Aufrufe
vor 4 Monaten

E_1931_Zeitung_Nr.011

E_1931_Zeitung_Nr.011

Grossgaragen und

Grossgaragen und Nachbargrundstück. (Aus dem Bundesgericht.) Das mit dem Anwachsen des Autoverkehrs verbundene zunehmende Bedürfnis nach Autogaragen führt in den Städten nicht selten zu nachbarrechtlichen Auseinandersetzungen. Das Zivilgesetzbuch bestimmt nämlich in Art. 684: « Jedermann ist verpflichtet, bei der Ausübung seines Eigentums, wie namentlich bei dem Betrieb eines Gewerbes auf seinem Grundstück, sich aller übermässigen Einwirkung auf das Eigentum der Nachbarn, zu enthalten. — Verboten sind insbesondere alle schädlichen und nach Lage und Beschaffenheit der Grundstücke oder nach Ortsgebrauch nicht gerechtfertigten Einwirkungen durch Rauch oder Russ, lästige Dünste, Lärm oder Erschütterung.» Der Lärm und die Ausdünstungen einer Garage können unter Umständen eine solche übermässige Einwirkung auf die Nachbargrundstücke darstellen; bei der Prüfung, ob dies der Fall sei, wird der Richter namentlich die Lage und Beschaffenheit der Grundstücke und den Ortsgebrauch berücksichtigen, d. h. eine Störung, die in einem ohnehin lärmenden Geschäftsviertel von den Nachbarn noch ertragen werden muss, kann in einem stillen Wohnquartier als unerträglich untersagt werden. Als vor einigen Jahren ein Bauunternehmer in einem mit Geschäftsräumen durchsetzten Viertel Türichs einen Wohnblock mit sechs Autoboxen erstellen wollte und ein Nachbar aus Art. 684 Z. G. B. auf Unterlassung dieses Baues klagte, wies das Bundesgericht diesen Anspruch ab. Es entschied, dass die zu erwartende Einwirkung nicht übermässig sei, sofern nicht besonders rücksichtslos vorgegangen werde; die Einwirkung könnte übermässig werden, wenn mehr Einstellräumlichkeiten eingerichtet würden, als das Bedürfnis der Bewohner erheische. Dies treffe aber nicht zu, da für 40 Wohnungen nur sechs Boxen gebaut würden. Ein neuester Entscheid des Bundesgerichts hatte sich nun mit dem Projekt einer Grossgarage für 170 Wagen nebst Reparaturwerkstätte zu befassen, wobei es sich wiederum um eine Strasse handelte, wo in den Wohnhäusern teilweise auch Geschäftslokale und Werkstätten untergebracht sind. Zwei Bauunternehmer erwarben auf einem der Stadtgemeinde Zürich gehörenden Areal an der Walchenstrasse-Neumühlequai ein Baurecht, um dort ein grosses Geschäftshaus mit Garage zuerstellen. Vier Eigentümer von Nachbargrundstücken an der Walchestrasse klagten auf Untersagung der Bauausführung, da der Betrieb einer Grossgarage für die Nachbarn unerträgliche Störungen im Sinne von Art. 684 Z. G. B. im Gefolge hätte. Bei der Beurteilung dieser Klage fiel aber in Betracht, dass den Bauunternehmern von den örtlichen Behöden bei der Gewährung der Baubewilligung mancherlei Vorkehren zum Schütze der Nachbarschaft auferlegt worden waren. Besondere polizeiliche Vorschriften sollen die Feuergefahr ausschliessen, der Lärm der Garage soll durch ständige Doppelfenster von der Aussenwelt abgehalten werden und gegen die Dünste wird eine Ent- «Uff!» Molly Hess sich erschöpft in einen Sessel fallen. Mein Hals ist trocken wie ein Ofen. Ist das nicht ein schrecklicher Aufenthaltsort für einen Menschen, Joan?» «Im Gegenteil! Ich finde es wundervoll.» Die Sonne, die während des staubigen Rittes auf sie niedergebrannt hatte, war hinter den Horizont geschlüpft. Das Licht nahm einen bläulichen Schimmer an wie das Feuer eines Diamanten, so dass es den Anschein hatte, als schaue man durch einen Kristall hindurch auf das zerklüftete Tal und die Berge seiner Umgebung. Joan Hess den Blick über