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E_1931_Zeitung_Nr.017

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ganisationskomitee war

ganisationskomitee war mit dem Erfolg durchaus zufrieden, denn die Besucherzahl (15,700) war ein schlagender Beweis für das Interesse, das man dem ersteh Automobilsalon im Volke entgegenbrachte. Auch der zweite Salon im Jahre 1906, der im Bätiment Electoral zur Durchführung kam, Hess volle Befriedigung zurück. Die Besucherzahl stieg auf rund 25,000 Personen. Der Salon 1907, die dritte Ausstellung für Automobile, wurde in die Tonhalle nach Zürich verlegt und echloss mit einer Besacherfrequenz von 30,000 ab. Nach der ersten Begeisterung und den grossen Anstrengungen für die allerersten Veranstaltungen trat aus verschiedenen Gründen ein Unterbrach von sieben Jahren auf. Erst die Schweizerische Landesausstellung 1914 setzte die Reihe der Salooveranstaltungen fort, indem man dort der Automobilindustrie einen bedeutenden Platz einräumte. Der Beginn des Weltkrieges im August des Jahres 1914 war auch ein starker wirtschaftlicher Schlag gegen die Bestrebungen der Automobilindustrie und des Automobilhandels, Nicht weniger als neun volle Jahre blieb das Bedürfnis zur Veranstaltung eines Salons aus. Einen neuen und grossen Schritt nach vorwärts wagte das Genfer Garagensyndikat im Jahre 1923 • und Hess unter schwierigen Verhältnissen den Salon neu auferstehen. Die Hoffnungen der Genfer Garagisten wurden nicht getrübt. Das Bätiment Electoral erwies sich angesichts der zahlreichen, Aussteller-Meldungen als zu klein, so dass man durch Erstellen von Baracken der Platznot Abhilfe leisten musste. Mit dem ersten Internationalen Salon 1924 begann die heutige Aera der ununterbrochenen Salonveranstaltungen. Das schweizerische Syndikat der Automobil- und Fahrrad-Industrie tibernahm vom Genfer Garagisten-Syndikat das Patronat der Ausstellung und verhalf dem Salon 1924 zu einem ausserordentlichen Erfolg. Die Zahl der Aussteller wuchs so sehr, dass man auf der Plaine de Plainpalais neue Gebäude mit einem Flächeninhalt von mehr als 8000 Quadratmeter erstellen musste. 68,000 Besucher aus allen Teilen unseres Landes durchwanderten die Ausstellungsgebäude und verhalfen der ersten internationalen Ausstellung zu einem Reingewinn von Fr. 80,000. 10,000 Personen lösten Dauerkarten für die Ausstellung. Das Jahr 1925 ist als Markstein in der Geschichte des Genfer Salons anzusehen. Die Zahl der Aussteller stieg überaus rasch, weshalb die Organisatoren die vorhandenen Ergänzungsgebäude mit einer Grundfläche von 8000 Quadratmeter bis auf 12,500 Quadratmeter erweiterten. Der Salon 1925 beherbergte 371 Automobile und 137 Motorräder, die insgesamt von 83 Firmen ausgestellt wurden. Mehr als 100,000 Personen erfreuten sich in Genf an den Leistungen der Automobilindustrie und tätigten lebhaft Geschäfte. Zwei Tage vor Eröffnung des Salons 1925 wurde der Grundstein zu einem neuen Ausstellungsgebäude, dem Palais des Expositions gelegt. Der nächste Salon wurde 1926 im neuen Ausstellungsgebäude veranstaltet. Der Bau des Palais des Expositions war erst im Jahre 1926 begonnen worden und konnte erst im Mai vollendet werden. Die Ausstellung wurde aus diesem Grunde in den Juni verschoben, was