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E_1930_Zeitung_Nr.099

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14 TOTOMÖBTt-REVÜB

14 TOTOMÖBTt-REVÜB 1930 — NO 99 aber im Augenblick, wo er die Brücke beschreiten wollte, wupp, war sie wieder hochgeklappt, und Favorit wurde ein ganz anderer. Wie eifersüchtige Gockel mit gestellten Kämmen strichen wir in stummer Wut aneinander vorbei. Die Vorstellungen wurden immer nachlässiger, schludriger, wir kümmerten uns um nichts mehr, oft blieben die Kostüme unterwegs liegen, wir spielten in kalten Sälen, weil wir das Heizen vergessen hatten, jeder spielte nur noch dem anderen zuleid. Die Besucher wurden immer spärlicher und schliesslich blieben sie ganz weg. Eines Morgens standen wie gewohnt die Schlitten bereit zum Weiterfahren. Im ersten Schlitten nahmen der Feuerfresser Fracassa und Adelaide zwei Plätze ein, um den dritten Sitz, an Adelaides Seite, entstand ein eifersüchtiges Drängen und Stossen. Auf einmal kam der lange zurückgehaltene Groll zum Ausbruch und eine mächtige Prügelei begann. Jeder schlug jedem aufs Dach, jeder packte jeden, wo er ihn gerade unter die Fäuste bekam, warf ihn zu Boden und hjeb auf ihn los. Rings um uns stob der Schnee wie vor einem Dampfpflug auf. Mitten ins Keuchen und heisere Fluchen aber gellte das höhnische Gelächter der Frau, um deretwillen wir uns schier zu Fetzen schlugen; mit verdoppelter Wut trommelten wir drauf los. Als wir, mit Beulen und blutigen Nasen, ganz erschöpft, endlich voneinander Hessen, lag Wir sassen im Tanzsaal des Hotels, an einem der kleinen Tischchen, auf denen der Kaffee aus zierlichen Schalen dampfte. Vor den grossen Fenstern hing die Landschaft, der See, die Berge, die nahen Bäume in Regen- und Nebelschleiern, Tropfen klatschten gegen das Glas und zersprangen. Es dunkelte draussen. Der Wind ging scharf und wild, die letzten Blätter wichen seinem gewaltigen Ansturm. Die Musik spielte Walzer, irgend jemand sang aus heiserer Kehle dazu, und ein Dutzend Paare drehten mechanisch über das Parkett dahin. Man tanzte, man sprach einige verbindliche Worte, lächelte freundlich und setzte sich, sobald der Geiger triumphierend seine Hand mit dem Bogen sinken Hess, gehorsam an seinen Platz zurück. Man tanzte, man plauderte, lachte... immer wieder, und das Gespenst der Langeweile stand hinter uns. Es gibt Gedanken, die wie blendende Lichtstrahlen aufzucken, dass man beinahe entsetzt die Augen schliesst und mit versagendem Atem sodann sich der Wirkung versichern will. — Ein Herr aus dem Kreise unserer vier erlöste uns aus der Starre des Abends, seine Idee zündete, wir lachten vor Begeisterung, der Tisch begann gefährlich zu schwanken, wir drückten ihm die Hand und waren ganz im Banne des Gedankens. Während der schwere Novemberstürm um das hohe Haus heulte, rüsteten wir uns zur Fahrt in eine weit entfernte, wilde, grosse Stadt; warum wussten wir selbst nicht, nur die Ueberwindung dieser tobenden, von Regen, Winden, Nebeln und Kälte durchstürmten Nacht auf schlechten, einsamen Landstrassen reizte uns. In fünf Miunten fuhren wir los! Der grosse internationale Fremdenort sah in dieser Regennacht kalt und verloren aus. Die hohen Hotelbauten lagen dunkel und müde in den Gärten, über die dichter, scharfer Regen niederging. Die Lampen über der Strasse schwankten. Auf der Strasse flössen kleine Bäche wild dahin. Faule Blätter wurden von dem Winde aufgetrieben und über die Strasse geweht. Im Wagen war es dunkel, still. Die Begeisterung sackte plötzlich in sich zusammen, lähmende Schwere legte sich auf die kleine Gesellschaft; wo wollten wir vier jungen Menschen