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E_1931_Zeitung_Nr.018

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Rede von

Rede von Bundespräsident Häberlin (Schluss von Seite 1) aufschaue, Ihrem unverwüstlichen Präsidenten Robert Marchand, den ich schon zum dritten Male an der Arbeit sehe und mit dem ich überdies auf meinem eigenen legislativen Erdreiche zusammenarbeiten durfte. Auf diesem Boden fühle ich mich schon etwas heimischer, und ich darf ihn wohl auch heute für kurze Zeit betreten, nachdem ihn bereits mein Vorredner beschritten und mich an liebevoller Hand darauf hinübergei'ührt hat. — Das neue Automobilgesetz, das vor der Türe steht, ist unser gemeinsames Kind. Ein Sorgenkind — gewiss. Sein älterer Bruder ist beim ersten Gehversuch zu Tode gefallen, gestolpert über zum Teil lächerlich kleine Kieselsteine. Unser erstes Bestreben musste es deshalb sein, diese Steinchen, numerierte Radfahrerschilde, mögliche Polizeischikanen, Auslegungsungewissheiten, auf die Seite zu schaffen, um dann unbeschwert an die übriggebliebenen grössern Streitfragen heranzutreten. Der Herr Vorredner war so freundlich, meinem guten Willen und dem Fehlen jeden Ressentiments in der Vorbereitung des neuen Entwurfs Lob zu zollen. Ich meine, dass beides beim Staatsmann eine Selbstverständlichkeit sein muss; wenn er das nicht aufbringt, so soll er das Steuer andern überlassen. Ich muss aber doch der Wahrheit die Ehre geben mit dem Geständnis, die Wiederaufnahme der Arbeit sei mir ganz besonders dadurch erleichtert worden, dass die Sieger von 1927 händeringend zu mir gekommen sind, wir möchten doch gemeinsam aus dem infernalischen Wirrwarr, der die vorausgesagte Folge der Verwerfung war, uns herausarbeiten, und dass sie redlich die Hand zu neuen Lösungen geboten haben. Ein grosser Helfer war auch die Zeit, welche inzwischen an der Erziehung sowohl der Auto- und Radfahrer als der übrigen Strassenbenützer gearbeitet hat Gewiss haben wir immer noch auf beiden Seiten unbelehrbare Kinder — ich meine die grossen Kinder; denn die kleinen werden ja dank der Initiative der Automobilverbände schon in der Schulö in die Geheimnisse und Handgriffe des Strassenverkehrs eingeweiht —; aber mit dem immer weitern Eindringen der modernen Fahrzeuge in alle Schichten des Volkes, vorab auch in die landwirtschaftlichen und Gewerbekreise, hat das Verständnis für die Notwendigkeiten und damit die gegenseitige Duldung grosse Fortschritte gemacht. Diese Erfahrungstatsache allein ist es zum Beispiel, welche uns zu dem Experiment ermutigt, die gesetzliche Festlegung von Höchstgeschwindigkeiten des Autos auf die schweren Lastwagen zu beschränken. Darf ich gerade hierüber einige Worte verlieren, weil ich daran am besten zeigen kann, in welchem Geiste die neue Vorlage ausgearbeitet ist? — Dass im allgemeinen das Gefahrenrisiko auf der Strasse im Verhältnis zur Geschwindigkeit des Kraftwagens wächst, weil der Bremsweg ein längerer wird, ist vernünftigerweise nicht zu bestreiten. Umgekehrt ist es da, wo keine Kollisionsgefahr und keine Schädigung des Strassenkörpers in Frage kommt, praktisch erwünscht, dass das neue Verkehrs- und Transportmittel wirtschaftlich nach allen seinen Möglichkeiten ausgenützt und nicht durch rein schematische Einschränkungen gefesselt werde. Geht man von diesen beiden Ueberlegungen und überdies von der Voraussetzung aus, der Durchschnittsfahrer sei ein vernünftiger Mensch, der seiner Verantwortung für eigenes und fremdes Menschenleben und Gesundheit bewusst ist, so wird man, wie der Entwurf das tut, die