wohl eine Verminderung der benutzten Ausstellungsfläche um 10,000 Quadratmeter zur Folge hatte. Erfreulicherweise stieg indessen die Zahl der Aussteilerfirmen von 83 auf 224 und der Reingewinn auf die ersten 100,000 Fr. 18,500 Personen reisten mit ermässigten Bundesbahnbilletten nach Genf. Erhebliche Rückvergütungen an die Aussteller gaben den Finnen für das nächste Jahr neuen Impuls. Das Fortsclirittsjahr 1927 belohnte die Anstrengungen der Organisatoren und der Ausstellerfirmen, blieb aber in den Ergebnissen doch etwas zurück. Erstmalig weihte der damalige Bundespräsident Herr Motta, als Ehrenpräsident, die Automobilausstellung am 4. März ein. Bei gleichbleibendem Ausstellungsraum waren 1927 118 ausstellende Firmen vertreten. An Eintritts-Geldern wurden Fr. 112,000 eingenommen. Die Besucherzahl belief sich auf 92,000 Personen. Wenn auch äusserlich im Jahre 1927 der Erfolg gegenüber 1925/26 nachstand, so durfte man doch eine Konsolidierung der Salonbestrebungen verbuchen. Der Salon 1928 brachte dann neuen Impuls, indem nicht weniger als 137J.84 Personen sich in Genf unsere internationale Automobilausstellung näher besahen. Die Zahl der Ausstellerfirmen übertraf mit 233 Ständen sogar die Ausstellerliste 1926. Das Palais des Expositions genügte den Raumansprüchen nicht mehr. Ein Anbau von 1000 Quadratmetern musste den dringendsten Platzerfordernissen entgegenkommen. Der Bundesrat delegierte diesmal die Präsidenten und Vizepräsidenten des National- und Ständerates an, die Eröffnung des Genfer Salons. Die Zweiteilung des Salons 1929 kann als Versuch angesehen werden, dem Platzmangel entgegenzuwirken. Lastwagen, Motorräder und dazu auch die Flugzeuge wurden in einer zweiten Schau in den gleichen Räumen wie die Personenwagen dem Publikum vorgeführt. Die Personenwagenschau wickelte sich vom 15. bis 24. März ab und umfasste 78 verschiedene Marken und 10 Karosseriefirmen* daneben noch mehr als 100 Aussteller von Zubehörartikeln. Herr Bundesrat Sehulthess beehrte den Salon bei seiner Eröi'f^ nung mit seiner Anwesenheit. Die Besucherzahl erreichte wiederum 116 000, blieb indessen hinter dem Ergebnis des Vorjahres zurück. Der zweite Salon 1929 dauerte vom 27. April bis zum 5. Mai und bot ein anschauliches Bild der Entwicklung im Lastwagen-, Motorrad- und Flugzeugbau, Die zeitliche Trennung des Salons ergab von Anfang an schon Schwierigkeiten und er- Der Vergleich der Einfuhr von Motorfahrzeugen nach Einheiten mit der Erteilung neuer' Verkehrsbewilligüngen (ebenfalls nach Einheiten), lä'sst stets Rückschlüsse zu -über die momentane Situation im Handel mit Motorfahrzeugen. Wir konstatierten bereits in Nr. 16, dass die Einfuhr an Motorfahrzeugen im Vergleich zur Einfuhr im Januar 1930 geringer ist, ober doch gegenüber den Ziffern des Dezembers 1930 zugenommen hat. Diese Ergebnisse bestätigten sieh auch in der 'Statistik der Einheiten eingeführter Motorfahrzeuge, die wir nachstehend, auf der Züsarn-' menstellung des eidgenössischen statistischeil Amtes basierend, publizieren. Im Januar 1931 wurden 812 Personen, und Lastwagen und 269 Motorräder eingeführt, was ein Total von 1081 aus dem Ausland in die Schweiz verkaufte Motorfahrzeuge ergibt. Die entsprechende Zahl für den Dezember betrug 934 und das Ergebnis für den Januar 1930 1260 Einheiten. Die, beiden Monate Dezember 1930 und Januar 1931 sind Uebergangsmonate zwischen der Fahrsaison 1930 und der Fahrsaison 1931. Nimmt man beide Monate zusammen, so steht einer Einfuhr von 2015 Stück die Zahl von Pergouen- u. Motorräder Total Lastwagen 1930 Einheiten Januar ......... 