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E_1930_Zeitung_Nr.105

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«Sehr interessant!»

«Sehr interessant!» kam es aus der Muschel. «Ich hoffe es!» sagte Iwanowitsch. «Wollen Sie hören, was ich Ihnen alles gekauft habe? Ja — aber erst müssen Sie mir sagen, wie Sie aussehen, denn ich will Sie — so schmerzlich es mir ist — niemals sehen! Wollen Sie?» «Jaa!» sagte die Dame. Sie sei dunkelhäutig, habe einen schwarzen Bubikopf, sei 1,66 m gross, habe helle Augen, sei schrecklich schlank, aber immer guter Dinge. «Herrlich!» sagte mein Freund. «Ich habe Ihnen einen gelben Schlafanzug gekauft, der wird Ihnen prächtig stehen, aber das Parfüm ist für Ihren Typ zu fade, möchte ich sagen, was soll ich machen? Soll ich es weglassen?» «Aber nein! Ich freu mich so drauf! Das ist doch das Interessanteste, dass es für mich ist und gar nicht passt! Man bekommt doch sonst immer nur ganz abgestimmte oder besonders abscheuliche Dinge geschenkt .» «Gut — und dann habe ich noch eine komische Sache... eine Schürze!» « Haha, das ist herrlich, wundervoll... enn Sie wüssten! Vielen, vielen Dank!» Weihnachts -Hoch betrieb im Himmel Eine Plauderei. Der Weihnachtsrummel hier unten auf der Erde ist ja gross — aber wie das gegenwärtig im Himmel ein Betrieb ist, das können Sie sich gar nicht vorstellen... Also der neue Bau grad beim etwas ver- 3er sachliche Christbaum. Das bunte Staniolpapier wirft im Kerzenlicht wirkungsvolle Reflexe und spiegelt die an Stäben hangenden kleinen Gaben getreu wieder. Ob der immer wieder erfreuende Weihpachtshauch auch von diesem Baum ausströmt, ist eine andere Frage alteten Paradiespförtel, das ist das Departement des Herrn Petrus. Die Himmelsbuchhaltüng könnte man sagen. Dort wird fieberhaft gearbeitet. Die Engels-Buchhalter schliessen die Konti der Lebensbiicher auf Weihnachten hin ab. Schon Und Iwanowitsch zählte weiter auf. Die Muschel war lange still gewesen. Nun hörten wir: «Und das soll ich wirklich alles haben und kann mich gar nicht bedanken?» «Doch!» sagte Iwanowitsch, «wenn ich Ihnen jetzt noch gesagt habe, unter welcher Chiffre Sie das Paket auf der Post abholen sollen, werden wir uns auf Wiederhören sagen und eine Sekunde später können wir uns durch das Telephon einen Kuss geben! Dann war das für mich die schönste Weihnacht und morgen, wenn ich annehmen kann, dass Sie das Paket in Ihren Händen halten, werde ich an Sie denken und ganz bei Ihnen sein und mich noch einmal mit Ihnen freuen ...» Noch ehe es zum Kusse gekommen war, bin ich gegangen. Dieses Jahr hatte ich ihn wieder nach seiner Weihnachtsfeier gefragt und er sagte mir, die vorige sei so schön gewesen, dass er sie wiederhole, man müsse nur konsequent sein, nie mehr an die Nummer denken und niemals einen Schritt in dieser Angelegenheit tun. «Vielleicht —», sagte er —, «kommt noch einmal jemand auf diese Idee und ich darf mir irgendwo ein Paket abholen. Ich hätte eine Mordsfreude mit einem Seidenhemd — zwei Nummern zu gross — und einem Aschenbecher, der von mir Nichtraucher doch mehr geliebt würde als sonst etwas!» lange ist hier oben alles modern eingerichtet, mit Rechnungs- und Buchhaltungs- Maschinen. Nur Uhren sind nirgends zu sehen: daran erkennt man, dass man im Himmel ist. Schräg gegenüber liegt ein anderer moderner Bau: die Bureaux von Herrn Generaldirektor Sankt Nikolaus. Hier geht es zu und her wie in einem Warenhaus. Telephon, schreibmaschinentippende Engel, Telephon, Pakete schnürende Engel, nochmals Telephon. Das Christkind