ziffermässige Höchstgeschwindigkeit fallen lassen oder auf die schweren Wagen beschränken und dafür die grundsätzliche Beherrschung des Wagens und die grundsätzliche Verlangsamung im Gefahrenbereich verlangen. Man verschärft dadurch die Verantwortlichkeit des einzelnen Fahrers, konzentriert sie auf die Gefahrenstellen, konzentriert auch die Aufeicht auf diese statt auf harmlose Polizeifallen-Strecken. Wir wollen also über eine Anfangsetappe des Automobilverkehrs, für welche die Höchstgeschwindigkeit gewiss ihre Berechtigung haben mochte, zur höhern Etappe übergehen, wo an Stelle der starren mechanischen Regulierung das Vertrauen in die Fähigkeiten des Fahrers, des Fahrzeuges, der Verkehrsorgane, der übrigen Strassenbenützer tritt. Damit erfüllen wir die Wünsche der grossen Automobilverbände. Eine einzige, wichtige Bedingung müssen wir als Vertreter der Interessen des ganzen Volkes daran knüpfen: Sollte diese Vertrauensgrundlage erschüttert werden und offensichtlicher Missbrauch vorliegen, so muss die Rückkehr zur früheren Lösung wieder möglich sein, und zwar ohne langwierige Gesetzesänderung. Hier fordert nun der Bundesrat Vertrauen. Man hat die Frage aufgeworfen: Wann wird der Bundesrat einen offensichtlichen Missbrauch annehmen? — Das ist sehr einfach. Ergibt die Statistik in Zukunft unter dem neuen System bei im übrigen gleichen Verhältnissen eine Abnahme oder wenigstens keine Zunahme der Automobilunfälle, so besteht kein Grund zur Umkehr. Ist dagegen innert längerer Beobachtungsfrist eine beachtenswerte Zunahme der Unfälle zu konstatieren, so ist das ein Beweis dafür, dass die Automobilisten als Gesamtheit die in ihre Hand gelegte Reifeprobe nicht bestanden haben. Sie können dann nicht mehr verlangen, dass ihre letzten wirtschaftlichen und sportlichen Ausnutzungsmöglichkeiten über unsere Sorge für Leben und Gesundheit der Mitmenschen gestellt werden; beklagen müssten sie sich bei ihren fehlbaren Kollegen. Bundespräsident Häberlin, Chef des eidjrenössischen Justiz- und Polizeidepartements. Ich habe auf diesem -einen ^Beispiel etwas länger verweilt, weil es Ihnen drastisch zeigt, dass wir noch keineswegs über dem Berg 6ind mit der neuen Vorlage, sondern dass es auch diesmal grossen Verständigungs- und Opferwillen brauchen wird. Die grösste Gefahr für das Gesetz wird auch hier, wie allüberall, das Hineintragen von Schlagworten in die Beratung und in die öffentlichen Besprechungen bilden.. Schon hört man da und dort einen Kampfruf aufflackern. Der Herr Vorredner hat Front bezogen gegen eine Broschüre der Bundesbahnen, deren Tendenz er vielleicht doch etwas zu streng und einseitig beurteilt. Ich möchte unserseits nur das eine feststellen, dass bei der Beratung des Automobilgesetzes der Konkurrenzkampf zwischen Bahn und Auto keine Rolle gespielt, jedenfalls auf das Ergebnis keinen Einfluss ausgeübt hat. Dem steht nicht entgegen, dass z. B. Bestimmungen über die Ruhezeit, in untergeordnetem Masse auch über die Arbeitszeit bestimmter Kategorien von Wagenlenkern vorgesehen werden. Ausgangspunkt dafür ist aber weder die Rücksicht auf die Bahnen noch auch in erster Linie eine Einmischung in die soziale Stellung des unselbständigen Wagenführers. Entscheidend für uns ist vielmehr die Sicherheit des Verkehrs, die durch Ueberanstrengung des Fahrers in höchstem Masse gefährdet werden kann, und der wir eben nicht bloss durch repressive, sondern auch durch präventive Vorschriften dienen wollen. Lasse man also das bösartige Schlagwort von verfassungswidriger Einmischung in die Sozialgesetzgebung beiseite und widerlege