855 405 1260 Februar......... 794 434 1228 März 1123 603 1726 April .. J262 521 1783 Mai ... 1081 492 1573 Juni 902 299 1201 Juli 847 258 1105 August 645 184 829 September 544 104 648 Oktober 543 107 650 November....... 500 592 Dezember 727 207 984_ Januar-Dezember. 9823 3706 18528 Januar 1031 812 269 1081 AUTOMOBIL-REVUE 1931 *- N° 17 wies sich in der Folge als unzweckmässig. Kurz, nach der Durchführung des Lastwagensalons beschloss das Organisationskomitee, ab 1930 wieder einen einzigen Salon zu organisieren und mit dem kleinern Uebel, dem Platzmangel, vorlieb zu nehmen. Die Ausstellung 1930 umfasste erneut Personenwagen, Lastwagen und Motorräder in einer einzigen Schau. Das Projekt einer Flugauestellung liess man vorderhand fallen. Entgegen verschiedenen Stimmen von Autokonstrukteuren Europas entschloss sich das Organisationskomitee, für den Gedanken der alljährlichen Durchführung des Salons einzutreten. Der Raumnot gehorchend verlegten die Organisatoren den Motorrad-Salon in das « Bätiment Electoral ». Mit dieser Lösung waren aber, wie es sich in der Nachzeit herausstellte, die Motor radhändler nicht zufrieden. Der letztjährige Salon verzeichnete 148 800 gelöste Eintrittskarten und 24 166 gestempelte Billette. Der Beweis für den Erfolg der zentralisierten Durchführung ist damit klar erbracht. Der Salon dauerte vom 21. bis 30. März und war trotz der Krise auf dem Weltautomobilmarkt ein glatter Erfolg. Wenn auch heute die Auswirkungen der Krise noch nieht an uns vorübergegangen sind, darf man für das Jahr 1931 doch auf erneuten Erfolg hoffen. Mancherlei Zei chen deuten auf eine Umstellung der internationalen Automobilindustrie und des Automobilmarktes hin, die uns eine neue Aera des Fortschrittes bringen werden. Stimmungsbild vor dem Palais des -Expositions am Abend Einfuhr von Motorfahrzeugen und neuen Verkehrsbewilligungen Einfuhr Januar 1931 1941 neu in den Verkehr gekommenen Motorfahrzeuge gegenüber. Für den Monat Januar selber entsprechen 1081 eingeführte Motorfahrzeuge einer Erteilung von 1517 neuen Verkehrsbewilligungen. Nach der Statistik des eidgenössischen statistischen Amtes gelangten im Januar 1930 1762 Motorfahrzeuge in den Verkehr, währenddem im Januar 1931 nur 1517 Motorfahrzeuge mit der neuen Verkehrsbewilligung versehen wurden. Der Dezember 1930 weist insgesamt nur 424 neu erteilte Verkehrsbewilligungen auf. Somit ergibt sich für den Januar 1931 gegenüber dem Dezember 1930 eine starke Zunahme, was allerdings zur Hauptsache darauf zurückgeht, dass eben der Dezember als Saisonschluss angesehen wird, in dem man tunlichst vermeidet, neue Verkehrsbewilligungen zu lösen. Eine Ausnahme ergibt sich bei den Verkehrsbewilligungen für Lastwagen, denn während des Januars 1931 wurden 237 neue Verkehrsbewilliguhgen erteilt und während des Januar 1930 nur deren 196. Im Gegensatz zum allgemeinen Ergebnis und zu der Bewegung bei den Personenwagen und bei den Motorrädern, ergibt sich hier eine deut- Neue Verkehrsbewilligungen Personenwagen Lastwagen Motorräder Totti 1060 740 760 1234 901 741 1192 736 SOS £43 357 277 ZahJ 196 50ä 152 632 163 849 162 1204 186 1023 136 729 213 1151 137 598 121 441 133 260 96 120 1762 1524 1762 259(1 2110 1606 2551! 