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E_1930_Zeitung_Nr.099

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10 ÄUTOMÖßIt>REVUE

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," v Bern, Dienstag, 25. November 1930 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 99 Arbeit und Rhythmus Völlig unabhängig voneinander hat man jetzt in drei Ländern die Erfahrung gemacht, dass das Arbeiten viel flotter vor sich geht, wenn ein Orchester dazu fröhliche Weisen aufspielt. Die französische Regierung stellte einer Strassenbaukolonne in Marokko eine Kapelle bei und der leitende Ingenieur berichtet, dass vielfach im Takt der Musik Spaten und Schaufel in die Erde gestossen wurden. In der Nähe von Moskau wurde bei einem Hausbau ein Orchester aufgestellt und die Kontrollbeamten stellten fest, dass an diesem Tage um etwa ein Drittel mehr gearbeitet wurde, als an einem musikfreien Tag. Die amerikanischen Ingenieure geben seit einiger Zeit den schwarzen Arbeitern eine aus 4 Mann bestehende Kapelle bei, um deren Arbeitslust zu beleben. Die Neger arbeiten, wie vielfach beobachtet wurde, viel rascher und besser, wenn sie dazu singen können und dies soll ihnen die Kapelle ermöglichen. An der Universität zu Oxford werden seit kurzem besondere musikalische Kurse abgehalten — aus Sportgründen. Musik soll nämlich nach dortiger Auffassung die Augen zu schnellem Sehen, die Ohren zum bessern Hören und den ganzen Denkapparat zum minutiösen Gehorchen zwingen, ganz abgesehen davon, dass der Klavier- und Geigenspielende sich eine akrobatische Fingerfertigkeit aneignet. Die solcherart musikgebildeten Studenten werden eines Tages die sichersten Chirurgen, die schlagfertigsten Rechtsanwälte und die gewandtesten Politiker sein — sagt der Professor- dieses Musikseminars. Ein Londoner Gelehrter, J. A. Thompson, will festgestellt haben, dass Musik auf; den Blutdruck des Menschen nachhaltigen Eindruck ausübt, was nach den hier angeführten Beispielen uns eigentlich nicht mehr überraschen kann. Wichtig jedoch ist die von Thompson ausgesprochene Hoffnung, mit einem überaus empfindlichen Apparat* den er jetzt konstruiert, feststellen zu können, welche Art Musik angewendet werden muss, um Missstimmung oder Erregungszustände eines Menschen zu vertreiben. Welche Ausblicke eröffnen sich uns da ! Wölfe fallen uns an Grock erzählt weiter. Wir veröffentlichen im Folgenden aus dem empfehlenswerten Buche « Grock, ich lebe gern » (Verlag: Knorr & Eirth, München), im weiteren eine tragikomische Erinnerung Grocks an ein Abenteuer in Russland. Er durchzog die verlorene Gegend mit ein paar Kollegen, dem Feuerfresser der Gruppe hatte er seine Frau Adelaide abgelotst. ...Am Abend bei Einbruch der Dämmerung standen die Schlitten bereit. Der Schneesturm war vorüber. Holzfäller kamen nnd berichteten, die Strasse, die fast nur durch Wald führte und damit gegen Westen geschützt lag, sei von grösseren Schneewehen frei. Wir mussten jetzt fahren, wenn wir noch rechtzeitig eintreffen wollten. Es war 4 Uhr; drei Stunden Fahrt und dann Die blaue Wand Von Richard Washburn Child. Autorisierte Uebersetzung aus dem Amerikanischen von löse Landau. (Engelhorns Romanbibliothek.) (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.} Ich konnte kein Wort hervorbringen. «Tut mir leid,» fuhr er in barschem Tone fort. Unter diesen Umständen können wir Ihnen nichts verabfolgen. Wo wohnen Sie, meine Dame?» Ich machte eiligst, dass ich auf die Strasse kam. Hier bemerkte ich einen schlanken jungen Mann, der mich anstarrte, und dessen boshaftes Lächeln durch eine Reihe goldener Zähne noch auffälliger wirkte. Er war mir von der Apotheke nachgekommen. Als ich einige Häuser weiterging zu dem Wagen, der auf mich wartete, trat er an mich heran. «Ich kann Ihnen etwas überlassen, das denselben Zweck erfüllt,» raunte er mir zu, indem er neben mir weiterging. «Ich treibe damit einen kleinen verschwiegenen Handel. Es soll doch nicht etwa für Sie sein, was?» «Nein,» entgegnete ich, am ganzen Körper bebend. «Es ist für eine unglücliche Frau, deren Namen ungenannt bleiben muss.» «Gut, so nennen Sie die Dame, sie','» empfahl er mit einem unverschämt verständnis- hatten wir noch eine Stunde Zeit zum Auspacken. Schminken und Kostümieren. Ich war vorsorglich schon in meine