit meinem Willen nicht hatte ausführen können, hatte ein anderer Wille für mjch getan. Die Grosse Hand hatte meine Befürchtungen hinweggefegt! Ueber meinen Kummer hinaus empfand ich, dass etwas Wunderbares geschehen war. Die Fortdauer meines Ichs hatte ein Ende für immer!, Wjeder war mein Körper der einzige Körper jn der ganzen Welt, der die furchtbaren Bestandteile meiner Blutmischung enthielt. Ich hob mein Gesicht zum Himmelsblau und stiess einen Jangen Schrei triumphierenden, leidenschaftlichen Frohlockens aus. Mich erfasste das Verfangen, Näheres zu erfahren, meiner Sache sicher zu sein, noch einmal die Worte zu hören: «Nur die drei! Weiter niemand», und dann der Stadt für immer den Rücken zu kehren. Mit diesen Gedanken ging ich eilig in den Ort zurück, und zwar durch eine Seitenstrasse, bis zu einer Stelle, die den rauchenden Trümmern Beschluss. Damit dürfte das Wesentliche über die Neugestaltung der Haftpflicht im künftigen Automobilgesetz und über deren zu erwartende Auswirkungen gesagt sein. Es liegt auf der Hand, dass die Umkehrung der Beweislast einerseits und die engbeschränkten Haftpflicht-Befreiungsgründe anderseits zu einer vermehrten Haftung und — damit zusammenhängend — zu erheblich erhöhten Versicherungsverpflichtungen des Motorfahrzeughalters zugunsten der übrigen Strassenbenützer führen. Gerade deshalb sind hinwiederum im neuen Gesetz, im Interesse des Motorfahrzeughalters, auch für die übrigen Strassenbenützer eine Anzahl Verkehrsvorschriften aufgestellt worden, durch die diesen besondere Verpflichtungen auferlegt werden. Unsere Diskussion. Wenn auch Widerhandlungen gegen diese, Ueber dieses Thema ist in der Nr. 93 der soweit Fussgänger betreffend, aus Referendumsgründen bedauerlicherweise nicht mit kussion eröffnet worden. Es wirkt immer be- Auto-Revue vom 4. November 1930 die Dis- Strafbestimmungen sanktioniert sind, so wird ruhigend, wenn Behörden, Unternehmungen, doch gegebenenfalls immer eine Sanktion in Berufsorganisationen usw. einen neuen Beweis erbringen, dass sie bestrebt sind, den der Weise eintreten, dass fehlbare Fussgänger zivilrechtliche Nachteile zu tragen haben Unfällen Einhalt zu tun oder sie auf das unvermeidliche Mass zurückzudrängen. Ver- werden. Entsteht z. B. durch Uebertretung der VerkehrsvorschriÄen durch einen andern Strassenbenützer ein Automobilunfall, geht doch kein Tag, an dem der Verkehr nicht sein blutiges Opfer fordert. Und oft bei welchem dieser einen Nachteil erleidet, vernichten diese unheilvollen Ereignisse gesunde Menschen oder verstümmeln sie, so so wird er gegenüber dem Automobilisten keinen oder nur einen teilweisen Entschädigungsanspruch besitzen, wenn die Ursache dass sie für immer aus der Reihe der Schaffenden ausschalten. Das richtige Erfassen des Unfalls ganz oder doch zum Teil in seinem vorschriftswidrigen Verhalten zu erblikken ist. Wird der Automobilist oder ein ande- von Massnahmen zur Verhütung von Unfällen ist eminent wichtig, denn! mehr als die rer Strassenbenützer verletzt, so kann er sogar nach Art. 41 O.