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E_1931_Zeitung_Nr.002

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Aber Cradock schien

Aber Cradock schien nicht hinzuhören. Er betrachtete die Tür nach dem Vorzimmer. «Um wieviel Uhr geht dieser Schreiber von : hier fort, John?» «Um halb zwei, warum?» , «Ich möchte, dass du ihn mir direkt ins Hotel schickst. Gib ihm etwas, das er mir bringen soll — das blaue Buch dort wird; recht sein. Sag' ihm, dass es wichtig und eilig sei.» «Was du für sonderbare Einfälle hast. Nun gut, ich werde ihn schicken. Aber laufe doch nicht schon weg, es ist ja kaum zwölf Uhr... Wie ist es dir denn zu Hause in London ergangen?» «Oh. ganz gut. Aber ich bin froh, dass ich wieder da bin. Ich habe vor grossen Städten Angst. Und ausserdem, weisst du, vertrage ich mich nicht mehr recht mit meinem Vater. Er hat diese alte Geschichte furchtbar schwer genommen; und dann vermerkt er es sehr übel, dass ich nicht heirate und ihm keinen Enkel und Erben bringe. Aber ich bin zu Igrob. für die. gute Gesell- über das Bahflgeleise und hielt bei der zweiten Barriere, welche leicht beschädigt wurde, Der Materialschaden betrug 50 Fr., der fällige Zug hatte zum Glück Verspätung und langte erst an, als das Geleise wieder frei war. Er erlitt weder eine weitere Verspätung noch irgendwelche Beschädigung. Die Zürcher Strafgerichte nahmen an, dass der Zug zwar einer Gefahr ausgesetzt gewesen sei, verneinten aber das Vorliegen einer Fahrlässigkeit bei der angeklagten Automobilistin und gelangten zu einem Freispruch. In Ab^ Weisung einer von der Bahngesellschaft eingereichten Kassationsklage hat der bandesgerichtliche Kassationshof am 22. Dezember das freisprechende Urteil geschützt. Wenn die Kassationsklage zunächst geltend macht, nach den Kon'kordatsvofschriften sei an jener Stelle ein Tempo von 25 bis 28 Kilometer nicht zulässig gewesen, so ist daran zu erinnern, dass die Automobilistin nicht wegen Widerhandlung gegen das Konkordat angeklagt ist. Sodann war sie im kritischen Augenblick gerade im Begriffe, das Tempo zu massigen und bei gut funktionierenden Bremsen hätte sie ohne Schwierigkeit rechtzeitig angehalten. — Was das, Versagen der Bremse betrifft, so- ist der Kassationsklage zuzugeben, dass der Eigentümer eines Autos zu sorgfältige n Unterhalt seines Wagens und besonders cier Bremsen verpflichtet ist, doch kann anderseits auch nicht verlangt werden, dass er a:e, Bremsen jeden Tag von einem Fachmann nachsehen lasse. Wenn die Fussbremse im vorliegenden Falle bei der Abfahrt richtig funktionierte, so durfte die Angeklagte die Reise unternehmen, ohne sich damit einer Fahrlässigkeit schuldig zu machen. — Die Kassationsklag« erblickt endlich ejne Fahrlässigkeit der Angeklagten darin, i; Öass diese aus Bestürzung über das unvermutete Versagen der Fussbremse nicht imstande war, die Handbremse zur Anwendung zu bringen, welche zum rechtzeitigen Anhalten des Wagens genügt hätte. Wird aber im Zivilrecht darin noch kein Verschulden erblickt, dass jemand unter dem Eindruck eintr olötzlich eintretenden Gefahr unterlässt, ohne Zögern die geeignetsten Abwehrmassnahmen zu treffen, so kann ein solches Versagen der Geistesgegenwart im Strafr.echt noch weniger als Fahrlässigkeit gewertet werden. Es liegt demnach keine strafbare Fahrlässigkeit vor und der Tatbestand des Art. 67, Abs. 2 des Bundösstrafrechts ist nicht -gegeben. Wp. Y@B?kebrsunglück in Fraifein am Niveauabergang der Hardstrassa Glossen und Pressezitate. Ueber den Unfall vom 