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E_1930_Zeitung_Nr.108

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tend reduziert wird, so glaubt Herr Bundesrichter Jaeger auch von diesem Gesichtspunkte aus die Erteilung des Enteignungsrechts, als gerechtfertigt betrachten zu können. Das weitsichtige, streng logisch aufgebaute Rechtsgutachten des Herrn Bundesrichter Dr. Jaeger, worin in erfreulicher Weise der privaten Initiative, die überall dem Staate vorangegangen sei, das Wort gesprochen wird, dürfte bei den zuständigen Behörden nicht ohne Eindruck bleiben, ja für ihre zukünftige Haltung von massgebendeT Entscheidung werde'n. D. Eisenbahn- u. Automobilverkehr In der Schweiz. Eine Antwort auf die S. B. B.-Broschüre. Als Antwort auf die Broschüre der Bundesbahnen hat der Verband schweizerischer Motorlastwagenbesitzer durch seinen verdienten Geschäftsführer E. Monteil ebenfalls eine Broschüre herausgegeben, welche in allererster Linie zu den Beschlüssen des Eisenbahnkongresses in Madrid und den Rundfragen der internationalen Handelskammer in Paris Stellung nimmt Der Inhalt, der durch wichtige Tabellen bereichert wird, gliedert sich in drei Hauptabschnitte: 1. Wie ist die Stellungnahme der Bahn? 2. Unsere Antwort auf die Rundfrage der internationalen Handelskammer in Paris. 3. Erhebung über die Finanzierung des Strassenwesens und Erläuterungen der schweizerischen Subventionsverhältnisse. In sehr übersichtlicher Weise und in logisch aufgebautem Gedankengang untersucht Herr Monteil die verschiedenen in Diskussion stehenden Fragen, wobei er im ersten Kapitel- zum Schlüsse kommt, dass vernünftig eingeordnete Strassentransporte per Automobil ein bedeutendes Hilfsmittel der Eisenbahnen bilden, welche zum Vorteil der öffentlichen Interessen das Verkehrswesen vervollständigen und fördern helfen. Kapitel 2 bedeutet ©ine deutliche, wohlfundierte Antwort auf die Rundfrage der internationalen Handelskammer in Paris, wobei Herr Monteil besonders auf* die schweizerische Gesetzgebung eingeht, und zur äusserst wertvollen Feststellung gelangt, dass durch ein zwangswirtschaftliches System, durch eine zwangsweise Regelung verschiedener Wettbewerber wir in Abweichung moderner Wirtschaftsmaxlmen wiederum in frühere mittelalterliche Zustände verfallen würden. Herr Momte.il fordert mit Recht, dass die Frage der Einführung einer Konzessionsverpflichtung für gewerbliche Gütertransporte total unabhängig von dem Wettbewerbsgedanken, also unter gänzlicher Ausschaltung der Bahnen, behandelt werde. In einem weitern Abschnitt, betitelt «Die statistischen Ergebnisse », ist Herr Monteil in Per Lage nachzuweisen, welche ungeheuer wichtige Rolle das Automobil heute in der ^ Volkswirtschaft spielt und welch' magische "Kraft bezüglich IMmsivierung des Reiseverkehrs im Automobil steckt und wie rasch ver- .altete Reisebegriffe tfber Bord geworfen werden, wenn Neuerungen und Bequemlichkeiten anderer Beförderungsarten an ihre Stelle treten. Wenn der Entzug im Güterverkehr auch heute noch kaum 5,8 Prozent und im Perionenverkehr 7 Prozent nicht übersteigt, F E U I L L E T O N Ramosi Roman von v.Williams. Aus dem«j£nglischen fibersetzt von Otto Element. (Deutsches Recht bei Georg Müller in München.) (5. Fortsetzung) Der Steward führte sie zur Kommandobrücke. Bs war elendes Wetter. Ein grauer warmer .Regen hüllte Neapel ein und die Nässe blieb überall haften. Die «Aquatic» nahm Kohlen