-R. zu Schadenersatz und Ungeschicklichkeit zurückzuführen. Der Hälfte aller Unfälle ist auf Unachtsamkeit verpflichtet werden. Dagegen bleibt selbstverständlich das allgemeine Strafrecht vorgen gipfelt in dem Verlangen, dass sie von Zweck solcher Massnahmen und Vorkehrunbehalten (z. B. fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung). Das Schuldmoment befolgt werden. Ob dieser Zweck mit der denen, für die sie ersonnen sind, beachtet und der Fahrlässigkeit ergibt sich dann eben aus Verbildlichung der Gefahren auf den Strassen durchschlagend erreicht wird, möchten der Uebertretung der Verkehrsvorschrift. Zudem kann noch darauf hingewiesen werden, wir bezweifeln. Ausserdem sind durch die dass das in Vorbereitung befindliche eidg. geschäftlichen Reklametafeln und Affichen Strafgesetz die Störung und Gefährdung des bereits viele Schönheitswerte in Stadt und öffentlichen Verkehrs allgemein, und zwar Land geschädigt und vernichtet worden, so sowohl durch vorsätzliche wie* auch durch dass dieses Uebermass an Reklame nicht fahrlässige Handluneen, in einem besondern noch erhöht werden soll. Nicht dass zu den Artikel (203) unter Strafe stellt. psychologischen Unfallverhütungsmassnahmen nicht auch Plakate und Bilder gehören, Spiel der Kräfte auf dem internationalen Automobilmarkt 2,5 4,3 3,4 4,3 5.3 *c in Millionea 2,4 0,6 25,2 0,12 4,9 9,1 0,46 13,7 0,58 13,4 Monat 1929 1930 Januar 422 538 285 762 Februar 497 705 362 488 März 626 076 422 043 April 663 811 467 092 Mai 636 250 441826 Juni 567 424 343 000 *) Biete auoh Sfo. 94 ii.*) 1. Halbjahr 3 413 804 2 322 211 Juli 517 000 293 479 August 516 000 222 800 September 415 300 222 510 AUTOMOBIL-REVUE 9 Monate 4 862 104 3 061 000 Schon im ersten Halbjahr 1930 hat sich eine starke Abnahme der Produktionsziffern bemerkbar gemacht. Ausgeprägter zeigt sich die rückläufige Bewegung im 3. Quartal. Vom Januar bis Ende September ist die Produktion um rund 1,8 Millionen Wagen niedriger als in der entsprechenden Periode des Vorjahres. Das letzte Quartal allein brachte eine Minderproduktion von 50%. Die Produktion der ersten neun Monate 1930 ist im Vergleich zur entsprechenden Periode des Vorjahres um 37%, verglichen zum Durchschnitt der vorangegangenen fünf Jahre um 18%, auf 3,061,000 Wagen zurückgegangen. Mit der ungewöhnlichen Verschärfung des Wettbewerbes als natürliche Folge der Absatzversteifung hat sich innerhalb der amerikanischen Automobilmdustrie eine grosse Kräfteverschiebung vollzogen, die stich in einem besonders stark ausgeprägten Konzentrationsprozess ausdrückt. Ende 1929 entfielen bereits mehr als 80% der Gesamterzeugung auf nur drei Grossunternehmen. Entsprechend der rückläufigen Produktionsziffer entwickeln sich auch die finanziellen Ergebnisse der einzelnen Gesellschaften, die in folgender Tabelle, mit Ausnahme der Ford-Werke (Familien-Unternehmen), für einige der bekanntesten Autofirmen zusammengestellt sind. Reingewinn im 1. Halbjahr Gesellschaften 1929 1930 (in Mill. Dollar) General Motors 151.86 98.36 Auburn 1.84 0.87 Packard 14.68 5.53 Nash 10.74 3.72 Hudson-Essex 10.62 3.39 Studebaker 11.18 2.57 Chrysler 18.10 3.41 Hupp-Motor 2.83 0.51 Willys Overland 4.16 0.15 Nach der Entwicklung der Rentabilitätsverhältnisse zu urteilen, haben am besten die des Richterhauses gegenüberlag. Die Menge wogte drüben noch am Zaun auf und nieder und sammelte sich um die altmodische Feuerspritze, die noch immer Wasser pumpte. Ich schlich mich in den Hintergarten des Hauses jenseits der Strasse, halb in der Furcht erkannt zu werden, und halb toll vor Verlangen, noch einmal