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E_1931_Zeitung_Nr.017

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hin wurde doch meistens

hin wurde doch meistens des Naehts gepflügt, um am Tage die Strasse für den Verkehr freizuhalten. Ende März 1927 wurde mit der Schneeschleuder der Ver-, such gemacht, von Maloja abwärts gegen Casacia die Strasse zu öffnen. Ah den Versuchstagen betrug die Schneehöhe auf der Strasse 1,5 bis 2 Meter und in den Kehren oft bis 4 Meter. Dabei war der Schnee ungleich 'hart, oft in der Mitte durch den Pferdeschlittenbetrieb zusammengefahren. Trotzdem gelang der Versuch. In mehrstündiger Arbeit konnte eine Strecke von 3 km freigelegt und zwei tiefverschneite Kehren vollständig ausgeräumt werden. Gestützt auf diese Versuöbe wurden auf den Winter 1927/28 für die Kursstfecken Chur-Lenzerheide, St. Moritz-Castasegna und Reichenau-Flims oine Schneschleuder, 6 Pflugwagen mit vorne angeordneten Stosspflügen und mit Raupenbändern von 42 cm, 10 Personenwagen mit Allwetterkarosserie zu 17 Platzen auf Raupenbändern von 35 cm Breite, 2 Zweiachser-Personenwagen ohne Raupenbandantrieb zu 14 Plätzen, 1 Dreiachser-Personenwagen ohne Raupenbandantrieb zu 33 Sitzplätzen und 2 Gepäckcamionetten. auf Pneus bereitgestellt. PvaLctiscU«^ (Schlnss folgt.) Winfcfe Gegen das Beschlägen von Schutzbrillen hilft beidseitiges Einreiben der Gläser mit Vaseline- oder Kernseife Die aufgetragene Schicht darf natürlich nur hauchdünn sein, da sie sonst die Sicht ebenso hindert wie der Peucbtigkeftsbeschlag. Die angegebenen Mittel sind auch nur als Notbehelf gedacht* Im Handel stehen Spezialpräparate mit noch'bedeutend besserer. Wirkung. at. Wenn der Wagen in weichem Boden stekken bleibt oder die Räder sich in weichem Schnee leer durchdrehen,, so kann mangels Schneeketten ein spiralig um die-, Räder gewickeltes Seil die nötige Adhäsion eventuell wiederherstellen. Bei tief eingesunkenen Rädern nützt aber auch dieses Mittel oft nicht mehr, durch das aufgewickelt© Seil entsteht dann- eher noch die Gefahr, dass sich die Räder erst recht tief eingraben. Besser ist es meist in einem solchen Fall, das Seil an einer einzigen oder doch nur wenigen Stellen des Rades um den Reifen zu wickeln, aber dafür in mehrfachen Windungen, so-dass anf dem Reifentifnfang «ine oder- mehrere starke Erhöhungen entstehen. In jedem Fall. In dem ein Herauskommen beim ersten Versuch fraglich ist, empfiehlt sich von vomeherein ein Freilegen der Räder oder doch das Freilegen einer kurzen Fahrbahn vor allen Rädern durch Wegschaufeln des weichen Materials. at. Ventileinschleifen und Einschleifmasse. Zur Zubereitung von Einschleifpasten wird von Amateur-Reparateuren häufig .zu dickflüssiges Oel verwendet. Mischt man dickflüssiges Oel mit Schmirgelpulver, so verhindert dieses Oel nicht nur einen richtigen Kontakt zwischen dem Ventilsitz und dem Ventilteller, es bewirkt auch leicht, dass sich bei der Schlejfarbeit in einer der Sitzflächen kreisförmige Rillen bilden. Das Oel bildet dann eben zwischen den zu schleifenden Flächen den bekannten Film und Iässt nur die gröbsten Schmirgelkörner am Metall angreifen. Ein gutes, auch hinsichtlich des Zeitaufwarides günstiges Ergebnis kommt nur zustande, wenn man zur Zubereitung der Schleifpasta ein dünnflüssiges Oel verwendet. Manche Praktiker halten es überhaupt für besser* an' Stelle des Oels Petrol zu, verwenden, at; Benzin sparen ? '•• • • Den Motor nicht im Leerlauf rasen lassen. Den Motor nicht unnötigerweise im Leerlauf weiterdrehen lassen. Nur Vollgas geben, wenn es wirklich notwendig ist. Wissen, dass