29. Dezember am Niveauübergang der Hardstrasse in Pratteln erschien unter gleichem Datum eine Meldung der Schweizerischen Depeschenagentur, in der es hiessi «Die Barriere war geschlossen». Wie nun die gerichtliche Untersuchung klar ergeben hat, unterliess es der Ersatzablöser, die Barriere rechtzeitig zu schliessen. Bei der Lektüre eines Kalenders vergass er die pünktliche Wahrung seiner Pflichten. Eine unwiderrufene Falschmeldung. Diese Meldung war offenbar falsch, denn die Depeschenagentur schrieb in einer folgenden Meldung: Zum Lastautomobilunglück (Warum nur ein Automobilunglück?) bei Pratteln wird von zuständiger Seite mitgeteilt: Am Montagabend um 17 Uhr 50 ereigT nete sich auf dem Niveaüübergang der Staatsstrasse unterhalb Pratteln ein Zusammenstoss zwischen einem Lastwagen der Firma Berli in Wil (St. Gallen) und dem Vom Pratteln kommenden Zug 2443 infolge Offenlassen der Schranken durch den Barrierenwärter. Damit wird die erste Meldung in einem sehr wichtigen Punkte widerrufen, ohne dass ein ausdrücklicher Vermerk auf den Irrtum in der Meldung vom 29. Dezember hingewiesen hätte. Das Vertrauen, das jeder Leser den Meldungen der Schweizerischen Depeschenagentur entgegenbringt, ist auf diese Weise in Mitleidenschaft gezogen worden. Ein aufrichtiges Einstehen für den Irrtum bei der ersten Meldung hätte bei den aufmerksameren Lesern einen besseren Eindruck erweckt. Irrtümer können uns allen passieren und werden auch von jedem gerechtdenkenden Leser gerne entschuldigt, sofern eine gebührende Berichtigung erfolgt In unserem Fachorgan traten wir von jeher intensiv und extensiv für die Beseitigung aller Gefahren an den Niveauübergängen ein. Selbstverständlich scheint uns der radikale Ersatz der Niveauübergänge durch Ueberführungen oder Unterführungen die beste Lösung zu sein. Diese Umänderungen kosten aber Geld, ungeheuer viel Geld! Rechnen wir mit rund 5000 Niveauübergängen, die ersatzbedürftig wären, so würde eine Kostensumme von mindestens 500 Millionen Franken für schaft» Ich kann - hübschen Frausn keine schönen Reden halten.» Sein Gesicht verfinsterte sich. «Es scheint, dass ich überhaupt nicht mehr mit Frauen sprechen kann!» Bastable klopfte ihm auf* die Schulter. '/ «Armer, alter Dave! Das war damals ein verteufelt harter Schlag, nicht wahr! Und ist schon solange her. Warte mal, vor zwölf Jahren beinahe, stimmt es?» Cradock nickte. «Jetzt bin ich so ziemlich darüber hinweg.» Bastable blickte ihn durchdringend an. «Uebfjgens,» sagte er bedächtig, «da wir gerade von Said Hussein sprechen: Nadja Alexandrowna ist wieder da!» Cradock wandte sich rasch um. «Nadja!» stammelte er. «Aber die polizeiliche Ausweisung?» Bastable hob die Hände. «Aegypten hat heute eine eigene Regierung. Und Nadja Alexandrowna ist eben zurückgekehrt.» Mit gesenktem Haupt nahm Cradock Hut ,und Stock. «Nun,» sagte er langsam, «ich muss jetzt gehen. Du schickst also Todros hinüber, John, und benachrichtigst mich sobald als möglich wegen den anderen Sachen. Auf Wiedersehen!» Bastables Augen wurden traurig, als sich die Tür hinter Cradock geschlossen hatte. Wenn man in Kairo die Schischeh, die Wasserpfeife zu rauchen wünscht und den echten Dümback bekommen "will, das ist der blasse, frischgewaschetie persische Tabak, so AUTOMOBIL-REVUE die Bahnen allein entstehen. Bei den heutigen schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen wären diese Auslagen nicht zu verantworten. Es mögen vielleicht noch 20 weitere Jahre verstreichen, bis die Mehrzahl dieser