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E_1931_Zeitung_Nr.003

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die ständig in der Laft

die ständig in der Laft liege. Sie geben zu, dass der Automobilist auch bei Anwendung der grössten Vorsicht den Gefahren auf dieser Strassenstrecke nicht mit Sicherheit auszuweichen vermöge. Das Verantwortungsgefühl verlange also unbedingt, dass entweder der Oberbau und Unterbau der Strasse durch eine neue, nach technisch einwandfreien Regeln erstellte Gelelseanlage ersetzt und an den gefährlichen Strecken verlegt oder korrigiert werden oder, was noch besser wäre, dass man die Geleise gänzlich aus der Strasse entfernt und die Strassenbahn durch ein anderes Traktionssystem ersetzt. In beiden Fällen wäre es geraten, gleichzeitig eine Instandstellung -und Verbreiterung der Strasse durchzuführen. Die Experten haben die Frage, welches Traktionssystem sich für die Strecke Thun- Interlaken am besten eignen würde, mit grösster Vorsicht geprüft. Auf die nähern Einzelheiten der Untersuchung werden wir bei späterer Gelegenheit zurückkommen. Es ist klar, dass jedes System seine Vor- und Nachteile hat. In Betracht kämen folgende Systeme: Der Benzin-Autobus, der Autobus mit Dieselmotor und der elektrische Trolleybus. Die gesamten Umbaukosten für 15 Omnibusse würden bei einer Umstellung vom Benzin-Omnibusbetrieb 1,148,000 Franken, bei Einführung vom Dieselomnibus 1.203,000, bei Uebernahme des Trolleybus-Systemes 1,480,500 Franken betragen. Die Experten sind nicht blind für die Nachteile des Omnibusbetriebes. Um das Geschäft nicht zu stark zu belasten, müsste bei der Finanzierung des Betriebssystems mit grösster Vorsicht vorgegangen werden. Sie schätzen das Aktienkapital, das für die Uebernahme des Omnibussvstemes nötig wäre, ungefähr auf Fr. 760,000 bis 830,000. Der grösste Teil des neuen Kapitals wäre in Subventionsaktien aufzubringen, deren Rendite nicht übermässig gross sein dürfte. Sie machen aber auch darauf aufmerksam, dass sich die finanziellen Ergebnisse wesentlich günstiger gestalten Hessen, falls die kantonalen Behörden das Mitführen von Personen-Anhängewagen, das vorderhand durch die Vorschriften des unsinnigen bernischen Dekretsgesetzes untersagt ist und deshalb in der Berechnung nicht berücksichtigt werden konnte, gestatten würden. W. Nationale Fremdenwerbung im Auslande. Der Gedanke der gemeinsamen Auslands» Propaganda für den Fremdenverkehr macht Schule. Wir erwarten nicht von vorneherein, dass die nach verschiedenen Richtungen arbeitenden Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbände staatlicher oder privater Natur von heute auf Morgen ihre recht verschiedenartigen Interessen unter ein gemeinsames Joch und unter eine gemeinsame Zentrale spannen. Was not tut, ist die Schaffung einer zentralen Studienkommission, wie sie von der Generaldirektion der S.B.B, angeregt worden ist und in Verbindung mit der schweizerischen Verkehrszentrale in Ausführung steht. Wir haben unsere Auffassung zu einer neutralen und gemeinsamen Fremdenverkehrspropaganda für die Schweiz im Auslande schon in Nr. 107 vom 23. Dezember näher umschrieben und speziell an der Studienkommission der Generaldirektion der S.B.B., die offenbar unser Landesinteresse repräsentieren soll, bemängelt, dass das Automobilwesen und das Flugwesen nicht genügend berücksichtigt worden sind. Die siebengliedrige Kommission, die nun aus Vertretern der Schweizerischen Verkehrszentrale, der S.B.B., der Sekundärbahnen, des Hoteliervereins und des Verbandes der Verkehrsvereine bestehen soll, genügt noch nicht dem umfassenden Landesinteresse, auch dann nicht, wenn der noch zu Eiswasser in arabischer Sprache bestellte, schloss sie, dass er in Kairo ansässig sein müsse und wartete auf die Fragen, die erfahrungsgemäss nun bestimmt kommen würden. Aber sie wurde enttäuscht. «Ich werde Sie nicht fragen, wie Ihnen