ein. Flache Barken lagen auf dem schmierigen Wasser neben ihr und endlose Reihen zwerghafter Gestalten, die Köpfe als Schuti gegen den Regen mit Säcken bedeckt, turnten über die Planken und trugen Weidenkörbe auf den Schultern. In dem kleinen weissen Deckhaus des Kapitäns war der erste Mensch, den Joan beim Eintreten zu Gesicht bekam, ihr Kabinennachbar Cradock. Er lehnte an einem Schrank der Tür gegenüber in einem schäbigen alten Anzug, und seine Hände spielten mit einer Pfeife. Sein Antlitz schien ausdruckslos, aber die Augen blickten wachsam. Kapitän Barnett sass im Sessel zurückgelehnt, die Kappe aus der Stirn geschoben. Er war ein vierschrötiger Mann mit ziegelrotem Gesicht und den scharfen Augen der Seeleute. . «Ich bedaure, Sie so zeitig belästigen zu müssen, Frau Averil,» begann er. «Die Veranlassung bjldet ein tragischer Vorfall, über den Sie uns vielleicht Aufklärung geben können. Gestatten Sie, dass ich Ihnen Mr. Cradock vorstelle » Ein Funken Humor glänzte in dessen Miene, als er sich verneigte. Joan nickte steif und beachtete ihn dann nicht mehr. Die zürcherische Taxe für Fahrbewilligungen vor dem Bundesgericht so liegen die Vorteile der Automobilbeförderung doch darin, dass das Eindringen des Automobils in alle Bevölkerungsschichten und Erwerbszweigen eine Bereicherung unserer Produktionsmittel bedeutet, welche unmittelbar zu einer Leistungssteigerung der Gütererzeugung, einer Erweiterung der Ver^ dienstmöglichkeiten, zu einer Hebung der Bodenwerte und der Produktionswerte, sowie der Steuerkraft von Gegenden führte, die bisher abseits vom Verkehre lagen. Was das Tarifwesen anbelangt, so kommt Herr Monteil zum Schluss — und wir gehen mit ihm in allen Punkten einig — dass die heute von den S.B.B, eingeleitete Tarifpolitik der Eisenbahngesetzgebung widerspricht und Sonderstellungen schafft, die als unzulässig erklärt werden müssen und die dementsprechend prinzipiell zu bekämpfen sind. In eingehender Weise kommt Herr Monteil auf die Finanzierung des Strassenwesens und die Erläuterung der schweizerischen Subventionsverhältnisse zu sprechen, wobei es für ihn ein leichtes war, feststellen, welch' gewaltige Summen sowohl den Kantonen als Auch rückte sie den Schaukelstuhl, den ihr der Kapitän hinschob, so, dass sie Cradock den Rücken wandte. «Gnädige Frau,» fuhr Barnett fort, «man hat mir berichtet, dass Sie heute durch einen Schrei geweckt wurden. Was war das für ein Schrei?» «Es muss ein Angstschrei gewesen sein.- Ich schlummerte zu der Zeit, bin aber dadurch wach geworden.» Der Kapitän sah Cradock fragend an. «Der diensthabende Offizier auf der Brücke hörte nichts?» zweifelte er. «Das ist richtig,» stimmte Cradock zu, «doch es herrschte starker Sturm, Frau Averils Kabine liegt ziemlich weit hinten, und wenn er vom Deck abstürzte, könnte sie in der Tat einen Schrei vernommen haben.» «Nur wenn die Luken offen gewesen. Aber es wurde abends 8 Uhr 45 der Befehl erteilt, alle Luken geschlossen zu haben, da das Schiff unruhig zu werden begann.» «Aber meine Luke stand offen!» rief Joan. «Die Kabine war so dumpfig, und ich fand keinen Schlaf!» «Aha,» bemerkte der Kapitän. «Das macht die Sache erklärlich. Es könnte uns auch einen Anhaltspunkt geben, von wo er hinunterstürzte. Wahrscheinlich vom C-Deck, wie Sie schon sagten, Herr Cradock.» Er wandte sich an Joan. «Ich glaube, ich brauche Sie nicht länger aufzuhalten, gnädige Frau!» Joan erhob sich. «Darf