die meisten Wagen am wenigsten Benzin bei einer gieicfjmässtgen Fihrigeschwindtgkelt von 35—50 Stundfenkilometern verbrauchen. • Den « Schwung » des Wagens' ausnützen, unnötiges Bremsen vermeiden. Diö Zündung korrekt einstellen. Beim Anlassen nicht zu viel auf dem Vergaser herumtüpfem nicht mehr als erforder* lieh die Luftdrossel schliessen und diese Drossel keineswegs länger als notwendig geschlossen halten. Nicht mit angezogenen oder auch nur schleifenden Bremsen im Land herumfahren). Keinen groben 1 Mangel an Motorfcompfessiön dulden, sondern rechtzeitig Ventile efnschleifen oder Kolbenringe ersetzen. Den Vergaser nicht zu forennstöffreicheinstellen. • ••"•• Den Breimstofftank nicht bis zum Ueberlaufen füllen, auch nicht bis zum Fast-Uebefläufen. Undichte Brennstoffleitungen sofort reparieren, desgleichen eiiien tropfenden Vtri^ ser : oder Hahn. AUTOMÖBIL-REVUE 1931 - l Anfrage 986. Versicherung. Ende 1929 erhidt ich den Prämienavis pro 1930 für meine Haftpflichtversicherung und zahlte den fälligen Betrag auch sofort ein. Da ich dann in der Folge ein anderes Geschäft übernahm, den Wagen nicht brauchte, habe ich denselben gar nicht gelöst und die Verkehrsmimmer auf der kantonalen Auto- Kontrolle deponiert. Frage: Habe ich Anspruch auf Rückerstattung der Prämie-pro 1929 oder auf Gutschrift derselben für später? Aus den betreffenden Versicherungsbedingungen geht nichts hervor. Der in Betracht kommende Abschnitt lautet: Wenn das versicherte Interesse dauernd in Wegfall kommt, so erlischt der Versicherungsvertrag von dem betreffenden Zeitpungkt ab ohne weiteres. Die für die betr. laufende Versicherungsperiade' gezahlte Prämie verbleibt der Gesellschaft. •^ In meinem Falle ist die Haftpflichtversicherung p*o 1930 gar nicht in Anspruch genommen worden, da.-, der Wagen nicht gefahren wurde. ,P G. Antwort: In der Kegel verhält es sich wie folgt: Die Versicherung läuft, solange der Versicherte im Besitze eines Automobils ist. Wird der Wagen verkauft, wird die Versicherung sistiert, d. h. die Versicherung ruht bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Versicherte neuerdings ein Automobil .^anschafft. Selbstverständlich muss dies aber der Versicherungsgesellschaft rechtzeitig mitgeteilt werden. Anspruch auf Rückerstattung haben Sie nicht, dagegen hätte Ihnen die Versicherungsgesellschaft oljne weiteres, im Sinne der vorstehenden Ausführungen, Gutschrift erteilt, wenn Sie rechtzeitig darum nachgesucht hätten. Ob sie es heute, nach Ablauf eines Jahres, tun wird, entzieht sich unserer Kenntnis. Vielleicht wird sie sich, wenn Sie sieh persönlich mit ihr in Verbindung setzen und ihr den Sachverhalt auseinandersetzen, bereit finden, Ihnen nachträglich noch Gutschrift zu erteilen. Anfrage 987. Ortstafeln. Ist es möglich, das« bei einer Kontrolle in Schwarzenbach, St. Gallen, ein Auüer gestraft werden kann, trotzdem keine konkordatsvorschriftlichen Dreieck-Tafeln da sind, sondern rechteckige Tafeln mit Bezeichnung Tnnerort? Ich wurde für 46 km mit über 70.— Fr. gestraft. K. H. ,. 1 Antwort: Wir teilen Danen mit, dass das Aitc-konkordat den Konkordat6kantanen keine Verpflichtung auferlegt, die Innerortsstrecken der Ortschaften durch Ortschaltstafeln zu bezeichnen; es steht den Kantonen oder Straesenhenützerverbänden im Einverständnis mit den zuständigen Behörden frei, dies zu tun. Aber auch dann wird nicht immer die Dreiecktafel, sondern sehr oft die rechteckige Tafel, verwendet,. Die vom eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement im März 1930 den Kantonen zur Einführung empfohlene Signalordnung sieht sogar ausdrücklich das Rechteck zur Bezeichnung von Ortschaften vor, während das Dreieck das Zeichen für ein« Gefahr ist. Das Fehlen von Ortschaftstafeln entbindet den Automobilisten nicht von der im Konkordate aufgestellten .Pflicht, beim Durchfahren von Städten, Dörfärn und Weilern die Innerortsgeschwindigkeit .AU.beobachten. Er muss demnach auch beim Passieroh eines Weilers, welcher durch Ortschäftstafeln nicht bezeichnet ist. s

