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E_1931_Zeitung_Nr.007

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N" 7 Pumpen für die Brennstofförderung werden im Apparateraum mittels Druckknopfsteuerung ein- und ausgeschaltet. Die Brennstoffleitungen führen vom Apparateraum zur Brücke empor und hier zu den vier Zapfschläuchen. Damit bei Stromunterbrechung nicht die gesamte Tankanlage stillgelegt wird, ist eine besondere Notzapfstelle mit Förderpumpe für Handbetrieb vorgesehen. Eine besondere Pumpe dient ausserdem zum Herauspumpen der in den Behältern sich ansammelnden Wasser und sonstigen Brennstoffrückstände. Die Lagerung der groissen Brennstoffmengen erforderte natürlich besondere Vorkehrungen, um die Anlage gegen Brandgefahr zu sichern. Entsprechend den behördlichen Bestimmungen wurden sämtliche Lagerbehälter isoliert und geerdet. Bei Brandgefahr setzen automatische Ausschalter, die zu beiden Seiten der Tan'kbrüoke angeordnet sind, die Elektromotoren der Brennstoffpumpen selbsttätig ausser Betrieb. Es wurde bereits ausgeführt, dass die Pumpen von dem diensthabenden Beamten der Tankanlage innerhalb des Apparateraumes mittels DruckknopfsteueTung ein- und ausgeschaltet werden. Ausserdem befindet sich eine Reserveschaltung im Hof zu beiden Seiten des Turmes, damit im Noitfallile die Anlage auch von diesen Stellen aus ausser Betrieb gesetzt werden kann. Der Boden hat an den Zapfstellen etwas Gefälle, damit aus Unvorsichtigkeit verschüttete Brennstoffe von selbst abfliessen können. Das Tropfbenzin sammelt sich in einem unterirdischen Behälter. Gefüllt werden die Vorratsbehälter aus den bekannten Strassentankwagen, wobei der der Gefahr des Vergessens der Freigabe der Zirku- gerechnet werden muss. Günstiger ist derWagen im Beisein eines Kontrolleurs vorzuführen bis die Herren zurückkommen. Das Anerbieten, den Brennstoff mit natürlichem Gefälle in dielation Thermostat oder Kühlwasserregler, der auf thermischem Wege dem Kühlwasser die Bahn mehr oder unterirdisch gelagerten Behälter fliesst. Die Messung der jeweils durch einen Strassentankwagen zugeführten Mengen erfolgt in das Wasser in der Gegend des Thermostaten wär- weniger freihält. Wird durch den Lauf des Motors sehr einfacher Weise derart, dass zunächst mer, so dehnen sich im Innern desselben bestimmte Teile aus empfindlichen Metallen aus und geben der gefüllte Wagen und nach der Abfüllung dem Wasser eine grössere Oeffnung zur Zirkulation frei. Sinkt die Temperatur, so ziehen der geleerte Wagen gewogen wird. E. T. sich T««f> Antwort 7782. Reifenanstrich. Zuschriften weitergeleitet. Red. Frage 7789. Vorrichtung gegen Shimmy. Gibt es mechanische Apparaturen, die eine Festigung der Steuerorgane gegen Fibrieren bei grösseren Geschwindigkeiten bewirken und den sogenannten « Shimmy » beseitigen ? P. F. in B. Frage 7790. Regulierung der Kuhlwirkung. In •welcher Weise lässt sich die Kühlwirkung am besten den veränderten Verhältnissen anpassen und •wie funktioniert- ein Thermostat, der bei den Kühlsystemen immer mehr zur Anwendung kommt? P.O.inK. Antwort: Schwankende Anforderungen an das Kühlsystem werden durch das Gelände, durch die Geschwindigkeit und durch die Aussentemperatur verursacht. Nimmt man eine konstante Menge von Kühlwasser an, so bleiben die Möglichkeiten zur Regulierung: 1. den Kühlwasserumlauf rascher oder langsamer zu gestalten, und 2. die Kühlerjalousie mehr oder weniger zu öffnen. Das Aushängen oder Entspannen des Ventilators wird man nur bei ganz kalter Witterung vornehmen. Am sichersten und am feinsten ist die Regulierung