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E_1931_Zeitung_Nr.015

E_1931_Zeitung_Nr.015

gierungsrat vorbehalten

gierungsrat vorbehalten hat, war zu verstehen, T'eil sich erfahruhgsgemäss bei 4er praktischen Ausführung sehr oft Verhältnisse einstellen, welche die Fertigstellung einer Arbeit in einem Zuge verunmöglichen. Leider kcini.it es ja immer wieder vor, dass Gemeinden unschlüssig sind über Erstellung von Kanalisationsleitungen, Gas- ode*W"« serleitungen und dass sich beim Landerwerb Schwierigkeiten ergeben- Auch kann es im Kanton Aargau nur zu leicht vorkommen, dass Verhandlungen mit den Bahnen sich in die Länge ziehen und dass damit der Abschluss begonnener Arbeiten zu leiden hat. So ist denn auch für das Strassenbauprogramin 1931 vorgesehen, dass die einzelnen aufgeführten Strassenstrecken in verschiedenen Bauetappen vollendet werden können. Die Baudirektion rechnet damit im Maximum mit der Fertiginstandstellung von 40 Kilometer Strassen. Bei einer Reihe von Projekten sind noch gewisse Vorfragen abzuklären. Hinter der Strecke Aarau-Schöftland und derjenigen der Wynentalstrasse stehen noch grosse Fragezeichen, da die Bahnen von ihrem einmal eingenommenen Standpunkte scheinbar nicht so leicht abzubringen sind. Nach einer Zusammenstellung verursachen die im Programm enthaltenen Strassenbauten folgende Gesamtkosten: Neu- und Umbauten ca. 2,9 Millionen Franken, Instandstellungen ca. 10,3 Millionen Franken, total somit 13,2 Millionen Franken, wobei die Gemeindebeiträge und diejenigen der Strassenbahnen inbegriffen sind. Wenn, gestützt auf die vorjährigen Erfahrungen, ein Viertel des Jahresprogrammes durchgeführt werden kann, womit wir Automobilisten uns zufrieden geben wollen, so gibt dies für den Staat eine Jahresausgabe von rund 3 Millionen Franken. Ausserhalb dieses Strassenbauprogramms steht das Projekt der : Mufsehellenstrasse (Bremgarten-Dietikon). Hier waren sehr komplizierte Fragen abzuklären. Der Grosse Rat hat den Ausbau der Strasse beschlossen. Die Verteilung der Kosten zwischen Staat und Gemeinde einerseits und der Bahn anderseits wurde durch Grossratsbeschluss vom 15. Dezember 1930 geregelt, so dass mit dem Um- und Ausbau dieser wichtigen Strasse •ungesäumt begonnen werden konnte. Wir haben unsererseit dem Berichte nicht mehr viel beizufügen. Mit Freude und Dank registrieren wir, dass im Kanton Aargau die Regierung gewillt ist, durch Arbeitsbeschaffung nicht nur dem Arbeitslösenproblern auf den Leib zu rücken» sondern zugleich- auch das aargauische Strassermetz den modernen Anforderungen des Verkehrs anzupassen. Die vorgesehene ausserordentliche Strässeninstandstellung, die nun auch für das Jahr 1931 genehmigt wurde, bedeutet für den Kanton Aargau eine schöne Seite der Politik- Sie wird aber auch das ihre zur Belebung, des Strassenverkehrs beitragen und so dem Staate neue Einnahmen zuführen. : Sollten andere Kantone in gleicher Weise sich fortschrittlich betätigen wollen, so verfügten wir in einigen Jahren in unserem Schweizerlande über ein Hauptverkehrsnetz, das sicherlich dem ganzen lande zum grössten Segen gereichen würde. Mit allem Nachdruck möchten wir unsere Auffassung dahin festlegen, dass in den nächsten Jahrzehnten unsere Strassenpolitik das Mittel" zu einer Haupteinnahmequelle unserer Volkswirtschaft werden dürfte: ' D Garage-Erweiterung in Basel. Die bisher für 6 städtische Autobusse Platz bietende Garage in Basel wird durch den Beschluss des Grossen Rates vergrössert, um Raum für 9 Autobusse zu schaffen. x. Weihrauch und Orangenwasser, und dazwi-! sehen den schwach beizenden Rauch von brennendem Holz. Warm und geheimnisvoll wehte es durch den stillen Steinkorridor, der sich wie ein rätselvolles Fragezeichen wand. Makhmud schlurfte voraus. Man gelangte in einen offenen Hof, auf dem zur Linken eine Art Pavillon ohne Seitenwände und zur Rechten ein Brunnen zu sehen war. Ringsum lief eine Galerie, und