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E_1931_Zeitung_Nr.020

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Uisgabe; Deutsche Schweiz BERN, Montag, 9. März 1931 Vierte Sauen-Hummer Nummer 20 Cts. 27. Jährgang. - N° 20 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralbiatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISES Ertch«lnt Jaden Dienstag und Freitag Monatlich „G*lfc* liste" H«tt>JIhrtleh FT. 5.—, Jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portoaotehlag, •ofern nicht postamtltch bestellt. Zuschlag für postamtliche BattcJlung 30 REDAKTION n. ADMINISTRATION: Breltenralnstr. 97, Bern Rappen. Postcheck-Rechming 111/414. Telephon Bollwerk 30.84 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern INSERTIONS-PREIS: D!«s achtgespaltene 2 mm hohe Grundzelle oder deren Raum 45 Cti. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 00 Cts. Grössere Inserate nach Seitentarif. bneratenschhns 4 Tage vor Erscheinen der Nummern i VI )£•< ^^^B ^H Sternfahrt nach Genf am Samstag (Von unserm Bo.-Berichterstatter) Starker Schneefall in den höhern Lagen und Regen in schweren den Austrag. — E. H. Thommen ( Bern) auf 0 Strafpunkten. Genf, den 7. März 1931. Die Sternfahrt zum Genfer Salon stand dieses Jahr nicht unter dem Zeichen einer übermässig starken Beteiligung. Verschiedene Umstände trugen dazu bei, die Teilnehmerzahl zu dezimieren, nicht in letzter Linie das ungebärdige Wetter, das allen frommen Hoffnungen der Sternfahrer zum Trotze Schnee und Regen Tag für Tag durcheinanderwirbeln Hess und bange Vorstellungen von grundlosen Strassen und steckengebliebenen Wagen weckte. Der neue Schnefall, der in der Nacht vom Freitag auf den Samstag über dem schweizerischen Mittelland niederging, mag auf die Pläne verschiedener Fahrer vernichtend gewirkt, haben; selbst bereits Gemeldete sollen es mit der Angst bekommen haben, sie waren auf dem Startplatz In Bern, wo sich die Herren der Organisation in hochgeschlagenen Mänteln diensteifrig bewegten, weit und breit nicht zu sehen... Um so mehr Anerkennung denen, die schon kurz nach zehn Uhr morgens mit sportlichem Mut — und warmen Kleidern — auf dem Kasinoplatz einlangten. Die meisten Wagen waren vorsorglich mit Schneeketten versehen, denn die fragwürdige kalte Herrlichkeit, die sich auf allen Strassen und Plätzen der Bundesstadt nnangenehm bemerkbar machte, liess dunkle Ahnungen erwecken, die mit den Gefühlen einer Vergnügungsfahrt aber auch gar nichts mehr zu tun hatten. Der bleiche Schreck fuhr uns erst in die Glieder, als man uns leise die Routenbeschreibung in die frosterstarrten Hände drückte. Unser Startort war Schwarzenburg. Ein kurzer Blick belehrte uns von der Höhenlage dieses Ortes: 803 Meter über Meer! Die Fahrer mit den ungeraden Nummern, denen man Lyss als Startort angab, Hessen wir traurigen und sehnsüchtigen Mutes ziehen, indes wir uns auf unsere Winterexkursion machten und durch die winterlichen Strassen Berns aus der Stadt hinaus strebten. Erste Vorbereitungen nahmen von unserer Aufmerksamkeit Besitz, Bleistifte wurden mit kühnem Entsohluss gezückt und Karten aufgeheftet. Kilometerzahlen und Zeitbegriffe fielenununterbrochen in den leise summenden Lärm unseres Wagens, der spielend sich durch den stets höher werdenden Schnee arbeitete. Ein Fahrbericht. Etwa« vor 11 Uhr hält unser Wagen in Schwarzenburg vor einem kleinen Dorfwirtshaus. Wir werden von Herrn Geneux aus Genf empfangen, und während man sich