jemanden dasselbe zu fragen, was ich draussen auf der Landstrasse den Mann mit der Schaufel gefragt hatte. Plötzlich, während ich noch zögernd dastand, vernahm ich von einem oberen Fenster her Margaret Murchies Stimme; ich erkannte sie beim ersten Ton. «Da ist jemand an der Tür, Herr Richter. Das Geheimnis ist sicher bei mir,» so hörte ich sie flüstern. In demselben Augenblick fiel etwas von oben herunter, gerade mir vor die Füsse. Es war das Kettchen mit dem zierlichen Medaillon, das mein Kind um seinen kleinen Hals getragen hatte, von dem Tage an, da die Mutter es ihm umgelegt hatte. Was für Propaganda für erhöhte Verkehrssicherheit. General Motors bisher die Krise überwinden können. Ihr Gewinnrückgang in der untersuchten Periode beläuft sich auf 35% gegenüber durchschnittlich 75% bei den übrigen Gesellschaften. Im ersten Semester 1929 haben alle Firmen Gewinne von mehr als einer Million Dollar zu verzeichnen, während 1930 nur noch sechs Gesellschaften die Dollar-Millionengrenze überschritten. Mit der Produktionsaufnahme des neuen Modells durch die Ford-Werke konnten diese von Monat zu Monat an verlorenem Terrain zurückerobern. Ford partizipiert an der Gesamtproduktion mit folgenden Anteilen: Jahr Ford- % der Gesamtproduktion erzeugung 1923 1769 000 48.5 1P97 344 000 11.8 1028 682 000 17.8 1929 1400 000 30.9 In den ersten sechs Monaten des laufenden JaHres und im Vergleich zn der entsprechenden Periode des Vorjahres, wie auch im Vergleich zu allen übrieen Werken partizipierten Ford und General Motors mit folgenden Quoten an der Gesamtproduktion: ein Geheimnis hatte Margaret gemeint? Das Medaillon gab die Antwort! Wieder war ich das Spielzeug eines mächtigen tückischen Satans geworden ! Das gerettete Kind war nicht das Kind des Richters! Das war das Geheimnis! Das Kind, das ich da weinen gehört hatte, war mein eigenes! Ich kam mir vor wie ein Mensch an einem verwunschenen Ort, der Von Teufeln -verfolgt, von seltsamen Stimmen aus der Luft genarrt, von seinen Sinnen getäuscht, von Erinnerungen gepeinigt, ein Opfer seiner Furcht und seiner ohmächtigen Wut wird. Ich stürzte davon, lief Meilen und Meilen und gelangte schliesslich wieder an die Bahnstrecke. Dort nahm ich an der Station den eisten besten Zug und fuhr wochenlang, da ich ganz mittellos war, auf Güterzügen westwärts. Ich verschwand von der Oberfläche. Ich legte meinen Namen ab. Ich wurde mager bis zur Unkenntlichkeit. Ich war so völlig tot, wie man es bei lebendigem Leibe nur sein kann. Die Welt hatte mich begraben. Fast unmittelbar darauf brach mein Körper mit all seinen Organen zusammen, die 1930—N°9 diese dürften aber mehr als Innenreklame verwendet werden. Es ist unstreitig, dass die sorgfältige Verwertung der im Strassenbetriebe gemachten Erfahrungen auf Grund^ der Untersuchung aller vorkommenden Un-' fälle und eingehende Beachtung einer > genauen Unfallstatistik mit ihren Aufschlüssen über die Ursachen der Unfälle die Grundlage bilden für die Bestrebungen zur Erhöhung der Betriebssicherheit. Dabei ist das ausgesprochene Wort viel eindrucksvoller als das-- geschriebene. Und da beginne man in allererster Linie bei der Jugend, denn die Zukunft gehört bekanntlich der Jugend. Im Kanton St. Gallen hat man bereits einen ausgebauten Verkehrsunterricht eingeführt. Im Tburgau ist die kantonale