ich nicht erfahren, was eigentlich geschehen ist?» «Um Gottes willen!» erwiderte Barnett, «ich dachte, Sie wüssten schon alles! Ein Passagier fiel entweder oder sprang über Bord, ein gewisser Mr. Ismail » «Ismail!» rief Joan bestürzt. Sie hatte eine plötzliche Vision von angstvollen Augen, AUTOMOBIL-REVUE 1930 - 108 Das Automobilkonkordat ermächtigt die ihm angehörenden Kantone, ausser der Automobilsteuer auch Gebühren zur Deckung der Kosten für die Prüfungen und die Fahrzeugkontrolle sowie für die ausgestellten Bewilligungen zu erheben. Von "'.er Ermächtigung zum Bezüge einer Gebühr für die alljährliche Erneuerung der Fahrbewilligung haben die Konkordatskantone in sehr verschiedener Weise Gebrauch gemacht; diese Gebühr beträgt beispielsweise in der Waadt Fr. 3.—, im Kanton Bern Fr. 20.—. Der Kanton Zürich hält sich mit Fr. 10.— in der Mitte; trotzdem wurde gerade in diesem Kanton seit Jahren vergeblich eine Herabsetzung der Taxe angestrebt. Ein Mitglied der Sektion Zürich des Schweiz. Automobilclubs hat nun in einem staatsrechtlichen Rekurse dem Bundesgericht die Frage vorgelegt, ob die Gebühr in dieser Höhe zulässig sei. Nachdem er von den Zürcher Behörden vergeblich die Erneuerung der Bewilligung für einen Franken gefordert hatte, vertrat er in seiner Beschwerde den Standpunkt, eine Abgabe in dieser Höhe bedeute nicht mehr eine Gebühr — d. h. den Gegenwert für die Leistung der staatlichen Beamten bei der Ausstellung der Bewilligung — sondern eine eigentliche Steuer, also einen Betrag an die Deckung der allgemeinen staatlichen Auslagen. In seinem Urteil vom 20. Dezember hat das Bundesgericht (staatsrechtliche Abteilung) den Rekurs einstimmig abgewiesen und wenn sich sein Entscheid auch speziell auf die zürcherische Gebühr bezieht, so bietet er doch wertvolle Fingerzeige für die Bemessung solcher Abgaben. Die hier streitige Abgabe trägt insofern das Kennzeichen einer Gebühr, als sie ihrem Wesen nach das Entgelt für eine zugunsten des Abgabepflichtigen vorgenommene Tätigkeit staatlicher Organe bilden soll. Der Betrag von Fr. 10.— für eine einfache Erneuerung erscheint eher hoch, so dass zu untersuchen ist, ob sie ihres Betrages wegen teilweise den Charakter einer Steuer angenommen habe, die nach der Zürcher Verfassung nur auf dem Wege der Gesetzgebung hätte eingeführt werden dürfen. Die bundesgerichtliche Praxis hat erklärt, dass eine Gebühr — um als solche gelten zu können — ihrer Höhe nach in einem angemessenen Verhältnis zu der vom Abgabepflichtigen in Anspruch genommenen staatlichen Tätigkeit stehen müsse, wobei namentlich die dem Staate erwachsenen Kosten den Massstab abgeben. Nun wird im Rekurse gerade der Abgabe der Gebührencharakter mit der Begründung abgesprochen, dass der Kanton Zürich aus den Gebühren für Erneuerung der Fahrbewilligungen bedeutende Einnahmen erziele, welche sich 1927 auf 167,000 Franken, 1928 auf 204,000 Franken und 1929 auf 242,000 Franken beliefen. Indessen ist der Grundsatz, wonach der Ertrag einer Gebühr die Kosten nicht übersteigen solle, nicht wörtlich zu nehmen; er könnte in dieser Weise schon deswegen nicht durchgeführt werden, weil sich die Kosten nicht für das ganze Jahr vorausberechnen lassen. Der Grundsatz der Beschränkung einer Gebühr auf die Kostendeckung lässt sich in der Praxis nur so handhaben, dass eine Gebühr festgesetzt werden darf, die mit ihrem Ertrage zur Deckung der Auslagen auf alle Fälle