Bern, Dienstag, 3. März 1931 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 17 Der Verkehrspolizist F E U I L L E T O N Von V. Williams. Aas dorn Englischen fibersetzt von Otto Element (Fortsetzung ans dem HanvtbiatO Der Prinz zog die Augenbrauen in die Höhe. «Wieso? Wenn sie von Cradocks Ausgrabung stammt, so fand sie doch Ali, nehme ich an?» «Ja, aber man muss Verdacht geschöpft haben, denn vor mir wartete schon ein anderer, um Alis Boten abzufangen.» «Man? Wer ist ,man'?» «Oradock!» «Und die Beweise?» «Ich habe in der darauffolgenden Nacht einen Ueberfall auf Cradocks Haus unternehmen lassen die FiguT war dort!» «Gut!» bemerkte der Prinz heiter. «Sie können mir das Fundstück dalassen. Sie selbst werde ich heute abend nicht mehr brauchen.» Simopulos schleuderte seinen Mantel auf einen Stuhl. «Ist das der ganze Dank für meine Mühen? Wissen Sie, dass jeder einzelne von uns von der Bergwand in Ouarnah bis hierher belauert wurde?» Ein jähes Aufmerken huschte über des Prinzen Züge. Aber er blickte gleichgültig drein, als er erwiderte: «Die Schuld liegt mehr an Ihnen, lieber Simopulos! Ihr scheint Inmitten der Verkehrsekstase, dort wo es am lautesten brodelt, steht der- Verkehrspolizist. Er würde gern wie ein Gewitter zuweilen abzienn, aber er kann sich bestenfalls nur im Kreis herumdrehen. Und statt dass er am Schluss aus der Haut fährt, fährt er mit dem Tram nach Hause. Der Verkehr braucht den Polizisten wie die Leidenschaft einen Liebhaber. Er stellt eine Art Organisation der Desorganisierten dar. Menschen, die wie Fische in einem Aquarium ziellos und geschäftig umherirren, kopflos hm und her laufen, weist er zur Ordnung. Wie er die Marionette des Staates ist, so sind die Menschen seine Figuren, mit denen er sich jeden Tag ein paar Stunden unterhält: er ist für die Menschen ein öffentliches Aergernis und umgekehrt, die Menschen für ihn. Seine Hand hat oft eine abwehrende Geste, wie der Kapellmeister sie hat, wenn ihm die Pauke zu laut wird. Einmal verhilft er den Fussgängern, einmal den Autlern zu ihrem Recht. Beide haben aber auch ihre Pflichten. Mitunter werden die Fussgänger mürrisch und strampeln mit den Füssen an Ort, bisweilen sind es die Autler, die unduldsam werden und sinnlos hupen und damit einen ohrenbetäubenden Lärm verursachen. Dann hebt der Polizist seinen Arm und die Wagen springen wie vom Rennstart weg. Der Verkehr hat seine Strömungen und Gezeiten wie das Meer: Ebbe und Flut. Tagsüber ist es oft ein Kinderspiel, den Verkehr zu regeln, und alles klappt wie geölt. Allein bei Geschäftsschluss rollt ein Menschengewühl heran und der Polizist braucht füglich Stricke von Nerven und der ganze Verkehr ist eine Nervenfrage : Trams, Autos auf den Strassen, Fussgänger auf den Trottoirs ziehen in Strängen hintereinander und auch durcheinander, ballen und stauen sich irgendwo zu einem Knäuel, den auch der Verkehrsipolizist mit einer Geste löst, genau wie Alexander den gordischen Knoten mit einem Schwertstreich zerhauen hat. Das Gestaue gerät wieder in Fluss und zu rühmen und zu schätzen ist deshalb die spartanische Zucht, mit der der Polizist eingreift. Es ist ein Genuss ihm zuzusehen. Respekteinflössend