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E_1931_Zeitung_Nr.005

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fahrstellen

fahrstellen durchgeführt werden? Zu dieser Fragestellung sind alle Strassen- und Bahnbenützer berechtigt. Es scheint mir am Eisenbahndepartement zu liegen, hier der Oeffentlichkeit wieder einmal Aufschluss zu geben. Die Bahnen können die finanzielle Belastung der Beseitigung der schienengleichen Uebergänge nicht allein tragen. Die Automobilisten vermehrt zu belasten, wird auf heftigen Widerstand stossen, da die Autog-ebühren bei uns schon reichlich hoch angesetzt sind; ausserdem gibt es noch andere Strassenbenützer als Automobilisten, und diese neben den Kantonen müssten dann in gerechter Weise auch an der Kostentragung mithelfen. Bis da eine Einigung erzielt werden könnte, werden sich die Unglücke vermehren und unser Ruhm als mustergültiges Reiseland weiter sinken. Was aber getan werden könnte, wäre die Ersetzung der gefährlichen Barriere durch die bewährten optisch-akustischen Signale; durch den Wegfall der Bewachungskosten ist die Finanzierung den Bahnen erleichtert. Die Restanz sollte aus dem Benzinzoll und aus kantonalen Beiträgen gedeckt werden. Sl. Noch eine dringliche Anfrage. Der Totschlag auf der Schiene. Eine weitere Zuschrift mag die Dringlichkeit der Massnahmen an den Niveau- Übergängen dar tun: Ueber das neueste Unglück bei Pratteln •will ich hier keine Worte verlieren, sondern lediglich eine Frage stellen: Tut man an zuständiger Stelle wirklich alles, was zur Vermeidung derartiger, sich immer mehr häufender Unfälle diente? Darauf gibt es meiner Ansicht nach leider nur eine verneinende Antwort. Jedermann sieht ein, dass man den Bahnen nicht zumuten kann, von einem Tag auf den andern alle — oder auch nur alle gefährlichsten — Niveauübergänge abzuschaffen. Aber ist das vielleicht ein Grund oder gar eine Entschuldigung dafür, dass nicht wenigstens bei den gefährlichsten Fallen sofort sichernde Massnahmen getroffen werden? Und wäre es bei ganz unfibersichtlilchen Stellen auch bloss ein Spiegel, der es dem Fahrzeuglenker wenigstens ermöglichte, von seinem Fahrzeug aus einen genügend grossen Teil der Bahnlinie zu überblicken, um bei offener Barriere nicht einfach rein zufällig «diesmal noch» mit dem Leben davonzukommen! Und warum fährt man nicht rücksichtslos mit allen an den Bahnübergängen die Sicht nehmenden Hindernissen (Bahnwärterhäuschen inbegriffen) ab oder verpflanzt sie, wo dies möglich ist? Es wären — in Erwartung der Abschaffung der Niveauübergänge — noch viele Anregungen zur Behebung der gröbsten Kommen zu harren. Die Nacht war von leisen Geräuschen belebt, dem summenden Geschwirr der Heuschrecken und dem eintönigen Bass der Ochsenfrösche in der Ferne. Unendliche Müdigkeit überkam Joan, und als Said Hussein beim Weiterschreiten seinen Arm in den ihren legte, empfand sie diese Stütze als eine Wohltat. Sie hob das Antlitz zu den Sternen. «Was für ein grossartiger Schauspieler dieser Mann doch war!» «Vielleicht! Könnte man ihm aber ins Herz blicken, so würde man wahrscheinlich finden, dass er selber diese grösste aller Oualen, dass er unglückliche Liebe erduldet. Waren Sie jemals verliebt, Frau Averil?» «Ich war drei Jahre verheiratet. So muss ich es wohl gewesen sein.» «Wie ruhig Sie das sagen! Wissen Sie, dass im Osten Männer an der Liebe starben, die keine Gegenliebe erweckt? Ihre Sehnsucht verzehrt sie, wie die Lampe das Oel aufsaugt, und sie siechen dahin, weil sie nicht mehr den Wunsch fühlen, zu leben. Haben Sie je solche Liebe empfunden?» Missstände zu machen, wie: direkte oder indirekte (durch Spiegel, Kataphoten etc.) optische und akustische Signale des Lokomotivführers; System der abwechslungsweise die Strasse und den Schienenstrang sperrenden Barriere; eventuell gänzliche Abschaffung der sog. bewachten