Verkehrsvereinigung an das Erziehungsdepartement gelangt mit dem Vorschlag, die Erziehung der Jugend zur Verkehrsdisziplin in den Lehrplan aufzunehmen. Die Schüler wären namentlich auch im Freien, beispielsweise an gefahrvollen Stras- 1 senkreuzungen, durch praktische Beispiele über die Gefahren und die VerhaHunesmassregeln zu belehren. Umsicht. Urteilsfähigkeit und Entschlossenheit, die Klarheit des Den- Vens und Handelns werden damit gefördert. Erfahrungsgemäss tragen sich derartige Instruktionen leicht von der Jugend auf die Erwachsenen über, so dass nach und nach jedermann die Warnungen ins Unterbewusstsein aufnimmt, bis ihm die nötige Vorsicht in Fleisch und Blut fibergeht. E. W. Ford GeneTal Motors Alle übr. Werke 1. Semester 1929 1930 1929 1930 1929 1930 (in % der amerik. Gesamtproduktion) 31.9 42.9 34.3 32.8 33.8 24.3 Aus der Aufstellung geht hervor, dass in der ersten Jahreshälfte nicht weniger als 75% der amerikanischen Automobilproduktion auf Ford und General Motors entfallen. In Würdigung all dieser Tatsachen begreift man die immer mehr sich zuspitzenden Absatzverhältnisse. Im Jahre 1930 hat die Union und Kanada mit einem Produktionsausfall von 2,5 bis 3 Millionen Wagen zu rechnen, wobei der rückgängige Absatz nicht nur durch die Verhältnisse des inländischen Marktes bedingt ist, sondern noch in prozentual grösserem Masse durch den Exportausfall. Beim General Motors-Konzern dürfte der Auslandsabsatz bis heute um mehr als 78% zurückgegangen sein. Bei den übrigen Gesellschaften sieht es zum Teil noch trostloser aus. Wenn man sich der starken Verflechtung der Automobilindustrie mit den übrigen Produktionszweigen erinnert und berücksichtigt, dass die amerikanischen Eisenbahnen aus dem Transport von Autos und Autozubehörteilen im Jahresdurchschnitt ca. 550 Millionen Dollar oder 12 bis 13% des Gesamtfrachtverkejirs einnahmen, dann kann man den Schluss ziehen, dass es andern Betrieben auch nicht besser gehen kann. Welche Rolle die* amerikanische Automobilindustrie innerhalb des Wirtschaftslebens der Union spielt, lässt sich daraus ersehen, dass sie Ende 1929, "wo also bereits gewisse Belegschaften abgebaut wurden, 4,3 Millionen Arbeiter und Angestellte, gleich 10% sämtlicher Lohnempfänger, beschäftigte, einen Grosshandelswert von über 25 Milliarden Franken auswies, 85% der Rohkautschukimporte verbrauchte, 80% der Benzinausbeute auf sich nahm, 75% der Glasproduktion absorbierte, beinahe 30% der Nickel-; Produktion verarbeitete, 25% der Aluminiumproduktion aufnahm und nicht wenieer als 7,2 Millionen Tonnen Stahl, gleich 18% der Gesamtproduktion, konsumierte (Eisenbahnen 6,8 Millionen Tonnen). • .; Aus''dieser industriellen Abhängigkeit wird gefolgert, dass bemerkenswerte Verändertm-- gen in der Industrie des Fertigfabrikates, entsprechende Wandlungen in den Zweigen der Ausgangsprodukte und der Zwischenmaterialien hervorrufen müssen. Auf den Rädern der Automobile ruht zum grossen Teil das wirtschaftliche Schicksal Amerikas, ein Ausdruck, der für die Union von 1921 bis Ende 1929 Losungswort wurde. Wenn in der Zukunft für eine längere Periode eine starke Verminderung der bisherigen jährlichen Zuwachsrate der Automobilproduktion eintreten' sollte, dann ist mit Sicherheit, und die bisherige Entwicklung deutet zweifellos darauf hin, eine entsprechende