eigentlich hin? Unser Wagen konnte streiken, die Beleuchtung war nur halb intakt, es war spät, man würde eine zweite Nacht riskieren, die letzte tanzte man durch, man hatte Verpflichtungen. Das Auto sang gleiehmässig durch die Sturmnacht. Gespräche versuchten sich zu halten, brachen zusammen. Manchmal sauste ein Haus vorbei, es ging hart am See entlang. Eine Frauenstimme sagte plötzlich leise und scharf: «Hier ist ein Unglück passiert.» Fahrt ins Dunkel der Kampfplatz weiss-rot in den schönsten Schweizer Farben da. Hallo, hallo! Wir rieben uns die Augen. Hatten wir einander blind geprügelt? Vom Schlitten mit Adelaide und dem Feuerfresser kein Spur! Das Paar hatte sich unbemerkt davongemacht. In der ersten Verzweiflung sprang ich auf einen der Schlitten, um den Flüchtigen nachzujagen, aber die Genossen fielen den Pferden in die Zügel und rissen mich vom Bock. «Lass sie fahren, lass sie fahren!» Wir Hessen sie fahren, und ich habe sie weder je wiedergesehen noch von ihr gehört. Die Trennung war notwendig. Am nächsten Tag schon fühlten wir uns von einem Albdruck befreit und waren wieder die besten Freunde, wie immer, wenn Männer ganz untereinander und von Frauen in Ruhe gelassen sind. Schnee fiel weiter in unheimlichen Mengen. Die Wölfe wurden so gierig, dass die Bauern Treibjagden auf sie machen mussten. Immer in den Frühlingen nach besonders harten Wintern werden in den Wäldern jener einsamen Landschaften Gerippe von Menschen blossgelegt, die von Wölfen überfallen wurden. Im Frühjahr nach dem überaus strengen Winter soll man unweit der Landstrasse im Wald Pferde- und Menschenskelette rings um einen zertrümmerten Schlitten verstreut gefunden haben. Die Bremsen kreischten, Scheinwerfer bohrten sich in die Dunkelheit, der Wagenstand. Draussen hörte man undeutliches Stimmengewirr, Bauern mit unmässigen Regenschirmen standen frierend und starrten zu uns herein. ' « Do you speak english ? » Ein grosser, starker Engländer mit Schlapphut beugte sich, regennass, gegen den Führer, verwarf die Hände, versuchte etwas zu sehen. Sein Wagen war in der unheimlichen Dunkelheit über ein Bord hinausgefahrener hing jämmerlich am Abgrund. In den stürmenden Regen hinein rief er uns zu, Hilfe zu holen. Wir fuhren zur nächsten Reparaturwerkstätte. Es sprach niemand mehr..- Neben mir sass am Lenkrad eine junge, moderne Frau. — Wir sassen schweigsam und starrten vor uns in den Lichtkegel, der die Strassen leise berührte, Borde liebkoste, an den letzten Häusern vorbeistrich und manchaml einen einsamen Bauer in Helle und Glanz riss. Der Regen stellte sich uns wie eine Wand entgegen. Dicke Schnüre tanzten vor uns. Wir gewannen eine Anhöhe. Mit einem Male rauchte ein dicker, weisslicher Nebel auf, der vor unserm Licht wild ineinander verquoll. Die Strasse war ausgewaschen und eng. Man sah wenige Meter vor sich hin. Der Weg stieg, so ging es endlos lange. Unsere Augen hefteten sich auf die Kurven, die plötzlich vor uns sich wanden. Nebel, dicker Regen, furchtbare Windstösse, einsame Gegend, tief in Nacht und Dunkel getaucht. Nach •langen Zeiten voll verhaltener Unruhe wuchs plötzlich aus dem Dunkel die tröstende Helle einer einsamen Dorfstrassenlampe, über die der Regen rang. Ein paar alte Häuser, eng anefnandergedrängt, hinter einzelnen Fenstern spätes Licht, der Kirchturm verloren in graues Geriesel. Regen, Regen, Regen... Einige Bauern kamen an uns vorüber. Sie duckten sich scheu am Wege und sahen in das weisse Licht. Ueber spärlich beleuchtete alte Brücken holperte der Wagen. DerFluss rauschte in furchtbarer Tiefe. Die Dunkelheit kochte. «Wie spät ist es?» «Unsinn, noch kein Viertel des