zur Reise mit leiser Nervosität bereit macht und Dorfbewohner unsern Wagen umstaunon, der, bunt bewimpelt, wie ein fremder Vogel die Stille des verschneiten Dorfes zu stören kam, erhalten wir den Start frei. Die Strasse öffnet sich nach einer Kurve vor unsern Blicken. Erster Stundendurchschnitt 37.5 kml Und nun beginnt in unserm Wagen eine merkwürdige, verwirrende Geschäftigkeit, die einen Fremden verblüfft nach dem Sinn dieses Tuns hätte fragen lassen. Kein anderes Wort darf mehr fallen als die Erwähnung von Zahlen, Zahlen. Vergleichen, Geschwindigkeiten, Ortsnamen; es wird gerechnet, geschrieben, notiert, gestrichen, und Karte um Karte kommt zum Vorschein. Vorne am Volant führt uns eine sichere Damenhand, die klar auf alle Order der beiden rechnenden Herren reagiert. Die Karte muss den Weg genau angeben; mit Hilfe der erhaltenen Kilometer kann, auf Grundlage der gegebenen Stundengeschwindigkeit, äie Zeit bis zu jeder nächsten Ortschaft errechnet werden. Gefährlich ist es, sich dem un sichern Zufall anzuvertrauen ! Rasch tritt die Kontrolle den Fahrer an, plötzlich heben sich nach einer Kurve mahnende 1 der Westschweiz Fiat wird Sieger ermit Hände, lächelnd wird das Startheft in Empfang genommen und die Zeit vermerkt. Zu früh oder zu spät, beide Male hat der Fahrer mit Punktabzügen zu büssen, und all seine verzweifelte Rechenkunst ist vergebens. Und so läuft unser Wagen gehorsam von Schwarzenburg aus über tief verschneite Wege; manchmal wecken wir auf dem nächsten kahlen Baum eine Krähe aus ihrer ruhigen Philosophie, in den Tälern unten hängt ein weisslicher, dünner Nebel, und von Zeit zu Zeit überholen wir einen frierenden Bauern, ein Kind, das zur Schule geht, ein holperiges Fuhrwerk. Dörfer tauchen auf, ein paar alte Häuser im Schnee, und grosse Augen sehen nach dem fremden, schnellen Gast. Wir sind schon ganz im französischen Sprachgebiet, Heitenried, Tafers; dann taucht nach der ersten halben Stunde aus dem grauen Tag Fribourg auf. In den Gassen ist lebhafter Betrieb, ein Pferdemarkt vereinigt Bauern aus der ganzen Umgegend. Es scheint kalt zu sein, die Leute frieren. Doch nichts kann uns aufhalten. Wir verfolgen einen flinken Läufer, die Zeit I Sie besitzt unsere ganze Aufmerksamkeit. Was gilt die nächste weisse Hügelkuppe, die sich in liebevoller Rundung vom grauen Himmel hebt, gegen das einzige kleine Rükken des Sekundenzeigers? Panik bricht aus, wenn der Zeiger schneller hüpft als der Wagen vorwärts kommt, aufgeregt reden die Stimmen, und der Wa^ gen läuft mit doppelter Geschwindigkeit über die verschneiten, gefährliche^ Strassen dahin. Das Gesetz der Zeit hat uns alle in seinem Bann. Wir bummeln nicht mehr in den Tag hinein — bei Gott —, das Leben ist zu einer einzigen Folge von ungeheuer wichtigen Sekunden geworden 1 Von Fribourg aus erreichen wir Villars. Es geht gegen zwölf. Kein noch so lockender Ruf kann uns erweichen. Langsam nimmt der Schnee ab, ein dünnes Grün breitet sich über den Feldern. Weiter surrt unser treuer Wagen, durch Nevruz, Cottens, Chenens. Romont wächst aus dem Nebel und empfängt uns mit breiten, einladenden Gassen. Bei einer Kurve in Lucens — längst schon argwöhnt unser Sinn nach einer Kontrolle — stossen wir auf die erste Haltestelle. Herr Präsident Decrsuzat nimmt uns voller Liebenswürdigkeit in Empfang, notiert unsere Zeit (nach uns war sie selbstredend ganz vorzüglich!) und verabschiedet uns wieder mit vielen Glückwünschen. Der neue Stundendurchschnitt