unsern Schutzanspruch — wenn man kann! AUTOMOBIt>REVUE Man wird sich auch hüten müssen, auf dem Gebiete der Automobilhaftpflicht ein Schiboleth aufzustellen, an dem unter keinen Umständen gerüttelt werden dürfe. Herr Marchand hat Ihnen berichtet, dass die Expertenkommission mit sehr grossem Mehr sich für grundsätzliche Uebernahme der Eisenbahnhaftpflicht ausgesprochen hat. Der Bundesrat hat dem "Rechnung getragen und mit uns den Departementalvorentwurf, der etwas anders formuliert war, dementsprechend modifiziert. Ich werde die neue Fassung auch getreulich vertreten, erkläre Ihnen aber in aller Aufrichtigkeit, dass der praktische Unterschied zwischen der einen oder andern Variante ein absolut unbedeutender ist, so dass ich mich ohne Bedenken der einen oder andern anschliessen könnte, wenn ich nur die Autoindustrie und Normung (Schluss von Seite 1) Die Geschichte der Genfer Sternfahrt. über. 1925 kombinierte man mit der Sternfahrt eine Schönheitskonkurrenz. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Teilnehmer auf 34 an. Zum ersten Male fiel der von Herrn A. Dufour, Zentralpräsident des A. C. S. gestiftete Wanderbecher der Sektion Wallis des A.C.S. zu. Die besten Resultate waren folgende: 1. Sicherheit habe, dass sie die Zustimmung von Parlament und Volk findet. Ausschlaggebend bleibt in dieser Beziehung nach wie vor die Praxis unserer Gerichte, vor allem des Bundesgerichtes. Ich möchte deshalb sowohl die Juristen als die Interessenten selbst dringend davor warnen, sich hier irgendwie zu verbeissen. Herr Marchand hat auch angedeutet, die neue Vorlage sei für diejenigen, welche ein eigentliches Verkehrsgesetz gewünscht hätten, auf halbem Wege stehen geblieben. Er hätte vielleicht richtigerweise sagen müssen, dass sie diese nur zu 99 % befriedigen könne; denn eine Verkehrsordnung, die alle dem Automobil oder dem Fahrrad offenstehenden Strassen ergreift, ordnet praktisch den ganzen Strassenverkehr. Herr Marchand hat also sich und den von ihm repräsentierten Interessenkreisen in Tat und Wahrheit nichts vergeben, wenn er diese sogenannte Halbheit, welche nebenbei dem heutigen Verfassungszustand entspricht, in den Kauf zu nehmen erklärt. Und so werden Sie in der Vorlage noch eine ganze Reihe von Punkten finden, worüber das endgültige Urteil des Fachmanns noch aussteht und wo wir deshalb sehr häufig auch den Detailentscheid der kommenden Verordnung vorbehalten haben. Es wird auch Materien geben, wo in guten Treuen zwei Lösungen als möglich verteidigt werden können, aber schliesslich doch nur eine gewählt werden kann. Wenn ich einen Holzblock zersägen will, kann ich entweder den Holzblock einspan nen und die Säge auf ihn zubewegen oder die Säge einspannen und den Holzblock ten beteiligt. Die Vertreter des Zollsystems, Amerika, England, Australien und Kanada, haben sich bis jetzt den Bestrebungen ferngehalten. Um so erfreulicher ist die Tatsache, dass auf dem jetzigen 4. Normenkongress des ISA-Komitees 22 Vertreter Englands zugesagt haben; auch Amerika ist vor kurzem Mitglied der ISA geworden. Infolge des grossen Umfanges der Arbeiten der ISA erschien es zweckmässig, eine Arbeitsteilung vorzunehmen und jedem Land ein Sondergebiet, auf dem es besonders gearbeitet hatte, zuzuweisen. Es wurden insgesamt zwölf technische Fachausschüsse und Unterausschüsse gegründet und den einzelnen Ländern die entsprechenden Sekretariate zugeteilt Das Sekretariat ISA 22 für Automobilteile wurde Frankreich übertragen. Die Vorarbeiten dieses Sekretariates reichen bis in das Jahr 1929 zurück. In Rom haben erstmalig