die hufeisenförmige Schlucht gleiten, innerhalb welcher sich das Haus an einen riesigen, turmartig vorspringenden Felsen anzuklammern schien. «Ich habe dies Haus schon gesehen», sagte sie über die Schulter weg zu Colin Beck, der die Fensterläden öffnete. «Droben Von dem hohen Gipfel aus, glaube ich, doch sagte mir mein Führer, dass ein fremder Professor hier wohne ...» «Man nennt es das Haus von Lomax», antwortete der Maler. «Aber er war schon seit drei Jahren nicht mehr da. Es gehört jetzt Cradock. Ich habe nur den Haushalt überwacht, solange er auf Urlaub abwesend war. Nächste Woche ziehe ich vieder in das Gebäude der schottischen" Expedition, wo ich eigentlich hingehöre.» lüftungsanlage schützen. Die Werkstätten werden gegen die Limmat zu verlegt und die Zugänge an der Walchenstrasse dürfen von 9 Uhr abends bis 7 Uhr morgens nicht benützt werden. Zufahrtsrampen mit optischen Signalen sorgen dafür, dass die Wagen ohne Aufenthalt und ohne Lärm ins Innere gelangen können. In Uebereinstimmung mit dem Zürcher Obergericht wies das Bundesgericht am 30. Januar die Klage ab. da von der Garage unter diesen Umständen nicht von vornherein eine unerträgliche Störung der Nachbarn zu gewärtigen sei. Dagegen stünde den Nachbarn eine zweite Klage aus Art. 684 Z. G. B. offen, weiin die getroffenen Abwehrmassnahmen im Betriebe nicht wirksam genug wären. Der Entscheid ist wichtig für die Lösung des immer dringlicher werdenden Garageund Parkierungsproblems in unseren Städten. Wp. Trolleybus oder Tram am rechten Thunersee-Ufer. I. Wir veröffentlichen nachstehend die wohl überdachten Ausführungen eines Initianten für die Traktionsänderung der S. T. I. (Strassenbahn Steffisburg-Thun-Interlaken). Der Verfasser äussert sich im weitern zu einer Einsendung im « Öberländer-Tagblatt». die für die Beibehaltung der heutigen Straesenbahu eintrat. Aus den nachstehenden Zeilen spricht eine genaue Kenntnis der Verhältnisse am rechten Ufer des Thunersees und der Wille, für diese Gegend eine nene Verkehrsaera einzuleiten. Red. Jede Angelegenheit hat mehrere Seiten und man kann sie, je nach der persönlichen Einstellung, so oder so betrachten. Der X. Y. Z. zeichnende Einsender sieht sie vom Standpunkt des finanziell Beteiligten aus und dass er dann zum Ergebnis kommt, jede Aenderung des bestehenden Traktionssystems sei abzulehnen, ist sehr verständlich. Der Gedanke an notwendig werdende Abstriche im Obligationen- oder Aktienbestand ist niemand sympathisch. Ebenso verständlich ist aber auch, dass die beiden mit der Ausarbeitung des Gutachtens beauftragten Experten die Sache von einem andern Gesichtswinkel aus betrachten mussten. Für sie galt es die Fragen zu beantworten, die ihnen von den Gemeinden gestellt wurden, und dies« lauteten: Die Fragen des Gutachtens : /. Halten Sie mit Rücksicht auf den misslichen Zustand der Geleise der rechtsufrigen Thunerseebahn den Ersatz von Oberbau und Unterbau der Strecke Thun-lnterlaken vom technischen und volkswirtschaftlichen Standpunkt aus als gerechtfertigt, event. welches Traktionssystem schlagen Sie vor? 2. Welche finanziellen und sonstigen Konsequenzen wären mit Uebernahme, event. Ersatz des Strassenbahnbetriebes durch einen Autobusdienst Thun - Interlaken verbunden und welche Reorganisation der S. T. I. wäre hiefür notwendig ? Daraus ergibt sich, dass die Experten eine ganz bestimmte Aufgabe zu erledigen hatten. Diese bestand in erster Linie darin, die ganze Angelegenheit vom technischen und volkswirtschaftlichen Standpunkt aus zu prüfen und dabei die Interessen der