Barrieren, unter genügender, doppelter Sicherung und mit für die ganze Schweiz gleichmässiger und gleichförmiger Voranzeige der Uebergänge usw. usw. Als einziges, aber bezeichnendes Beispiel eines *Bahnüberganges, wie er nicht sein soll, führe ich die berüchtigte Falle von Meyriez (Doleyres!) bei Murten, auf einer der stärkstbefahrenen grossen Durchgangsetrassen der Schweiz (Lausanne—Moudon —Bern) an. Jeder, der diesen Uebergang einmal passierte, wird ihn in Erinnerung behalten, denn eine Sicht auf die Bahnlinie ergibt sich erst dann, wenn die Vorderrader des Fahrzeuges die Schiene bereits berühren! Ist unter solche» Umständen ein Spiegel oder irgend sonst eine zweckmässige Massnahme wirklich zu viel verlangt? Es bleiben auch dem vorsichtigsten Fahrer gewiss ohnehin noch genug Möglichkeiten vorbehalten, sich von Dritten der Schädel einrennen zu lassen! W. 0. L. Falschmeldungen bei Verkehrsunfällen. Ausdrückliche Berichtigung von wesentlichen Irrtümern. Wir veröffentlichen nachstehend Erklärungen der Schweizerischen Depeschenagentur in Sachen Nachrichtendienst über den Verkehrsunfall Pratteln (s. «Automobil-Revue» Nr. 2). Damals haben wir den Wunsch ausgesprochen, man möchte bei Falschmeldungen («Die Barriere war geschlossen») eine Berichtigung mit ausdrücklichem Hinweis auf den Irrtum erscheinen lassen. Wir sind erfreut, genauere Ausführungen der Depeschenagentur zu erhalten, glauben aber, im Interesse tatsachengemässer Berichterstattung nochmals auf die Wichtigkeit eines deutlichen Widerrufes bei begangenem Irrtum hinweisen zu müssen. Die Erklärungen der Depeschenagentur lauten: «In der «Automobil-Revue» Nr. 2 vom 9. Januar lesen wir, die Schweiz. Depeschenagentur habe über den Unfall vom 29. De 7 zember am Niveauübergang der Hardstrasse in Pratteln eine Meldung verbreitet, in der es hiess: «Die Barriere war geschlossen». In einer weiteren Mitteilung sei dann diese erste Meldung in einem sehr wichtigen Punkte widerrufen worden, ohne dass ein ausdrücklicher Vermerk auf den Irrtum hingewiesen hätte. Das Vertrauen in die Meldungen der Schweiz. Depeschenagentur sei auf diese Weise in Mitleidenschaft gezogen worden usw. Hierzu möchten wir bemerken, dass in den von unserer Filiale Basel ausgegebenen und von unserem Hauptbureau Bern weitergeleiteten Meldungen über das Unglück nichts von einer geschlossenen Barriere stand. Dagegen hat unsere Zürcher Filiale, gestützt auf eine ihr direkt zugekommene Information, die erste Basler Meldung in dem gedachten Sinne ergänzt. Die irrige Annahme, das Automobil sei gegen eine geschlossene Barriere angerannt, scheint ursprünglich auch anderswo bestanden .zu haben. Ein Augenzeuge berichtete der «National-Zeitung»: «Ich begab mich sotort zum Geleise. Auf der einen Seite war die Barriere geschlossen, auf der anderen hing die Schranke, stark verbogen, in der Luft». Was unsere Agentur anbetrifft, so war, wie gesagt, der Irrtum auf den von unserer Zürcher Filiale ausgegebenen «Ich kenne den Liebeskummer wohl, denn auch mir hat die Liebe Leid gebracht.» «Ich weiss — ich las es in Ihren Augen, am ersten Abend, als ich Sie sah. Und ich war voll Bitterkeit erfüllt gegen den blinden Narren, der das Glück, Sie zu besitzen, nicht begriff...» «Mein Mann ist tot!» wehrte sie ihm. Er achtete der sanften Mahnung nicht. «Ein anderer doch könnte bewirken, dass wieder Zärtlichkeit statt kühler Ruhe aus Ihren Augen spricht!» Sie zuckte die Achseln. «Ich habe vergessen, was Liebe ist!» Sie hatten eine kleine Nische erreicht, hinter Palmen verborgen, deren Zweige sich massig im Mondlicht wiegten. Der Prinz blieb stehen, nahm ihre Hände tn die seinen. Seine Finger prickelten, wie von einem elektrischen Strom durchpulst. «Ich — ich will Sie lieben — und Liebe lehren...» stammelte er flammenden Auges. Mit ruhiger Würde entzog sie sich ihm. «Nie wieder! Weder Sie noch ein