Bahnübergänge zu ebener Erde verschwunden sind. Sorgen wir dafür, dass wenigstens bei allen' Stras'senbaüten und wichtigen Strassenverlegungen die Niveauübergänge in Wegfall kommen. Was wir aber mit allem Nachdruck betonen, ist unsere wohlerwogene Forderung: Deutliche Signalisierung der ausserordentlichen Gefahren am Niveauübergang. Die Gefahren können durch- zweckmässige Strassenführung, richtig angeordnete Barrieren, durch Dreiecksignale vor den. Barrieren, sowie durch optische und akustische Signale, welche vom Zug ausgelöst werden,, soweit signalisiert werden, dass die grosse Mehrzahl der Unfälle ausgeschaltet wird. Der Bundesrat hat durch die Verordnung betreffend den Ahschlus& und die. Signalisierung der- NjLyeatu, kreuzüngen der Eisenbahnen mit öffentlichen Strassen und Wegen vom 7. Mai ,1929rbereits die ersten Schritte eingeleitet. Die Durchführung der Signalisierung wurde in Artikel 9 dieser Verordnung in zeitlicher Richtung folgendermassen bestimmt: Die Bahnverwaltungen hatten bis 1. Septembpr 1929 ein Verzeichnis aller zu signalisierenden Niveaukreuzungen, der StrasSen und Wege vorzulegen. Nach Anhörung der zuständigen Kantonsregierung und nach Genehmigung der Aufsichtsbehörde ist die Durchführung der Signalisierung der Niveaukreuzungen wie folgt verfügt worden: Bei Strassen mit erheblichem Motorfahrzeugverkehr bis spätestens 1 Jahr; bei den übrigen Strassen und wichtigeren Wegen bis spätenstehs 2 Jahre und bei den Niveauübergängen von untergeordneter Bedeutung bis spätestens 5 Jahre nach Genehmigung des Verzeichnisses. Es wird zu untersuchen sein, inwieweit dieser Verordnung auf. der sehr verkehrsreichen Strecke Pratteln—Basel schon nachgelebt worden ist. Erfreulich erscheint uns vor allem das einstimmige Urteil der Basler Tagespresse über die Dringlichkeit neuer Massnahmen zur Beseitigung der Gefahren an den Niveauübergängen. Wir zitieren nachstehend einige interessante Aeusserungen: «Dieses .--neue schreckliche Verkehrsunglück, so schreibt die «National Zeitung», «lehrt mit aller Deutlichkeit, dass die Niveauübergänge auf verkehrsreichen Strecken so rasch wie möglich verschwinden sollen, denn durch den strengen Dienst ermüdet, kann auch der gewissenhafteste Barrierenwärter einmal versagen.» • Die «Basler Nachrichten» kommentieren wie folgt: «Seit Monaten ist an der Unterführung der Staatsstrasse in der Hard gearbeitet worden, während welcher Zeit bis vor einigen Tagen der gesamte Durchgangsverkehr ab Basel Richtung Liestal—Hauenstein und Langenbruck—Baisthal umgeleitet werden musste. Und kaum wurde der ä niveau- Verkehr für eine letzte Periode noch einmal freigegeben, war das schreckliche Unglück auch schon geschehen. . Warum stellen wie dies hier fest, zu spät, um das Geschehene ungeschehen oder auch nur erträglicher machen zu können? Nicht um die S. B, B.-Behörden mit billigen Vorwürfen zu überschütten und nicht um über den fehlenden Barrierenwärter herzufallen. Der Mensch ist keine Maschine; der Verlass auf seine Zuverlässigkeit und Unfehlbarkeit kann nie ein absoluter sein. Das Unglück am Hardübergang sollte aber allen Behörden und Verbänden, die irgendwelche Kompetenzen im schweizerischen Bahn- und Strassenverkehr zu vertreten haben, — Kantonsregierüngen, Kreiseisenbahnräte, Verkehrsörganisationen, Automobilverbänden usw. — eine neuerliche ernste Mahnung sein, immer und immer wieder mit unablässiger Zähigkeit und mit allen ihnen zu Geböte stehenden Mitteln die Beseitigung aller vielbefahrenen Niveauübergänge in kürzester Frist