Obligationäre und Aktionäre der Bahn nur soweit zu berücksichtigen, als sich dies im Rahmen der gestellten Aufgabe vertreten Hess. Nach dieser Feststellung braucht auf die Einzelheiten der Einsendung nicht eingegangen zu werden und es seien daher nur jene Angaben berührt, die auf einer irrigen Interpretation der Ausführungen des Gutachtens beruhen, ferner auf jene, die der Einsender in und zwischen den Zeilen herausgelesen hat, trotzdem davon im Gutachten nichts steht. Zwingende Zusammenhänge. In erster Linie muss festgestellt werden, dass die ganze Sache weite Kreise berührt. Dr Ausbau oder Ersatz der Bahn steht in engem Zusammenhang mit dem Ausbau der Strasse und von diesem wiederum hängt die Entwicklungsmögllrhkeit der ganzen Gegend ab. In der heutigen Zeit ist- die Bahn nicht «Dann ist also Herr David Cradock der Mann mit dem Sie zusammenwohnen?» «Natürlich! Sie bekommen sein Zimmer. Ein komischer Kauz, unser Dave! Man sollte meinen, dass er sich einsam fühle, ganz allein hier oben, mit Mohammed als einzigem Kameraden, nicht wahr? Aber keine Spur! Manchmal wandert er noch nach dem Abendessen hinaus und verbringt halbe Nächte in den Bergen, als ob ihm selbst ich und Mohammed zuviel an Gesellschaft wären. Oder er geht in einheimischer Tracht nach Luksor hinunter, wo er in einem arabischen Kaffeehaus sitzt, Schischeh raucht und stundenlang mit den Eingeborenen schwatzt. Was ihm nicht schwer fällt, denn er spricht wunderbar Arabisch, kennt alle Gebete und zitiert ganze Seiten aus dem Koran. Aber jetzt, KindeT.» unterbrach er sich, «werdet ihr euch wohl vor dem Tee ein bisschen zurechtmachen wollen? Ich zeige euch die Zimmer!» Er führte sie durch den Wohnraum auf den Gang hinaus und öffnete die Tür auf der linken Seite. «Das ist ihr Zimmer, Frau Averil! Ich hoffe, Sie werden alles vorfinden, was Sie nötig haben. Molly, du wohnst AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N" 11 mehr alleiniger Mittler des Verkehrs, sondern zu Ihr gesell' sich das Automobil, das besonders im Fremdenverkehr eine immer grössere Rolle spielt. Eine rein ländliche Gegend kann sich dieser Tatsache verschliessen, ein Fremdenverkehrsgebiet dagegen nicht. Die Verkehrsverhältnisse am rechten Thunerseeufer dürfen somit nicht allein vom Standpunkt .des Zustandes und der Leistungsfähigkeit der bestehenden Bahn aus betrachtet werden, sondern es sind gleichzeitig die übrigen Verkehrsfaktoren zu berücksichtigen, die in der Gegend eine Rolle spielen. Nun ist es eine leider nur zu sehr bekannte Tatsache, dass sich die Strasse teilweise in einem sehr schlechten Zustand befindet und, was fast schwerer wiegt, die auf die Strasse verlegte Bahn eine ständige und sehr schwere Bedrohung des übrigen Verkehrs bildet. Dies ist keine Behauptung der beiden Experten, sondern eine Feststellung, die in der Presse zum Schaden der Hotelindustrie und der mit ihr in engem Zusammenhang stehenden Wirtschaft schon seit Jahren gemacht wird. Tatsächlich geht der Automobil- und sonstige Fahrverkehr auf dem rechten Seeufer zurück und wird noch mehr zurückgehen, nachdem die Strasse auf dem andern Ufer in mustergültiger Weise ausgebaut worden ist. Den Interessen der Bahn stehen also teilweise jene der Bevölkerung gegenüber und es braucht wohl keiner besondern Erwähnung, welche Interessen in einem solchen Falle wichtiger und auf die Dauer von grösserer Auswirkung sind. Dabei darf nicht vergessen werden, dass das Wohlergehen der Bahn aufs engste mit dem der Wirtschaft der Gegend zusammenhängt. Leidet diese unter den bestehenden Verhältnissen, so