auf der gegenüberliegenden Seite führten ein paar Stufen zu einer verhangenen Tür. Als sie die Treppe erreichten, teilte sich der Vorhang und der Prinz erschien. Joan erkannte ihn nicht sogleich, denn er trug arabische Kleidung, einen weissrotgestreiften Seidenturban, einen prachtvollen rotgoldenen Kaftan mit weiten Aermeln. Die Kopfbedeckung veränderte seine äussere Erscheinung vollkommen. Die rotbraune Farbe seines Haares milderte jetzt, da es verborgen blieb,, nicht mehr den reih orientalischen Schnitt der Züge. Der Turban warf einen Schatten über seine gelblichen Augen und betonte den kühnen Schwung seiner Ad'crnase, so dass «r wie ein türkischer Pascha oder wie ein Beduinenhäuptling aussah. Aber sein höflicher Gruss hatte nichts Orientalisches. Joan schämte sich ihrer Skrupel. .«Meine sehr verehrten Damen, > erklärte Natlonalrätlfche Kommission und Verkehrsgesetz. Der Entwurf des Bundesrates zu einem Bundesgesetz über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr wurde von der Kommission des Nationalrates unter dem Vorsitz von Nätionalrat Pfister (Zürich) vom 16.' bis 21. Februar in Locarno durchberaten. An den Beratungen nähmen auch Bundespräsident Häberlin und der Chef der Polizeiabteilung, Dr. Rothmund, teil. Wir veröffentlichen nachstehend die offiziellen Mtteilungen: Die Aenderungen. Die wichtigsten Aenderungen, die gegenüber dem bundesrätlichen Entwurf beschlossen wurden, lassen sich wie folgt zusammenfassen: Gleich wie für die Ausführung von gewerblichen Personentransporten und die Führung von schweren Motorwagen zumregelmässigen und gelegentlichen Persorientransport, wird auch für die Führung schwerer Motorlastwagen zum Gütertransport 'ein besonderer Führerausweis verlangt, der nur an Personen erteilt werden darf, die das 22. Lebensjahr vollendet haben. Ferner erachtete es die Kommission als zweckdienlich, ini Gesetz ausdrücklich zu sagen, dass der Entzug der Ausweise für das ganze Gebiet -der Schweiz wirksam ist. Arbeits- und Ruhezeit Eingehende Ausführungen erfolgten über die Regelung der Arbeits- und Ruhezeitbestimmungen gewisser Klassen von Motorfahrzeugführern. In Abänderung des bundesrätlichen Entwurfes wurde mehrheitlich beschlossen, dass bis zum Erlass eines einschlägigen Bundesgesetzes der Bundesrat nicht nur die Arbeitszeit der Motorfahrzeugführer der konzessionierten Personentransportunternehmungen regle, sondern auchderjenigen, die dauernd oder vorwiegend" mit dem Gütertransport beschäftigt sind- Diese Gleichstellung erschien vom Standpunkt der Verkehrssicherheit aus notwendig. An der Bestimmung, dass allen andern berufsmässigen Motorfahrzeugführern eine angemessene Ruhezeit zu sichern sei, wurde nichts geändert. In Anbetracht der Wichtigkeit der Materie, die später in einem besonderen Bundesgesetz geregelt werden soll, unterliegt der aufzustellende Pundesratsbeschluss der Genehmigung der Bundesversammlung. Vorschriften iür Motorlastwagen. , • . Mit den Verkehrsvörschriften -erklärte »steh die Kommission zu einem grossen ^Peil "einverstanden. Neu wurde die Regelung üöer das Gesamtgewicht des beladenen Motorwagens gestaltet. Im allgemeinen darf dieses elf Tonnen nicht überschreiten. Da jedoch für gewisse Spezialwagen eine höhere Begrenzung notwendig ist, wird dem Bundesrat das Recht eingeräumt, für solche ein Höchstgewicht bis zu 13 Tonnen zuzulassen. Das Höchstgewicht für Dreiachser wird, wie dasjenige für Anhängewagen und Lastenzüge, in der Vollziehungsverordnung geregelt. Die Höchstbreite eines beladenen Motorfahrzeuges wurde auf 2 m 35 belassen. Dagegen soll für konzessionierte Personentransportunternehmungen die Konzessionsbehörde eine Breite von 2 m 40 zulassen können. Die Vorschriften der bundesrätlichen Vorlage über die Geschwindigkeit wurden gutgeheissen- Es wurde namentlich hervorgehoben, dass eine Regelung, die vom Automobilisten verlangt, seine Geschwindigkeit den gegebenen Strassen- und