ist auch sein Falkenblick, mit dem er auf weite Distanz, über die normale Sehschärfe hinweg, entdeckt ob ein Hund eine Nummer trägt oder nicht, ob ein Auto zwei Zentimeter über dem Parkierungsplatz steht. Zu diesem Zweck steckt ein blaues oder schwarzes Notizbuch in seiner Tasche. Wenn er darnach greift, macht er sich vor dem Gesetz angenehm und vor den Menschen verhasst. Aber man kann nicht zwei Herren... Das Aufgekritzelte nennt man Rapport. Wenn jemand, wie weiland Wilhelm Teil am Hut zu Altdorf, hier in der Grossstadt an den Gesetzen unverzeihlich gleichgültig vorbeiläuft, unwissend, wie Parsifal am Gral, so gerät er mit dem Schutzmann in eine Wortgemenge. Und mitunter kann ein aufmerksamer Zuhörer in kurzer Zeit ein artiges Kosewortlexikon anlegen. Wenn die erste Dämmerfranse über die Stadt sich zieht, legt der Verkehrspolizist eine Lichtmanschette an. Da steht er dann als Golem der Weltstadt. Der Staat ist eitel genug, ihn korrekt einzukleiden, um zumindest die dekorative Wirkung von vornehereiti Der Bankhalter schlug die Karten auf. «Die Bank hat — neun.» Der Gegenspieler verzog keine Miene. Er schob seinen neuen Einsatz hinüber. «Zweitausend,» sagte er ruhig. Karten flössen zu beiden Seiten. «Sechs.» «Acht,» meldete die Bank. «Viertausend.» «Die Bank gibt.» «Danke.» Der Bankhalter nahm eine dritte Karte vom Schlitten. «Sieben.» «En cartes.» Die Karten flössen zurück. Der Einsatz blieb stehen. Neue Karten fielen. «Die Bank hat — neun.» Der Gegenspieler deckte sein Blatt auf. «Neun. Wieder en cartes!» Der Einsatz blieb. Bevor er die neuen Karten aufnahm, fragte der Gegenspieler: «Wie hoch ist Ihre Bank, Baron?» «Zwanzigtausend.» Der Klub horchte auf. Man umstand den Tisch der beiden Spieler. «Sie haben heute kein Glück, Doktor,» sagte plötzlich die Schauspielerin hinter ihm. Der junge Arzt lächelte matt. Dann entnahm er seiner Brieftasche zwanzig neue Banknoten. «Banko! Ich halte die Bank!» \ «Zwanzigtausend?» kj «Zwanzigtausend.» Der Bankhalter nahm sein Blatt auf. Er hatte einen König und eine Drei. «Die Bank gibt.» Der Gegenspieler hatte vier. «Ich bitte,» sagte er. Zwei Karten fielen. Der Baron legte einen König um. «Die Bank hat drei.» Der Arzt kaufte eine Acht zu der Vier in der Hand. «Verloren,» sagte er und stand auf. «Ich habe nur zwei. Gentig für heute. Ich danke Ihnen.» Der Baron hatte sich ebenfalls erhoben. «Ich stehe Ihnen jederzeit zur Verfügung, Doktor.» Der Arzt reichte ihm die Hand. «Auf morgen, Baron.» Am nächsten Morgen klingelte das Telephon. da allesamt ein schönes Durcheinander angerichtet zu haben.» «So? Und Sie?! Können Sie mir vielleicht erklären, wieso es kam, dass, als Shadly den Einbruch bei Cradock verübte, Ihre reizende Frau Averil dort übernachtete? Sollten Sie nicht lieber in der Wahl Ihrer Freundinnen etwas vorsichtiger sein? Ich weiss. dass diese Dame sich jetzt hier befindet...» Eine kleine Ader pulste sichtbar auf Said Husseins Schläfe. Seine Hand öffnete und schloss sich nervös. «Halten Sie es für Ihres Amtes, mir Ratschläge zu erteilen?» Aber der Grieche achtete der Warnung nicht. Die Furcht hatte ihn an den Rand der Verzweiflung getrieben. «Sie können tun, was Sie wollen!» brach er los. «Aber ich ich will nichts mehr mit Ihnen zu schaffen haben! Schritt für Schritt überwachte man mich von Luksor nach Kairo.» Er senkte die Stimme. «Auch heute nacht spürte mir einer nach. Ich glaube, er hat meine Fährte verloren, aber ich weiss es nicht bestimmt. Ah, das /st Ihnen unangenehm, nicht wahr? Was wird aus dem Geheimnis des HeTrn Ramosi, wenn man meine Spur bis hierher verfolgt? He? Wenn man mich erwischt, so erwischt Skandal! Von Jo Hanns Röster. man auch Sie — vergessen Sie das nicht, Hussein! Uns ist der Boden unter den Füssen zu heiss geworden, sage ich Ihnen !