leidet naturgemäss die Bahn ebenfalls. Das Reglement An der kürzlich stattgefundenen Münchener Tagung der Vertreter der organisierenden Automobilchrbs für die Internationale Alpenfahrt 1931 legte, wie wir schon gemeldet haben, die national© Sportkommission des A. G. S. durch ihren Präsidenten, Herrn Jules Decrauzat, einen Reglementsentwurf für die Internationale Alpenfahrt 1931 vor, der bei den Delegierten der übrigen Länder allgemeine Zustimmung fand. Im Gegensatz zu den frühern Jahren fanden sich die Organisatoren hier einem reiflich durchdachten und sorgfältig ausgearbeiteten Projekte gegenüber, dem sie ihre Zustimmung nicht versagen konnten. Die Anerkennung der anwesenden Vertreter an die Adresse des A.C.S., der bekanntlich dieses Jahr für die Internationale Alpenfahrt federführend ist, blieb denn auch in Form von Dankeskundgebungen nicht aus. Wenn es sich beim neuen Reglement verglichen mit denen der frühern Jahre um Neuerungen handelt, so entstanden sie in erster Linie eben aus der Erfahrung heraus, die man in den letzten Jahren machte, und die nun in Form von Korrekturen und genauem Umschreibungen von der N. S. K. festgelegt wurden. Der Charakter der diesjährigen Alpenfahrt wird sich wesentlich von der letzten gleichen Veranstaltung im Jahre 1929 unterscheiden, da das neue Reglement mit allem Nachdruck jene Punkte herausgearbeitet hat, die für eine Veranstaltung in der Art der Internationalen Alpcnfahrt wesentlich sind. Man wird sich deshalb in diesem Jahre Bestimmunsren geeenöberfinden, die keinerlei gegenüber in meinem Zimmer. Rufe, wenn du etwas brauchst!» Joans Handkoffer, den sie der Lastersparnis halber mit Molly teilte, stand auf dem Sessel. Sie begann ihre Sachen auszupacken Nach einer Weile klopfte es und Moüy tanzte trällernd herein. «Ich bitte dich,» fragte sie, «hast du den Puder gesehen, violett? Man hat uns für Eingeborene gehalten! Und die kolossalen Nadeln. Ah, du hast genau dieselben! Sind Männer nicht komisch? Schau dir das Buch an, das ich eben neben meinem Bett gefunden habe. Es war ein roter Lederband mit der goldenen Aufschrift: »Jahresbericht des Vereins der Maschinenbau-Ingenieure'. Du hast auch eines, lass mal sehen! Du lieber Gott, das ist doch deutsch, nicht?» Mühsam buchstabierte sie: «Das Swastika Zeichen — im — Leben — des — Orients.» Sie Hessen sich beide auf das Bett fallen und lachten. «Damit werden wir Colin zu Tode necken», kicherte Molly Dann senkte sie die Stimme. «Hast du die Statuette mitgebracht, Joan?» «Sie ist in meinem Handkoffer!» «Also komm — wir werden sie ihm zeigen!» Als nämlich Joan beim Mittagessen Molly ihr Abenteuer im Amon-Tempel erzählte und die mysteriöse Figur zum Vorschein gebracht hatte, schlug Molly vor, Colin nach der Bedeutung des Vorfalles zu fragen. Gleichzeitig woJlte sie die Kunstkennerschaft ihres Bräutigams prüfen. Mit der überlegenen Die einzige Lösung. Die Strasse könnte ausgebaut und in einen guten Zustand gebracht werden. Sicher, aber keine Behörde wird die Verantwortung für die Aufwendung bedeutender Summen für die Strassenverbesserung übernehmen wollen, wenn von vorneherein feststeht, dass das Geld wegen den in den Strassen verlegten Geleisen nutzlos ausgeworfen ist. Die Schienen haben auf langen Strecken keinen festen Unterbau und selbst keine Schwellen; sie liegen also federnd im Strassenbett und übertragen auf dieses alle von der Bahn auftretenden Erschütterungen und Schläge. Diese sind um so grösser, je schlechter der Zustand der Geleise ist und dieser Zustand wiederum leidet in bedenklichem Masse