Verkehrsverhältnissen anzupassen, viel wirksamer sei als die Festsetzung bestimmter Höchstgeschwindigkeiten, die an vielen Orten zu er, während er sie ins Innere geleitete, «unsere Häuser wurden für den Sonnenschein und nicht für kalte Winterstürme erbaut. Sie müssen ihre Mäntel anbehalten, bis sie festgestellt haben, ob das Speisezimmer warm genug ist.» An einen kleinen Vorraum schloss sich ein prächtiges Zimmer mit gewölbter Decke. Seidenteppiche in gedämpften Farben verhüllten das nackte Mauerwerk der Wände bis auf eine Seite, die gegen den Hof zu lag, wie Joan bemerkte, und an der hohe Vorhänge angebracht waren. Längs der Wände standen breite Diwane und in jeder der vier Ecken des Raumes waren Glutpfannen aufgestellt, die das Zimmer mit würzigem Rauch erfüllten. Von der Decke warfen zwei grosse Kettenlampen aus blauem, reichbemaltem Glase, wie man sie sonst nur in Moscheen sah, ein angenehm gedämpftes Licht auf den gedeckten Tisch. Irrt Hintergrund, auf einer kleinen Erhöhung vor einer verdeckten Tür, war ein Büfett angerichtet. «Wie herrlich!» Nadia Alexandrowna klatschte begeistert in die Hände. Der Prinz lächelte. «Da Sie es ablehnen, nach der Sitte meines Volkes zu speisen, so musste ich mich an die Gebräuche Ihrer Landsleute halten. Leider haben wir keine Ihrer köstlichen Rebhühner und auch keine sibirische Hasenpastete, tiie man einst zu AUTOMOBIL-T*EVUE 1931 - No 15 hoch seien und an andern •wiederum überschritten werden rnüssten. Die Begrenzung der Geschwindigkeiten. Für schwere Motorwagen muss der Bundesrat die Höchstgeschwindigkeiten in der Vollziehungsverordnung regeln; für andere Motorfahrzeuge kann er -dies tun, jedoch nur dann, wenn das Fallenlassen der Vorschriften über die Höchstgeschwindigkeit nach den zu sammelnden Erfahrungen offensichtlich eine Verschlimmerung statt eine Verbesserung zur Folge haben würde. ;"'••• Bestimmungen für Radfahrer. Die Bestimmung über die Beleuchtung der Fahrräder wurde so gefasst, dass vom Eintritt der Dämmerung an jedes Fahrrad beim Gebrauch mit Licht und mit einem nach rückwärts wirkenden Leuchtzeichen versehen .sein muss. Damit soll deutlicher gezeigt werden, dass in der Vollziehungsverordnung als Schlusslicht eine Reflexlinse (Katzenauge) vorgeschrieben werden kann. Ebenfalls eine Ergänzung erfuhr die Bestimmung über die Radfahrerhaftpflichtversicherung in dem Sinne, dass sie auch bei Verbänden abgeschlossen werden kann, sofern die gesetzlichen Bedingungen erfüllt sind. Varia. Femer erachtete man es im Interesse der Verkehrssicherheit als notwendig, über Langholzfuhren eine besondere Vorschrift ins Gesetz aufzunehmen: Beim Transport von Langholz oder anderen das Fahrzeug überhängenden Gegenständen muss das Ende der Ladung sowohl bei Tag als bei Nacht besonders deutlich gekennzeichnet werden. Im Anschluss an die Verkehrsvorschriften ist noch beizufügen, dass das Gesetz das Anbringen von Reklamen auf der Strasse oder ausserhalb derselben direkt untersagen soll, soweit dadurch die Sicherheit des Strassenverkehrs gefährdet wird. Der bundesrätliche Entwurf verpflichtete die Kantone, dies zu tun. Ueber die Artikel 1—35 des Gesetzes ist die Kommission bereit, in der März-Session zu referieren. Sie hat. sich aber die Möglichkeit gewahrt, auf den Inhalt der folgenden Kapitel in einer zweiten Lesung zurückzukommen. Deshalb müssen Mitteilungen über die Beschlüsse zur Haftpflicht, zur Versicherung, sowie zu den Straf- und Uebergangsbestimmungen auf den Zeitpunkt aufgespart -werden, wo diese Beschlüsse endgültig sein werden. Der Jahresbericht der zürcherischen kantonalen Polizeidirektion der dieser Tage erschienen ist, gibt manches interessante Streiflicht vom zürcherischen Motörfahrzeugwesen- Freilich enthält er auch das Sündenregister der Fahrer, zeigt doch das detaillierte Tableau der Polizeibussen, dass leider die überwältigende Mehrzahl der Strafen auf Motorfahrzeugführer entfällt, deren