Aegypten gefällt,» begann ihr Tischherr, «weil ich mir bewusst bin, dass Sie dieses Thema bereits gründlich mit jedem einzelnen meiner Landsleute erörtert haben werden.» Sie lachte: «Das ist richtig! Doch, ich werde es Ihnen trotzdem sagen: Ich ^eniesse jeden Augenblick meines Hierseins und den Sonnenschein finde ich einfach märchenhaft.» Ihr Nachbar blickte zum Strom hinüber, der in der Mittagsglut glänzte. «Ah... d r e Sonne!» murmelte er. «Das einzige, was pünktlich ist in Aegypten.» «Ist das nicht übertrieben? Sie sind ein Pessimist!» ernennende Präsident der Kommision, der mit dem Tourismus verwachsen sein soll, aber sowohl von den Kreisen des Automobilismus als auch von den Kreisen der S.B.B, unabhängig sein soll. Die Generaldirektion der S.B.B, hat sich, wie das aus einem Interview von Maurice Och mit Generaldirektor Dr. Schrafl ersichtlich ist, bereit erklärt, fortlaufend Experten mit beratender Stimme in den Dienst dieser Studienkommission zu stellen. Zu diesen Expertendiensten seien vor allem Vertreter des A.C.S., des T.C.S., des Aero-CIubs, der Postautolinien und der Dampfschifflinien heranzuziehen. Wenn auch diese Lösung einige Hoffnungen offen lässt, so darf man von ihr noch nicht volle Garantie für eine allgemeine und gerechte Vertretung der Landesinteressen im Verkehrswesen erwarten. Mit der früher beabsichtigten fünfzehnköpfigen Kommission wäre eine umfassendere Darstellung der verschiedenartigen Interessen eher möglich gewesen. Dass eine Kommission von sieben Mitgliedern besser arbeitet als eine solche von fünfzehn Mitgliedern, würden wir nicht ohne weiteres zu behaupten wagen. Eines steht für uns fest: Es kommt in erster Linie auf die Leitung der Kommissionen, speziell auf den Präsidenten an, der es verstehen muss, das Zünglein an der Wage widersprechender Interessen genau zu beobachten und zur richtigen Zeit mit dem Einsatz seiner Persönlichkeit zu lenken. Wir erwarten bestimmt, die Generaldirektion der S.B.B, werde ihre Initiative für eine zentrale Studienkommission (wir anerkennen voll und ganz die besonderen Verdienste der Generaldirektion an dieser Initiative) noch in der einen oder anderen Art erweitern, damit nicht nur die Interessen der S.B.B, mit denen der Schweizerischen Verkehrszentrale (die auch in starkem Masse Bahninteressen im Ausland vertritt) fusioniert werden, sondern auch allen weiteren Verkehrsinteressen gebührende Beachtunggeschenkt wird. Wir freuen uns aufrichtig über den bekundeten Willen für eine gemeinsame Auslandspropaganda, möchten aber gerade heute, im Stadium der Gründung der Studienkommission, noch unsere Vorbehalte anbringen, damit die Kommission mit «Volldampf» ihr Werk beginnen kann. La. S B. B. und Auto. Rationalisierung bei den S.B.B, schreitet -.. weiter. ~ ..-> a ';.. .s;-,^ In der Nr. 106 der « Automobil-Revuö-5 vom 19. Dezember 1930 ist unter Hinweis auf die Broschüre «S.B.B. und Auto» die Wunschbarkeit zum Ausdruck gekommen, die S.B.B, möchte vorerst im eigenen Hause Umschau halten über die Wirtschaftlichkeit ihres Betriebes, anstatt dem Autobetrieb»untragbare Erschwernisse aufzuhalsen suchen. Es ist in jenem Artikel die Starrheit des Arbeitszeitgesetzes bei den Eisenbahnen und die damit verbundene ausserordentlich hohe Betriebsausgabe gerügt worden. Nun ist ein von der Bundesbahnverwaltung erogesetzter Ausschuss von Sachverständigen in Funktion getreten zur Prüfung der Arbeitsverhältnisse in den Bahnhöfen und speziell auf den grösseren Güterexpeditionen. Bereits hat es sich gezeigt, dass eine Rationalisierung des Stückgutverkehrs unerlässlich ist, indem die Ausgaben für diese Beförderungsart die Einnahmen übersteigen. Es ist daher sofort eine neuzeitlichere Güterbeförderung und -Abfertigung für den Stückgutverkehr ins Auge gefasst worden, um das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben tunlichst herzustellen. Vorerst ordnet die