hinreicht, voraussichtlich also einen Reingewinn auf Ende des Jahres abwirft. Hält sich dieser Gewinn der betreffenden Amtsstelle in massigen Grenzen, so bleibt trotzdem für die Angabe der Charakter einer Gebühr gewahrt. Diese Grenzen sind im vorliegenden Falle vom Kanton Zürich noch nicht überschritten worden. Wsp. dem Bund aus dem Automobilwesen zuströmen. Die besagte Broschüre wird wohl bei allen zuständigen Behörden als auch Volkswirtschaftsverbänden gewiss mit grossem Interesse gelesen werden und dürfte dazu beitragen, den intensiven Vorstoss der Bundesbahnen gegen das Automobil rechtzeitig und gründlich abzubremsen. Wir werden'in der nächsten Nummer noch eingehender auf die Arbeit zu sprechen kommen. K. Kreuzen und Abblenden. Eine Diskussionsfrage. Das luzernische Obergericht hatte, wie uns ein luzernischer Rechtsanwalt mitteilt, kürzlich folgenden Fall zu beurteilen: Ein Personenwagenbesitzer, der erst paar Wochen Auto fuhr, hatte abends gegen elf Uhr Basel verlassen, will dann auf dem Weg das Opfer einer Panne geworden und deshalb erst gegen morgens 5 Uhr des folgenden Tages in die Gegend von Emmen (bei Luzern) gekommen sein. Auf der dortigen, über 7 m breiten, schnurgeraden Kantonsstrasse kam dem Personenwagen ein in um- die sie aus einem lederfarbenen Gesicht anstarrten. «Aber...» Sie drehte sich nun doch Cradock zu. Er begegnete ihrem Blick, ohne sich zu rühren. «Was aber?» fragte der Kapitän. «Ich sah Herrn Ismail noch gestern spät abends!» «Wann?» fragten beide Männer gleichzeitig. «Es war um viertel zwölf. Ich ging gerade zu Bett. Er klopfte an meine Tür, weil er dachte, es sei Herrn Cradocks Kabine; das war sie auch, bevor Herr Cradock mit mir tauschte. Ich erklärte ihm seinen Irrtum, und er ging fort.» «Sagte er, was er von mir wollte?» fragte Cradock. Joan sah ihn nicht an. «Nein,» antwortete sie kurz. «Es fiel mir auf, dass er schwer beunruhigt schien. Aber ich dachte, das wäre die Seekrankheit. Er sah sehr elend aus.» Die Männer wechselten einen Blick. «Nun,» bemerkte Barnett, «es ist eine traurige Geschichte, und ich fürchte, Sie sind etwas verstört darüber. Haben Sie jedenfalls Dank dafür, dass Sie mir alles so aufrichtig sagten!» Er ging zur Tür, um sie zu öffnen, doch Cradock hielt ihn zurück. «Einen Augenblick, Herr Kapitän! Es wäre angebracht, wenn Sie Frau Averil ersuchen würden, den anderen Passagieren nichts von ihren Erlebnissen zu berichten.» Joan blickte den Kapitän erstaunt an. Es war ihr bekannt, dass Schiffskommandanten ihre eigenen Gesetze und Machtbefugnisse hatten und Vorschläge oder Befehle anderer nicht zu dulden gewohnt waren. Zu ihrer Verwunderung stimmte Barnett jedoch sofort gekehrter Richtung fahrender Lastwagen entgegen. Beide Vehikel hatten natürlich Licht und deren Führer sahen sich auf eine Distanz von wenigstens 200—300 m. Das Gericht hat angenommen, der Lastwagen habe nicht abgeblendet, trotz unmissverständlicher Mahnungszeichen aus dem Personenwagen. Es erfolgte dann eine Karambolage, indem die vordere linke Nabe des Personenwagens auf das hintere linke Lastwagenrad stiess bzw. an dessen Nabe hängen blieb. Auf seiten des Personenwagens gab es bedeutenden Gesundheits- und Sachschaden. Die unmittelbar darnach polizeilich erhobenen Spuren ergaben eine Distanz der linken hinteren Lastwagenspur bis zur rechten Strassenseite (Lastwagenrichtung) von 3,7 m, weshalb die Strassenmitte tatsächlich um weniges überfahren