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E_1930_Zeitung_Nr.107

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Neutrale

Neutrale Verkehrspropaganda im Ausland. Die wachsende Belebung des Fremdenverkehrs in der Schweiz während den letztn Jahren (die Einflüsse der Kriegs- und Nachkriegsjahre sind heute ohne Zweifel paralysiert) zählen wir zu den erfreulichsten Tatsachen im wirtschaftlichen Dasein der Schweiz. .Der Fremdenverkehr gehört zum täglichen Brot unseres Landes, denn die Fremden bringen mehr denn 200 Millionen Franken in unser Land. Ohne die Einnahmen des Fremdenverkehrs wäre unsere gesamte Handelsbilanz passiv. Am Fremdenverkehr sollen alle Verkehrsmittel teilhaben, Eisenbahn, Auto und Flugzeug, so gebietet es das Landesinteresse. Der Grundsatz: «Wer zahlt, befiehlt!», darf hier nicht eine primäre Rolle spielen; es wäre durchaus verfehlt, nur denen die Vertretung der schweizerischen Verkehrsinteressen im Ausland zu überlassen. An und für sich ist ja jede Verkehrsunternehmung berechtigt, im Auslande ausschliesslich für ihre Zwecke Propaganda zu machen. So darf man es der Lötschbergbahn von rein wirtschaftlichem Standpunkte aus nicht verargen, wenn sie die Absicht hat, in London ein eigenes Verkehrs-, bzw. Propagandabureau zu eröffnen, um sozusagen schon im Ausland den Bahnverkehr über den Lötschberg zu kanalisieren. Ebensowenig wollen wir die Bundesbahnen tadeln, wenn sie in London eine Propaganda-Agentur mit 35 Angestellten unterhalten, die auf allen üblichen Wegen versucht, möglichst viele Billette der S. B. B. schon im Ausland an den Mann zu setzen. Die gross angelegte Tätigkeit dieser Auslandsagenturen bringt viele Reisenden und daher auch viel Geld ins Land. Eines sei hier aber — ohne den leisesten Vorwurf an die Bahnbehörden — festgehalten: Der blosse Verkauf von Billetten ist noch nicht Förderung des Fremdenverkehrs überhaupt. Bahnagenturen dienen nur den Bahninteressen, A'utointeressen und Fluginteressen bleiben schön hübsch auf der Seite liegen und allgemeine Werbearbeit für den Fremdenverkehr der Schweiz wird nur soweit berücksichtigt, als die Arbeit der Agentur damit nicht empfindlich gestört wird. In London befindet sich zufällig 50 Meter von der Agentur der S. B. B. entfernt eine englische Agentur für Reiseverkehr in Ueberlandautobussen in ganz Europa. Auf einer imposanten Karte finden sich unter andern drei Reisen nach Frankreich eingezeichnet und zwei nach Deutschland. Die Schweiz ist dort nur als Transitland angegeben, man scheint die Schönheiten unseres Landes nicht zu kennen oder nicht zu würdigen, wie das ein westschweizerischer Verkehrsfachmann in einer Rücksprache mit dem Direktor dieser Agentur feststellen konnte — und dies nur 50 Meter von einer der bedeutendsten S. B. B.-Agenturen des Auslandes entfernt. In Bern erhielt jener Gewährsmann, der offenbar mit diesen Tatsachen nicht ins reine kommen konnte, die eindeutige Auskunft, man könne den S.B.B.-Agenturen nicht zumuten, für den Reiseverkehr mit Autobussen zu werben. «Wer zahlt, befiehlt!» und treibt nur Propaganda für sein eigenes Verkehrsmittel! Gemeinsame Verkehrswerbung ? Man spricht gegenwärtig von einer Zusammenarbeit zwischen Eisenbahn und Auto, man malt sich am Horizonte der Zukunft auch eine Zusammenarbeit zwischen dem Luft-, dem Strassen und dem Schienenverkehr aus, man hält seit einigen Jahren sehr viel von einer Rationalisierung in wirtschaftlichen Angelegenheiten, man legt grossen Wert auf Sparsamkeit im Staatsleben, aber noch ist eine Vereinheitlichung der schweizerischen Touristik-Propaganda im Auslande ein Ding, um das sich die Oeffentlichkeit, und vor allen Dingen auch die staatlichen Instanzen, zu wenig bekümmern. Kürzlich lief eine besorgniserregende Meldung durch den Blätterwald, die wir hier in weiterm Zusammenhange