Weges!» Ein Zug fuhr eilend an uns vorbei, der Ferne entgegen. Er hatte keine plötzlichen Kurven zu fürchten, die einem aus der sanft einschläfernden Ruhe des ziehenden Wagens in furchtbare Wirklichkeiten zurückreissen konnten. Die lange Lichterkette versank in Schweigen und Nacht. Steine der ausgewaschenen Strasse schlugen gegen den Wagen. Der Weg führte schon stundenlang dahin. Wohin? Das Ziel schien fern, überhaupt unerreichbar. Einmal ein kleiner, halb erstickter Ruf, müde Augen sahen einen Baum rasend gegen den Wagen zustürzen. Die Frau am Volant — wie oft tat man ihr unrecht! Nie wurde eine Strasse, die sich nur ungern zeigte, gewissenhafter geprüft! Der Weg zweigte immer wieder. Auf dem Hochplateau wurden wir unsicher. Ich kroch in die Sturmnacht hinaus. Der Wind zerrte an meinem Mäntel, der Regen klatschte, tief im Tale unten schwoll der Fluss. Am Himmel ein fahler Streifen. Der Wegweiser gab unter dem Schein der Autolampe sein Geheimnis her. «Donnerwetter, warum lacht ihr nicht?» Mitten in einer Dorfstrasse hielten wir an. Unter dem trüben Lichte einer Lampe erkann- ten wir eine Reparaturwerkstätte. Wir klopften, riefen, die Schuhe in Dreck und Walser. Durch eine alte Scheune geisterte ein Petroleumlicht, ein grosser Bauer blickte unter seinem zerknüllten Hut hervor nach uns. Er schlich mit verkniffenem Mund um unsern verschmutzten Wagen, murmelte vor sich hin. Das Auto wurde untersucht, zarte Damenhände beschmierten sich an öligen Motorteilen, neben der Scheune, unter der wir standen, lag ein DorfwiTtshaus, dessen Fenster hell erleuchtet waren. Man hörte Lachen, Musik. Einige alte, baufällige Häuser schlössen das phantastische Bild dieses nächtlichen Dorfes ab. Der Regen lief mir über das Gesicht, er durchnässte die dicken Mäntel, von den Hausdächern tropfte es wild. Wir warfen uns wieder in die Polster zurück, der Wagen sprang an, die Scheinwerfer leckten an der Scheune sekundenlang empor, die Landstrasse hatte uns wieder, verschlossen und nass endete sie irgendwo in fernen Dunkelheiten. Schon vieT Stunden Fahrt. Die Augen Der Verkehrs^ Polizist der soeben einen Kurs für Verkehrspolizei absolviert hat, sucht seine Kenntnisse praktisch zu verwerten. (The Humorist) Der Regenschirm setzt sich durch. Die intensive Propaganda der englischen Regenschirmfabrikanten scheint bemerkenswerte Früchte getragen zu haben. Während noch im letzten Jahre der Regenschirm im Londoner Strassenbild ziemlich verschwunden war, scheint er sich neuerdings bereits in sehr erheblichem Masse durchgesetzt zu haben. Allein die Zahl der im amtlichen Fundbureau der Stadt abgegebenen Regenschirme für die letzten 6 Monate beträgt schon wieder an die 30,000. 2000 blinde Passaglere. Rund 2000 New Yorker Spatzen haben dieser Tage an Bord des Luxusdarapfers < O- lympic » eine Europareise unternommen. Zu dieser Freifahrt kamen sie folgendennassen: Sie hatten sich einen Tag lang auf einem neben der « Olympic » in New Yorker Hafen liegenden Getreide dampf er gütlich getan und zogen sich bei Einbruch der Dunkelheit zur nächtlichen Ruhe auf die « Olympic » zurück. Aber um Mitternacht lichtete diese die Anker, und beim Erwachen sahen sich die New Yorker Spatzen weit draussen im Weltmeer. An einen Rückflug war nicht mehr zu denken. Aber augenscheinlich fühlten sich die gefiederten Gäste dort sehr wohl. Nur ein Teil von ihnen ging in Frankreich an Land. Die übrigen machten die Reise bis Southantpton mit und besehen sich jetzt England. Sind Blondinen schlechte Autolenkerinnen? Grosses Interesse begegnet in automobilisttechen Kreisen der Vereinigten Staaten ein soeben von Autofachleuten auf Grund