war, bei im übrigen sonst langer und gerade verlaufender rechtsseitiger Anfahrt. Das Gericht hat angenommen, der Lastwagenführer habe auch zu rasches Tempo gehabt. — Der springende Punkt in diesem Handel ist nun der, dass der Personenwagenbesitzer bei der Einvernahme erklärte, er sei von den Scheinwerfern des Lastwagens derart geblendet worden, dass er nicht mehr gewusst habe, wohin er fahre. Damit stand fest, dass dieser also blindlings, ziel- und planlos dem Lastwagen entgegenfuhr, und zwar auf der oben näher bezeichneten langen Strecke, um dann schliesslich in diesen hineinzurennen, obschon ihm seinerseits auch ein Durchfahrtsraum von allerwenigstem 3,5 m zur Verfügung gestanden hätte. — Notabene existierte damals für den Kanton Luzern noch keine Polizeivorschrift, dass Lastwagen mit Abblendvorrichtungen versehen sein müssten. Das Obergericht hat dem Lastwagenführer das alleinige und ausschliessliche Verschulden beigemessen, das es nebstdem als Maximum grober Fahrlässigkeit taxierte und ihn deshalb sogar zu einer Genugtuungssumme an die Insassen des Personenwagens verurteilte. — Wir halten dieses Urteil für unrichtig, weil nach unserer Meinung dem Personenwagenbesitzer, der als Anfänger offenbar den Kopf verloren hatte oder übermüdet war, zum mindesten ein starkes Mitverschulden beizulegen ist. Er war doch verpflichtet, wenn er nicht mehr sah und wusste, wohin er fuhr, anzuhalten oder jedenfalls ganz langsam an seiner Strassenseite weiterzufahren, soweit er kontrollieren konnte, wohin er fuhr. Statt dessen fuhr er jedoch, wie erwähnt, einfach drauflos und suchte die Gefahr eigentlich auf oder nahm sie doch allermindestens in Kauf. — Wir finden, zu der Entrüstung sei schon gar kein Grund vorhanden gewesen, von der sich das Gericht gegenüber dem Lastwagenführer erfüllt zeigte. — Vielleicht hören wir über diesen Fall auch noch die Meinung eines Sachkundigen aus Automobilistenkreisen? Auf Ende Dezember erscheint Nr. 11/12 der «Illustrierten Automobil-Revue » mit einem interessanten Winterartikel: « hn Kampf mit dem Schnee.» dem Vorschlag seines schäbig aussehenden Landsmannes zu. «Ich wäre froh, wenn Sie dieses als einen persönlichen Wunsch von mir auffassen würden, gnädige Frau,» sagte er mit Nachdruck. «Erörtern Sie bitte mit niemandem die Ereignisse der Nacht und unsere heutige Unterredung hier!» «Ich werde schweigen!» versprach sie. Sie nickte dem Kapitän zu und ging. Auf dem Promenandendeck begegnete sie dem Prinzen. Seine Kleidung verriet deutlich die Absicht, an Land zu gehen. Er trug einen grünen Filzhut, einen eleganten grauen Ueberzieher mit einem Veilchensträusschen im Knopfloch, Gamaschen, Handschuhe und einen Stock. Sein Gesicht hellte sich auf, als er Joans zarte Gestalt erblickte. «Ah, ich suchte Sie schon überall! Haben Sie Mitleid mit einem Einsamen, Gnädigste und gestatten Sie mir, Sie zu einem Diner in Neapel einzuladen. Wir dürfen uns zwar nicht weit weg wagen, da unser Schiff um vier Uhr nachmittags schon wieder abfährt, aber wir können wenigstens eine hübsche Spazierfahrt machen!» Sie nahm sein Anerbieten gern an, um ihrer gedrückten Stimmung Herr zu werden. Die Nachricht von Ismails Verschwinden hatte dem furchtbaren Schrei, der jetzt noch in ihrer Erinnerung nachklang, neue Resonanz verliehen. Das Herz tat ihr weh, wenn sie sieh klarmachte, dass der freundliche kleine Mann, während er höflich mit ihr über die Schätze Aegyptens plauderte, sich vielleicht schon mit der Absicht eines Selbstmordes trug. Und das Geheimnis, das man aus seinem Tode machte, beunruhigte sie, denn es lenkte ihre Gedanken auf Cradock, den sie zu vergessen trachtete. (Fortsetzung im «Autler-Feierabend».5