skizzieren wollen. Die Publizitätskommission der S. B. B. hat an die Generaldirektion Vorschläge zur Schaffung einer Zentralkommission zur Rationalisierung der schweizerischen Touristik-Propaganda eingereicht. Eine 15köpfige Kommission hätte die Aufgabe, alle Vereinheitlichungsmassnahmen zu besprechen. Ihre Zusammensetzung war ursprünglich wie folgt vorgesehen: zwei Vertreter der S.B.B., zwei Vertreter der Schweizerischen Verkehrszentrale, zwei Vertreter des Schweizerischen Hoteliervereins, zwei Vertreter des Verbandes schweizerischer Verkehrsvereine, zwei Vertreter des Verbandes Schweiz. Sekundärbahnen und ein Vertreter der übrigen, nicht im letztgenannten Verbände eingeschlossenen Transportanstalten. Wir können uns, angesichts der wichtigen Aufgabe dieser Kommission, Vorschläge für eine Vereinheitlichung der Verkehrspropa-, ganda im Ausland einzureichen, mit der Zusammensetzung der Vertreterliste nicht befreunden, und wenn wir noch bekanntgeben, dass die Generaldirektion der S.B.B, die Entsendung von Vertretern unserer beiden nationalen Automobilverbände kurzweg ab- 'ehnt, so dürfte damit die Einseitigkeit der Rationalisierungsvorschläge der obgenannten Kommission nicht in Frage stehen. Ohne weiteres anerkennen wir, dass die Generaldirektion das glatte Recht hat, die Anhörung der Vorschläge der autotouristischen Vertreter zu verneinen, aber dann darf nicht mehr von einer Rationalisierung der schweizerischen Verkehrspropaganda im Ausland gesprochen werden. Autointeressen und Fluginteressen werden ja von dieser Rationalisierung nicht oder nur ungenügend erfasst. Nicht vertretene Interessen. Wenn statistisch festgestellt ist, dass in Hotels erster Klasse rund 75 Prozent der Gäste dem Automobil und nur ca. 25 Prozent 'derselben der Bahn zuzuschreiben sind, so darf man die Zusammensetzung dieser schweizerischen Rationalisierungskommission als unverständlich ansehen. Im weitern wurden auch Vertreter der schweizerischen Verkehrspropaganda, wie z. B. die «Association de Publicite Suisse» und die «Ver einigung der Verkehrsdirektoren» nicht in die Vertretungsbefugnis einbezogen, obschon AUTOMOBTL-REVUE 1930 — N° «7 Jahresrück- und Aasblick Der 26. Jahrgang unseres Blattes nähert sich mit dem Jahresende seiner Vollendung. Zusammen mit seinen 25 Vorgängern gibt er ein getreues Spiegelbild des schweizerischen Automobilwesens. Hand in Hand mit dessen steter Entwicklung gingen auch die erfreuliche Erstarkung und der Ausbau unseres Blattes. Wenn wir die vorhandenen 26 Bände durchgehen, so hat wohl ein jeder sein eigenes Gepräge, entsprechend dem jeweiligen Stand von Automobilindustrie, Autosport und der Verkehrsgesetzgebung. Aber durch alle hindurch sieht sich wie ein roter Faden der Kampf, der zuerst für die Anerkennung, dann später für die Gleichberechtigung des Automobils mit den übrigen Verkehrsmitteln und den Strassenbenützern geführt werden musste. Stehen wir heute am Ende dieser Bemühungen? Keineswegs! Grosse Ereignisse werfen schon ihre Schatten voraus. Das nächste Jahr wird wohl die Entscheidung in der sich im Wurf befindlichen eidgenössischen Verkehrsgesetzgebung bringen. Anderseits ist die Eisenbahn, die sich in ihren Rechten durch das Automobil bedroht glaubt, mit einer Werbeschrift an die gesamte Oeffentlichkeit getreten und versucht, die öffentliche Meinung zugunsten einer die Bahninteressen begünstigenden Politik zu beeinflussen. Ihren Mahnruf Caveant consules, tHütet euch, Behörden'», müssen auch wir uns zu eigen machen, um die Stellung, welche sich das Automobil in allen seinen Anwendungsformen im wirtschaftlichen Leben errungen hat, gegen jeden Uebergriff zu wahren. Einen ähnlichen Ruf möchten auch wir an unsere Leserschaft, die sich bald dem vierzigsten Tausend nähert, und an alle jene Automobilisten richten, welche bisher