des Kühlwasserumlaufes durch einen Thermostaten. Der Auftrieb des warmen Wassers allein genügt nur für gröbere Regulierung. Der Kühlwasserumlauf Hesse sich auch durch eine Drosselklappe unterbrechen, wobei aber, mit diese Metalle wieder zusammen und verschliessen bei einem bestimmten Minimum an Temperatur den Wasserdurchlass. Unsere beiden Abbildungen zeigen zwei verschiedene Systeme von Thermostaten unter den zahlreichen bewährten Konstruktionen. go. II. Antwort 7764. Kann ein körperlich Invalillder auch Auto fahren? Diese Frage darf ruhig mit ja beantwortet werden. Es ist nicht einzusehen, warum einem Invaliden dieses neuzeitliche Fahrzeug vorenthalten werden soll, um so weniger, da . ja für einen solchen. Menschen ein Bedürfnis Iiiefür am meisten vorhanden*ist. : '~- *.-**.-. Die Errungenschaften in der Aütomobiltechnik sind heute soweit vorgeschritten, dass sogar Wargen gebaut werden, welche einzig nur mit den Händen bedient werden können, und zwar mit einer solchen Sicherheit, dass das Gefahrenmoment fast eher geringer ist als bei einem Normalauto. Im Ausland sind denn auch schon eine ganze Menge solcher Wagen mit Spezialgetrieben für Invalide im und sämtliche verlangten Manöver, mitzumachen, wird nicht akzeptiert. Ein Weigern, den Wagen in die Hände der Polizei, auszuliefern, wird geahndet mit Entzug der Fahrbewilligung (thurgauische) und muss laut Aussago eines st. gallischen Polizeikorporals die Fahrprüfung zur Erlangung der Fahrbewilligung, neuerdings und auf eigene Kosten gemacht werden. Ich möchte nun anfragen: I. Ist ein Fahrer verpflichtet, den Wagen der Polizei auszuliefern, wenn er sich anerbietet, sämtl. verlangten Manöver unter Aufsicht auszuführen, d. h. den Wagen in aller Form vorzuführen. II. Dürfen st. gallische l'olizeiorgane eine thurgauische Fahrbewilligung kassieren und wie oben angeführt, neuerdings Fahrprüfung verlangen? Antwort: Gemäss Art. 2 uff. des Autokonkordates ist ein Motorfahrzeug vor seiner Zulassung zum Verkehr durch Experten auf die Betriebssicherheit seiner Anlagen zu prüfen. Diese Prüfung kann aber wegen der Abnützung der Anlagen nur einen zeitlich beschränkten Wert haben. Doshalb führen einzelne Kantone von Zeil zu Zeit besondere Kontrollen durch, z. B. Bremskontrollen. Diese Prüfung über den Betriebszustand des Wagens ist im Interesse der Verkehrssicherheit geboten. Diese Recht ergibt sich bereits aus den vorzitierten Artikeln des Konkordates. Es wird aber z.B. in den Ausführungsbestimmnnsen des Kantons Verkehr. Man wird infolgedessen auch in derBern zum Autokonkordat (Dekret vom 24. November Schweiz dazukommen, je länger je mehr derartige 1927, Art. 2 a) noch ausdrücklich statuiert, dass Fahrzeuge zuzulassen. Es ist übrigens der Nachweis schon längstens erbracht, dass die meisten tet sei, soiu Fahrzeug in betriebssicherem Zustande der Inhaber eines Motorfahrzeuges stets verpflich- und schwersten Unfälle arri wenigsten etwa durch zu erhalten, was eigentlich selbstverständlich ist. körperlich schwächliche oder beschränkte Fahrer, Die Kontrolle über den Zustand des Fahrzeuges sondern in der Regel von einwandfreien Personen verursacht werden. Selbstverständlich kann es ja vorkommen, dass auch einem Invalidenfahrer ein Unfall passieren kann. Aber die Mentalität der Behörden und Geiichtsinstanzen ist heutzutage derart, dass sie sehr wohl zu unterscheiden vermögen, was ein Zufallsunfall und ein geflissentlich verschuldeter Unfall ist. Bei der Erteilung eine» Bewilligung für Invalidenfahrzeuge ist natürlich Bedingung, da^ss sowohl das Fahrzeug, wie auch