diktiert in seinem Privatkontor einen Brandbrief über eine noch nicht eingetroffene Sendung Mandarinen. '«... innert spätestens 3 Tagen in deren Besitz zu sein, ansonst...» — Sankt Nikolaus sitzt am Telephon. In der Himmelsbäckerei ist eine ganze Auflage (20,000) Weihnachtslebkuchen verbrannt. «Man muss eine Nachtschicht einschieben. Der Verlust ist aufs Katastrophenkonto zu schreiben.» Herr Direktor hängt ab und wischt sich mit dem Taschentuch über die schweissbedeckte Stirn (er macht sieh übrigens etwas altmodisch in seinem modernen Bureau, der gute Mann). Eben tritt das Christkind ein (Bubikopf, tip-töp nach Mode gekleidet). « Na, alter Nik, wie geht's? Klappt die Sache? » — «Es wird •wohl stimmen, so wie es auch immer stimmte als wir noch nicht...» (Sankt Nikolaus brummt nämlich bei jeder Gelegenheit über die modernen Einrichtungen im Himmel und erinnert gern daran, wie es früher war). « Na, fang nur nicht wieder an, alter Brummbär! Ich muss schnell nach unten (nach unten, das ist die Erde), sehen, was es da Neues gibt. Adieu!» Weg ist das Christkind. Es klopft. Herein tritt ein Engel, der genau aussieht, wie... (Halt! da muss ich erst erklären: Feldherren und Politiker, die bei Lebzeiten eine grosse Rolle gespielt haben, müssen im Himmel als Kompen- F. Spitzbartti-GrieD, Zürich 8 SILBERSCHMIED IEIIUEI Sportpreise Feldeqgstrasse 58 — Telephon 27.464 sation Ausläuferdienste verrichten. Der Himmel gefällt Ihnen, wie?) Also, der Engel sieht einem berühmten Feldherrn täuschend ähnlich. Er meldet, ganz ausser Atem vom Treppensteigen, Herr St. Nikolaus möge doch so gut sein, Herrn St. Petrus in seiner Privatwohnung aufzusuchen, zu einer wichtigen Besprechung. Kaum ist der dienstbare Geist verschwunden, schmunzelt unser Nikolaus behaglich. Wichtige Besprechung: das kennt er. Und richtig. Nicht lange geht's, so sitzen die beiden in Petri Hinterzimmer zusammen bei einem guten Tropfen (wie? Sie meinen, das gäbe es im Himmel nicht? Das wäre mir ein schöner Himmel!). Und wie das bei älteren Herren immer so ist, sie sprechen über einst und jetzt und wie das früher doch viel besser war. Ueber elektrisch beleuchtete Weihnachtsbäume schütteln sie einträchtiglich den Kopf, desgleichen über motorisch geschaukelte Schaukelpferde. Ob sie recht haben? Das ist eben Ansichtssache. So, jetzt haben Sie doch eine Ahnung vom Weihnachtsbetrieb im Himmel. — Uebrigens sind Sie gewaltig hereingefal- Etwas für geübte Zungen. Eine chemische Zeitschrift enthielt folgenden Passus : * Das aus dem Nitrotetramethyldiamidotrichenylmethan durch Reduktion entstehende Tetramethyltriamidotriphenylmethan kristallisiert in ähnlichen Formen wie das Tetramethyldiamidotriphenylmethan. > Diese Namen klingen zwar dem Laien ziemlich «spanisch» und nicht sonderlich schön; allein sie sind vollkommen rationell gebildet und bieten daher den grossen Vorteil, dass der Fachmann bei der blossen Nennung derselben sofort eine klare Vorstellung von der Zusammensetzung und Konstitution dieser Verbindungen erhält. Sie werden deshalb von den Chemikern den häufig viel kürzeren und wohlklingenderen Laienbezeichnungen vorgezogen. Jene in der Substanz des menschlichen Gehirns und der Nerven vorkommende Verbindung, welche ursprünglich mit dem zwar kurzen, aber nichtssagenden Namen < Lecithin » oder «Protagon » bezeichnet wurde, heisst jetzt, nachdem man ihre Konstitution erkannt hat, stolz : Oxäthyltrimethylamoniumoxydhydratollylopalmithyloglycerinphosphorsäure. Eine Neunjährige schreibt ihre Biographie. Alle frühreifen Prominenten