ihrer bisherigen eingehenden Beobachtungen erstelltes Gutachten betreffs Eignung von Personen mit verschiedenfarbigem Haare. Die besten Autolenkerinnen sollen brünette Damen sein. Ihnen zunächst kommen solche mit rotem oder rötlichem Haare, während Blondinen sonderbarerweise das Hauptkontingent bei Autounfäller stellen, wo ste Lenkerinnen des betreffenden Wagens waren. Ihnen fehle, wie der Bericht ausführt, das begannen zu schmerzen, der Schlaf legte sich bleiern auf die Lider, oft schraubte ich das Fenster herunter, um die frische Kälte der Luft in meinem Gesichte zu spüren. Das eintönige Singen des Motors regte zum Denken an, das Gehirn liebt diese Monotonie. So fahren wir in ewige Dunkelheiten, voller Gefahren vor der nächsten Kurve, vielleicht ist es auch die übernächste? Aber die Frau am Lenkrad spricht nicht, ihre Augen kennen nur die Strasse. Die Räder knirschten über Steine, glitten über schwarze Asphaltstrassen, der Wagen pfiff an drohenden Bäumen vorbei, sang über einsame Höhen, auf denen scharfe Winde gingen, pfeilte durch Nebel und strömenden unendlichen Regen, bis weit im Westen, schwach zuerst, ein leises Flimmern am Himmel das Ziel anzeigte, die Helle wuchs, si« dehnte sich aus über den ganzen Himmel Lichter schössen in die Nacht, Häuser sta*» den an der Strasse, erste Wagen begegnete« uns, wir dehnten unsere Glieder, am Ziel. ~« Und nun? bo. Bunte Chronik aus aller Welt Verantwortlichkeitsgefühl und das Pflichtbewusstsein, das ihre schwarzhaarigen Mitschwestern auszeichnen soll. Das Beste wird wohl sein, wenn sich alle Blondinen jetzt energisch zusammenscfoliessen und den andern vormachen, dass sie eben doch keine schlechten Fahrerinnen sind! Kampf den Nachzüglern! Die New Yorker Presse begrüsst lebhaft die Gründung einer Liga, die den Kampf gegen zu spät kommende Theater- und Konzertbesucher auf ihr Banner geschrieben hat. Diese « Liga gegen Theater- und Konzertnachzügler » führt ihren Kampf in der Art, dass sie ihre Mitglieder ehrenwörtlich verpflichtet, in Theatern, Konzerten usw. während der Darbietungen unter keinen Umständen aufzustehen oder sonstwie Platz zu machen, wenn zu spät kommende Besucher auf ihre Plätze gelangen wollen. Dadurch sollen die Nachzügler gezwungen werden, bis zur nächsten Pause mit einem Stehplatz vorlieb zu nehmen, wovon man sich ein© heilsame Lehre für künftige Gelegenheiten verspricht. Tatsächlich sollen sich dfe Verhältnisse in den New Yorker Theater- und Konzertsälen seit dem kurzen Bestehen der Liga auch schon wesentlich gebessert haben. Edgar Wallace zum Tode verurteilt! Edgar Wallace, immer noch der meistgelesene und zugleich am besten verdienende Kriminalverfasser der Welt, ist zum Tode verurteilt worden, so behauptet wenigstens auf Grund seiner eigenen Worte eine populäre englische Zeitung. Entsetzt wird sich der Leser fragen: Was hat den Wallace verbrochen? Wallace hat allerdings noch nicht gegen das Gesetz der Gesellschaft verstossen, sondern sein Todesurteil stammt aus der Unterwelt. Die Banditen von Chicago, deren Leben und Treiben Edgar Wallace, wie bekannt sein dürfte, während eines kurzen Aufenthaltes in der Verbrecherstadt dramatisiert hat, sind über diese Beleidigung derart empört, dass sie den Mann, der ihre Geheimnisse auf die Bühne zu bringen wagte, einstimmig zum Tode verurteilt haben. Wallace hat beobachtet, dass ein Mann ihm seit einiger Zeit auf den Fersen folgt. Zweifellos ist es derjenige, meint Wallace, der mit dem Auftrag beehrt ist, das Todesurteil des geheimnisvollen Gerichts der Unterwelt zu vollstrecken. Wenn diese Geschichte auch nicht wahr ist, so hat sie Wallace doeb gut erfunden.