dem gemeinsamen Zusammenschluss zur eigenen Interessenwahrung ferngestanden haben. Hüten wir uns, uns in Sorglosigkeit zu wiegen, oder den Kampf den andern zu überlassen, um selbst mit verschränkten Armen zuzusehen, bis es zu spät ist! An wichtigen Veranlassungen und gerechten Forderungen, um das ganze Lager der Automobilisten zu mobilisieren, fehlt es wahrlich nicht! Neben der eidgenössischen Gesetzgebung, welche den gesamten Strassenverkehr und nicht nur das Auto reglementieren soll, und der Attacke der Bahnen, gilt es, dem Strassenbau auf eidgenössischem, kantonalem und städtischem Boden volle Aufmerksamkeit zu schenken. Nur mit Beunruhigung wird man die Anstrengungen des Auslandes verfolgen können, das Alpen- und andere internationale Verbindungsrouten schafft, während man bei uns auf den Lorbeeren der kühnen Strassenbauer des letzten Jahrhunderts einschläft. Wenigstens ein halbes Dutzend Projekte für wirtschaftlich und militärisch wichtige Alpenstrassenzüge liegen vor. Hunderte von Arbeitslosen könnten in dieser Periode der wirtschaftlichen Depression bei deren Verwirklichung verwendet und der für uns so wichtige internationale Autotourismus gefördert werden. Während die Motorfahrzeugbesitzer in Form von Gebühren, Steuern und Einfuhrzöllen über 60 Millionen Franken jährlich abliefern, wird immer wieder (so auch in der Kampfschrift der S. B. B.) der Vorwurf erhoben, die nationale Volkswirtschaft werde durch die erhöhten Strassenausgaben einseitig zugunsten der Automobilisten belastet. Diese Meinung konnte nur deshalb aufkommen, weil vorab der Bund und nach seinem Beispiel auch einzelne Kantone die Einnahmen aus dem Motorfahrzeugwesen einfach in der allgemeinen Staatskasse verschwinden lassen. In andern Ländern, wie z.B. in England, ist der Motorfahrzeugbesitzer bei weitem nicht so stark belastet, und dennoch werden die gesamten Nettoeinnahmen aus den Verkehrssteuern für einen Strassen- und Brückenfonds ausgeschieden, nach dem allein gerechtfertigten Grundsatz: die Einnahmen aus dem Strassenverkehr müssen diesem wieder zugute kommen. Der Benzinzollviertel reicht nirgends hin. Der Beitrag an die Kantone muss erhöht werden, wenn nicht der Bund selbst grosse Strassenaufgaben übernehmen will. Die Beseitigung oder doch die technisch erstklassige Signalisierung der Bahnübergänge, die Vereinheitlichung der Strassensignale, die Vertretung der Automobilisten in den Parlamenten, die Gründung besonderer Gerichte für Verkehrssachen oder doch wenigstens die automobilistische Ausbildung der mit diesen Fällen betrauten Richter und Staatsanwälte, die Verkehrserziehung der Jugend durch die Schule sind nur wenige ,der wichtigsten Punkte,*d0\h«a»t^ noch als unerledigt auf dem Programm der Automobilistengemeinde stehen* - i\ v- ; A Für die Propagierung und gerechte Vertretung dieses Programms setzt sich unser Blatt mit allen Kräften ein. Als unabhängiges Organ kann es am besten allen Interessen dienen. Es bildet eine Brücke zwischen den Automobilisten und den Behörden, zwischen Automobilisten und deren Verbänden unter sich. Unser Redaktionskollegium ist neuerdings erweitert worden, um jedes Ressort, das überhaupt mit dem Automobilwesen zusammenhängt, fachmännisch pflegen zu können. In Fragen technischer, juristischer, touristischer Natur stehen wir allen unseren Abonnenten stets gerne zur Verfügung. Die Unterhaltungsbeilage schafft für die weniger an fachlichen Problemen interessierten Familienangehörigen einen willkommenen Ausgleich. Unsere Spalten stehen auch jederzeit für jede sachliche Diskussion offen, welche zur Abklärung irgendwelcher automobilistischer Probleme beitragen kann. Die rege Unterstützung durch unsere Abonnenten war uns immer ein Ansporn. Wir möchten aber noch mehr bieten, unseren Kampf für die Verkehrsinteressenten auf eine noch