der Fahrer, alle die Voraussetzungen erfüllen, wie es die jeweiligen Umstände erfordern. Vor allem muss der Fahrer seinen Wa-gen gründlich kennen und beherrschen und alle vorkommenden Hebelbewegungen sowie sonstigen Verrichtungen ebenso rasch vollführen können, wie dies von einem Normalfahrer auch verlangt wird. Wenn alles dies zutrifft, so wird gewiss jede einsichtige Behörde derartige Gesuche wohlwollend prüfen. Auskünfte über die Herstellung solcher Spezialautos sind in allen grösseren Garagen, in Automo- kann auf verschiedene Arten vorgenommen werden: a) Die Kontrolhnannschaft führt selbst, trägt dann aber auch die Verantwortung für allfällige während dieser Fahrt eintretende Schäden, sofern von der Kontrolle nicht tlur Nachweis erbracht werden kann, dass der Schaden schon vor der Uebernahme des Wagens bestanden hat oder in Entstehung begriffen war und bei ordnungsgemässer Benützung des Fahrzeuges eintreten musste. b) Die Kontrolle lässt den Inhaber die Manöver ausführen und fährt mit. Für allfällige Schäden haftet dann der Führer. Bei Widcrhandlungen gegon die Vorschriften des Autokonkordates kann der Strafrichter desjenigen Kantons, in welchem die Widorhandlung stattgefunden bat, bei mehrfachen oder besonders schworen Verfehlungen dio Fahrbowilligung des eingeklagten Autolenkers für das ganze Konkordatsgebiet zeitweilig oder für immer entziehen. Was schwere Verfehlungen sind, wird durch die Praxis der Gerichte festgestellt. Dahin gehören z. B. grob fahrlässiges Verhalten, welches die Tö- bil- oder Zahnradfabriken erhältlich. F E. in B. tung von andern Stiassonbenützern zur Folge hat, ferner, wenn der Automobilist nach einem Unfall« $•» sich unerkannt aus dem Staube zu machen .sucht, oder Fahren in angetrunkenem oder betrunkenen» Zustande. Anfrage 980. Prüfung der Verkehrssicherheit Wenn nun ein Fahrer den Polizeiorganen verwehrt, sein Fahrzeug auf den Zustand der Betriebs-* von Motorfahrzeugen. Im Kanton St. Gallen hält die Polizei zwecks Wagenkontrolle (Bremsen etc.) Sicherheit zu prüfen, so muss das als eine Widersetzlichkeit gegenüber diesen Organen gewertet den Fahrer an, wie mir ein Bekannter mitteilt, befehlen: «Aussteigen», und setzen sich ans Steuer werden. und fahren los, der Eigentümer kann nun warten, Ein gewissenloser Fahrer könnte auf dies» Weise verhindern, dass die Behörden erfahren, sein Fahrzeug sei im höchsten Grade verkehrsge« fährlich. (Z. B wegen ganz ungonügouder Bremsen, oder mangels richtiger Beleuchtung.') Solche Widersetzlichkeit kann als eine schwer« Verfehlung des Fahreis bewertet worden, und dp? st. gallische Richter könnte, soforn er es als .den. Umständen angemessen orachfot. auch eine thurgauische Fahrbewilligung entziehen. Gewöhne dich daran, die Strasse auf weite Distanz zu überblicken. Verwende die volle Aufmerksamkeit auf die Fahrbahn und hüte dich, auf die Seite zu sehen, besonders, wenn dich ein Fahrgast auf etwas aufmerksam macht. Auch während des Schaltens darf dia Aufmerksamkeit nicht von der Fahrbahn ab* gewendet werden. Verdecke Ueberzüge Teppiche CAROSSERIE SPEftGLERE! SATTLEREI Polsterung Seitenteile Kühlerdecken enorme Vorteile /eicht, solid u. geräumig KuMverdzck D.fiß Gelouvert SEITZ & Ca. Karosseriewerke, Kreuzungen | Berücksichtigt die Inserenten dieses Blattes CHRYSLER 70 cond.wt., 5pl., 4 portes, parlait 6tat WILLTS-KNIGHT läCV,cond.int.,tres peu ronli »~ FALCON-KNIGHT 13 CV, cond. inu, 6 pl., 6t*t de neut - P0NT1AC neuve, 5 plaees.. » M « « « Frg.8800.- Fri.3800.- Fn.8600.