Schlangenmenschenhaut geschlüpft. Die Bauern meinten, wir sollten noch über- Nacht bleiben und erst am nächsten Tag fahren. Das Orgeln der Wälder und die wieder vom Westen heraufziehenden Wolkenzüge verhiessen einen neuen Sturm. Die Dörfler zeigten auf den Himmel und sagten Sturm, meinten aber etwas anderes, genau wie jeder von uns nur an die eine Gefahr dachte, worüber er wie auf Verabredung schwieg, weil er die heimliche Angst der Reisegesellschaft nicht noch verstäiken wollte. Wir bestiegen die gut gewärmten, mit Pelzen dick belegten Schlitten. Flinten wurden verteilt, auf jeden Schlitten eine. Adelaide hatte es eingerichtet, dass ich neben sie zu sitzen kam. Den Feuerfresser hatte eine mächtige Kornschnapsflasche in den vorderen Schlitten gelockt. Wir hatten alle mit Grog und Glühwein stark eingeheizt. Die Kollegen in den vorderen Schlitten sangen. Ich schmiegte mich an Adelaide so eng ich nur konnte. Der Sturm war gelinder, als wir erwartet hatten. Er brachte nur wenig neuen Schnee, und obwohl die Wipfel wieder aufrauschten, war auf dem Grund des Waldes, wo unsere Schlitten hinter den" schnaubenden Pferden fast lautlos, dahinschossen, behagliche Stille. Wir mussten nach meiner Berechnung bald die Hälfte des Weges hinter uns haben. Anderthalb Stunden noch — lasst sie uns nützen! Und so lagen wir denn einander in den Armen und schwammen, wie man so sagt, in Seligkeit! Um uns herrschte pechschwarze Finsternis; wir sahen auch den Kutscher nicht mehr, der vor uns sass, wir sahen uns selbst nicht mehr, wir spürten uns nur. Bis plötzlich der Schlitten einen Ruck machte und uns die Köpfe gegeneinander schlug, so dass mir "die Funken vor den Augen tanzten. Die Pferde hatten unerwartet angezogen, und den Trab mit einem scharfen Galopp vertauscht. Dem Kutscher gelang es, die Tiere zu beruhigen, ich aber wusste, und die. Bauern hatten es mir bestätigt, wie unfehlbar Pferde gerade die eine Gefahr wittern... Ich war ganz Ohr, ein Mikrophon wäre nicht empfindlicher gewesen, doch hörte ich nichts als das vertraute leise Knirschen der Schlitten auf der Schneebahn und den regelmässigen Hufschlag der wieder beruhigten Tiere. Ein noch heftigerer Ruck als zuvor weckte mich. Die Pferde hatten den Schlitten herumgerissen und holten aus zu neuem Galopp. Sie wieherten. Sie waren dermassen aufgeregt, dass der Kutscher sie nicht mehr besänftigen und kaum noch halten konnte. Ihre Hufe schleuderten einen Hagel von .Schneeschollen über uns. Adelaide presste sich fest an mich. Der Galopp artete aus in Flucht. Das Wiehern klang wie langgezogenes Geheul. Wir wurden mit Schaumspritzern übergössen. Da, rückwärts im Wald.. ! Aber nein, die Funken sind Funken aus meinen eigenen Augen! Ich reibe mir die Lider... Funken vollen Seitenblick. «Hier haben Sie eine Adresse. Schicken Sie einen Laufboten dorthin, wann immer Sie etwas brauchen. Ich gelte für einen Parfümeriefabrikanten.» Mit dieser Beziehung begann eine grosse Erleichterung für mich; ich brauchte mich jetzt nicht mehr so sehr zu fürchten, dass man mich ertappte. Im Laufe der Zeit fand ich, dass mein moralisches Gefühl sich allmählich mehr und mehr abstumpfte. Mein Geschick ging seiner Erfüllung entgegen. Ich handelte eben entsprechend der Beschaffenheit meiner Gehirnzellen. Trotz der Mahnung meines Pflegevaters — oder vielleicht nur ihr zufolge, wurden seine Befürchtungen zu Tatsachen. Ich war ich! Vor einem Monat trat etwas Neues hinzu. Es platzte herein wie eine Dynamitbombe. Es griff mir ans Herz. Ich fühlte es in mir — es war immer gegenwärtig. Es schrie mir entgegen aus dem Dunkel. Es ging neben mir her im Sonnenlicht. 2. Das Neue. Es ist nicht leicht für mich gewesen, mit kühler Unbefangenheit von meinem ersten Fehltritt zu erzählen. Aber noch viel schwerer wird es mir, über das, was nun kommt, zu schreiben, ohne dabei den Empfindungen Ausdruck zu geben, die mein Herz bewegen. Dieses Neue, das in mein Leben getreten war, riss mich mit einem gewaltigen Ruck aus meinem gleichgültigen Dämmerzustand her- November Alle Fernen sind verhangen. Jede Nähe verweint. Strasse um Strasse will nicht mehr wandern. Lebensmüde stehen die Häuser, So ohne Licht, leidvoll im Tag. Die Gärten haben ihre Buntheit verloren Und frieren. Kein Vogel singt ihre Trauer weg. Kein Gedanke der Liebe Tröstet mein