unter jenem der Strasse. Es gibt also keine andere Lösung, als die Strasse gleichzeitig mit dem Geleise umzubauen. Weg mit den Schienen l Wieweit dieser Geleiseumbau nötig ist, hat der als Eisenbahnfachmann nicht nur im Inland, sondern ebenso im Ausland bekannte Direktor der Montreux-Oberland-Bahn festgestellt. Seine Angaben sind nicht zu bezweifeln, denn die Exerten haben kein Interesse am Ersatz einer Nebenbahn, sondern sicherlich nur ein solches an der gewissenhaften Beantwortung einer gestellten Frage. In solchen Fällen kann nur der Fachmann und nicht der Laie entscheiden. Die Frage, ob diese oder jene Teilstrecke nicht umgebaut zu werden brauche, ist also hier müssig. Feststehend ist, dass der Kanton die Strasse nicht umbaut, solange nicht die Bahnschienen sicher verlegt und die gefährlichen Kreuzungen der Strasse durch die Geleise ausgemerzt sind und dass die Gegend unter diesem Zustand leidet und schweren Schädigungen ausgesetzt ist. (Schluss in Nr. 12.) Sportnachrichten Die Internat. Alpenfahrt 1931. falsche Auffassungen und schleierhafte Begriffe mehr dulden. Die nationale Sportskommission des A.C.S. sah von vorneherein die Notwendigkeit eines fertigredigierten Projektes ein, da sich allein auf solchen Grundlagen diskutieren lässt. Die fundamentalen Prinzipien des Reglementes durften, wollte man nicht die ganze Veranstaltung in Frage stellen, nicht zu einem Gegenstand von Auseinandersetzungen werden. Bei einzelnen Bestimmungen stiessen die Verfasser des Reglementes oft absichtlich weit ins Extreme vor, um Raum für Konzessionen zu schaffen. So ergab sich bei den Verhandlungen in München die erwartete Tatsache : der Gesamtumriss des Reglementes wurde gutgeheissen, nur einzelne Details erfuhren eine erwartete notwendige Revision. Der Gletscherpokal. Der Gedanke der Ersetzung des « Alpenpokals » durch individuelle « Becher der Nationen » oder « Gletscherpokale» wurde gleichzeitig von schweizerischer und italienischer Seite aus propagiert. Man wollte um jeden Preis jene tendenziösen Veröffentlichungen verhindern, wie sie letztes Jahr vorkamen, und die rügten, dass, sofern eingeschriebene Equipen während der Fahrt auseinanderfielen und nur noch ein einzelner Fahrer am Ziel den Alpenpokal entgegennehmen konnte, ein Einzelgänger sich nun fälschlicherweise offizieller Equipengewinner des Alpenpokals wähnen konnte. Es war deshalb die Schaffung von gut unterscheidenden Namen notwendig. Von dem Gedanken der « Becher der Nationen » kam man indessen Miene eines ausgepichten Aegyptologen, der zwei Studienjahre hinter sich hatte, fand er es am Platze, verschiedene Skarabäen, die Molly einem Händler abgekauft hatte, als plumpe Fälschung zu bezeichnen. Also sollte er nun aufs Glatteis geführt werden. Sie stellten die Statuette zwischen Tassen und Backwerk auf den Tisch. Als der heranschlendernde Künstler den kleinen Götterhund erblickte, blieb er betroffen stehen. «Alle Wetter, woher stammt das?» Dann trat er heran und untersuchte die Plastik genau. «Amenhotep II.», stellte er fest, nachdem er die Hieroglyphen entziffert hatte. «Und bei meiner Seele, er ist aus schwerstem Gold!» «Es gehört Joan!» klärte ihn seine Braut auf. «Sie erstand es in Luksor und wollte wissen, was du davon hältst!» «Sie haben es in Luksor gekauft? Darf ich fragen, was Sie dafür bezahlten?» «Ein Pfund!» sagte Joan leise und blickte zur Seite. Colin war starr. «Haben Sie ein Pfund gesagt, ein Pfund?» «Ja», bestätigte Joan mit erstickter Stimme. «Aber, aber... eine solche Figur ist unschätzbar ...» (Fortselzuns im .)