147» 10711 »42 573 424 0038 1760 7591 - 18389 945 237 325 1517 liehe Vermehrung der neu in den Verkehr gesetzten Lastwagen. Stark zugenommen hat die Zahl der neuen Verkehrsbewilligungen im Januar 1931 in den Kantonen Zürich, Bern und St. Gallen. Eine empfindliche Abnahme verzeichnen die Kantone Aargau, Basel-Stadt, Tessin und Waadt. Bei der Mehrzahl der Kantone sind nur ganz geringe Schwankungen zu vermerken, lt. Automobil und Verkehrspropaganda. Über die Bedeutung des Autotourismus für unsem Fremdenverkehr gibt es wohl kaum einen zahlenmässig erfassten bessern Hinweis, als die Fremdenstatistik der Gemeinde St. Moritz, welche wir mit Erlaubnis ihres kompetenten Präsidenten, Herr Nater, nachstehend veröffentlichen. 1927 1928 1929 1930 Zahl der bei den Hotels •angekommenen Privat- • • wagen 2 008 2 434 3117 3244 Zahl der damit ange- • kommenen Gäste 5 920 7 505 9176 $ 5S6 Zahl der daraus resultierenden Hotclnächte 29 483 38 389 50 371 51469 Trotz, der ungünstigen Witterung im vergangenen Sommer und der sich im Reiseverkehr geltend gemachten Krise ist die Aufwärtsbewegung auch im Vorjahre nicht unterbrochen worden. Wenn beachtet wird, dass-die Zahl der Wagen und der •: Hotelnachte innerhalb drei Jahren fast auf das Doppelte angestiegen ist, so kann man sich leicht vorstellen, wie günstig diese Progression sich bei günstigem Reisewetter und stabilen wirtschaftlichen Verhältnissen auswirken muss. Erinnern wir nur ergänzend noch daran,- dass die Zahl der vom Ausland zu kürzerem oder längerem Aufenthalt eingereisten Privätautos im Jahre 1930 167,956 betrug und dam« gegenüber dem Vorjahre eine Zunahme von 28,500 Wagen aufweist. Es zeigt sich, wie sehr das Automobil immer mehr zu einem der massgebendsten Faktoren für unsere Hötellerie wird, der auch in einer aussichtsreichen und zweckiriässigen Hotel- und Frerhdenpropaganda im In- und Ausland nachdrückliche Berücksichtigung verdient. Es mutet deshalb wie eine schlechter Scherz an. wenn man weiss, dass die Generaldirektiön der S.B.B, für die Besetzung der vorgesehenen Rationalisierurtgskommission für Vet* kehrspropaganda drei Vertreter der Bahnen und drei Vertreter des Tourismus vorschlägt. Vertreter des Automobils und seiner Verbände sollen nur zur nichtstimmberechtigten Mit? berätühg herangezogen Werden ! ' ' " J Moderne Strassengesetzgebung Das tschechoslowakische Strassengesetz. Wir haben uns in einer letzten Nummer mit den Einnahmen des Bundes aus Motorfahrzeug- und Benzinzöllen auseinandergesetzt und die unerfreuliche Tatsache kritisiert, dass von den stattlichen Einnahmen knapp ein Siebentel (in Form des sog. Benzinzollviertels der Kantone) für das Strassenwesen ausgeschieden wird. Dabei verwiesen wir auf die vorbildliche Strassenbaufinanzierung in England, das die dafür benötigten Mittel dem Strassenfonds entnimmt, der restlos aus den Nettoeinnahmen des Staates aus dem Motorfahrzeugwesen geäufnet wird. Nun kommt aus Prag die Kunde, dass der Ministerrat ein ebenso fortschrittliches Gesetz eingebracht hat, das die Mittel für