Sachverständigenkommission der S.B.B, eine quantitativ erheblich gesteigerte Beanspruchung des Güterdienstpersonals an, wodurch mit einer Einsparung von «Ich nicht. Aber mein Freund Cradock, von dem dieser Ausdruck stammt, ist » «Cradock, sagten Sie?» «Ja, David Cradock. Sie kamen mit der («Äquatic» herüber — ich glaube, Frau Richborough sagte es mir. Nun, er fuhr mit demselben Schiff —» «Ich habe ihn kennengelernt,* gestand Joan zögernd. «Ein etwas — etwas sonderbarer Mensch, nicht wahr?» Der Engländer lächelte. «Ja, Cradock ist nicht gerade ein Damenfreund. Das ist sein Unglück. Aber er kennt die Aegypter !nund auswendig, ihre Seele, ihre Gebräuche, ihre Sprache, alle ihre Kniffe. Und wenn man sieht, wie er bei den Eingeborenen geachtet und beliebt ist, so beweist es, dass er ein ganzer Mann ist. Eingeborene finden das. mit ihrem Instinkt viel besser heraus, Cradock ist trotz seiner merkwürdigen Art eine Herrennatur.» «Das stimmt nicht recht zu einer Auskunft, die ich über ihn erhielt,» sagte Joan nach einer kleinen Weile. «War er nicht ma} in eine üble Affäre verwickelt?» Ihr Nachbar blickte rasch auf. «Wäre es indiskret, wenn ich Sie fragen würde, was Sie erfahren haben?» «Nur dass er keinen besonderen guten Ruf geniesst und dass er aus dem Staatsdienst entlassen worden sei wegen irgendeines AUTOMOBIL-REVUE 1931 - rund 100 Mann auf dem ganzen Netze gerechnet werden kann. Der Präsident der Generaldirektion S. B. B. sagte in seinein letzten Neujahrsgruss an das Personal, die Rationalisierung bei den S.B.B, sei noch nicht zu Ende. Daraus darf wohl gefolgert werden, die Sparmassnahmen werden sich nicht nur auf die äussern Betriebsstellen, sondern auch auf die zentralen Verwaltungsbureaux erstrecken, mit dem Ziel, den für die Leistungserzeugung- erforderlichen Aufwand auf ein angemessenes Niveau zu senken. Wi. Die Autostrasse in der Schweiz. Der nachstehende Artikel, der uns von dar Geschäftsführung dos Schweizer. Autostrassen- VGreines zur Verfügung gestellt wurde, befasst sich mit dem gegenwärtigen Stande der Bestrebungen zum Bau einer Hafraba-Strasse, und der Stellung des schweizerischen Autostrassenvereines zum Hafraba-Projekt. Mit der Vorbereitung eines Fernverkehrs-Strassennetzes (siehe in «A.-R.» 1) soll die Idee einer Hafraba nicht aufgegeben werden. Wann und wie wird aber der Gegensatz: «Hie Lötschberg — hie Gotthard!» aus der Welt geschafft? Red. «In Nr. 1 der «Automobil-Revue», Jahrgang 1931, befasst sich ein Artikel mit den Arbeiten des Schweiz. Autostrassenvereins. Der Artikel «Unser Fernverkehrstrassennetz» enthält einleitend einige Bemerkungen, aus denen der mit der Materie nicht vertraute Leser schliessen muss, dass die Idee einer Fortsetzung der Hafraba-Strasse durch die Schweiz aufgegeben worden ist. Dies ist durchaus nicht der Fall. Der Schweiz. Autostrassenverein, der ursprünglich zum Zwecke der Fortführung der Hafraba-Strasse durch die Schweiz gegründet wurde, steht ständig in Verbindung mit der Geschäftsleitung der Hafraba-Strasse. Seine Statuten verpflichten ihn, auch dem Bau reiner Autostrassen seine Aufmerksamkeit zuzuwenden und solche Projekte in technischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Beziehung zu prüfen. Dieser Standpunkt des Vorstandes des S. A. V. wurde in den Publikationen der Geschäftsleitung immer wieder betont. (Vergl. die Artikel «Automobilstrassen in der Schweiz?», Neue Zürcher Zeitung, Nr. 1970 vom 12. Okt. 1930 und « Nochmals Autostrassen in der Schweiz», Neue Zürcher Zeitung, Nr. 2460 vom 14. Dez. 1931.) In bezug auf die Hafraba-Strasse wurde in dem letzten Artikel in der N. Z. Z. gesagt: «Als erstes grosses Projekt einer ausländischen Autostrasse ist — neben den italienischen Autostrassen — das Projekt der Hafraba-Strasse aufgetaucht. Es wird unsere Aufgabe sein, aufmerksam die Arbeiten der Hafraba zu verfolgen und rechtzeitig v eine Anschlussmöglichkeit