breitere Basis stellen, und richten deshalb zur Jahreswende an unsere bisherigen und an die neuen Leser den Appell, unsere Sache auch weiterhin zur ihrigen zu machen und durch Erneuerung des Abonnements die gemeinsamen Aufgaben fördern zu helfen. Redaktion und Administration der Automobil-Revue kompetente Persönlichkeiten des schweizerischen Verkehrswesens, die ein Verfügungsrecht über einige Millionen besitzen, diesen Verbänden angehören. Unser Gewährsmann konstatierte ferner, die Generaldirektion habe die Absicht, noch zwei Vertreter des Bundesrates der Kommission anzugliedern. Sind diese Vertreter Politiker reinen Fahrwassers und nicht Verkehrsfachleute, so würde uns deren Nomination ebenfalls befremden. Anders *äre die Sache von autotouristischer Seite aus zu beurteilen, wenn beispielsweise der Präsident der neugegründeten Touristik-Kommission zu diesen Nominationen gehören würde. Als zweite opportune Nomination erachten wir eine Persönlichkeit aus der Finanzwelt, die mit den Verkehrsfragen durchaus vertraut ist. Das schweizerische Kapital kann zweifellos in der Vereinheitlichung der schweizerischen Verkehrswerbung eine dominierende Rolle spielen. Schlussendlich möchten wir noch auf die zahllosen Internate und Pensionen der Schweiz hinweisen, die von ungezählten ausländischen Schülern besucht werden und deren Besuch auch ein Stück Tourismus darstellt. Auch diesen Institutionen, wozu ferner unsere Hochschulen, die im Ausland soviel Ansehen geniessen, wäre eine Stimme in dieser Kommission zuzuhalten. Dies waren unsere Bedenken, als wir von den Vorschlägen zur Schaffung einer zentralen Kommission zwecks Vereinheitlichung der schweizerischen Verkehrswerbung im Ausland Kenntnis erhielten. Nun nahm die Sache eine neue Wendung, indem am 18. Dezember in Bern die Vertreter jener Verkehrsorganisationen gemäss dem Antrag der Publizitätskommission der S. B. B. zu einer Besprechung zusammengerufen wurden. Die neue Version. Die Generaldirektion unterbreitet nun einen neuen Vorschlag für die Gründung einer Zentralkommission und erteilt derselben den nachstehenden Aufgabenkreis: Die Ueberwachung der Verkehrspropaganda im allgemeinen und Studium der für ihre Durchführung geeigneten Wege. Aufstellung eines Arbeitsprogrammes. Sicherung der Durchführung des Arbeitsprogrammes unter Mitwirkung aller Interessenten an der Verkehrswerbung. Die Generaldirektion schlägt nun eine Kommission aus sieben Mitgliedern vor, eine Vertreterzahl, die für rationelles Arbeiten nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen ist. Der Präsident der Kommission sei durch den Bundesrat zu bestimmen. Im übrigen darf die Kommission das Recht für sich beanspruchen, Vertreter aller Organisationen, Verbände und Verwaltungen, die sich mit der Verkehrswerbung zu befassen haben, zu ihren Sitzungen herbeizuziehen. Gegenwärtig werden die dringendsten Fragen zur Vereinheitlichung der schweizerischen Verkehrswerbung im Ausland im Schosse der verschiedenen Interessentengruppen der Kommission besprochen. Es soll bis Ende dieses Monats ein Statut über das gemeinsame Vorgehen im nächsten Jahr zusammengestellt werden. Ueber die genaue Zusammensetzung dieser siebengliedrigen Kommission wurde noch nichts bekanntgegeben. Inwieweit die Vertreter der Auto- und Flugverkehrsverbände Gelegenheit zur Teilnahme an den Besprechungen einzelner Interessentengrappen haben werden, ist noch eine unabgeklärte Sache. Prinzipiell bleibt unser Einwand bestehen, dass Vertreter von bedeutenden Landesverbänden, die ein hohes Interesse an einer einheitlichen Verkehrswerbung besitzen, nicht als Kommissionsmitglieder volle Rechte geniessen. Auch der zweite Einwand bleibt noch solange bestehen, als wir über die Struktur der siebengliedrigen Kommission noch nicht unterrichtet sind: Die Kommission soll zur