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E_1931_Zeitung_Nr.017

E_1931_Zeitung_Nr.017

Ausgabe: Deutsche Schweiz RFRN Dien«*»*. 3. März 1931 Erste Salon-Nummer Nummer 20 Cts. 27. Jahrgang. — N° 17 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen Halbllhrlleb lofern nicht ABONNEMENTS-PREISE: Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portoxuschla», postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtliche Barteliung 30 Rappen. Postcheck-Rechnung 111/414. Würdige Repräsentation am Salon, dem bedeutendsten Konzentrationspunkt autowirtschaftlicher Interessen unseres Landes. Mehr als je heisst es für den Autohandel, diese Mitwirkung am Genfer Salon richtig einzuschätzen und mit voller Initiative sich allen Arbeiten zu widmen, die mit dem Salon, der einzigen und daher auch grössten nationalen Automobilaiisstellung, zusammenhängen. Die heutige, eine Mehrzahl der Kulturstaaten Europas und Amerikas umfassende Krise des Weltmarktes zeigt noch immer ihre Auswirkungen im schweizerischen Automobilhandel. Wir stehen indessen bereits auf dem absteigenden Aste des Krisen-- Verlaufes. ...... ^'' Die geistige und wirtschaftliche Umstellung in den grössten AutomobÜindustriezentren ist erfolgt. Automobilhandel sind bestrebt, den neugearteten Anforderungen der automobilen Kundschaft und den Umschichtungen innerhalb der Käuferschaft Rechnung zu tragen. Der Autoindustrie sind dadurch enorme Kosten entstanden. Trotzdem war es bei den Gebrauchswagen und bei den Kleinwagen möglich, die Verkaufspreise günstiger zu gestalten und die Qualitäten eines Wagentyps gleichzeitig zu verbessern. Diese technischen und wirtschaftlichen Umstellungen sind der breiten Käufermasse noch nicht in genügendem Masse bekannt. Der Genier Salon ist daher die erwünschte Gelegenheit, diese Wandlungen anschaulich am Modell und in Erscheint Jeden Dienstag nnd Fwltan Monatlich „Galbe Liste" REDAKTION o. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon Bollwerk 30.84 Teltframm>Adresse: Autorevue, Bern als-zukünftiger Käufer in Betracht. Eine nationale Automobilschau wäre auch dann berechtigt, wenn am Salon selber kein einziger Wagen verkauft würde. Dieser Verantwortung für die Erstarkung des Automobilismus darf sich keiner der Aussteller entschlagen. Wenn wir betonten, dass sich die Krise auf dem absteigenden Aste bewege, so wollte das nicht nur heissen: 'Haltet euere Hoffnungen hoch •», sondern vielmehr: «Lasst die initiativen Kräfte emsig spielen und schätzt keines der Opfer zu gering ein ». Der Mut zu Opfern wird den Autohandel wieder auf die Höhe bringen, die er vor Ausbruch der Krise erreicht hatte. Es gilt in erster Linie ein Werbeprogramm für dief kommenden Monate aufzustellßn, und das Werbebudr get genügend . *ü fundieren. Die grosse Fahrsaison wird in wenigen Wochen begin- deshalb ist der Zeitpunkt ausserotdent- Automobilbau und dernen, lich günstig. Geschichte des Genfer Salons. Die Entwicklung des Automobilverkehrs und des Automobilhandels ist mit der Entwicklung der Automobilausstellungen der Schweiz eng verknüpft. Wir sind uns heute gewohnt,- stets vom Genfer Salon zu sprechen und vergessen dabei gerne, dass der Salon auch ausserhalb Genfs durchgeführt wurde. Nicht nur gabe dieses Jahr gelöst wurde und richten Auge und Ohr auf die Vorgänge, die uns aus Genf gemeldet werden. Wir zweifeln keinen Augenblick, dass wir in Genf in einigen Tagen Zeugen zielbewusster, wirtschaftlicher und organisatorischer Zusammenarbeit sein werden. Wir scheuen darum die etwas lange Reise in den äussersten Südostwinkel unseres Landes keinen Moment, um dort Aufschluss über die wichtigsten Ereignisse in der Automobilherstellung und erneut Anschluss an die neuen Impulse des Automobilismus zu gewinnen. Der Genfer Salon ist neben der « Basler Mustermesse » und dem « Comptoir Suisse » p Lausanne, die grösste alljährliche Landcsichau. Sie.belebt Jahn für Jahr in erstaunlichem Masse den Autohandel und fördert auch das Verständnis für das Automobil und seine Notwendigkeiten. die Bundeshauptstadt, sondern auch Züricht hatte vor vielen Jahren einmal Gelegenheit, den Salon in seinen Mauern zu beherbergen. Wenn wir die gewaltigen Besucherzahlen der letzten Jahre, die das erste Hunderttausend^ stets überschritten haben, mit den bescheidenen Frequenzziffern der allerersten Salon jähre vergleichen, so bietet sich uns auch äusserlieh INSERTIOXS-PREIS! Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzelle oder deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen au» dem Ausland 80 Ct». Grfissere Inserate nach Seitentartf. InseTateraehlus* 4 Tage vor Erscheinen der Nummern Der ¥111. internationale Genfer Salon Der Salon von Jahr zu Jahr Der rührigen Ausstellungsstadt am Geniersee entbieten wir unsere freundlichsten Grüsse genen Bedeutung des Salons und damit ein anschauliches Bild der enorm gestie- Bedeutung des Salons 1931 und sprechen den Organisatoren und denauch ein Beweis mehr für die ausschlaggebende Bolle des Automobils in der heu- Wenige Tage trennen uns von der Er-Woröffnung unserer nationalen Automobilschan besuchern zu verkünden. des Salons 1931 gearbeitet haben und noch tigen Verkehrswirtschaft. and Schrift den autofreundlichen Saton- Behörden und allen, die am Zustandekommen in Geni. Die Erwartungen aller, die Begeisterung für das Automobil hegen und demallein an den direkt am Salon getätigten des Jahr sind die Schwierigkeiten, die wähjahr des Automobiles in Europa bezeich- Der Wert eines Salons lässt sich nicht arbeiten, unsere volle Anerkennung aus. Je- Wenn wir das Jahre 1889 als Geburts- Automobilismus und seinen Interessen Verständnis entgegenbringen, verdichten sich Aufklärungsarbeit für den Automobilismus rung der Automobilschau überwunden werden zuzählen, bis sich die allerersten Bestre- Kaulen ermessen, sondern an der allgemeinen rend den Vorbereitungen und der Durchfühnen, so dürfen wir mehr als 10 Jahre hin- von Tag zu Tag. In Kreisen der Autohändler überhaupt. Das Auto muss im Denken und müssen, Legion. Die Organisatoren brachten •and der Industrie lautet die Devise dieser Handeln der Erwachsenen wie der Jugend es auch diesmal fertig, allen Hindernissen Tage: Rüstung auf Genf. Alle Anstrengungen laufen in ein Sammelgeleise zusammen: « Aufgeklärte» kommt als Befürworter und fen. Wir alle sind gespannt, wie die eine gebührende Rolle spielen, denn nur der zum Trotz, den Salon 1931 ins Leben zu ru- Auf- bungen zur Durchführung von Automobilausstellungen verwirklicht haben. Wir können das Jahr 1905 als Geburtsjahr des Salons bezeichnen. Der erste Salon fand in Genf statt und war ausschliesslich den schweizerischen Konstrukteuren und Marken zur Verfügung gestellt. Das Or- Ramosi Roman von V. Williams. Aus dem Englischen übersetzt von Otto Element. (22. Fortsetzung) Sitnopulos sah sich unruhig um, dann nickte er fast unmerklich und folgte der rührerin über die Wendeltreppe. Aus der Dunkelheit eines übelriechenden Ganges schob sich eine dunkle Gestalt. Man hörte das Schlurfen loser Pantoffeln und raspelndes Raunen in arabischen Lauten. Das Mädchen war stehengeblieben, und der Grieche entlohnte sie. Er wartete, bis er ihre Fussbänder klirren hörte, als sie von dannen trippelte. Dann wandte er sich: Eine Hand packte die seine und leitete ihn durch pechschwarze Finsternis, Türknarren — grauer Lichtschimmer — ein leeres Fass an einer Lehmmauer — Strassenpflaster. Eine Banknote wurde in Radspeichen und horchte angestrengt. Das einen schmierigen Gürtel gesteckt; der ge-Trappeflüsterte Ausruf «Inschallah!» klang als de-rührte er sich eine Wei)e nicht. Seine Klei- war verstummt, aber trotzdem mütiger Dank zurück. Der Grieche trat auf der klebten feucht am Körper, und sein Herz die schweigende Gasse, schaute vorsichtig hämmerte vor Angst. den leeren Weg hinauf und hinab und begann Endlich kroch er hervor, stolperte keuchend weiter. Ueber eine breite Fahrstrasse dann, die Hände unterm Mantel, sich in Laufschritt zu setzen. hinweg schlüpfte er durch ein Nebengässclfn Kaum hatte die Finsternis ihn verschluckt, und stand vor dem im Winde knarrenden als hinter dem Fass eine hochgewachsene Holzgitter eines