- CADILLAC 8eyUndres,6places,trespeuroTil6 > M M m American-Garagc, Geneve RUE DE L'ANCIEN-PORT 4 LANCIA-LAMBDA 2CV.6 places ••«•••••••MM**** Fr». 7500- FTI.7000.- baspris Automobile A vendre faute d'emploi CONDUITE INTE- RIEURE, modele 1926, transformable en commerciale avec porte arriere. S'a'dresser ohez 48308 G. Chambaz; Laitcric de Fvrol, Ste. Crolx. Gelegenheit! 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Bern, Dienstag, 27. Januar 1931 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 7 Was wird beim Film verdient? Wenn man von den Einkommen beim Film spricht, so werden selbstverständlich, um dem Publikum andächtige Schauer über den Rücken zu jagen, nur die Verdienste jener Arrivierten genannt, denen ein mehr oder weniger sympathisches Schicksal den Weg zum Ruhm ebnete. Um sich aber nicht einer Einseitigkeit schuldig machen zu müssen, muss gleich eingangs betont werden, dass die Bezahlung jener Extras, der Statisten, die wie Motten das Licht die grossen Herrscher des Filmes umschwärmen, sehr schlecht ist, und dass man beim Filme ebensogut hungern kann wie als beliebiger schlechtbezahlter Taglöhner. Dies vorausgeschickt, wirken die extravaganten Einkommen der Stars um so fragwürdiger. Der gegenwärtigen deutschen Not ist jedenfalls damit, dass man beispielsweise Willy Fritsch 15,000 Mark monatlich auf den Tisch legt, nicht stark geholfen, im Gegenteil! Und wenn man weiss, dass die bedeutendsten deutschen Schriftsteller an ihren Büchern fast nichts verdienen, dann ist man über diese unsinnigen Einkommen noch viel weniger erbaut. Alfred Döblin beispielsweise, wohl einer der stärksten deutschen Epiker, musste nach der Aufführung seines Tendenzstückes «Ehe» noch — 123 Mark dem Verleger draufzahlen! Wir entnehmen die Zahlen einem «Sima» gezeichneten Artikel aus dem Filmheft des Januar-Querschnittes. Charlie Chaplin, Harold Lloyd, Buster Keaton, Douglas Fairbanks, Mary Pickford u. a. amerikanische Stars arbeiten auf eigene Rechnung. Festbesoldet ist hingegen AI Jolson, der monatlich 350,000 Franken verdient! Georg Bancroft bekommt für jeden Film (er dreht jährlich zwei) 900.000 Franken. Sein Regisseur Josef von Sternberg, der wegen dem «blauen Engel» Marlene Dietrich mit der öffentlichen Moral in Amerika es verdarb, bekommt 60,000 Franken im Monat, Ernst Lubitsch 625.000 Franken pro Film, King Vidor nicht weniger. Von den Damen marschiert noch immer Gloria Swanson an der Spitze mit einem Honorar von 250.000 Dollar pro Film. Clara Bow erhielt nach ihrem letzten Vortrag 22.500 Franken, Norma Shearer 25.000 Franken pro Woche. Wilhelm Dieterle bekommt 5000 Franken F E U I L L E T O N Ramosi Von V. Williams. Ana 8em Englischen übersetzt von Otto Element. (Fortsetzung ans dem Hauptblatt.') Nachdem sich auch Mussa satt gegessen, .wurden die Essschalen verpackt, und über einen tiefer gelegenen Weg machten sich die beiden nach Der-el-Bahri auf. Die rosabraunen Tempelsäulen wurden im Tal schon sichtbar, als vom Berg her Stimmenlärm an ihr Ohr drang. Auf dem unteren Teil des Abhangs lief eine Kette winziger Gestalten, mit Körben auf den Schultern, zwischen einer Felsenhöhle und einer Art Abladeplatz emsig hin und her. Eine Wolke feinen weissen Staubes, so dicht, dass er zeitweise die Träger dem Blick entzog, lagerte über dem Bilde. Man sei dort mit Ausgraben beschäftigt, erklärte Mussa. Auf Joans Wunsch führte er sie über einen abschüssigen Steig in die Nähe der Arbeitsstätte. Hinter einem Felsblock machte Joan halt und schaute zu, wie drei oder vier Eingeborene aus der gähnend schwarzen Höhle ihre Körbe leichtfüssigen Jungen überreichten, die bei ihrer