anderer Mann!» Klar und kalt klang ihre Stimme. Sie sah sich um. «Kehren wir nun um, ja?» AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N» 5 Dienst beschränkt; in den Dienstausgaben des Hauptbureaus Bern und der Filiale Basel, sowie im gesamten französischen und italienischen Dienst war er nicht enthalten, und es war hier also nichts zu berichtigen. Der Fehler in der ersten Meldung des Zürcher Dienstes hat durch die nachfolgenden Meldungen seine Korrektur erfahren, und es ist daher nicht ganz zutreffend, wenn Ihr Blatt von einer «unwiderrufenen Falschmeldung» spricht. Immerhin hätten wir bei Kenntnis der von Zürich ausgegangenen abweichenden Fassung eine etwas deutlichere Berichtigung für den dortigen Rayon veranlasst.» Kein Defizit der S. B. B. im letzten Jahre. Die Befürchtungen der Direktion der Schweizerischen Bundesbahnen, dass ihre Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 1930 mit einem spürbaren Defizite abschliessen werde, sind nicht eingetroffen. Die Zusammenstellung der Zahlen ist allerdings noch nicht endgültig abgeschlossen. Es steht aber schon jetzt mit ziemlicher Sicherheit fest, dass die Rechnung 1930 mit einem, allerdings bescheiden zu nennenden, Gewinne abschliessen wird. Die S. B. B. hat allen Grund, sich über dieses Ergebnis zu freuen. Nicht nur hat der Betrieb der Eisenbahnen, im zweiten Halbjahr wenigstens, unter den allgemeinen wirtschaftlichen Krisenerscheinungen zu leiden gehabt, es liegt auch ein Jahr hinter uns, in dem die Wetterverhältnisse für den Tourismus und damit für die schweizerischen Eisenbahnen ausgesprochen schlechte waren. In den ersten Monaten herrschte durchwegs mildes Wetter. Es gab eigentlich keine einzige länger andauernde Periode mit Schnee und Frost, also keine richtige Sportsaison, was die Bundesbahnen in ihren Abschlüssen bestimmt verspürt haben werden. Nicht weniger ungünstig waren die Sommermonate. Fast andauernd schlechtes Wetter untergrub die Reiselust der Leute. Namentlich wurden fast alle Feiertage verregnet, was für die Bahnen stets einen ganz erheblichen Ausfall bedeutet. Wenn trotz der schlechten Wirtschaftslage, die sich auf den Güterverkehr und zum Teil auch auf den Personenverkehr auswirkte, und trotz der ungünstigen Witterungsverhältnisse, die mehr den Personenverkehr beeinflussten, die Abschlussrechnung für das vergangene Jahr ein relativ so gutes Ergebnis zeigt, so kann die Lage doch keine so verzweifelte sein, wie sie die Generaldirektion der S. B. B. in ihrer Kampfschrift gegen das Automobil darzustellen versucht. Es muss auch auffallen, dass gerade der Betrieb der Schweizerischen Bundesbahnen, für den die Konkurrenz des Automobils sich am schärfsten auswirken sollte, weil sie über sehr wenig ausgesprochen grosse Distanzen, (Jenen das Auto nicht mehr gewachsen ist, verfügt, im vergangenen Jahre, wenn auch nicht einen sehr guten, so doch nicht einen ausgesprochen schlechten Abschluss erzielte. Die Bahnen der meisten andern Staaten haben ein bedeutend schlechteres Jahr hinter sich. W. Die Gefahr der Verkehrs-Isolierung. In einem Artikel «Soll die Stadt Frauenfeld Unifahren werden?» befasst sich die «Thurgauer Zeitung» in beachtenswerter Weise mit der Bedeutung des heutigen Automobilverkehrs für unsere Ansiedelungen. Anlass zu den Betrachtungen gaben in Frauenfelder Kreisen diskussionsweise geäusserte Anregungen, den Verkehr von der die Stadt durchziehenden Zürcherstrasse nach der noch auszubauenden Bahnhofstrasse abzuleiten. Auf diese Weise würde der Durchgangsverkehr die Stadt nicht mehr im Herzen traversieren, sondern nur mehr in einem äusseren Viertel tangieren, was fast einer Umfahrung von Frauenfeld gleichkäme. Ein in seinen Konsequenzen noch weitergehendes Projekt ist im dortigen Gemeindeverein diskutiert worden, das die Erstellung einer Zweigstrasse von Langdorf über die Murg gegenüber