N° 89 —- 1930 AUTOMOBIL-REVUE 15 Wie sie „ihn" Vier Frauen plaudern aus der Schule. «Wie Sie Ihren Gatten kennen lernten?» Auf Öiese Rundfrage der « Neuen Freien Presse » haben sich die Gattinnen von Politikern, Schauspielern, Gelehrten, Dichtern und Sportleuten gemeldet; allen ist eines gemeinsam: sie sind glücklich! Lady Alan Cobham, die Frau des bekannten englischen Fliegers, die Forscherin und Weltreisende Rosita Forbes, die "Witwe des berühmten polnischen Romanciers Joseph Conrad und die Filmschauspielerin Vilma .Banky geben im Nachstehenden interessante Antworten, auf die delikate Frage: Lady Alan Cobliam. Eines schönen Tages wusste ein junger Flieger nichts mit sich anzufangen. Er war gelangweilt, ziemlich müde und der Meinung, ein Theaterbesuch würde ihn aufheitern. Und so schlenderte er in ein Theater. Wie ich nachher erfuhr, unterhielt er sich ausgezeichnet und insbesondere eine der auftretenden Personen, die eine führende Rolle innehatte, erregte sein besonderes Gefallen ... Am selben Abend noch übersandte er dem Direktor des Theaters ein paar höfliche Zeilen, in welchen er ihn und seine Schauspieler für den folgenden Morgen zu einem Ideinen Rundflug einlud. Er war der Meinung, diese Einladung würde von einigen Angehörigen des schönen Geschlechtes angenommen werden, insbesondere von der Trägerin der Hauptrolle. So geschah es auch. Tags darauf wurden diese und die anderen Damen der Truppe im Flugzeug spazieren geführt. Alle waren entzückt, insbesondere besagte Trägerin der Hauptrolle. Nach drei Tagen waren wir verlobt, denn zufällig war ich diese bewusste Dame und der gelangweilte Flieger natürlich Alan Cobham. Rosita Forbes. Ich hielt eine Vorlesung in einer Geographischen Gesellschaft, und der Saal war so überfüllt, dass ich, um einem irischen Oberst einen Platz zu verschaffen — ich hatte ihn erst kürzlich kennengelernt —, genötigt war, ihn für meinen Verlobten auszugeben, worauf der Sekretär der Gesellschaft ihm einen Platz auf dem Podium anwies. «Weise Voraussicht», lächelte der Oberst, und wenige Tage später waren wir — verheiratet. -, Jessie Conrad. Unsere erste Begegnung war so zufällig, dass wir uns späterhin niemals über ihr genaues Datum einig werden konnten. Fast ein Jahr verging, ehe wir uns wieder sahen, diesmal so, als seien wir jahrelange Freunde. Ich kannte damals — ich wohnte in England — sehr wenig Ausländer und sicherlich keinen so fremdländischen und interessanten wie Joseph Conrad, oder besser gesagt, Konrad Korzeniowsky, und in jenen Tagen kannte ich ihn unter seinem polnischen Namen weit besser als CFtt/^OJ BDBGE 9 E U T |F fanden... unter jenem, den er später in der gesam» ten englischsprechenden Welt so berühmt machen sollte. Die ungeheure Sympathie, die ich von allem Anfang für ihn empfand, dürfte vor allem aus dem stark mütterlichen Empfinden hergerührt haben, das ich diesem vereinsamten Fremdling entgegenbrachte. Vima Banky. Ich schliesse meine Augen und sehe ein braungebranntes, schmales Jungmännergesicht vor mir... Als ich aus meiner Heimatstadt Budapest nach Hollywood kam, fühlte ich Glossen