und Wunderkinder müssen vor Neid erblassen, wenn sie hören, dass eine junge Pariserin, Gilberte Savary, im reifen Alter von 9 Jahren damit beschäftigt ist, ihre Lebenserinnerüngen niederzuschreiben. Aber nur diejenigen, denen die Vergangenheit der jungen Memoirenschreiberin unbekannt geblieben ist, werden sich über ein so zeitig geäussertes Mitteilungsbedürfnis wundern. In den 9 Jahren ihrer Existenz hat die kleine Gilberte tatsächlich schon mehr Erfahrungen gesammelt, als sich gewöhnliche Sterbliche auf der Höhe ihres Lebens träumen lassen. Diese Gilberte hat sich nämlich in ihrem kurzen Leben bereits in klassischen und akrobatischen Tanzveranstaltungen öffentlich bewundern lassen, ist auf der Bühne und vor dem Mikrophon aufgetreten, hat Grammophonplatten besungen und in Lustspielen und Filmen, sowie auf der Vartetebühne viefibemerkte Proben ihres vielseitigen Talentes gegeben. Es erscheint daher begreiflich, dass die Kleine, bevor sie in das kritische Alter der Kinderkrankheiten eintritt, sich bemüht, Rechenschaft von ihrem Leben abzulegen. Wenn ein Verbrecher beerdigt wird. In New-York fanden kürzlich zwei Beerdigungen am gleichen Tage statt, deren Gegenüberstellung dazu geeignet ist, die ame- Kein Silvesteressen ohne eine Flasche Neuchätel len. Ich habe Ihnen das alles nur erzählt, weil Sie doch unbedingt eine Weihnachtsplauderei haben wollten. Was tut man nicht alles, um überhaupt etwas sagen zu können. Wahr ist kein Wort daran. (Wie ich mich schäme!) Um Weihnachten ist es nämlich ausnehmend still im Himmel. Je mehr die Menschen unten Lärm machen, desto stiller wird es. Von Betrieb, Bureaux, Telephon keine Spur! Das Paradies war schon damals, als Eva... — na, lassen wir das — also schon damals war es vollkommen (bis auf die unselige Einrichtung mit der Schlange) und ist es heute noch. Denn dort ist die Ruhe, die wir auf Erden vergeblich suchen. Dort ist jene Stille, deren Unendlichkeit Musik ist. Ich würde mich auch schön bedanken für einen telephonierenden Himmel! Uebrigens werden Sie doch nicht im Ernst glauben, im Himmel berühmte Feldherren — und wäre es auch nur als Ausläufer-Engel — zu finden!... Na also. Da wären wir wieder am Anfang! Ernest. Bunte Chronik aus aller Welt Chätenay iQSn _ wo ms rikanischen Verhältnisse zu beleuchten : Es wurden zu gleicher Zeit ein Polizist und ein von Banditen erschossener Alkoholschmuggler begraben. An der Beerdigung des Schutzmannes, der im Kampfe mit Verbrechern gefallen war, nahmen hunderte von Schutzleuten in voller Uniform teil, was ihr einen knappen militärischen Anstrich verlieh. Geradezu pompös wirkte aber das Begräbnis des Verbrechers, eines Italieners namens Gallo der ein Getreuer der berüchtigten Alkoholschmugglerbande des Vito Bonaventara gewesen war. Der Tote wurde in einem schwer vergoldeten Sarge beigesetzt. Acht grosse Kraftwagen, mit Blumen über und über beladen, zwei Kapellen zu 20 Musikern und ein imposanter Leichenzug durchfuhren zu dieser Bestattung die Strassen New- Yorks, links und rechts eskortiert von bis an die Zähne bewaffneten Polizisten... Der Premierendtchter und die Esskörbe. Kürzlich wurde im Prager Theater «Akropolis», die Premiere eines antiklerikalen Tendenzstüokes des tschechischen Dichters Hais-Tyneck aufgeführt. Bereits mehrere Tage vor der Premiere wuTde der Dichter Nacht für Nacht telephonisch angerufen. Unbekannte Personen haben ihm für die Erstaufführung einen furchtbaren Skandal angekündigt. Die Polizei wurde verständigt, die Premiere ging jedoch vor ausverkauftem Hause