Herabminderung des; industriellen Beschäftigungsgrades der mit ihr zusammenhängenden Geschäftszweige zu erwarten. In welch engem Zusammenhang diese aufeinander eingestellten Industrien stehen, geht' klar und eindeutig daraus hervor, dass in Fabriken grosser Autoreifenkonzerne die 24- Stundenwoche eingeführt wurde. Vorläufig lassen einzelne Unternehmen nur an vier Tagen in der Woche zu sechs Stunden arbeiten. Auch die Oel-Raffinerien haben seit Anfang September teilweise die Fünftagewoche eingeführt. Nach einer noch unbestätigten 5 Meldung soll sogar die United Steel Corp. zur Dreitagearbeitswoche übergegangen sein. bisher mit so höhnischer Ausdauer standgehalten hatten, augenscheinlich nur, um die Zerstörung meiner Seele vollendet zu sehen. Mein Magen lehnte sich, als besässe-er einen eigenen boshaften Verstand, gegen das Reizimittel auf, mit desen Hilfe ich allmählich bis auf den Grund des Lebens hinabgeglitten war, nachdem ich von ihm Linderung für meine seelischen und körperlichen Schmerzen erhofft hatte. Nun versuchte mein Geist sich mit fieberischem Verlangen all die ehemaligen' Freuden und .Zerstreuungen auszumalen, während Mark und Bein mir vermehrten, mich ihrer zu erfreuen. Mein Körper hielt meine Seele gefangen, wie eine Ratte In der* Falle. Tag folgte auf Tag, Woche auf Woche und Jahr auf Jahr. Es war ein trübes Einerlei von niedrigster Arbeit, Armut, rastlosem Wandern und verfehlten Versuchen, mein früheres leichtsinniges Leben, auf das ich ein Recht zu haben glaubte, wieder aufzunehmen. Die Städte mit ihrem bunten Treiben schienen mich armen Krüppel zu verhöhnen. (Fortsetzung im «Autler-Feierabend».)

N°95 - 1930 AUTOMOBIL-REVUE Nachdem es sich in jüngster Zeit erwiesen hat, dass die Annahme, wonach mit einem Sechsjahresturnus im Ersatz von Automobilen zu rechnen sei, nicht unbedingt zutriift und man in dieser Hinsicht etwas vorsichtiger zu kalkulieren beginnt, macht sich immer ausgeprägter die Tendenz bemerkbar, das Automobil zu einer, dem beständigen Wechsel unterworfene Ware zu stempeln. Offen erklärt dies ein Leiter der Versuchsabteilung einer Autofabrik mit den Worten: Ein erfolgreicher Ingenieur ist ein Mann, der in der Lage ist, das Publikum mit dem, was es *chon hat, unzufrieden zu machen.> auch das Ersatzgeschäft als Grund- (Schluss läge aller Kalkulationen anzusehen ist, so beginnt dasjenige für den Export eine immer grössere Rolle zu spielen, da sich der amerikanische Fabrikant zusehends gezwungen sieht, die Welt nach Märkten abzusuchen. Im speziellen gilt dies für die Automobilindustrie, deren 1929er~Exportware von 563,8 Millionen Dollar an der Spitze der Ausfuhrstatistik steht. Mit dem Uebergang zur Massenfabrikation und mit der Möglichkeit, den einheimischen Markt weiterhin aufnahmefähig zu halten, wurde man zur Forcierung des Exportzweiges gezwungen (in der Periode von 1921 bis 1929 gelang es, den Wert der Automobilausfuhr um 588% zu steigern), folgt.) Verkehrsunterricht in der Schule rechtzufinden. Leider ist ja die Schule noch vielfach im Geiste der Scholastik befangen geblieben und betrachtet es vielmehr als ihre Pflicht, die Kinder mit allerhand unverwertbarem Wissenskram zu belasten und die Einführung in praktische Materien als weit unter ihrer Würde. Allerdings ist den Erziehern selber das Gebiet des modernen