N« 17 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE tricbsstoffe werden nur mit 15 Kronen pro 100 kg belastet. Der Benzinpreis, der zur Zeit auf etwa 30 Schweizerrappen steht, erfährt durch die Steuer eine Erhöhung um tund 20 Prozent. Der Ertrag dieser Steuer wird auf 140 Millionen Kr. geschätzt, wovon also 60 Prozent oder 84 Millionen Kr. dem Strassenfonds zufliessen. Auf diese Weise wird die Durchführungeines grosszügigen Strassenbauprogrammes gewährleistet. Die Tschechoslowakei verfügt über ein Staatsstrassennetz von 8500 km Länge. Davon sind in wenigen Jahren bereits ein Drittel unter einem Kostenaufwand C « m f^ w Der Ball anlässllch des Salons. Da dieses Jahr keine numerierten Plätze für den Salon reserviert sind, empfiehlt es sich, zur rechten Zeit sich Karten zu sichern, bevor der Massenandrang auf dem Sekretariat einsetzt Bei der Vorführung der neuen Modekreationen ist insofern eine begrüssenswerte Neuerung geschaffen worden, als dass jede Vorführung eine Nummer trägt, die ebenfalls mit Angabe der Details über die Toilette im Ballprogramm enthalten ist. Das Kilometerrennen von Grand-Saconnex. Die durch den A. C. S. für das Kilometerrennen von Grand Saconnex aufgebotenen Sportkommissäre sind: Herr Jules Decrauzat, Präsident der N. S. K. und Herr Emil Lumpert (St Gallen), Mitglied der N. S. K., Rennleiter ist der Sportpräsident der Sektion Genf des A. C. S., Herr R. Cuendet Im Reglement ist eine leichte Aenderung getroffen worden, indem die Wagenabnahme beim Chantier de la Voirie, 38, Route de Ferney, am Sonntag morgen nicht von 6.30 Uhr, sondern erst von 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr stattfindet. (Benützung der Unterführung neben dem Bahnhof und ständige Verfolgung der Tramlinie Nr. 7, Geneve—Ferney. Wie wir mit ziemlicher Sicherheit voraussagen können, wird auch Hans Stuber, der schweizerische Meister der Rennwägen, beim Kilometerrennen von Grand Saconnex seine Visitenkarte abgeben. x. Die ersten Meldungen. Unter den ersten paar Meldungen für die Sternfahrt nach Gent sind beim Sekretariat der Sektion Genf des A.C.S. folgende Nennungen eingelaufen: Fred Geiser. Huttwil, auf Reo. E. Grieb, Bern, auf Chrysler. Dr. Fritz Spieri. Einsiedeln. Rufer, Neuenburg, auf Bianehi. Frau Marti-Walthor. Basel, auf Minerva. Ed. Thommen, Bern, auf Fiat. Schmidt, Zürich, auf Delahaye. Für den Kilometer arrete'e meldeten sich vorläufig an: Frau Dold-Uster, Zürich, auf Bujzatti. Ed. Marki&wiez, Genf, auf Rosengart. Netlohds, Bern, auf Lancia. A. Keller. Zürich, auf Alfa-Romeo. A. Muff, Luzorn, auf Chrysler. Martinet, Genf, auf Imperia. H. C. Wehrli, Zürich, auf Alfa-Romeo. Di Avondet, Genf, auf Bugatti. Die nationale Sportkommission am Genfer Salon. Anlässlich des Genfer Salons wird die nationale Sportkommission des A. C. S. im Salon am 9. März zur Behandlung folgender Traktanden zusammentreten: 1. Protokoll der Sitzung vom 9. Dezember 1930. 2. Berichterstattung über das Klausenrennen 1930. 3. Neues Reglement, betreffend die offiziellen Chronometreure. 4. Berichterstattung über die Nonstop-Fahrt eines Chevrolet-Camions. 