ohne jede Störung vor sich. Als sich nach dem letzten Akt der Dichter bedankte, fand er zu seiner angenehmen Ueberraschung auf der Bühne sechs grosse Esskörbe vor. Seine Ueberraschung verwandelte sich aber sofort in grosse Bestürzung, als ihm gleichzeitig mit den Esskörben die Rechnungen dafür präsentiert wurden. Es stellte sich heraus, dass unbekannte Täter die Bestellung im Namen des Dichters gemacht haben. Noch erzürnt über diesen Streich, schritt der Dichter zum Bühnenausgang, wo ihn eine neue Ueberraschung erwartete. Er fand hier sechs Taxameter, die ebenfalls von unbekannten Personen für ihn bestellt worden waren. Die Chauffeure nahmen gegen den Dichter eine drohende Haltung ein, so dass eine Polizeiabteilung herbeigerufen werden musste, um die Chauffeure zu veranlassen, dem Dichter den Weg zu Fuss nach Hause freizugeben. * * * Deutlicher Wink. Herr: « Verzeihen Sie, mein Fräulein, ich heisse ganz prosaisch Meier ! » Dame : « Ich finde den Namen durchaus nicht prosaisch, ich wäre froh, wenn ich so hiesse !» FRÄTELiiCbali Es ist ein wirklicher Genufe, den man der Welt verkünden mu&: Mit Zephyrseife sich rasieren das sollte jeder Mann probieren. Unsere reiche Weihnachtskollektion Abendtaschen, Pyjamas, K%monos, Titch- und Teegedecken Apartem Modetchmuck in Original (hin. Stickereien auf Seide Orientalitchen Kunstgegen*t4nden aller Art etc. Unverbindliche Besichtigung. CHINA HOUSE, „Au petit Chinois" ZÜRICH, Bahnhofstrasse 22 A/Tl HoU/SEUX NEBIoLo LACRIMAE-CHRI/TI BARoLo BARBARESCo FALERNo «APRJ

CTO 105 — 1930 AUTOMOBIL-REVUE ___..__II ii ii .ngij MM.-»««»-». Es ist dieselbe kleine Hemmung, die sich Ich kehre zurück... Ein dunkler Park, beschatteter Kies und nur meine leisen Schritte. Das ist der Park verschwiegener Nächte Nächte und und ^^^^^^^B 1 ^^»^^^^^^^fe" : führt mich> "-i^^'-^^fW^VÄ^^^^^^ sie Verkehrt herum zu drehen wilder Ritte, der Ort, wo metner meiner Liebe helle Glut, ^^^^^^^H ^^^^fc^. ,''^^;' I^'^'"^JW>-W^V -\"j^^^^lrai neue Generation. Er soll die Füllfeder Hochloderte und meines Leibes wildes Blut Entbrannte Hochloderte und and mich meines dann Leibes jäh verliess. wildes Blut BlaHRBHHHHHIBNfatau. V \SPll :V^^H haben und sich an ihr bewähren. Entbrannte — und mich dann iah verliess. ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^S^^^bl^^^^^H ein Scheckbuch haben und es ausfüllen - Nun kehre ich zurück. M^a^^^^^^^^B^Ba^^^BB^^^^^^S zeigen, ob er ein richtiges Kind des tech- Ausgehöhlt, Ausgehöhlt, zermürbt, zermürbt, zerschlagen. zerschlagen. »»« "~ • "yaffl* '•'*•vN I kehrt zu halten, wenn er mit einer Selbst- Heute ist Weihnacht, das heilige Fest. ^^^^^^^^^^^^^^^ä^^^Ä^^B^Ä^»^««,-^ •^llk*^*^ < ^ers se * n> ^e Goldfeder aus ihrer dunklen Der Sturm tobt tobt auch auch heut' heut' durch durch das alte das alte S3|^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^P^ J! ^ ^ T • Feuchte herausschraubt und sogleich sein Geäst. Ich ich sehe im Haus den Kerzenschimmer, , • ^jj! ^^^ff^F^^^^^ä geht, ohne dass er die Bluse von oben bis Bekränzter Tannen glitzernden Flimmer..» Flimmer.., . - vfjg •HMb^?