N» 11 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE wieder ab, da der Begriff den Anschein erwecken könnte, als würde es sich bei der Alpenfahrt um für jedes einzelne Land repräsentative Equipen handeln. Auf diese Weise kam man zu folgender Unterscheidung : Der « Alpenbecher» gelangt für die offiziell eingeschriebenen Marken-Equipen der verschiedenen Konstruktionshäuser zur Vertei-lung, während der « Gletscherpokal» individuell zur Verteilung gelangt Die Streckenführung. Wie zu erwarten stand, gab die definitive Bestimmung der Streckenführung zu den meisten Aenderungen Anlass, da der grösste Teil der verlangten Korrekturen durch die genauere Kenntnis der Verhältnisse der einzelnen Vertreter motiviert war. So wurde bei der ersten Etappe München-Innsbruck auf Verlangen Deutschlands die Passierung des Flexenpasses fallen gelassen. Dieser Pass, über den man direkt das Arlberg erreichen sollte, ist allerdings sehr malerisch, aber derart eng, dass er kein Ueberholen erlaubt. Ein steckengebliebener Wagen könnte so eine sich unheilvoll auswirkende Stockung heraufbeschwören. Man wird deshalb von Garmisch-Partenkirchen aus auf gut fahrbaren Wegen Lindau am Bodensee zustreben, am von hier aus Bregenz und das Vorarlberg zu erreichen. Bei der Behandlung der dritten Etappe gahen die Italiener an Stelle des vorgeschlagenen St. Bernardinpasses dem Splügen den Vorzug, da der letztere Pass weitaus interessanter und schwieriger zu befahren ist. Die Fahrer werden so ohne, wie zuerst vorgesehen war, den Tessin zu berühren, gleich von Graubfinden aus nach Italien gelangen. Die Schweiz wird nach der Passierung von Chlaverma und Como über Chiasso und Lugano wieder betreten, von hier aus wird die Linienführung über den Ceneri geleitet. Je nach der noch genau zu bestimmenden Kilometrierimg mit Fortsetzung über Bellinzona oder über Cadenazzo nach Locarno. Die Streckenführung dem Langensee entlang über Paüanza nach Gravellona wurde schon vor einiger Zeit fallen gelassen, da die schmale Strasse viele Schwierigkeiten bietet. Gravellona wird von Locarno aus deshalb über das Centovalli und Domodossola erreicht, nachher verläuft die Strecke wieder nach dem festgelegten Projekte. Bei der sechsten Etappe Genf-Bern entschloss man sich, den Col de la Forclaz fallen zu lassen, um den weniger gefährlichen and schwierigen Morgins-Pass zu überqueren. Das Tracg der verschiedenen Etappen Ist auch heute noch nicht bis in alle Details festgelegt, da zuerst noch die Berichte über die genaue Kilometrierungen der einzelnen Etappen abgewartet werden müssen. Auf der Basis dieser Kilometrierung werden sich noch weitere Routenänderungen vornehmen lassen. Die Wagen. Die definitive Wagenkategorie für 1931 wird mit den Bestimmungen der Wagen für die Internationale Alpenfahrt 1929 übereinstimmen. Leider konnte der neue Begriff des * Katalogwagen des dominierenden Typs » noch nicht angewandt werden, da der von der A. I. A. C. R. festgelegte Beschluss erst nach Ablauf der Meldefrist für die Fahrt in Kraft tritt Die Definition der Internationalen Alpenfahrt Während man in frühern Jahren mit der einfachen Umschreibung « Regelmässigkeitsfahrt» das Wesen der Internationalen Alpenfahrt umfasst zu haben glaubte, wurde dieses Jahr eine genauere Definition der Fahrt gegeben : «Datier- und Widerstandsfähigkeitsprüfung für Wagen und Dauerprüfung für Führer ». Die maxftnaien Geschwindigkeiten spielen dieses Jahr als Vorteil überhaupt keine Rolle mehr. Eine Ueberschreitung