5. Schweizerische Automobil-Meisterschaft von 770 Millionen Kronen instandgestellt worden. Diese tatkräftige Strassenbaupolitik einer jungen Republik stellt unsere Bundesmassnahmen schwer in den Schatten. Obwohl der Betrieb eines Motorfahrzeuges durch Steuern und Zölle in der Tschechoslowakei nicht annähernd derart belastet ist wie bei uns, so tritt doch der Staat von seinen wichtigsten Einnahmen aus dieser Quelle 60 Prozent ab (gegenüber 25 Prozent unseres Bundesfinanzhaushaltes). Die massgebende inländische Presse begrüsst diese neuen gesetzlichen Massnahmen mit Recht und bezeichnet sie als eine neue Perspektive im Kampf mit der Wirtschaftskrise. Sie sind aber darüber hinaus für die Volkswirtschaft noch eine wertvolle Anlage auf lange Sicht, deren Bedeutung das Ausland rascher zu eskomptieren wünscht, als dies bei uns leider der Fall zu sein scheint. B. Salon und Sportkalender 1931. 6. Die Situation im schweizerischen Automobilsport. 7. Verschiedene Vorschläge. x. Allgemeines Programm. Freitag. 6. März. 13.00 Uhr- Bankett im Hötol des Bergues. 15.30 Uhr: OffizielleEröffnungderAusstellung durch Herrn Bundespräsident H aeberli n. 15.30 bis 17.30 Uhr: Sinfonickonzert unter der Direktion von Herrn Gabelies, Professor am Konservatorium. 16 Uhr: Eröffnung für die Besucher. — Eintrittsgeld Fr. 1.50 (inkl. Steuer). 10 Uhr- Schluss. Samstag, 7. März. 9 Uhr: Eröffnung. — Eintrittspreis Fr. 1.50 (inklusive Steuer). 15.00 bis 18.00 Uhr- Vor dem Ausstellungsgebäude: Ankunft der Teilnehmer am Automobil-Rallye, veranstaltet von der Sektion Genf A. C. S. 17.00 bis 19.00 Uhr: Hinter dem Batiment Electoral: Ankunft der Teilnehmer am Motorrad- Rallye, veranstaltet vom Kantonalverband des genferischen Motorradfahrer-Clubs. 15.30 bis 17.30 Uhr: Konzert. 16.00 Uhr- Vortrag: Der Explosionsmotor und seine Organe. 19.30 Uhr: Abendessen in der « Taverne > des Ausstellungsgebä udes. 20.30 Uhr: yortrag: Wiederholung des Vortrages vom Nachmittag. 20.30 bis 22.30 Uhr: Konzert. 21.00 Uhr: Preisverteilung vom Motorrad-Rallye in der « Taverne » des Ausstellungsgebäudes. 22.00 Uhr: Grosser Ball im Hotel des Bergues, veranstaltet von der Genfer Sektion dos A. C. S Die Ballkarte gibt zugleich das 'Recht auf ein kaltes Nachtessen, das zu jeder beliebigen Zeit währond des Abends eingenommen werden kann. 23.00 Uhr: Schluss. Sonntag. S. März. 9.00 Uhr: Eröffnung. — Eintrittspreis Fr. 1.50 (inkl. Steuer). 0.00 Uhr: Kilomßter-Bergronnen mit stehondem Start für Automobile im Grand Saconnex bei Genf, veranstaltet von der Sektion Genf des A. C. S. Kilometor-Bergrennen für Motorräder, veranstaltet vom Moto-Club des Päquis, im Grand Saconnex. 15.30 bis 17.30 Uhr: Konzert. 18.00 Uhr: Vortrag: Die verschiedenen Typon von Motoren. 20.00 Uhr: Abendessen im Ausstellungsgebäude. Bekanntgabe der Resultate und Preisverteilung vom Automobil-Rallye und der beiden Rennen. 20.30 Uhr: Vortrag: Wiederholung des Vortrages vom Nachmittag. 20.30 bis 22.30 Uhr: Konzert. 23.00 Uhr: Schluss. Montag, 9. März. 9.00 Uhr: Eröffnung. — Eintrittspreis Fr. 1.50. 10.00 Uhr: Sitzung der Nationalen Sportkommission des A. C. S. im Palais des Expositions. 15:30 bis 17.30 Uhr: Konzert 16.00 Uhr: Vortrag: Die Verbrennung, die Vergaser und Luftfilter. 19.00 Uhr: Schluss. Dienstag, 10. März. 9.00 Uhr- Eröffnung. — Eintrittspreis Fr. 1.50. 