Hantierung lustig sangen. Ein dunkelhäutiger Aufseher stand am Anfang der Reihe, eine düster drohende Erscheinung mit einem Stock in der Hand. Von Zeit zu Zeit schlug er derb auf die wehenden wöchentlich, dicht hinter ihm marschiert Panl Morgan, der zuletzt einen Wochenscheck von 4500 Franken einstecken konnte. Lissi Arna hatte eine Wchengage von 1750 Franken, während Ivan Petrovich bei der Universal eine Wochengage von 4000 Franken bezieht. — Und in Berlin? Nun — der Gagenabbau hat kaum eingesetzt Wenn Harry Liedtke für jeden seiner stummen Filme 60.000 Mark bezog, so ist ihm in Hans Albers ein tüchtiger Nachfolger entstanden. Albers, der für den «Greifer» 50.000 Mark bekommen hat (und was für einen Film!), arbeitet jetzt nicht unter 100.000 Mark für einen Film und hat mit dieser Gage Jannings und Veidt erreicht. Die Bergner ist an ihren Filmen mit einem sehr erheblichen Prozentsatz des Reingewinns beteiligt. Lil Dagover verlangt pro Film 30.000 Mark. Willy Fritsch und Lilian Harvey haben feste Ufa-Verträge mit 12.000 bezw. 15.000 Mark monatlich^!) Käthe von Nagy bezieht pro Film 15.000 Mark, Renate Müller bekommt für ihre letzte Rolle bei der Greenbaum-Film 17.500 Mark. Georg Alexander bekommt etwa 1000 Mark, Felix Bressart 700 Mark täglich. Ralph A. Roberts verlangt 1000 Mark pro Tag, Albert Bassermann 1300 bis 1500 Mark, Heinrich Georg ebensoviel. Wihn sieht in einer Ballsaal-Loge eine verblüffend schöne junge Dame. Sehr jung, ganz knapp das heiratsfähige Alter. Sie ist in Begleitung ihres ungeheuer dicken, schon altern Papas. Man kann sie nicht zum Tanze bitten, sich nicht vorstellen, da sie ihre Loge nicht verlässt. Warum lässt dieser Vater Gewänder der kleinen Burschen, um sie zu grösserem Eifer anzuspornen. Als der Mann Joan erblickte und zu ihr emporsah, erkannte sie den einäugigen Schwarzen, den sie am Vormittag mit Simopulos am Kanalufer gesehen hatte. Der Fellach wandte sich hastig ab, denn aus der Tiefe des Berges hatte eine klangvolle Stimme «Ali!» gerufen. Dann trat aus der Staubwolke heraus, die vor dem Höhleneingang aufwirbelte, und selber über und über mit Staub bedeckt, eine hohe Gestalt. Es war David Cradock. Bei seinem Erscheinen stockte die Arbeit. Aus hundert braunen Gesichtern, die wie das seine, weiss verschmiert waren, starrten ihn grosse Augen an. Er sagte etwas zu dem einäugigen Aufseher, worauf dieser mit schlenkernden Armen zum Schacht ging. Eine kurze Handbewegung, dann — und als ob er einen Hebel in Bewegung gesetzt hätte, ward die ganze Bande wieder lebendig. Der Gesang wurde wieder aufgenommen, die Kette bewegte sich von neuem, und abermals hob sich der Staub in dicken Wolken empor. Vom Felsblock beinahe verborgen, starrte Joan den Engländer voll Verwunderung an. Das war nicht der verschlossene Einsiedlerkrebs, den sie auf dem Schiff Ihr Papa kennengelernt. Eine fröhliche Lebhaftigkeit lag über der selbstbewussten Gestalt in Khakikleidung, ruhige Sicherheit, Kraft und Stolz. Selbst sein Anzug schien ihm besser zu passen, und sein Gesicht strahlte von Zufriedenheit. Von Wilhelmine Baltinester. Ernst Verebes kann eine Tagesgage von 700 Mark für sich buchen. Gute Chargenspieler bekommen 150 bis 400 Mark pro Tag, der dicke Huszar-Puffy 500 Mark, damit er nicht zu verhungern braucht. Unter den Regisseuren marschiert — von Fritz Lang abgesehen, der nur gegen eine Beteiligung arbeitet — E. A. Dupont an der Spitze. Für den allerdings nicht hervorragenden Film «Zwei Welten» hat er eine Gage von 170.000 Mark bezogen, für seinen nächsten Film soll er «nur» noch 140.000 Mark