ummauerten Hofes- Hie Gestalt zum Vorschein kam und dem Ent-kleine Tür, die es umrahmte, gab dem Rüt- eilenden in langen, federnden Sprüngen folgte. Simopulos rannte über das Strassenpflaster. Nun war er ausserhalb des verrufenen Viertels, und sein Weg schlängelte sich an kleinen Geschäften vorbei, die meist schon geschlossen waren — höchstens, dass irgendwo im Lampenlicht ein einsamer Schuster seine verspätete Arbeit beendete oder ein bebrillter Schneider mit untergeschlagenen Beinen auf seiner Bank hantierte. Der Läufer bekreuzte sich, als er am griechisch-orthodoxen Dom vorbeikam, überquerte die Trambahnschienen, und wieder verschlang ihn ein Netz kleiner Gässchen. Er atmete schwer, der Schweiss rann ihm in Strömen von der Stirn, und sein Mantel flatterte lose. Immer noch drückte er die Hände eng an den Körper. Endlich, im Schatten einer kleinen Moschee, begannen die Kräfte ihn zu verlassen. Er mässigte seine Hast und blickte zurück. Die Strasse lag verlassen, aber jenseits der Moschee-Ecke glaubte er das leise Tripp- Trapp sich eilig nähernder Schritte zu hören. Vor einer Haustür stand ein leerer Wagen. Dahinter verbarg er sich, spähte durch die teln des Ankömmlings nach. Noch einmal schaute dieser sich um. Die Gasse war leer. Eilends glitt er in den Hof. Als die kleine Tür zufiel, erschien eine hochgewachsene Gestalt am Ende der Gasse. risch wies er auf die Tür. «Tue, was ich dir sage! Ich werde deinem Herrn alles erklären!» Zögernd trottete der Schwarze hinaus. Es vergingen fünf Minuten, bevor er wieder er- Finster war der Hof, finster auch lagen die schien. «Der Prinz will Sie empfangen!» gewölbten Nischen unter seinen halb verfallenen Galerien. Durch ihre Löcher in der Besucher in einem kleinen, viereckigen, mit Said Hussein erwartete den unwillkommenen Decke blinkte der Sternenhimmel. In der Seidenteppichen behangenen Zimmer und Mitte des Hofes waren etliche Wagen* aufgefahen, durch deren Wirrnis sich Simopulos mühsam einen Weg bahnte, um auf ein Licht am Fusse einer Galerietreppe zuzuschreiten. Er benutzte aber die Stufen nicht, sondern gewann einen niedrigen Eingang zur Linken und gelangte durch einen dunklen Korridor in eine Halle, wo ein Diener in Scharlachlivree sich in einem Liegestuhl rekelte. «Wo ist der Prinz, Makhrhud?» fragte Simopulos. «Ich muss ihn auf der Stelle sprechen!» Der Mann winkte ängstlich ab. «Unser Gebieter trägt heute die Tracht seines Volkes, und es sind Frauen da. Der Pascha weiss, dass der Prinz unter solchen Umständen nicht gestört werden darf.» «Melde ihm trotzdem, dass ich gekommen bin!» «Pascha, ich wage es nicht!» Immer furchtsamer stierten die Augen des Schwarzen. «Said Hussein ist mit Scheich Abdullah, dem heiligen Mann, zusammen und mit einer Europäerin.» «Madame Alexandrowna?» «La, la!» Makhmud schüttelte den Köpf. «Die Amerikanerin!» Des Griechen Gesicht verzerrte sich. Her- begrüsste ihn kurz und gereizt «Ich liebe es nicht, wenn man sich gewaltsam Eingang zu mir verschafft, Simopulos! Um Ihretwillen muss ich meine Gäste vernachlässigen. Was ist denn los? Warum sind Sie hier?» «Den ganzen Tag habe ich versucht, mit Ihnen in Verbindung zu kommen. Ich wagte es nicht, das Hotel zu verlassen, bevor ich wusste, wo Sie sich aufhielten. Man sagte mir schliesslich, dass ich Sie bestimmt nach zehn Uhr hier treffen würde.» Simopulos zog unter dem Mantel ein Paket hervor und legte es auf den .Tisch. Unter einer Seidenhülle bar? es die goldene Statuette eines kauernden Hundes. «Hm!» Said Hussein wurde um ein weniges freundlicher, als er das kostbare Stück.in Augenschein nahm. «Anubis, achtzehnte Dynastie, was? sehr schön! Woher ?» «Von Cradocks Ausgrabung in Der-el- Bahri.» «Wirklich? Aber warum machen Sie sich die Umstände, es mir persönlich zu überreichen?» «Weil wir beobachtet werden, Said Hussein!» Der Prinz lachte. «Dazu ist Ja schliesslich das Departement für Antiquitäten da!» «Ich wollte, Sie wären nicht so tollkühn!» warnte der Grieche. «Es fehlte nicht viel, dass diese verfluchte Figur uns gründlich Pech gebracht hätte.» . ^.,it— Mfli,n„,i >