%, i unten mit Tinte bekleckert, dann soll er Ich kehre zurück... Ko. ^ . ^J^^^^^^^^Sfetaj^i^j oder Filmmagnat; jedenfals ein erfolg- XÄ/j-nfpYnficht . . . — dreht, wenn er den Halter nicht mit dem nriiiiciiiuvi« mmmmm—mmm-m—m——*—— blitzenden Bügel senkrecht in die Brust- Je weiter sich die Strassenbahn von der der Sommer hatte er er sich sich jeweils ins ins Gras der der weil sie zuviel frass, über Nacht ertränkt tasche schiebt, wenn die Tinte am ver- Stadt entfernt, je seltener die tausend- Wegböschung gelegt, im Winter sass er auf hatte. Später, als er schon 13 oder 14 Jahre kehrten Ende herausquillt, wenn das kerzigen Lampen werden, desto nervöser und Wie seinem Schlitten und hielt nach ihr Aus- schau. Unter Kreischen und Jubeln fuhr er dem Schilf. Lernte, dass man noch anders wenn seine Mutter zankt, dass ich solche alt war, versteckte er sich mit Mädchen in weisse Tischtuch daran glauben muss, unsicherer belfert die kleine Glocke. Wie scnau. eine graue Wand schluckt der winterliche -^ ihr dann des auf der glitzernden Schneefläche küssen kann als wie man seine Mutter nichtsnutzige Geschenke mache, dann Nebel das vorwärtstastende Licht des entgegen, bestürmte sie mit seinen Fragen küsst... muss er, Gott behüte, ein Dichter und Scheinwerfers. Die Häuser stehen wie Kulis- und und seinem die sei nem Erzählen. Das letzte Stück Das Geräusch von Schritten klingt durch Denker werden, zuvor Philosophie studiesen, körperlos steigen die Fassaden in die Weges, wo es nicht mehr ansteigt, musste den Nebel. Irgend jemand kommt die ren und,sich mit geringem Einkommen Höhe. Der Wagenführer schaut angestrengt sie sich auf war sj e S j C ' n au f den Schlitten setzen. Er war Strasse herunter, der Schatten einer alten zufrieden geben, dem Schienenstrang entlang — trübsinnig damals fünf Jahre alt und ging noch nicht Frau. Vor diese Entscheidung gestellt, wurde vor sich hin dösend hockt der Schaffner auf auf zur zur Schule. Seine Mutter war oft traurig «Nein, wirklich? Sie sind es, Herr..., mir ein bisschen bange. Kleine Geschenke einer Bank im Wageninnern. Werner fährt und weinte mit. m$ wej n t e viel. Dann schämte er sich immer j c n darf doch Werner sagen, nicht wahr? sind schliesslich nicht dazu da, um an als einziger Fahrgast mit. seiner Lustigkeit... Ich habe Sie gekannt, wie Sie noch so klein Kindern Experimente zu machen, ihren An der Endstation steigt er aus. Der Und hier auf diesem kleinen Fussweg, der waren.» Die Alte wiegt ihre Arme vor der Charakter zu enthüllen und Fragen an Schaffner wünscht ihm eine gute Nacht, Nacht. in den Wald hineinführt, hat ihn sein erster Brust, wie wenn sie ein kleines Kind in das Schicksal zu stellen. Einesteils Werners Strasse führt noch an den letzten Schulfreund hinter sich her gezerrt und lange Schlaf lullen müsste. Dann schluckt der wünsche ich, der Junge wäre ein gewitz- Häusern der Stadt vorbei, gewinnt dann das und geheimnisvoll auf ihn eingetuschelt: Nebel wieder den humpelnden Schatten der tes Kind seiner Zeit, das mit ihren Apfreie Feld und steigt in weichen Kehren an. Von den Mädchen... Ach, es es war furcht- Alten. Werner geht auf das Haus seiner paraten sofort umzugehen versteht; 'an- Es ist kurz nach elf Uhr. Zu dieser Stunde bar. Und als er ihn gefragt hatte, ob nicht Grosseltern zn. 0. derateils möchte ich, dass er nichts Gerissind die Gaslaternen gelöscht Werner hört alles nur ein Scherz sei, den er ihm vor- mache, marhi» ist Ist er davongerannt und hat ihn dann wird es ganz still... ausgelacht. Damals hat er das erstemal sen-Glattes, Kommishaft - Tüchtiges an die riü» Strassenbahn Sh-assenhnhn ins Depot Denot zurückfahren — Vor zwei Jahren noch war diese Strasse bitterlich weinen gelernt. Und von nun an, seine Strasse. die er täglich gegangen — auf wenn er ein Mädchen sah, musste er immer der sich seine ganze Jugend abspielte. Mit seiner Mutter und seinem Bruder hatte er bei den Grosseltern gewohnt, dort vorne in dem dunkelbraunen Holzhäuschen. Wenn der Nebel nicht