bekommen. Wilhelm Thiele, der Regisseur des Films «Die Drei von der Tankstelle», bekommt für seinen letzten Film 50.000 Mark. (Eine bescheidene Schlussfrage: Wie viele Arbeitslose hat gegenwärtig Deutschland?) seine Tochter nicht tanzen? Freilich, mit einer Tochter dieses bezaubernd ebenmässigen Formats hat man eben «höhere» Absichten, daher die Bewachung. Sie wird wahrscheinlich für einen Dollarmillionär aufgespart. Dass der Papa sie nicht tanzen lässt, scheint ein durchtriebener Trick, denn heutzutage fällt nicht mehr auf, wer tanzt, sondern wer nicht tanzt. Wilm umlauert dauernd diese Loge. Die junge Dame »hat ihn auch bereits bemerkt. Sie hat gezwinkert, ein klein wenig mit dem linken Auge, das der Papa nicht sehen konnte, weil er rechts sass. Sie hat ein Kleid wie eine Diva und Schmuck wie eine Fürstin. Diese Leute müssen steinreich sein. Warum spekuliert der Papa also mit der Schönheit der Tochter? Wilm findet es nicht unangenehm, dass sie reich ist. Geld kann man doch schliesslich immer brauchen, auch wenn man verliebt ist — nicht? Ab und zu werden die beiden von Leuten besucht, aber zumeist von älteren Herren. Einmal durchschreiten sie den Logengang, um zum Büfett zu gehen. Wilm folgt ihnen. Sie speisen an einem kleinen Tische; der Alte scheint immer Plätze auszusuchen, wo man am meisten gesehen wird und doch am isoliertesten ist. Es macht ihm sichtlich Vergnügen, wenn seine schöne Tochter bewundert und angestaunt wird, dann strahlt er in Besitzerfreude. Wilm sitzt drei Tische weiter und grübelt: Wie ein so rasseloser Mensch zu so einer blendenden Rassetochter kommt, möchte ich wissen. Sie muss viel Temperament haben. Ich bin doch Kenner! Unverständlich, wie sie sich so tyrannisieren lassen kann! Vielleicht schon verlobt und hat einen eifersüchtigen Bräutigam? Sie bleiben lange beim Büfett. Wilm könnte es beschwören, dass dieser dicke Mann ein Zehntel der Büfettspeisen verschlungen hat. Wilm lauert unverdrossen auf einen Blick der Schönen, die sich sichtlich langweilt und ihn nicht zu sehen beliebt. Endlich stehen sie auf. Eben ist im Saal drinnen Tanzpause; Leute strömen aus den Türen. Die beiden kommen ins Gedränge. Ein paar Herren begrüssen ihren Papa. Sie wird weitergeschoben, und Wilm folgt ihr auf dem Fusse. In einen kleinen Salon, der ganz menschenleer ist und mit der Pracht seiner antiken Möbel und seiner fremdländischen Riesengewächse so lockend still ist, gleitet sie vom Gedränge ab. Wilm schleicht ihr nach. Da steht sie, schön wie ein Bild, und schlägt eben den Deckel des schönen, kleinen alten Klaviers auf. Wilm öffnet den Mund... Ihr Papa ist da! Er ist weder aus dem Klavier gekommen, noch aus dem Prunkkamin gestiegen. Er ist einfach da. Unhörbar wie ein Gespenst, obwohl es so beleibte Gespenster kaum geben dürfte. Er scheint sich auf seinem Fette ganz geräuschlos fortzubewegen. Er steht da und sagt nur: «Eva!», in einem Tonfall, als würde er ihr ein Schimpfwort sagen. Sie wird zuerst ganz blass, dann ganz rot. Sie schluckt den Zorn hinunter, klappt den Klavierdeckel langsam zu, als würde sie den Sargdeckel über ihren Hoffnungen schliessen, und folgt dem Papa in den Logengang. Wilm ist wütend. Wie kann ein solches Mädel ihr Temperament so sehr verleugnen? Wenn er erst ihr Bräutigam ist, wenn sie ihn erst liebt —oh, da wird er es ihr aber schonungslos sagen, ja! Ob sie als seine Frau am Ende gar herrich sein wird? Na, er möchte es ihr nicht raten! Alles hat seine Grenzen, auch wenn sie, was er hofft, eine ungeheuer grosse Mitgift bekommt. Als Wilm wieder im Saale ist und nach* Er