ist auf 32,3 Stundenkilometer gesunken. Jetzt beginnt die schlimmste Arbeit, die Umstellung auf die neue Berechnungsart. Rascher als je arbeiten die Bleistifte und rechnen die Köpfe, und als man eine kleine Differenz aufdeckt, bricht Panik aus, und in wildem Tempo jagt unser Wagen dahin. Schon sind zwei Stunden vergangen, die Fahrt nimmt unsere Aufmerksamkeit vollständig in Anspruch. Man fühlt sich wie in einem Bureau, nur das ewige Schwanken, das dem Bleistift zu kuriosen Kapricen auf dem Papier verhilft, erinnert uns daran, dass draussen die Gegend in ewig wechselnden Bildern vorüberzieht. • Wir brechen vorsichtig in Echallens ein, noch mehr verdächtiges Interesse erweckt Cossonay, das uns vielleicht mit einer Kontrolle überrascht, doch selbst in Morges, das -wir mit alleTgrösster Sorgfalt durchfahren, ist nichts von einem Band über der Strasse zu entdecken, das uns zum Halten mahnt. Die grosie Ueberlandstrasse dem Geöfersee entlang nimmt uns nun auf, doch behutsam kriecht unser Wagen den Kilometersteinen entlang. Das Tempo wird nach Sekundengenauigkeit verfolgt. Nach unserer Berechnung auf die Sekunde genau übergeben wir uns der zweiten Kontrolle iri Allaman. Wieder umschwirren uns freundliche Fragen der welschen Kontrolleure, und Kinder stehen andächtig und bestaunen uns wunderbare Menschen, die rein zum Vergnügen ein Auto zu besitzen scheinen.. Die neue Geschwindigkeit beträgt 41,4 Stundenkilometer. Die breite Strasse lädt zu ungehindertem Tempo ein, doch auch Wer warfit die Vorsicht, denn niemand garantiert vor der Falle einer dritten Kontrolle. Genau auf die Sekunde passiert unser Wagen Rolle und Nyon. Der Verkehr nimmt rasch zu. Schon glauben wir in dieser völlig schneefreien Gegend, in der ein erster leiser Duft vom Frühling hängt, nicht mehr an unsere schwere Fahrt in Schnee und Eis. Als wir Genf erreichen, setzt ein dünner Sprühregen ein, der die Stadt grau verhängt. Es schlägt drei Uhr, als wir gegen den Salon einbiegen, und schon empfängt uns das fieberhafte Treiben vor dem Eingang, die schreienden Plakate und Reklamen, das Wimmeln von Wagen, und fast ein wenig geduckt kriecht unser stolze Waeen als Erster kurz nach drei Uhr unter dem Wimnel «Rallye de (Schluss Seite 2) Kilometer stehenden Startes am Sonntag (Von onserm bi.-Berichterstatter) Trotz ungünstiger Witterung guter Besuch und glänzende sportliche Ausbeute. Für alle drei Kategorien werden neue Rekordzeiten gefahren. A. Muff, Chrysler, beste Touren wag enzeit, H. Wehrli auf Alfa Romeo beste Zeit der Sportwagen, H. Stuber, Bugatti, Schnellster der Rennwagen, fährt beste Tageszeit und neuen Streckenrekord. Punkto Witterung war man sich für das erste Rennen der Saison auf allerlei gefasst, waltete doch in dieser Beziehung bereits ein Unstern über den beiden ersten Salontagen und stellte die Sternfahrer vor eine schwere Aufgabe. Samstag abend lautete das Prognostikum auf Niederschläge für Sonntag. Ein weisser, dichter Schneeteppich überraschte am Sonntagmorgen die Frühaufsteher. Die Aussichten waren trostlos und fast wäre man der Versuchung erlegen, sich aufs andere Ohr zu legen mit dem Trost, das Rennen finde nicht statt. Die Organisatoren Hessen sich aber keineswegs abschrecken, mobilisierten die Strassenkehrmaschinen, die Sprengwagen und Schneeschaufler. So wurde der Renristrecke im Grand-Saconnex zu Leibe gerückt, und nachdem sie allmählich ein freundlicheres Aussehen erhielt und das Schneetreiben langsam aufhörte, entschieden