an diese Nord-Südstrasse zu studieren. Diese Aufgabe wird der S. A. V. zu gegebener Zeit in Angriff nehmen. Es besteht die Gefahr, dass das Ausland die Schweiz umgeht, wenn wir nicht unsern Willen bekunden, für eine bestmögliche Verkehrsdurchleitung die Hand zu bieten.» Diese Gefahr der Umgehung unseres Landes durch internationale Autostrassen ist tatsächlich da, wenn es uns nicht gelingt, das Ausland davon zu überzeugen, dass auch die Schweiz am Bau solcher Strassen ein Interesse hat. Die Hafraba-Strasse z. B. könnte statt über Basel und die Schweiz auch über i Mannheim - Stuttgart - Ulm - München geführt werden, im Anschluss an eine projektierte Nord - Südstrasse Berlin - Leipzig - München - Rom. Jedenfalls liegen ernsthafte Projekte für eine solche Linienführung vor, und es wird davon abhängen, welche Stellung die Schweiz zum Problem der reinen Autostrasse einnimmt. Das Hafraba-Projekt liegt heute in baureifen Plänen vor. Seine Ausführung ist eine Frage rechtlicher und finanzieller Natur. Was die rechtliche Voraussetzung des Baues anbelangt, so besteht sie in einer günstigen Lösung der Gebührenfrage. Skandals mit einer Frau!» Das Gesicht des Engländers nahm einen harten Ausdruck an. «Ich hätte das wohl nicht sagen sollen,» fügte sie rasch hinzu. «Vielleicht ist er Ihr Freund?» Ihr Nachbar nickte. «Schon seit vielen Jahren!» «Oh! Verzeihen Sie » «Bitte! Woher sollten Sie denn das wissen? Aber wenn Sie wollen, erzähle ich Ihnen Cradocks wirkliche Geschichte. Es gibt nicht viele Leute in Aegypten, die sie kennen. Leider scheint es aber einige zu geben, die noch immer bereit sind, einem Wehrlosen einen Tritt zu versetzen, wenn er am Boden liegt. Hören Sie also! Vor zwölf Jahren war Cradock Sekretär bei der Britischen Agentur in Kairo, wie man die Residentschaft damals nannte. Er war erst 23 Jahre alt und es war sein erster Aufenthalt im Orient. Eine blendend schöne, ausländische Dame verbrachte hier den Winter und der junge Cradock verliebte sich in sie. Sie war ein verführerisches Weib, aber etwa zwei Jahre älter als David und «ine geschiedene Frau. Ich tat mein möglichstes, um den Burschen zur Vernunft zu bringen, Ein von einer Anzahl Parlamentarier, unter der Führung von Reichsverkehrsminister a. D. Koch-Weser, eingebrachter Antrag im Reichstag beabsichtigt, eine Ergänzung des Finanzausgleichsgesetzes herbeizuführen. Die rechtl. Schwierigkeiten für den Bau einer Autostrasse in Deutschland sollen durch Einführung eines § 13 a beseitigt werden. Dieser Artikel lautet: «Länder, Provinzen, sowie Unternehmungen, in deren Verwaltung die Länder und Provinzen zur Wahrung öffentlicher Interessen vertreten sind, können für die Benutzung ausschliesslich dem Kraftfahrzeugverkehr gewidmeter und für seine Bedürfnisse mit besondern Einrichtungen versehener Wege (Autobahnen) Entgelt erheben. Dem Reich steht das Recht zu, diese als Ganzes mit allem Zubehör und allen damit verbundenen Rechten und Pflichten zu übernehmen.» Von der Annahme dieses Gesetzesparagraphen hängt der Bau der Hafraba-Strasse neben der Finanzierung ab. Die Vereinigung «Hafraba» ist von der Verwirklichung ihres Planes fest überzeugt und glaubt trotz der Wirtschaftskrise in Deutschland das Kapitel für den Bau der Strasse aufbringen zu können. Reichsminister a. D. Giesberts sagte in einem kürzlich gehaltenen Vortrag vor den Mitgliedern der Hafraba: «Erst recht in der Zeit der Not müssen wir für alle Projekte Propaganda machen, die der Hebung des Verkehrs und der Förderung der Wirtschaft dienen.» An diesem Optimismus sollte man sich auch bei uns ein Beispiel nehmen. Jedenfalls wird der schweizerische Autostrassenverein nicht versäumen, neben dem zunächst erforderlichen Ausbau des schweizerischen Fernverkehrsstrassennetzes auch dem Bau reiner Autostrassen, und speziell der Hafraba- Strasse, seine volle Aufmerksamkeit za schenken. Verkehrsprojekte müssen