Mehrzahl aus Verkehrsfachleuten und nicht aus Politikern bestehen. Die Schaffung einer Verkehrskommission als zentrales Organ für die schweizerischen Verkehrsinteressen wäre die allerbeste Gelegenheit, der Zusammenarbeit zwischen Eisenbahn und Auto die Wege zu ebnen: darum weisen wir auch mit Nachdruck auf eine gerechte Zusammensetzung der Kommission hin, damit alle Verkehrsinteressen der Schweiz an der Vereinheitlichung der Auslandspropaganda teilhaben können. La. Die Touristikgruppe in den eidgenössischen Räten. Nächste Aufgaben. Vergangenen Donnerstag hielt der Vorstand der Touristikgruppe in den eidgenössischen Räten im Bundeshaus eine Sitzung, an welcher der Bestand der Touristikgruppe mit 73 Mitgliedern notifiziert wurde. Auf den Nationalrat entfallen 59 und auf den Ständerat 14 Mitglieder der Touristikgruppe. Die nächste Plenarsitzung der Touristikgruppe wurde auf die erste Sessionswoche im Frühling (Sessionsbeginn 16. März) einberaumt. Inzwischen wird sich der Vorstand der Gruppe mit dem Schweizerischen Hotelier-Verein, mit dem A.C.S., dem T.C.S. und der Schweizerischen Verkehrszentrale in Verbindung setzen, um die wichtigsten Programmfragen durchzuberaten. Ferner gedenkt der Vorstand, mit den Finanzkommissionen der beiden Räte und mit dem Finanzdepartement Fühlung zu nehmen, um die Möglichkeiten zur Erhöhung der Bundessubventionen an die Schweizerische Verkehrszentrale zu studieren. Als weiterer Punkt des Tätigkeitsprogrammes des Gruppenvorstandes figuriert die Arbeit für das sich im Entwurf befindende schweizerische Verkehrsgesetz. Der Vorstand stellte fest: In der Gesetzeskommission des Nationalrates arbeiten sechs Mitglieder der Touristikgruppe mit und in derjenigen des Ständerates deren zwei. Die Anstrengungen werden daraufhingehen, mit Nachdruck für alle Errungenschaften einer modernen Verkehrsgesetzgebung einzutreten. lt. Kl Bauverzögerung der italienischen Gandriastrasse. Die italienische Regierung erklärte kürzlich, der Bau des in Italien liegenden Teilstückes der Gandriastrasse könne im gegenwärtigen Programm des mit dem 1. Juli 1931 beginnenden neuen Rechnungsjahres nicht derart figurieren, dass die Arbeiten bis Herbst 1931 in Angriff genommen werden könnten. Kredite für die Basler Autobusse. Für die Neuanschaffung von Autobussen schlägt der Regierungsrat von Baselstadt dem Grossen Rat einen Kredit von F. 120,000 vor, wobei Fr. 80,000 auf Rechnung des Anlagekapitals zu gewähren seien. lt.

- 1930 ATJTOMOBTL-REVUE Freiburger Delegierten-Versammlung des A. C. S. Günstige Gestaltung der Clubfinanzen, trotz erweitertem Aufgabenkreis. — Entscheidung der Sitzfrage in einer der nächsten Delegiertenversammlungen. — Luzern als kommender Tagungsort. In den Sitzungen, sowohl des Direktionskomitees als des Zentralkomitees, gelang in relativ kurzer Zeit eine Einigung. Die Dele- (giertenversammlung war sehr gut besucht. Als allgemeiner Eindruck blieb, dass der Club sich immer mehr festigt und seinen Aufgabenkreis erweitert und vertieft. Das Direktionskomitee hielt seine Sitzung am Samstagvormittag von 10 Uhr an. Es kamen sehr viele administrative Einzelfragen zur Sprache, von denen wir nur die wichtigeren herausgreifen. Das Direktionskomitee hat beschlossen, einen Teil der Kosten der zu bauenden Wallenseestrasse zu übernehmen. Die Kantone Graubünden, Glarus und St. Gallen hatten eine gewisse Summe für den Bau dieser Strasse ausgesetzt, die jedoch die Gesamtkosten nicht voll zu decken vermöchte. Die Strassenverkehrsliga hat sich dann bereit erklärt, den noch fehlenden Betrag zu übernehmen. Der A. C. S. wird nun seinerseits der Strassenverkehrsliga helfen, ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Herr Frederic Martin, kürzlich zum Ständerat gewählt, hat als Präsident der zentralen Verwaltungskommission sein Amt