der vorgeschriebenen Durchschnittsgeschwindigkeit zieht ebenso Bestrafung nach sich, wie schon früher das nichterreichte Mittel. Der allgemeine Durchschnitt der Geschwindigkeiten wird auf Grund der später vorliegenden Berechnungen der verschiedenen Clubs nach einer besondern Kalkulationsmethode vorgenommen. Als Normen für die Berechnung des Durchschnitts dienen die Grundsätze aus Oesterreieh und der Schweiz, da in diesen beiden Ländern die schwierigsten Strecken zu befahren sind. Die Ablahrten "* rrr " finden alle mit Ausnahme der um Mitternacht beginnenden Etappe Nizza-Genf nach Tagesanbruch statt Diese Bestimmung soll die Unsicherheiten der letzten Jahre beheben, die einzelne Fahrer veranlasste. schon um Mitternacht zu starten, während andere erst gegen den Morgen hin losfuhren. Zum Start ist den Fahrern eine Minute bewilligt worden; jede Verzögerung von 10 Sekunden bis zur beginnenden Fahrt zieht einen Strafpunkt nach sich. Die Kontrollen. Das schweizerische Projekt sah zwei offene und zwei geheime Tageskontrollen vor. Neuer Auto-Weltrekord: 395 km. Stundenmittel Nach den ersten vielversprechenden Versuchen Capt. Campbeils mit dem «Blauen Vogel», gelang dem kühnen englischen Meisterfahrer am letzten Donnerstag in Daytona der grosse Wurf: er stellte beim ersten offiziellen Versuch einen neuen Schnelligkeits-Weltrekord auf, der somit den seit zwei Jahren bestehenden Rekord des toten Segraves auslöscht. Der genaue Durchschnitt der ungeheuren Geschwindigkeit des «Blauen Vogels», der wie ein Schemen über die Erde hinbrauste, beträgt 394,464 Stundenkilometer, 23,121 Stundenkilometer schneller als der «Golden Arrow» Major Segraves. Nach den Ruhepausen vom Dienstag und Mittwoch erklärte Malcolm Campbell am Donnerstag morgen schon ziemlich früh, er werde an diesem Tage den ersten offiziellen Rekordversuch unternehmen. Trotz den Warnungen von allen Seiten, die auf das trübe Wetter und den Zustand des Terrains hinwiesen, das nach den Regenfällen noch nicht ganz eben war, Hess der englische Fahrer die Chronometreure zusammenrufen. In den späten Vormittagsstunden fuhr Campbell mit einem Tourenwagen die Strecke ab, indem er ihre Eigenheiten genau prüfte. Während die Kontrolleure fieberhaft mit der Aufstellung ihrer Apparate beschäftigt waren, schleppte man den «Blauen Vogel» herbei, der genau um 14 Uhr 52 ansprang. Nach den paar Anfahrtskilometern, die der Wagen für den Start brauchte, raste das gewaltige Vehikel mit einer vom Auge kaum mehr voll erfassbaren Schnelligkeit vorüber. Der erste Versuch in der Nord-Süd-Richtung ergab 246 Meilen 575/1000 oder 396,815 km. Auf der Rückfahrt Nord-Süd betrug der erreichte Durchschnitt wiederum 244 Meilen 897/1000 oder 394,114 km. Der sich aus den beiden Fahrten ergebende wahnwitzig hohe Durchschnitt beträgt somit 245 Meilen 736/1000 oder 395,464 Stundenkilometer! Dem grandiosen Schauspiel des Versuches wohnten über 30 000 hingerissene Zuschauer bei. Als Campbell nach der gelungenen Fahrt, deren Erfolg sogleich Radio und Kabel in alle Erdteile verbreiteten, den Wagen v«rliess, brandete die Begeisterung der Zuschauer über, — Polizetkordons und aufgestellte Gehege wurden durch den Ansturm des Publikums durchbrochen, so dass sich Capt Campbell neuer Weltrekord-Trager. Campbell vor der überfliessenden amerikanischen Begeisterung buchstäblich schützen musste. Der Erfolg Campbells ist das Resultat aussergewöhnlicher Kühnheit, harter Energie und ruhiger Sachlichkeit, die den neuen Weltrekordfahrer