unter einem weiten Gesichtswinkel betrachtet werden. Für den zukünftigen Verkehr arbeiten, heisst aber der reinen Autostrasse den Weg bereiten. Vereinfachung der bernischen Führerbewilligung. Auch das Strassenverkehrsamt des Kantons Bern gibt seit dem 1. Januar vereinfachte Führerbewilligungen aus. Der Entschluss ist unabhängig und ohne Kenntnis der zfircherisehen Bestrebungen gefasst worden. Das äussere Format der Bewilligung ist dasselbe geblieben, da das bernische Strassenverkehrsamt in dieser Beziehung keine freie Hand hatte. Art. 14 des Konkordates über eine einheitliche Verordnung betreffend den Verkehr mit Motorfahrzeugen und Fahrrädern von 1914 schreibt nämlich vor, dass die Fahrbewilligung für alle Kantone auf einem einheitlichen durch das Departement des Innern in Form eines Heftchens festgesetzten Formular ausgestellt werden muss. Es wäre also Sache des Departements des Innern, für sämtliche Konkordatskantone FührerbewHligungen in Form von einfachen Karten, wie sie schon in mehreren Ländern und bei uns im Kanton Genf in Gebrauch stehen. Immerhin bedeutet die neue Fahrbewilligung des Kantons Bern einen wesentlichen Fortschritt gegenüber den früher ausgegebenen Heftchen. Die Bestimmungen des Konkordates von 1914, die verschiedenen Dekrete und Verordnungen, die früher einen festen Bestandteil der Führerbewilligung bildeten und neun Zehntel des Textes ausmachten, sind mm, und zwar nur noch in einer. Sprache, 1n einem besondern, grün eingebundenen Heftchen zusammengefasst worden, das lose in den Einbanddeckel der Führerbewillierung eingeschoben ist und also zu Hause gelassen werden kann. Auch der Hauptteil der Bewilligung ist vereinfacht worden. So sind z. B. die kom- aber er blieb starrköpfig. Er wollte die Person heiraten, denn er war sicher, dass er niemals wieder eine Frau so lieben könne — und,» die Augen des Sprechers wurden sanft — «es scheint mir jetzt, als hätte er die Wahrheit gesprochen. Dann kam das Unglück. Eine geheime Nachricht aus der Residentschaft wurde am Baumwollmarkt zur Beeinflussung der Kurse verwertet. Lord Kitchener, damals britischer Resident, Hess Nachforschungen anstellen;' die Spur führte über einen syrischen Makler zu einem reichen Aegypter und von da schliesslich zu Cradocks Freundin. Die Information war streng vertraulich gewesen und das Schicksal wollte es, dass ausgerechnet Cradock das betreffende Chiffretelegramm entziffert hatte. Es scheint, dass die gefährliche Frau dem unerfahrenen Jungen tatsächlich suggeriert hatte, sich als heimlich «verlobt» zu betrachten. Sie gab vor, seine Sorgen, seine Arbeit, seine Interessen, sein ganzes Leben mit ihm teilen zu wollen und bei einem solchen Gespräch muss ihm jene kleine, wichtige Nachricht entschlüpft sein. (Fortsetzung im «Autler-Feierabend».)

N° 8 — 1931 AUTOMOBIL-REVUE pltzierten vorgedruckten Rubriken für die jährlichen Erneuerungen fallen gelassen worden. Die Erneuerungen werden jetzt einfach von Hand in dazu bestimmte leer© Kolonnen eingetragen. Als sehr begrüssenswerte Neuerung ist zu erwähnen, dass nun nicht mehr für jede Fahrzeugart ein besonderes Büchlein ausgehändigt wird, sondern später erworbene Bewilligungen für eine andere Kategorie von Motorwagen in die ursprünglich ausgegebene Führerbewilligung als Erweiterung der Fahrbewilligung eingetragen werden. Die bernische Führerbewilligung umfasst nun, nach Entfernung des 66 Seiten starken Heftchens mit den Vorschriften über den Strassenverkehr, bloss noch acht Seiten. Es bleibt immerhin zu hoffen, dass das Departement des Innern dem guten Beispiel der Strassenverkehrsämter der Kantone Bern und Zürich, die sicherlich noch viel weiter gegangen wären, wenn sie nicht durch die Bestimmung des Art. 14 des Konkordates gebunden sein würden, folgen und entsprechend unserer Anregung eine ganz einfache, zweckmässige Führerbewilligung in Form einer Karte, wie sie schon zu besitzen