zu fordern.» Wir konstatieren mit Genugtuung, in welch bestimmter Art die Tagespresse unsere Forderungen auch zu den ihrigen gemacht hat und beschliessert unsere Ausführungen mit dem Wunsche, die Bahnbehörden, denen die vielbefahrene Linie Pratteln untersteht, möchten vorerst gemeinsam mit den Staatsbehörden und den Strassenverkehrsverbänden prüfen, ob nicht noch ein Mehreres für die Sicherheit des autofahrenden Publikums und auch für die Sicherheit des Zugspersonals und der Zugsinsassen getan werden kann. Dann aber sollte frisch ans Werk gegangen werden. v ' - •• gq. Um 10 Sekunden am Tode vorbei. Ein Basler Automobilist passierte am 29. Dezember kurz vor dem verunglückten Lastauto der Firma Beerli den Hardübergang bei Pratteln. Er berichtet uns : «Es war der 29. Dezember des vergangenen Jahres. Schwarz und finster hatte sich die Nacht plötzlich heruntergesenkt, dieweil ein starker Platzregen endlos niederprasselte. Schwarz schimmernd verschwand die Strasse vor dem suchenden Auge in Nichts und recht spärlich hur gewährten die Scheinwerfer Einblick in dieses .unigewisse Dunkel. Wer kennt nicht dieses alle Nerven anspannende Fahren bei stockdunkler Nacht auf unsern lichtlosen, tiefschwarzen, geteerten Strassen, die ständige Ungewissheit, plötzlich einen Radfahrer, einen Fussgänger oder sonst ein Lebewesen in gefahrbringender Nähe seiner Räder vor sich zu sehen. Sprungbereit sitzt man da an den Bremsen und fährt trotz aller Vorsicht doch ins Ungewisse ! Und erst, wenn aus der entgegengesetzten Richtung sich zwei mächtige Lichtkegel entgegenbahnen, wenn diese abgeblendet wie im ^ N° t zwei grosse, dumm« Ochsenaugen dich anglotzen, dann fährst du jedesmal lelcht-brem* send und gottvertrauend daran vorüber,kaum, ahnend, wohin du fährst und nicht wissend.-,» was an dir vorübergleitet. .; , ; •' An diesem 29. Dezember, zwischen 1,7'unil. 18 Uhr, fuhr ich mit vier Verwandten in mel- ;; , nem Wagen von einer Beerdigung im obern Baselbiet nach Basel zurück. Nicht, e i«- « Ochsenaugenpaar >, nein, unzählige „kommen um diese Zeit von Basel her, gefahren, schier endlos bewegt sich der Zug all -der. vielen Lastwagen dem Hauenstein und der; Innerschweiz zu. Was müssen erst diese,, wackern Lastwagenführer für eine Verant-, wortung fühlen mit ihrem schweren, meist" mit Anhänger beschwerten Gefährt! Beidiesem Wetter und dieser schwarzen Nacht ist der Dienst auf der Landstrasse'kein leicht ter, alle Achtung den Männern, die ihn besorgen. „ ,,'„.„ Pratteln ist vorbei, nun kommt der Bahn-* Übergang und nachher die enge Passage neV, ben der neuen Unterführung. Nur ein efrtei-v, ges Gefährt kommt uns entgegen und, Wir" treffen uns beim offenen Uebergang. Ich. bremse, denn ich ahne nicht, was drüben steht und ob jener Wagen mir den Vortritt lässt. Doch dieser hält an und ich erkenne im Vorbeifahren einen Lastwagen mit An-, hänger. Anständiger Mensch und vorsichtig; bist du noch dazu, denn der Uebergang i$t bei Nacht nicht zu breit ! Kaum am Geländer der- Unterführung^ knappe zehn Sekunden oder 50 Meter' weiter: ein Leuchten und Flammen, ein Tosen und Krachen, was ist's? — Der eigene 'Wagen kann es nicht sein, ruhig arbeitet der Motor'; war es ein Wintergewitter mit Blitz lind- Donner? — Wohlbehalten kommen wir kurz darauf in Basel an — und vernehmen bald' die traurige Kunde vom Tode jener zwei' Fahrer, deren Wagen zerschmettert auf dem v Bahngeleise lag. Und seither machen wir uns auch Gedanken darüber, dass wir dort auf wenige Sekunden dem eigenen Tode entgangen sind! ( '• Nebenan geht die neue Unterführung öirem Ende entgegen, eng und schmält Und zu glel» 1 eher Zeit befasst sich die Kantonsregierung mit dem Ausbau des Strassennetzes durch-' besondere Fussgänger- und Radfährwege.