No 108 - 1930 Technischer Rückblick Die Fortschritte des Jahres 1930 Das zu Ende gehende Krisenjahr hat auch die Automobilindustrie auf eine sehr schwere Probe gestellt. Die Produktionsziffern der meisten Fabriken erreichen nicht annähernd den letztjährigen Stand und in manchen Fäl-* len sah man sich vor die Notwendigkeit gestellt, zu äussersten Mitteln zu greifen, um den Betrieb über Wasser halten zu können. Dass auf einem solchen Nährboden die Autotechnik sich nicht besonders leicht weiterentwickeln konnte, ist verständlich. Besonders die Fabrikanten hochwertiger Wagen bekamen die allgemeine Kaufunlust immer mehr zu spüren. Anderseits zwang aber der immer schwerer werdende Existenz- und Konkurrenzkampf zur Anspannung aller Kräfte. Und hierin ist auch der Grund für die Tatsache zu suchen, dass die technischen Fortschritte des verflossenen Jahres nicht geringer an Zahl oder Wert waren als früher. Wir sind auf die Einzelheiten in der konstruktiven Weiterentwicklung anlässlich der Ausstellungen während dieser Saison mehrmals zu sprechen gekommen und können uns deshalb hier mit einer knappen Rekapitulation begnügen. Das Feld wird vom Gebrauchswagen beherrscht, der bis zu Zylinderinhalten von durchschnittlich 2 Litern als Vierzylinder, 2 bis 4 Liter als Sechszylinder und bei noch grösseren Inhalten meistens als Achtzylinder gebaut wird. Der Achtzylinder verbreitet sich immer mehr, mit der Zeit dürfte er sich auch bis zu Zylinderinhalten von 3 Litern einführen. Bei Wagen,, bei denen die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten den Ausschlag geben, wird jedoch der Vierzylinder vorläufig nicht zu verdrängen sein. Die Streitfrage «hängende oder stehende» Ventile hat insofern eine Abklärung erfahren, dass die erstgenannte Bauart fast nur noch bei Sportmotoren angewandt wird. Bei stehenden Ventilen erlauben die neuen Verbrennungsraumformen einen fast ebensogrossen Wirkungsgrad. In manchen Fällen beträgt der Unterschied nur noch 5 Prozent. Die bei Europäer-Wagen früher fast aus- Schliesslich angewandte Magnetzündung wird immer mehr durch die Batteriezündung verdrängt. Bei grösseren Motoren gewinnt die Doppelzündung immer mehr an Anhängern, wobei manchmal Batterie- und Magnetzündung sich in die Arbeit teilen, wenn nicht das Batteriesystem beide Zündkerzenreihen allein beliefert. Im Vergaserbau wurden zahlreiche kleine Verbesserungen geschaffen. Sie laufen hauptsächlich darauf heraus, die Bedienung Die Strecke. Das von der Nationalen Sportkommission aufgestellte Projekt für die Internationale Alpenfahrt 1931 sieht folgende Linienführung yor: Erste Etappe: Mänchen-Insbrack. München, Wolfrathausen, Königsdorf, Bichl, Urfeld, Mittenwald, Partenkirchen, Qarmisch, Reutte, Weissenbach, Lech, Stuben (Flexenpass), St. Christoph (Arlberg), Landeck, Imst, Nassereith, Insbruck. Total: 347,9 km. Zweite Etappe: Insbruck-St. Moritz. Insbruck (Brennerpass), Vitipeno, Merano (Cplle | di Qiove), Spondigna, Stelviopass, Santa Maria, Zernez, Sils, Flüelapass, Davos, Küblis, Landquart, Chur, Valbella, Tiefencastel, des Wagens bequemer zu gestalten und den Brennstoffverbrauch zu vermindern. Bei dem in Amerika aufgekommenen