Verkehrs noch vielfach fremd, so dass sie Schwierigkeiten haben, einen wirkungsvollen Unterrichtsplan aufzustellen. Wir werden deshalb an zwei Beispielen zeigen, wie sich einzelne Fachmänner die Sache ungefähr denken. Die Nachrichten aus der Kraftverkehrswirtschaft, die vom deutschen Automobil- E. T. H. Ein Jubiläum Letzte Woche und diese flatterten die weissblauen Fahnen und Wimpel von den Türmen und Giebeln Zürichs. Hell erstrahlt am Abend die schlichte Fassade auf dem Hügel über dem Oberdorf im Lichte der Scheinwerfer: Zürich feiert den 75. Geburtstag der Eidgenössischen Technischen Hochschule. Im Oktober des Jahres 1855 begann in den Räumen der Universität der erste Unterricht der E. T. H., die damals noch Eidgenössische Polytechnische Schule hiess. Es war der bescheidene Anfang einer Entwicklung, aus der das Institut in ihrer heutigen Form mit seinen Abteilungen für Architektur, für Bau-, Maschinen- und Kulturingenieure, für Elektrotechnik, Chemie, Pharmazie, Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Militärwissenschaften, für. Fachlehrer in Mathematik und in den Naturwissenschaften und mit der allgemeinen Freifächerabteilung hervorgegangen ist. Die räumliche Ausdehnung vollzog sich in der Hauptsache in drei Bauperioden: Im Jahre 1866 öffnete der von Semper errichtete Bau, der noch jetzt den vorderen Teil des Hauptgebäudes bildet, seine Pforten, der durch die erste Bauperiode 1872—1874 erweitert wurde; in den Jahren 1884—1900 kamen das Physikgebäude, das Chemiegebäude, die Materialprüfungsanstalt und das Maschienlabomtoriam hinzu; die dritte Bauperiode brar • Naturwissenschaftliche Institut und Oigrösserung des land- und forstwirtschaftlichen Institutes. Heute umfasst die E. T. H. eine Sternwarte, ein photographisches Institut, ein Lehrrevier für Forstwirtschaft, ein Institut für Baustatik, eine Versuchsanstalt für Wasserbau, ein geodätisches und ein kartographisches Institut, ein Laboratorium für angewandte Akustik, ein betriebswissenschaftliches ein hygienisch-bakteriologisches Institut und eine Bibliothek von 130,000 Bänden. Vor kurzem isf ein Jahreskurs für Flugingenieure errichtet worden, der in erster Linie diplomierten Ingenieuren eine Einführung ins Gebiet des Flugwesens ermöglichen soll. Dieser Jahreskurs, wird bestrebt sein, allen schweizerischen Instanzen der Aviatik die nötigen wissenschaftlichen Grundlagen zu vermitteln. Wir möchten bei dieser Gelegenheit wiederholen, auf was wir schon früher öfters aufmerksam gemacht haben, dass die E. T. H. dem Autobau und der Autotechnik grössere Beachtung schenken dürfte. Die Eidgenössische Technische Hochschule hat aber nicht nur äusserlich an Bedeutung gewonnen. Sie hat Einfluss auf das ganze geistige und wirtschaftliche Leben erlangt und ist zu einem Kulturfaktor von Weltgeltung geworden. Aus allen Ländern kommen junge Leute nach Zürich, um den Kursen der E. T. H. zu folgen und in allen Weltteilen finden wir ehemalige Schüler der E. T. H. am Worke, seien es Ausländer, die ihre Studienhn> in der Schweiz verbrachten, seien es Sntxe unseres Heimatlandes, Schweizer Ingenieure, Chemiker, Physiker oder Architekten, die sich seit Jahrzehnten im Auslande grosser Wertschätzung erfreuen. Verkehrsunterricht in den Schulen von Albany (Staat N.Y., TJ.SJLV Die Schüler behandeln die Beilage