die Genfer das Glück haben, einführen wird. W. Beendigung des Ausbaues der Walliser Kantonsstrasse. Der Kanton Wallis steht vor dem Abschluss eines gewaltigen Strassenbaues. Seit drei Jahren wurde ausdauernd an der Vollendung der Walliser Kantonsstrasse in der Ebene gearbeitet, um sie von einer mangelhaften und unzweckmässigen Strasse zu einer Verkehrslinie von erster Bedeutung für den grossen internationalen Verkehr auszugestalten. Noch vor drei Jahren bot sich die Walliser Kantonsstrasse in einem nicht sehr erfreulichen Zustande dar. Kurze, mangelhaft bitumierte Strassenstrecken wechselten mit staubigen, unregelmässigen Strecken ab. Die Behörden taten für den Unterhalt der Strasse ihr möglichstes, um sie wenigstens in stets fahrbarem Zustande zu halten. Der mit der wachsenden Verbreitung des Motorfahrzeuges ansteigende Verkehr setzte jedoch, im gleichen Masse wie die Anstrengungen der Walliser Behörden wuchsen, der Strasse zu, so dass die ganze Strecke von St. Qingolph bis Brig infolge ihres allen modernen Bedürfnissen des Strassenverkehrs widersprechenden Zustandes stets mangelhaft blieb. Das Wallis wird jedoch bekanntlich vom grossen Touristenstrom mit Vorliebe besucht, und um sich die Gunst des autofahrenden Besuchers nicht zu verscherzen, beschloss die Walliser Regierung den dringlichen Ausbau ihrer Kantonsstrasse. Technische Schwierigkeiten stellten sich den Behörden keine entgegen; die Hindernisse beschränkten sich lediglich auf die Frage der Finanzierung dieser Ausbauarbeiten. Es stand von vorneherein fest, dass der radustriearme Kanton, dessen Finanzen keine grossen Seitensprünge erlauben, nicht ohne •weiteres den Strassenausbau als dringende Angelegenheit in das gewöhnliche Staatsbudget aufnehmen konnte. Die Regierung beschloss trotz allen Hemmnissen, das Geld für den raschen Ausbau auf dem Wege der besonderen Kreditbeschaffung flüssig zu machen. Das durch das Kantonsdepartement für Öffentliche Arbeiten studierte Finanzprojekt wurde 1928 dem Grossen Rat vorgelegt und darauf dem Volke, beidemal wurden die Vorschläge akzeptiert. Auf diese Weise erhielt man die gewünschten Baukredite, die im Laufe von drei Jahren durch die Ausbauarbeiten aufgezehrt wurden. Die Summen wurden folgendermassen verteilt: Für 1928: 1.050.000 Fr. » 1929: 700.000 » » 1930: 800.000 » Ueberschreitungen fanden keine statt» Ohne einen Tag zu verlieren, wurden die Arbeiten in Angriff genommen und dank der Energie, mit der sie durchgeführt wurden, präsentiert sich nun zu Ende des Jahres 1930 die Walliser Kantonsstrasse in ausgezeichnetem Zustande. Noch bleiben einige kleinere Teilarbeiten auszuführen, u. a. die Ueberschreitung des Wildbaches von St. Bartelemy; die Hauptarbeiten indessen sind beendet und steilen der Energie und dem guten Willen, der Regierung des Kantons Wallis ein ehrendes Zeugnis aus. Wer heute auf der 120 km langen ausgebauten Strecke von St. Gingolph nach Brig mit dem Auto fährt, wird mit freudiger Genugtuung eine vorzüglich instand gestellte Strasse antreffen, die allen Bedürfnissen des modernen Verkehrs entspricht. Die Strassenbreite beträgt im Minimum sechs Meter, alle Niveauübergänge sind durch Ueberführungen ersetzt worden, die Uebersichtlichkeit wurde stark erhöht, gefährliche Kurven entfernt Sternfahrt nach Riga abgesagt Die auf Mitte Januar angesagte internationale Sternfahrt nach Riga musste, wie nun reichlich spät bekannt wird, wegen Mangel an Meldungen abgesagt werden. Die Sternfahrt nach Riga verfolgte den spekulativen Zweck, möglichst viele Teilnehmer an der Sternfahrt nach Monte Carlo zuerst nach Riga zu locken. Die gegenwärtigen Verhältnisse spielten indessen der Absicht des Automobil-Clubs von Riga einen bösen Streich; während das letzte Jahr Riga und Königsberg die beliebtesten Startorte für Monte Carlo waren, hat sich die Bedeutung dieses Jahr auf Stravanger verlegt Diese merkwürdig scheinende