in diesem Jahre die bedeutenden automobilbauenden Länder Europas miteinander Fühlunt Benommen und In ein Programm diejenigen Motorfahrzeugteile aufgenommen, die für eine internationale Norm reif erschienen. Die Aussprachen setzten sich im Jahre 1929 in Paris unter Beteiligung von 14 Ländern fort Wenn diese beiden ersten Zusammenkünfte mehr oder weniger informatorischen Charakter gehabt haben, so wurden auf dem 3. internationalen Kongress in Mailand im April 1930 bereits die ersten praktischen Erfolge erzielt. Eine Reihe Zubehörteile konnte als international annehmbar abgeschlossen und für eine internationale Einführung in den einzelnen Ländern empfohlen werden. Auf dem 4. Kongress für Antomobilteile des ISA Komitees 22 standen insgesamt 74 Punkte aus dem gesamten Gebiet des Motorfahrzeugbaues zur Aussprache, von denen etwa 40 Punkte bevorzugt behandelt wnrden. Infolge der grossen Bedeutung, die der Automobilbau auch für die Werkzeugmaschinenindustrie als Zubehörindustrie hat, wurde dieser Industriezweig ebenfalls zu den Beratungen hinzugezogen. Sport am Salon Die erste Genfer Sternfahrt, die der Automobil-Club der Calvin-Stadt organisierte, fand bereits im Jahre 1923 statt. Es handelte sich damals um eine richtige «Stern»-Fahrt, indem bei dieser ersten Prüfung Starte in Zürich, Basel, Luzern, Bern, Neuenburg und Lausanne stattfanden. Die Fahrer von Neuenburg und Lausanne hatten noch Bern zu berühren. 27 Fahrer meldeten sich zu der gut gelungenen Veranstaltung, bei der F. Koch aus Luzern (Fiat) Erster, A. Schmid aus Zürich (Talbot) Zweiter und E. Wurzer aus Zürich (Puch) Dritter wurde. 1924 organisierte man die Sternfahrt im wesentlichen auf der gleichen Basis wie im ersten Jahre. Zu den Strecken des Vorjahres kam noch die Route StMaurice-Murten-Neuenburg- Genf hinzu. Zum ersten Male kam in diesem Jahre ein Sektkms-Wanderbecher zum Austrag. Die zu durchfahrenden Strecken von 270—290 km wurden in Stundenmitteln von 30—35 km zurückgelegt. Die Teilnehmerzahl ven 15 Konkurrenten war nicht besonders überwältigend. Erster wurde wieder F. Koch (Fiat) aus Luzern, Zweiter Dr. R. Kranz aus Zürich (Austro-Daimler), Dritter J. Wegener aus Martigny (Fiat). Der Wanderbecher ging in die Hände der Sektion Wallis des A. C. S. A. Gut, Luzern (Rat); 2. Ä. Favre, Mar» tigny (F. N.); 3. J. Zimmermann, Luzeru (Laurin & Klem). Als bedeutsame Neuerung für die Sternfahrt brachte das Jahr 1926 eine Kilometerprüfung mit stehendem Start und Ziel zwischen RolJe und Prangins. Di« Teilnehmerzahl sank wieder auf 15 Konkurrenten. Die beste Zeit des Kilometers erzielte der im Qesamtklassement als Sechster figurierende Herr Friedrich aus Zürich auf Bugatti. Den Wanderbecher des A. C. S. gewann diesmal die Sektion Luzern des A. C. S. Neu war auch die Ausschreibung eines Damenpreises. Die drei Ersten klassierten sich wie folgt: l. Haas, Luzern (Delage); 2. Devegny, Zürich (Fiat); 3. Bucher, Luzern (Benz). 1927 meldeten sich 27 Fahrer, die die Konkurrenz nach einem stark abgeänderten Reglement auszufahren hatten. Die Abstufung nach Zylinderinhalten und die Vorschriften über Mitfahrer wurden fallen gelassen. Alle Fahrrouten" arbeitete man neu aus. Sie wurden erstmals erst beim Augenblick des Startes den Fahrern mitgeteilt. Erster wurde F. Meyer, Martigny (F. N.); 2. W. Ruckstuhl, Bern (Chiribiri); 3. H. Behrmann, Luzern (Ajax). 1928 bedeutete für die Sternfahrt nach Genf einen Höhepunkt. 