wäre, so müsste man jetzt den Dachgiebel aus den Obstbäumen herausragen sehen. Seine ganze Bubenzeit ist er mit dieser Strasse zusammen gewesen, — an was erinnert sie ihn nicht aus jener Zeit? Alles hatte er mit ihr geteilt! Jeder Strauch scheint ihn zu fragen: «Erinnerst du dich noch hast du es nicht vergessen?» — Oh, an alles mag er sich erinnern: Bis zu dieser Wegbiegung ist er je- quacken und die Bäume im Winde singen. sein. Im Sommer hört man hier die Frösche den Mittag und jeden Abend seiner Mutter entgegengeeilt, wenn sie aus dem Bureau kam. Nachdem der Vater gestorben war, musste sie verdienen gehen, um sich mit ihren beiden Kindern durchzubringen. Im an das denken, das ihm sein Freund erzählt hatte... Werner hat keine Eile, in das Haus seiner Grosseltern zu kommen. Er freut sich an der nassen, grauen Schönheit dieser Winternacht. Eine Schönheit, in der er sich salbst wieder findet, die ihm allein gehört und kein Gemeinplatz ist wie: Sonne, Sternennacht und Mondschein. Das stickige Wasser im kleinen Teich neben der Strasse scheint zu kochen. Wie Dampf brodelt der Nebel über dem Spiegel. Alles Leben scheint stumm zu Immer hatte Werner als Bube an diesem Teiche gesteckt. Papierschiffchen gondelten zwischen den Algen. Manchmal fischte er an einem Morgen nach einer toten Katze, die irgend ein grausamer Nachbar, vielleicht Ich schenke meinem Sohn einen Füllfederhalter Von Hans Natonek. Ich muss offen gestehen, dieses Weih- ^n^htsgeschenk stimmt mich bedenklich. Mis'strauisch halte ich den kleinen Apparat, diese mit Tinte gefüllte Patrone, zwischen den Fingern. Unmodern, wie ich bin, besitze ich selbst kein derartiges Instrument. Ich bewundere es, aber ich benutze es nicht. Es ist so praktisch, so amerikanisch, so up-to-date, es sieht nach Geschäftstüchtigkeit aus und lässt Seheckformulare ahnen. Aber da ich keine auszufüllen habe, brauche ich auch keinen Stylo. Der Messingbügel, mit dem man den Halter in die Westentasche klemmt, ist ein kleines Aushängeschild für die erfolgsichere Betriebsamkeit der Zeit. Nein, ich bleibe bei der braven, alten Stahlfeder. sich habe. Dilemma, indem ich mir den schönen amerikanischen Halter selber , schenke. Warum soll ich unmodern sein und mich gegen die praktischen Dinge der Zeit sperren? Vielleicht zieht die Füllfeder das Scheckbuch an. Und überhaupt, wie kommt der Bengel dazu, früher als sein Vater einen Füllfederhalter zu besitzen Der Klügere. «Wir sind nun schon ein Jahr verheiratet und haben noch niemals Streit gehabt. Wenn sich eine Meinungsverschiedenheit ergibt und ich recht habe, lenkt Albert sofort ein.» « Und wenn nun Albert recht hat ? » « Das kommt nicht vor \» ., Examen. « Also, Herr Kandidat ! Stellen. Sie sich vor, das linke Bein eines Patienten ist kürzer a'ls das rechte. Er hinkt infolgedessen. Was würden Sie in diesem Falle tun ? » « Ich würde ebenfalls hinken, Herr Professor! BAHNHOFSTR. 8*-LlMMATQUAI 2 - IAN6STR. 83 ÄGYPTEN Das Weltreisebureau Thos Cook & Son in Verbindung mit Cie. des Wagons-Lits veranstaltet für Privatpersonen u. Familien eine besondere Reise zu ermässigten Preisen Venedig - Alexandrien - Kairo Mägige Fahrt auf dem Nil, tägliche Landausflüge bis Assuan. Abreise Schweiz 8. Januar Rückkehr 4. Februar 1931 Programme durch die Bureau in Basel • Bern • Genf - Inierlaken - Lausanne - LuganO'Luzern-Montreux-SLMorUz-Zurich Ueberfahrtbillette dureh Passage-Agenturen: H. Reinhard (Thos Cook * Son), Luzern. M. A. Burnod (Cie. Wagons • Lits), Basel. 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