Verschiebung hat ihre Hintergründe. Die deutsche Krise verhinderte manchem Fahrer die Teilnahme und so blieben alle jene deutschen Teilnehmer aus, die sonst von ihrer Heimat aus wohl Riga mit ihrem Besuche beehrt hätten. po. Europa-Bergmeister Stuck fährt 1931 für Mercedes-Benz. Der Europa-Bergmeister Hans Stuck, der bisher mit seinen Projekten über die nächstjährige Rennsaison nicht an die Oeffentlichkeit getreten ist, wird nun nach einer überraschenden Meldung nach fünfjährigem Vertragsverhältnis mit Austro- Daimler sich in aller Freundschaft von dieser Firma trennen, deren Wagen in den letzten Jahren durch Stuck von Erfolg zu Erfolg geführt werden. Stuck verpflichtete sich der Firma MeroedesrBenz; im Gegensatz zu Caracciola, der für Mercedes weiter in der Siportwagenkategorie startet, wird Stuck nur in der Kategorie Rennwagen fahren. Nur in Langstreckenrennen für Sportwagen, bei denen ein Fahrerwechel inbegriffen ist, wird Stuck mit Caracciola zusammen eine Mannschaft bilden. Mercedes- Benz dürfte mit dieser Vereinigung einer erfolgreichen Rennsaison entgegengehen. Das Team Caracdola-Stuck wird jedenfalls Deutschland an den internationalen Autosportveranstaltungen als gefährliche Equipe vertreten. bo. und die Signalisation in gewissenhaftester Weise durchgeführt. bo. Verkehr auf den Berner Brücken. Dem bernischen Stadtratspräsidenten ist zur Unterbreitung vor dem Stadt- und Gemeinderat von Dr. Anliker folgende Interpellation zugegangen: « Der Gemeinderat wird eingeladen, Auskunft zu geben über die vorbereiteten und zu treffenden Massnahmen zur Sicherung des Fussgänger- und Fahrverkehrs auf der Kirchenfeld- und der Kornhausbrücke. » — Im Zusammenhang mit dem Unfall auf der Kirchenfeldbrücke teilt der Regierungsrat des Kantons Bern mit, dass er sich schriftlich an den Gemeinderat der Stadt Bern mit dem Ersuchen gewandt hätte, die Polizeiorgane zu instruieren, dass alle für den Automobilverkehr bestehenden Vorschriften strikte angewendet und beobachtet werden müssen. Und das Gussgeländer und die Randsteine — werden sie sich nun auch anders verhalten ? x. Sportnachrichten* Ein deutsches Privatfahrer-Bugatti-Team. Die drei-erfolgreichen deutschen Sportfahrer E. G. Burggaller, Hermann Prinz zu Leirangen und von Morgen schlössen sich zu einem Bugatti-Privatfahrer-Team zusammen, um auf diese Weise die grossen Rennen bestreiten zu können. Die drei Fahrer erhoffen, durch ihren Zusammenschluss Verbilligung der sonst ausserordentlich hohen Organisationskosten zu erzielen, da sie nun in Zukunft Spedition, Montage, Brennstoff-, ölund Reifenbeschaffung gemeinsam durchführen v können. Internationale Autosportwoche in Budapest. Anlässlich der internationalen osteuropäischen Automobilausstellung in Budapest veranstaltet, wie wir in Nr. 93 meldeten, der Königlich-Ungarische Automobilclub in der Zeit vom 28. März bis 6. April eine internationale Autosportwoche, für die nun folgendes Programm festgelegt wurde : 28. März : Eröffnung der Ausstellung; 3. April: Ankunft der Teilnehmer an der internationalen Sternfahrt nach Budapest; 4. April : Schönheitskonkurrenz und Korsofahrt historischer Wagen; 5. April : Grosser Preis von Ungarn für Motorräder; 6. April : Internationales Automobilrennen um den Grossen Preis von Ungarn ; 9. April : Rekordtag für Automobile und Motorräder (fliegender Kilometer). Die Projekte Etancelins. Der Sieger des letztjährigen Grossen Preises von Frankreich, der vielversprechende junge Philipp Etanoelin, orientierte einen Sportsjournalisten in einem Interview über seine Absichten für die nächste Rennsaison. Etancelin wird voraussichtlich als unabhängiger Privatfahrer die grossen Rennen bestreiten, als erstes der neuen Saison wird er den Grossen Preis von Schweden vom 22. Februar ausfahren. Ueber seine Meinung über das Reglement des Internationalen Grossen Preises befragt, der über vier Rennen von je