87 Teilnehmer schrieben sich für die Fahrt nach Genf ein, di« bei prachtvollem Frühlingswetter ausgetragen werden konnte. Wieder wies das Reglement verschiedene Neuerungen auf. Man beobachtete die Einhaltung möglichst einfacher Fahrrouten. Die Zürcher Fahrer verfolgten di« auf sie zuschieben. Es geht auf beide Wege. Hauptsache ist nur, dass gesägt wird, und an der richtigen Stelle. Geben wir uns also das Wort, dass wir alle zusammen zum richtigen Zersägen die Hand bieten und das grosse Werk nicht nochmals an Kleinigkeiten scheitern lassen wollen. Denn das erträgt es zum zweitenmal nicht. Die Verantwortlichkeit für das dann entstehende und sich vertiefende Chaos zu übernehmen, vermöchte keiner von uns. Wir könnten nicht einmal länger die Fiktion einer Fortdauer des Konkordates aufrechterhalten. Glauben Sie nun aber ja nicht, dass ich auf einer düstern Note schliessen möchte. Das Wahrheitsbedürfnis, von dem ich erfüllt bin, zwang mir auf, Ihnen auch die noch vorhandenen Klippen aufzudecken. Aber ebenso wahr ist es, dass sowonl meine treuen Mitarbeiter als ich heute felsenfest an den Erfolg der neuen Vorlage glauben, welche unserem Lande die so notwendige Verkehrseinheit bringen und damit auch den richtigen Platz im internationalen Getriebe anweisen wird. Ich erkläre das mit besonderer Befriedigung in Anwesenhit so vieler geschätzter Gäste aus dem befreundeten Nachbarland Frankreich, in Anwesenheit auch der Repräsentanten anderer befreundeter Staaten. Und ich danke nochmals Ihrem Herrn Präsidenten für die uns so wertvolle, loyale Unterstützungserklärung, die er namens der im Automobilsalon verkörperten Kreise abgegeben hat. So können denn auch unsere Festsprüche über alle Sorgen hinaus — ich glaubte auch bei Herrn Marchand solche herauszuhören — harmonisch zusammenklingen zu einem mächtigen «Vorwärts» in der Entwicklung unseres eidgenössischen Verkehrswesens, das so würdig repräsentiert wird durch die achte internationale Automobil- und Fahrrädausstellung in der Schweiz. mein Festeruss! Dieser gilt

N» 18 - tTH AUTOMOBTL-RrZVUE longueur: Hduteur Profil und Plan des Kilometers von Graad-Saconnex. der Sonntag, den 8. März ausgetragen wird. Strecke Zürich, Basel, Solothurn, Bern, Chätel St Denis, Vevey, Genf, alle andern Gruppen — ausgenommen die von Martigny und Lausanne, die sich erst in Bern anschlössen — reihten sich in Solothurn der Kolone ein. Die Strecke Bern-Genf war für alle Fahrer die gleiche. Den Wanderbecher des A. C. S. errang die Sektion Bern. Die besten Einzelresultate waren: 1. J. Fortmann, Bern (Farman); 2. R. Geishüsler, Luzern (Talbot); 3. E. Thommen, Bern (Oakland). 1929 starteten 53 Konkurrenten von Zürich, Luzern, Bern, Neuenburg, Lausanne und Martigny aus. Wiederum fiel der Wanderbecher an die Sektion Bern, die 20 Teilnehmer gestellt hatte. Die besten Einzelresultate waren : 1. H. Moser, Bern und B. Pierrehumbert, Neuenburg; 2. Louis de Loriol, Genf; 3. Bailly, Zürich. 1930 wurde das Reglement wieder umgearbeitet. Zum ersten Male galt, wie auch dieses Jahr, Bern als einziger Startpunkt. Die einzuhaltende Route und die Durchschnittsgeschwindigkeit wurden eine Viertelstunde vor der Abfahrt bekanntgegeben. Die Fahrt war in drei Etappen eingeteilt, die mit verschiedener Geschwindigkeit gefahren werden mussten. Qenau gleichviel Teilnehmer wie im Vorjahre, 53 Fahrer, starteten in Bern zu der vom Wetter nicht besonders begünstigten Sternfahrt. Von den gestarteten Teilnehmern schieden im ganzen 16 aus. Die Resultate der erstklassierten Teilnehmer waren alle ganz hervorragend. Keiner der drei Fahrer wies einen Strafpunkt auf. Der Wanderbecher des A. C. S. ging definitiv an die Sektion Bern über. Die besten Resultate waren: 1. exaequo F. W. Geiser, Sektion Emmental (Reo Flying Cloud); 2. E. Theilkäs, Bern (Falcon Knight); 3. K. Fortmann, Bern (Farman). Die Nennungen. An Nennungen für die Sternfahrt nach Gen! sind bis zum Redaktionsschluss auf dem Sekretariat der Sektion Genf des A.C.S. folgende Meldungen eingelaufen: Fred Geiser, Huttwil. auf R6o. E. Gricb, Bern, auf Chrysler. Dr. Fritz Spieri. Einsiedßln. Rufer, N'euenburp;, auf Bianchi. Frau T.v -Wt'ier. Basel, auf Minerva. E. Thommon. Bern, auf Fiat. Schmidt. Zürich, auf Delahaye. Fankhauser. Bern, auf Amücar. Mme H'iso Firmenich. Genf, auf Mathis. Ed. Theilkäs. Frutigen, auf Falcon-Knizht. Für den Kilometer arretg liefen zu den bereits in unserer Dienstagnummer veröffentlichten Meldungen folgende weitere ein: 20 melTO Tourenwagen: Dr. Karrer, Zürich, auf BugattL G. Guntern, Brig, auf Bugatti. R. Duval Genf, auf Chrysler. Riskieren Sie keinen Unfall, wenn es so leicht istj gute Bremsen zu haben! Firestone Bremsbelag, Sportwagen: Dr. Karrer, Zürich, auf Bugatü-Kompr. E. Schneider, Zürich, auf Bugatti-Kompr. Mine. Schwarte, Neuilly s. Seine, auf Lorraine. Ch. Schiadenhausen, Genf, auf Ford. R. Duval, Genf, auf Chrysler. O. Z-wimpfer, Zürich, auf Chrysler. Muff, Luzern, auf Chrysler. Rennwagen: Frl. Münz, Zürich, auf Bugatti. H, Kessler, Zürich, auf Amilcar. An Spezial-Preisen werden verabreicht: Preis der Automobil-Revue, der Schweiz. Nationalversicherungs-Gesellschaft, Golay fils, Stahl, und Sarbach S. A., in Erinnerung an den verstorbenen Fahrer. Ball am Salon. Trotzdem es sich empfiehlt, sich rechtzeitig Karten für den grossen Ball vom nächsten Samstag im Hotel des Bergues zu sichern, wird die Sektion Genf des A. C. S. am Samstag bis 18 Uhr Karten ausgeben. Im Hotel des Bergues können Eintrittskarten von 19 Uhr 30 an bezogen werden. x. Fahrpreisermässigung zum Salon. Wie wir bereits mitgeteilt haben, gewähren die Schweizerischen Bundesbahnen und die meisten privaten Transportanstalten den Besuchern des Genfer Salons innert sech Tagen die Gratisrückfahrt, die jedoch bis spätestens den 17. März eingelöst sein muss Die Billette müssen in der Automobilausstellung abgestempelt werden. Das Ehrenkomitee des Genfer Salons ist aus folgenden repräsentativen Vertretern der Behörden und der Automobilindustrie zusammengesetzt: Herr H. HäberlinI Bundespräsident als Ehrenpräsident des Genfer Salons, als Mitglieder ferner die Herren Bundesrat Schulthess, Chef des Volkswirtschaftsdepartementes; A. Desbaillets, Präsident des Regierun'gsrates des Kantons Genf; Martin Naef, Regierungsrat des Kantons Genf, Chef des Industrie- und Handelsdepartementes des Kantons Genf; C. J. Megevet, Präsident der Schweizerischen Syudikatskammer der Automobil- und Fahrradindustrie, und Ch. Hoffer, Präsident der Automobilhandels-Syndikatskammer und der Schweizerischen Garagenindustrie. Das Organisationskomitee, das nichts versäumt hat, um den Salon zu einer sowohl für Einkäufer und Fachleute instruktiven Schau als auch für das Publikum zu einer sicher, haltbar, schützt Sie! • Erhältlioh in allen Garagen. AUTOREIFEN, BATTERIEN, BREMSBELAG, AUTO-ZUBEHÖR Sternfahrt nach Genf. Für die Sternfährt nach Genf können sich Teilnehmer bis zum letzten Momente einschreiben. Das Sternfahrtskomitee beschloss trotz des offiziellen Meldeschlusses die Annahme von Meldungen von allen Fahrern, die sich zwischen 10 und 11 Uhr am nächsten Samstagmorgen zur Besammlung auf dem Kasinoplatz Bern einfinden. Hier werden ihnen das Reglement und die nötigen Instruktionen eingehändigt. Den Sternfahrern soll in Genf beim Stand des A.C.S. im Salon um 18 Uhr ein Aperitif verabreicht werden; eine freundliche Geste des Sternfahrtskomitees. x. Kurze Nachrichten vom Salon interessanten wirtschaftlichen Veranstaltung zu machen, besteht aus folgenden Herren : Präsident: R. Marchand; Vizepräsident: A. Goy; R. Baezner; Ch. Hoffer; P. Kehrer; F. Martin; E. Maurer; L. Picker; P. Trachsel, alle Mitglieder des engern Ausschusses, sowie den Herren: M. Addor; M. Ador; H. Bachmann; J. Badertscher; E. Baumgartner; A Carfagni; M. von Ernst; A. Fleury; O. Fricker; G. Gangloff; H. Jenny; H. Mercier; J. Neher; F. Ramseier; H. Saurer; C. Schlotterbeck; J. Schnyder und Ph. Wieland. «1 «•» Benoist bei Bugatti. Die Equipe Bugatti hat weitern Zuwachs erhalten. Nach Varzi, Divo, Chiron, Bouriat, Conelli und Lehoux tritt nun auch Robert Benoist in die Reihe der Bugattifahrer für 1931 ein. Der bekannte Fahrer debütiert dieses Jahr im 24-Stundenrennen von Le Mans. x. Ivanowsky bei Mercedes. Der Fahrer Ivanowsky, der schon seit einigen Jahren mit vorzüglichen Resultaten für Alfa Romeo die internationalen Rennen bestritt, wird für die neue Sportsaison für Mercedes fahren. Sein erstes Rennen in diesem Jahre ist der Grosse Preis von Tunis vom 29. März. x. Bilanz der Monte Carlo-Sternfahrt. Die Organisatoren der Monte Carlo-Sternfahrt veröffentlichen die genauen Zahlen der Sternfahrt 1931, die einen Ueberbiick über die Teilnehmerzahlen vermitteln: Meldungen 149, Forfaits 42, Ausfälle 41, Eliminationen 4, Klassifizierte 62, Bestrafungen am Ziel 2. x. Campbeils Träume! Anlässlich einer der zahlreichen Feiern zu Ehren des neuen Weltrekordfahrers in einem Campbell besonders nahestehenden Club in London gab der berühmte Rennfahrer nähere Angaben über seine zukünftigen Pläne. Er drückte den festen Willen aus, mit seinem Wagen in absehbarer Zeit die Schnelligkeit von 5 .Stundenmeilen zu erreichen. Das sind 481 Stundenkilometer... x. Grosser Preis von Schweden. Das vor 40 000 Zuschauern ausgetragene Rundstreckenrennen um den Grossen Preis von Schweden wurde von dem Finnländer Karl Ebb auf Auburn in 5 Std. 28' 52" gewonnen. Das erzielte Stundenmittel betrug 70,077 km. Zweiter wurde der Schwede Johan Ramsay auf Chrysler in 5 Std. 41' 52", Dritter Clemenz Bergstroerh, ebenfalls auf Chrysler. Caracciola, auf Mercedes-Benz, kam durch Bruch des Benzinrohres um seine Siegeschancen und teilte somit das Los von weitern sieben Bewerbern, die ebenfalls vorzeitig zur Aufgabe gezwungen wurden. Zwölf Fahrer von 20 gestarteten erreichten das Ziel. x. Die offiziellen Zeiten von Campbeils Weltrekord. Das Sekretariat der A.I.A.C.R. erhielt von der American Automobil Association die Kontrolldokumente üiber die Rekordversuche Sir Malcolm Campbeils auf der Daytona- Beach vom 5. Februar. Nach der genauen Prüfung der Zeiten auf den elektrischen Chronometrierbändern und den aufgezeichneten Bedingungen, unter denen die Versuche aufgestellt wurden, legte die A.I.A.C.R. die folgenden Rekorde zur Homologation vor Rekordversuch über 1 km: hin: 9" 11/100, zurück: 9" 7/100, Durchschnitt: 9" 9/100; Stundenmittel 396,040 km oder 246,090 Meilen. Rekordversuch über 1 Meile: hin: 14" 60/100, zurück: 14" 70/100; Durchschnitt: 14" 65/100; Stundenmittel 395,469 km oder 245,730 Meilen. x. Das Feuilleton erscheint wegen Platzmangel erst in der Samstas-Nummer. Genfer Salon 1931. Damit wir während der Dauer des Salons in Genf prompte und ausführliche Berichte veröffentlichen können, werden noch folgende Ausgaben erscheinen: Samstag, 7. März, Montag, 9. März, Dienstag, 10. März, Donnerstag, 12. März, Freitag, 13. März.