-' — Warum muss immer jede Neuerung düroh den Tod von unschuldigen Menschen erkauft sein und warum können diese Neuerungen nicht von Anfang an vollkommen sein? W.€ Sdi sipÄ«dhi«»a Das Abkommen über den Automobilverkehr Schweiz-Italien vom Bundesrat xatiür f ziert. Zwischen der Schweiz und unSerm südlichen Nachbar Italien wunde ein AbjkonH men zwecks Erleichterung des Autoverkehrs, über unsere Südgrenze vorbereitet, dai wir. bereits in Nr. 1 näher besprochen haben.- Per Bundesrat stimmte nun in seiner letzten Sit- 1; zung diesem Abkommen, das lediglich'eine Vereinbarung zwischen beiden Regierungen' (keinen Staatsvertrag) darstellt, zu. Wenn seinerzeit auch die italienische Regierung ihre Ratifikation ausspricht, so wird es möglich sein, mit schweizerischen Automobilen während eines Jahres bis zu 90 Tagen ohne jegliche Steuer in Italien verkehren zu.köh- nen. E go. Dle aargaulschen Verkehrsfrageri, von de» nen das Projekt der Suhrentalbahn woM das wichtigste ist, haben natürlich im Laufe, der Diskussion die verschiedensten' Auffassungen zutage gefördert. Um

NTO * — 1Q31 klären, hat der Regierungsrat eine ausserfcantonale Exipertenkommission ernannt, welche aus den Herren Ing. Weimann von der Söütaäbahn, Direktor Hürlimann, Ingenieur von der Frauenfeld-Wil-Bahn, und Oberst Oiftinger von der Oberpostdirektion bestellt worden ist. Neben dem Projekt für eine Normalspurbahn durch das Suhrental werden auch die mit der Verlegung der Wynentalsowie 'der Aarau-Schöftland und Bremgarten- Dfetikon-Bahn in Zusammenhang stehenden StrasSenbaufragen behandelt und untersucht, ob einzelne dieser Bahnbetriebe durch Otnnibusverkehr ersetzt werden könnten. Die Expertenkommission hofft, das Ergebnis ihrer Arbeiten im Laufe des Frühjahres dem Regierartgsrat unterbreiten zu können, z. Eine neue, zweckmässige FührerbewilHfung für den Kanton Zürich. Zu den kleinen aber langgehegten Wünschen der Automobilisten zählte die Forderung nach einem handlicheren Format der Führerbewilligung. Wir haben kürzlich die Abbildungen einiger ausländischer Führerausweise reproduziert, deren Format und Umfang in ihrer Einfachheit und Bescheidenheit geradezu überraschten und unsere Bewilligungen nochmals so dick und schwerfällig erscheinen Hessen, als sie tatsächlich sind. Bereits hatte sich der Kanton Genf schon äazu entschlossen, die Legitimationskarte für Fahrzeurführer praktischer zu gestalten und tibt nunmehr eine in Karton gehaltene vierseitige Bewilligung im Format von zirka 8X13 Zsntimeter aus, die neben der Photo des Inhabers die notwendigsten Angaben enthält. Aich im Kanton Zürich haben sich immer wieder Stimmen geregt, welche eine Neuausgabe der Bewilligung wünschten. Unter den Inijanten stand die Verkehrskommission des A.C. S. in vorderster Linie, welche mit ihrem Antrag beim Chef der Motorfahr zeugkontrole ein williges Ohr fanden. Seit geraume* Zeit lagen dort verschiedene Modelle zum Studium vor und hat man sich nunmehr für eile 8 Seiten umfassende Legitimationskarte entschieden im Format 9,5X14 Zentimeter deren äusserer Bogen aus leichtem Karten besteht. Sie sticht angenehm von der bishe-igen 50 seitigen dickgebundenen Ausgabe ab. Die Karte ist so eingeteilt, dass sie für 7 Jahre verwendet werden kann, dem Aussfcllungsjahr und 6 Erneuerungen. Der