sich auch die Motorradfahrer, welche natürlich zuerst an einen Verzicht denken mussten, das Rennen zu bestreiten. Ebenso lautete der Entschluss der Rennleitung und der Herren Decrauzat und Lumpert, welche als Delegierte der NSK die Veranstaltung betreuten. Um das leidige Wetterthema gleich zu beenden, sei noch gesagt, dass im Laufe des Vormittags ein feiner Regen einsetzte, der dann aber während des Automobilrennens eine willkommene Pause einschaltete. Dass es bei dem nassen Strassenzustand und den unerfreulichen Witterungserscheinungen zu keinem Unfall kam und alle Bestzeiten die Resultate von 1928 bei weitem übertrafen, stellt sämtlichen Fahrern das beste Zeugnis aus, und darf Teilnehmer wie Organisatoren mit grösster Zufriedenheit erfüllen. Die sportsliebenden Genfer Hessen sich nicht abhalten und stellten sich als interessiertes Publikum in stattlicher Zahl ein. Die verschiedenen, durch den Schnee und die Nässe bedingten Störungen in den Telephonleitungen haben die Organisation beeinträchtigt und den Komittierten, speziell auch den Chronometreuren, ihre Arbeit wesentlich erschwert. Nachdem an die 40 Motorradfahrer ihr Rennen absolviert hatten, unter welchen der Schnellste die unerwartete Durchschnittsgeschwindigkeit von 141 km herausholte, ging es ohne weitere Präliminarien zum Austrag der Automobile und hier wiederum zuerst zum Rennen der Tourenwagen über, das Markiewitz auf seinem Rosengart eröffnete. Er war gerade von Montlhe>y gekommen, wo er einen Rosengart mit Kompressor ausprobiert hatte, mit dem er auch dieses Rennen, vor allem aber den kommenden Grand Prix zu bestreiten beabsichtigt. Wie wir erfahren, erreichte er damit Geschwindigkeiten bis zu 145 km. Leider konnte der Wagen wegen einer Reparatur nicht mehr rechtzeitig nach Genf verbracht werden. Mit einer beachtenswerten Regelmässigkeit im Tempo absolvierte diese Kleinmaschine den Kilometer. Der Walliser Guntern, der einen Bugatti pilotierte, def nicht in bester Form zu sein schien, folgte. Erst Keller brachte mit seinem Alfa Romeo das richtige Leben in die Bude und kann mit seinem Resultat in Anbetracht der geringen Vorbereitungen sehr Die Klasse der 3—5 Liter wurde zu einer reinen Chrysler - Familienangelegenheit, indem die eingetragene Meldung eines Bugatti noch in letzter Stunde zurückgezogen worden ist. Und wie es so bei Familienaffären zutrifft, ergab sie auch für die Aussenstehenden eine kleine Ueberrasehung. A. Muff, der bekannte Motorra-drennfahrer. der zum ersten Male an einem Autorennen teilnahm und dazu noch ein ungenügend eingefahrenes, nagelneues 8 Zyl.-Cabriolet ins Treffen führte, schoss den Vogel ab und placierte sich mit 75.9 km Stundenmittel als Erster. Unser alter Kämpe Zwimpfor musste eich, allerdings nuT mit einer Differenz. von zwei Zehntel-Sekunden mit einem guten zweiten Sieg begnügen. Besser hätte der technische Fortschritt beim neuen Achtzylinder nicht dokumentiert werden können, denn Zwimpfer, der letztjährige Meisterfahrer, ist noch sehr gut in Form und hat es persönlich an gar nichts fehlen lassen. Der Genfer Duval hat auch als Dritter noch eino respektable Zeit erzielt. Die Kategorie der wies mit zwölf Nennungen das stärkste Kontingent auf. E. Schneider setzt sich auf seinem Derby als Erster seiner Klasse durch und distanzierte die beiden Konkurrenten ganz beträchtlich. H. Kramer folgte mit Peugeot als Zweiter. Wenn Willy auf Rally nicht schneller war, so lag das vorab, im ungünstigen