niedergelegt. Das D. 0. beauftragt Herrn Prof. Steimnann, Vizepräsident des A. C. S., Herrn Martin, zu ersuchen, sein Amt beizubehalten. Die Vorschläge der Finanzkommission, ein kleines Plateau, einen Serviettenring und einen Kaffeelöffel anzuschaffen, wird angenommen. Der A. C. S. wurde eingeladen, einen Delegierten an die Sternfahrt von Monte Carlo zu schicken. Wahrscheinlich wird Herr Prof. Steinmann den. Club vertreten. Zentralkomitee. Voi* allem die freudige Mitteilung, dass Herr, Robert Failletaz sich entschlossen hat, das Präsidium der zentralen Touristikkommission anzunehmen. Herr Failletaz, sowie einige andere Mitglieder, verdankten bei dieser Gelegenheit mit einigen anerkennenden Worten die Tätigkeit des frühern Präsidenten, Herrn H. Hürlimann. Das C. C. beschliesst ferner, der liebenswürdigen Einladung der Sektion Luzern Folge zu leisten und der Delegiertenversammlung Xiuzern als Sitz für die Frühjahrsversammlung im Mai oder Juni 1931 vorzuschlagen. Die Statuten der Sektion Wallis sind angenommen worden. Ebenfalls wurde der Vorschlag der Spezialkommission für die Umgestaltung der offiziellen Zeitung (wöchentliches Informationsbulletin und monatliche illustrierte Revue) angenommen. Der Zentralpräsident, Dr. Mende, hat sich bei Herrn Schrafl, Generaldirektor der S. B. B. erkundigt, warum die Strassenverbände in der vorgesehenen Zentral- ^ kommission für touristische 'Propaganda nicht eingeladen seien. Herr Schrafl erklärte ihnen, dass es sieh lediglich darum handle, eine Verteilung der Propagandakosten auf verschiedene andere interessierte Verbände vorzunehmen. Es ist eine weitere Spezialkommission für den Verkehr gebildet worden, der Dr. Stadler, Vizepräsident des A. C. S., vorstehen wird. Sie soll die Verkehrsfragen, die mit dem neuen Bundesgesetze in Verbindung stehen, überprüfen. » Der Abend im Terminus. Gegen 21 Uhr begab man sich in den grossen Saal des Terminus, wo bis in alle Nacht eifrig getanzt wurde. Die Delegiertenversammlung. Die 25 Sektionen (Uri hatte sich entschuldigen lassen) waren durch 107 Delegierte vertreten. Diese reiche Beteiligung beweist, welches Interesse die Sektion an den Clubangelegenheiten nehmen. Der Präsident, Dr. Mende, leitet der Tradition entsprechend die Sitzung auf Französisch, weil sie fm Welschlande stattfindet. Den Hauptpunkt der Traktanden bildet das Budget, das Herr Devaud, Präsident der Finanzkommission, darlegt. Es sieht 4000 Fr. weniger Ausgaben vor, als dasjenige' des letzten Jahres, trotzdem einige neue. Posten eingeschoben werden mussten, wie zum Beispiel 9000 Fr. für eine Pressestelle, 600 Fr. in die Kasse für die Umzugskosten des Personals, Verdoppelung des Sportbudgets (von 10,000 auf ßO.OOO Fr.) infolge der internationalen Alpenfahrt 1931. Trotzdem das Klausenrennen im nächsten Jahre nicht abgehalten wird, werden Fr. 5000 dem Klausen-Fonds zugewiesen, der dana im ganzen 20,000 Fr. beträgt. Für den SOS-Dienst sind 3170 Pranken angesetzt, was nicht hinderte, dass man im Touristik-Budget Fr. 13,000 einsparen konnte. Die Avisgaben für Ausstellungspropaganda (Hyspa) betragen Fr. 3000. Dafür fällt der Zinsendienst weg, weil der A. C. S. jetzt Gläubiger seiner Banken ist, wo er im ganzen Fr. 12,000 liegen hat. Nicht weniger erfreulich ist die Seite der Einnahmen. Die Zentralbeiträge werden so berechnet, dass sie einschliesslich einer Marge von Fr. 15,000 gerade die Ausgaben decken. Man hat sie von Fr. 14 auf Fr. 12.50 hinuntersetzen können. Für die im Auslande lebenden Mitglieder beträgt der Beitrag Fr. 40. Die Sitzverlegung. Zu diesem Traktandum lag ein Antrag des Zentralkomitees vor, dahmlautend, die Entscheidung in der Sitzfrage sei auf die nächstjährige Winter-Delegiertenversammlung zu verschieben. Wie nicht anders zu erwarten war, fand dieser Antrag nicht ungeteilte Gegenliebe, sondern