Kurzdorf hin vorsieht. Dieses Strassenstück würde erst am westlichen Ende des Stadtgebietes in die bestehende Zürcherstrasse einmünden. Würde der Verkehr auf diese Weise umgeleitet, so würde die Stadt Frauenfeld vom Durchgangsverkehr im wahrsten Sinne des Wortes links liegen gelassen. Der Artikel warnt in überzeugenden Argumenten vor der Verwirklichung derartiger Projekte, welche den Handel und Wandel in Frauenfeld ganz bedeutend beeinträchtigen müssten. Frauenfeld hat in verkehrstechnischer Hinsicht heute eine Vorzugsstellung, «Einen Augenblick!» bat er. «Ich habe Sie hierher geführt, um Ihnen ein kleines Andenken an den ersten Abend in meinem Hause zu verehren.» Er zog ein goldenes Döschen hervor. «Bitte, weisen Sie es nicht zurück!» Die kleine Dose war aus schwerem Gold, mit herrlichen Arabesken verziert und trug einen Verschluss aus Türkisen. Der Prinz drückte sie ihr fast gewaltsam in die widerstrebenden Hände: «Oeffnen Sie!» Sie' hob den Deckel und fand auf goldgewebtem Futter einen herrlichen Smaragd, der grünes Feuer sprühte. «0 Prinz, das kann ich nicht annehmen!» Röte stieg in Joans Wangen. «Solch ein Stein ist doch Zehntausende von Dollar wert! Glauben Sie mir, ich schätze Ihre Aufmerksamkeit sehr, aber » Sie reichte ihm die Dose zurück. Mit umdüstertem Gesicht fügte er sich. . Wortlos und beklommen ging Joan an seiner Seite zum Palast. Ihre Abwesenheit war kaum bemerkt worden, denn die anderen standen am Brunnen, um einen indischen Zauberer herum, der seine Reauisiten auf indem es im Schnittpunkt von zwei sehr bedeutenden Fernverkehrs-Strassen, nämlich Zürich-Bodensee und St. Gallen-Toggenburg- Schaffhausen, liegt. Ueber die wirtschaftliche Auswirkung dieses sich in Frauenfeld kreuzenden Verkehrs schreibt das zitierte Blatt wie folgt: «Das ist alles nicht bloss auf dem Papier, auf der Karte, sondern auch auf den Strassen von Frauenfeld selbst zu sehen. Es geht ein grosser Automobilverkehr von Ost nach West und von Süd nach Nord durch die Stadt. Und dass von diesem Verkehr etwas in Frauenfeld hängen bleibt, kann man in jedem Gasthof, in jeder Konditorei erfragen.» Diese Feststellung leitet zu nachstehender Schlussfolgerung: «In die Stadt hinein und mitten durch die Stadt, in der ganzen Länge der in der Hauptverkehrs-Richtung orientierten Zürcherstrasse, da durch -muss der grosse Autoverkehr.» Es wird mit Recht auf die Erfahrungen aufmerksam gemacht, welche mittlere und kleinere Städte in Frankreich und Italien mit dem Autoverkehr gemacht haben. Der Grossstädter benützt jede Gelegenheit, um mit seinem Wagen aus der nervenzermürbenden Riesenansiedelung herauszukommen und sucht kleinere und kleinste Städtchen und Dörfer auf, um sich in deren Ruhe und Gemächlichkeit zu erholen. Deshalb sind auch die kleineren Städtchen, die landschaftlich oder baulich dem Besucher etwas zu bieten vermögen, in ungeahnter Weise wieder zu Ehren gekommen. Der Zug nach der Grossstadt, der diesen mittleren und kleineren Ansiedelungen wirtschaftlich empfindlich geschadet hat, findet hier einen interessanten und willkommenen Ausgleich. Wir brauchen übrigens gar nicht ins Ausland zu gehen, um die kritischen Folgen einer Stadt-Umfahrung beobachten zu können. — Die Hauptroute von Zürich nach Bern über Lenzburg-Herzogenbuchsee lässt Langenthai aus, weil sich s. Zt. diese Gemeinde gar nicht für deji Anschluss an die Durchgangsstrasse erwärmen konnte.