Obulus denn auch die Kassen der Statthalterämter weithaus am meisten spickte. Es kommen auch die Statthalterämter zum -Wort, von denen die- meisten eine Zunahme -der Uebertretüngen der Motorfahrzeügvorschriften melden. Die Bezirke Andelfingen, Bülach und Dielsdorf können erfreulicherweise einen Rückgang dieser Nichtbeachtung von Verkehrsvorschriften bemerken. Die Amtsstelle der Stadt Zürich fordert, dass die Erteilung der Führerbewilligung von strengeren Anforderungen als bisher abhängig gemacht werde, indem besonders auch das Vorleben der Bewerber in Betracht gezogen werde und der Kandidat auch eine grössere allen Zeiten in Petersburg bekam. Aber der Wodki wenigstens ist echt!» Er führte seine Gäste zum Büfett und bediente sie mit Kaviar. Joan musste ein winziges Glas klaren, weissen Alkohols kosten. Es trieb ihr die Tränen in die Augen und brachte sie zum Husten. Nadja stürzte zwei nacheinander hinunter, und mit dem Ruf: «Wer hat jemals einen Stuhl mit zwei Beinen gesehen?» genehmigte sie noch ein drittes Gläschen, das der Prinz ihr galant kredenzte. «Wird Ihnen nicht zu kalt sein?» fragte Hussein besorgt. Joan Hess das Tuch von'den weissen Schultern gleiten, denn nachdem scharfen Wind auf der Strasse kam ihr das Zimmer behaglich warm vor. Nadja folgte ihrem Beispiel und enthüllte ein Gewand aus pfaublauem Brokat. Joan fühlte, wie Hussein den Bfick über ihr Silberkleid wandern Hess. «Wundervoll!» schwärmte er. «Wissen Sie, dass Sie der vollkommenste Typ einer klassischen Figur sind, freilich einer kühlen, herben, fürchte theoretische Prüfung über die--bestehenden Vorschriften zu bestehen habe. Wihterthur teilt mit, dass es von dem Recht des Entzuges der Führerbewilligung gegenüber betrunkenen Fahrern konsequent Gebrauch gemacht habe. Wir begrüssen dieses strenge Vorgehen sehr und hoffen, dass auch die anderen Aemter sich gegenüber alkoholisierten Automobilisten ebenso unnachsichtig verhalten. Das Polizeikommando selbst meldet einen günstigen Einfluss der fliegenden Kontrolle auf die Ordnung im Strassenverkehr. So ging der Prozentsatz der Beanstandungen bei angehaltenen Fahrzeugen bereits von 9% im Jahre 1929 auf 5,6% im Berichtsjahre zurück. Es wurden insgesamt 603 Kontrollen vorgenommen, wovon 61 während der NaCht und 15 an Sonntagen. Es wurden dabei an die 38,000 Motorfahrzeuge kontrolliert, welche Kontrollen zu ca. 1700 Verzeigungen führten- Die Kontrollen erstrecken sich auf die Verkehrsberechtigung und Verkehrstüchtigkeit der Fahrzeuge und Führer, sowie auf die Geschwindigkeit. Die Kontrollen förderten eine überraschend grosse Zahl von Fällen an den Tag, wo Fahrten ohne Verkehrs- öder •Führerbewilligungen oder mit falschen Poiizeinummern ausgeführt wurden. Meistens werden derartige Fahrten von lichtscheuem Volk oder zu lichtscheuem Zweck ausgeführt, die oftmals wegen der Unverantwortlichkeit der Fahrer mit Unfällen enden. Es ist deshalb nur im Interesse der anständigen und zum Fahren berechtigten Automobilisten, wenn den Strolchenfahrern und anderem Gesindel das Handwerk gelegt wird. Hoffentlich verfährt man dann auch mit diesen Leuten nicht allzu rücksichtsvoll. Es ist ja geradezu krass, wenn man von den lächerlichen Strafen hört, die vielfach für Strolchenfahrten ausgesprochen werden, währenddem der anständigste Automobilist wegen der geringsten Geschwindigkeitsübertretung Bussen von beträchtlicher Höhe riskieren kann. Um dem vermehrten Strassenverkehr gerecht, zu werden, soll die Verkehrsabteilung, welche zur Zeit nur fünf Mann zählt, vermehrt werden. Wenn die Abteilung ihre Aufgabe wirklich in der Prävention und der Beaufsichtigung und nicht in schikanöser Lauer auf Uebertretüngen sieht, dann ist es nur zu begrüssen. wenn die Abteilung möglichst rasch; verstärkt und mit modernen Verkehrsmitteln ausgerüstet wird. Die vielseitige Tätigkeit der kantonalen .Motorfahrzeugkonirolle spiegelt. :sich ebenfalls in dem Berichte