> Wieder kam wilde Wut über ihn. «Ich gehe!» schrie-er. «Ich gehe! Ramosi kann sich korrekt sicherzustellen. Der Verkehrspolizist trägt weisse Handschuhe; goldene Knöpfe am Anzug und einen Tropenhelm und ganz unmoderne, aber umso praktischere Schuhe. Ehr© seinem Dienst, seinem Standpunkt und seinem Amt. Er führt ein insulares Dasein, inmitten auf einem bewegten Platz. C.B. Baron Bönuess nahm den Hörer auf. Eine Stimme klang ihm entgegen: «Kann ich Sie sofort sprechen?» «In welcher Angelegenheit?» «Rein persönlich. Darf ich zu Ihnen kommen?» «Ja. Wer ist eigentlich am Telephon?» Keine Antwort. Der andere hatte den Hörer schon aufgelegt. Zehn Minuten später trat ein älterer, sehr eleganter Herr in das Zimmer. «Baron Bönness?» fragte er. «Ja.» «Entschuldigen Sie mein frühes Eindringen und meinen Telephonanruf, aber es handelt sich um eine äusserst peinliche Angelegenheit. Mein Name ist Geiring.» Der Baron zögerte: «Bedaure. Ich habe Ihren Namen noch niemals gehört «Sie spielen mit meinem Sohn im Klub.» «Ich spiele mit vielen Herren.» «Sie haben gestern abend mit ihm gespielt. Er hat dreissigtausend Franken verloren.» Baron Bönness blieb reserviert «Richtig. Ich entsinne mich. Der kleine Doktor heisst Geiruig. Aber die Sache ist erledigt. Er hat alles bezahlt.» «Ich weiss es. Deswegen komme ich auch. Es ist eine viel unangenehmere Eröffnung, die Ich Ihnen als Vater machen muss, und ich bitte Sie um Ihr Ehrenwort, über das, |ch r Ihnen zu sagen habe," zu schweigen.» ?Per, Baron trat zum Fenster; •«Es tut mir leid, einem Fremden mein Ehrenwort, nicht verpfänden zu können.» «Aber...» «Es ist natürlich selbstverständlich, dass Ich schweigen werde. Um was handelt es sich?» Der Vater stiess aufgeregt heraus: «Das Geld ist falsch.» «Falsch?» «Ja. Ich habe es soeben erfahren und bitte Sie, mir das Geld zurückzugeben und gegen diese dreissigtausend, die ich Ihnen mitgebracht habe, einzutauschen. Sie können sich vorstellen, wie schwer mir der Weg zu Ihnen wurde und ich beschwöre Sie, die Sache somit als geregelt zu betrachten und strengstes Schweigen über diesen fatalen Vorfall zu bewahren.» Baron Bönness gab keine Antwort. Er nahm die angebotenen Scheine und steckte sie, ohne sie anzusehen, in seine einen andern Händlanger suchen!» Keuchend sank er in einen Sessel. Der Prinz klatschte in die Hände. «Kaffee, Makhmud!'» befahl er dem Diener.' «Aber von dem abessynischen, den der Pascha so gern trinkt!» Ein Vorhang teilte sich, und Nadja Alexandrowna erschien in der gewölbten Tür hinter Simopulos' Sessel. «Wie schade!» rief sie. «Ihr habt den Zauber- gebrochen mit eurem Gelärm! Scheich Abdullah ist wütend fortgegangen. Hallo, Simopulos?» Hussein machte ihr ein Zeichen. «Lass ihn in Ri he, Nadja!» Er wies auf die Statuette. «Trage das ins Lager hinauf! Dann:.nimm das Auto und fahre heim!» «Und die Amerikanerin?» «Du kannst mir den Wagen zurückschikken! Ich werde sie dann selbst nach Hause begleiten.» Nadja hatte die Anubisfigur an sich genommen. Nun wandte sie sich um und blickte den Prinzen an. «Nein! Wenn sie bleibt,•• bleibe ich auch!» Said Hussein brannte sich eine Zigarette an und warf über das Zündhölzchen hinweg einen drohenden Blick. «Da wirst tun, was ich wünsche!» Die Russin Warf den Kopf in den Nacken. «Ich soll dich mit dieser Frau allein lassen?