textliche Teil, die kantonale Verordnung und das Konkordat umfassend, ist gänzlich weggefallto. Um aber jeden Fahrer mit dem Worthut der gesetzlichen Bestimmungen bekanntnachen zu können, werden diese separat abjegeben. Schon mit Neujahr 1931 tritt die neie Bewilligung in Kraft und wird nur mehr (ieses Format ausgegeben. Besitzer der bishergen Bewilligung können diese nach Wuns:h gegen eine neue umtauschen. Die Neuerung wird allseitig begrüsst werden, vird damit doch ein langgehegtes Betehret der Fahrer verwirklicht Man mag ja der Auffassung sein, es handle sich hier um , eine Ileinigkeit, aber das Leben setzt sich ja bekamtlich aus Kleinigkeiten zusammen. Es Ist erreulich, dass die zürcherische Motorfahrzagkontrolle mit zu den ersten gehört, weicht in dieser Sache den Automobilisten nnd Motorradfahrern Rechnung tragen. Hoffentlia schliessen sich bald weitere Kantone dieser Vereinfachung des Legimitationswesens m und dämmen die frühere Papierflut etwas ein, mit der wir bedacht worden sind! b. Me-bblatt der Verkehrszeichen. Bekanntlich svird vom angehenden Motorfahrzeugfflhrer, der sich zur Prüfung meldet, die Senate Kenntnis der zur Zeit geltenden Verkehntafeln verlangt. Nachdem die Frage der Verlchrssignale innerhalb der Schweiz noch keim einheitliche Lösung gefunden hat und derej Aufstellung dem Ermessen der Kantone oder gar den einzelnen Städten überlassen blietj war es für die zur Prüfung Gemeldeten nich: leicht, sich über die geltenden Zeichen und Tafeln ein genaues Bild zu machen. Wohl sind gelegentlich, so in unserem Blatte, im Automobilkalender, sowie in der von der Stadtpolizei publizierten Sammlung der auf den Verkehr bezugnehmenden Erlasse die verschiedenen Zeichen wiedergegeben worden» aber nirgends bestand eine Zusammenfassung aller Signale. Die Motorfahrzeugkontrolle hat es sich nun angelegen sein lassen, alle diese Zeichen in einem Merkblatt zusammenzustellen. Dasselbe ist in handlichem Format und in Mehrfarbendruck erschienen und wird zu dem bescheidenen Preis von 10 Rappen abgegeben. Diese Orientie rungstafel wird nicht nur für die angehender. Fahrzeuglenker ein willkommenes Lehrmittel darstellen, sondern auch den routinierterer Fahrern gute Dienste leisten. Es wird ja zwar dieses Frühjahr eine Konferenz des ständigen Ausschusses für den Strassenver kehr im Völkerbund stattfinden, von der eine Vereinheitlichung und endgültige Fassung der Strassensignale erwartet wird. Bis deren Internationale Sternfahrt nach Monte Carlo. Das Nennungsergebnis für den diesjährigen X. Rallye nach Monte Carlo übersteigt alle Erwartungen und bestätigt den Ruf dieser Sternfahrt als grösste touristische Veranstaltung dieser speziellen Art aufs neue. In den Tagen vom 16.—25. Januar wird sich das Interesse aller am Autotourismus und Autosport interessierten Kreise mit den Sternfahrern von Monte Carlo beschäftigen, die während dieser Zeit in schweren Leistungen, die das äusserste von Fahrern und Material verlangen, auf allen grossen Landstrassen Europas dem grossen Fremdenorte am Mittelmeere zustreben. An Preisen werden verabreicht: Für Wagen der untern Klasse: 1. Preis: Coupe «La Riviera» und 12,000 Fr., 2. Preis: Silberplakette und 6000 Fr., 3. Preis: Silberplakette und 4000 Fr., 4. Preis: Silberplakette und 2000 Fr., 5. Preis: Silberplakette und 1000 Fr. — Für die Wagen der oberen Klasse gelten folgende Preise: 1. Preis: Coupe des «International Sporting Club» und 50,000 Fr., 2. Preis: Silberplakette und 20,000 Fr., 3. Preis: Silberplakette und 