wieder. Es wurdendrei neue Experten eingestellt sowie die Stelle des Adjunkten wieder neu besetzt- Es wurden 7777 Motorfahrzeuge auf ihre Verkehrstüchtigkeit geprüft. Insgesamt wurden 23,129 Verkehrsbewilligungen erteilt. Zur Fahrprüfung meldeten sich 5618 Personen. Nicht weniger als 1650 Kandidaten mussten wegen ungenügender Leistung abgewiesen werden. Wenn dies einerseits darauf hindeutet, dass die Experten ihre Anforderungen ordentlich hinaufgeschraubt haben, so beweist dieses Ergebnis anderseits auch die unerfreuliche Tatsache, dass sich eine Masse Leute, die sich der kommenden Verantwortung eines Motorfahrzeugführers gar nicht genügend bewusst sind, zur Prüfung melden und glauben, dass oberflächliche Kenntnisse vollständig genügen. Gerade hier muss von der Behörde unbedingt gesteuert werden, denn nichts schadet dem Ansehen des Automobilwesens so sehr und nichts gefährdet die Verkehrssicherheit so stark, wie Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit beim Führer. Das Polizeidepartement des Kantons hatte seinerzeit noch einen Entwurf zu einer neuen ich die grünäugige Pallas Athene vielleicht oder Diana, die Göttin der Jagd.» «Es ist jetzt Schonzeit!» Joan nagte an einer Olive und lachte fröhlich. Er warf einen Blick zu Nadja hinüber, die ihren nackten, bronzefarbenen Rücken dem Zimmer zukehrte und am Büfett dünne Scheiben von geräuchertem Lachs schnitt. «Sie sind wirklich berückend!» murmelte er heiss und haschte nach Joans Hand. Seine Stimme hatte einen sonderbar verhaltenen Klang, und seine Augen schimmerten matt, wie durch einen Schleier. Joan trat einen kurzen Schritt zurück. «Ich habe keine Hand frei!» neckte sie. «Eine brauche ich, um die Oliven zu halten, und die andere, um den Kern zu fassen. Aber Sie dürfen mir noch ein wenig von dem köstlichen Kaviar und ein Stückchen Toast geben, wenn Sie wollen!» Man setzte sich mit gutem Appetit unter einer der Moscheelampen zur Mahlzeit nieder. So hervorragend feines Glas werde jetzt nicht mehr erzeugt, erzählte der Prinz. Angeblich sei es die Arbeit venezianischer Handwerker, die von den umherstreifertden Kriegsgaleeren der alten Kalifen gefangengenommen waren. «Es sollen nur hundert Exemplare dieser Lampen existieren. Drei von ihnen befinden sich in diesem Haus — zwei hier und eine im oberen Stockwerk im Kaa, dem Empfangszimmer der Frauen. Sie müssen sich nachher den Harem ansehen. Er ist schon seit vielen Jahren unbewohnt. Osman el Maghraby — Sie lernten ihn unlängst bei mir kennen — ist unverheiratet und duldet kein weibliches Wesen in seiner Nähe.» (Fortsetzunz im «Autler-Feierabend>.)

No 15 - 1931 kantonalen Verordnung ausgearbeitet, der aber bei den Verkehrsverbänden keine grosse Gegenliebe fand und auch von andrer Seite mit dem Hinweis auf die baldige Einführung des eidgenössischen Verkehrsgesetzes abgelehnt wurde. Der Departementschef hat sich erfreulicherweise entschlossen, vom Erlass dieser Neuvercrdnung abzusehen und das Inkrafttreten des schweizerischen Gesetzes abzuwarten. Dem Bericht ist ein frischer Zug eigen und es weht auch in den Aeusserungen über das Motorfahrzeugwesen ein etwas freundlicherer Wind, der von mehr Verständnis zeugt als es weiland der Fall gewesen war. Die Zürcher Automobilisten werden sich deshalb wohl bestreben, die Bemühungen der Behörde zu unterstützen, von der Erkenntnis ausgehend, dass freundschaftliche Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis viel besser und angenehmer ans Ziel führen, z- *«. n Kantonen Wallenseestrasse und Glarner Strassenpro.