cZur Verkehrssicherheit einer Tageszeitung. Es ist ein alter Spruch, dass Hans nicht mehr lernt, was Hänschen nicht gelehrt wurde. Es muss deshalb, wenn auch gleichzeitig die Einwirkung auf die Erwachsenen nicht vernachlässigt werden soll, besondere Sorgfalt aufgewendet werden, um der Jugend das richtige Verhalten auf der Strasse, die Anforderungen des modernen Schnellverkehrs, einzuimpfen. Durch einen richtig durchgeführten und ausgebauten Verkehrsunterricht in den Schulen erreicht man drei Dinge auf einen Schlag: Erstens wird in sehr kurzer Zeit erreicht werden, dass die Zahl der Jugendlichen, die Verkehrsunfällen zum Opfer fallen, erheblich sinkt, wie man sich aus den beiliegenden, einer Veröffentlichung der Metropolitan Life Insurance Company und der Behörden des Staates New York entnommenen Tabelle überzeugen kann; zweitens wird man auf diese-Weise eine neue Generation aufziehen, die von Anfang an ein viel grösseres Verständnis für die innezuhaltende Disziplin, welche die Entwicklung der Technik und der Grossstädte von allen Strassenbenützern unbedingt erfordert, besitzt, als die heute Erwachsenen, die sich zum grossen Teil noch in ihren wohlerworbenen Rechten verletzt fühlen, wenn sie sich- den neuen Verhältnissen anpassen «ollen; endlich wird die Verkehrserziehung der Kinder nicht ohne günstige Rückwirkung auf das Verhalten der Eltern bleiben. Wirklich günstige Erfolge wird man je- Öoch nur erreichen, wenn sowohl die Schulbehörden, als die Lehrerschaft volles Verständnis für diesen neuen Unterrichtszweig aufbringen, seine Wichtigkeit . im ganzen Umfange erkennen und ihm im Schulprogramm den erforderlichen Platz einräumen. Eigentlich wäre es selbstverständlich, dass die Schule, der die Aufgabe zufällt oder jedenfalls zufallen sollte, die Kinder für das Leben zu erziehen, durch entsprechende Einstellung ihres Unterrichtes den Schüler bewegen würde, wie allgemein im Leben, so auch im Verkehrsleben sich zuhändlerverband herausgegeben werden, haben eine Denkschrift über die Erziehung zum Strassenverkehr durch die Schule veröffentlicht. Darin wird empfohlen, die erste Verkehrserziehung mit dem heimatkundlichen Unterricht zu verbinden. Wenn der Lehrer mit seinen Zöglingen die ersten Ausgänge in die Umgebung der Schule unternimmt, wie es ja fast überall in den untern Klassen gemacht wird, sei der Moment gekommen, um mit dem Verkehrsunterricht einzusetzen. Er soll die Kinder mit den Vorzügen und den Gefahren des modernen Verkehrslebens vertraut machen und schon dann ihnen die primitivsten Verkehrsregeln einprägen. Natürlich stehen in diesen Jahren die Regeln für den Fussgänger in vorderster Linie. (Fortsetzung siehe Seite 6) /&us d^ra Kantonen Der Dornröschen-Schlaf des Wallenseestrassenprojektes ist wieder einmal unterbrochen worden. In einer Sitzung des engeren Vorstandes vom Verkehrsverein Zürich mit den Vertretern der Zürcher Sektionen des A.C.S. und T.C.S. referierte Dr. Ith über den heutigen Stand dieser sich ungebührlich in die Länge ziehenden Projektfrage. Bekanntlich hat sich der Kanton St. Gallen verpflichtet, ein Projekt für die rechtsufrige Strasse ausarbeiten zu lassen, während der Kanton Glarus, der natürlich an einer linksufrigen Route grösseres Interesse hat, die Pläne für diesen Strassenzug erstellen lässt. Allerdings konnte sich