stand am Schachteingang und überblickte die vorbeiziehende Kette. Plötzlich schnellte seine Hand empor und packte einen hinkenden kleinen Burschen an der Schulter. Es war ein ungefähr zehnjähriger Junge mit geschorenem Schädel und runder, weisser Kappe und einem einzigen spärlichen Lappen um den spindeldürren Körper. Einer seiner staubigen Füsse war in einen blutbefleckten Fetzen gewickelt. Cradock Hess sich auf ein Knie nieder, nahm mit gewandten Fingern die schmutzige Binde ab und enthüllte einen kleinen braunen Fuss, der gefährlich angeschwollen war. Er klatschte in die Hände und rief etwas auf arabisch. Aus einem Zelt weit unten am Berghang erschien ein arabischer Diener. Cradock erteilte ihm einen Befehl, worauf der Mann mit einem Waschbecken und einem Handtuch herbeikam. Cradock riss das Handtuch in zwei Stücke. Mit der einen Hälfte .reinigte er das verletzte Glied und aus der anderen fertigte er einen provisorischen Verband, den er geschickt um die Wunde legte. Der Knirps Hess sich alles wortlos gefallen, die grossen, dunklen Augen vertrauensvoll auf seinen Samariter geheftet. Der hob, als er fertig war, den Knaben in die Arme des Dieners, der ihn behutsam zum Zelt trug. seiner Schönen Ausschau hält, ist die Loge leer. — Nun ist sie fort. Wilm erbleicht. Er besucht alle Bälle. Sie wird für ihn zur Göttin. Endlich findet er sie wieder. Und er hat besonderes Glück! Die Loge neben den beiden ist leer! Wilm stürzt zur Kasse, kauft die Logenkarte, die ein Viertel seines Monatseinkommens kostet. Ach was, er hat es satt, von ferne zu schmachten; man 1 ist kein grüner Junge! Und Wilm taucht — in der Haltung der Figur einer illustrierten Modezeitung — in der Nachbarloge auf. Ein Blick ihrer Augen streift ihn — unlösbares Rätsel, ob sie ihn erkannt hat oder nicht. Da sie ihn im Laufe des Abends nicht mehr ansieht und er einerseits stetig wachsende Verliebtheit fühlt, anderseits die grosse Ausgabe für die Logenkarte nicht umsonst ge- Die Cigaretten ff Alter Platz Holzichnltt fjORTH STAT£tt a Fr. 1.— per 20 Stück-Paket zeichnen sich aus durch ihr hochfeines, unaufdringliches Aroma und ihre grosse Milde. «Ali!» Cradocks Mienen hatten sich verfinstert und seine Augen glühten in ihrer staubigen Umrahmung. Kurz und barsch befahl er den Aufseher zu sich, der mit demütiger Gebärde etwas zu erklären oder sich zu entschuldigen schien. Die Arbeiter verlangsamten ihre Schritte. Noch immer schalt Cradock weiter, ohne die Stimme „über das tiefe, eintönige Murren zu erheben. Joan verstand natürlich nichts von dem, was er sagte, aber sie konnte den Sachverhalt deutlich von den Mienen des Aufsehers lesen. Ueber Cradocks breite Schulter hinweg beobachtete sie, wie sich unter der Wirkung der scharfen Strafpredigt das Braun des Fellachgesichts in tiefste Schokbladenfarbe verdunkelte, wie das eine Auge tückisch lohte und der Schnurrbart ins Zittern geriet. Endlich brach Cradock ab, wandte sich um und schritt zum Zelt hinunter. Joan wartete, bis er verschwunden war, bevor sie ihren Weg fortsetzte. Mussa strahlte vor Vergnügen. «Miestär Cradock — spricht sehr gut in unserer Sprache!» gurgelte er verzückt. «Er weiss sie besser als viele Araber...» «Was bedeutet das alles?» forschte Joan im Weiterschreiten. «Miestär Cradock sehr böse auf den Aufseher, weil er zwingt den Jungen, zu arbeiten mit wehem Fuss. Miestär Cradock sagt ihm viel Unangenehmes darüber. Nächstes Mal, wenn Ali einen Jungen mit Wunden arbeiten macht, Miestär Cradock wird einen Stock nehmen und ihn prügeln — sagt Miestär Cradock!» (Fortsetzung folgt.)