- Es werden aber heute keine drei Prozent von all den hundert Fahrern, welche täglich diese Strecke passieren, sich veranlasst sehen, einen besonderen Abstecher nach Langenthai zu machen. Soll ein Halt eingeschaltet werden, so erfolgt er in der «Kalten Herberge» oder in Herzogenbuchsee oder sonstwo in einem Ort an der Heeresstrasse. Langenthai ist heute vollständig vom vorerwähnten Durchgangsverkehr abgeschnürt und würde sicher vieles darum geben, wenn es den Ver-> kehr wieder über seine Mühle leiten könnte. Es ist äusserst verdienstlich, wenn die Tagespresse mithilft, über die wirtschaftliche Bedeutung des Automobilverkehrs aufzuklären. Ebenso erfreulich ist es für uns, dass die für uns schon lange feststehende Tatsache nunmehr allmählich auch Eingang in massgebende Redaktionen findet. Wir hoffen nur, dass sie bei grossen Entscheidungen in Verkehrsangelegenheiten auch immer an diesem Verständnis festhalten. 6. Die zürcherische «Gebühr» für Führerbewilligungen. In Nr. 108 der «Automobil-Revue» vom 29. Dezember 1930 wurde im Auszug ein Entscheid des Bundesgerichts wiedergegeben, in welchem dasselbe den Gebührencharakter der jährlichen ErneuerungsgebühT bejaht und den nicht nur vom Unterzeichneten, sondern auch von Prof. Fritz Fleiner in einem zu dieser Frage erstatteten Gutachten ebenfalls eingenommenen Standpunkt, es handle sich um eine ungesetzliche Steuer, verneint. Es sei hier anhand des amtlichen Zahlenmaterials eine kurze Kritik des Entscheides gestattet. Die Einnahmen des Kantons Zürich aus der Erneuerung der Führerbewilligungen, aus der Prüfung der Führer und der Motorfahr- einem Tuch am Boden ausgebreitet hatte. Es herrschte Begeisterung über seine Kunststücke. Er verzauberte Korke unter metallenen Gefässen, er zog ein lebendes Hühnchen aus Osman el Maghrabys Fes hervor, Hess es wieder verschwinden und' siehe da: Das flaumige Wesen hockte auf Herrn Richboroughs Hemdbrust! Er gab Joan ein Zehnpiasterstück, das sie in der geschlossenen Hand halten sollte, und beim Oeffnen der Hand hatte es sich in einen englischen Penny verwandelt. «Das ist echt ägyptische Magie!» rief Aimde Richborough, als der Gaukler sich unter tiefen Verbeugungen entfernt hatte. «Pah!» widersprach Beifort, «lauter Schwindel! Seit fünf Jahren lebe ich schon in Aesrypten und bin noch nie einem brauchbaren Wahrsager begegnet!» Der Prinz neigte sich zu Joan: «Möchten Sie sich wahrsagen lassen?» «Für mein Leben gern!» «Fürchten Sie sich nicht vor der Zukunft?» Sie sah ihn unsicher an. «Glauben Sie denn ernstlich an derlei?» (Fortsetzung folgt.)

WO K __ 1031 zeuge und aus der Abgabe der Kontroflschilder betrugen: 1927: Fr. 434138.85; 1928: Fr. 510070.85; 1929: Fr. 556321.55. Dagegen betrugen die gesamten Ausgaben der Motorfahrzeugkontrolle (Besoldungen, Bureauauslagen, Anschaffung von Kontrollschildera: 1927: Fr. 171895.35; 1928: 201173.05 Franken; 1929: Fr. 222313.95. • Allein aus den sogenannten «Gebühren» ergaben sich somit folgende Reingewinne der Motorfahrzeugkontrolle: 1927: Fr. 262243.50; 1928: Fr. 308 897.80; 192Q: Fr. 334 007.65, oder mit andern Worten: der durchschnittliche Reingewinn beträgt 150 Prozent der Gesamtausgaben. Daneben bezog der Kanton Zürich an Verkehrsgebühren: 1927: Fr. 3 410606.35; 1928: Fr. 4 089 679.65; 1929: Fr. 4 768 095.70. Irgendwelche Unkostenabzüge sind an diesen Steuereingängen nicht zu machen, da die Gesamtunkosten schon vorstehend in Abzug gebracht wurden. Die Tendenz, aus den Motorfahrzeugen sich möglichst grosse Einnahmen zu verschaffen, zeigt deutlich folgender Hinweis : Nach dem zürcherischen AutomobiJgesetz sollen die Kontrollsehilder zu den Gestehungskosten abgegeben werden. Diese Gestehungskosten betrugen: 1927: Fr. 44 725.25; 1928: Fr. 39238.—; 1929: Fr. 48308.45.—. Aus der Abgabe der Schilder flössen dagegen dem Kanton Zürich zu: 1927: Fr. 73410.-; 1928: Fr. 81,108.85; 1929: Fr. 80,973.55. In bezug auf die Gebühr für die Erneuerung der Führerbewilligungen, die vor Bundesgericht allein zur Diskussion stand, sei noch folgendes bemerkt: Die ganze Tätigkeit der staatlichen Organe besteht darin, dass die «Gebühr» von Fr. 10.