15,000 Fr., 4. Preis: Silberplakette und 10,000 Fr., 5. Preis: Silberplakette und 7000 Fr. usw. Neben diesen Hauptpeisen kommen noch Spezialpreise zur Verwendung, unter andern der Zeitungen «Le Journal», «Illustration Automobile Beige» und «L'Auto», Preise von Prinz Pierre Ghika, vom Königlichen Automobilclub* von Rumänien, besondere Damenpreise, einen Becher des Automobilclubs von Monaco, der Barcleys-Bank u. a. m. Unter den Teilnehmern befinden sich eine ganze Reihe bekannter Persönlichkeiten, weshalb wir, wie wir bereits ankündigten, die Nennliste, nach den Startorten eingeteilt, im nachfolgenden veröffentlichen: Die Meldungen: Startort Athen (tiher Belgrad, Wien, Strassburs, 3756 km; Abfahrtszeiten vom 16. Januar, 6 Uhr 38, bis 17 Januar, 6 Uhr 06): 15. iL Boillot (Peugeot); 111. Eng. P Moccia (Fiat); 126. Jacques Bignan AUTOMOBIL-REVUE 5 Beschlüsse aber in der Praxis allgemein verwirklicht worden sind, wird aber noch mancher Monat ins Land gehen, so dass die Mötorfahrzeugkontrolle gut beraten war, mit dem Merkblatt nicht mehr länger zuzuwarten. Sportnachrichten Zwei internationale Sternfahrten Zmei Goldstreifen sind das äussere Kennzeichen des neuen verstärkten FIRESTONE Ballon-Reifens. LEISTUNG UND SICHERHEIT IM GE- BRAUCH SEINE REFERENZ. Was Sie von Ihren Reifen schon lange wünschten, wird Ihnen der neue Firestone „Gold-Stripe" restlos geben. Wählen Sie künftig 2- (Fiat); H7. Henri Stoffel (Chrysler); 151. Ct. E. Urdariauo (Fiat); 153. P. Castela (Mathis); 159, L. Francotte (Minerva); 161. Hector Petit (Renault); 163. C. W Andreae (Brennabor); 164. R. T. Richards (Morris); 175. J. M. de Gomez (La Salle); 195. J. Mathieu (Nash); 203. R. Senechal (Delage); 216. Ing. Barbu-Pa>naru (Chrysler); 199. R. Holzermayr (Steyr). Startort Stavanger (über Oslo, Kopenhagen. Hamburg, Brüssel, 3638 km; Abfahrtszeiten vom 16. Januar, 12 Uhr 19, bis 17. Januar, 11 Uhr 03)- 4. V E. Levetett (Riley); 6. Mme. D. Jeanne (Rosengart); 7. M. Rudat (B.M.W.); 14. G. de Lavalette (Peugeot); 23. Mrs. M. Vaughan (Riley); 24. K. Matuschovsky (Praga); 26. E. de Thuisy (Rally); 27. E. Hartias? Gall (D.K.W.); 105. Lord de Clifford (Lagenda); 108. P. Charles-Combos (Delage); 107. J. W. WhaUey (Ford); 113. Pieter Bon Gzn (Graham-Paige); 114. J. C. d'Ahetze (Chrysler); 121. J. P, Wijnille (Lorraine); 124. Lady Eda Jardine (Lancia); 125. G. E. Stott (M.G.); 127 A. Hierein;; (Marmon); 128. B. Healey (InVicta); 135. Dr. M. de Gusmao (Citroen); 137. L. Chiron (Buf?atti); 138. Neter Esoher (Bugatti); 141. N. Garrad (Crossley); 144. R. E. V. Kurz (Steyr); 145. J. Blaivie (Lorraine); 149. Frau M. Seoliger (Mercedes-Benz); 150. Dr. J. Sprenger Van EJjk (Graham-Paise); 162. M. Schaar (Chrysler); 165. E. Vaumund (Buick); 167. L. Schell (Bugatti); 172. Mrs. M. M. Edwards (Talbot); 174. G. Ponsart (Ford); 178. J. W. Austin (Ford); 182. Cte. Arco-Simons (Mercedes); 184. E. H. L. Sexton (Ford); 188. A. Johansen (Ford'); 196. G. PriqTiet (Nash); 197. C. Polis (Renault); 202. Dr. M. Jamot (Renault); 206. J. H. J., Brooks (Hillmann); 307. H. Stenfeldt Hansen (Ford); 208. R. de Coulare (Delaunay); 209 E. Zeeok (Austro-Daimlor); 210. A. Blin D'Orimont (Bugatti); 212. Ing. J. Olsen (Overland); 213. G. Krabye (Studebaker). Startort Jassy (über Warschau, Berlin, Brüssel, Paris, 3518 km; Abfahrtszeiten vom 16. Januar, 22 Uhr 04, bis 17. Januar. 