- gramm. Das Hauptprogramm des Kantons sieht unter anderm auch den Ausbau der Kerenzerbergstrasse vor. Die Kosten für die Modernisierung der Strecke von Näfels bis Mühlehorn sind auf 1,6 Millionen Fr. budgetiert. Der Regierungsrat schlägt nun vor, die Strassenkorrektur nur auf dem Teilstück Näfels-Obstalden vornehmen zu wollen, da der durchgehende Ausbau bis nach Mühlehörn erst nach der definitiven Abklärung der Wallenseestrasse gerechtfertigt sei. Bevor eine Lösung vorliege, ob die Wallenseestrasse ünks. oder rechtsufrig geführt werde, wäre ein durchgehender Ausbau der Kerenzerbergstrasse absolut verfrüht. Wir ersehen aus dieser Tatsache, wie das Projekt der Wallenseestrasse nunmehr auch hemmend auf die Strassenbautätigkeit der beteiligten Kantone einwirkt Es scheint deshalb absolut dringend und von grossem Wert, dass nicht nur die Projektvorarbeiten endlich bereinigt werden, sondern auch die interessierten Kantone rasch zu einem definitiven Entschluss gelangen. Die gerichtliche Bestrafung von Strolchenfahrten war letzter Tage im Kanton Thurgau Gegenstand eines prinzipiellen Entscheides. Der Befund eines Bezirksamtes, wonach 'der Betrag für anlässlich einer Strolchenfahrt verbrauchtem Betriebsstoff nicht als Gebrauchsdiebstahl, und nach thurgauischem Gesetz nicht strafbar wäre, da dabei keine Aneignungsabsicht bestehe. Der Regierungsrat legte bei der Rekurskommission gegen diesen Entscheid Beschwerde ein, welche diese schützte und den Angeklagten wegen qualifiziertem Diebstahl zu vier Tagen Gefängnis verurteilte. Die Rekurskommission nimmt mit dem Regierungsrat an, dass bei Strolchenfahrten der Brennstoffverbrauch als Diebstahl bestraft werden kann und mangels anderweitiger strafrechtlicher Handhaben auch bestraft werden soll. Es Hegt deshalb nicht sogenannter Gebrauchsdiebstahl, sondern gemeiner Diebstahl vor, eine Auffassung, welche durch die Gerichtspraxis mehrerer anderer Kantone bereits ihre Bestätigung: gefunden hat So begrüssenswert der Entscheid an und für sich ist so wird er nur mehr in der kurzen Zeit bis zum Inkrafttreten des eidgenössischein Verkehrsgesetzes praktische Bedeutung haben, indem ja bekanntlich der Vorewtwurf zum neuen Gesetz in seinem vierten Teil (Strafbestimmung), in der Entwendung zum Gebrauch den Tatbestand des qualifizierten Diebstahls vorsieht, welcher mit Gefängnis bis zu einem Monat oder Busse bis zu 1000 Fr. bestraft werden kann. z. Notizen Birsigtunnel-Projekt und Basler Verkehrsliga. Der vor einigen Tagen zusammengetretene Vorstand der Basler Verkehrsliga behandelte als Haupttraktandum das in unserem Blatte bereits mehrmals erwähnte Projekt der Verlegung das Basler Trams in den Birsigtunnel. In der Aussprache zeigte sich klar die Ueberzeugung von der Notwendigkeit einer Besserung der gegenwärtigen innerstädtischen Verkehrsmisere. Die Verkehrsliga trat aufs neue für die schon seit mehreren Jahren vertretene Forderung nach vollständiger Freigabe der Strassen für den individuellen Fahrverkehr durch Beseitigung der Strassenbahnen ein, denn tramfreie Strassen bleiben immer für eine Stadt von grossem Vorteil. Die Idee des Basler Tramtunnels, durch den man den Innerstadtstrassen das hindernde Tram entziehen könnte, fand allgemeinen Beifall, so dass der Vorstand der Basler Verkehrsliga beschloss, den vorzüglichen Gedanken des Ausbaus des Birsigtunnels lebhaft zu unterstützen und dem Projektstudium näher zu treten, x. €monfow Salon Die Sportveranstaltungen am Salon. Die Strecken für die Sternfahrt nach Genf sind nun genau bestimmt worden. Es kommen für die Fahrt nur Strassen in gutem Zustande in Frage, allerdings vermeidet man tunlichst die Benützung der grossen Hauptverkehrsadern, um der Sternfahrt einen typischen touristischen Anstrich zu verleihen. Die genaue Streckenführung soll den Teilnehmern erst bei ihrer Ankunft in Bern, das bekanntlich als Startort gilt, bekanntgegeben werden. Auch für das Rennen von Grand-Saconnex sind alle Vorarbeiten im vollen Gange. In einer offiziellen Zuschrift an die Sektion Genf des A.C.S. berichtete die Baudirektion des Kantons Genf über den tadellosen Stand der Strecke, die in ihrer Breite und Armut an Kurven für den Anlass vorzüglich geeignet erscheint. Das Interesse, das die Genfer Behörden der autosportlichen Veranstaltung entgegenbringen," ist