— eingenommen wird und dafür durch Eindrücken einiger Stempel in der Führerbewilligung der Empfang bestätigt wird. Diese Tätigkeit beschränkt sich in der Hauptsache auf den Monat Januar, den Monat, in welchem gleichzeitig auch die Verkehrssteuern erhoben werden und die Prüfung von Fahrzeugen und Führern unbeschränkt ebenfalls vor sich geht Ward angenommen, der zehnte Teil der Arbeit der Motorfahrzeugkontrolle entfalle auf die Erneuerung der Führerbewilligungen, somit auch ein Zehntel der Gesamtunkosten, so ergeben sich für den Staat aus dieser Tätigkeit folgende Ueberschüsse: 1927 : 167 000 •Franken; 1928: Fr. 204000.—; 1929: 242000 'Franken; oder mit andern Worten, die sogenannte Gebühr ist zehnmal höher als die entsprechenden Unkosten des Staates. Es ist vor Bundesgericht nicht bestritten •worden, dass der Kanton Zürich nicht berechtigt ist, ausser den Verkehrssteuern von den Motorfahrzeugführern oder Besitzern "noch irgendwelche andere Steuern zu erheben, sondern nur noch Gebühren. Unbestritten ist auch, dass unter Gebühren eine Vergütung an den Staat zu verstehen ist für eine besondere Beanspruchung des Staates und dass diese Gebühr in der Gesamtheit nicht höher sein soll als wie die gesamten Kosten, die dem Staate aus dieser besondern Beanspruchung erwachsen, sonst wird sie ' eben zur Steuer. Wenn wir nun die vorstehenden Zahlen mit dieser Definition vergleichen, muss es schlechterdings als unverständlich erscheinen, wie das Bundesgericht trotzdem den Gebührencharakter bejahen konnte, wenn auch, wie sich aus der längeren Publikation des Entscheides in Nr. 2568 der« N. Z. Z.» ergibt, allerdings in etwas gezwungener Form und unter dem Zugeständnis, dass die Gebühr «als etwas hoch erscheinen möge ». Falsch ist sodann der Entscheid, wenn zur Stützung der Gebühr behauptet wird, die Tätigkeit der Beamten sei im übrigen eine sehr verantwortungsvolle, da bei der Erneuerung geprüft werden müsse, ob ÄUTOMOBIL-REVUE eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen worden sei. Der Nachweis ist nicht bei der Erneuerung der Führerbewilligung, sondern bei der Erneuerung der Verkehrsbewilligung für das Motorfahrzeug zu leisten und dafür wird die Verkehrssteuer erhoben. Für den Herrenfahrer,mag es ohne Belang sein, ob er für die Erneuerung einen oder zehn Franken zu bezahlen hat. Anders für den Berufschauffeur, der für diese einfache, verantwortungslose Arbeit eines Staatsbeamten, die maximal zehn Minuten Zeit beansprucht, ungefähr einen Tagesverdienst abzuliefern hat. Die mehr oder weniger fühlbare Belastung des einzelnen durch die Erneuerungsgebühr war für die staatsrechtliche Beschwerde weniger massgebend, als vielmehr einmal mehr dagegen zu protestieren, dass der Staat aus dem Automobilverkehr sich immer wieder Internationale Sternfahrt nach Monte Carlo. Erster Situationsbericht. Die Sternfahrt nach Monte Carlo, die gegenwärtig ausgefahren wird, erfreut sich keines besonders guten Wetters. Kaum, dass die am weitesten entfernten Startorte die Fahrt freigaben, setzte über ganz Europa Sturmwetter ein, das vor allem in Norddeutschland stark wütete und das, so viel bis jetzt zu erfahren war, sich auf die Sternfahrer sehr ungünstig auswirken musste. Aus Norwegen meldete man anfänglich Kälte und Schnee, beim Start scheint indessen das Wetter umgeschlagen zu haben und sehr neblig und stürmisch gewesen zu sein. Von Athen aus berichtet man von verhältnismässig guter Witterung, allerdings sind lange Strassen-Strecken durch starke Niederschläge vollständig überschwemmt. Auch in Rumänien waren die Wetterverhältnisse für den Start sehr ungünstig. Die Starts. Von den verschiedenen Startorten aus werden gleich zu Anfang verschiedene Forfait- Erklärungen und Reglementsüberschreitungen, die die Ausscheidung der Konkurrenten bedingen, gemeldet. Von Stavanger aus starteten am 16. Januar acht Teilnehmer und am 17. Januar 22. 