20 Uhr 03)- 8. G. La nie (Peugeot); 123. J. Richard (Delahaye); 133. Cdt. A. Berlesco (Chrysler); 157. M. Klinke (Mercedes- Benz); 166. E. Schiffolers (Ford); 169. M. Bderewska (Citroen); 180. Martey (Citroen); 183. A. Rmiteniarte der internationalen Sternfahrt nach Monte Carlo. (Der dieses Jahr besonders aktuelle norwegische Ort Stavanger, der sich nicht auf der Karte befindet, liegt [in südwestlicher Richtung von Oslo] an der Westküste Norwegens.) Brakker (Ford); 185. D. Merenyi (Steyr); 187. W. Wischynski (Ford); 194. G. W. Sheperd (Morris); 201. J Ripper (Praga); 204. P. G. Cristea (Dodge); 211. Vasello (Hotchkiss); 218. Mine. Kozierowska (Studebaker); 219. Penezyna (Studebaker). Startort Tallinn (über Riga, Berlin, Brüssel, Paris, 3474 km; Abfahrtszeiten vom 16. Januar, 20 Uhr 26. bis 17. Januar, 18 Uhr 09): 2. Mlle. Proust-Vinatier (Sima-Standard); 18. 0. Kroupa (Z-9); 19. Ing. J. Rechziegel (Praga); 22. B. Jakobson (Amilcar); 140. 0. Pochwalla (Ford); 152. J. Perl (Esses); 181. P. Meerowite (Marmorn); 180. A. Kasperowitsch (Nash); 192. Rogeo (Citroen). Startort Rioa (über Berlin, Brüssel, Paris, 3034 km; Abfahrtszeiten vom 17. Januar, 11 Uhr 41, bis 18. Jan., 6 Uhr 39): 11. W. Murken (D.K.W ). Startort Stockholm (über Kopenhagen, Brüssel, Paris, 2988 km; vom 17. Januar, 10 Uhr 38. bis 18. Januar, 5 Uhr 18): 168. G. Carlström (Mercedes). Startort John O'Groats (über London, Boulogno, Nantes, Lyon, 2956 km; vom 17. Januar, 15 Uhr 08, bis 18. Januar, 9 Uhr 36): 1. J. Hobhs (Riley); 5. J. H. B. Samuelson (M.G.); 9. Major D. E. M. Douglas-Morris (Triumph); 12. F. Mortimcr Montgomery (M.G.); 30. J. F. Sutherland (Riley); 102. A. H. Pas (Sunbeam); 103. Major C. J. S. Montague-Johnstone (Riley); 108. W. T. Townend (Talbot); 115. H. B. Browning (Sunbeam); 118. C. A. Lundy (Rolls-Royce); 119. S. Harris (Rolls-Royce); 130. A. H. Grubb (Chenard-Walcker); 131. J. ß. Bainbridge (Rolls-Royce); 132. C. A. Cochrane (Talbot); 134. S. C. H.- Davis (AmstronK-Siddoley); 139. C. Agar (Morris Oxford); 148. T. Crais Eaton (Bentley); 154. C. S. Grant (Clement Talbot); 155. Capt. W. M. Mellor (Chrysler); 177 Major D. Willoughby-Osborne (Lancia); 189. J. J. Cuinot (Panhard); 191. N. Black (M.G.); 214. D. E. Calder (Darracq). Startort Bukarest (über Budapest, Wien. Strassburg. 2942 km, Abfahrtszeiten vom 17. Januar, 16 Uhr 04, bis 18. Januar, 10 Uhr 27): 217. N'. Juca (Chrysler). Startort Kowno (über Bertin, Brüssel. Paris, 2920 km: Abfahrtszeiten vom 17 Januar. 15 Uhr 45, bis 18. Januar, 10 Uhr): 160. Cap. Kl. Martinkus (Oakland). Startort Königsberg (über Berlin, Brüssel, Paris, 2644 km; Abfahrtszeiten: 18. Januar, 1 Uhr 53 bis 18 Uhr 24): 16. C. W. Hans Rihter (Opel); 112. J. A. Cellier de Buriane (Peugeot); 122. W. Leonhardt Czn (Hispano); 170. Cte. J. Luriani Cernusehi (Alfa-Romeo); 193. R. Guyot (Omega-Six). Startort Glasgow (über London, Boulogne, Nantes, Lyon, 2454 km: Abfahrtszeiten: 18. Januar, 6 Uhr 49 bis 22 Uhr 09): 116. T. C. Mann (Lagonda); 136. Mrs. J. A. Grove (Austin); 173. T. M. Best Dalison (Beiitley). Startort Belgrad (über Wien, Strassburg, Lyon, 2452 km; Abfahrtszeiten: 18. Januar, 3 Uhr 23 bis 18 Uhr 42): 176. L. Csorgits (Ford). Startort Helsingborg (über Kopenhagen, Hambunr. Brüssel. 2380 km; Abfahrtszeiten: 18. Januar i Uhr 38 bis 20 Uhr 30): 117 C. Bor&stroem Startort Lissabon (über Madrid, San Sebastian, Toulouse. 2178 km: Abfahrtszeiten vom 18. Januar, 17 Uhr 56. bis 19. Januar, 7 Uhr 33): 10. Dona M. La Caze de Noronha (B.N.C.); 20. F de Ribeiro Ferreira (Morris). Startort Berlin (über Brüssel. Paris, Lyon, 2054 km; Abfahrtszeiten vom 18. Januar, 22 Uhr 49, (Fortsetzung Seite 5)