15.30 bis 17.30 Uhr: Konzert. 10.30 Uhr: Abendessen der Soktion Genf des T.C.S. in der « Taverne » 20.30 bis 22.30 Uhr: Konzert. 23.00 Uhr: Schluss. Mittwoch, 11. März. 9.00 Uhr- Eröffnung. — Eintrittspreis Fr. 1.50. 15.30 bis 17.30 Uhr- Konzert. 16.00 Uhr: Vortrag: Das Petroleum und seine Derivate. 19.00 Uhr- Schluss. Donnerstag, 12. März. (Volkstag) 9.00 Ohr- Eröffnung. >— Eintrittspreis Fr. 1.—, Kinder —.50. 15.30 bis 17.30 Uhr- Konzert. 16.00 Uhr- Vortrag: Die Abkühlung und die Schmierung des Motors. 19.30 Uhr- Abenrlesson in der « Taverne > 20.30 bis 22.80 Uhr- Konzert. 20.30 Uhr- Vortrag: Wiederholung des Vortrages vom Nachmittag. 23.00 Uhr- Schluss. Freitag, 13. März. 9.00 Uhr- Eröffnung. — Eintrittspreis Fr 1.50. t5.30 bis 17.;5O Ubr- Konzert. 16.00 Uhr- Vortrag: Mehrzylindrijre Motoren. 19.00 Uhr: Schluss. Samstag, 14. März. 9.00 Uhr- Eröffnung. — Eintrittspreis Fr. 1.50. 15.30 bis 17.30 Uhr- Konzert. 16.00 Uhr: Vortrag: Elektrische Zündung. 10.30 Uhr: Abendessen in der « Taverne » 20.30 Uhr- Vortrag: Wiederholung des Vortrages vom Nachmittag. 20.30 bis 22..'5O Uhr: Konzert. 23.00 Uhr: Schluss. Sonntag, 15. März. 9 Uhr- Eröffnung — Eintrittspreis Fr 1.50. 9.00 Uhr- Cross-Country für Fahrräder, veranstaltet von der Union Cycliste Suisse. Abfahrt und Ankunft in der Nähe des Ausstellungsgebäudes. 15.30 bis 17.30 Uhr- Konzert. 16.00 Uhr: Verteilung der Preise vom Cross-Country in der « Taverne »• 16.00 Ubr: Vortrag: Elcktrisr.be Ausrüstungen. 19.30 Uhr- Abendessen in der « Taverne » 20.00 Uhr- Volksabend. — Eintrittspreis Fr 1.— 20.30 Uhr- Vortrag: Wiederholung des Vortrages vom Nachmittag. 20.30 bis 22.30 Uhr- Konzert. 23.00 Uhr- Schluss. Konzerte In der Taverne. Täglich von 12.30 bis 14.00 Uhr, von 15.30 bis 17.30 Uhr, sowie alle Ausstellungsabende. - Im Palais. Täglich von 15.30 bis 17.30 Uhr. Jeden Abend von 20.30 bis 22.30 Uhr. Technische Vorträge. Die Vorträge von Prof. Zürcher, von der cEcole des Arts et Metiers > in Genf, finden am Stand Nr. llö'statt. s P «1 Eine Affäre Stuck. j^Iii der vor einer Woche in Berlin stattgefundenen Sitzung der Obersten Nationalen Sportbehörde Deutschlands kamen auch gegen den Rennfahrer Hans Stuck vorgebrachte Anzeigen zur Sprache. Dem Europa-Bergmeister werden Startgeldforderungen, sonstige Verstösse gegen das Rennreglement und unberechtigte Führung des Adelstitels vorgeworfen. Es wurde die Eröffnung eines Verfahrens beschlossen und dem Rennfahrer bis auf weiteres die Lizenz entzogen. Mit dieser Tatsache sieht sieb Stuck ausserstande, vorläufig an weiteren Rennen teilnehmen zu können. Das Vorfahren gegen Stuck ist von den süddeutschen Verbänden bei der 0. N. S. beantragt worden, die ein langes Register von kleineren und grösseren Verstossen Stucks gegen das Rennreglement zusammengetragen haben sollen. Den Ausschlag zu den nun offiziell vorgebrachten Klagen bildete die geplante Teilnahme Stucks an der Winterfahrt Garmisch—Partenkirchen, für die der Fahrer Forderungen stellte, di9 ihm aber nicht bewilligt werden konnten, da die Organisatoren lieber auf ihn verzichteten, als den dadurch bedingten Vorstoss gegen das Reglement zu billigen. Unbedeutender ist die Klage wegen des unbererhtiirtpn Tragens CIPS