14 von den gemeldeten Fahrern konnten nicht starten, fünf wegen Forfaits-Erklärungen und neun wegen zu spätem Eintreffen. EineT de'r 22 Startenden musste bei der Passierung des schwierigen Tronaasen-Passes ausscheiden. Von den gemeldeten 15 Fahrern von Athen aus starteten nur sieben. Von den andern acht angemeldeten Teilnehmern trafen teils überhaupt keine Nachrichten über deren Verbleib ein, oder sie erklärten, bis zur gegebenen Zeit nicht mehr in Athen eintreffen zu können. Zwei für Athen bestimmte Fahrer erhielten die Erlaubnis, von Saloniki aus fahren zu dürfen. Die Nachrichten aus Estland und Rumänien laufen sehr spärlich ein, eine genauere Uebersicht über den Rally wird erst in der nächsten A. R. möglich sein. * Erste Ausfälle. Unter den Teilnehmern der Monte Carlo- Sternfahrt, denen ein widriges Hindernis die endgültige Teilnahme verunmöglichte, figurieren auch der französische Rennfahrer Louis Chiron und der Schweizer Peter Escher. Wie wir in unserer letzten Nummer mitteilten, Hess man Chiron von Paris aus nur ungern ziehen, da er soeben einen grippeartigen Anfall überwunden hatte. Von Norwegen aus erhielten nun die Organisatoren die Meldung von Chiron und Escher, dass sie infolge eingetretenen gesundheitlichen Rück- neue und ungesetzliche Einnahmequellen zu Verschaffen versucht. Dass das Bundes- •gericht es nicht wagte, diese offensichtliche •Steuer als ungesetzlich zu bezeichnen, ist wohl vor allem auf die Bestrebung unseres obersten Gerichtes zurückzuführen, aus föderalistischen Motiven nur in den krassesten Fällen ein Veto gegen die Finanzpolitik der Kantone einzureichen. Die angefülirten Zahlen zeigen, dass der Einnahmeüberschuss des Kantons aus den Gebühren jährlich •steigt. Einmal dürfte wohl ein derartiges Missverhältnis zwischen den Unkosten des 'Staates und den Einnahmen des Kantons erreicht werden, dass das Bundesgericht wohl kaum mehr "den Steuercharakter der Gebühr wird verneinen können. Wir werden deshalb nach wie vor den Kampf gegen diese unzulässige Belastung der Automobilisten führen. Badertscher, Rechtsanwalt, Zürich 3. Sportnachrichten schlagen auf die Teilnahme an der Sternfahrt verzichten müssten. Der einzige Schweizer Teilnehmer und der vielversprechende Franzose Louis Chiron sind so leider eliminiert worden. Die bekannte Sternfahrerin Frau Marie Seeliger (Stettin), sonst ein Stammgast des Rally von Monte Carlo, musste ebenfalls infolge Erkrankung ihres ständigen Begleiters, Kurt Seeliger, im letzten Augenblicke die Meldung zurückziehen. Der hier ebenfalls schon erwähnte 60 Jahre alte holländische Sportsmann Pieter Bon Czn langte rechtzeitig in Stavanger an. Eine starke depressive Stimmung verhinderte ihn jedoch ebenfalls am Start. Die angemeldeten Marken. Die 149 Meldungen für den Rally nach Monte Carlo verteilen sich auf folgende nach ihrer nationalen Herkunft eingeteilten Marken: 47 Wagen von 15 französischen Marken; 37 Wagen von 15 englischen Marken; 37 Wagen von 15 amerikanischen Marken;. 11 Wagen von 7 deutschen Marken; 7 Wagen von 4 italienischen Marken; 4 Wagen von 2 österreichischen Marken; 4 Wagen einer tschechischen Marke; 1 Wagen einer belgischen Marke und 1 Wagen einer ungarischen Marke. bo. Efne neuartige Winterprüfungsfahrt um Interesse des Automobilverkehrs und zur Förderung des Autosportes im Winter, veranstaltet der A. D. A. C. bekanntlich im Zusammenhange mit seiner Winterfahrt nach Garmisch-Partenkirchen vom 30. Januar bis 2. Februar einen Winterfahrbarkeits-Wettbewerb, dessen Zweck Erhöhung der Betriebsbereitschaft des Motorfahrzeuges im Winter und Verbesserung der Fahrmöglichkeiten auch bei schwierigen Fahrverhältnissen ist. Für die Durchführung der beabsichtigten Prüfung sind allerdings richtige Schneeverhältnisse massgebend. Dem eigentlichen Sinn des neuartigen Wettbewerbes entspricht die Forderung einer katalogmässigen Ausstattung des Fahrzeuges, das keine besondere Konstruktion aufweisen darf. Die erste der geplanten Konkurrenzen ist eine 48-Stunden-Zielfahrt über 1000 km