einer Frau von heute. Charme — nie ganz zu erfassendes Wort, in dem tausend Einzelheiten sich regen und aufzucken. Nicht gerade, zmhundert Prozent, aber doch in einem gewissen Masse unterliegt auch der weibliche Charme dem Wechsel der Mode, er macht grosse Metamorphosen durch, — was heute charmant an einer Frau ist, war vor 30 Jahren unweiblidh und taktlos. Interessante Frauen sind heute durchwegs irgendwie vom Dasein berührt, sie haben irgendwie va banque gespielt und wenn sie auch nicht verspielten, etwas ist davon haften geblieben. Zumindest so weit, dass diese Spuren sie veranlassen, gründlich nachzudenken. Die Frau von heute muss genügend reif sein, auf dass der Mann es nicht nötig habe, ihrewegen ein Blatt vor den Mund zu nehmen, dass er nicht die Notwendigkeit empfinde, sie unterhalten und um sie herumscharwenzeln zu müssen. J „J _t. Der Charme der Frau von heute beruht darin, dass sie, ohne weibliche Anmut zu entbehren, sich.in Männergesellschaft zu bewegen versteht, ohne sie zu stören (jeder Mann spricht gern von der Leber weg), sie braucht sie nur ein wenig zu dämpfen, niemals aber mehr, als sie selbst wünschten, ihre Stimmung durch äusseren Einfluss gedämpft zu haben. Es nützt nichts, die Frau von heute Ist Kamaradin, modern ist eine kecke Stirn, eine etwas belegte Stimme (mag auch Whisky daran schuld sein), die Fähigkeit Bridge zu spielen, so dass der Mann nur den guten Mitspieler und nicht die Frau neben sich weiss, mit der er höflich spielen muss, damit sie nicht zu weinen beginnt! All das hindert sie nicht, das gewisse Etwas zu haben. Ein grosser Mann hat einst diese Theorie ausgesprochen, die heute längst zur Praxis geworden ist: Die Frau denkt an Unfug — und sonst nichts, und ruft damit provokativ Unfug hervor. Die Frau, die eine geborene mich sehr jung und schüchtern und ein Mutter ist und immer und überall an ihre wenig einsam. Mr. Goldwyn, der mich Kinder denkt, sie braucht gar nicht von ihnen nach Amerika gebracht, stellte mir diesen zu sprechen, weckt -wohl achtungsvolle Gefühle, aber sonst auch nichts. Die Frau, jungen Mann vor. Er war gross, dunkel- die haarig, mit lachenden Augen. Er warerwägt, was sie morgen zum Mittagessen kochen könnte, wird bei dem Mann nur den als mein Tischnachbar ausersehen. Dann kam ein Tag, da lag ich zurückgelehnt in einem bunten Boot unter einem werden und sonst gar Wunsch wachrufen, zum Essen eingeladen zu nichts. japanischen Sonnenschirm und ein junger Mann, gross, dunkel, mit lachenden Augen, ruderte und lächelte vor sich hin. Der Abend war still und friedlich, zauberhaft. Die sehnigen Arme bewegten langsam, sicher und rhythmisch die Ruder, die Augen, die mich anblickten, lächelten... Er verstand es, mit seinen Augen zarte Dinge zu sagen. Irgendwie waren unsere Gedanken ineinander verknüpft. Seltsam, dass man einen Mann ansehen kann, den man seit langem kennt, und plötzlich den Geliebten seiner geheimsten Träume in ihm sieht... Und so heirateten wir. Das' Antlitz, das ich nnn ebenso ießnaft Charme aber besitzt heute jene Frau, die in Wort und Lächeln vor den Männern ein Bild ihres