Herz. Gertrud Biirgi. .der eigenen Augen — als ob ich nicht wüsste! Ganz weit hinten funkt und wirbelt es heran, wie Glutasche eines unsichtbaren Brandes! Ich werfe den Mantel weg, der mich beengt, knie hin in meiner Schlangenmenschenhaut, lege die Flinte auf die Sitzlehne und ziele. Die glühenden Augen der Wölfe bilden .jetzt einen riesigen funkelnden Keil mit breiter Basis, der unaufhaltsam gegen uns vorstösst. An der Basis rennen die Langsamen, an der Spitze rennen die Schnellsten. Der Keil wird immer spitzer. Sechs Augenpaare, fünf, vier, drei Paare, die Distanz zwischen Verfolgern und Verfolgten wird kleiner und kleiner, ich sehe im phosphoreszierenden Licht, das die Augen ausstrahlen, den dampfenden Atem der vordersten Bestien. Zwei Augenpaare... Jetzt genau in die Mitte zwischen den beiden Glutpunkten ganz vorn in die Mitte gezielt und peng! ein Aufheulen, das Funkenpaar ist ausgewischt, peng und nochmals peng und gellendes Geheul! Und nun geschieht etwas Ausserordentliches. Der ganze Funkenhaufen ist wie im Handumdrehen weg. Statt dessen fängt ein ungeheuerliches Jaulen und Knurren an, als ob alle zugleich übereinander hergefallen wären. Das ist auch wirklich so. Die Bestien haben von uns abgelassen und sich gedreht und balgen sich nach wölfischem Brauch um ihre toten aus, aus meiner Philosophie von der Nutzlosigkeit eines moralischen Kampfes. In einem plötzlichen Wiedererwachen meines alten Ichs begannen sich meine ersten Zweifel an der Macht der Vererbung zu regen. Ich fing an, mir Rechenschaft darüber abzulegen, ob etwa die Furcht vor mir selbst, die das Bewusstsein meiner Abstammung in mir erweckt, nicht viel mehr als irgendeine tatsächlich ererbte Charaktereigenschaft mein Unglück herbeigeführt hatte. Ich fand, Kameraden und darum, wer sie fressen soll. Das gibt Luft, wir haben Vorsprung und sind gerettet. Eine Stunde später sassen wir im Dorfwirtshaus vor dampfenden Schüsseln und vollen Flaschen. Die Vorstellung musste ausfallen. Statt dessen hielten uns die Bauern, unsere neuen Freunde, grossartig frei. Ich musste mein Heldenstück immer und immer wieder erzählen, Adelaides Liebesblicke peitschten meine Phantasie, ich taumelte von heroischen Gefühlen, von Liebe und Wein, und am Morgen trank ich auf ewige Brüderschaft mit dem Feuerfresser. Die Brüderschaft und allgemeine Harmonie dauerte gerade einen Tag, dann war der Teufel, der Weibsteufel, wieder los. Adelaide hatte uns alle hintereinandergebracht. Jedem hatte sie Hoffnung gemacht, vor jedem Hess sie gewissermassen die Zugbrücke nieder, Aegyptens Geheimnisse umgeben uns, machen uns im nächsten A.R.- Roman «Ramosi» fiebernd gespannt. Ein unheimliches Netz von Fäden zieht sich zusammen, wer löst den furchtbaren Knoten ? Diesen Roman dürfen Sie nicht verpassen ! dass ich ja gar nicht auffallend verändert war! Das Gute in mir schien nicht erstorben. Ich sah in meinem Spiegel dieselbe Julianna, die du gekannt und geliebt hast! Ich fühlte neuen Glauben! Ich fühlte neuen Glauben in die Güte des Himmels, unter dem Männer und Frauen lebten und strebten. Ich habe immer an einen göttlichen Geist geglaubt, sei es auch riur, weil ich, wie alle lebenden Wesen aller Zeiten, über unser menschliches Begreifen hinaus das Dasein einer höheren Macht empfunden habe, die da erschafft und das Erschaffene leitet. Ich glaubte wieder — wenn du einen Namen dafür haben willst — an Gott. Mir schien in meinem Neuerwachen, dass kein menschliches Geschöpf von einer gütigen Allmacht zum Spielzeug eines so grausamen Dämons, wie es die allgewaltige Vererbung ist, geschaffen sein konnte. «Sie muss uns allen wenigstens eine Hoffnung lassen,» so rief ich mit Tränen auf meinen Wangen. «Es muss möglich sein, dass ich durch ehrliches Kämpfen über mich selbst hinauswachsen kann. Es darf nicht sein, dass mir die Gelegenheit genommen wird, mit dieser Reihenfolge von menschlichen Schädlingen ein Ende zu machen. Mein "Väter wollte mich vernichten, weil er glaubte, dass er in meinem Blute neu erstehen würde. Jetzt bin ich's, die ihn, weil sie ihn da findet, vernichten muss!» Und in meiner Seelenangst fiel ich auf die Knie und betete. (Fortsetzung folgt;) Die Gigaretten HORTH STATE fil ä Fr. 1.— per 20 Stück-Paket zeichnen sich aus durch ihr hochfeines, unaufdringliches Aroma und ihre grosse Milde.