Luftlinie, von der Sonderfahrzeuge ausgenommen sind. An Stelle dieser Zielfahrt kann auch die 72-Stunden-Zielfahrt der Winterfahrt Garmisch-Partenkirchen über 15 000 km Luftlinie treten. Die Messung der durchfahrenen Strecke wird diesmal auf besonderem Wege geregelt. Während bis jetzt der Teilnehmer sehr oft eine grosse Strecke fahren musste, um von seinem privaten Startorte zum offiziellen Start zu gelangen, weil nur die direkte Luftlinie von da zum Ziel gemessen wurde, wird bei der 1000-km- Zielfahrt versucht, ohne grossen Zeitverlust und Geldaufwand-eine neue Wertung durchzuführen. Man will bei der genannten Zielfahrt die Strecke «privater Startort — Scheitelpunkt — Zielort» messen, so dass der Teilnehmer mit seiner offiziell berechtigten Zeit schon mit der Fahrt am Wohnort beginnen kann; dabei wurden natürlich entsprechende sichernde Bestimmungen über die Bestätigung der zurückgelegten Strecke und des Scheitelpunktes getroffen. Der zweite Einzelwettbewerb, die Startprüfung, wird zu interessanten Beobachtungen Anlass geben, da die Fahrzeuge nach der Abnahme in der Nacht vor dem Wettbewerb auf der Fläche des Eibsees geparkt werden und nach dem Startzeichen innerhalb einer Minute eine Strecke von 30 m zurücklegen müssen! Um dies zu ermöglichen, wird jedem Fahrer nach der Fahrzeugabnahme 30 Minuten Zeit gelassen, um Vorrichtungen gegen das Einfrieren anzubringen. Eine besondere Prüfung ist auch vorgesehen für die Anbringung von Fahrhilfsmitteln zur Ueberwindung von Schneehindernissen mit normalen Fahrzeugen. Anschliessend an diese beiden Prüfungen folgt der Schneefahrbarkeits-Wettbewerb, bei dem die Fortbewegung des Fahrzeuges mit eigener motorischer Kraft Voraussetzung ist. Die Aufgabe verlangt, eine abgesteckte Schneestrecke von 500 m mit grösstmöglicher Geschwindigkeit zu durchfahren. Bei der nachfolgenden Schneehindernisprüfung müssen die Fahrer drei verschiedene Schneehindernisse von 60, 80 und 100 cm Höhe durchfahren, und zwar in ein bis drei Minuten. Längere Zeiten bringen Wertungsverluste mit sich. Als Abschluss der neuartigen Prüfungen, für deren Ideen auch in schweizerischen Auto-Sportkreisen Interesse vorhanden sein dürfte, ist eine Kolonnenfahrt über verschneite Strassen vorgesehen, bei der die Stärke jeder Kolonne auf zehn Fahrzeuge beschränkt ist. Der Sinn der Fahrt liegt darin, dass den Mitgliedern jeder Kolonne die Möglichkeit gegeben wird, sich mit Hilfeleistungen zu unterstützen. Alle die erwähnten Einzelprüfungen werden in einer Gesamtwertung zusarnmengefasst, die nach Punkten berechnet wird. Um zu vermeiden, dass massige Leistungen, die den eigentlichen Zweck der Verans.taltung nur verschleiern helfen, nicht prämiiert werden, stellte man die einschränkende Bestimmung auf, dass der Unterschied zwischen den einzelnen Leistungen nicht grösser als 10 Prozent sein darf. Die Zuteilung der Preise erfolgt in Bargeld. Man darf jedenfalls mit Aufmerksamkeit den Resultaten dieser im Interesse des Automobilverkehrs und des Autosportes im Winter organisierten neuartigen Prüfung entgegensehen, bo. Campbell kann in Daytona starten. Nach den neuesten Meldungen sind die in der letzten Nummer erwähnten Schwierigkeiten, die die rechtzeitige Austragung des Weltrekordversuches von Daytona in Frage zu stellen geeignet schienen, durch einen Kompromiss zwischen der American Automobile Ässociation und den Behörden von Daytona aus dem Wege geschafft worden. Campbell wird vom 2.—16. Februar für seine Versuche starten können. bo. Winterfahrt in den Taunus. Der deutsche Touren-Automobilclub (A. v. D.) veranstaltet am 1. Februar von Frankfurt a. Main aus ein Findigkeitswettbewerb auf neuer sportlicher Grundlage, bei der Fahrdisziplin, schnelle Orientierung und touristische Berechnung die Bewertungsgrundlage bilden. Die sportliche Aufgabe wird erst 10 Minuten nach der Startzeit bekanntgegeben.