AdelsHtpls. Stucks Mutter war eine geborene von ViUiers, so dass der Fahrer oft als Hans Stuck-von. Villiers aufgeführt wurde oder irrtümlicherweise — ohne Verantwortung Stucks — als Hans von Stuck. Der Lizenzentzug hat natürlich in Sportkreisen viel Staub aufgewirbelt, und wenn auch zu bemerken ist, &&s& sich gegen Stuck an verschiedenen Orten, ein gewisses Ressentiment spürbar machte, das jetzt seine Auswirkung findet, so darf man zumindest vor der Abklärung eine objektive Haltung dem Falle goc^nüber verlangen, um so mehr, als Stuck oin Opfer der im Autosport nicht genau festgelegten Amateurfrage geworden ist, die nun vielleicht durch diesen Fall eirtn eindeutige Klärung erfährt. Jedenfalls ist Stuck .nicht allein unter den. arrivierten Rennfahrern, die von den Organisatoren Startgelder verlangten, so dass man wohl ihn nun nicht obne weiteres zum alleinigen Hauptverantwortlichen solcher dubioser Geschäfte machen kann. Bekanntlich dachte der A. G. S. bereits ernstlich an den Vorsehlag, mit den übrigen nationalen Automobilclubs eine gemeinsame Front gegenüber den übermässigen Forderungen von namhaften Rennfahrern zu bilden. ho. Auch ein Fall Caracciola ! Der deutsche Autosport scheint mit seinen Spitzenfahrern gegenwärtig eher Pech zu haben. Neben dem gegenwärtigen Protest bei der Obersten Nationalen Sportbehörde gegen Stuck ist auch ein Verfahren ge'gen Caracciola hängend, der sich eines Doppelengagements schuldig machte, das unter Umständen für den Fahrer höchst unangenehm sich auswirken kann. Caracciola schloss mit Alfa Romeo einen Vertrag ab und blieb nachher entgegen allen Versprechen trotzdem Mercedes-Benz treu. Da in den deutschen Sportgesetzen über ein solches Doppelengagement keine Bestimmungen enthalten sind, wird sich Alfa Romeo voraussichtlich an ein Zivilgericht wenden. mb. Frauen-Sternfahrt Paris—St-Raphael. Die dieses Jahr wiederum erfolgreich durchgeführte Frauen-Sternfahrt Paris—St-Raphael, die in mehrere besondere Etappen zerfiel, fand kürzlich In St-Raphael ihr Ende. Die Resultate: Wagen bis 5 PS: 1. ex aoquo Itme de Jeanne (Rosengart), Mnw Lang (Rosengart), Mlle Simone des Forest (Rosengart) (ohne Strafpunkte). Wagen mil 6, 7 und 8 PS: 1. ex aoquo Mmo Leblanc (Peugoot), Mllo Suzanno Obre (Salmson), Mmo Y. Mathieu (Fiat), Mlle M. Sajoua (Mathis), Dona La Caze de Moronha (Amilcar). 9 und 10 PS: 1. ex aequo Mllo Jane Concho (Mathis), Mme M. Blaise (Delahaye), Mlle Gonnot (Citroen), Mme de Lcsguern (Chcnard-Walcker), MUe Hustinx (Mathis). 11 u. 12 PS: 1. ex aequo Mllo Lucicmne Radisse (Renault). Mme Madeleine Sancy (Benault). 13 und 17 PS: 1. ex aequo Mme Oermaine Rovel (Amilcar). Mme Jeanne Marinovitch (Voisin), Mme Louradour (Voisin), Mlle Rcn6e Fvideri^h (Bugatti), Mme Suzanne Linder (Talbot), Mmo Marie Schwarte (Lorratoe). Ueber 17 PS: 1. MUe L. Lamherjack (Fiat). Genfer Salon 1931. Zewcks prompter and ausführlicher Berichterstattung über den diesjährigen Salon und seine sportlichen Veranstaltungen erscheinen sieben Ausgaben, und zwar wie folgt: Freitag, 6. März, Samstag, 7. März, Montag, 9. März, Dienstag, 10. März, Donnerstag, 12. März, Freitag, 13. März. WERNER RISCH ZORICH IlllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllinillllllllllllllllllllllllllllU^ S