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E_1931_Zeitung_Nr.019

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Pmonenwagen: Frankreich

Pmonenwagen: Frankreich 22 U.S.A. 19 England 8 Deutschland 7 Italien 5 Belgien 3 Oesterreich 1 Schweiz 1 Rede von Robert Marchand (Schluss von Seit© 1) Motorräder: England 16 Schweiz 6 Frankreich 5 Deutschland 5 Belgien 2 Oesterreich 1 U.S.A. t Italien 1 Schwergewichte: IJ.S.A. 7 Deutschland 2 Frankreich 6 Italien 1 Schweiz 6 Pas wegen des zwingenden Platzmangels letztes Jaihr unternommene Trennungsexperiment mit den Motorrädern, deren Gruppenschau man in den «Grande Salle du Conseil General» dislozierte — dio Benennung «Bätiment Electoral» scheint nicht mehr richtig zu sein — ergab keine schlechten Resultate, doch auf das Beharren von Interessenten hin und um dem Salon seinen geschlossenen Aufbau zu wahren, erachteten wir es als zweckmässig, dieses Jahr die Stände der Motorräder und Fahrräder auf der Innenseite der Galerie wieder zu errichten, was uns zur Reduzierung des für die Zubehörstande vorgesehenen Platzes zwang. Herr Marchand, Präsident des Organisationskomitees. Wie in den Vorjahren mnssten irir aneh diesmal, wenn anch nicht ohne Bedauern, den grosseo provisorischen Anbau von 2000 qm beim Boulevard dn Pont d'Arve wieder errichten. Sie werden mir dafür Dank wissen, wenn ich mich weiterer Kommentare enthalte, da Sie alle genügend hier orientiert sind. Ich möchte aber erneut auf die Notwendigkeit einer Fusion der nächsten internationalen Flugzeugausstellung, deren Organisation Gepf für sich in Anspruch nimmt, mit der Autoausstellung hinweisen, da die Fundamente und die Marktbedingtingen dieser beiden Industrien sich von Tag zu Tag einander näher kommen, und sich eines Tages wohl fusionieren werden- Obwohl da« Automobil endgültig sein Heimatrecht erworben hat, und zwar nicht nur in den Städten und auf der Landschaft, sondern auch in unsarn abgelegensten Tälern,, so wurde es kürzlich doch Gegenstand einer objektiven Attacke — dies DOM man sagen — und die nicht verfehlt bat, durch ihren sozusagen offiziellen Charakter lebhaftestes Interesse in den verschiedenen Kreisen auszulösen. Es bandelt sich um die Publikation der Generaldirektion der S. B. B. unter dem Leitwort: «Gaveant oonsules», die im November letzten Jahres erschienen ist, und die mit einer sorgfältig nachforschenden Analyse der Betriebs- und Verkehrsbedigungen bei des Eisenbahnen und dem Automobil die öffentliche Gewalt im Sinne einer Mehrbelastung des Automobils beeinflussen will, mit dem Endzweck, seine Entwicklung auf Kosten der Eisenbahnen im allgemeinen ond der S. B. B. im besondern zu lähmen. Es jebührt sich wohl, der weitsichtigen Tätigkeit der Generaldirektion der S.B.B., die der auch sie bedrohenden schweren allgemeinen Krise zu wehren sucht, die Anerkennung auszusprechen. Ich möchte den Bundesbahnen nachdrücklich für ihr generöses und verständiges Entgegenkommen danken, indes sie jedes Jahr mit den Fahrpreisermässigungen uns zur Intensivierung unserer Verbindungen verhilft und das vom Mittelpunkt weit entfernte Genf (im geographischen Sinne, wohlverstanden!) den andern Kantonen annähert. Mit Hilfe grosser technischer Verbesserungen und kluger geschäftlicher Initiative entwickelten die Bundesbahnen ihren Betriebsbereich parallel mit dem Automobil; diese beiden Verkehrsmittel unseres modernen Lebens wetteifern miteinander in der Belebung unserer Volkswirtschaft, der sie täglich neue Vorteile zu verschaffen imstande sind, um so mehr als das Flugwesen, das so viel verspricht; wohl auch in absehbarer Zeit praktisch seine grosse Wirksamkeit in der Zusammenarbeit beweisen wird. Doch glaubt dio Generaldirektion der Bundesbahnen, nach all der anderseits in ihrer Publikation konstatierten Objektivität, einen Kampf gegen die Entwicklung des Automobils unternehmen zu müssen? Wer würde es wagen, den Industriellen und Kaufleuten ihre Versuche günstigerer Transportmöglichkeiten vorzuwerfen? Wer würde es wagen, dem einzelnen den Gebrauch des Automobils für geschäftliche Zwecke oder für das Vergnügen zum Vorwurf zu machen, ohne an die Kostenfrage zu denken? Soll man die Kantone tadeln, die unter grossen finanziellen Aufwendungen ihr Strassennetz verbesserten und so zur Entwicklung des Tourismus beitragen, den keine Reaktion mehr unterbinden wird? Wer würde es ferner wagen, den ausländischen automobilistischen Touristenstrom in unser Land zu hemmen, indem die Reisenden gezwungen werden, an der Grenze ihr Fahrzeug zu verlassen, um sich nun den Bundesbahnen anzuvertrauen? Weshalb sich denn in einem hoffnungslosen Kampf erschöpfen, anstatt im Sinne der eigenen Vervollkommnung und einer erspriesslichen Zusammenarbeit zu wirken? Hoffen wir deshalb, dass die vereinten Anstrengungen im Dienste der Strasse und der Schiene nach dem Gesetz des Fortschrittes und dem Schritt der Zeit — und die Zeit kennt keine Rückschritte — sich in Frieden und zum Wohle unseres lieben Landes vollziehen. Das neue Verkehrsgesetz. Das alte Projekt, das vom Volke zurückgewiesen wurde, sah für den Automobilisten eine Kausalhaftung vor, die gegenüber der Eisenbahnfaaftpflicht des Gesetzes von 1905 einen erweiterten Bereich hatte. In den führenden Kreisen der Automobilinteressenten nnd Automohilverbände war man gewissenhaft genug, einzusehen, dass die Wahrung des sozialen Friedens eine Garantie für den Ersatz des Schadens, den ein Opfer eines Verkehrsunfalles erlitten hat, erheischt. Deshalb wurden die Vertreter der Automobilverbände in der Expertenkommission, die durch Sie, Herr Bundespräsident, einberufen wurde, beauftragt, der Einführung von Haftpflichtbestimmungen — entsprechend den soeben erwähnten Bestimmungen des Entwurfes Ton 1905 — sich nicht entgegenzustemmen. In Wirklichkeit ist es unleugbar, dass unter der Herrschaft des Obligationenrechtes, das augenblicklich noch die Schadenreparationen regelt, sowohl der Verunglückte als Ankläger als die Polizeibehörden und selbst auch das Strafgericht versuchen müssten, ein strafbares Vergehen des Automobilisten in allen Fällen zu behaupten, selbst wenn es nicht bestand, nur um die notwendige Herr Bundespräsident 1 Meine Herren t Ehre den Begründern des Salons. * Gemäss einer lobenswerten Gewohnheit, die da-" rauf tendiert, zur Tradition zu werden, laden die Organisatoren des Automobil-Salons die eidgenössischen und kantonalen Behörden ein. diese glänzende Jahresveranstaltung ihrerseits zu eröffnen. Dieser angenehme Akt erlaubt der Genfer Regierung, den Mitgliedern des Organisations-Komitees und im speziellen dessen Präsidenten, Hrn. M. Marchand ihren gebührenden Dank auszusprechen für die unablässige Arbeit, die fruchtbare Tätigkeit, die sie nie aufgehört haben weiter zu entwickeln, ohne Sorge selbst um persönliche Risiken, am zur Begründung und Konsolidierung eines Unternehmens zu gelangen, das ihnen heute zu höchster Ehre gereicht. Es ist der kantonalen Regierung eine angenehme Pflicht, Jahr für Jahr den Organisatoren den wohl, verdienten Dank auszusprechen und sie jedesmal zu beglückwünschen als die Begründer des ersten schweizerischen Automobil-Salons vor 8 Jahren. Ehre diesen Mänern voll Energie. Tüchtigkeit und Selbstlosigkeit; sie dürfen mit Stolz ihres Werkes gedenken. Der Gruss unseres höchsten Magistraten. AUTOMOBIL-REVUE 1931 - 19 Zivilhaftun* m schaffen and dem Opfer «ine den Umständen besser entsprechende Entschädigung ausbezahlen zu können. Wenn die mit der obligatorischen Versicherung verbundene Haftpflicht einmal in Kraft treten wird, und das Opfer auf alle Fälle seiner Schadenansprüche sicher ist, dann wird auch der Automobilist vieler Unannehmlichkeiten enthoben sein, denen er heute immer noch ausgeliefert ist. Ein schönes Beispiel echten Republikanertums. Erlauben Sie mir, die Gelegenheit zu ergreifen, die sich mir heute bietet, um für die mutige Ausdauer, für den Willen zum Ziel und die absolute Unparteilichkeit Ihnen, Herr Bundespräsident, meine Anerkennung auszusprechen, mit der Sie nach der Verwerfung des ersten Gesetzes auf der durch das Parlament angenommenen Basis der Motion Lachenal das neue Gesetz wieder aufgebaut haben, und das nun die Zustimmung der Kammern und des Schweizer Volkes zu erhalten verspricht. Sie hätten sich nach dieser ersten Niederlage voll Unmut für einige Jahre von der Sache des Automobilismus zurückziehen können; doch Sie taten dies nicht und begannen mit um so grösserer Ausdauer noch einmal, indem Sie auf diese Weise ein schönes Beispiel der Achtung vor dem Willen des Volkes ablegten. In meiner Eigenschaft, als durch Sie in die beiden Kommissionen der Jahre 1922 und 1930 berufener Experte, war ich Zeuge Ihrer Anstrengungen, und es ist mir eine Notwendigkeit, Sie heute im Namen aller Automobilisten zu versichern, dass Sie es nicht mit Undankbaren zu tun haben, sondern dass Ihnen alle Unterstützung von Seiten der Automobilisten gebührt und die Bezeugung voller Anerkennung Ihrer Leistungen. Dieses neue Gesetz entspricht vielleicht nicht ganz den Wünschen derer, die ein umfassenderes Gesetzeswerk über den gesamten Verkehr gefordert haben, doch macht die Sache des Automobils und des damit verbundenen Rechtes mit diesem Gesetz, das zweifellos ein fruchtbares Werk ist, und das nicht mehr aus durchschnittlichen Kompromisslösungen besteht, sicherlich einen Schritt vorwärts. Es hat deshalb — so hoffen wir — rolle Chance, angenommen zu werden. Wir sind überzeugt, dass unsere Industrie, der Handel, die Landwirtschaft und das ganze am Automobilverkehr interessierte Volk mit Genugtuung das Inkrafttreten des neuen Gesetzes erwarten werden. Das Gesetz wird begrüsst als ein Werk der Notwendigkeit, das im Sinne sozialen Friedens aufgebaut ist. Es wird begrüsst als Ihr Werk, als die Frucht Ihres Geschickes, Ihrer Hingabe und Ihrer patriotischen Ausdauer. Ich entbiete meinen Hochruf auf das Wohl der Schweiz, und ich erhebe mein Glas zu Ihrem Wohl, Herr Bundespräsident, und Ihnen allen, hochgeehrte Gäste. Rede von Alfred Desbaillets Präsident des Staatsrates des Kantons Genf. Letztes Jahr bei derselben Gelegenheit sagte Herr Prof. Rhön, als er die Abwesenheit eines Mitgliedes des Bundesrates rechtfertigte und die Hoffnung aussprach, der Bundesrat werde dieses Jahr wieder zur Eröffnung erscheinen: «Sie haben den Wunsch, einen Vertreter unserer hohen Exekutive zu uns sprechen zu hören mit der Erfahrung des verantwortlichen Leiters, mit Erfahrung in den mannigfachen Fragen politischer, technischer, juristischer und sozialer Natur, die das aktuelle Verkehrsproblem stellt.» Für dieses Jahr ist dieser Wunsch erhört worden Ẇir haben nach dem glänzenden Vortrag des Herrn Robert Marcband, aus dem ein Optimismus der Erfüllung sprach, den ebenso bemerkenswerten und interessanten Vortrag des Herrn Bundespräsidenten mitangehört. Ich schätze mich glücklieb, im N'amen der Regierung und der Genfer Bevölkerung ran« im speziellen Herrn Bundesrat Häberlin begrüssen zu dürfen und ihm auf diesem Boden, lieb allen • denjenigen, die ein Ideal belebt, unsere respektvollen, freundlichen WilJkommensgrüsse darzubringen, ihm zu danken für die hohe Ehre, die er uns damit bezeugt hat, dass er zum dritten Mal gekommen ist, den Automobilsalon zu eröffnen. Das sind Zeichen der Freundschaft nnd des Wohlwollens, für die Genf dankbar sein wird. Der herzliche Empfang, den sie dem ersten Magistraten unseres Landes bereitet haben, dokumentiert das besser als meine Worte und zeigen ihm welch hoher Ehre wir unsere höchste Landesbehörde und den Bundespräsidenten halten und das unumschränkte Vertrauen, das wir in den Bundesrat setzen. Abermals das eidgenössische Gesetz. Es geziemt mir nicht, auf das zurückzukommen, was Herr Bundespräsident Häberlin über das eidg. Gesetz ausgesagt hat. das Gesetz, dass all diejenigen beschäftigt, die Interesse hegen am Automobil- oder am Verkehrsproblem im allgemeinen. Die überaus vollständigen Ausführungen werden Ihnen gezeigt haben, dass gegenwärtig eine grössere Einheit in den Auffassungen besteht und wir möchten den hohen Magistraten beglückwünschen, der, weit entfernt, sich durch ein erstes Misslingen entmutigen zu lassen, das Studium des wichtigen Gesetzesprojektes — das er vor Danen kommentierte und dem er. von Herzen wünschte, vom Volke endlich gutgeheissen zu werden — im Lichte neuer Erfahrungen und ohne Zögern wieder aufgenommen hat. Alle Strassenbenützer werden dem unermüdlichen und beharrlichen Urheber dieses schwierigen Projektes grosse Dankbarkeit bezeugen. Ich entbiete ferner auf unserm Genfer Boden einen herzlichen Willkommensgruss den Behörden der vertretenen Katone. den sehr geschätzten Mitgliedern des kosularischen Korps, den Vertretern der benachbarten französischen Departemente, den Delegierten der verschiedenen touristischen Organisationen sowie den zahlreichen Ausstellern, die dem Rufe des Organisationskomitees Folge geleistet haben. Das zweite Palais. Befassen wir uns nunmehr mit den Dingen, die insbesondere die Bewunderer des Palais des Exposition* interessieren, dem Bau einer Halle, dia dasselbe ergänzen und dessen Grundfläche verdoppeln würde. Wenn es dem Staatsrat nicht gelungen ist, wie er es hoffte, der Initiative zum Triumph zu verhelfen, so möchten Sie bitte mit uns einiggehen, dass in einer Demokratie wie der unserigen, wo die Ausübung der Macht normalerweise begrenzt werden kann durch das souveräne Volk «oder dessen Vertreter, die dringenden Bedürfnisse nicht immer ohne weiteres begriffen werden, ganz besonders wenn es sich um Projekte handelt, die den Anschein erwecken, eventuelle Risiken für die Finanzen des Landes zur Folge haben zu können. Aber die Zeit ist am Werk und wir wollen glauben, dass der Mut, den sie zur Erreichung ihres Zieles an den Tag legen, endlich einer allgemeinen Erkenntnis begegnen wird. Der gesellschaftliche Wert des Automobils. Man wird sich immer mehr Rechenschaft darüber geben müssen, dass die internationale Fahrrad- und Automobilausstellung nicht nur Techniker, Konstrukteure und event. Käufer interessiert, als vielmehr die ganze Bevölkerung, die sich des grossen Nutzens erfreut, jedes Jahr erstaunliche Fortschritte verwirklicht zu sehen innerhalb einer Industrie, die darauf ausgeht, immer vollkommenere Transportmittel der grossen Masse zur Verfügung zu stellen und nicht nur Luxus- und Sportobjekte zu liefern, sondern auch ausgesprochene Arbeits-Instrumente. Die wirtschaftlichen Schwierigkelten veranlassen uns, ein Gewerbe, das so viele Hände beschäftigt, noch höher einzuschätzen als früher, ohne dabei an die vielen Arbeitskräfte zu denken, die mit dem Unterhalt und der Pflege der Wagen beschäftigt sind. Diese beträchtliche Zahl an Arbeitsgelegenheiten vermindert die Masse der Arbeitslosen, dla durch die schwere Lage in der Industrie entstand. Die Krise hat selbst ältere und gutfundierte Geschäftsunternehmen ins Wanken gebracht. Die ganze Oeffentüchkeit befasst sich damit, di« Verwendung rascher Transportmittel zu erleichtern und sie werden mit uns einige gehen, dass der Staat Genf seit einer gewissen Reihe von Jahren unter Aufwendung beträchtlicher Mittel das kantonale Strassennetz. welches nicht für die Bedürfnisse eines so dichten Verkehrs errichtet war, ganz beträchtlich verbessert hat. Das gegen wärticre Programm des Grossen Ratei sieht neben wichtigen Arbeiten die Verbesserung und den rationellen Unterhalt unserer kantonalen Straasen vor. Alle als Mitarbeiter. Vergessen wir auch nicht bei dieser Gelegenheit an die treue Hingebung zu erinnern, durch die grossen touristischen Vereinigungen die Eroberung unseres Landes durch die neuen Bewegungsmittel ermutigen. Es ist das ein würdiger Beitrag zur kontinuierlichen Arbeit, die bezweckt, die Touristen, angezogen durch die wechselreichen Landschaften, mit denen die Natur unser Land so reich gesegnet hat, immer zahlreicher in unser Land zu locken. Wir wollen bei dieser Gelegenheit auch den Eisenbahnen für die Vorteilo Anerkennung zollen, die sie zugestanden haben, um einem jeden den Besuch dieser interessanten Ausstellung zu erleichtern. Wir bitten die Bundesbahnen, der speziellen Lage Genfs als Sitz wichtiger internationaler Organisationen noch mehr Rechnung zu tragen, indem sie den Zugang dorthin durch geeignete Fahrpläne erleichtern. Ebenso hoffen wir, dass eine Frage, die speziell unsern Kanton Genf interessiert, bald gelöst werde im Sinne des freien Verkehrs über eine Grenze, die zwei Gebiete trennt, welche ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, sich gegenseitig harmonisch z-o ergänzen. Aber meine Herren. Sie können uns den Vorwurf machen, dass all diese Problome, die wir hier in Erwägung ziehen, nur deshalb zur Sprache kämen, um den Moment noch hinauszuschieben, wo es Ihnen ermöglicht sein wird, die prächtigen Produkte der Wissenschaft und der Technik zu bewundern. Wie gross wäre die Bestürzung Töpfers und seiner Reisegefährten, wenn sie die Strassen. ehemals so einladend, dem Jünger der Geschwindigkeit ausgesetzt sähen, die Wolken zerrissen durch die Flügel der Flugmaschinen? Was würden die Gefährten Töpfers denken, wenn sie mit uns das mächtige Gebäude durchliefen, wo vom bescheidensten Fahrrad zum mächtigsten Car alle modernen Vehikel vereinigt sind? Die Zeit des ruhigen Reisens gibt es nicht mehr, es ist die Schnelligkeit, die in allen Gebieten den Vorrang bat. Herr Marcband erliess einen Appell an die eng» Verbindung von Schiene, Strasse und Luft. Wir gestehen, dass wir uns ganz natürlich den gewagtesten Dingen anpassen. Meine Herren, ehren wir die unermüdlichen Pioniere, die stets am Werke sind und durch immer grösseren Komfort, Genauigkeit und vermehrte Sicherheit diese Maschinen, die so unentbehrlich »ind für unser so intensives wirtschaftliches Leben, zu vervollkommnen suchen. Ich erheben mein Glas zu Ehren des Herrn Bundespräsidenten, zu Ehren unserer Miteidgenossen, der Vertreter der fremden Staaten, zu Ehren des Herrn Robert Marchand. Präsident des Komitees and seiner liebenswürdigen Mitarbeiter, und zu Ehren von euch allen, meine Herren, die — jeder an seinem einflussreichen Platze — ihren Teil beigetragen haben zum hohen Ansehen und zum Weitergedeihen unseres lieben Genf. und darunter, mit dem Rücken zu ihm, stand eine Frau im Abendkleid. Cradock verharrte wie angewurzelt auf der Schwelle. Aber es war nicht der Anblick an sich, die Erscheinung einer Europäerin in pfaublauem Brokat in diesem kahlen Raum der verfallenen Herberge, was ihn sprachlos machte. Es war vielmehr die Haltung ihres Kopfes, die Linie der Arme, die Art, in der ihr kohlschwarzes Haar über die kleinen Ohren zurückgekämmt war — Dinge, die in dem Mann eine jähe Erinnerung aufflackern Hessen — eine Erinnerung, die jetzt einen Herzschlag lang den Gedanken an seine Mission verwirrend zurückdrängte. «Nadja!» Kaum lauter als ein Hauch wehte seine Stimme. Blitzschnell wandte sich die Frau am Tische. Sie hielt ein Taschentuch in der Hand, und Tränen rannen über ihr Gesicht. Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie auf die hagere, dunkle Männergestalt und wich in wildem Schreck gegen das von Würmern zerfressene Gitterwerk des Balkons zu- Tück. Plötzlich kam der Mann auf sie zu, packte sie an der Schulter und zog sie in den Lichtkreis der Lampe. «Was tun Sie in diesem Hause, Nadja?» Beim Klang der englischen Worte verschwand der verstörte Ausdruck ihrer Augen und heisse Freude leuchtete auf. «David!» jauchzte sie. «Endlich! Nach all den Jahren!» Mit düsterem Blick wiederholte er: «Was tun Sie hier?» Sie streckte mit lockender Gebärde die Arme nach ihm aus: «Das ist doch ganz gleichgültig, da ich nuif dich wiedergefunden habe! Warum — o warum hast du meine Briefe nie beantwortet, David? Ich hätte dir alles, alles erklärt! Ach — schau mich doch nicht so finster ani Hab* ich mich denn so sehr verändert? Bin ich nicht mehr deine Nadja, deren Haar du so oft geküsst...?» Barsch unterbrach er sie. «Wem gehört dieses Haus?» Sie zuckte die nackten Schultern. «Nun?» In seinem Ton grollte ein Drohen. «Said Hussein!» Sie sah ihn rasch aus den Winkeln ihrer grünen Augen an. Ein Schatten schien über Cradocks unbewegliches Gesicht zu gleiten. «Wo ist Simopulos?» «Das weiss ich nicht!» trotzte sie. Er ergriff ihren Arm. «Lügen Sie nicht, Nadja. Ich sah ihn eben dieses Gebäude betreten!» «Er ist beim Prinzen! Ich verliess die beiden, als sie unten... Um Gottes willen! Was ist das?» Ein gellender Schrei zerriss die Stille des Hofes. Joan war, nachdem Said Hussein sie allein gelassen, langsam durch das Gemach geschlendert. Es üerTschte in ihm eine wundervolle Harmonie: Alle Farben waren aufs geschmackvollste abgestimmt, von der blassgrünen Verzierung der Decke, bis zu den weichen Töne der Teppiche am Boden. Kein Laut regte sich. Es schien ihr, als wäre sie den? brausenden Lärm Kairos auf Hunderte von Meilen fern. Neugierig lugte sie In die kleinen, Jetzt leerstehenden ALcnven, von denen ihr der Prinz erzählt hatte. Ihr Gastgeber blieb lange aus. Und wo mochte Madame Alexandra sein? Der Scheich musste seine Sitzung doch längst beendet haben. Joan setzte sich auf einen Seidendivan an der Wand neben dem vergitterten Erker. Sie fühlte ein leises Unbehagen. Um ihre Gedanken abzulenken, erhob sie sich wieder und trat auf den Balkon. (Fortsetzung folgt.)

N* 19 — 1931 AUTOMOBIL-REVUE Sport am Genfer Salon Die Kilometerrennen von Genf Geschichtlicher Rückblick. Die Stadt Genf, die durch den Automobil- Salon bereits seit einem Vierteljahrhunder zu einem Zentrum des aktiven Automobilismus unseres Landes geworden ist, kann auch den Anspruch auf besondere Berücksichtigung des Autosportes für sich erheben. Bereits im Jahre 1903 erlebte Genf seinen ersten Kilometer-Lance. Die damals erreichte Höchstgeschwindigkeit, die heute als Kuriosum wohl nur zu Unrecht belächelt wird, betrug 90 Kilometer. Gemüter, die gerne Freude an sprechenden Vergleichen haben, mögen aus der genannten und den heute erzielten Geschwindigkeiten, den beinahe unglaublichen Aufschwung des Automobils herauslesen. Die Sektion Genf des A.C.S., die diesen erstem Kilometer am 30. Mai 1903 nach grossen Schwierigkeiten durchführte, konnte einen derart grossen Erfolg ihrer ersten autosportlichen Veranstaltung buchen, dass sie bereits im Jahre 1904 wieder an die Organisation eines Kilometer-Lances herantrat. Diesmal stieg die best© Zeit auf 115 Sfcd.-km. Die ins Rennen geschickten Maschinen waren denen des Vorjahres bedeutend überlegen. Jede neue Phase des damals in seine erste Blütezeit eintretenden Autosportes wurde mit grossem Interesse verfolgt. Die steigende Volkstümlichkeit, der sich die aufkommenden Bergreranen erfreuten, verdrängte für einige Jahre den Kilometer-Lance. Erst am 29. Oktober 1911 wurde das dritte Genfer Kilometerrennen durchgeführt, diesmal zeichnete der T.C.S. als Organisator der gelungenen Veranstaltung. Der eingetretene zeitliche Unterbruch zwischen den einzelnen Kilometerrennen dokumentierte sich auch in der bedeutend höheren Geschwindigkeit, die von 115 Std.-km im Jahr 1904 auf 145 Std.-km heraufschnellte. Rekordinhaber dieser viel bestaunten Bestzeit war Nigg auf Fiat. Wieder gab es eine dreijährige Ruhepause, bis am 26. April 1914, die Sektion Genf des A.C.S. das vierte Kilometerrennen zur Durchführung brachte. An Stelle des Kilometerlances wählte man den stehenden Kilometer, wie er auch dieses Jahr auf der Strecke von Grand Saconnex angewendet wird. Die Veranstaltung erlebte einen ausserordentlichen Erfolg. Sie wurde zu Ehren der in Genf beginnenden « Tour de France Automobile» abgehalten. Die Fahrbeteiligung war sehr stark, zum ersten Male mussten die Wagen der Konkurrenten in zwei Kategorien getrennt werden, in die Kategorie der Tourenwagen und der Wagen ohne einschränkende Bestimmungen. Der Unterbruch der Kriegsjahre. Der Weltkrieg machte natürlich die Durchführung weiterer Kilometerrennen unmöglich. Auch die ersten Nachkriegsjahre schienen kaum besonders gut für die Wiederaufnahme der Rennen geeignet. Erst im Jahre 1923, nach neun Jahren, fand in Genf wieder ein Kilometerrennen statt. Der Anlass stand ganz im .Zeichen der starken Motoren. Die Fahrer hatten zum ersten«Male die Rennstrecke in beiden Richtungen zurückzulegen. iRene Thomas, auf Delage, erzielte mit 169 Std.-km die beste Zeit des Tages. Ein Jahr später stellte der gleiche Fahrer mit der gleichen Marke einen neuen Rekord auf, diesmal fuhr er die bemerkenswerte Zeit von 203,700 Std.-km heraus. Diese Leistung ist in unserem Lande bis zum heutigen Tage immer wieder nur um relativ geringe Einheiten überschritten worden. Im Jahre 1925 triumphierte die Marke Delage wiederum am Genfer Kilometerrennen. Divo war der Sieger der Veranstaltung. Das Kennen des Jahres 1926. Den Genfer Kilometerrennen ist schon mehr als einmal die Gunst des Wettergottes versagt geblieben. Das Rennen des Jahres 1926 hatte unter einem ausserordentlich ungünstigen Regenwetter zu leiden. Die Beschaffenheit der Strecke machte es selbst den zahlreich erschienenen besten in- und ausländischen Fahrern unmöglich, eine neue Bestzeit herauszufahren. Kracht erreichte mit grosser Mühe mit seinem Bugattiwagen einen Stundendurchschnitt von 166,6 km. Auch 1927 stand im Zeichen sehr schlechten Wetters. Diesmal stand die erreichte Bestzeit noch unter der des Vorjahres. Sie betrug nur 160 km. Benoist, der im Laufe des gleichen Jahres noch zum Weltmeister vorrücken sollte, gab infolge des heftigen Regenwetters auf. Schon am folgenden Tage erwies er bei besseren Fahrverhältnissen seine Technik, indem er die Strecke mit einer Geschwindigkeit von 209,09 km durchmass und damit für die Strecke von Eaux- Mortes den bis heute bestehenden Rekord des fliegenden Kilometers aufstellte. Das Rennen von 1928 erfreute sich ausnahmsweise eines geradezu paradiesischen Wetters. Der Massenbesuch aus Genf blieb deshalb auch nicht aus. Bei den Tourenwagen erreichte J. Büttikofer auf Martini mit 118,421 km die beste Zeit. Nach einem heftigen Kampf bei den Sportwagen siegte hier Gacon auf Martini. Zweiter wurde Schlotterbeck auf Stutz. Bei den Rennwagen waren bedeutende Fahrer am Start. Karrer auf Bugatti, Probst auf Bugatti, Stuck auf Austro Daimler und Heusser auf Bugatti rangen um x Grand-Sa joc looo m. •"VArrivce ISO 300 ISO Ä 1 Echelle 1:25000 Wie man ZUT Rennstrecke von Grantl-Sacannex LA PLUS GRANDE NOUVEAUTE DU SALON est incontestablement Nouvelle ligne d'une ravissante beautä. Tenue de route la plus parfaite r6alis6e ä ce jour. Suspension ideale, m§me sur les plus mauvaises routes. Freinage impressionnant ä equilibrage automatique supprimant le dörapage, Ceirano SO km, und mit der nächstfolgenden Klasse sank das Stundenmittel wieder auf 70 km. Die beste Tageszeit der Tourenwagen erreichte bei der 5000-ccm-Klasse der junge Duval auf Chrysler mit 87,6 km. Bei den Sportwagen überschritt Escher auf Bugatti als Einziger die 100 km-Grenze. Die Züricher den Sieg, der Heusser auf Bugatti mit der Stundengeschwindigkeit von 182,370 km zufiel. Der stehende Kilometer 1929 brachte ein stehendes Kilometerrennen. Die Strassenverhältnisse schlössen bei den hohen Geschwindigkeiten der fliegenden Kilometerrennen für die Dauer ein zuFahrerin Frl. Münz errang sich mit 85,7 km grosses Risiko ein. Im nationalen Rennen den Damenpreis. Bei den Rennwagen fuhr gab es keine grossen Ueberraschungen. J. Strittmatter von Zug mit einem Bugatti Ernens auf Renault (1100 ccm-Klasse) erreichte als einziger seiner Klasse 60 km; in nens. Im internationalen Rennen siegte die beste Tageszeit des nationalen' Ren- der nächsten höheren Klasse fuhr Galley auf von Wentzel-Mosau, auf Mercedes-Benz, mit 112.5 km. Bei den Rennwagen erreichte Morel eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 117.6 km. Das letztjährige Rennen. Der Kilometer Arrete des Jahres 1930 litt wieder unter der Ungunst der Witterung. Trotzdem säumte ein ansehnliches Publikum die Rennstrecke. Bei den Tourenwagen erreichte der Zürcher Zimpfer auf Chrysler mit 87,17 Stundenkilometer die beste Zeit. Escher auf Bugatti, legte sich mit 110,09 km an die Spitze der Sportwagenkategorie, und bei: den Rennwagen erzielte Hans Stuber auf Bugatti mit 122,04 km die beste Tageszeit und stellte damit für die .Strecke bei Eaux-Mortes den neuen Rekord des stehenden Kilometers auf. la 6 et la 8 cylindres A CHASSIS SURBAISSfiS Blanc et Paidhe GENE VE Agents dans tous lesCantons BERNE Place des Alpes 2, Hirschengraben Bedauerlicherweise stiess dem bekannten Genfer Rennfahrer Sarbach ein Unfall zu, indem sich ein Rad des Wagens in der Kurve des Auslaufes in der Tramschiene verfing, wodurch der Amilcarwagen zum Uebersciüagen gebracht wurde. Sarbach erlitt schwere Verletzungen, denen er später erlegen ist. Bei den Rennwagen fuhr noch Hors concours Chiron auf einem neuen 16-Zylinder-Bugattiwagen; er bildete mit einer eindrucksvollen Fahrt den Schluss der interessanten sportlichen Manifestation. Am Vorabend. Die Sternfahrt. Heute Samstag, während diese Zeilen in Druck gehen, starten auf dem Kasinoplatz in Bern die Sternfahrer zu ihrer Fahrt nach der Salonstadt. Da bis zum letzten Augenblicke Meldungen entgegengenommen werden, sind noch weitere Teilnehmer zu erwarten, die auf diesem interessanten Rallye ihre Fahrerqualitäten erproben möchten. Das Wetter macht im Momente, da wir diese Zeilen hinter Fensterscheiben, an denen gedu'- dig die Regentropfen rinnen, wenig gule Miene, und es braucht schon gehörig Optimismus dazu, um von einem relativ guten Wetter für die Sternfahrt träumen zu können. Wer jedoch ein echter Sportsfreund ist, wird sich lachenden Auges diese nasse Bescherung besehen und mutig für die Reise nach Genf rüsten. Dank der Initiative des Sportspräsidenten der Sektion Bern des A. C. S., Herrn W. Huber, gewährten die Polizeibehörden der Bundesstadt die Freigabe des Kasinoplatzes für die Aufstellung der Wagen, auch stellten sie in liebenswürdiger Weise ihre Beamten zur Regelung der Abfahrt zur Verfügung. Das KHoraeterrennen von Grand-Saconnex. Am Sonntag folgt nach dem ersten Sportanlass des Genfer Salons vom Vorabend gleichzeitig auch der Höhepunkt: das kilometerrennen von Grand-Saconnex. Nach zwei Jahren des Unterbruchs ersteht in diesem Jahre dieser stehende Kilometer auf einer Bergstrecke sehr vielversprechend. Zum ersten Male stoben die Fahrzeuge auf dieser Rennstrecke vor den Toren Genfs im Jahre 1926 dahin, und dreimal wiederholten sich die Veranstaltungen, denen tenmer ein grosser Erfolg zuteil wurde. Der Kampf in dem Automobil- und Motorradrennen, das zusammen von der Sektion Genf des A. C. S. und dem Moto-Club des Päquis organisiert wird, dürfte um so härter werden, als traditionsgemäss immer die Marken, denen ein eindrucksvoller Sieg beschieden ward, auch am Salon vermehrtes Interesse und somit geschäftlichen Erfolg fanden. Das Rennen ist bekanntlich für alle Kategorien offen. Bleibt nur noch ein Wunsch zu tun: der März möge an diesem Tage seine erste frühlingshafte Anwandlung bekommen und sich schleunigst des noch immer herrschenden Winters entledigen! Als Sportkommissäre am Kilometerrennen wirken bekanntlich die Herren Präsident Decrauzat und E. Lumpert, Mitglied des' N. S. K. Chef des Rennens ist Herr R. Cuendet, Präsident der Sportkommission der Sektion Genf des A. C. S. bo. Genfer Salon 1931. Damit wir während der Dauer des Salons in Genf prompte und ausführliche ^Berichte veröffentlichen können, werden noch folgende Ausgaben erscheinen: Montag, 9. März, Dienstag, 10. März, Donnerstag, 12. März, Freitag, 13. März.