schon mehr als einmal Sieger werden Hessen. Schon mehrmals war der berühmte Engländer im Besitze des Weltrekordes, der ihm jedoch immer wieder entrissen werden konnte. Für den neuen Versuch wandte er alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel auf, nachdem er bereits im Frühjahr 1929 auf dem afrikanischen Hochplateau von Verneuk Pan Segraves Rekord zu erledigen versucht hatte, damals allerdings ohne Erfolg. Campbell investierte in dem neuen Versuch auf der Daytona Beach gegen 500 000 Franken; seine Spekulation hat sich zu seinem Glück als richtig erwiesen. Der neue Träger des Weltrekordes wird keine weiteren Versuche mehr unternehmen. Er erklärte Pressevertretern gegenüber, er werde sich mit dem «Blauen Vogel» so rasch als möglich nach England einschiffen — voraussichtlich nächsten Freitag —, da die erzielten Resultate ihn voll befriedigen. Wie bekannt wird, soll der Rekordwagen nicht mehr ganz in Ordnung sein. Bei der genauen Kontrolle nach der letzten Fahrt stellte sich heraus, dass der Motor die ungeheure Kraftprobe nicht ganz unbeschädigt überstanden hatte. Lord Hove, einer der in Daytona weilenden Freunde des Weltrekordfahrers erklärte, die Beschädigungen des Motors wären so stark, dass ein Reservemotor eingebaut werden müsse, bevor an eine Fortsetzung der Fahrten gedacht werden könnte. Der neue Weltrekord träger ist natürlich In seinem Heimatlande Gegenstand der allgemeinen Aufmerksamkeit. Die englischen Blätter identifizieren den Erfolg Campbells mit dem des ganzen Landes, das wiederum einen Beweis seiner Energie nnd seines Könnens ablegte. Die ungeheure Schnelligkeit des «Blauen Vogels» hat für den Engländer etwas Symbolisches; er konstatiert freudig die sinnbildliche Vorrangstellung seines Landes zu Wasser, Land und Luft. bo. Eine sensationelle Neuheit! DAS AUTOMOBIL MIT FREILAUF! BRINGT EINEN DER SENSATIONELLSTEN FORTSCHRITTE, WELCHER IN DER AUTOMOBIUNDUSTRIESEIT19 JAHREN VERWIRKLICHT WURDE GENERALVERTRETER FÜR DIE SCHWEIZ: LES JORDILS JULIEN TELEPHON 23346 MIT SEINEN MODELLEIM VON 12% BENZIN-ERSPARNIS OEL-ERSPARNIS UEBERQANQ VOM ZWEITEN ZUM DRITTEN GANG UND UMGEKEHRT BEI 60 BIS80 KM P.STUNDE OHNE GERÄUSCH UND OHNE ZU KUPPELN I PIOT y LAUSANNE TELEGRAMM ADR.: PIOSTUD Kapitän Malcolm Campbell, Inhaber des netten Geschmadiekeits- Weltrekordes. Ein weiterer Weltrekord von Campbell. In Daytona stellte Malcolm Campbell am Freitag einen weitern Automobil-Schnelllg'keitsrekord auf, indem er mit einem 7 PS-Rennwagen «Bebd-Austin» startete und den Weltrekord der Klasse unter 750 cem mit einem Stundenmittel von 151,373 km zu schlagen vermochte. Dem Vorschlag erwuchs jedoch in München Opposition, indem man der Befürchtung Ausdruck gab, dass geheime Kontrollen parteiische Schiedssprüche fällen könnten, gegen die sich der wehrlose Fahrer nicht wenden kann. An Stelle der vorgeschlagenen zwei geheimen Kontrollen beschloss man deshalb Einführung einer dritten offenen Tageskontrolle. Die Kontrollstellen werden durch ein gut sichtbares Band den Fahrern bezeichnet Jeder Teilnehmer, der 10 Minuten zu früh an einer Kontrolle anlangt wird bestraft 300 Meter vor jeder Kontrolle und jedem Etappenankunftsort beginnt eine Strecke, auf der die Fahrer, wenn sie nicht Strafpunkte holen wollen, nicht anhalten dürfen. Diese Bestimmung gilt für die offene Strecke allerdings nicht. Die Organisatoren glauben durch diese strengen Massnahmen die Fahrer ZJI einem Tempo zu zwingen, das von selbst der Fahrt jeden Charakter eines