zehn >- Stunden Dauer ausgetragen werden soll, äusserte sich Etancelin in ablehnendem Sinne. Er sieht im Reglement eine Benachteiligung der unabhängigen Fahrer, nach seiner Ansicht ist die ständige volle Beanspruchung eines einzelnen Fahrers über 10 Stunden zu gross. •' Der c Goldene Pfeil» als Ausstellungsobjekt Der Rekordwagen des toten Segrave, « Goldener Pfeil», dient der englischen Industrie als willkommenes Ausstellungsobjekt. Der Wagen machte durch alle grösseren englischen Städte die vielbeachtete Runde, dann wurde er vom Fabrikantenverband nach Barcelona gesandt, um von dort aus nach Australien verschickt zu werden. Der Wagen kehrt jetzt von Neuseeland wieder nach London zurück, um von hier aus nach Buenos-Aires spediert zu werden, wo er wieder ausgestellt werden soll. Von da aus wird mit dem Wagen eine Reise nach Südafrika unternommen, Vorauf das historische Vehikel endgültig im Londoner Wissenschaftlichen Museum nach Absolvierung einer Reise von ca. 50,000 km Aufstellung finden soll. bo. Das Weltrekordauto. In den letzten Tagen stellte man in England eingehende Versuche zur Montierung des « Blauen Vogels > an, mit dem Kapitän Malcolm Campbell in Daytona Beach den Rekord des verunglückten Majors Segrave-brechen will. Der 12-Zylinder 1400 PS ist, obgleich er zweimal so stark ist wie die Lokomotive eines Expresszuges, nur 1,50 Meter lang und 90 Zentimeter breit. x. Der « Segrave-Erinnerungspreis». Die in unserem Blatte erwähnte Sammlung für einen « Segrave-Erinnerungspreis » konnte nunmehr abgeschlossen werden. Der Preis steht jedem britischen Untertanen zu, der auf dem Lande, auf dem Wasser, oder in der Luft die bemerkenswerteste rnotorsportlich© Jahresleistung vollbringt. Für den Preis stellte man aus der Sammlung 25,000 Fr. zurück. Der Rest wird für die Beschaffung von Denkmünzen verwendet, die mit dem auf je ein Jahr verliehenen Preis verteilt werden, und zwar auch an diejenigen Personen, die dem Preisgewinner bei der Durchführung seiner sportlichen Höchstleistung behilflich waren. Die Verwaltung des Preises liegt in. den Händen des Königlich-Englischen Automobilclubs, bo. Automobihvoche im Bad Homburg. Das diesjährige Automobilturnier im Bad Homburg wird vom 9.—12. Juli 1931 durchgeführt werden. Die Organisation ist dem Frankfurter Automobil club und der Kurverwaltunig Bad Homburg übertragen worden. Jeder Fahrer, der eine internationale Fahrlizenz besitzt, ist für die verschiedenen Einzelveranstaltungen des Turniers startberechtigt. Alfa Romeo in Frankreich. Der erfolgreiche Alfa Romeofahrer Zehender, der als Dienstchef für Alfa Romeo in Frankreich weilt, erklärte, das seine Firma für die nächste Sportsaison Teilnahme an allen grössern französischen Autoveranstaltungen beabsichtige. Als erster Fahrer und Rennchef wurde Zehender ernannt. bo. Die französische Autofirma S.A.R.A., die Automobil© mit luftgekühlten Motoren herstellt, meldet für 1931 ebenfalls Beteiligung an der internationalen Sportsaison. Die Fabrik will sich mit einem neuen luftgekühlten Sechszylindermodell von 2000 cem Inhalt und drei Vergasern beteiligen. Autowoche von Compiegne. Der A.C. de l'Ile-de-France veranstaltet Ende Juni dieses Jahres ein grossangelegtes Automobil-Meeting in Compiegne. Das Programm sieht unter anderm einen Rallye Paris-Compiegne und verschiedene Rennveranstaltungen vor. Internat. Sportkalender 1931. Januar. 16.—21.: Sternfahrt nach Monaco. 24.: Bergrennen vom Mont des Mules (Prankreich). Februar. 22.: Rundstreckenrennen In Schweden. März. 15.: VII. Grosser Preis von Tripolis. 22.: Turbie-Bergrennen (Frankreich). 29.: III. Grand Prix von Tunis. April 6.: Grosser Preis von Casablanca (Frankreich). 6.: Grosser Preis von Ungarn. 12.: Mille Mifllia. 19.: III. Grosser Preis von Monaco. 26.: VIII. Rundstreckenrennen In Alessandria (Bordino-Preis). Mal. 3.: VII. Rundfahrt um Sizilien. , 10.: XII. Targa Florio. kJ