sehr erfreulich. Im übrigen soll die Chronometrierung am stehenden Kilometer von Genf nach dem gleichen System wie beim Berninarennen vorgenommen werden'; ein Wasserschlauch beim Start und Ziel wird den Ausschlag auf der gleichen Uhr registrieren. mb. l6omffe*ctnae«Mm Paneuropa-Strassen verkehr! In Genf wird am 16. März dieses Jahres eine internationale Tagung zur Vereinheitlichung der Verkehrsordnung auf den europäischen Strassen zusammentreten. Auf dem Traktandum steht der Abschluss von vier internationalen Uebereinkommen. Das erste betrifft die Erleichterung des zwischenstaatlichen Automobilverkehrs, nach dem Automobile ohne besondere Passvorschriften unter der Bedingung ins Ausland fahren dürfen, dass in diesem Staate weder die Fracht noch die Besetzung des betreffenden Motorfahrzeuges geändert wird. Dieses Abkommen ist für den Fremdenverkehr von ausserordentlicher Wichtigkeit, da es sehr zur Intensivierung des Autotourismus über die Landesgrenzen hinaus beizutragen imstande ist. AUTOMOBIL-REVUE Das zweite Abkommen, über das beraten werden soll, betrifft die Einführung neuer Zeichen im Strassenverkehr. Es handelt sich um Warnungssignale, die bereits durch das Automobilabkdmmen vom Jahre 1926 zur Einführung gelangten, ferner sollen sog. Vorzugszeichen eingeführt werden, die Aufschluss über die Vorzüge der einzelnen Verkehrslinien geben sollen; weitere vorgeschlagene Signale beziehen sich auf Höchstgeschwindigkeit und verbotene Fahrt. Endlich sollen noch einheitliche Signale für die Richtung, ferner für das Parken von Automobilen und für Radfahrerwege zur Einführung gelangen. Ausserdem beabsichtigt Schluss der Internationalen Berliner Sternfahrt. Schwerste Fahrten in Eis und Schnee! Die grosse automobilsportliche Konkurrenz des «Berliner Tageblattes», die internationale Stern- und Kreuz- und Querfahrt, fand am letzten Samstag in Berlin ihr Ende. Auf der Avus wurden am Samstag vormittag die Wagen abgenommen, und nach Massgabe ihrer Stärke und der Wegschwierigkeiten die Teilnehmer klassiert. Trotz den ausserordentlich grossen Schwierigkeiten, die der diesjährige rauhborstige Winter den Fahrern in den Weg legte, sind sehr wenig Ausfälle zu verzeichnen. Auf den ersten Blick mag die Vorschrift des Fahrreglementes, die 25 Stundenkilometer vorschreibt, als eher milde erscheinen, bei dem oft meterhoch liegenden Schnee und dem ausserordentlich schwierigen Zustande der vereisten Strassen verlangt dieser Durchschnitt jedoch immer noch recht grosse Anstrengungen. Die einzelnen Fahrberichte der Teilnehmer muten höchst abenteuerlich an, an hochdramatischen Einzelheiten fehlte es beinahe bei keinem Fahrer. Die aus Spanien nach Berlin startenden Konkurrenten fuhren buchstäblich vom lachendsten Frühling in den tiefsten Winter hinein; im Süden brannte die Sonne in sommerlicher Wärme, die ersten Rosen und Nelken standen in den Gärten, und von den Bäumen pflückten die Fahrer reife Apfelsinen. Um so bitterer war die Ueberraschung, als sie sich im Norden plötzlich in.tiefstem Schnee fanden und unzähligen Lastwagen begegneten, die im Schnee stecken geblieben waren. Von Paris nach ^Deutschland war die Strecke wieder leichter befahrbar. Der Wagen von Fräulein Christel Marie Seeliger, der von CoMoba kam, blieb in den Pyrenäen 10 Stunden lang stecken; schliesslich musste er mit vier Ochsen bis zur Passhöhe geschleppt werden. Ein anderer Teilnehmer blieb 22 Stunden lang eingeschneit liegen, jede Verbindung war abgeschnitten. Auch die Wetterverhältnisse in Osteuropa waren ganz ausserordentlich schlecht. Ganz abenteuerlich mutet der Bericht der Teilnehmerin Frau Isabella Lammel man die Schaffung von farbigen Lichtsignalen an besonders lebhaften Kreuzungsstellen. Die dritte Abmachung hat mehr administrativen Charakter, sie betrifft in erster Linie Tryptiks und Carnets. Das vierte Abkommen bezieht sich auf die fiskaljsche Praxis gegenüber ausländischen Motorfahrzeugen, die