> Sie lachte höhnisch. Er schritt durch das Zimmer und trat ihr von der andern Seite des Tisches entgegen — zeigte auf eine verhangene Tür in der Ecke. «Geh!» sagte er hart. Hütte im Schnee . . . Nun liat es uns doch eingeschneit Die Hütte liegt im Dunkel. Weit, Fernab klingt noch die Glocke aus dem Tal, Sonst lastet Stille schwer und kahl. Du musst nun geh'n, mein Freund. Die Arbeit ruft dich und die Stadt. Du bist ihr lange fern gewesen, Du hast die Luft der Berge eingeatmet, Du bist in ihrem Schutz genesen — Gib acht! Die Abfahrt ist heut' glatt. Am untern Waldsaum Hegt ein Zaun noch bloss. Leb' wohl — fahr gul — nun: los ! Schon schwindest du am Horizont Und deine schmale, glatte Spur Ist meine letzte Bindung an die Welt... ae. Tasche. Dann ging er zu seinem Schreibtisch und holte die dreissig neuen Banknoten, die er gestern abend gewonnen hatte, hervor und Hess sie auf den Tisch fallen. «Sie retten eine Familie,» stammelte der Herr. Baron Bönness brannte sich eine Zigarre an: «Es ist wohl nicht nötig, Ihnen zu erklären, dass ich auf den Gruss Ihres Sohnes keinen Wert mehr lege, mein Herr.» Es war kurz nach Mitternacht, als Baron Bönness den Klub betrat. Der junge Arzt eilte ihm entgegen. «Na endlich, Baron. Ich warte schon eine Ewigkeit auf Sie.» Der Angekommene überhörte die Worte; Begrüsste einen Dritten. «Ich habe diesen Tisch für uns reservleren lassen,» fuhr der Arzt fort «Wollen sie mir jetzt die versprochene Revanche geben?» Der Baron drehte sich nach ihm um und sagte kurz: «Nein.» «Wieso? Ich habe Ihr Wort!» «Wollen Sie mich nicht weiter belästigen, junger Mann. Ich hoffe, es genügt, wenn ich Ihnen erkläre, dass Ihr Vater heute bei mir war.» Der andere war blass geworden. «Mein Vater? Mein Vater ist vor zehn Jahren gestorben.» «Erzählen Sie das, wem Sie wollen. Aber wenn ich deutlicher werden soll: Er hat mjr das Falschgeld, mit dem Sie gestern jregen mich zu spielen beliebten, eingetauscht um Sie vor Weiterungen zu bewahren.» Einige Herren traten näher. «Das ist nicht wahr! Ich...» Der Baron sagte leise: , «Man hört Sie. Vermeiden Sie einen Skan* dal. Verschwinden Sie aus dem Klub. Es ist besser für Sie.» «Ich habe gar nichts zu befürchten,» antwortete der Arzt laut «Ich werde nicht schweigen. Entweder ist alles ein plumper Versuch, sich der Revanche zu entziehen, oder Sie sind einem Betrüger aufgesessen. Mein Vater lebt nicht mehr und das Geld Sie versuchte, ihm Trotz zu bieten, aber unter seinem Blick wurde sie furchtsam. «Hussein, lass ab von der Fremden!» bat sie und stellte die kleine Statue wieder nieder. «Sieh mich an! Bin ich nicht schön? Vor kaum zwei Monaten erst bin ich zu dir zu» rückgekommen, und schon wendest du dich yon mir...» Sie dämpfte die Stimme, damit der Grieche sie nicht höre. Aber der sasp zusammengeduckt und schien nichts von alldem zu merken, was um ihn her vorging. ; Der Prinz deutete wieder nach der Tür. «Gehorche!» «Hussein -» stammelte sie. Makhmud trat geräuschlos herein^ in der einen Hand eine Messingkanne, in der andern eine Porzellantasse in goldenem Gestell. Herr und Diener wechselten einen verständnisvollen Blick. Der Prinz klopfte dem Griechen auf die Schulter. «Raffen Sie sich auf, Simopulos! Hier — — trinken Sie!» Nadja zögerte noch. «Hussein ...» Er sah sie nicht einmal an. «Geh!» heischte er. Mit einer kleinen rührenden Bewegung der Schulter nahm sie die Figur und verschwand aus dem Zimmer. Makhmud füllte die Kaffeetasse bis zarn Rande und stellte sie vor Simopulos hin» Hierauf entfernte er sich. Gierig schlürfte der Grieche den Trank. Dann entnahm er der Schachtel, die ihm Said Hussein reichte, eine Zigarette und steckte sie in Brand. (Fortsetzung foletj