Fallstrotuvergaser vollzieht sich die Gemischbildung von oben nach unten, was hauptsächlich beim Anlassen des Motors sich günstig auswirkt. Bei den europäischen Vergaser-Marken wurden grosse Fortschritte in der leichten Zerlegbarkeit erzielt. Die Brennstofförderung durch Vakuumförderer, die mehrere Jahre neben der Förderung durch natürliches Gefälle fast alleinherrschend war, wird immer mehr durch die zwangsläufige Förderung mittelst elektrisch oder mechanisch angetriebener Pumpe verdrängt. Von den Neuerungen im Uebertragungsmechanismas ist als weitaus wichtigste die Anwendung von Getrieben mit mehr als einem geräuschlosen Gang zu erwähnen. Die Geräuschlosigkeit wird durch sehr breite, schräg verzahnte Zahnräder erzielt. Die Schaltung vollzieht sich mit Klauen,, wobei die Zahnräder beständig miteinander im Eingriff bleiben. In zwei Fällen wurde eine ausgezeichnete Lösung des seit Jahren bearbeiteten Schaltproblems dadurch erzielt, dass man die Klauen eines solchen Getriebes mit schrägen Flanken versah und so als Ueberholungskupplungen ausbildete. Ein solches' Getriebe gestattet nun «m vollkommen, geräusch- und stossfreies Schalten ohne jede Betätigung der Kupplung. Es ist anzunehmen, dass sich diese äusserst wertvolle Erfindung sehr bald auch bei der Mehrzahl der übrigen Automobilmarken einführen wird. Der Schnellgang hat die alte Streitfrage der Vorteile von drei und vier Gängen wieder an die Tagesordnung gerufen. Ursprünglich war der Schnellgang ausschliesslich als Uebersetzung zur Schonung des Motors vorgesehen, indem er die Motortourenzahl des zweithöchsten Ganges auf etwa die Hälfte heruntersetzte. Ein so starker Sprung in der Uebersetzung ist jedoch nur bei Wagen mit sehr starken Motoren vorteilhaft. Bei schwachmotorigen Fahrzeugen rückt der Schnellgang im Uebersetzungsverhältnis immer näher an den zweithöchsten Gang heran, und man kommt hier- gleichsam auf einem Umweg wieder zum alten Vierganggetriebe zurück, das'man früher gerade beim Kleinwagen entbehren zu können glaubte. Immerhin hat uns die Technik unterdessen die Fortschritte der geräuschlosen Verzahnungen und der leichtern Schaltbarkeit solcher Getriebe gebracht. Sportnachrichten Die Internat. Alpenfahrt 1931. (Schluss siehe Seite 6) Bergün, Albulapass, Ponte, Samaden, Sankt Moritz. Total: 347,9 km. Dritte Etappe: St. Moritz-Turin. St. Moritz, Silvaplana, Julierpass, Marmorea, Savognien, Tiefencastel, Thusis, Andeer, Splügen, Sankt Bernardinopass, Mesocco, Roveredo, Bellinzona, Lugano, Ponte-Tresa, Varese, Sesto Calende, Borgomanero, Biella, Ivr6e, Castellamonte, Turin. Total: 424 km. Vierte Etappe: Turin-Nizza. Turin (über Piossasco), Pignerolo, Paesana, Saluzzo, Guneo, Tenda, Sospel, Mentone (über Monte Carlo), Nizza, La Trinite, Sospel, Mentone, La Turbie, Nizza. Total: 336,9 km. Fünfte Etappe: Nizza-Genf. Nizza, Villarsdu-Var, Puget Thenier, Annot, Allos, Barcelonnette, Briancon, Col du Lautaret, Col du Galibier, St. Michel de Maurienne, St. Jean AUTOMOBIL-REVUE Das schweizerische Projekt für die internationale Alpenfahrt 1931 sieht für sechs Tage eine Totalstrecko von rund 2400 Kilometer vor. de Maurienne, Aigusbelles, Aiton, Pont de Frontenez, Faverges (über Col du Tannier), Ugines, Flumet, Col de Aravas, St. Jean de Sixt, Saint Pierre, La Röche, Findrol, Annemasse, Geneve. Total: 499,8 km. Sechste Etappe: Genf-Bern. Genf, Annemasse (7,6 km), Bonne s. Menoge (7,5 km), Boege (9,2 km), Col de Saxel (5,3 km), Bons (8,2 km), Thonon (16,8 km), Taninges (über Col de Gets (46,4 km), Cluses (par Col de Chätillon, 10,1 km), Sallanches (16 km), Le Faulet (7 km), Chamonix (20,1 km), Argentieres (8,2 km), Chätelard (9,8 km), Martigny (20,2 km), St. Maurice (14,8 km), Aigle (14,1 km), Ormonts-dessous (12 km), Gstaad (über Col du Pillon (32,6 km), Saanen (2,6 km), Reichenbach (über Zweisimmen, 21,5 km), Bulle (über Jaunpass, 38,3 km), Fribourg (28,2 km), Bern 31,1 km). Total: 387,7 km. Gesamtlänge der Strecke für die Internationale Alpenfahrt 2374,2 km. , Der italienische Autosportkalender 1931. Anlässlich der kürzlich in Mailand stattgefundenen Sitzung der italienischen Sportkommission, über deren für weitere Kreise interessante Beschlüsse wir bereits berichtet haben, wurde der definitive italienische Autosportkalender zusammengestellt, der sich aus 74 Autoveranstaltungen zusammensetzt. Die hauptsächlichen Manifestationen fallen auf folgende Daten : 15. März: Grosser Preis von Tripolis (Preise im Gesamtwerte von 150,000 Lire). 11. und 12. April: V. Coppa delle Mille Miglia (250,000 Lire). 26. April: VIII. Boidino Rundstreckenrennen (150,000 Lire). 2.-3. Mai: Rund um Sizilien (150,000 Lire). 10. Mai: XXII. Targa Florio (250,000 Lire). 17. Mai: VI. Coppa di Messina (100,000Lire). 31. Mai: X. Rundstreckenrennen von Mugello (150,000 Lire). 7. Juni: VI. Grosser Königspreis von Rom (250,000 Lire). 14. Juni: I. Coppa de Pooiiller (50,000 Lire). 21. Juni: III. Coppa Bianchi und VIII. Coppa Sila (120,000 Lire). Route der Alpenfahrt 1931 5. Juli: Bergrennen Susa Motvt Cenis (Europa-Bergmeisterschaft (120,000 Lire). 12. Juli: Grosser Preis von Moniza (250,000 Lire). 31. Juli bis 7. August: Internationale Alpenfahrt. 2. August : II. Rundstreckenrennen von Montenero-Coppa Ciano (200,000 Lire). 16. August: VII. Coppa Acerbo (150,000 Lire). 6. September: Grosser Preis von Italien (250,000 Lire). 19. September: Rekordversuche von Cremona (50,000 Lire). 20. September: Rundstreckenrennen von Cremona (150,000 Lire). Sternfahrt nach Monte-Carlo. Nach dem bereits genannten Chiron, nach Senechal und Graf Lurani wird nun auch der bekannte Alfa Romeo-Fahrer Boris Iwanowsky als Konkurrent für die im Januar stattfindende Sternfahrt nach Monte-Carlo genannt. Die wichtigsten Startpunkte liegen fast ausnahmslos im Norden, ganz besonderer Beliebtheit scheint sich der norwegische Ausgangspunkt Stavanger zu erfreuen. Neben Chiron, der dort bereits auf den Abfahrtstag hiti sich ausruht, starten auch mehrere Vertreter von Old England, die sich für Stavanger entschlossen, von diesem nördlichen Punkt aus. x. Sdiwe Die Gruppe für Touristik in den eidgenössischen Räten und das neue Verkehrsgesetz. Kurz vor Sessionsschluss bestimmten die eidgenössischen Räte die Kommissionen zur Beratung des im Dezember vom Bundesrat vorgelegten definitiven Entwurfes für das Verkehrsgesetz. Nachdem eine besondere Truppe für Touristik sich aus Mitgliedern beider Räte zusammengeschlossen hatte, mag es interessieren, zu wissen, welche Mitglieder der Touristikgruppe einer der beiden Kommissionen angehören. Im Nationalrat wurden unter 19 Mitgliedern acht ernannt, die der Touristifcgruppe angehören : Brügger, Duft, Gafner, Lachenal, Meuli, Steinmetz, Valloton, Walter-Luzern. In der neungliedrigen Kommission des Ständerates zählen die Herren Bosset, Klöti Moser und Huonder zur Tooiristikgruppe. H