reichen Innen- und Aussenlebens zu rekonstruieren vermag, die ohne Heuchelei als Mensch vor ihnen erscheint, der sie vor die fertige Tatsachen stellt, dass sie imstande ist, das Leben aus dem Vollen zu leben und an der Jagd nach Freude teilzunehmen — zu zweit ~ " "" Die Märkte prangen im Schmuck der Astern, die Stadt schwelgt in ihrer Ueberfülle, die soweit geht, dass sogar die Auto- vor mir sehe, ob meine Augen nun ge-taxischlossen oder offen sind, ist das meines dem noch so kleinen Restaurant zieren Blumenschmuck anlegen und in je- Gatten Eod la Rocque. Gläser mit weissen und roten Astern die Tische. Wären sie rar, dann wären sie Vom Charme der Frau Blumen sehn dich an! wohl auch schön. Aber so sind die Menschen schon, sie lehnen sich gegen die Masse auf und hören auf, sie anzubeten. In den Dörfern flammen sie in allen Farben als letzter, stolzer Gruss des Jahres. !1 Es wäre ratsam, die Vasen daheim zu revidieren. Und alle auszuschalten, die enghalsig und dickbauchig sind. In denen die Blüten und Zweige so gepresst sind, wie einst die Frauen in ihren Miedern, in denen sie weder atmen noch trinken können. Ausserdem sehen die schönsten Blumen in solchen Vasen bedeutungslos aus. Als wären sie nebensächlich. Nicht vergessen, dass die Vase stets nur zweckmässiges Behältnis, und als solches untergeordnet sein muss. Das dekorative Moment erfüllen die Blumen, deshalb sei ihnen vergönnt, dies auch vollauf zu tun. Die Blumen müssen in der Vase frei sein, also nicht gebunden ins Wasser stellen. Die Vasen sollen glatt, neutral oder bunt, in jedem Falle einfach sein, was jedermann wissen sollte, aber nicht weiss. mmmmmm Brauner Russenmantel ans Velourtpansparent mft Zobelbesatz und brauner Kappe. Die schönsten sind gegenwärtig die Kunstkeramiken mit ihrer Glasur und ihren zauberhaften Farben, und da sie von Künstlern geformt werden, ist ihre Form vollendet. Manche haben Henkel, namentlich die schweren, grossen, deren Transport sonst riskant wäre. Sehr schön sind Glasvasen und reizvoll die einfachen Krüge, die besonders in moderne Wohnungen vorzüglich hineinpassen. Natürlich werden Schwertlilien in andere Vasen gestellt werden als Wicken, andere Gefässe dienen zur Aufnahme dikker Buschen kurzstieliger Blüten. Man braucht also eine gewisse Auswahl. Aber die, die eben leer sind, bewahren Sie auf, ohne sie als Dekorationsstücke zu verwen- Die neue Wintermode Die Strosse singt Es saust und braust in den Drähten, Die neben der Strosse gehen —< Es muss eine Jede Sehnsacht Im Strassenstaab verwehen. Der feine Staub von den Strossen Deckt Leben und Träume za. Die Drähte wiegen und singen Das müde Herz zur Ruh*. Faul Weisi in 3« Vagabunden-Zeitschrift < Der Kunde >. gegen Sonnenbrand imStrandbad ; bei Winter-und Sommersportigegen spröde Hautunreinen Teint Feinstes Massagö-Öl/Jas belebr,und~nicht fettet. Grai-ismuster durch die ßarfa A.G. Zürich • • uportsin großer Auswahl zu äußerst vorteilhaften Preisen Spalenberg9 ©Teieph. Safran 33.74 GOLDSCHMIED NA/EIN PLATZ . Fbstfach ZÜRICH f jB$L BA Btt Q ze ase den. 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