löste im Gegenteil eine lebhafte Diskussion aus. Der Vorsitzende gibt einleitend eine kurze Orientierung über den bisherigen Gang der Entwicklung dieses Traktandunis. Das Problem einer engen administrativen Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Aeroclub ist bereits hinfällig geworden, indem dieser Club mit seiner Reorganisation und der damit verbundenen Installierung eines Sekretariates nicht mehr länger zuwarten konnte. Die Delegierten, werden also im gegebenen Moment nur noch über die Sitzverlegung zu entscheiden haben. Herr Dr. Fässler (St. Gallen) kann sieh dem Mehrheitsantrag des C. C. nicht anschliessen. Er ist zwar ebenfalls der Auffassung, dass das Traktandum erst dann endgültig beraten werden könne, wenn der Bericht der seinerzeit eingesetzten Spezialkommission vorliege, welche beauftragt war, mit der Sektion Genf zu verhandeln und eine für beide Teile befriedigende Formel zur Lösung des Konfliktes zu finden. Die Spezialkommission wird aber erst am Warum hat HÄNOM AG lange Lebensdauer?? Ein Hauptfabrikationszweig der Hannoverschen Maschinenbau A.-G. sind die Lokomotiven. Sie verfügt deshalb über die modernsten Laboratorien zur Prüfung von Zusammensetzung, Streck-, Bruch- und Biegefestigkeit des Materials. 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Es handelt sich dabei nicht nur darum, die technischen und administrativen Fragen zu erörtern, sondern es gilt auch, den berechtigten Gefühlen der Genfer in der ganzen Angelegenheit Rechnung zu tragen. Die Angelegenheit lässt sich nicht einfach durch eine Abstimmung und Stimmenmehr entscheiden, sondern es muss auch der idealen Seite Rechnung getragen werden. Nach einigen weiteren Voten, zu deren Abklärung besonders die Ausführungen von Herrn Dr. Stadler (Zürich) beitragen, wird einstimmig dem Antrag zugestimmt, dem Zentralkomitee den Entscheid darüber zu überlassen, in welcher der beiden ordentlichen Delegiertenversammlungen des Jahres 1931 die Sitzfrage endgültig zu entscheiden sei. Von der Einberufung einer ausserordentlichen Versammlung wird mit Recht schon aus finanziellen Gründen abgesehen, indem deren Durchführung mehrere tausend Franken Kosten verursachen würde. Luzern, Ort der nächsten Tagung. Die Einladung der Sektion Luzern, die nächste Delegiertenversammlung wieder einmal in die Leuchtenstadt am Fusse des Pilatus einzuberufen, wird mit Beifall angenommen und verdankt. Die letzte Tagung in Luzern, welche damals an die 400 Gäste vereinigte, ist allen noch in bester Erinnerung, und versichern die Luzerner heute schon, die nächste Zusammenkunft zu einem würdigen Pendant werden zu lassen. Da sich unter dem letzten Traktandum «Vorschläge» niemand zum Wort meldet, kann die würdig verlaufene Sitzung kurz nach der Mittagsstunde aufgehoben werden. Das Bankett begann am Sonntag um 13 Uhr im grossen Saale des Hotels Terminus, umrahmt von Chor- und Solovorträgen der «Groupe der Wagen für jedermann! An C. SCHLOTTERBECK, BASEL 2 Senden Sie mir den Hanomag - Katalog. Bezirksvertre!er gesucht: In der Osl- u. Zenfralsdiweir Auskunft durdi C. Sdilotterbeck, Falkenstrafre 12, Züridi In allen anderen Kantonen durdi C. Sdilotterbed^ Basel 2. Choral Fribourgeois» des Abbe Bovet und verschiedenen Solisten und Solistinnen. Mehr denn 150 Gedecke zierten den Saal, indem neben den A. C. S.-Behörden und -Delegierten auch die Vertreter des Kantons Freiburg und der Stadt Freiburg erschienen waren. Herr Dr. Perrier sprach als Präsident der Sektion Freiburg die Begrüssungsworte an die A. C. S.