für Touristenausflüge nach anderen Staaten dienen. Diese Fahrzeuge sollen auf die Dauer eines Vierteljahres von der Zahlung von Abgaben ifi Jenen Ländern befreit sein, in denen sie sich zu touristischen Zwecken aufhalten. Auch diese Massnahme ist imstande, den Fremdenverkehr stärker zu beleben. * bo. Sportnachrichten (Kreuz- und Querfahrerin) an, die erklärte, dass sie trotz jahrelanger Autotouristik in Polen noch nie eine solche Fahrt erlebt hätte. Stundenlang blieb sie in tiefsten Schneeverwehungen auf polnischen Landstrassen stecken. Ihr Wagen musste mehrmals ausgegraben werden, und lange Zeit war die Strecke vom Strassengraben und den Feldern nicht mehr zu unterscheiden, so dass der Fahrtbegleiter dem Wagen vorangehen musste. Auch auf den Strassen Mitteldeutschlands trafen die Teilnehmer Schwierigkeit über Schwierigkeit. Stellenweise waren die Strecken meterhoch verschneit. Ein Teilnehmer der Fahrt, der übrigens die komische, aber bezeichnende dramatische Einzelheit meldete, dass sein ihn begleitendes Hündchen im Schnee derart versank, dass es erst nach langem Suchen ausgegraben werden konnte, brauchte für eine 250 Kilometer lange Strecke mehr als einen halben Tag. «Die schwerste Fahrt meines Lebens,» riefen mehrere Sternfahrer aus, als sie nach furchtbaren Anstrengungen in Berlin anlangten. Die geringen Ausfälle sind aus diesem Grunde um so erstaunlicher — gewaltige physische Anstrengungen und sportlicher Enthusiasmus waren notwendig, um die grossen Schwierigkeiten siegreich zu überwinden. Am Samstag abend fand, veranstaltet vom Verleger des «Berliner Tageblattes», zu Ehren der internationalen Sternfahrt und der internationalen Automobilausstellung ein Festbankett statt, an dem die Spitzen der Behörden, die Führer der deutschen Autoindustrie und Prominente aus Handel, Wirtschaft, Sport und Kunst teilnahmen. Den Höhepunkt der Feier bildete die Preisverteilung an die Konkurrenten, die von der Filmsehauspielerin Frau Henny Porten vorgenommen wurde. bo. Die Resultate: Sternfahrt. Wertungsgruppe I (bis 1500 ccm). 1. Bohumil Turek (Prag) (505 ccm Aero); Startort: Manzanares (Spanien). Preis 2000 Reichsmark und Ehrenpokal des «Berliner Tageblatt». Ausserdem Ehrenpreis für die beste Leistung eines Kleinwagens bis 1200 ccm. 2. Alfred Coppel (Frankfurt a. M.) (745 ccrn B. M. W.); Startort: Munia (Spanien). Preis 1500 Reichsmark. Ausserdem Ehrenpreis. Wertungsgruppe II (Ober 1500 ccm). 1. Frau Marie Seeliger (Stettin) (2650 ccm Mercedes-Benz; Startort: Cordoba (Mittelpsanien). Preis 2500 Mark sowie den Pokal der Stadt Berlin. 2. Hans Stuck (Arosa (3444 ccm Mercedes-Benz); Startort: Melito (Süditalien). Preis: 2000 Mark. 3J Frau Hanna Isenberg (Tessin bei Wittenlrarg, Mecklenburg) (2078 ccm Steyr); Startort: Murcia (Spanien). Preis 1500 Mark. Kreuz- und Querfahrt. Wertungsgruppe I. 1. Hans Tanck (Gumbinnen) (1089 ccm Hanomag), • Preis 500 Mark (Anorkennungspreis). 2. Frau Cläre Weiss (Berlin) (988 ccm D. K. W.), Preis 800 Mark (Anerkennungspreis). 3. Fritz Tillmann (Essen) (1290 ccm Wanderer), Preis 200 Mark (Anerkennungspreis). Wertungsgruppe II. 1. Rudolf Hasse (Mittweida in Sachsen) (1640 ccm Bronnabor), 500 Mark (Anerkennungspreis). 2. Karl Meerapfel (Untergrombach, Baden) (2560 ccm Mercedes-Benz), 300 Mark (Anerkemiunsrsyireis). 3. Max Böhm (Preiskretscham, O.-S.) 1569 ccm Brennabor), 200 Mark (Anerkennungspreis). Ende der Sechstage-Non-stop-Fahrt eines Camions. Die Sechstage-Non-stop-J'ahrt eines Chevroletcamrons der Utogarage» in Zürich ging letzten Sonntag 12 Uhr zu Ende. Trotz den ungünstigen Witterungsverhältnissen, die das Fahren auf lange Strecken infolge Schnee und Eis sehr erschwerten, ist der erste schweizerische Versuch einer Sechstage-Nonstop-Fahrt vorzüglich gelungen. Die Wagenabnahme in Zürich durch den Präsidenten der nationalen Sportkommission, Herrn. Decrauzat, ergab die vollständige Intaktheit des Motors. x.