Glarus nicht entschliessen, diese Vorarbeiten dem ganzen Seegestade entlang bis Wallenstadt zu übernehmen, sondern hielt sich bei der Abgrenzung seiner Bemühungen strikte an die Kantonsgrenzpfähle und macht deshalb bei Murg Halt mit seinem Projekt. Es verbleibt das Endstück Murg-Wallenstadt, dessen Studium und Planierung Herr Ing. Ammann, Zürich, übertragen wurde. Die durch Subskription für die Ausarbeitung dieses Projektstückes aufgebrachten Mittel reichen nun aber nicht aus und so handelt es sich darum, ca. weitere 4500 Franken aufzubringen, um die Sache zum guten Ende führen zu können. Herr Ständerat Läly, Chur, der dem ganzen Projekt einer Wallenseestrasse sehr nahe steht, hat es seinerseits unternommen, bei Graubünden und Giarus anzuklopfen, währenddem in Zürich die beiden Automobilisten-Verbände begrüsst worden sind. Es würde sich für diese darum handeln, ca. 1500 Franken aufzubringen. Die Vertreter beider Clubs erklärten sich angesichts der Bedeutung des Projektes für den Automobilverkehr gerne bereit, ihren Vorständen die Uefaernahme der vorgenannten Summe zu empfehlen. Allerdings wurde gleichzeitig die bestimmte Erwartung ausgesprochen, dass bis spätestens im Frühjahr 1931 die Pläne für die beiden Projekte vorliegen, damit dann endlich die Frage, linksoder rechtsufrig, angeschnitten und entschieden werden kann. Nachdem nun wieder ein neuer Anlauf unternommen worden ist, um das Projekt nicht auch noch in einen langdauernden Winterschlaf verfallen zu lassen, ist zu hoffen, dass endlich im nächsten Jahre die Vorarbeiten für den Bau dieser Strasse zu einem positiven Ergebnis führen werden, b. s» Die Sicherstellung des Klausenrennens. Wie in der «Automobil-Revue» zeinerzeit mitgeteilt, sind in der Glarner- und Urnerpresse vor Monatsfrist Einsendungen erschienen, die das Klausenrennen gegen das. Berninarennen ausspielen wollten und Herrn A. Töndury, Zürich, den Vorwurf machten, dass er das Klausenrennen durch das Engadiner Meeting ersetzen möchte. Wer mit den Verhältnissen vertraut war, wusste gut genug, wie wenig angebracht eine solche Verdächtigung war, indem sich gerade Herr Töndury für die Wiederabhaltung des Klaoisenrennens im Jahre 1931 verwendet hatte. Die Sektion Zürich hat nun eine Richtigstellung in der Glarner- und Urnerpresse veröffentlich. An der letzten Vorstandssitzung der Vereinigung «Pro Klausen» ist von den Vertretern der Sektion Zürich auf einen Punkt speziell aufmerksam gemacht worden, der für die weitere Wiederholung des Klausenrennens von Bedeutung ist, nämlich der unbefriedigende Zustand der Strasse auf dem Urnerboden. Wer diesen Sommer den Klausen befahren hat, wird auch als gewöhnlicher Autotourist die Feststellung gemacht haben, in welch schlechtem Zustand sich dieses Teilstück befindet. Es ist völlig unzutreffend, wenn behauptet wird, die Urnerbodenstrecke genüge in ihrem jetzigen Zustande noch weiterhin für den gewöhnlichen Automobilverkehr. Alle Klausenfahrer werden gerne das Gegenteil, bezeugen und sollte nun der Kanton Uri die Verbesserung der Urnerbodenstrecke so rasch als möglich an die Hand nehmen. Des dort sumpfigen Terrains wegen sind diese Arbeiten allerdings keine sehr kleinen und ziemlich kostspielige, aber es sollte doch möglich sein, die Verbesserung im Laufe der kommenden zwei Jahre durchzuführen. S.