-Delegierten und an die Gäste und glaubte, die bescheidenen Dispositionen der gastgebenden Sektion, die eben nicht über eine mit reichen Mitteln dotierte Kasse verfügen kann, entschuldigen zu müssen. Der Zusammenarbeit mit den freiburgischen Behörden gedachte er mit besonderer Anerkennung und wies auf die Tatsache hin, dass die bedeutendsten freiburgischen Strassen sich bald mit den Strassen der finanziell hesser dastehenden Nach bar kantone messen können. Die lobende Bemerkung fand Widerhall in der Rede des Präsidenten des freiburgischen Staatsrates Herrn de Weck, der auf die zahlreichen Interessen allgemeiner Natur hinwies, die in beidseitigem Einverständnis und Wohlwollen erledigt werden. Herr Genieinderat de Gottrau brachte den Gruss der Gastgeber stadt. Der Zentralpräsident, Herr Dr. Mende, entbot im Namen des Clubs den Gastgebern die Gefühle des herzlichsten Dankes, um so mehr, als die Delegierten Versammlung erfolgreich abschloss und die Unter haltung am Vorabend wie während des Banketts den Aufenthalt der Delegierten zu einem recht angenehmen Feste gestaltete. Mit einem Toast auf die Frei burger Kantons- und Stadtbehörden und auf das Gedeihen der Sektion Freiburg beendete der Zentralpräsident seine Rede. Damit waren die beiden Clubtage im winterlich besonnten Freiburg zu Ende. Internationaler Grand Prix 1931. Der von der internationalen Sportkommission für nächstes Jahr ausgeschriebene Grand Prix 1931 wird nun mit ziemlicher Sicherheit zur Verwirklichung gelangen. Der französische Automobilchrb teilt mit, dass das Reglement für die am 21. Juli in Frankreich, am 12. Juli in Belgien, am 6. September m Italien und am 4. Oktober in Spanien durchgeführten Grand Prix in seinen wichtigsten Linien von den Präsidenten der Sportkommission der Automobilclubs von Frankreich, Italien und Belgien anerkannt worden ist. Nur noch Spanien steht in der Beantwortung aus. Das Gesamtklassement verfügt zusammen über eine Preissumme von 400.000 franz. Franken. Der Sieger erhält 150.000 frs., der Zweite 100.000 frs., der Dritte 75,000 fr., der Vierte 50,000 frs., der Fünfte 25,000. « Bliiebird III». Der neue Rennwagen, mit dem sich Malcolm Campbell im kommenden Frühjahr in Daytona wieder an den Weltrekord heranmachen will, geht seiner Vollendung entgegen. Wie wir schon mitteilten, wird er von einem 1400-PS Napier-Motor angetrieben. Verglichen mit dem «Silver- Bullet» Kaye-Dons, dessen Sunbeam-Motoren 4000 PS entwickelten, wird also der neue Wagen bedeutend schwächer sein. Trotzdem hofft Campbell die Geschwindigkeit Segraves, der den Weltrekord seinerzeit mit einem 2000-pferdigen Renner aufstellte, überbieten zu können. Theoretisch soll der « Bliiebird III» sogar eine Geschwindigkeit von 300 Stundetimeilen, also rund 480 Stundenkilometern zu entwickeln imstande sein. Die Reifen, die beim W r eltrekordversuch aufgezogen werden, kosten ein kleines Vermögen. Garantiert sind sie von der Fabrik für eine Lebensdauer von einer Minute bei einer Fahrgeschwindigeit von 300 Stundenmeilen. Der eigentliche Rekordversuch wird aber nur etwa eine Viertelminute dauern. In seiner bisherigen Rennpraxis hat Campbell herausgefunden, dass die grösste Gefahr bei hoher Fahrgeschwindigkeit durch ein auch nur momentianges Hinblicken auf das Tnsfrumentenbrett entstehen kann. Beim « B'ue Bird III» hat er desha'b eine Vorrichtung geschaffen, die eine KontroUe der Motortrnirenzah! und damit der Fahrgeschwindigkeit gestattet, ohne dass der Fahrer seine Aufmerksamkeit von der Fahrbahn abzulenken braucht. D : e Abre'se Cnmnbeüs mcb Amerika ist bereits auf den 14. Januar festgesetzt, -s. Benzinsteuer in Oesterreich. Die bisher von den Bundesländern wie auch von Wien erhobene Automobilabgabe, die nach Steuerpferdekräften bemessen ist, soll nun durch eine Bundes-Benzinsteuer und eine besondere Automobilabgabe ersetzt werden, dabei sollen die Länder durch Afrgabenantei'c vor Ver'usten geschützt werden. Nieder- Oesterreich soH bei diesen Abwbenteilunsren bevorzugt werden, weil seine Strassen durch den Verkehr von und nach der Stndt Wien besonders beansprucht sind. x.