Uebersetzungsverbältnis seiner Maschine, begründet, das für dieses Rennen zu gross übersetzt war. Graf Lurani, eine prominente Sportfigur, hat in Anbetracht früherer Leistungen, nicht ganz befriedigt. Sein Alfa Romeo-Markenkollege H. Wehrli hat sich scheinbar ganz anders ins Zeug gelegt und mit über 111 km Durchschnitt ein Tempo erreicht, das allerhand Ueberraschungen bot. Einmal wurde damit der letzte Rekord um volle drei Sekunden unterboten, und dann gelang es zudem auch den erfahrensten unter den Sportwagen-Konkurrenten nicht mehr, an diese Zeit heranzukommen. Dr. KarreT, der wohl einen der technisch schönsten Starts zeigte, führte seinen Bugatti im schärfsten Tempo über die erste Hälfte der Bahn, musste dann aber wegen Kerzenstörun? im Endlauf beträchtlich abgeben, erzielte aber immer noch ein über 106 km stehendes Mittel. Muff, der mit seinem Chrysler auch in dip.ser Kategorie zum Stairt erschien, belegte neuerdings in der Klasse den Siegerplatz und verbesserte zugleich sein Tempo noch ganz ordentlich. Mit nur wenigen Zehntel-Sekunden Differenz folgte Sctiiadenhaufen, mit dem einzigen Ford der Partie. Vv knappe Zeit von 43,6 stellt Fahrer und Marke ein vorzügliches Zeugnis aus. Zwimpfer und Duval. die ebenfalls zum zweiten Start kamen, verbesserten ihrerseits die erstgefahrene Zeit. Zwimpfer brachte das Kunststück fertig, obwohl er in der Hitze des Gefechtes ganz vergessen hatte, die 125 Kilo Ballast abzuladen, die er vom ersten Rennen her noch zuviel im Fonds des Wagens verstaut hielt! Die Meldungen zum Austrag der waren in sehr beachtenswerter Zahl eingelaufen. Zehn Nennungen lagen vor. Leider fiel davon eine der interessantesten, nämlich diejenige für den 16 Zyl. Bugartti, der von Bouriat hätte gesteuert werden Bollen, aus. Ebenso erschien auch deT Bevner Obi nicht am Start. Stuber, der erstmals noch einen Peugeot mit Kompressor steuerte, schien mit der neuen Bekanntschaft kein besonderes Glück gehabt zu ha:ben. Nach sauberer Fahrt bis ins letzte Drittel der Strecke musste er wahrscheinlich WÜgen Kupplungsdefekt aufgeben. H. Kessler, der Zürcher Amilcar-Sportsmann war ein ausgesprochener Pechvogel. Sein Mechaniker ha-tte in der Eile die wärmende Kühlerdecke vor dem Start nicht abgenommen, und als Kessler losziehen wollte, da wehte ihm der Gegenwind die Decke vors Gesicht und verlor bis zu deren Beseitigung wertvolle Zeit. Immerhin holte er erstaunlich auf und sicherte sich so doch noch den wohlverdienten er- wohl zufrieden sein. Frau Dold-Uster, Zürich, führte zum ersten Male ihr Bugatti-Cabriolet ins Feuer. Den automobilistischen Sportkreisen ist sie sten Platz. Wittwer fiel mit Buga-tti, im Tempo noch vom letzten Rheineck-Walzenhausen her, woordentlich ab, da sein i Motor immer zu streiken drohte. Der zweite Start Stubers mit seinem altbewährten Bugatti w-ar eine Klasse für sich. Mit dem gewohnten Schneid raste er den Hügel hinan und passierte das Zielband in der überraschend diese Zürcher Dame mit bestem Erfolg debütierte, in guter Erinnerung. Sie hat auch heute für die in der Schweiz leider noch so kleine Gruppe der Autoamazonen, und für die Sektion Zürich des S. D. A. C. wiederum Ehre eingelegt, und versetzte einen unter dem Pseudonym Netlohcs startenden Holländer auf den zweiten Platz. Auch der Experte Brummer auf 0. K. musste vor ihr klein beigeben. Sportwagen. Rennwagen kurzen Zeit von 30,6 Sekunden. Der alte absolute Streckenrekord, den Escher im Jahre 1928 mit (Schluss Seite 2)